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 Betreff des Beitrags: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 11.02.2018, 12:31 
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Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage zur männlichen Gesangsausbildung als Tenor. Und zwar habe ich seit ca. 1 Jahr Unterricht bei einer Lehrerin, die mir im Wesentlichen vermittelt hat, mit einem kopfstimmigen Ansatz in die Höhe zu singen. Gestern war ich bei zwei Bekannten, die selbst Operntenöre sind, die diesen Ansatz recht eigenartig fanden und meinten, ich könnte so nicht weiter singen.

Jetzt bin ich etwas verwirrt. Gibt es hier irgendwen, der selbst Tenorausbildung macht und sagen kann, ob der Ansatz meiner Lehrerin sinnvoll ist?

Danke und Gruß, Christoph


Zuletzt geändert von chuebner am 12.02.2018, 15:55, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 11.02.2018, 14:19 
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Ich fürchte, ohne dich zu sehen und zu hören wird jede Aussage dazu irgendwie unprofessionell bleiben.
Grundsätzlich ist ein kopf- bzw. randstimmiger Ansatz jedoch nicht verkehrt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 11.02.2018, 14:47 
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Naja, so kompliziert ist die Sache ja jetzt nicht.

Meine Gesangslehrerin bringt mir bei, ab dem Registerbruch in Kopfstimme zu singen. Also bei mir ab ca. Mittel C. Das mache ich.

Die beiden Tenöre meinen das geht so nicht und ich brauche mehr Bruststimme.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 15:59 
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ich habe zu dieser Frage noch was in Wikipedia gefunden (Artikel Gesangsregister):


Im Wesentlichen finden sich zwei gegensätzliche Konzepte:

Ein ganzheitlicher Ansatz geht aus vom Einheitsregister, welches von vornherein die Eigenschaften der verschiedenen Register klanglich mischt. Der Gesangsschüler lernt, ausgehend von diesem Einheitsregister in einem mittleren, bequemen Stimmbereich, die Mischung bis in den tiefsten bzw. höchsten Bereich zu expandieren. Nie soll mit „isolierten“ Registern gearbeitet werden, es sei denn, dies soll als besonderes Ausdrucksmittel eingesetzt werden.

Der funktionale Ansatz geht von der Existenz verschiedener Register aus, die zunächst, entsprechend ihren unterschiedlichen physiologischen Grundlagen, getrennt entwickelt und geübt werden. Die so gestärkten und entwickelten Register werden dann zum Einheitsregister zusammengeführt. Ein prominentes Beispiel ist Cornelius Reid mit seiner Zweiregisterlehre.[7] Er ignoriert das für Gesang kaum genutzte Strohbassregister und ordnet andererseits das Pfeifregister als Sonderform dem Falsett zu. Der Kern seines Konzeptes ist es, dass es zwei und nur zwei Register gibt (Modalregister und Falsett) und dass der Gesangspädagoge diese getrennt zu entwickeln und zu stärken hat, um sie dann mischend zusammenzuführen. Das Falsett soll es in vielen Formen geben und es ist so zu entwickeln, dass etwas sängerisch Verwertbares, Wertvolles daraus entsteht. Wenn die beiden Grundregister miteinander vereint werden, ändern sich ihre klanglichen und dynamischen Eigenschaften. Aus dem Brustregister wird nach Reid dann die Bruststimme und aus dem Falsett die Kopfstimme. Diese beiden Bestandteile zusammen erst ergeben die „Voce integra“ des lyrischen Gesangs. Der Wechsel zwischen den Registern („Ponticello“) ist im Idealfall kein Bruch, sondern ein stufenweises Umschalten von der Dominanz des einen Mechanismus in die Dominanz des anderen. Reid sieht sich da in Übereinstimmung mit jahrhundertealter Erfahrung und beruft sich z. B. auf Tosi und Mancini.


Ich schätze die Frage lässt sich damit wie folgt aufklären:

Die Tenöre sind Verfechter von Ansatz 1, meine Lehrerin von Ansatz 2. Ein besser oder schlechter gibt es vermutlich nicht unbedingt?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 19:53 
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Wie du schon schreibst: "Das Falsett soll es in vielen Formen geben und es ist so zu entwickeln, dass etwas sängerisch Verwertbares, Wertvolles daraus entsteht." Das ist der Knackpunkt, wenn man getrennte Register unterrichtet. Sinnvoll sind nur Registerformen, die "schwellfähig" sind (Sonderformen wie das Pfeiffregister ausgenommen). Schwellfähig bedeutet physiologisch, dass es sich nicht um ein isoliertes (Kopf- oder Brust-)Register handelt.
Überprüfen kannst du das ganz einfach, indem du versucht den kopfigen Ton aus der Höhe in die Tiefe zu führen, z.B. mit einer Tonleiter. Entsteht irgendwo in der Mittellage ein Bruch, also "kippt" die Stimme ins Brustige, ist das Kopfregister höchstwahrscheinlich isoliert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 12.02.2018, 21:44 
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Danke Bari für deinen Beitrag. Am Anfang war ein solch ausgeprägter Bruch bei mir vorhanden, doch dieser wird graduell immer weniger. Ich würde mal behaupten, dass man den Übergang zwischen den beiden Registern bei mir nach nun ca. einem Jahr Unterricht kaum mehr hört.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gesangsausbildung Tenor
BeitragVerfasst: 06.03.2018, 20:00 
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hab jetzt hier mal schnell ins Handy gesungen, um mal einen groben Eindruck darüber zu vermitteln, wie ich mich jetzt anhöre:

https://www.dropbox.com/s/9ftxyqv3atr3y ... .3gpp?dl=0


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