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 Betreff des Beitrags: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 00:07 
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Juristische Frage:
Von einer privaten Musikschule habe ich gehört, daß man dort strikt keine kopierten Noten an Schüler ausgibt, um nicht mit dem Gesetz bzw. der GEMA in Konflikt zu kommen.
Nun sind meine Erfahrungen aus Universität, Hochschule, Gymnasien etc. etc., daß Kopien zu Unterrichtszwecken kein Problem sind und dort reichlich verwendet werden. Nach meiner Kenntnis wird das auch rechtlich nicht beanstandet. Problematisch wird es doch erst, wenn man die Kopien als Aufführungsmaterial verwendet - oder täusche ich mich da? Wenn ich mich täusche, dann wandeln sämtliche Musikhochschulen am Abgrund der Kriminalität??

Gruß
Mandryka


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 03:36 
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hallo,

also, soviel ich weiß, ist das kopieren von noten in jedem fall verboten.
liebe grüße
kaja


Zuletzt geändert von kaja am 21.07.2009, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 07:31 
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Dann wäre es ja auch eigentlich unzulässig, dass man in Bibliotheken Noten kopieren darf und (haufenweise) kopiert, was hier (z. B. in Berlin) Gang und Gäbe ist - und ohne jegliche Beschränkungen.

Manche Notenausgaben gibt es auch gar nicht zu kaufen; die muß man sich eben mühsam in Bibliotheken zusammen suchen. In solchen Fällen bräuchte man dann eine Art Freistellungsbescheinigung seines Musikalienhändlers, der bestätigt, dass die gewünschten Noten vergriffen (oder ähnlich) sind. Damit wäre dann das kopieren und die Verwendung jener in öffentlichen Veranstaltungen zulässig?

Fazit: Müssen wir nun auf Mallorca oder wo auch immer auf das singen von Arien/Liedern verzichten, wenn wir keine Originalnoten haben? Wird das singen jetzt zu einer Beschäftigung für Reiche? Dürfen nur noch die Leute öffentlich singen, die sich die oft teueren Klavierauszüge leisten können? Ist nur noch der Geldbeutel für öffentliches Singen entscheidend - und erst in zweiter Linie die Fähigkeit dazu? Oh je, dann werden wohl viele Konzerte in Zukunft nicht mehr stattfinden können! :n95: :gesterne


Ciao :schlaumeier: Principe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 11:15 
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Wo kein Kläger, da kein Richter.
Ich würde das Thema schon gar nciht hochspielen oder dramatisieren, dann erledigt es scih zu 99% von selbst.
Hier in Frankrecih ist das in der Regel mit Kontrollen strenger als in Deutschland(sagen jedenfalls Alle, die Beides kennen) und wir müssen bei KONZERTEN im öffentlcihen Rahmen (also auch am Conservatoire)Originalnoten im Saal dabei haben. Wer dann was benutzt ist ganz egal, solange ein Original irgendwo ist.
Im Untericht nehmen wir ständig Kopien und das kenne ich von der städtischen Musikschule, wo ich in Deutschalnd war, genauso.
Wie soll das denn anders auch gehen? Entweder man singt dann immer nur dasselbe oder es kommt wirklcih so, wie Principe beschreibt.
Und was Mallorca angeht, hat ja Jeder irgendwelche Originalnoten und Absprachen, wer was mitbringt, sind bereits erfolgt.Zauberflöte, Cosi, Traviata etc werden vor Ort sein.
Wenn dann das Ein oder andere "Abgelegene" vielleciht fehlt...... siehe oben..... :pfeif:
:hearts: Canti


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 11:22 
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Die Rechtslage ist jedenfalls eindeutig

http://www.vg-musikedition.de/pdf/TaeterImFrack.pdf

Ausnahmen bestehen u.a. für Werke, die nicht mehr aufgelegt werden oder nie aufgelegt wurden.

Kopien als "Umblättervereinfachung" sind ebenfalls zulässig.

Manche Verlage bieten meines Wissens auch autorisierte Kopien an, man muss sich also nicht immer das Gesamtwerk kaufen.

LG
mezzo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 12:04 
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hallo,

ja natürlich kann man einzelne lieder und arien bei den verlagen bekommen, aber das ist auch recht teuer.

außerdem gibt es auch billige noten, sogar nach wunsch transponiert, bei http://www.schubertline.co.uk
wobei ich nicht weiß, ob das nun nicht auch schon wieder verboten ist. :roll:

notenbücher aus der musikbücherei oder von bekannten auszuleihen, ist jedenfalls nicht verboten und kann auch viel geld sparen, ist nur etwas umständlich, wenn man eine arie oder ein lied bei versch. gelegenheiten singen möchte.

liebe grüße
kaja


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 18:05 
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Wenn das Kopieren von Noten verboten ist, warum steht dann in jeder Musik-Bibliothek die ich kenne, ein Kopierer? Damit unterstützen die das ja dann noch! Also wenn ich mir all die Noten kaufen würde, die ich im Unterricht und für Konzerte brauche, wäre ich jetzt schon arm oder verschuldet! :pfeif: Mir ist es daher ziemlich schnuppe ob das gesetzlich verboten ist oder bumms, ich bin schließlich Schülerin und keine gut bezahlte Opernsängerin, die sich das sicher leisten kann, sich von jedem Lied, von jeder Arie, ein Original zukaufen!

LG, Califonia


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 20:06 
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Tja, die Frage bleibt interessant.

Danke Mezzo - der Link, den Du gegeben hast, ist wahrscheinlich die klare juristische Antwort. Einigermaßen erleichternd für mich als Gesangslehrer ist vor allem der Satz:
"Lehrer dürfen nur dann ohne ausdrückliche Genehmigung kopieren, wenn sie an einer staatlichen Schule tätig sind und die Kopien ausschließlich für den Unterrichtsgebrauch maximal in Klassenstärke herstellen".
An der Uni, an der Hochschule und an staatlichen Schulen dürfte man also aus dem Schneider sein. Ja, und wie Ihr schon geschrieben habt, wird ja in Stadtbibliotheken, Hochschulbibliotheken etc. wie wild kopiert.
An Privatschulen wird es wahrscheinlich erst dann ein Problem geben, wenn irgend ein eifersüchtiger Kollege oder abservierter Ex-Schüler die Schule anschwärzt.... aber es scheint mir insgesamt doch eine riesige Grauzone zwischen Theorie und Praxis zu geben.

Gruß
Mandryka


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 20:15 
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Es ist gesetztlich verboten - das hat ja auch seinen Grund und aendern koennen wir das auch nicht.
Da ich das Problem sehr gut kenne, im Studium wenig Geld und oft wegen eines einzigen Stueckes eine dicken Waelzer kaufen....
Die klassischen Noten sind auch extra teuer, da die Auflage ja den Preis bestimmt, im Ausland aufgelegte noch unerschwinglicher sind, bla bla bla

Hier ein paar Tipps: immer mal wieder im Antiquariat stoebern, da bekommt man oft gute Noten, die stark herabgesetzt sind wegen eines Knickes.
Wenn ich aus Kopien oeffentlich singe und die Noten dazu nicht besitze, organisiere ich mir die Noten fuer diesen Anlass aus der Bibliothek. So kann ich nachweisen, Originalnoten mit mir beim Konzert zu fuehren. Es steht ja nirgends geschrieben, dass ich diese Noten persoenlich besitzen muss. Selbstverstaendlich ist uebrigens auch der Nachweis der Originalnoten fuer Opernauffuehrungen oder -konzerten, bei denen auswendig gesungen wird ( werden sollte.... :n30: )

Robin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.02.2007, 20:31 
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Klar, bei Aufführungen ist das sowieso keine Frage. Öffentlich aus Kopien musizieren, egal ob in der Oper oder in der Sankt-Nimmerleins-Kirche, geht nicht.
Die Grauzone ist der Unterricht und die Wissenschaft. Fast schon lustig ist z.B. die Haltung der Musikabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek. Ist ein Komponist noch keine 70 Jahre tot (also z.B. Strauss), geben sie einem im Musiklesesaal die Noten nicht zum Kopieren mit. Wenn man dieselben Noten aber in den Allgemeinen Lesesaal bestellt, wo öffentliche Scanner herumstehen, hat's niemand gesehen, und die Bibliothek fühlt sich nicht verantwortlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 14.04.2009, 12:10 
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Meine bisherigen Erfahrungen dazu: Im Unterricht wird ausschließlich mit Kopien gearbeitet, beim Vorsingen im Schülerkonzert legt man diese Kopien auf des Lehrers Original-Noten. :n118:

Wie hoch wären denn sonst des Lehrers Unterrichtshonorare wenn er einem stets die Original-Noten beschaffen müsste...? :n31:

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 14.04.2009, 13:30 
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altes Thema, immer wieder neu, und die Gerüchte verstummen nicht…

Das Problem kommt zum Teil daher, daß beim öffentlichen(!!!) Musizieren zwei verschiedene Aspekte des Urheberrechtes betroffen sind: das der Aufführungsrechte (die nimmt die GEMA wahr) und die Vervielfältigungsrechte am Notenmaterial (wahrgenommen von der VG Musikedition)

definitiv: Fotokopien von Material, das dem Urheberrecht unterliegt(*), sind im nicht-staatlichen Unterricht verboten. (und auch ansonsten genehmigungspflichtig)

(*) kein Mensch nimmt Anstoß daran, wenn Noten von z.B. der Firma Macarius Falter aus dem Jahr 1842 oder von Schirmer aus dem Jahr 1902 oder aus Chrysanders Original-Händelausgabe kopiert werden!

klar: wo kein Kläger, da kein Richter, und was im stillen Kämmerlein gemacht wird, das weiß erst mal niemand. Gesetzwidrig ist es trotzdem - sofern das Material noch nicht frei ist - 70 Jahre nach dem Tod des letzten Bearbeiters. Das ist im Einzelfall allerdings schwer zu eruieren, wenn der nicht selber auch bekannt war (wie z.B. Chrysander, oder der Pianist Emil Sauer als Herausgeber der Werke Chopins) Und das Problem dabei: moderne Kopierer sind eine Kombination von Scanner und Laserdrucker und besitzen eine Festplatte zur Zwischenspeicherung, die man auch noch nach einiger Zeit auslesen kann. Kopierer in Musikschulen sind da hinreichend offen für evtl. Nachforschungen!

es ist übrigens auch ein Verstoß gegen das Verfielfältigungsrecht (bei Material, das dem Urheberrecht unterliegt!), wenn zwar ein Original vorliegt, trotzdem aber aus Kopien musiziert wird. Der Klavierauszug oder die Partitur, die oft irgendwo als Alibi gut sichtbar aufgelegt wird, ist da völlig nutzlos:

Zitat:
Wenn ich aus Kopien oeffentlich singe und die Noten dazu nicht besitze, organisiere ich mir die Noten fuer diesen Anlass aus der Bibliothek. So kann ich nachweisen, Originalnoten mit mir beim Konzert zu fuehren. Es steht ja nirgends geschrieben, dass ich diese Noten persoenlich besitzen muss.


Nein, man muß es nicht besitzen (deswegen gibt es ja auch Leihmaterial!), aber man darf es trotzdem nicht kopieren! Die aktuelle Rechtsprechung gesteht den Verlagen ein Recht auf Abnutzung zu. Ausnahme: es ist nicht mehr lieferbar.

Immer unter der Prämisse: es unterliegt noch dem Urheberschutz…

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 14.04.2009, 22:29 
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Hallo,
es ist schon viel gesagt zu diesem Thema.
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an Werken der Literatur und Tonkunst im Januar 1902 wurde niedergeschrieben, dass es zur öffentlichen Aufführung eines musikalischen Werkes der Genehmigung eines jeden Autors bedarf. - Zitat aus Wikipedia -
So der Ursprung, der zur Entwicklung der GEMA geführt hat.

Ich möchte einen neuen Aspekt einwerfen.
Wir lesen hier das Jahr 1902. Es sind 107 Jahre vergangen und die Welt hat sich verändert.
Gerade im Bereich der Verbreitung und Vermarktung von Tonträgern ist Revolutionäres entstanden, in den Nutzungsrechten etc. sind wir stecken geblieben.

Das Verbot der Fotokopien oder Vervielfältigungen ist nach diesen Vorgaben vearaltet und gehört erneuert.
Was ist mit vergriffenem Notenmaterial, das nur deshalb nicht gedruckt wird, weil es nicht mehr passt - holla ! - Hatten wir so etwas nicht schon einmal ?

Das Laub, das Gras und die Bäume in unseren Wäldern ist Allgemeingut und darf von jedem - pfleglich - benutzt werden.

Wie ist es aber mit der Musik.
Darf sich nur noch der mit Musik beschäftigen, der sich Originalnoten leisten kann ?
Warum driften die Leute auf andere Märkte und warum kommen gute Musiker aus Ländern, in denen diese "Restriktionen" nicht greifen ?

Junge Leute wollen preiswertes Übungsmaterial, sie wollen die Musik umsetzen, sie begreifen, verstehen, damit arbeiten, mehr nicht.
Sie wollen weder Profit rausschlagen, noch Verlage schädigen noch Urherber nicht gerecht würdigen aber sie wollen spielen und singen.
Dies aber bleibt ihnen verwehrt, wenn sie immer teure Originalnoten erwerben müssen.

So ist es klar, dass sich immer mehr vom Traditionellen abwenden, eigene Musik "erfinden", Bands gründen und bum bum machen, um Musik zu realisieren.
Mitmachen dürfen nur die, die es sich leisten können - war ja immer schon so.

LG rugero


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 15.04.2009, 08:26 
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Danke, rugero, Du sprichst mir aus der Seele! :n2:

TM Pestoso, da Du ja ein Experte in allen Dingen bist: Wie sieht es aus wenn man sich die Noten selbst transponiert weil es die Noten in der für die eigene Stimme passenden Tonart schlichtweg nicht gibt? Dürfte aus derartigem, selbst angefertigtem Notenmaterial dann auch nichts aufgeführt werden?

Und noch so eine rein rechtliche Frage: Zählt ein Schülerkonzert, zu dem nur die Schüler plus Angehörige und Freunde eingeladen sind, auch schon zu einem "öffentlichen" Konzert? Greifen da auch schon die von Dir genannten Vorgaben?

LG AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 15.04.2009, 14:22 
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Beiträge: 616
alles für lau, nur weil es technisch machbar ist? Kavaliersdelikt? Was alle machen, kann ja wohl nicht falsch sein? :n116:

Zitat:
Das Laub, das Gras und die Bäume in unseren Wäldern ist Allgemeingut und darf von jedem - pfleglich - benutzt werden.


Darf ich das zitieren, wenn ich das nächste Mal in den Wald gehe, eine Ladung Brennholz dort fälle und erwischt werde? Da hat der entsprechende Diebstahlparagraph schließlich auch nicht die Erfindung von Kettensäge und Autoanhänger berücksichtigt, der stammt ja noch aus dem Mittelalter und muß daher dringenst aktualisiert werden! Aber ob mir diese Argumentation was nützen wird?

Sorry, ich will niemandem zu nahe treten, aber das mußte jetzt sein…

Zugegeben, es fehlt momentan ein Konzept, das die modernen Möglichkeiten der (Raub-)Kopie praktikabel einschließt (gilt auch für Bild- und Tonaufzeichnungen), aber daß das geltende UrhG aus dem Jahr 1902 stammt, ist schlicht falsch. Das aktuelle Gesetz stammt aus dem Jahr 1965 und wurde zuletzt geändert am 7.12.2008, also vor nicht einmal einem halben Jahr. Auch dazwischen wurde es regelmäßig aktualisiert, Fotokopie, Computer und Internet sind da sehr wohl berücksichtigt. Es ist auch nicht die GEMA, die hier die Rechte der Urheber vertritt, sondern die VG Musikedition. Und geschützt werden dabei keineswegs die Verlage, sondern, wie der Titel des Gesetzes verrät, die Rechte der Urheber. Es gibt Leute, die leben von so was. Die meisten noch nicht mal besonders gut. Davon abgesehen partizipieren die Urheber in der Regel auch unmittelbar von den Verkäufen der Verlage.

Es geht hier auch nicht um "die jungen Leute" ohne Geld. Es geht auch nicht darum, daß sich nur noch der mit Musik beschäftigen darf, der sich Originalnoten leisten kann. Privat darf jeder treiben, was er will und ganze Bibliotheken kopieren. Es geht hier darum, was im öffentlichen Raum geschieht, und vor allem was im Zusammenhang mit gewerblichen Interessen geschieht. Der Normal-Lehrer wird sich schwertun bei der Behauptung, daß er keinerlei finanzielle Interessen am Unterricht hätte....

So ganz nebenbei: Gerade das Internet bietet eine unübersehbare Fülle von Möglichkeiten, völlig legal kostenlos an urheberrechtsfreies Notenmaterial zu gelangen. Außerdem ist der größte Teil des vorhandenen Musikrepertoires eh frei. Es muß ja nicht notwendigerweise gerade die neueste Bearbeitung sein. Alternativ zum Internet muß man sich da halt mal in eine einschlägige Bibliothek bequemen und kann dort mehr copyright-freies Material finden, als man in einem ganzen Leben abarbeiten kann.

Insofern ist mir die ganze Aufregung völlig unverständlich.





Wenn man einen selbst geschriebenen Satz benutzt, ist der natürlich frei, sofern das Werk als solches frei ist (Mozart etwa. Orff nicht! Vorsicht beim Abschreiben von Continuo-Aussetzungen oder Klavierauszügen: Für die gilt der Werk-Schutz!)


Zitat:
Zählt ein Schülerkonzert, zu dem nur die Schüler plus Angehörige und Freunde eingeladen sind, auch schon zu einem "öffentlichen" Konzert? Greifen da auch schon die von Dir genannten Vorgaben?


Das hängt davon ab, ob der Ort öffentlich zugänglich ist. Beim Absingen von "Happy Birthday" im Nebenzimmer einer Wirtschaft wären de jure GEMA-Gebühren fällig, weil prinzipiell öffentlich zugänglich. Schülerkonzert in Privatwohnung ist privat. Außerdem: Laßt's doch Eure Schüle auswendig singen. Ist eh besser. Dann ist die ganze Überlegung hinfällig.

hier mal die entsprechende Stelle aus dem UrhG im Volltext:

§ 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch

(1) Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird. Der zur Vervielfältigung Befugte darf die Vervielfältigungsstücke auch durch einen anderen herstellen lassen, sofern dies unentgeltlich geschieht oder es sich um Vervielfältigungen auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren oder anderer Verfahren mit ähnlicher Wirkung handelt.

[...]

(4) Die Vervielfältigung
a)graphischer Aufzeichnungen von Werken der Musik,
b)eines Buches oder einer Zeitschrift, wenn es sich um eine im wesentlichen vollständige Vervielfältigung handelt,
ist, soweit sie nicht durch Abschreiben vorgenommen wird, stets nur mit Einwilligung des Berechtigten zulässig oder unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 Satz 1 Nr. 2 oder zum eigenen Gebrauch, wenn es sich um ein seit mindestens zwei Jahren vergriffenes Werk handelt.

[...]

(6) Die Vervielfältigungsstücke dürfen weder verbreitet noch zu öffentlichen Wiedergaben benutzt werden. Zulässig ist jedoch, rechtmäßig hergestellte Vervielfältigungsstücke von Zeitungen und vergriffenen Werken sowie solche Werkstücke zu verleihen, bei denen kleine beschädigte oder abhanden gekommene Teile durch Vervielfältigungsstücke ersetzt worden sind.





Immer unter der Vorraussetzung, daß das Werk noch geschützt ist...
Wenn die Schutzfrist abgelaufen ist, könnt Ihr treiben, was Ihr wollt...

Ahja, noch etwas: wenn das Werk noch geschützt ist, dann ist nicht nur die Verwendung von Kopien im öffentlichen Raum und im gewerblichen Unterricht verboten, dann werden bei der Aufführung an öffentlich und/oder jedermann zugänglicher Stelle auch GEMA-Gebühren fällig...


PS
es gibt eine Möglichkeit, das ganze Urheberrecht vielleicht(!) zu Fall zu bringen:

Du erfindest etwas Patentwürdiges.
Du meldest ein Patent an.
Anschließend klagst Du am Bundesverfassungsgericht wegen Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes mit dem Argument, wenn Du technischer oder naturwissenschaftlicher Urheber bist,

mußt Du Dienen Urheberschutz extra beantragen
Du mußt dafür zahlen
und der Schutz dauert höchstens 20 Jahre.
Publizierst Du es, entfällt der Schutz.

Urheber von Bild, Wort, Ton etc. haben diesen Schutz
a priori, ohne Antrag,
er ist kostenlos,
er dauert bis zum Ablauf des 70. Jahres nach seinem Tod,
und Publikation hebt diesen Schutz nicht auf….

Den Einwand, technisch-naturwissenschaftliche Erfindungen hätten eine große wirtschaftliche Bedeutung entkräftest Du mit dem Hinweis auf den Umsatz der gesamten Medien-Branche…

Möglicherweise ändert sich dann aber nur der Patentschutz...

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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 16.04.2009, 00:22 
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Hallo,
hier nochmal meine zitierten Worte:
Das Laub, das Gras und die Bäume in unseren Wäldern ist Allgemeingut und darf von jedem - pfleglich - benutzt werden.

Ich sprach nicht von Raub ich sprach von Benutzung und sprach auch von pfleglicher Benutzung.

Der Künstler oder Autorenschutz der hier verteidigt wird ist nachvollziehbar, es gibt aber viele Leute, die in Großfirmen ihre Ideen, Konzepte oder DV-Programme urheberrechtlich ungeschützt dem Unternehmen zur Verfügung stellen, die mit einem Monatsgehalt abgegolten werden und keinen Anspruch auf Tantiemen
erheben.

Aber, warum müssen Autoren immer verkaufsabhängig, finanziell abgegolten werden. Warum erhalten sie keine Einmalzahlung ?


Fazit:
Keine öffentlichen Auftritte - nur private Veranstaltungen über private Einladungen. Super Konzerte - nur nicht offiziell.
Leute die Spaß an Musik haben dürfen sich das Material ausleihen aber nur zu "spielzwecken" - es nie öffentlich umsetzen.
Nun ja, wenn sie es sich leisten können, dann wohl doch.

Ich hatte erwartet, dass es auch Unterscheidungen gibt zwischen Amateuerstatus und Profis.
Als Amateuer stellt man sich nicht der Rechtsstreitigkeit - man hört auf !
Ist besser so - denn das ist ja wohl gewollt.

LG rugero


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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 16.04.2009, 07:53 
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Zitat T M Pestoso: "Wenn man einen selbst geschriebenen Satz benutzt, ist der natürlich frei, sofern das Werk als solches frei ist (Mozart etwa. Orff nicht! Vorsicht beim Abschreiben von Continuo-Aussetzungen oder Klavierauszügen: Für die gilt der Werk-Schutz!)"

Was gibt es denn da zu schützen wenn das betreffende Werk in der gewünschten Tonart schlichtweg nicht erhältlich ist?

Weiter zitiert: "Laßt's doch Eure Schüle auswendig singen. Ist eh besser. Dann ist die ganze Überlegung hinfällig."

Nein, das ist sie nicht. Der Schüler kann sicherlich auswendig singen (theoretisch jedenfalls), aber der Begleiter am Klavier braucht zwingend diejenigen Noten aus denen der Schüler singt. Also...?

Weiteres Zitat: "Wenn die Schutzfrist abgelaufen ist, könnt Ihr treiben, was Ihr wollt..."

Wie ist das eindeutig in Erfahrung zu bringen? Woher weiß ich ob nach dem Tod des Komponisten noch irgend welche Hinterbliebenen irgend welche Rechte geltend machen?

Zuletzt: "wenn das Werk noch geschützt ist, dann ist nicht nur die Verwendung von Kopien im öffentlichen Raum und im gewerblichen Unterricht verboten, ..."

Dann müsste ich also mit meinem GL vereinbaren dass er mir diejenigen Unterrichtsstunden, in denen geschützte Werke unter Verwendung von Kopien gesungen werden, kostenlos erteilt? :d_neinnein: :mrgreen Haha haha ha...!

Ich sehe schon, mein GL kommt wohl nicht umhin selbst zu komponieren... :verdacht Bis dahin kann der Gute nur hoffen dass ich bei den Schülerkonzerten auch weiterhin ausschließlich als Zuhörer anwesend bin, dann gibt es in der Tat keine Probleme mit GEMA & Co. :n31:

Spitzfindige Grüße,
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 16.04.2009, 09:32 
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Spitzfindig. Ja.

Zitat:
Was gibt es denn da zu schützen wenn das betreffende Werk in der gewünschten Tonart schlichtweg nicht erhältlich ist?


Das fragst Du jetzt nicht im Ernst, oder? Die Tonfolge als solche ist geschützt (auch bei winzigsten Jingles!), nicht die Tonhöhe, in der sie tatsächlich realisiert wird!

Zitat:
Weiter zitiert: "Laßt's doch Eure Schüler auswendig singen. Ist eh besser. Dann ist die ganze Überlegung hinfällig."
Nein, das ist sie nicht. Der Schüler kann sicherlich auswendig singen (theoretisch jedenfalls), aber der Begleiter am Klavier braucht zwingend diejenigen Noten aus denen der Schüler singt. Also...?


Na ja, von IRGENDWOHER müssen die Noten ja kommen, die Ihr den Schülern kopieren wollt, oder…? Ihr könnt sie ja schließlich auch ausleihen, wenn Ihr sie schon nicht kaufen wollt.

Zitat:
"Wenn die Schutzfrist abgelaufen ist, könnt Ihr treiben, was Ihr wollt..."
Wie ist das eindeutig in Erfahrung zu bringen? Woher weiß ich ob nach dem Tod des Komponisten noch irgend welche Hinterbliebenen irgend welche Rechte geltend machen?


70 Jahre nach dem Tod des Komponisten ODER des Textdichters (relevant ist der, der länger überlebt hat), bei Bearbeitungen 70 Jahre nach dem Tod des ZULETZT gestorbenen Bearbeiters/Herausgebers. Hierher gehören auch Continuo-Aussetzung oder Klavierauszug. Letztere machen es tatsächlich schwierig, weil das Todesjahr meist nicht allgemein bekannt ist. Klavierauszug ist allerdings Grauzone, denn mittlerweile kann man auch bereits softwaremäßig intavolieren, und dann einfach unnötige Dinge eliminieren. Es bleibt dann im Streitfall die individuell zu entscheidende Frage, ob das dann noch eine "wesentliche" Bearbeitung ist oder nicht.

Noch mal als Beispiel: Aus der Händel-Gesamtausgabe von Chrysander dürft Ihr kopieren, was das Zeug hält. Sowohl Händel, als auch Chrysander sind schon lange genug tot. Orff oder Schönberg oder Strawinski oder die Kirchenmusik-Bearbeitungen Dantonellos sind dagegen noch längere Zeit komplett out of scope, egal aus welcher Ausgabe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 16.04.2009, 11:07 
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Zitat T M Pestoso: "Die Tonfolge als solche ist geschützt (auch bei winzigsten Jingles!), nicht die Tonhöhe, in der sie tatsächlich realisiert wird! ... Na ja, von IRGENDWOHER müssen die Noten ja kommen, die Ihr den Schülern kopieren wollt, oder…? Ihr könnt sie ja schließlich auch ausleihen, wenn Ihr sie schon nicht kaufen wollt."

Die Tonhöhe als solche ist geschützt heißt also, man darf auch dann keine selbst gefertigten transponierten Fassungen verwenden, geschweige denn unter Verwendung dieser Noten etwas aufführen wenn es in der gewünschten Tonart keine Original-Noten gibt? :n95: Häääää?????

Und jetzt versteh' ich gar nichts mehr: Wie soll man Noten ausleihen die es gar nicht gibt????? (Gemeint ist auch hier die Tonart.)

Also, ich finde diese Bestimmungen einfach nur bescheuert und kann sie überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ich irgend ein Bild von irgend einem Maler nachmale oder eine Plastik von irgend einem Bildhauer reproduziere muss ich mir dafür doch auch keine behördliche Erlaubnis holen und Gebühren bezahlen, oder? :n86:

Kannst Du, T M Pestoso, mir diesen Widerspruch logisch erklären?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kopierte Noten im Unterricht
BeitragVerfasst: 16.04.2009, 14:14 
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Jetzt hat dieses blöde Programm gerade meine lange Antwort geschluckt... :-(

also nochmal...


@ AK-Kontraalt

es ist doch gar nicht SOOOO kompliziert!

Die Frage ist immer, ob das Werk noch geschützt ist. Das ist es 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (bzw. des zuletzt gestorbenen bei mehreren Urhebern). PUNKT. Daran ist nicht zu rütteln.

Bei einem Musikstück ist– sehr verkürzt – primär die "Melodie" geschützt (genaugenommen auch kürzeste, wiedererkennbare Motivfetzen), und zwar völlig unabhängig davon, ob sie jetzt einen oder mehrere Töne höher oder tiefer oder mit anderen Instrumente gespielt wird. Schönbergs op. 1 wird nicht deswegen copyright-frei, weil Du das transponierst, es bleibt trotzdem Schönbergs op.1 und geschützt. Und dabei ist es total uninteressant, ob dieses op.1 nur so existiert, wie Schönberg es geschrieben hat, und Du es gerne anders hättest, das aber nicht lieferbar ist, und du Deinen Satz demnach selber geschrieben hast. Auch andere, sogar weitestgehende Bearbeitungen heben das ursprüngliche Urheberrecht nicht aus. Eine Verwertung dieser Bearbeitungen ist immer an die Zustimmung durch den Rechteinhaber gebunden. Und wenn Du geschützte Werke öffentlich aufführst, dann sind auch IMMER GEMA-Gebühren fällig, egal ob die Ausführenden dafür Geld bekommen oder nicht, und ob der Eintritt frei ist oder nicht und ob es evtl. transponiert ist.

Mit Mahlers Rückert-Liedern darfst Du dagegen ALLES machen was Du willst, transponieren, verändern, anderen Text dazu schreiben, orchestrieren – völlig egal. Und dabei ist es absolut irrelevant, welche Vorlage Du für deine Bearbeitung benutzt, und ob die lieferbar ist oder nicht, und ob Du Deine Bearbeitung öffentlich aufführen willst. Der ist halt schon lang genug tot.


Zitat:
Und jetzt versteh' ich gar nichts mehr: Wie soll man Noten ausleihen die es gar nicht gibt?????

ich dachte eigentlich an die, die es gibt. wenn nicht: s. oben.

Zitat:
Wenn ich irgend ein Bild von irgend einem Maler nachmale oder eine Plastik von irgend einem Bildhauer reproduziere muss ich mir dafür doch auch keine behördliche Erlaubnis holen und Gebühren bezahlen, oder?

Ach Leute..! WENN der Maler oder der Bildhauer noch keine 70 Jahre tot ist UND Du mit deiner Kopie an die Öffentlichkeit gehst oder gar Geld damit verdienst: JA! DOCH! Da brachst Du sogar VORHER die Zustimmung des Rechteinhabers und vermutlich wird der auch Lizenzgebühren verlangen. Bei der öffentlichen Darbietung von Musik innerhalb der Schutzfrist reicht es dagegen, daß Du nur(!) eine GEMA-Anmeldung machst UND legale Noten verwendest.




@Ruggiero

Zitat:
Das Laub, das Gras und die Bäume in unseren Wäldern ist Allgemeingut und darf von jedem - pfleglich - benutzt werden.
Ich sprach nicht von Raub ich sprach von Benutzung und sprach auch von pfleglicher Benutzung.

NUTZEN darfst Du es doch. Du kannst es Dir ja jederzeit ausleihen. Hier ging es aber um Kopien. Genauer: Raubkopien. Die verstoßen eindeutig gegen das alleinige Vervielfältigungsrecht der Urhebers bzw. dem entsprechenden Nutzungsrecht der Verlage, die dafür ja zahlen müssen.


Zitat:
es gibt aber viele Leute, die in Großfirmen ihre Ideen, Konzepte oder DV-Programme urheberrechtlich ungeschützt dem Unternehmen zur Verfügung stellen, die mit einem Monatsgehalt abgegolten werden und keinen Anspruch auf Tantiemen erheben.

Das ist die bekannte Inkonsistenz von Urheber- und Patentrecht. Stört mich auch. Die ist nun aber mal so. Andere Rechtslage.

Zitat:
Aber, warum müssen Autoren immer verkaufsabhängig, finanziell abgegolten werden. Warum erhalten sie keine Einmalzahlung ?

Weil das Urheberrecht ein persönliches ist, und außer auf dem Wege der Vererbung bzw. der Verfügung von Todes wegen nicht übertragbar ist. Das einzige, was (widerruflich!) übertragbar ist, ist das jeweilige Nutzungsrecht. Die Verlage haben das der Vervielfältigung, für das sie Tantiemen zahlen. Der ausführende Musiker (bzw. der Veranstalter) erhält das Recht zur Aufführung, wenn er seine GEMA-Gebühren zahlt.

Zitat:
Keine öffentlichen Auftritte - nur private Veranstaltungen über private Einladungen. Super Konzerte - nur nicht offiziell.
Leute die Spaß an Musik haben dürfen sich das Material ausleihen aber nur zu "spielzwecken" - es nie öffentlich umsetzen.

Quatsch! (Drück ich mich so unklar aus?) Erstens gilt das nur innerhalb der Schutzfrist, und zweitens darf man auch innerhalb der Schutzfrist alles machen, wenn man die Veranstaltung entsprechend anmeldet und die fälligen Gebühren abführt. Und legale Notenexemplare verwendet. Dabei ist es wurscht, ob die geliehen sind oder gekauft sind. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Musik von Komponisten, die nach 1938 gestorben sind.

Zitat:
Ich hatte erwartet, dass es auch Unterscheidungen gibt zwischen Amateuerstatus und Profis.

Nein gibt es nicht. Und das ist gut so.

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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