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 Betreff des Beitrags: AP für MSH, was muss man können
BeitragVerfasst: 25.06.2007, 13:36 
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Hallo,
es wird im Moment viel von Aufnahmeprüfungen für die Musikhochschule geschrieben, viele wissen nicht was man gesanglich schon können muss.

Ich habe hier mal ein Beispiel einer Schülerin, die mit 19 ihr AP machte. In dieser Aufnahme war sie 17 und machte ein halbes Jahr später, glaube ich, ihre AP.

Sie sang bei der AP die Glöckchenarie aus Lakme, die Olympia aus Hoffmanns Erzählungen u.e.a.

http://www.esnips.com/doc/f87cd932-70ec ... /03_Spur_3

Vielleicht kann man anhand dieser Aufnahme ermessen, wo man selber steht, wenn man eine AP machen will.

Liebe Grüsse



edit: ich habe den link neu gemacht - jetzt müsste man es hören können. LG Casta

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Zuletzt geändert von musica am 27.06.2007, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 13:51 
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Hallo,

das Link geht nicht :pfeif:

Davon abgesehen finde ich schon, dass man als Gesangslehrer eben die Verantwortung hat, seine Schueler nicht ins offene Messer rennen zu lassen.

Mit dem Standard ist das so eine Sache. Ich glaube nicht, dass man ein Soundbeispiel nehmen und dann sagen kann: "Das Level muss es wenigstens sein." Da spielen noch so viele andere Dinge wie persoenliche Ausstrahlung, allgemeine Musikalitaet, Umgang mit Stresssituationen etc. eine Rolle, so dass das nur ein ganz grober Anhaltspunkt sein kann.

Ebenfalls Tatsache ist, dass "Allerweltsstimmen" (z.B. helle, leichte Soprane - nichts dagegen, also bitte nicht falsch verstehen. Sie kommen halt nur recht haeufig vor), die schon auf einem recht hohen technischen Niveau singen, trotzdem durch die AP fallen koennen, waehrend ausgefalleneres Material (besonders tief oder dramatische Tendenz) schon mal eher "durchgelassen" wird, auch mit technischen Maengeln (irgendwo ist aber auch da natuerlich ein Grenze, Toene treffen sollte man schon :lol: ).

Realistisch sein soltle man als Schueler und v.a. auch als Gesangslehrer. Gerade letzterem obliegt, dem Schueler keine Flausen in den Kopf zu setzen, man muss da unbedingt ehrlich sein.


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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 14:13 
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Leider kann ich die Ausstrahlung der Schülerin hier nicht wiedergeben, natürlich spielt sie eine große Rolle.

Das Hörbeispiel ist keine Allerweltsvorgabe sondern will zeigen, wie weit man sein muss, um eine AP zu machen.

In anderen Foren wird darüber diskutiert und es gibt einige, die die AP leider nicht bestanden haben, z.B. kein legato.

Ich will auch damit zeigen dass Schüler oft selber von sich meinen so weit zu sein, ohne dass der Lehrer dabei eine Rolle spielt.

Manchmal sind auch Lehrer zu blauäugig und schicken ihre Schüler zu früh zur AP.

Viele Grüsse

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Zuletzt geändert von musica am 25.06.2007, 15:19, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 14:27 
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1. Der Link geht zwar nicht aber ich will mich trotzdem dem gesagten von Eponine anschließen, dass viele Faktoren zählen und es auch abhängig von der jeweiligen mhs und der Stimme usw usw. Ich glaube um heute noch als leichter Sopran die Aufnahmeprüfung bestehen zu können muss man schon überdurchschnittlich singen können und wahrscheinlich auch noch super gut aussehen.

2. Finde ich es nicht gut, wenn man einfach Leute aus den Foren als Beispiel benutzt ohne genau zu wissen, wie weit sie tatsächlich sind und sich nur an das Geschriebene hält. Sie liest ja auch hier mit und ich persönlich wäre ziemlich beleidigt, wenn jemand das hier so öffentlich diskutieren würde ohne mich vorher gefragt zu haben bzw mich einfach total übergeht...!!

Um mal meinen Lehrer zu zitieren : " Ich hab viele gute Sänger gesehen die durchgefallen sind und genauso viele schlechte die jetzt ihren Abschluss machen".

LG Carmencita


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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 14:31 
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Liebe LaCarmensita,

ich weiß schon was ich tue, dass ich hier keine Namen veröffentliche, sollte dir schon klar sein. . Ich habe nichts negatives gesagt und habe lediglich ein Beispiel genommen.

Die Schülerin, die in gesang.de öffentlich über ihre Prüfung geschrieben hat, wurde hier nicht namentlich genannt, so what?

Gruß

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 18:04 
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Ich glaube ebenfalls nicht, dass es gerade für Sänger einen "Standard" geben könnte. Jede Stimme ist eigen und einmalig - und natürlich haben auch die Prüfer ihren ganz eigenen Geschmack und ihre ganz eigenen Kriterien.

Meine Aufnahmeprüfung liegt viele Jahre zurück - und sie fand nicht im Hauptfach Gesang statt. Als Instrumentalist ist es vollkommen selbstverständlich, dass man seit vielen Jahren Unterricht hat, dass man technisch sehr fortgeschritten zur AP antritt und je nach Instrument sind es dann unterschiedliche Kriterien, die bei gleichem technischen Können den Ausschlag geben. Es gab in meinem Fach z.B. einen Professor, der keinen Schüler akzeptierte, der nicht schon von einem seiner Schüler die Bogenführung gelernt hatte - er war der Meinung, dass man sonst ein ganzes Jahr mit der Umstellung verliert.

Gerade die Stimmbildung ist ein sehr langer Prozess - und wahrscheinlich müssen die Hochschulen dann letztlich entscheiden - wollen sie den technisch fortgeschrittenen Schüler - der nur noch den Feinschliff erhält - oder möchte der Lehrer sich einen noch ungeschliffenen Rohdiamanten aussuchen, den er nach seinen Vorstellungen formt.

Und so wird wohl jede Prüfungskommission - zusätzlich zu den offiziellen und überall einsehbaren "Mindestanforderungen" ihre eigenen Kriterien entwickeln, nach denen sie die Schüler dann auswählt.

Nüchterne Grüsse sendet LaCastafiore

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 18:05 
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Hallo,

Casta hat mir liebenswürdigerweise das Lied horchgeladen, man kann es jetzt hören.

Danke Casta.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 18:22 
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LaCastafiore hat geschrieben:
Gerade die Stimmbildung ist ein sehr langer Prozess - und wahrscheinlich müssen die Hochschulen dann letztlich entscheiden - wollen sie den technisch fortgeschrittenen Schüler - der nur noch den Feinschliff erhält - oder möchte der Lehrer sich einen noch ungeschliffenen Rohdiamanten aussuchen, den er nach seinen Vorstellungen formt.



So weit ich informiert bin, auch von Kollegen, die ihre Schüler zur AP schicken, es werden schon die Fortgeschrittenen vorgezogen, die Professoren picken sich die Rohdiamanten heraus um ihnen den Feinschliff zu geben, sie wären ja blöd, wenn sie es nicht so machen würden.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 18:31 
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musika hat geschrieben:
LaCastafiore hat geschrieben:
Gerade die Stimmbildung ist ein sehr langer Prozess - und wahrscheinlich müssen die Hochschulen dann letztlich entscheiden - wollen sie den technisch fortgeschrittenen Schüler - der nur noch den Feinschliff erhält - oder möchte der Lehrer sich einen noch ungeschliffenen Rohdiamanten aussuchen, den er nach seinen Vorstellungen formt.



So weit ich informiert bin, auch von Kollegen, die ihre Schüler zur AP schicken, es werden schon die Fortgeschrittenen vorgezogen, die Professoren picken sich die Rohdiamanten heraus um ihnen den Feinschliff zu geben, sie wären ja blöd, wenn sie es nicht so machen würden.

Liebe Grüsse


Ich werd versuchen so weit zu sein, dass die netten Professoren nichts mehr kaputt schleifen können.

LG


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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 21:23 
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Und sie hat die AP bestanden?


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BeitragVerfasst: 25.06.2007, 21:29 
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Ja, sie hat bestanden und ist heute im Engagement.

Liebe Grüsse

PS.Ein link während ihres Studiums ist unter Fernseh- und Radiotipps zu hören und zu sehen.

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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 07:54 
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LaCastafiore hat geschrieben:
wahrscheinlich müssen die Hochschulen dann letztlich entscheiden - wollen sie den technisch fortgeschrittenen Schüler - der nur noch den Feinschliff erhält - oder möchte der Lehrer sich einen noch ungeschliffenen Rohdiamanten aussuchen, den er nach seinen Vorstellungen formt.

Und so wird wohl jede Prüfungskommission - zusätzlich zu den offiziellen und überall einsehbaren "Mindestanforderungen" ihre eigenen Kriterien entwickeln, nach denen sie die Schüler dann auswählt.


Hallo,

ich finde dieses Diamantenbild sehr hübsch. Es ist ja im Diamanten- bzw. Kristallhandel so, daß die nicht ganz wertvollen Steine nahezu fertig eingekauft werden. (Versteht sich von selbst, daß die nicht in Deutschland geschliffen wurden.)

Es deutet einiges daraufhin, daß von der Hochschule in der Regel die nahezu fertiggestellten Produkte bevorzugt werden - sofern sie dem Geschmack des Abnehmers entsprechen. Wenn andere Facetten vorbereitet sind, als die, die sich die Hochschule wünscht, muß sicher auch solche ein Kandidat hier und da mit Ablehnung rechnen, aber die Aufnahme an anderer Stelle dürfte recht sicher sein.

Ob ein nur grob angeschliffener Diamant ausgewählt wird, dürfte stark von seiner Größe abhängen. Ich glaube schon, daß es Angebote gibt, denen man sich nicht entziehen kann. Allerdings scheinen mir solche Ausnahmediamanten eher selten zu sein. Einfach nur "recht schöne" Rohdiamanten werden keine Chance haben, wenn zum selben Preis nahezu fertige guter Qualität zur Verfügung stehen.

Eines allerdings möchte keine Hochschule: Diamanten mit Einschlüssen, das ist mindere Qualität, und solche, welche sie für durch einen einen schleifenden Stümper für restlos verdorben oder nur mit Aufwand zu retten halten.

Ich finde das alles gar nicht so erstaunlich und kann das allgemeine Lamento, welches mitunter diesbezüglich ausbricht, nicht verstehen, zumal eben immer auch der Angebot-Nachfrage-Aspekt einzubeziehen ist, was dazu führt, daß man aus Ablehnung nicht grundsätzlich auf "schlecht" schließen kann, eben nur darauf, daß es bessere gab. (Das individuelle Lamento verstehe ich sehr wohl.)

Ich habe übrigens den Eindruck, daß im Bereich der bildenden Kunst diejenigen, die nach einem Jahr erneut vorstellig werden, deutlich größere Chancen haben als Erstbewerber. Ob das bei den Sängern auch der Fall ist, weiß ich aber nicht.

Gruß v. Emmy


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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 08:21 
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EmmyNoether hat geschrieben:
Ich finde das alles gar nicht so erstaunlich und kann das allgemeine Lamento, welches mitunter diesbezüglich ausbricht, nicht verstehen, zumal eben immer auch der Angebot-Nachfrage-Aspekt einzubeziehen ist, was dazu führt, daß man aus Ablehnung nicht grundsätzlich auf "schlecht" schließen kann, eben nur darauf, daß es bessere gab. (Das individuelle Lamento verstehe ich sehr wohl.


Ich würde da sogar noch weiter gehen:

An der Pariser Oper bewerben sich für 1 freie Stelle im Chor durchschnittlich 150 Soprane - wenn dann eine Sängerin den Job bekommt, heisst es ja nicht, dass die anderen nicht singen können.

In allen künstlerischen Bereichen fühlen sich viele berufen, doch nur wenige sind erwählt. Das klingt platt - gehört aber zum Alltag. Ob Probespiel für einen Orchestermusiker, die harte Selektion im Ballettbereich von frühester Jugend an (und der Ruhestand mit 35 oder 40) - Casting im modernen Bereich.
Wer im künstlerischen Bereich beruflich tätig sein möchte, muss auch lernen, mit Misserfolgen umzugehen, so hart das klingt und auch ist.
Von daher sehe ich auch ein Nichtbestehen von Aufnahmeprüfungen als eher positiv - solange man dann daraus lernt und gerade an den Schwächen arbeitet, kann man daraus zusätzliche Erfahrungen gewinnen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie erstaunt ich im ersten Studienjahr von dem Niveau um mich herum war - an meiner Schule waren wir von 200 Schülern im Jahrgang gerade mal 6 im LK Musik - und auch da gab es die mehr und die weniger guten - im Studium war ich plötzlich von ganz vielen sehr guten umgeben, damit musste man erst mal umgehen lernen - wie in allen anderen Bereichen auch.

Allen zukünftigen Musikstudenten wünsche ich viel Erfolg und gute Nerven.

Grüsse von Casta

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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 09:55 
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So ist es (das von Emmy weitergesponnene Diamantenbeispiel ist uebrigens klasse und kann so nur in allen Einzelheiten unterstrichen werden).

Und was man ja auch nicht vergessen darf:
Der Weg in den Saengerberuf fuehrt nicht nur ueber die Hochschule mit Hauptfach Gesang. Ich weiss, dass das erst mal das ist, was man anstrebt, und die Enttaeuschung ist gross, wenn es nicht klappt. Man kann aber auch z.B. Nebenfach Gesang studieren oder Gesangspaedagogik und dann quereinsteigen. Oder aber, man macht die Ausbildung komplett privat. Das erfordert zwar mehr Disziplin (und in aller Regel auch mehr Geld), aber es fuehrt u.U. zum gleichen oder sogar besseren Ergebnis - denn wenn man einer HS einen besch... Lehrer hat, bringt Studieren erst mal gar nix, habe ich an mir selbst gesehen. Und die Stimmen, die gerade an der HS durch den Massenbetrieb (ja, so nenne ich es jetzt) verdorben werden, sind nicht wenige. Leider unterrichten darueberhinaus an HS auch viele brillante Saenger, die aber paedagogisch absolute Nieten sind. Wenn man an so jemanden geraet, dann gute Nacht. Natuerlich gehen aus HS auch viele gute Saenger hervor, so ist das jetzt nicht gemeint.

Aber im Leben ist nicht alle schwarzweiss, und eine nicht bestandene AP ist eben der erste Pruefstein im Kuenstlerleben. Man darf sich davon nicht abschrecken lassen und nicht aufgeben. Vorausgesetzt natuerlich, man hat trotzdem entsprechends Material. Wer stimmlich oder auch mental nicht fuer den Saengerberuf geeignet ist, dem muss das auch gesagt werden, und zwar offen, auch, wenn es weh tut. Allerdings sollte man sich da eben mehr als eine Menung einholen ...


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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 10:29 
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Eine nicht bestandene AP ist sicherlich kein Beinbruch, zeigt sie doch die vorhandenen Schwächen des Prüflings, denen man Abhilfe schaffen kann.

Wenn derjenige noch jung ist, dürfte es eh kein Problem sein. Doch jemand, der schon älter ist, dem läuft die Zeit davon. Dabei spielt allerdings auch das Stimmfach eine Rolle. Eine dramatische Stimme hat immer mehr Chancen wenn sie schon gereift ist, da sie sich erst im Laufe der Zeit voll entwickelt.

Doch eines sollte man nicht vergessen, eine wirklich gute Stimme wird oft im Studium schon vermittelt, die Agenten schauen sich die Klassensingen an und die Chancen sind recht groß. Ich habe es selber schon erlebt, dass Agenten nach solchen Konzerten an die Studenten herangetreten sind und ich weiß es auch von einigen selber. Diese Chancen hat niemand, der ein privates Studium macht. Er muss sich das Vorsingen hart erarbeiten und es ist sehr schwer diese "Macht" zu überzeugen.

Natürlich gibt es auch da Ausnahmen, doch meistens sind die Privatschüler schon älter und haben wenig Chancen an ein Haus zu kommen.

Doch es sollte sich niemand negativ beeindrucken lassen, wenn die Prüfung nicht bestanden wurde, besonders wenn man noch sehr jung ist.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 11:32 
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Ich würde mal sagen es gibt kein Patentrezept für den Weg, profesioneller Sänger zu werden. Die Biographien sind doch so unterschiedlich wie nirgendwo sonst.
Fakt ist, dass Talent zwar eine Voraussetzung ist, aber noch lange nichts heißen muss. Bei dem Hörbeispiel von Musika würde ich mal behaupten, dass die junge Dame schon sehr früh Gesangsunterricht hatte und wirklich gut vorbereitet wurde. Vielleicht wäre es noch interessant zu wissen, ob sie schon vorher Kontakt zu ihrer Musikhochschul-Professorin hatte oder tatsächlich einfach so vom Fleck weg angenommen wurde. Denn oft läuft das ja so, dass schon vor den APs Vorsingen unter vier Augen stattfinden und die Lehrerin sich schon für ihre "neuen" Studenten entschieden hat.
Dann gibt es die vielen Asiaten (nein ich habe nichts gegen Asiaten, es ist nun mal so dass dort drüben die musikalische Ausbildung besser ist, darüber wurde ja auch schon vielfach diskutiert), die schon fertig ausgebildet auf der Hochschule genommen werden, weil das erstens weniger Arbeit für die Profs bedeutet und zweitens, die schon "geschliffenen Diamanten" dafür sorgen, dass das Niveau schön oben ist und die Hochschule Aushängeschilder vorführen kann.
Ok, vielleicht übertreibe ich, aber hatten wir nicht vor einiger Zeit das Thema "deutsche Gesangstudenten hätten kaum mehr Chancen in den deutschen und internationalen Opernhäusern"? Klar finden sich hier und da deutsche Sänger in den Opernhäusern, aber es könnten mehr sein. Das spricht nicht gerade für die Diamantenschleifer in unserem Lande. :roll:
Worauf ich hinaus will, ein Studienplatz ist sicher nicht schlecht, aber noch laaaaange keine Garantie, dass der Sängerberuf in der Tasche ist. Vielleicht sogar im Gegenteil, da werden talentierte Rohdiamanten in häßliche, stumpfe Steinchen verwandelt.
Naja, ich will jetzt nicht zu sehr schwarz malen, aber wenn man nicht das Glück hat zu einem der ganz wenigen guten Professoren zu kommen, sollte man vielleicht sogar ein Studium im Ausland in Erwägung ziehen, Bulgarien, Russland oder USA, und am Besten noch den Namen ändern, darf spanisch, rumänisch, russisch, asiatisch klingen, nur nich deutsch. :lol:
Nein ich übertreibe. Letztendlich denke ich einfach, dass man neben dem Talent auch seeeehr viel Glück benötigt, egal ob man an der Hochschule oder privat studiert.
LG
Najade


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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 11:51 
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najade hat geschrieben:
Bei dem Hörbeispiel von Musika würde ich mal behaupten, dass die junge Dame schon sehr früh Gesangsunterricht hatte und wirklich gut vorbereitet wurde. Vielleicht wäre es noch interessant zu wissen, ob sie schon vorher Kontakt zu Ihrer Musikhochschul-Professorin hatte oder tatsächlich einfach so vom Fleck weg angenommen wurde.
LG Najade


Ich lernte diese Sängerin bei ihrer Mutter im Hauskonzert kennen. Sie war noch sehr jung, ich glaube 16, sie sang damals den Erlkönig und ich konnte nicht begreifen, dass sie so etwas singt. Ab "e"sang sie nur in der Kopfstimme, aber sehr schön. Sie kam zu mir und ich unterrichtete sie, sie lernte sehr schnell und ich merkte, dass sie sehr begabt war. Sie setzte alles sehr schnell um und entwickelte sich sehr gut. So ging es weiter, doch sie wollte eigentlich den Beruf einer Sängerin nicht, das "Umherreisen" mochte sie nicht. Ich involvierte sie in meine eigenen Konzerte, so sang sie das 1. Mal mit mir in der Weisenhausmesse, dazu das Et incarnatus es, was ich hier reingestellt habe. Es war ihr erster großer Auftritt. Alles andere kam dann automatisch, sie wollte nun den Beruf ergreifen und ich bereitete sie auf die AP vor.

Sie war vorher bei keinem Prof. von einer Hochschule, niemand kannte sie.
Obwohl sie in der Theorie durchgefallen ist, wurde sie genommen. Nach einem halben Jahr sollte sie die Theorie nachmachen, doch sie wechselte die Hochschule und sang in Düsseldorf vor. Auch dort schaffte sie die Theorie nicht und man nahm sie trotzdem. Sie machte die Theorie nach und so entwickelte sie sich. Sie machte Wettbewerbe und stand sehr oft an erster STelle.

Fakt ist, sie war sehr begabt und leicht zu unterrichten. Dass solche Sänger gerne genommen werden, ist doch klar. Sie hatte schon während ihres Studiums Engagements an einigen Häusern und gehörte zum Opernstudio.

Die Hörprobe aus ihrer Studienzeit habe ich ja unter Fernsehprogramm reingestellt.

Sie nahm die Chance wahr in Mörbisch 2006 mitzuwirken und von dort aus ging es Schlag auf Schlag. sie ist heute am Opernhaus in Linz.

Liebe Grüsse

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.06.2007, 13:36 
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musika hat geschrieben:
niemand kannte sie.
Obwohl sie in der Theorie durchgefallen ist, wurde sie genommen.

Hallo,

ich habe das Gesangsbeispiel nicht gehört, jedoch zeigen allein diese beiden Sätze, daß es sich um eine echte Ausnahme handelt, deren Können bei der Aufnahmeprüfung bereits weit über dem, "was man können muss", lag.

Insofern taugt es zur Orientierung für jemanden, der wissen möchte, was verlangt wird, nur sehr bedingt. Es ist eher ein Beispiel dafür, was "außergewöhnlich gut" im Zusammenhang mit der AP bedeutet, und von daher sicher interessant.

Gruß v. Emmy


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.06.2007, 15:11 
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Ich mache auch kein Geheimnis drauß, dass Musika mich gemeint hat, schließlich habe ich im andren Forum auch mit dem Thema angefangen, und wenn ich nicht damit klarkäm, das offen darüber diskutiert wird, dann hätte ich erst garnicht damit anfangen dürfen, also mach dir keine Sorgen, Carmensita :lol:
Was das Hörbeispiel betrifft, so kann ich dazu nichts sagen, weil ich das nicht bin, hihi, aber ich finde es nicht schlimm, wenn man das unter Absprache mit dem Sänger veröffentlicht!

So, jetzt zum Thema Talent und schnelles Lernen:

Demnach hätten die mich ja sofort nehmen müssen, weil ich sehr schnell lerne, wie meine bisherigen GLs meinen und ich auch ein großes Talent habe, laut meines jetzigem GL :lol:

Fakt ist aber, dass ich ihnen als Rohdiamant nicht ausreichte, und sie konnten von dem einen mal Vorsingen auch nicht mein gesamtes Potential erkennen, geschweige denn, wie schnell ich lerne... !
Es ist wirklich schwer innerhalb 5 min die Jurie zu überzeugen, dass man die Richtige ist!
Aber mein GL meint, dass ich nächstes Jahr bestimmt bessere Chancen haben werde, und ich bin die letzte, die sich davon abhalten lässt!


LG, Califonia


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BeitragVerfasst: 26.06.2007, 15:16 
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Hallo Califonia,

na klar, du hast öffentlich darüber berichtet, aber hier habe ich deinen Namen nicht erwähnt.
Ich denke, dein Lehrer wird schon wissen was du kannst und was nicht und du bist nicht die Einzige, die es nicht geschafft hat. Die nächste Prüfung kommt bestimmt, doch bitte, mach die an die Theorie, sie ist in der AP sehr wichtig. Erkundige dich doch mal bei einigen Studenten was da verlangt wird. Ein halbes Jahr geht schnell vorbei.

Liebe Grüsse

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