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 Betreff des Beitrags: Re: Singen ade
BeitragVerfasst: 28.05.2007, 23:06 
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alfredo hat geschrieben:
Meine Liebe, wollte natürlich nicht ganz verallgemeinern, aber doch: das Singen in den Schulen wird nicht mehr wie zu meiner Zeit (und zu deiner?) geübt.

Wie es zu deiner Zeit war, kann ich nicht beurteilen (ich weiß auch gar nicht, wie alt du bist) ;o) Aber ich bin erst seit 4 Jahren von der Schule weg. Und wie ich schon sagte, kenne ich viele Lehrer, die jetzt Musik unterrichten und dabei das Singen nicht vernachlässigen. Vielleicht ist das ja wirklich von Bundesland zu Bundesland so verschieden, wer weiß? Folgendes lässt auch darauf schließen:
Zitat:
Bei den Landesjugendsingen gibt es (bei uns) meist Absolventenchöre oder Chöre von höheren Schulen.

Bei uns ist das bunt gemischt - nur Absolventenchöre sind sehr gering vertreten. Als ich mit meinem Ensemble im April in der außerschulischen Kategorie angetreten bin, hatten wir da nur kaum Konkurrenten (aber u.a. Kinderchöre). Von Schulchören hats dagegen nur so gewimmelt, und es waren alle möglichen Schulstufen vertreten.
Zitat:
Wieviele Chöre treten, im Vergleich zur Schulenanzahl bei euch auf?

Puh, das kann ich so nicht sagen. Da müsste ich mich erst informieren :roll: Allerdings bedeutet das Nicht-Vorhandensein eines Chors in einer Schule keineswegs, dass dort nicht gesungen wird. Wie gesagt, oft wird einfach in den normalen Musikstunden gesungen, ohne dass es einen offiziellen Chor gibt. Bei mir war das meistens so. Richtige Schulchöre scheitern oft daran, dass die Schüler nicht gewillt sind, am Nachmittag länger in der Schule zu bleiben :pfeif:
Zitat:
Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass irgendwann in hoffentlich nächster Zeit die Besinnung zu musikalischer und vor allem sängerischer Kultur aufkommen wird.

In meiner Gegend lebt diese Kultur - und zwar unübersehbar! Allerdings weiß ich leider nicht, ob das immer so war und wenn nicht, wie man das geschafft hat... also weiß ich leider auch nicht, was man in deiner Gegend tun könnte :o(

Zitat:
Tja ich empfehle Waldorfschule. Dann bekommt ihr die Klanghölzchen shcon in der ersten Klasse in die Hand gedrückt.
Vielleicht singe ich deswegen so gerne, wir haben schon in der zweiten und dritten Klasse Kanons gesungen hat wirklich Spaß gemacht.

Bei uns läuft das auch in den normalen Schulen so ab, finde ich toll :bravo: Allerdings hatten wir kein Orchester zu bieten :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 17.06.2010, 11:04 
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Ratgeber
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Zitat von LaCarmensitaRubia: "Tja ich empfehle Waldorfschule. Dann bekommt ihr die Klanghölzchen shcon in der ersten Klasse in die Hand gedrückt.
Vielleicht singe ich deswegen so gerne, wir haben schon in der zweiten und dritten Klasse Kanons gesungen hat wirklich Spaß gemacht. Es hat auch jeder ein Instrument gespielt und es gab das KLassenorchester."

Jajaja, die Waldorfschule. Ich war auch auf einer solchen. haushalt__005.gif

Der Musikunterricht dort war ziemlich lausig. Das breit gefächerte Angebot, für das die Waldorfschulen so gerne werben, das gab es an unserer WSch jedenfalls nicht. Und obwohl jeden Tag auch außerhalb des Musikunterrichtes gesungen wurde, hat kein einziger von denjenigen Mitschülern die keine Töne getroffen haben dies jemals gelernt. Komischerweise können WSchüler auch nicht besser singen als andere Schüler, trotz des täglichen Singens. Noten lesen lernen war auch nicht, es wurde ausschließlich nach Gehör, sprich auswendig gesungen.

Ein Schulorchester gab es zwar, aber nur für Schüler ab der 9. Klasse, dafür musste man aber bereits ein Instrument spielen können, und solcher Unterricht wurde nur extern, sprich privat angeboten. Somit war Instrumentalunterricht also doch wieder vom Geldbeutel der Eltern abhängig - zusätzlich zum Schulgeld welches der Besuch einer Waldorfschule ohnehin kostet. (Davon mal abgesehen, WSchulen gibt's ja auch nicht gerade überall - in ländlicheren Gegenden abseits von Großstädten jedenfalls absolute Fehlanzeige!)

Fazit: Wenn an deutschen Schulen Musikunterricht entweder gar nicht oder nur im Rahmen von freiwilligen Arbeitsgemeinschaften (staatliche Schulen) oder nicht zielgerichtet (Waldorfschulen) statt findet, dann braucht man sich über den geringen Anteil deutscher Nachwuchsmusiker an Musikhochschulen, Theatern und Opern wirklich nicht wundern.

AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 19.06.2010, 00:00 
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Ich habe selber drei versch. WS besucht und an KEINER war der Musikunterricht "lausig". Ich denke, dass es an WS wie an allen anderen Schulen auch ist. Die Qualität des Unterrichts ist sehr von den Lehrern abhängig. Ich hatte diesbezüglich großes Glück, andere haben Pech und erhalten nur mittelmäßigen Musikunterricht.

Ich sehe die Ursache des geringen Anteils deutscher Nachwuchsmusiker an MHS eher in den verschiedenen Systemen und der starken Konkurenz aus dem Ausland. Ich hatte immer russische Profs und konnte gut mit den Asiaten und Russen mithalten. Selbstverständlich hat es meine Profs nie interessiert wie viel ich üben musste, ich hatte meine Konzerte und Übungen einfach zu können. Ausreden oder Unpässlichkeiten wurden nicht geduldet. Ein Prof. hat es mal so formuliert, dass schon 100 andere auf meinen Platz in der Frühförderklasse warten, und dass er nicht bereit ist mit Versagern zu arbeiten. Wer das nicht gewöhnt ist, der hat es sehr schwer mit der Konkurenz aus dem Ausland mitzuhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 31.08.2010, 22:01 
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Zitat:
fünfzigtausendmillionen

50 Milliarden Menschen? Da sind wir gottseidank aber schon noch ein Stückchen weg, mit unseren 7 oder 8 Milliarden Erdbewohnern... :-)

Das Singen in (Schul)Chören kann's aber auch nicht wirklich sein. In Skandinavien singt, wenn ich mich nicht irre, so etwa jeder 5. bis 4. in einem Chor. Wenn es also DAS wäre, dann müßten hier VIEL mehr Musiker/Sänger aus Skandinavien anzutreffen sein...

Daß es bedauerlich ist, daß hierzulande an den Schulen (und auch schon in den kindergärten) so wenig gesungen wird, ist allerding unbestritten.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 07.09.2010, 11:35 
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zur Ausgangsfrage:

Hallo,

warum haben wir hier in Deutschland so viele Ausländer an den Opernhäusern und in den Wettbewerben, haben die deutschen SängerInnen nicht so eine gute Ausbildung als die Ausländer? Oder woran kann das liegen?


Es ist tatsächlich so, dass an deutschen Theatern die Entscheidungsträger beim Vorsingen oft keine Ahnung vom klassischen Gesang haben. Ob Schauspiel-Intendanten, Dirigenten, Ensemblemitglieder/vertreter: diese Leute entscheiden aufgrund Ihrer Position, nicht aufgrund Ihrer Kompetenz - und Ausländer wirken halt für manchen exotischer als Lieschen oder Max Müller. Sicher nicht der einzige Grund aber auch einer - ebenso wie die Dominanz bestimmter Agenturen an machen Häusern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 07.09.2010, 11:52 
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Andererseits ist die Ausbildung z. B. der Koreaner wohl auch in der Tat sehr gut. Und dort hat Musik und Singen auch schon im Kindesalter wohl einen ganz anderen Stellenwert als hierzulande. (Irgendwo gab es letztens gerade zu dem Thema noch einen Artikel, ich müsste mal schauen, ob wir ihn noch zuhause haben).

Was ich gehört habe, gibt es z.B. im Opernchor in Bremerhaven derzeit sogar Einstellungsstop für Asiaten, nachdem z. B. beim Chortenor nur noch ein deutscher Name auf der Liste erscheint. Trotzdem muss sich der deutsche Sängernachwuchs eben mit den gut ausgebildeten Ausländern messen können.

Beste Grüße

Octaviane

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(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 07.09.2010, 12:53 
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ja, ist schon eigenartig und traurig. In den Programmen der Opern in den großen Häusern sieht man überwiegend ausländische Sänger, die sicher gut sind. Doch wenn bei z.B. Wagner Opern die Besetzung mit Ausländern besetzt ist, verstehe ich das wirklich nicht. Ich habe nichts gegen Ausländer, doch wo bleiben wir?

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 00:20 
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T M Pestoso hat geschrieben:
In Skandinavien singt, wenn ich mich nicht irre, so etwa jeder 5. bis 4. in einem Chor. Wenn es also DAS wäre, dann müßten hier VIEL mehr Musiker/Sänger aus Skandinavien anzutreffen sein...


Jetzt weiss ich endlich warum ich hier bin - bin ich doch in Norwegen und Dänemark aufgewachsen..... big_ok

Dass aber jeder 5. bis 4. in ein chor singt, dass kann ich nicht nachvollziehen, eher jeder 50ste.....

Erst als ich nach Deutschland gezogen bin kam ich mit "Chorkultur" in Berührung - und es eröffnete sich ein ganz neuer Welt!

Übrigens: Schön dass du wieder da bist! big_give5


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 10:43 
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Für eine kommende Michael Haydn Messe habe ich das beste Solistenensemble engagiert, das ich jemals hatte ... es ist auch hier nur ein Deutscher dabei. Zwei Türken und ein Anglogrieche ... aber die sind so engagiert und so gut, dass ich diesen den Vorzug gebe.
Gruß und kuss, der Multikulti musencus


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausländer mehr Chancen?
BeitragVerfasst: 10.09.2010, 22:15 
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Oberratgeber
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Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 644
Hmm... warum sollte die Globalisierung der Arbeitsmärkte gerade um das Arbeitsfeld Musik einen Bogen machen, das ganz sicher schon sehr viel länger international geprägt ist, als der übrige Arbeitsmarkt..?

Vor 50 Jahren mag es ja noch eine Weltreise gewesen sein, wenn man von München nach Hamburg oder gar Wien, Paris, Rom gefahren ist, heute ist das im Prinzip ein Tagesausflug, und in 11-13 Stunden - ja nach Flug - bin ich in San Francisco....

Wenn ich mir die Namen auf den Ensemblelisten deutscher Bühnen, Konzertchöre oder Orchester ansehe, dann sehe ich allerdings auch keinen Grund zur Panik. (Wobei sogar noch zu berücksichtigen wäre, daß jemand mit fremd klingendem Namen noch lange kein kein "Ausländer" sein muß) Und schließlich existiert die Möglichkeit zur Mobilität in beide Richtungen.

Daß Wettbewerbe, die international ausgeschrieben werden, auch von internationalen Teilnehmern besucht werden, die auch das entsprechende Potential für diesen Wettbewerb mitbringen, ist für mich irgendwie selbstverständlich. Daß dann auch mal ein "Ausländer" gewinnt ist doch dabei nicht überraschend? Wenn ich mir die Gewinner im Fach Gesang beim ARD-Musikwettbewerb ansehe, dann gibt es dort 41 US-Amerikaner, 31 Asiaten(? müsste nochmal nachzählen) und 26 Deutsche. Verhältnis gleichbleibend. In den USA leben aber 3 bis 4 mal so viele Menschen wie hierzulande. Und in Asien? Der hohe Anteil deutscher Gewinner ist übrigens auch ein Zeichen dafür, daß das Lamento des vorgeblich so lausigen hiesigen Ausbildungsstandes nicht wirklich begründet ist. Es sei denn, die Jury wäre parteiisch - oder unmusikalisch... :n129:

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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