Aktuelle Zeit: 17.06.2019, 09:42

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 29 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 12:24 
Offline
Ratgeber
Ratgeber

Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 589
Hallo allerseits,

kürzlich wurde unter einem anderen Thema u. a. geschrieben: "Die Frage ist ja auch, wo das Vibrato beginnt?"

Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten:

Wenn sich der gesungene Ton so anhört wie das Freizeichen aus der (Festnetz-)Telefonleitung, dann ist es ein "gerader" Ton. So gut wie alle Laien die ich jemals gehört habe singen so.

Bei der Geige oder auch bei anderen Streichinstrumenten ist der Unterschied zwischen "geraden" Tönen und solchen mit Vibrato besonders gut zu hören:

Streicht man den Bogen über eine Saite und lässt den gedrückten Finger der (linken) Greifhand völlig unbeweglich liegen, dann kommt ein "gerader" Ton zu Stande. Bewegt man jedoch die Greifhand in einer bestimmten Weise, dann ergeben sich geringe Tonhöhenschwankungen die wie ein wellenförmiges "Schwingen" wahrgenommen werden.

Genau dieses Schwingen ist dasjenige was als Vibrato bezeichnet wird. Sobald dies bei einer Singstimme zu hören ist - und sei es noch so dezent - spricht man davon dass derjenige mit Vibrato singt.

Weiteres Zitat: "Haben nicht vielleicht auch Bachstimmen doch ein ganz sachtes Vibrato?"

Ja, natürlich haben sie es (hört Euch beispielsweise Peter Schreier an), denn mit völlig "gerader" Stimme scheitert man auch bei Bach spätestens dann wenn Haltetöne zu singen sind, und die gibt es bei Bach reichlich!

Viele Grüße
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 12:32 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
etwas Vibrato bei Bachstimmen ist völlig richtig, die Stimme muss schwingen, jedoch nicht so wie eine Opernstimme, doch sie kann bei bestimmten Arien so eingesetzt werden, dass sie nur in bestimmten Teilen mehr schwingt oder garnicht, das hängt von der Literatur ab.

Die Kirchenmusiker haben das gelernt und können damit umgehen.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 15:35 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
In Barock und früher Klassik war Vibrato ("Flatement" bei den Bläsern) ein Ornament. Und Ornamente mußten (und müssen!) den einschlägigen Traktaten zufolge "mit Geschmack" eingesetzt werden. Deswegen bedeutet "historisch informiert" nicht automatisch völligen Verzicht auf Vibrato. Das ist ein weitverbreitetes Missverständnis. Alles zu seiner Zeit und an seinem Platz. Daß da Gesang wie "Walküre" unangebracht ist, sollte dabei selbstverständlich sein.

Dazu jeweils zwei Interpretationen in Vergleich, um zu demonstrieren, daß Vibrato oder kein bzw. wenig Vibrato keine Ideologie ist, sondern eine Frage der Interpretation, und daß beides gut klingen kann.

Bach - Matthaus Passion, Ich will dir mein Herze...
Zunächst die Grand Dame der Alten Musik, Emma Kirkby:
http://www.youtube.com/watch?v=qhl3Vd8xlJY
und nun eine ältere Aufnahme mit Helen Donath
http://www.youtube.com/watch?v=rb5PDaE-g6o
(Man würde es heute vermutlich nicht mehr so singen. Und mir persönlich gefällt auch die Interpretation von Hogwood besser als die von Richter. Sind aber beide hervorragend.)

Oder Händel – Messias, But who may abide
Wieder Kirkby (ab ca. 1:30)
http://www.youtube.com/watch?v=_tiyDiIo4dg
und Angelika Kirchschlager:
http://www.youtube.com/watch?v=Gx9GFio0HMk
(total unterschiedlich – abgesehen natürlich von den verschiedenen Stimmlagen. Gefallen mir beide sehr gut.)


Oder Mozart, Laudate Dominum
Kirkby:
http://www.youtube.com/watch?v=ZDmsInSvgPA
Lucia Popp:
http://www.youtube.com/watch?v=1U380J_NHqs
(Auch hier gefällt mit Hogwood besser als Fischer. Finde ich leichter und transparenter. Ist aber persönliche Präferenz)

Man sieht (bzw. hört), daß sich in den letzten 40 Jahren doch einiges geändert hat. Der Peter Schreier ist deswegen nicht unbedingt ein guter Vergleich, auch wenn er immer noch Maßstab für Bach-Tenöre ist...

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 17:41 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Danke!!!

Genau das wollte ich die ganze Zeit sagen big_super

LG

Octaviane (die Bach vornehmlich zu Übungszwecken singt)

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 21:19 
Offline
Mitglied
Mitglied

Registriert: 22.04.2009, 21:56
Beiträge: 52
Vorname: ...
Nachname: ...
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Wenn sich der gesungene Ton so anhört wie das Freizeichen aus der (Festnetz-)Telefonleitung, dann ist es ein "gerader" Ton. So gut wie alle Laien die ich jemals gehört habe singen so.
(...)
Bei der Geige oder auch bei anderen Streichinstrumenten ist der Unterschied zwischen "geraden" Tönen und solchen mit Vibrato besonders gut zu hören:
(...)
Genau dieses Schwingen ist dasjenige was als Vibrato bezeichnet wird. Sobald dies bei einer Singstimme zu hören ist - und sei es noch so dezent - spricht man davon dass derjenige mit Vibrato singt.


Nach dieser Definition hätte sogar ich ein leichtes, sehr dezentes Vibrato. :))

Auf der Geige lernt man ja verschiedene Arten von Vibrato, erst getrennt und später dann kombiniert und setzt diese dann je nach Stück ein.
Kann man beim Singen auch verschiedene Vibratoarten (klein-groß, schnell-langsam...) lernen und diese dann gezielt einsetzen, oder hat jeder sein eigenes Vibrato, das nur gering veränderbar ist?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 06:13 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender
Benutzeravatar

Registriert: 22.02.2007, 10:45
Beiträge: 337
Wohnort: grüne mark
Vorname: s
Nachname: t
Ihr meint doch auch, dass das Vibrato beim Singen stimmspezifisch ist und nicht, wie bei einem Saiteninstrument, erzeugt werden kann (soll). Wenn ich irre, bitte berichtigen.
L. G. alfredo

_________________
...du holde Kunst, ich danke dir.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 09:01 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
Vibrato, das über mindestens einen Halbton reicht, nennt man Triller....
:-)))

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 10:30 
Offline
Ratgeber
Ratgeber

Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 589
Ja, Alfredo, ich glaube auch dass es stimmspezifisch ist und nicht "erzeugt" werden kann. Und gerade weil es demzufolge nicht erlernt werden kann wenn es nicht ohnehin schon (wenigstens ansatzweise) vorhanden ist, frustet es den "gerade" Singenden dermaßen dass er sich z. B. strikt weigert ein Stück wie "Ombra mai fu" zu singen - erst recht nachdem er es von anderen Anfängern gehört hat, es klingt schlicht und einfach indiskutabel! :abgelehnt

Gruß,
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 10:32 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Ich stimme ebenfalls alfredo zu, das Vibrato im Gesang entsteht, und nicht erzeugt wird und vom individuellen Stimmtyp abhängt (schrieb ich anderswo ja glaub ich schon mal). Man kann es in einem gewissen Rahmen vielleicht unterschiedlich dosieren - wenn ich Bach oder Händel singe, versuche ich automatisch, anders zu singen und weniger Vibrato einzusetzen als bei Puccini oder Wagner. Was mir mit meinem Stimmtyp natürlich nicht immer leicht fällt, hier muss die Balance zwischen gesund reduziertem, zum Stil der Musik passenden Vibrato und ungesundem Festhalten der Stimme gefunden werden.

Soweit die Theorie - an der Praxis arbeite ich

LG

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 11:29 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
Nun ja. Was gefällt Euch besser:

Caruso
http://www.youtube.com/watch?v=VPDEfQTIdLc

oder Andreas Scholl?
http://www.youtube.com/watch?v=AyRzsQdeakE


Bei letzterem ist das Vibrato deutlich dezenter. Oder besser gesagt: es wird gezielt eingesetzt, während Caruso dauervibriert (d.h. Scholl kann es besser kontrollieren! Achtet mal auf den ersten Ton des ersten "ombra"). Wie gesagt: Ornament, kein Dauerzustand…



Hier ist übrigens die gesamte Playlist mit 21 Ombre mai fu:
http://www.youtube.com/view_play_list?p ... D649CDB8C0


Das ist jetzt die Frage: sind die Alte Musik-Spezialisten (z.B. Scholl oder Kirkby) deswegen Alte Musik-Spezialisten, WEIL sie kein ausgeprägtes Vibrato haben, und die anderen in der Musik des 19. Jhs zu Hause WEIL sie es nicht unterdrücken können (also das Vibrato gottgegeben ist und jeder sozusagen in SEINER ihm passenden ökologischen Nische singt), oder ist das eine Frage der Ausbildung, speziell des Umstandes, daß übermäßiges Dauervibrato in der Alten Musik eher unerwünscht ist?

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 12:16 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Lieber T M Pestoso,

ich gehe erstmal nur von mir selbst und meinen Erfahrungen aus, tendiere deswegen aber ganz klar zur erstgenannten Variante. Ich meine, dass Stimmen unterschiedlich gut für verschiedene Stilrichtungen begabt sind. Allerdings wird sich die unterschiedliche Begabung erst im Laufe der Stimmentwicklung herauskristallisieren. D.h., in der Regel beginnt ein Gesangsanfänger erst einmal als „Generalist“ (wobei im frühen Stadium der Ausbildung Wagner u. ä. keine Rolle spielen dürften). Mit der Zeit zeigt sich dann eine Richtung, wohin die Stimme tendiert. Dann kann das natürlich durch spezielle Ausbildung (nicht umsonst gibt es ja Studiengänge, die sich auf Alte Musik spezialisieren) gefestigt werden, aber wenn in mir eine so genannte Wagnerstimme angelegt ist, werde ich mE mein Vibrato nie so reduzieren können, dass ich auch Alte Musik stilecht und ohne "übermäßiges Dauervibrato“ singen könnte, ohne dass sich meine Stimme total eingezwängt fühlen würde.
(Ich gehe hier übrigens von der Situation aus, dass man bestimmte Musik vor einem fachkundigen Publikum singt, was jeder daheim singt, sei ihm oder ihr selbst überlassen und auch - ich schrieb es schon anderswo - das "Durchschnittspublikum" (wie auch immer es aussieht) wird vielleicht etwas toleranter sein und sich über derlei Feinheiten nicht so arg viel Gedanken machen - manchmal wollen die Leute auch einfach nur schöne Musik hören).

Beste Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 04.06.2009, 15:10 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
Wer es genau wissen will:

Greta Moens-Haenen: „Das Vibrato in der Musik des Barock“ Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz

sehr lesenswert....



Zitat:
…dass es stimmspezifisch ist und nicht "erzeugt" werden kann. Und gerade weil es demzufolge nicht erlernt werden kann wenn es nicht ohnehin schon (wenigstens ansatzweise) vorhanden ist…


hmm. Wenn man nun berücksichtigt, daß unausgebildete Stimmen normalerweise absolut kein Vibrato aufweisen, dann ist es doch zwangsläufig ein Artefakt der Gesangsausbildung. Damit IST es erlernt, wenn auch nur als Nebeneffekt.

Stimmspezifisch invariant ist die Vibratofrequenz (gibt's Untersuchungen dazu) zwischen ca. 4,5 und 7 Hz. Wie ist es aber mit der Amplitude?

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 13.06.2009, 22:45 
Offline
junges Mitglied
junges Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 20.08.2008, 14:09
Beiträge: 31
Hmmm, jetzt bin ich etwas verwirrt...

Zitat:
Wenn man nun berücksichtigt, daß unausgebildete Stimmen normalerweise absolut kein Vibrato aufweisen, dann ist es doch zwangsläufig ein Artefakt der Gesangsausbildung.


Neulich im Chor: an einer Stelle von ich weiß gar nicht mehr welchem Lied hieß es: "singt doch bitte mal die und die Stelle ohne Vibrato".
Sopranistin neben mir leise: "Oh, das ist gut, ich kann das eh nicht."
Meine Wenigkeit recht verunsichert: "Und ich krieg's nicht abgestellt..."
Allgemeines Erstaunen.

Solange ich mich erinnern kann, war das irgendwie immer in meiner Stimme drin - auch vor dem GU - und ich hab absolut keine Ahnung, wie es da hingekommen ist. Bisher konnte mir auch keiner erklären, wie man es wegkriegt, wenn man das denn aus gestalterischen Gründen so haben will. Ok, mittlerweile kann ich es halbwegs reduzieren, aber ich weiß immer noch nicht genau, was ich da eigentlich tue. Also... nicht daß ich permanent am Triller rumschrammen würde, aber es schleicht sich halt mit sehr ausdauernder Hartnäckigkeit immer wieder ein. Ich find's auch an sich durchaus schön und nicht "störend" oder so, aber an der Stelle führt mein Hals so ein bißchen ein Eigenleben... :grübel :grübel :grübel

Aber alte Musik macht trotzdem Spaß, so! Zumal das geneigte Publikum bisher noch nicht schreiend die Flucht ergriffen hat... :n99:

_________________
Yes, I'm very tough and manly. That's why I'm wearing a purple suit this evening. (Paul Bettany)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 15.06.2009, 09:17 
Benutzeravatar
Das Beispiel "Caruso" hat einmal mehr gezeigt, dass ein Vibrato auch durchaus "künstlich" klingen kann. - Gefällt mir ja überhaupt nicht! -
Da lobe ich mir doch ein natürliches "kleines" Vibrato, wie Chris es beschreibt! - Und, Chris, ich würde mich auch nicht anstrengen, ein natürliches Vibrato etwa auszublenden! - Warum? - Es ist Ornament! - Ja!

Sangesfreudige Grüße,

vox clara :92


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 15.06.2009, 10:37 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Hallo,

ich finde ja auch, dass sich die Musik in gewissem Rahmen auch die passende Stimme holt. Will sagen, wenn ich Mozart oder gar Händel singe, versuche ich automatisch mit weniger Vibrato zu singen als bei Verdi oder Wagner.

Trotzdem ist klar, zu welcher Literatur die Stimme eher passt.

Beste Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 15.06.2009, 10:46 
Offline
junges Mitglied
junges Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 20.08.2008, 14:09
Beiträge: 31
Den Caruso fand ich auch etwas anstrengend... aber da ich eh bekennender Fan des Herrn Scholl bin, haben es alle anderen schwer. *g*

@vox clara: ganz ausblenden wollte ich dann irgendwie auch nicht, weil ich das anstrengend fand, zumal das Stück einigermaßen neu war und ich damit auch noch rumpuzzeln mußte.
Lösung: Hab gemogelt. Einfach leiser gesungen. Hat keiner gemerkt...
big_hase

Ok, das funktioniert im Chor. Als Solist wenig praktikabel. Aber da muß ich mich auch keinem anpassen und kann in angemessenem Rahmen tun, was ich will. In diesem Sinne: Mr Dowland, I'm on my way...

LG
Chris

_________________
Yes, I'm very tough and manly. That's why I'm wearing a purple suit this evening. (Paul Bettany)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 15.06.2009, 11:46 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
Hi, Chris,
was singt Ihr denn da im Chor, daß Ihr kein Vibrato singen sollt? Und was ist das für ein Chor, daß so eine doch etwas ungewöhnliche Ansage gemacht wurde? ;-)



Pa/a/a/alä/ä/ä/ästri/i/i/i/i/ina/a/a... :-O

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 15.06.2009, 14:10 
Benutzeravatar
OOOOOOHHHHHHHHHH, Chris, du bist mir ja gleich sympatisch als bekennender Liebhaber von Scholl!

Ich weiß nicht, wen ich lieber mag. Sie sind mir alle sehr sympatisch, die Countertenöre, die ich zumindest kenne.
Mag sein, dass viele diese besonders zarten Stimmen für gar zu feminin halten, ich nicht!

Meine 3 Favoriten sind Philippe Jaroussky mit seiner besonderen Flexibilität bei den Koloraturen, Andreas Scholl und David Daniels mit seiner besonders warmen Stimme!

Ja, dein Chor und was ihr zur Zeit singt, würde mich auch interessieren!

Und wie vereinbart sich für dich eine Gesangsausbildung mit dem gemeinsamen Singen im Chor?

Liebe Grüße,

vox clara :hund


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 16.06.2009, 10:56 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 22.04.2006, 12:29
Beiträge: 689
Wohnort: Rheinland-Pfalz, 14.11.**
:n015
Hey ich bin gar nicht mehr alleine mit meiner "Liebhaberei" für Countertenöre, Altus und Sopranisten.
Und Herrn Scholl als einer der Besten. Aber ich sage dazu : nur in der Barock-Musik. wenn die Herren "fremdgehen" find ichs irgendwie albern.
Da haben wir Altistinnen die freie Auswahl, so unsere Stimme es hergibt.

Liebe Grüße an den Club
Uralt

_________________
Sing und finde gut, was du machst. ( D. B.)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Vibrato und "gerade" Töne
BeitragVerfasst: 16.06.2009, 15:32 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
Zitat:
Hey ich bin gar nicht mehr alleine mit meiner "Liebhaberei" für Countertenöre, Altus und Sopranisten.


Wie kommst Du darauf, daß Du da alleine wärst? :-)


Zitat:
Aber ich sage dazu : nur in der Barock-Musik. wenn die Herren "fremdgehen" find ichs irgendwie albern.


Ja, wo sollten sie denn auch hingehen, beim Fremdgehen?

Frühe Musik, Alte Musik inkl. Barock, Pop- und Rockmusik? Da sind sie eh zu Hause.

Kirchenmusik (zumindest katholische)? Das Moto proprio "Tra le sollecitudini" von Papst Pius X. vom 22. November 1905 schreibt für die Kirchenmusik Männer und Knaben vor, das war bis zum 2. Vatikanum "eigentlich" genau SO gültig, auch wenn sich viele nicht daran gehalten haben. Das waren aber keine exotischen Forderungen, das lag exakt auf den kirchenmusikalischen Strömungen des 19. Jhs. Und auch von Strawinsky wird kolportiert, daß er auf die Frage des Papstes, was denn die katholische Kirche für die Musik machen könnte, geantwortet haben soll: "Gebt uns die Kastraten zurück..!"

(Wiener) Klassik? Zu Mozarts Zeiten waren Kastraten und auch Falsettisten noch allgemein üblich. In der Kirche genauso wie in der Oper. (Heute sagt man zu Letzteren anglizistisch neudeutsch 'Countertenöre'. Wenn schon, dann korrekt 'countertenors'! Ok: Kontratenor ist jetzt auch nicht wirklich deutsch. Aber es ist trotzdem überflüssig (mindestens gedankenlos! oder gar hirnrissig?), ein lateinisches Fremdwort zur Hälfte(!) englisch zu schreiben und auszusprechen…)

frühe Romantik? Die virtuosen Sopran-Soli der Messen und Offertorien von Carl Maria von Weber für Dresden sind dem Kastraten Giovanni Sassaroli auf den Leib geschrieben worden.

Konzidiert: Kastraten sind keine Falsettisten. Doch wo es in der Vergangenheit die einen gab, gab es auch immer die anderen.

Also: Wo gehen sie fremd, wenn sie fremdgehen? Es gibt ja auch Frauen, die Tenor singen. Was singen denn dann die? Etwa nur die "Schönheitskönigin von Schneitzelreuth?" ;-)
(Balli Prell war auch Tenorin…)

Notabene (private Meinung!): ich fände den Cherubino aus dem Figaro statt mit Hosenrolle mit einem Mann besser besetzt. Da käme wesentlich besser rüber, was das für ein kleiner Idiot ist, dem die Hormone schon Oberkante Unterlippe stehen… ;-)

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 29 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

"Darf" man Wagner mögen?
Forum: Oper, Operetten, Musical
Autor: Anonymous
Antworten: 17
"Du bist die Ruh" von Rückert
Forum: Stimme
Autor: Anonymous
Antworten: 4
5-Tages-Gesangskurs "Singen aus der Mitte"
Forum: Workshop, Meisterkurse
Autor: Amethyst
Antworten: 5
Stimme "wackelt"
Forum: GesangslehrerIn
Autor: Anonymous
Antworten: 8

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron




Hosted by iphpbb3.com

Impressum | Datenschutz