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 Betreff des Beitrags: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 10:13 
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Hallo zusammen,

vor einigen Monaten hatte ich hier schon mal eine Anfrage darüber gestellt, was mit Anfang 30 hinsichtlich klassischer Gesangsausbildung noch erreicht werden kann.

Ich habe nun seit ca. 1 Jahr Unterricht und übe so ca. 1 Std. pro Tag. Am Anfang war die Umstellung auf den kopfstimmigen Ansatz sehr ungewohnt, da man halt immer die Stimme "hochgewuchtet" hat. Da fühlt man sich erst mal total "piepsig" in höheren Lagen. Mittlerweile klappt es aber immer besser, über den Registerbruch zu singen und die Stimme wird in der Kopfstimme auch immer Tragfähiger und der Unterschied in den Klangfarben der Register immer geringer.

Insgesamt macht mir das schon mal Mut, aber es geht trotzdem alles sehr langsam vorwärts. Daher überlege denke ich darüber nach, wie ich die Ausbildung in Zukunft noch intensivieren kann. Ein Hochschulstudium kommt wohl nicht in Frage, da ich schon zu alt bin und ich mich zudem sicher noch sehr lange auf die Aufnahmeprüfungen vorbereiten müsste, um dort überhaupt eine Chance haben zu können.

Diesbezüglich hätte ich mal folgende drei Fragen:

1.) Häufig lese ich davon, dass Sänger ein "privates Gesangsstudium" bei Person x absolviert haben. Kann mir jemand sagen, was ein solches Studium ausmacht? Worin unterscheidet es sich von privatem Gesangsunterricht?

2.) Wann ist klar, in welchem Fach man singt? Meine Gesangslehrerin meint, ich wäre klar ein Tenor (mit dieser "Diagnose" bin ich schon mal sehr glücklich). Aber was für einer? Ich habe mal einige Artikel darüber gefunden, die eine Einordnung auf Basis des Passaggios propagieren. Mein erstes ist so ca. bei C4, bei dem zweiten habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich es höre. Laut dem ersten Passaggio müsste ich dann ein dramatischer Tenor sein / werden können. Ist diese Einordnung halbwegs verlässlich? Oder handelt es sich dabei um ein strittiges Thema?

3.) Worin unterscheiden sich konkret die Ausbildungen in einem bestimmten Fach? Nur in der Literatur, die man singt? Oder gibt es technisch auch irgendeinen Unterschied?

Danke und Gruß


Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 14:08 
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Hallo Christoph

ein privates Gesangsstudium ist nichts anderes als privater Unterricht, es sei denn, man macht ihn an einer privaten Schule.

Wenn du erst ein Jahr Unterricht hast, ist es noch zu früh um sicher zu stellen, welches Fach du singst. Dazu braucht es viel Geduld und Fleiß und Zeit. Ein guter Lehrer legt sich da nicht zu früh fest.

Die Grundtechnik ist immer dieselbe, egal welches Fach du singst, doch es kommt auf die Stimmfärbung, Timbre an, die Größe der Stimme.

Heldentenor (c–c’’) Tristan in Wagners Tristan und Isolde
Titelpartie in Verdis Otello

Jugendlicher Heldentenor (c–c’’) Radames in Verdis Aida
Max in Webers Freischütz

Charaktertenor (A–b’) Mime in Wagners Siegfried

Lyrischer Tenor (c–d’’) Don Ottavio in Mozarts Don Giovanni
Nemorino in Donizettis L’elisir d’amore

Tenorbuffo oder Spieltenor (c–h’) Pedrillo in Mozarts Die Entführung aus dem Serail
Beppo in Leoncavallos Pagliacci

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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 14:48 
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Hallo Erika,

vielen Dank für deine Antwort. Dann werde ich mich wohl noch etwas gedulden müssen.

Deine Beispiele höre ich mir die Tage mal an.

Noch eine Frage hätte ich:
Wenn man jetzt ein "privates Gesangsstudium" bei einem angesehenen Lehrer machen möchte, der regelmäßig Opernsänger ausbildet, welche Anforderungen werden von diesen Lehrern dann an potentielle Schüler gestellt? Ich nehme an, das kann auch nicht einfach jeder machen, oder?!

Besten Gruß, Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 16:05 
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Das kommt drauf an, welche Ansprüche der Lehrer stellt, er wird sicher ein Vorsingen machen und (hoffentlich) ehrlich sagen, ob es sich lohnt die Stimme auszubilden. Es gibt natürlich Lehrer, die nur auf Honorare aus sind und jeden Schüler nehmen, egal ob es sich lohnt oder nicht.
Du musst ein Ziel haben, möchtest Du den Beruf eines Sängers ergreifen oder als Semiprofi versuchen irgendwo engagiert zu werden, möchtest Du in einem professionellen Chor singen, oder wirklich nur als Hobby eine Ausbildung machen.

Es gibt viele "Nebeneinsteiger", die nie eine Musikhochschule besucht haben und heute irgendwo an einem Haus singen, das ist aber eher selten.

Tenöre...übrigens...haben mehr Chancen als ein Bass z.B.

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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 17:15 
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Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Ob der Lehrer als Sänger oder auch als Lehrer angesehen ist (das sind zwei verschiedene Kategorien, die nicht notwendigerweise in einer Person vereint sein müssen. Es gibt auch gute Sänger, die es nicht vermitteln können und umgekehrt), ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere: Er muß Dir auch taugen! Wenn Du keine Fortschritte machst (ausreichendes Engagement deinerseits vorausgesetzt) oder Du Dich bei ihm nicht wohlfühlst, kann er so angesehen sein, wie er will. Für Dich wäre er der falsche.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 17:43 
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musica hat geschrieben:
Du musst ein Ziel haben, möchtest Du den Beruf eines Sängers ergreifen oder als Semiprofi versuchen irgendwo engagiert zu werden, möchtest Du in einem professionellen Chor singen, oder wirklich nur als Hobby eine Ausbildung machen.


Darüber bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. 100% auf Gesang zum Broterwerb würde ich wahrscheinlich nicht setzen - ich sehe da eine relativ große Gefahr, mir diese Leidenschaft durch den Erwerbsdruck kaputt zu machen. Langfristig möglichst wenig in meinen Hauptberuf investieren (möglichst <35 Wochenstd.) und möglichst viel in Singen Lernen könnte ich mir vorstellen. In erster Linie ist der Wunsch groß, eine professionell ausgebildete Stimme zu bekommen und sich hierdurch ausdrücken zu können. Bei der späteren Anwendung ist mir die Verkündigung christlicher Inhalte wichtig - also alte geistliche Lieder oder moderne Lieder in "Klassik-Pop" interpretiert. Bzgl. des Rahmens habe ich noch nicht so klare Vorstellungen. Chor denke ich nicht, habe ich schon genung gesungen. Solo, Quartett o.ä.

Unterm Strich würde ich also versuchen, erstmal so gut es geht nebenher meine Stimme auszubilden und dann zu schauen, wo das hinführt. Wenn man irgendwann damit bisschen Geld verdienen kann, gut. Ansonsten eben nicht. Aber mir geht es in erster Linie um die Sache an sich und das Können, nicht ums Geldverdienen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 17:47 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Vielleicht noch eine kleine Ergänzung: Ob der Lehrer als Sänger oder auch als Lehrer angesehen ist (das sind zwei verschiedene Kategorien, die nicht notwendigerweise in einer Person vereint sein müssen. Es gibt auch gute Sänger, die es nicht vermitteln können und umgekehrt), ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere: Er muß Dir auch taugen! Wenn Du keine Fortschritte machst (ausreichendes Engagement deinerseits vorausgesetzt) oder Du Dich bei ihm nicht wohlfühlst, kann er so angesehen sein, wie er will. Für Dich wäre er der falsche.


Ja, ist mir schon klar. Aber danke trotzdem für den Hinweis.


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 Betreff des Beitrags: Re: Privates Gesangsstudium und Fach
BeitragVerfasst: 18.01.2018, 22:30 
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Wenn du mal einige Jahre deine Stimme geschult hast, du in der Kirchenmusik dein Ziel siehst, wirst du sicherlich viel Gelegenheiten haben zu singen, Tenöre sind immer gefragt. Dazu brauchst Du halt eine geschulte Stimme und jede Menge an Literatur, die du dir erarbeiten musst/kannst.

Es ist heutzutage immer besser einen "Brotberuf" zu haben und das Singen nebenbei zu machen, da kannst du halt nicht viel verdienen, aber es macht Freude, nicht nur dir, sondern auch dem Publikum. In deinem Alter hast du noch sehr gute Möglichkeiten als Semiprofi zu singen, wenn du eine fundierte Ausbildung hast.

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