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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 14:35 
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Hallo,

nur schön singen......nützt meiner Meinung nach überhaupt nicht, wenn die Literatur, die gesungen wird, nicht rüberbringen kann. Ist eine Stimme gut in der Technik und klingt gut, ist es nicht selbstverständlich, dass sie die Zuhörer anspricht.

Dies ist eigentlich auch die Aufgabe des Gesanglehrers, Literatur mit den Schülern eingehend zu arbeiten, zu erklären.

Genau so ist es mit der Aussprache, die oft geschludert oder zu wenig beachtet wird.

Mich interessiert, in wie weit eure Lehrer diese Probleme angehen oder ob es Nebensache ist.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 17:49 
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Mein Lehrer ist da voll fies :

der erwartet doch allen Ernstes nicht nur einen Vortrag aus dem Opernführer (an welcher Stelle der Oper sind wir denn wohl gerade und was passiert vorher und nachher etc.) - sondern bei italienischen Arien auch noch eine Wort für Wort Übersetzung ins Französische.... und da tun sich bei mir dann schon manchmal Lücken im Vokabular auf... und so weiss ich nun zwar, dass "Eisenkraut" verveine auf französisch und verbena auf italienisch heisst (aber nicht wirklich, was es ist)... :pfeif:

Meine früheren Lehrer haben mir das meist mit dem Vorschlagen der Arie erklärt und die Lektüre eines Opernführers ans Herz gelegt, eine Lehrerin hat mir auch teilweise die Cd ausgeliehen, sodass ich das ganze Werk anhören konnte. So ist im Laufe der Jahre die Liebe zur Oper und auch meine Sammlung von Noten und Cds langsam aber sicher angewachsen.

Was Diktion angeht, bin ich besonders geplagt, denn in der Beziehung sind die Franzosen geradezu "Freaks" und es gibt sehr präzise Spielregeln, wann man eigentlich stumme Silben doch singt und welche Liaisons (Bindungen) man macht und welche nicht. Im Italienischen ähnlich, sowohl mein Lehrer als auch mein Korrepetitor sprechen diese Sprache fliessend - und in letzter Zeit kriege ich auch noch böse Bemerkungen im Stil von "das Deutsche ist aber nicht ihre beste Sprache beim Singen". In der Tat finde ich es leichter, in Fremdsprachen zu singen, da macht sich bezüglich der Aussprache im Vorfeld ja mehr Gedanken - in der Muttersprache erwische ich mich, schlampiger zu sein.
Es erschüttert mich natürlich schon, wenn ich von meinem Lehrer perfekte Bühnenhochsprache höre... und ich selbst mich durch die Gegend schlampere.

Ein Erfolgserlebnis hatte ich mal in einem Kurs, da sang ich der amerikanischen Lehrerin was Englisches vor, und sie fand nichts auszusetzen. Das war schön.

An Russisch oder Spanisch, also an Sprachen, die ich selbst nicht spreche, traue ich mich nicht heran.

Wie ist das bei Euch ? In welchen Sprachen singt Ihr ? Ist Euch das auch manchmal so mühselig ?

Es grüsst Casta

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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 19:27 
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Seid gegrüßt :fidel
Am liebsten singe ich deutsch, weil das meine Muttersprache ist. Kirchenmusik auf lateinisch geht auch, sofern man sich auf die exakte oder italieniserte Aussprache einig geworden ist (bei großen Chören oft ein Problem). Italienische Gassenhauer oder bekannte Arien mit teutonischem Akzent sind vermutlich schon grenzwertig. Da fehlt mir noch das Feedback.
Nun bin ich eingeladen, einen Opernchor für "Eugen Onegin" zu verstärken - in russischer Sprache. Davor hab ich Manschetten, außer Nastrowje kenne ich kein Wort. Was soll ich tun?


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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 19:30 
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Drachentöter hat geschrieben:
Nun bin ich eingeladen, einen Opernchor für "Eugen Onegin" zu verstärken - in russischer Sprache. Davor hab ich Manschetten, außer Nastrowje kenne ich kein Wort. Was soll ich tun?


Da hilft nur ein Languagecoach und dann üben üben üben :schlaumeier:
Viel Spass !

Lästerlich grüsst LaCastafiore

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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 19:33 
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Drachentöter hat geschrieben:
außer Nastrowje kenne ich kein Wort.


da da, das ist doch schon mal was. Aber im Ernst, das stelle ich mir sehr schwer vor, oft wird dann in diesen Sprachen im Chor geschlampt, "es versteht doch keiner". Damit sollte man vorsichtig sein....wenn alle an der gleichen Stelle schlampen, geht es, doch jeder woanders...gibt ein heilloses Chaos.

Liebe Grüsse[/quote]

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Zuletzt geändert von musica am 16.08.2007, 20:37, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 16.08.2007, 20:35 
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LaCastafiore hat geschrieben:
Da hilft nur ein Languagecoach und dann üben üben üben :schlaumeier:
Viel Spass !

Lästerlich grüsst LaCastafiore


Ich finde das gar nicht lästerlich. Ich spreche und singe nur in deutsch, englisch und französisch einigermaßen gut. Ich singe aber auch in lateinisch, italienisch, russisch, hebräisch, jiddisch und arabisch.
Das geht nix nix nix ohne Coaches. Und nur so geht es. Ein Lied in einer Sprache, die ich nicht gelernt habe erarbeite ich so :
Text übersetzen lassen, Text in Lautschrift schreiben lassen, sprechen üben mit Coach, zur Aufnahme singen, alleine singen. Das ist schon mühsam, aber ich hab da wohl auch ein bischen Talent und Spaß dran.

Meine GL kann mir leider nur in den gängigen Sprachen helfen. Aber ich glaube, man/frau ist nie davor sicher, muttersprachliche, also bei mir deutsche Texte zu "schlampen". Da bin ich froh, wenn sie mir das rückmeldet und ich wieder neu darauf achte.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 17.08.2007, 09:12 
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Nun hab ich noch die Salzburg-Übertragung von Eugen Onegin in Erinnerung. Da wird vom Chor nicht nur gesungen, sondern auch getanzt und es ist vel Bewegung in den Szenen. Somit gilt es, den Regeln der Regie gerecht zu werden und gleichzeitig den Anweisungen des Dirigenten zu folgen. Da muß der Text traumwandlerisch sitzen, die Melodie sowieso, sonst gibts das Chaos. Und mehr als 8 Wochen Probezeit bis zur Premiere ist nicht drin. Da stellt sich mir schon die Frage: Kuda, kuda?
:n198:


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BeitragVerfasst: 18.08.2007, 01:31 
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Hallo Drachentöter,
geh' es doch einfach mal an.
Was vergibst du dir ?
Ich habe oft vorschnell NEIN gesagt und es bereut.
Nutze die Chance und versuche es.
Geniesse die Situation, Atmosphäre und Gelegenheit durch diese Chance.
Ich hatte die Chance NIE - nutze sie.

Ich bin ein Fan von dieser Oper "Eugen Onegin" und habe natürlich das Bestreben als ambizionierter Amateur und Bariton die Titelfigur Onegin zu singen, zu begreifen und vernünftig und nachvollziehbar umzusetzen.
Ich liebe alle Tatjanas und werde mein Leben vielleicht als Gremin aushauchen, da ich dann eine super Arie ohne großen Bühnenaufwand zu absolvieren hätte.

LG rugero


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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation, Darstellung
BeitragVerfasst: 17.10.2007, 11:42 
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Hallo Drachentöter,

Rugero hat recht, es ist eine Gelegenheit die du sicherlich nicht so schnell wieder bekommst. Greif zu, du kannst nur davon profitieren in jeglicher Hinsicht.
Es gibt bestimmt Sänger und Sängerinnen, die dich darum beneiden und sofort zugreifen würden, du hast doch nichts zu verlieren.

Liebe Grüsse :dafür: :n2:

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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation, Darstellung
BeitragVerfasst: 17.10.2007, 13:20 
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Ich kann dich auch nur ermutigen. Russisch in der Aussprache zu lernen, ist nicht so schwer(hatte ich mal in der Schule). Und als Sänger hast du wahrscheinlich sowieso ein Talent für Sprachen...Packs an...Russisch ist eine sehr "runde" Sprache.

Viel Spaß und Erfolg !

Lg

Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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 Betreff des Beitrags: Re: Interpretation, Darstellung
BeitragVerfasst: 08.11.2007, 20:56 
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Hallo Drachentöter,

auch ich möchte Dich ermutigen bei Eugen Onegin mitzumachen. Ich finde es sehr reizvoll, mal in einer ganz fremden Sprache zu singen.

Im Frühjahr hatte ich im Ensenble die Chance, das Lied an den Mond aus Rusalka zu singen. Was mich am meisten an dieser Arie gereizt hat, war die Sprache, ich hätte die Arie nicht in deutscher Sprache singen mögen. Gelernt habe ich Text und Aussprache, indem ich die Noten vor mir ausbreitete und daneben stückchenweise immer wieder in eine Aufnahme von Lucia Popp hörte, so lange bis ich die einzelnen Textpassagen vom Schriftbild her begriffen hatte und nachsprechen konnte. Das Lernen ging so eigentlich ziemlich zügig.

Vor Jahren habe ich in einem Münchner Oratorienchor Janacecks Glagolithische Messe in altslawischer Sprache und den Psalmus hungaricus von Kodaly in ungarischer Sprache mitgesungen. Auch hier haben wir (damals!) mit einer Tonbandaufnahme gearbeitet. Wir haben reingehört, das Gehörte in Lautschrift in die Noten eingetragen, nachgesprochen und gesungen. Am Ende, beim Konzert lief alles wie von selbst und es hat einen Riesenspaß gemacht.

Also, lieber Drachentöter, fasse Mut!
Liebe Grüße
leonora


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