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 Betreff des Beitrags: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 11:17 
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Angeregt durch Uralt möchte ich von meinen Chor-Erfahrungen berichten und gerne wissen, welche Erfahrungen ihr mit Laien- oder semiprofessionellen Chören gemacht habt.

Bei meinem ersten Chor - bestehend aus Laien und Semi-Profis - musste ich dem Chorleiter vor der ersten Probe vorsingen. Da ich furchtbar aufgeregt war und noch nie zuvor gesungen hatte, überschlug sich meine Stimme und war hauchig. Enttäuschtes Gesicht: "Du bist ein Alt". :n116:

1,5 Jahre später als ich meine Kopfstimme entdeckt hatte, wurde ich in den Sopran "befördert". Von da an nur Lob. Der Sopran war das liebste Kind, der Alt das notwendige Übel. :n116: :n116:

Als mir mein jetziger GL sagte, ich solle im Chor in den Alt gehen, habe ich mich degradiert gefühlt. Bis dato hatte ich das Denkmuster: Nur wer hoch singen kann, kann wirklich singen.
Dann hat er mir Aufnahmen von echten Altistinnen gezeigt und ich war begeistert! So etwas hatte ich noch nie gehört!
Von da an bin ich mit einem ganz anderen Gefühl in die Probe gegangen.
:n30:

Eine weitere negative Erfahrung war der Umgang mit dem Chorklang. Ich war oft gewzungen, meine Technik zugunsten eines Chorklanges zu vernachlässigen. Da ich nicht wusste, wie ich diesen Klang auf gesunde Art und Weise erreichen sollte, war ich oft heiser und wurde im Unterricht zurückgeworfen.

Ich habe eine sehr schwere Stimme, die im Alt rausklang. Im Sopran gab es viele, die Unterricht hatten, im Alt nicht. Daher klang der Alt sehr kindlich und man hörte mich raus. Zwar wurden die anderen aufgefordert, "fraulicher" zu klingen, aber auch ich muss mich ihnen anschließen.

Was habt Ihr denn für Erfahrungen gemacht?

Liebe Grüße,
Mariko


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 11:32 
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Leider kommt das in Choeren sehr haeufig vor - mit dem Ergebnis, dass der Alt zwar zahlreich, aber stimmlich schwach besetzt ist und die Stuecke damit oft so klingen, als ob was fehlt. Der richtigen Stimmeinordnung wird aber auch (strukturbedingt) nur wenig Zeit beigemessen, und schwupps versauern Soprane ohne Hoehe im Alt und Alti mit guter Hoehe verstaerken den Sopran statt in ihrer Sahnelage zu singen... finde das immer wieder schade, aber kenne ehrlich gesagt keinen Chor, in dems nicht so waere...

Wobei selbst bei Leuten mit GU Stimmfachverwirrungen ja haeufiger vorkommen, eine Bekannte mit der ich frueher im Chor gesungen habe (sie Alt mit GU und Studienambitionen) ist bestimmt zwei Jahre lang bei Vorsingen an MHS durchgefallen und ehrlich gesagt fand ich ihre Performances auch nie sehr singlich. Dann ist sie irgendwann an einer MHS angenommen worden und neulich hoerte ich ein Konzert, wo sie einen Solopart hatte - als Sopran. Ich hab nicht schlecht gestaunt... und richtig schoen wars...


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 11:47 
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Hallo Mariko

ich habe ja nicht in so vielen Chören gesungen, will aber auch über meine Erfahrungen berichten. Im Schulchor habe ich Sopran gesungen, soweit ich mich erinnern kann. (okay, sooo lange ist das noch nicht her, aber irgendwie ist mir der Schulchor weder positiv noch negativ im Gedächtnis haften geblieben)
Dann habe ich einen neunmonatigen Schüleraustausch in Irland gemacht und auch dort im Chor gesungen. Da wurde ich wahlweise in Sopran 1, Sopran 2 oder Alt 1 eingesetzt oder auch mal im Sopran -1 (bei manchen Stücken gabs noch ne Stimme über dem 1. Sopran, wo man dann engelsgleich über allen anderen schwebte :fidel -rein stimmlich gesehen natürlich).

Zurück in Deutschland hab ich dann bei einem größeren Chor vorgesungen, bei dem ich dann im Jugendchor und im Erwachsenenchor gesungen habe. Ich ging mit der Einstellung dahin, "ich komme bestimmt in den Alt" - habe dann aber ohne große Mühen beim Vorsingen ein d3 gesungen, so dass der Chorleiter mich sofort in den Sopran 1 steckte, wo ich mich auch durchaus sehr wohl gefühlt habe. Er meinte auch, ich sollte weiter an dieser Höhe arbeiten (hätt ich mal auf ihn gehört, dann wäre mir manches vielleicht schon früher leichter gefallen und ich hätte nicht solche "Umwege" gemacht - nun denn...)

Irgendwann wollte ich dann unbedingt in den Alt, weil ich im GU eher Mezzo- und Altrepertoire zu der Zeit gesungen habe und auch mal es üben wollte, nicht immer die Melodiestimme zu singen. Der Chorleiter war skeptisch (und sollte Recht behalten), hat mich aber gewähren lassen. Ich war dann auch nur kurze Zeit im Alt, da die Lage dann doch recht unangenehm für mich war (und heute noch ist) und bin dann in den Sopran 2 gewechselt. Da konnte ich dann meistens in einer für mich angenehmen Lage singe und hin und wieder in eine Harmoniestimme rutschen. Doch das Glück war auch nur von kurzer Dauer, da ich dann studienbedingt umgezogen bin und seitdem habe ich nicht mehr im Chor gesungen.

Manchmal bedauer ich dies, weil mir das gemeinsame Singen doch sehr viel Spaß gemacht hat... andererseits ist meine Stimme mittlerweile für die meisten Laienchör vielleicht auch schon wieder "zu groß". Müsste man evtl. auf einen Versuch ankommen lassen, nur dazu fehlt mir leider die Zeit. Aber ich habe ja mein Frauen-Quartett, da habe ich neben dem Sologesang noch Ensemblegesang, was mich sehr bereichert.

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 12:18 
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Uralt ( damals noch ohne Ausbildung ) im 1. Chor :
"Aha, Sie haben noch nie im Chor gesungen, ok, gehen Sie in den Alt." Nach 2 Wochen : "Sie singen zu laut, gehen Sie doch lieber in den Sopran."

Uralt ( im ersten Jahr der Ausbildung) im 2. Chor :
"Aha, Sie machen eine Gesangsausbildung, gehen Sie doch in den Sopran." Nach dem Weihnachtsoratorium im Sopran ( incl. Halsschmerzen und schrecklicher Töne ) auf eigenen Wunsch degradiert. Eine Sopran-Kollegin meinte dann : Aber du machst doch eine Gesangsausbildung und du willst in den ALT, komisch !

Uralt ( nach einigen Jahren Ausbildung ) im Frauenchor :
Endlich endlich angekommen : 2. Alt mit noch 2 anderen "echten" Altistinnen und nach Konzerten fassungslose Zuhörerinnen ob dieses "Sounds".

Uralt (heute ) im Extra-Chor des Theaters :
ein kleines Rädchen im Getriebe, aber auch im 2. ALT, alles wird gut !

Liebe Grüße
Uralt

_________________
Sing und finde gut, was du machst. ( D. B.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 12:42 
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Ich hab mit 7 oder so im Kinderchor angefangen, da gabs sowas gar nicht... hab zwar immer mal zweite Stimme gesungen (hat mir sehr viel gebracht), aber meistens 1., ich war in dem Chor bis ich 15 oder so war, also recht lang.
Dann der erste "Erwachsenenchor", alles Laien und Durchschnittsalter ueber 60 :D die waren ganz schoen geschockt ueber die jungen Stimmen, die da ploetzlich aufkreuzten! :verdacht Aber da hab ich auch Sopran gesungen. Ueber diesen Chor koennte ich Sachen erzaehlen... in jedem Fall bin ich ja seitdem der festen Meinung, ein Chorleiter sollte ENTWEDER dirigieren ODER am Klavier begleiten aber nicht beides gleichzeitig (und dazu gelegentlich auch noch die Soli singen) :pfeif:
Parallel dazu war ich als externes Mitglied im Schulchor eines musischen Gymnasiums und sang mein erstes Verdi-Requiem :n110: schoen wars! Und wieder: Sopran (1). Dann Ortswechsel und Unichor + Kantorei (gleicher Chorleiter) und immer in erster Reihe dabei - Sopran (1). Ich war also ziemlich konsistent mit meiner Stimmzuordnung...
Der Unichor-Leiter ist eigentlich ein prima Typ und ich fand ihn auch immer witzig, aber Stimmpflege war glaub ich nicht so sein Metier... meine Chorfreundin (Logopaedin) hat teilweise im Einsingen gestreikt, weils zu sehr auf die Stimme ging... aber immer grosse Oratorien gesungen und viel Spass gehabt :sauf:
Als ich dann umgezogen bin, hab ich das Chorsingen aufgehoert - hatte zwar mal fuer den Landesjugendchor NRW vorgesungen, aber war denen zu schlecht (mal abgesehen davon, dass ich mir definitiv die falschen Stuecke rausgesucht habe aber auch mit Sahnestuecken haetten die mich nicht gewollt :ruhe: ).

Und dann schwieg ich ueber 2 Jahre, bis zum ersten GU... und mal sehen, was noch kommt! Bin ja noch ganz am Anfang... wobei ich wirklich gern irgendwann wieder im Chor singen wuerde, oder zumindest in einem kleinen Ensemble, ganz solistisch behagt mir (noch?) nicht so recht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 12:51 
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Hallo ihr,

das ist ja unglaublich, was man hier so liest. Da hatte ich wohl wirklich Glück mit meinen Chorleitern.
Als wäre "Alt" eine minderwertige Stimmlage, so kommt das ja rüber. :n86: So ein bodenloser Schwachsinn. Da kann ich mich sogar als Sopran drüber aufregen.

Ich habe es zwar auch schon gemerkt, dass in vielen Laienchören der Alt stimmlich eher dünn ist (so langsam ahne ich auch warum) , habe aber eigentlich den Alt im Chor immer eher bewundert, weil es nämlich viel schwerer ist, eine Mittelstimme zu halten als die Oberstimme zu singen meiner Meinung nach.

Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 12:53 
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@Octaviane: Du bist ja auch hier :n99: Ich erinnere mich, dass wir bei gesang.de mal das Thema Größe und Stimmfach hatten und wenn ich mich recht erinnere bist Du auch sehr hoch gewachsen! Wollten wir nicht einen Großes Ensemble gründen? :lol:
Singst Du hauptberuflich? Du scheinst so richtig schön beschäftigt zu sein mit Frauenchor, Solo- und Ensemblegesang!

@Uralt: Ich bin vor Lachen grad fast vom Stuhl gefallen! "Eine Gesangsausbilung ZUM Alt? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?!" Absoluter Brüller! In meinem Chor gab es auch mal einen dramatischen Sopran mit GU, der in der Alt gesteckt wurde. Sie klang zu dunkel.

Aber es ist sicherlich auch schwer für einen Chorleiter die wahre Stimmlage zu erkennen. Von Körperbau, Größe oder Sprechstimme auszugehen kann ja bekanntermaßen zu Fehleinschätzungen führen. Echt eine schwere Frage...

Aber ich möchte noch einmal betonen, dass mich die Fehleinschätzungen nicht so sehr stören wie die Abwertung des Alt!!!!!

Wirklich schade, dass Du so weit weg bist, Lux! Mir geht es wie Dir...Solistisch ist noch viel zu früh (was mir meine Auftritte als Sängerin auf den Hochzeiten meiner Freundinnen deutlich gemacht haben) und ein Ensemble zu finden oder zu gründen ist nicht ganz einfach. Magst Du nicht in den wilden Süden umziehen?

Zurück zum Thema: Ja, es gibt auch tolle Momente im Chor! Wenn man plötzlich die großen Werke singen darf...Verdi Requiem, Mozart Requiem, Carmina Burana. Das ist schon gigantisch!


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 13:21 
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Mariko hat geschrieben:
@Octaviane: Du bist ja auch hier :n99: Ich erinnere mich, dass wir bei gesang.de mal das Thema Größe und Stimmfach hatten und wenn ich mich recht erinnere bist Du auch sehr hoch gewachsen! Wollten wir nicht einen Großes Ensemble gründen? :lol:
Singst Du hauptberuflich? Du scheinst so richtig schön beschäftigt zu sein mit Frauenchor, Solo- und Ensemblegesang!


Halllo Mariko

ja, das hätte doch mal was. Mindestgröße 1,80m oder so. Damit würden wir bestimmt Eindruck schinden :dafür:
Leider singe ich nicht hauptberuflich, da ich so einen lästigen 40-Stunden-Brotjob habe, der mich derzeit auch ziemlich krank macht. Aber ewig werde ich in dieser Firma nicht bleiben und auch wenn ich derzeit vielleicht nicht den Job wechseln kann so kann ich vielleicht intern den Stress etwas reduzieren. Ich hab es satt, dauernd krank zu sein. Aber das nur am Rande.
Mit dem Sologesang ist das derzeit auch so ne Sache - ich müsste mich mal um Vorsingen bei Kirchen bemühen, habe derzeit aber keine vorzeigbare Stimme und eben (s.o.) auch wenig Zeit zum Üben. Zumal mein Focus jetzt erstmal auf dem Workshop im August liegt, für den ich einiges einstudieren möchte. Unser Quartetthatte letztes Jahr 2 größere Auftritte (neben einigen kleinen), derzeit erarbeiten wir neues Repertoire und leider zieht unser 1. Alt im Herbst nach Berlin und unser 1. Sopran ist mitten in den Diplomprüfungen, so dass wir dann wohl eher projektbezogen proben werden.
Mein Ziel ist es aber ohnehin, den Brotjob zeitlich zu reduzieren und mir dann evtl. mit Gssangsunterricht, gelegentlichen Auftritten und als freie Übersetzerin was dazu zu verdienen. Derzeit habe ich sonst manchmal das Gefühl, 2 Berufe zu machen und das geht echt an die Substanz.

Mariko hat geschrieben:
@Uralt: Ich bin vor Lachen grad fast vom Stuhl gefallen! "Eine Gesangsausbilung ZUM Alt? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?!" Absoluter Brüller! In meinem Chor gab es auch mal einen dramatischen Sopran mit GU, der in der Alt gesteckt wurde. Sie klang zu dunkel.


Ja, mit dem Stimmklang ist das echt so ne Sache. Ich bin zwar kein dramatischer Sopran, aber doch ein substantiellerer und auch ich habe den Verdacht, dass manche Chorleiter mich eher in den Alt stecken würden. Aber um da sicherzugehen, müsste ich wohl vorsingen, das sind also nur Spekulationen.

Ist bei der Kirchenmusik ja ähnlich. Da werden eben oft feinere, vibratoärmere Stimmen bevorzugt und größere Sopran- oder Tenorstimmen dann auch gerne mal als Alt oder Bariton verpflichtet. Da bleiben dann schnell nur Dinge wie Brahms-Requiem, Mendelssohn oder Verdi-Requiem übrig. Aber zum Glück sind ja auch da die Geschmäcker verschieden. Die Krux ist nämlich, dass mir die Sopranpartien von der Lage weitaus besser liegen als die Altpartien, ich aber auch ein Erbarme Dich oder ein Bereite Dich Zion dank guter Mittellage und recht passabler Tiefe (für einen Sopran) so singen kann, dass es immer noch passabel klingt. Was nichts daran ändert, dass mir die tiefe Lage auf Dauer auf den Hals geht. Aber mach das mal den Leuten klar :lol

Aber das ist wieder ein anderes Thema

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 14:10 
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Hallo, Mariko,

hier spricht Tieftönerin die III. im Forum (es gedeiht:-)

die anderen kennen meine Chorwandergeschichten ja schon, aber für dich eine Kurzfassung :

Klein - Dola stand völlig ungeduldig in den Startlöchern zum Kirchenchor, selbstverständlich wünschte man, Sopran zu singen, wie Muttern eindrucksvoll vorzelebrierte. Dass der Kinderchorleiter mir schon mal vorher versicherte, eine Altstimme zu haben/zu bekommen, verdrängte ich sofort, denn auch ich bekam irgendwie mit, dass sich im Alt befand, wer weißhaarig ist und nicht mehr hochkommt - als dominierende Optik des Ganzen und nie wissend, was für einen musikalischen Sinn die Damen eigentlich erfüllen, denn man hörte sie nicht.

Nun ja, dola quält sich ein Jahr mit überhöhten Tessituren herum, weiß nie, ob sie eine Melodie mal komplett mit ALLEN Tönen herausbringt, und stellt schließlich beim Singen beim Chorausflug mit, dass in der Tiefe das Wahre liegt…

Also, sofortiger Stimmlagenwechsel und baldige Entwicklung zu den kleinen Chorsoli - nicht nur zur Freude aller älteren Damen (Perspektive 15jährige), aber doch der meisten.

Viel, viel später fiel mir ein, Unterricht zu nehmen, was mir zur Aufnahme im Münchner Philchor verhalf (Alt II), wo zwar die Stimmgattung als solche Respekt erfuhr, aber nicht jeder einzelne Sänger, was mich hier wieder in die Flucht trieb.

Hin und wieder gab es interessante Einzelprojekte, aber ich fiel immer wieder ambivalent auf und musste drosseln, je mehr der Unterricht die Stimme aufbaute. Nachdem auch die Stimmnische Alt II des Frauenchors ausgereizt war und die Leiterin u. a. meinte, dass alle außer einer einzelnen dola das komponierte Crescendo machen dürfen, beendete ich das Thema Chor irreversibel, zumal ich selbst beim Hören der Aufnahmen noch immer finde, dass den "Bachtrompeten" des Sopran ein tiefes Gegengewicht guttut. Chorsingen hat mir lange viel gebracht, gerade musikalisch, aber es geht nicht mehr, schade eigentlich, dass das nicht mehr zusammenzubringen ist, obwohl inzwischen die Einstellung zu den Altstimmen doch meistens professioneller wurde.

Chorleiter/innen? Entweder geneigt, wenn der Chor groß genug ist, aber ungeneigt, wenn es (für mich interessanter) ein kleinerer Chor ist.

LG

dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 29.05.2008, 15:38 
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Mariko hat geschrieben:
Wirklich schade, dass Du so weit weg bist, Lux! Mir geht es wie Dir...Solistisch ist noch viel zu früh (was mir meine Auftritte als Sängerin auf den Hochzeiten meiner Freundinnen deutlich gemacht haben) und ein Ensemble zu finden oder zu gründen ist nicht ganz einfach. Magst Du nicht in den wilden Süden umziehen?


Bis 2005 war ich sogar noch im wilden Sueden (Regensburg), wer weiss obs mich irgendwann wieder dahin verschlaegt, schoen wars da schon :n110: vielleicht sollte ich mal zum Singurlaub runterkommen :lol


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 10:31 
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Octaviane hat geschrieben:
Die Krux ist nämlich, dass mir die Sopranpartien von der Lage weitaus besser liegen als die Altpartien, ich aber auch ein Erbarme Dich oder ein Bereite Dich Zion dank guter Mittellage und recht passabler Tiefe (für einen Sopran) so singen kann, dass es immer noch passabel klingt. Was nichts daran ändert, dass mir die tiefe Lage auf Dauer auf den Hals geht. Aber mach das mal den Leuten klar :lol


Die beiden Stücke liegen mir auch gerade noch ganz gut :n141: Manchmal versuche ich mich im Unterricht auch an Carmen. Das hilft mir immer, mein Temperament wieder wachzurütteln. Die Spitzentöne sind alles andere als schön, aber Hauptsache, es macht Spaß :n3:

Das ist ein gutes Stichwort. Spaß haben im Chor kontra Leistung. Mir ist aufgefallen, dass in richtigen Laienchören oft die motivierteren SängerInnen sind. Und dass manche Chorleiter es schaffen, über die Motivation mehr Leistung herauszukitzeln.
Ich meinem ersten Chor wurden wir oft ausgebremst. Wer nicht gut genug war, sollte an bestimmten Stellen schweigen. Das kann ganz schön demotivierend sein. Natürlich ist das Endergebnis dann besser...aber ich bin dadurch noch gehemmter geworden.
Jetzt versuche ich, wieder mehr Spaß zu haben. Mich auch mal was zu trauen, was in die Hose gehen kann und dann - das ist das Schwierigste - sich nichts draus zu machen.

In dieser Hinsicht beneide ich die ganzen Superstar-, Popstar-Castingteilnehmer, die einfach das Selbstbewusstsein haben, sich hinzustellen und ganz überzeugt von sich zu singen.

Meint Ihr, die Bescheidenheit und die Vorsicht nehmen zu, je weiter man im Unterricht voranschreitet?

dola hat geschrieben:
Viel, viel später fiel mir ein, Unterricht zu nehmen, was mir zur Aufnahme im Münchner Philchor verhalf (Alt II), wo zwar die Stimmgattung als solche Respekt erfuhr, aber nicht jeder einzelne Sänger, was mich hier wieder in die Flucht trieb.

Respekt! Der Münchner Philchor! Nicht schlecht! Übrigens glaube ich nicht, dass wir uns von früher kennen...mir ist persönlich nämlich kein echter Alt bekann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! :n99: Gib mir doch mal Bescheid, wenn Du in München ein Konzert hast...oder Lust auf ein kleines Gesangsprojekt :n151: *hihi*


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 10:33 
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Zitat:

Respekt! Der Münchner Philchor! Nicht schlecht! Übrigens glaube ich nicht, dass wir uns von früher kennen...mir ist persönlich nämlich kein echter Alt bekann. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! :n99: Gib mir doch mal Bescheid, wenn Du in München ein Konzert hast...oder Lust auf ein kleines Gesangsprojekt :n151: *hihi*


Das kannst du gleich dreifach haben:

http://www.belcanto-konzerte.de

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 10:50 
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Hui! Danke!!!
Muss gleich mal nachschauen, wie man da mit den Öffentlichen hinkommt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 30.05.2008, 21:44 
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Hallo, ja das ist leider das große Übel, daß man sich in Chören so zurücknehmen muß, damit man sich dem geraden Chorklang anpaßt. Das bedaure ich auch immer so sehr , weil ich mich so verbiegen muß, damit ja kein Vibrato zu hören ist. Unser Chorleiter liebt die besonders, die ganz "gerade" singen.

Was die hauchigen Kleinmädchenstimmen im Alt anbelangt: Kann es nicht sein, daß eben viele gar keine Altstimmen haben und nur aus Bequemlichkeit und weil sie selber glauben, kein Sopran zu sein in den Alt gehen?

Gruß dalila


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 31.05.2008, 09:33 
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Hallo dalila,

seine Stimme permanent klein zu halten kann auf Dauer aber fast ebenso schädlich sein wie sie zu forcieren.

Was die Altstimmen im Chor betrifft. Ich denke einfach, da gibt es verschiedene Gründe. Viele Anfänger oder solche, die noch nicht so lang GU haben, denken vielleicht, sie sind Alt, weil sie ihre Kopfstimme noch nicht entdeckt haben, andere werden aus den hier im Thread genannten oft zweifelhaften Gründen von ihren Chorleitern in den Alt gesteckt und dann gibt es ja noch die Gruppe, die da auch wirklich hingehören.

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 31.05.2008, 12:07 
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dalila hat geschrieben:
ja das ist leider das große Übel, daß man sich in Chören so zurücknehmen muß, damit man sich dem geraden Chorklang anpaßt. Das bedaure ich auch immer so sehr , weil ich mich so verbiegen muß, damit ja kein Vibrato zu hören ist.


Hallo Dalila,

du fährst bestimmt Auto und kannst dir an meinem Beispiel evt. vorstellen was ich meine.

Eine Auto mit 100 PS kann seine Leistung niemals zeigen, wenn immer die Handbremse angezogen ist und dennoch fährt das Auto. Bei neuen Auto erschallt sogar ein Signalton, daß die Handbremse noch angezogen ist, also eine Gefahrenquelle! Irgendwann fängt es nämlich an zu stinken und Autoteile gehen kaputt.

So ähnlich sehe ich das auch mit der Stimme. Wenn ich immer mit Handbremse singe, was ich auch in meinem letzten Chor musste und wohl sehr verbreitet ist, dann meldet sich schon meine Stimme, daß es ihr schlecht mit der Situation geht. Man merkt dies entweder bewußt oder unbewußt, wenn man jedoch dieses Warnsignal übergeht, dann kann man wohl weitersingen ja das funktioniert immer noch, jedoch irgendwann kommen Schäden, die manchmal verheerdende Folgen haben können.

Also lange Rede kurzer Sinn, wenn du eine Stimme hast, die mehr gibt wie manche "Haushaltsstimme bzw. Dorfchorstimme" (beides nicht böse gemeint), dann laß dich nich dazu verleiten mit Handbremse zu fahren. Such dir ein Chor in dem du deine Leistung auch zeigen kannst und dich nicht verbiegen mußt, oder entscheide dich klar für Sologesang. Die letzte Variante habe ich damals gewählt, auch wenn mir diese Entscheidung sehr schwer gefallen ist. Es war ein harter Weg aber nun lebe ich meinen Sologesang aus und bin der Überzeugung mit meiner Ausbildung noch nicht so weit zu sein, wenn ich immer diese Chorrückschläge erlebt hätte. Von den Schäden mit Handbremse zu singen ganz zu schweigen.

Liebe Grüsse
Chero


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 09.06.2008, 10:08 
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Ratgeber
Ratgeber

Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 589
Hallo an alle Chor-"Leidens"-Genossen,

hier noch ein Beitrag aus der Tenor-Fraktion.

Anfang des Chorsingens im Schulchor mit 14 Jahren. Dort erfolgte die Einstufung allein dadurch dass jeder so weit rauf und runter singen musste wie er konnte. Bei mir fand dieses Tonleiter-Testsingen nicht statt weil eindeutig zu hören war das ich Tiefstimmler bin - also Alt. Dachte ich. Das dachte ich aber nicht lange.

Nach wenigen Wochen fragte ich die chorleitende Musiklehrerin ob es im Alt denn keine tiefen Töne gebe und warum der Alt eigentlich als tiefe Stimme bezeichnet wird. Daraufhin nun doch das Tonleitersingen - mit dem Ergebnis dass ich ein Tenor sei! Begeistert war ich davon nicht. Aber ich gewöhnte mich schnell daran, als Frau in einer Männerstimme mitzusingen. Die Chorleiterin fand es völlig o.k., und somit akzeptierten es auch die Chorsänger.

Das änderte sich jedoch als die Musiklehrerin die Schule verließ. Ihr Nachfolger ließ alle Jungs im Bass singen, auch jeder Neuzugang war ein "Bass". Alleine im Tenor weiter singen konnte ich nicht weil ich damals noch keine Noten lesen konnte. Sopran, Alt und Bass bekamen ihre Stimme immer abschnittsweise vorgespielt, mir selbst wurde das verweigert. Ich solle eben im Alt oder im Bass (!) mitsingen. :n95: Wohlgemerkt, die Stücke waren fast immer vierstimmig, wurden aber nur dreistimmig gesungen. Dieser Chorleiter war offenbar der Meinung der Tenor sei vollkommen unwichtig.

So endete meine Schulchorzeit denkbar unerquicklich.

Als nächstes ein Kirchenchor. "Singen Sie Sopran oder Alt?" Meine Antwort darauf schien das normalste von der Welt. Und tatsächlich sangen dort auch noch zwei weitere "Tenorellen". Der Chorleiter selbst, auch gegenüber allen anderen Chorsängern: 100 % o.k.!

Später kam noch ein weiterer Kirchenchor dazu. "Aha, Sie sind ein Alt, bei Ihnen hört man das gleich!" Auch hier keine Verwunderung darüber dass ich Tenor singe, es wurde sofort akzeptiert. Dann jedoch zogen die beiden Tenor-Männer weg - und ich blieb allein übrig. Im Gegensatz zu vorgenanntem Schulchorleiter war für diesen Chorleiter auch ein EINZELNER Tenor-Sänger des Tenorpart-Probens würdig. :dafür: So lernte ich dann endlich Noten lesen, bis hin zum Vom-Blatt-Singen.

Es folgten weitere Chöre mit ganz unterschiedlichen menschlichen Erfahrungen. Manche Chorleiter hatten wirklich ihre "Lieblinge" - mal gehörte ich dazu, mal nicht. Einer wollte eigentlich keine Frau im Tenor haben. Doch leider war ich wohl nicht schlecht genug um einen guten Grund dafür zu finden mich des Chores zu verweisen. Eine Zeitlang hatte er die "tolle" Idee, ich solle nicht mitsingen wenn der Tenor eine Stelle alleine zu singen hat. :n129: Im Konzert habe ich diese Stellen aber trotzdem mitgesungen weil ich es nicht eingesehen habe. :n118: Irgendwann ließ der Chorleiter diesen "Maulkorb" dann wieder sein.

Dieser Chorleiter hatte auch die blöde Angewohnheit einzelne Sänger vor versammelter Mannschaft auf irgend welche "Fehler" anzusprechen. Kritisiert hat er ohne Ende - Lob gab es sehr viel seltener. "Nicht geschimpft ist Lob genug" oder so ähnlich... :n116:

Irgendwann habe ich mal bei einem Wochenend-Projekt "Bachkantate zum Mitsingen" mitgesungen. Der Chorleiter zog erst ein BÄH-Gesicht ob meiner Aussage dass ich Tenor singe. Mehrere Monate später bekam ich eine Einladung zur nächsten "Bachkantate zum Mitsingen" - nebst der Einladung, in seinem "Stammchor" das Brahms-Requiem mitzusingen. Tja, so kann es also auch gehen: Ein vormaliger Verächter weiblicher Tenöre engagiert gerade solche als Verstärkung...! :n110:

Meine weiteren Chorleiter-Erfahrungen waren ganz überwiegend erfreulich - auch im Hinblick auf das nur selten vorkommende "Abschieben" eines "ausgemusterten" Soprans in den Alt. Was andererseits mitunter auch schade war: Lieber hörte die betreffende Sängerin ganz mit dem Singen auf als in den Alt zu wechseln...

Einen Chorleiter-"Hammer" habe ich jedoch auch mal erlebt. Ich war umgezogen und konnte entfernungsbedingt nicht mehr in meinen bisherigen Chören mitsingen. Auf der Suche nach einem neuen Chor dann dieses: Ich hatte noch kein einziges Wort gesprochen, geschweige denn einen Ton gesungen, da wurde schon vermutet ich sei ein Sopran!!!!! :n95: Also, wenn das irgend jemand NICHT ist, dann ich! Sicherheitshalber setzte ich mich mal an die "Grenze" zwischen Alt und Tenor. Als der Chorleiter dann bemerkte dass ich bei den Tenören mitsinge kanzelte er mich vor dem ganzen Chor ab, was mir eigentlich einfalle, als Frau im Tenor mitzusingen.

Klar dass diese Chorprobe bei diesem Chor meine letzte war! Doch auch andere traf es: Eine Stelle mit dem Ton c'' gelang dem Alt nicht so wie Herr Kirchenmusikdirektor sich das vorstellte. Sein Kommentar hierzu: "Also, ein Alt muss das schon singen können!" Was hätte er wohl erst gesagt wenn ich mich selbst an diesem c'' versucht hätte?

Tja, es gibt Menschen die mit Menschen umgehen können und solche die es nicht können. Bei einem Chorleiter sollte man allerdings erwarten dass er mit Menschen umgehen kann.

Eine "Faustregel" scheint es hierbei zu geben: Je kleiner der Chor, desto besser der Umgang des Chorleiters mit den einzelnen Chorsängern wie auch mit dem Chor insgesamt. So ist jedenfalls meine Erfahrung.

Entschuldigt die Länge meines Beitrages, er ist fast genau so lang geraten wie die Zeit auf die ich inzwischen chorsingend zurück blicken kann. (Müsste die "erlaubten" 60 000 Zeichen schon fast erreicht haben...) Dafür habt Ihr jetzt mindestens eine Woche lang Ruhe vor mir...! :lol:

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 09.06.2008, 15:14 
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Registriert: 29.03.2008, 15:25
Beiträge: 67
[quote="AK-Kontraalt"]Hallo an alle Chor-"Leidens"-Genossen,


Tja, es gibt Menschen die mit Menschen umgehen können und solche die es nicht können. Bei einem Chorleiter sollte man allerdings erwarten dass er mit Menschen umgehen kann.

Nicht immer, leider!
dalila


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 09.06.2008, 23:53 
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Tja, nun, manchmal geht der musikalische Sensus mit dem menschlichen nicht so recht überein.

Zum "Tenösentum" :-):

SO verkehrt kann das auch nicht sein. Prof. Max Frey, lange Zeit der Leiter des Madrigal - Chores der Münchner Musikhochschule - ob er es jetzt noch macht, weiß ich leider nicht - und als Chorleiter - Koyphäe bundesweit bekannt, engagierte mich für eine bestimmte Produktion, die dreimal aufgeführt wurde, vor Jahren als Tenörin. Da machte wirklich richtig Spass, weil die Jungs (und auch einige Mädels noch, jedoch war ich bei der zweiten und dritten Aufführung dann die einzige) als angehende Schulmusiker richtig gut ausgebildete Chor- und zum Teil auch Solostimmen sind. Da hatte ich überhaupt keine Adaptionsprobleme, sondern wurde einfach mit eingehüllt in diese Klangformation.

Er hat sich in der Probe auch zu dieser Maßnahme geäußert. Er wolle diesen aus Männer- und Frauenstimmen gemischten Klang im Tenor und die Abrundung, die daraus entsteht. Als Notlösung, weil die Jungs etwa nicht genug seien etc. war das keinesfalls gedacht.

Also, soviel zum Thema Tenösen, falls jemand meint, dass sei völlig unmöglich etc.

LG

dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Erfahrungen mit ChorleiterInnen
BeitragVerfasst: 01.07.2008, 09:03 
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Ratgeber
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Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 589
Hallo an alle S/A/T/B,

@dola: Nein, ich glaube das meint hier niemand mehr. Diesen Zahn haben wir bereits unter gesang.de gezogen. Derartige Polemik wie sie dort nachzulesen war wird hier sicherlich nicht mehr auftauchen.

@dola und uralt: Wenn ich mich richtig erinnere hattet Ihr unter gesang.de mal geschrieben dass Eure Sing-Obergrenze ursprünglich bei c''/d'' lag - wie in aller Welt habt Ihr damit denn SOPRAN gesungen????? :grübel Das ist doch auch für den Alt schon recht knapp bemessen... :n111:

Tja, das Thema "Alt" ist unerschöpflich! Der Alt hat offenbar das selbe schlechte Image wie die Hauptschule... Allerdings, wenn ich mir so manche Chor-Altstimme aus Chorstücken anhöre wundert es mich auch nicht dass der Alt so unbeliebt ist: Wer will denn schon immer die selben zwei Töne (g'/a') singen?

Zur Qualität der Alt-Besetzung wurde ja schon einiges gesagt, ich kann mich dem nur anschließen.

Nochmal zurück zu Erfahrungen mit Chorleitern: Eine Stimmgruppe probt allein. Kommentar des Chorleiters sodann: "Wie können Sie das so singen, ich verstehe das einfach nicht!" Die richtige Antwort darauf fällt natürlich niemandem sofort ein, sie hätte wohl gelautet "Wie können Sie das so kommentieren, das verstehen WIR einfach nicht!". Oder, nochmals Chorleiter: "Wenn ich das SO gewollt hätte, dann würde ich einen bayerischen Dorfgesangverein dirigieren!"

Echt unglaublich was man in so manchem Chor erlebt. Und dann wird andererseits darüber geklagt dass es so schwer sei neue Sänger an Land zu ziehen (und auch zu behalten) und dass viele Chöre ohne Verstärkung von außen gar nicht mehr konzertfähig sind. Tja, wen wundert's?

Bin wirklich froh dass ich solches in meinen derzeitigen Chören nicht mehr erleben muss.

LG AK-Kontraalt

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