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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 16:31 
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Ist es besser gesang zu studieren oder zuhause ? Ich denke wenn man so hart und verbissen auf dieses ziel (uni) hinarbeitet dann geht die passion verloren ,.... was sagt ihr dazu `? und ist eine uni besser oder kann man das gleiche lernen nur im privat unterricht?


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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 17:20 
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Liebe candido,

die meisten hier haben eine private Ausbildung und haben einen "ordentlichen" Beruf erlernt, der in der heutigen Zeit ganz wichtig ist. Viele Hochschulabsolventen haben kein Engagement, müssen sich mit kleinen Konzerten über Wasser halten, das ist oft sehr schwer. Wenn du als Sängerin auch Erfolg haben möchtest, musst du schon überdurchschnittlich begabt sein, sonst hast du kaum eine Chance irgendwo an ein Haus zu kommen.

Ein Privatstudium ist von Vorteil, du hast dein monatliches Einkommen und studierst nebenbei. Die Technik zu erlernen ist privat genau so gut wie an den Hochschulen, es kommt hier und auch dort darauf an einen guten Lehrer zu haben.

xmas_wink

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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 17:24 
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candido hat geschrieben:
Ist es besser gesang zu studieren oder zuhause ? Ich denke wenn man so hart und verbissen auf dieses ziel (uni) hinarbeitet dann geht die passion verloren ,.... was sagt ihr dazu `? und ist eine uni besser oder kann man das gleiche lernen nur im privat unterricht?


Hätte ich persönlich die Wahl, würde ich immer die Hochschule bevorzugen.
Gerade im deutschsprachigen Raum wird es ohne Hochschulabschluss vermutlich einfach sehr schwer überhaupt bis zum Vorsingen zu kommen. Ob es wirklich die bessere Ausbildung als privater Unterricht ist, sei dahingestellt. Zumindest wird an den Hochschulen breiter unterrichtet. Ob einem das Wissen aus den anderen (Rand-)Bereichen wirklich was nützt kann man vermutlich erst am Ende des Berufslebens sagen.

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 17:30 
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Mama2009 hat geschrieben:
candido hat geschrieben:
Ist es besser gesang zu studieren oder zuhause ? Ich denke wenn man so hart und verbissen auf dieses ziel (uni) hinarbeitet dann geht die passion verloren ,.... was sagt ihr dazu `? und ist eine uni besser oder kann man das gleiche lernen nur im privat unterricht?


Hätte ich persönlich die Wahl, würde ich immer die Hochschule bevorzugen.
Gerade im deutschsprachigen Raum wird es ohne Hochschulabschluss vermutlich einfach sehr schwer überhaupt bis zum Vorsingen zu kommen. Ob es wirklich die bessere Ausbildung als privater Unterricht ist, sei dahingestellt. Zumindest wird an den Hochschulen breiter unterrichtet. Ob einem das Wissen aus den anderen (Rand-)Bereichen wirklich was nützt kann man vermutlich erst am Ende des Berufslebens sagen.


Da muss ich dir widersprechen liebe Mama, ich wurde in meiner 50-jährigen Sängerinnenlaufbahn noch nie nach einem Diplom gefragt, auch nicht beim Vorsingen an der Oper.

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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 18:28 
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Ich gebe musica in allen Belangen Recht. Der Dozentenwechsel an einer Hochschule ist übrigens meist sehr schwierig, was dazu führt, dass viele Studenten " nebenbei " Privatunterricht nehmen - eine absurde Situation. Allerdings ist der finanzielle Aspekt nicht zu vernachlässigen, denn die private Ausbildung ist teuer und außerdem ausschließlich auf das Singen ausgerichtet.
In Deutschland interessiert sich niemand für das Diplom, ganz im Gegensatz zu Frankreich, wo es m. W. unverzichtbar ist. Die Situation in Österreich vermag ich nicht einzuschätzen.

Ciao. Ospite


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BeitragVerfasst: 30.11.2011, 19:46 
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Natürlich entscheidet letztlich das Singenkönnen. Dass aber eine breit gestreute Musikerausbildung einschließlich der Opernausbildung und/ oder Lied- und Oratorienausbildung, im zweiten Studienabschnitt, :fidel von großem Vorteil ist, ist für mich aber unbestreitbar. Kostenloser Klavier- Italienisch- Sprech- und Theorieunterricht (neben dem Gesangsunterricht) sind von immensem Vorteil. Wenn man begabt genug ist, erhält man auch (wenn man schon selbstständig gelebt hat) ein nicht rückzahlbares Stipendium, von dem man leben kann. Und kein Stress mit der Zeitorganisation. Und sehr viele Studierende besuchen, wenn es mit dem Uni - Gesangslehrer nicht ganz passt, extern einen Lehrer ihre Vertrauens.
Wenn "Er" da oben Material mitgegeben hat, dann würde ich gleich aufs Ganze gehen. Glück und Fleiß braucht man neben dem Talent natürlich auch. ( Casta zitiert Berlioz in Etwa so: "Du brauchst nicht nur das Glück zum Talent sondern auch das Talent zum Glück").
In diesem Sinn: Kühn in die Wogen!
LGr
alfredo

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...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 02.12.2011, 11:12 
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Meines Wissens nach wird aber in den Stellenausschreibungen für Chorsäger grundsätzlich ein Hochschulstudium verlangt. Hab das noch nirgendwo anders gesehen. Wie sind denn Eure Erfahrungen in dieser Hinsicht: Meinen die das nicht Ernst? Kann man sich mit privater Gesangsausbildung trotzdem da bewerben?


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BeitragVerfasst: 02.12.2011, 13:48 
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Mezzo-Alt hat geschrieben:
Meines Wissens nach wird aber in den Stellenausschreibungen für Chorsäger grundsätzlich ein Hochschulstudium verlangt. Hab das noch nirgendwo anders gesehen. Wie sind denn Eure Erfahrungen in dieser Hinsicht: Meinen die das nicht Ernst? Kann man sich mit privater Gesangsausbildung trotzdem da bewerben?


Dazu kann sicher Octaviane etwas mehr sagen, aus allernächster Nähe.....

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BeitragVerfasst: 02.12.2011, 20:37 
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Mezzo-Alt hat geschrieben:
Meines Wissens nach wird aber in den Stellenausschreibungen für Chorsäger grundsätzlich ein Hochschulstudium verlangt. Hab das noch nirgendwo anders gesehen. Wie sind denn Eure Erfahrungen in dieser Hinsicht: Meinen die das nicht Ernst? Kann man sich mit privater Gesangsausbildung trotzdem da bewerben?


Danke. Genau darauf spielte ich weiter oben auch an. Ich hab auch noch keine Ausschreibung gesehen, in der das Hochschulstudium fehlte.

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Gruß
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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 11:24 
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Über die Künstlervermittlung der ZAV (Vertretungen u. a. in Hamburg, Köln und München) kann man durchaus auch als Quereinsteiger versuchen, eine Anstellung in einem Opernchor* zu bekommen. Dafür kann prinzipiell jeder bei der ZAV vorsingen gehen. Die ZAV vergibt allerdings selbst keine Stellen, sie nimmt einen aber bei erfolgreichem Vorsingen in ihre Kartei auf und nennt einem freie Vakanzen (z. B im Staatstheater Oldenburg wird ein 2. Alt gesucht). Daraufhin kann man sich dann bei dem entsprechenden Opernhaus bewerben und - falls man eingeladen wird - vorsingen. Ob man die Stelle dann auch wirklich kriegt, steht wieder auf einem anderen Blatt - es wird aber in erster Linie darauf geschaut, ob die Leistung stimmt und ob der Stimmklang in den Chor passt (wenn ich auf der Stelle vorher jemanden mit kräftiger Stimme hatte, will ich womöglich nun wieder eine kräftige Stimme), nicht aber ob man ein Diplom vorzuweisen hat oder nicht.

Octaviane






*Theoretisch vermitteln sie auch Solisten, aber da muss man schon sehr viel Glück haben, das Problem bei Quereinsteigern ist eher nicht das fehlende Diplom sondern die fehlende Bühnenerfahrung.

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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 12:24 
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Octaviane hat geschrieben:
Über die Künstlervermittlung der ZAV (Vertretungen u. a. in Hamburg, Köln und München) kann man durchaus auch als Quereinsteiger versuchen, eine Anstellung in einem Opernchor* zu bekommen. Dafür kann prinzipiell jeder bei der ZAV vorsingen gehen. Die ZAV vergibt allerdings selbst keine Stellen, sie nimmt einen aber bei erfolgreichem Vorsingen in ihre Kartei auf und nennt einem freie Vakanzen (z. B im Staatstheater Oldenburg wird ein 2. Alt gesucht). Daraufhin kann man sich dann bei dem entsprechenden Opernhaus bewerben und - falls man eingeladen wird - vorsingen. Ob man die Stelle dann auch wirklich kriegt, steht wieder auf einem anderen Blatt - es wird aber in erster Linie darauf geschaut, ob die Leistung stimmt und ob der Stimmklang in den Chor passt (wenn ich auf der Stelle vorher jemanden mit kräftiger Stimme hatte, will ich womöglich nun wieder eine kräftige Stimme), nicht aber ob man ein Diplom vorzuweisen hat oder nicht.

Octaviane

*Theoretisch vermitteln sie auch Solisten, aber da muss man schon sehr viel Glück haben, das Problem bei Quereinsteigern ist eher nicht das fehlende Diplom sondern die fehlende Bühnenerfahrung.


Genau so ist es und so war es bei als ich an der Oper Aachen vorgesungen habe und auch den Vertrag bekam. Ich hatte jahrelange Bühnenerfahrung und meine 2 Lehrerin sagte mir als ich das erste Mal ins Zimmer kam, man merkt, dass sie von der Bühne kommen.

Ein Agentenspruch ist außerdem: Ob man singen kann sei nicht so wichtig, hauptsache man sehe gut aus....naja, das glaube ich zwar nicht, doch auch das soll es geben.

Doch mal ganz ehrlich, woher sollte ein Sänger Bühnenerfahrung haben, wenn er keine Möglichkeit hat auf der Bühne zu stehen...? big_gruebel (Außer bei den Belcanto-Solisten... :n129:

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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 13:49 
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Aber jetzt mal doof gefragt: Was versteht ihr denn unter Bühnenerfahrung ?? Ist es, dass man schon mit einer gewissen selbstbewußten "Aura" und einem Lächeln auf die Bühne kommt, bzw. ein Zimmer zum Vorsingen betritt, oder ist es eher, dass man weiß, dass man von links auf die Bühne tritt und nach rechts abgeht oder dass man während des Singens nicht ständig auf den Boden schaut....? Oder ist es, dass man eben schon auf einer großen Podestfläche mit Vorhang gestanden hat und solistisch gesungen hat ?? Vieles sind doch Selbstverständlichkeiten und ich würde meinen Schülern immer sagen, egal ob sie nun beim Hühnerzüchterverein singen oder in der Mailänder Scala, dass man eben mit einem Lächeln und einem selbstbewußten Gang usw.. den Platz betritt, an dem man dann singen wird. Dass man sich brav danach verbeugt und ein Strahlen ins Publikum wirft.
Das sind doch auch alles Dinge, die einem im normalen Alltag weiter helfen...

Was ist nun diese mysteriöse Bühenerfahrung, bzw. was macht sie aus ???

Lg Silje

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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 15:29 
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Es ist zunächst mal die Ausstrahlung, das Selbstbewusstsein, wie kommt man bei dem Gegenüber an, das ist beim Vorsingen sehr wichtig. Kommt man als graue Maus, unsicher und ängstlich, hat man keine Chance. Man muss da wirklich schon schauspielen können, auch wenn einem die Angst im Nacken steht, Lampenfieber da ist, man muss es überspielen können.

Darum ist es sehr wichtig, dass Schüler Konzerte machen, dass sie Selbstbewusstsein, Sicherheit allmählich lernen und freier werden, dann erst kann die Interpretation eines Stückes stimmen (wenn die Technik stimmt).

Alle Hochschulabsolventen haben lange schon Konzerterfahrungen oder Opernstudio, auch während des Studiums, hätten sie das nicht, wären die Chancen an ein Haus zu kommen sehr gering.
Das nenne ich z.B. Bühnenerfahrung.

Bei privater Gesangsausbildung ist es schwieriger eigene Konzerte zu machen und sich da die Bühnenerfahrung zu holen, dafür reichen die Schülerkonzerte oft nicht aus, doch da helfen wieder die Workshops, in denen szenisch gearbeitet wird, dort wird gezeigt wie man auftritt, was man beim Vorsingen beachten muss und es wird genau vor Ort eingeübt.

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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 15:41 
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Nee, liebe Silje,
damit ist in diesem Zusammenhang etwas Anderes gemeint : Die Mitwirkung in kompletten Bühnenproduktionen , mit Orchester, Kostüm, Maske etc., denn hier geht es ja darum, in Opernbusiness Fuß zu fassen. Im Gegensatz zum Konzertgesang, der auch semiprofessionell betrieben werden kann, geht es an der Bühne halt hauptberuflich zu - mit allen Konsequenzen. Wo man sich diese gewisse Bühnenerfahrung holt ( Opernstudio, freie Produktionen, Workshops usw. ), ist letztlich weniger erheblich. Am schwierigsten umzusetzen ist im Vorfeld gewiss die Erfahrung , welche mit Orchestern gemacht werden sollte. Die kann man sich noch am leichtesten im sakralen Bereich beim Oartoriumsgesang holen.

Ciao. Ospite big_lala


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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 16:05 
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Das ist eben der Unterschied von Hochschule und privater Gesangsausbildung. An den Hochschulen werden Rollen einstudiert und in Opernproduktionen mit Orchester aufgeführt, oder Konzerte mit großem Orchester und Chören. Die Bühnenerfahrung kommt dann, je mehr die Sänger die Möglichkeit haben in solchen Produktionen mitzuwirken, die eigentlich an den Hochschulen die Regel sind, oft werden sie auch schon für kleinere Rollen an Häuser vermittelt, was ich aus Erfahrung einer Schülerin kenne.

Es gibt ja auch Sänger die nicht zur Opernbühne möchten, sondern als Konzertsänger ihr Brot verdienen möchten. Auch sie haben an den Hochschulen die Möglichkeit große Konzerte zu singen oder vermittelt zu werden.
Ich habe mal eine Hochschulproduktion miterlebt in Köln, dort wurde die Gärtnerin aus Liebe von Mozart aufgeführt und im Publikum saßen einige bekannte Agenten, die auch nach getaner Arbeit Angebote an einzelen Sänger machten.

Aber auch in einer privaten Ausbildung kann man sich zum Profi hocharbeiten, eine Bühnenprüfung ablegen und Agenten vorsingen. Dazu sind dann wieder die Dinge wichtig, die ich im ersten Beitrag aufgezählt habe. Große Konzerte mit Orchester, ob sacral oder Oper, Operette, tragen dazu bei Bühnenerfahrung zu sammeln. Bühnenerfahrung hat m.E. nicht nur etwa damit zu tun an irgend einem Opernhaus zu sein, sondern viele Konzerte zu machen ob mit oder ohne Orchester, z.B. auch Liederabende. Die Anzahl der Konzerte macht es, allerdings in einem Rahmen, der nicht zum Hauskonzert gehört.

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BeitragVerfasst: 04.12.2011, 19:25 
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Liebe Musika, lieber Ospite,

seht ihr, ich muß nur ein bisschen dumm fragen und bekomme dann glücklicherweise schlaue Antworten.
Eure Ausführungen sind sicherlich sehr hilfreich für die Leser-/innen und für candido, die nun noch genauer die Unterschiede zwischen Hochschule und privater Ausbildung vor Augen geführt bekommen hat.
Ausnahmen davon gibt es immer, das ist klar.

LG Silje

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BeitragVerfasst: 05.12.2011, 11:20 
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Für mich gehört neben dem eigentlichen Auftreten und der "Bühnenausstrahlung" (die man mE in der Tat trainieren kann) auch das handwerkliche Rüstzeug wie Sprach(en)unterricht, Fechten, Schauspiel etc. zur Bühnenerfahrung/Berufspraxis. Hier ist der Hochschulabsolvent in der Tat im Vorteil, da diese Dinge ja zum Curriculum gehören (sollten), während der privat Studierende sich für teuer Geld einzelne Lehrer und Coaches suchen muss.

Octaviane

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BeitragVerfasst: 09.12.2011, 00:01 
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Die Richtigkeit von all das was ihr geschrieben habt, kann ich mit meiner Beispiel auch erleichtern.

Habe Bühnenerfahrungen in verschiedensten Chören, bis hin zum Semiprofessionellen Philharmonischen Chören, die dann entsprechend mit Orchestra und Solisten Großkonzerte gegeben habe.
Habe auch in freien Produktionen mitgewirkt, die meine angeborene schauspielerische Fähigkeiten und die Bühnensicherheit sicherlich geschliffen haben.
Aus "Altersgründen" und wegen mangelnder Grundausbildung war mir Musikhochschule schon ausgeschlossen, blieb also Privatunterricht.
Und das ist meine Krüke, weil mein Repertoir zur Zeit nicht breit genug ist, und weil man neben Arbeit und Familie und Umziehen und weiß der Täufer welche alltägliche Sorgen einfach nicht so viel Zeit für Singen einräumen kann als ein Hochschulstudent - kommt man natürlich mit der Ausbildung viel langsamer voran. Während der Studium ist deine Hauptbeschäftigung das Lernen von all den Wissen, das zu deinem Fach gehört.

Tatsache ist, dass ich in dem Extrachor der Staatsoper aufgenommen wurde, jedoch ich glaube das lag damas daran, dass ich selber mir nicht viel Chance eingerichtet habe und deswar konnte ich locker sein. Als ich später nochmals vorsingen musste, war ich sooo nervös, dass ich mein ganzes Vorsingen kaputt gemacht habe. Man hat mir gesagt, ja, wir hören, Sie haben eine sehr schöne Stimme, aber es hat heute nicht so gut geklappt.... Das war sehr bitter...
Inzwischen habe ich das Glück einige Konzerte und Kirchenauftritte gehabt zu haben, und habe langsam gelernt meine Aufregung in Grenzen zu halten, so dass es mich nicht mehr hindert. Aber das kommt wirklich mit der Übung.

Deshalb ist meine Meinung: wenn man vom Gesang träumt, sollte man auf jeden Fall versuchen auf die Hochschule zu kommen. Auch nachher kann man als Quereinsteiger noch etwas anderes studieren, zB. mit Pädagogie ergänzen und Gesanglehrer werden oder ganz etwas anderes. Die meisten Berufe kann man ja in jedem Alter lernen, aber für Gesangausbildung muss du U30 sein...

also liebe Grüße an alle QuereinsteigerInnen... :)
von einer Quereinsteigerin... :)

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It's the possibility of having a dream come true that makes life interesting. (Paulo Coelho, The Alchimist)


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BeitragVerfasst: 30.12.2011, 15:04 
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So einfach ist es aber leider oft nicht, an einer Musikhochschule aufgenommen zu werden, das weiß sicher jeder, der es mal versucht hat. Da bewerben sich an die 100 Sänger auf vielleicht 3 Studienplätze und wer da genommen wird, ist meistens schon vorher Privat-Student oder Jungstudent an der Hochschule bei einem bestimmten Prof gewesen oder hat ettliche Wettbewerbsgewinne in der Tasche oder wirklich hochbegabt, wobei ich mich oft frage, wie die das in 10 min rausfinden wollen, wenn man auch die mögliche Prüfungsangst, Tagesfassung etc mit beachten muss. Was zählt, ist der Moment, wie schon geschrieben wurde. Man muss eben überzeugen und in positiver Erinnerung bleiben. Nicht leicht, wenn man entweder ganz am Schluss dran kommt, wofür man nichts kann, die Jury keine Lust oder Muse mehr hat, der Saal vielleicht für einen subjektiv ungeeignet erscheint, man plötzlich aufgrund der Aufregung einen Texthänger hat oder auch nur ganz kurz den Gedanken hat "das Stück hätte ich besser doch noch nicht angeboten", was man davor natürlich nicht so gesehen hat und und und. Mir ist es schon passiert, dass die erste Runde super lief, ich sogar gefragt wurde, warum ich den Schwerpunkt Pädagogik wählte und nicht gleich Operngesang :-D (ich sang die Adele-Arie "Mein Herr Marquis" und hatte wirklich das Gefühl "leckt mich alle am A**** ich singe jetzt :-D" und ging voll in der Rolle auf.) Danach bei der 2. Runde war natürlich deutlich weniger Adrenalin mit im Spiel, da ich ja die erste Runde schon "im Sack hatte", dann kam das "Schlagende Herzen" von R. Strauss, was meine Lehrerin und ich anscheinend unterschätzt hatten denn die Klavierbegleitung stützt einen nicht wirklich sondern wenn man nicht super sicher ist, wirft sie einen eher raus. Genau das passierte, auch wenn ich nicht abbrechen musste. Die Ausstrahlung war wohl eher Eisschrank bzw ängstliches Mauerblümchen und ich spürte bereits während des Vortrags, dass ich draußen bin und so war es dann auch.

Und dann ist auch noch die Frage, ob man während des Studiums wirklich besser wird oder vielleihct sogar schlechter, je nachdem an welchen Prof man gerät, ob die Chemie stimmt, auch unter den Mitstudierenden! Je sensibler man ist, desto härter kann das werden. Klar kann man das auch als Training für später sehen, wenn man sich gegen die Konkurrenz behaupten muss/will, aber andererseits muss man auch erstmal was können, jemand sein, eine Bühnenpersönlichkeit, um das nötige Rückgrad zu haben, das wird einem ja nicht zwangsläufig in die Wiege gelegt.

Zumindest geht es mir so: ich bin dann gut, wenn ich weiß, dass ich es schaffen kann, weil ich mein Bestes dafür zur Vorbereitung getan habe, weil die Umstände so sind, dass es gut gehen kann. Natürlich kann immer was schief gehn, aber das kann man dann nicht wirklich verhindern und das nimmt einem auch den Druck. Wenn ich aber Zeit meiner Ausbildung immer nur kämpfen muss, schon im Unterricht, wie soll ich da Selbstbewusstsein aufbauen? Also ich könnte das nicht.

Ich zb bin in der Uni eingeschrieben und in der Musikhochschule, im Studienfach Musikpädagogik (Magister), dh ich kann auch die Hochschulsport-Angebote nutzen. Schauspielunterricht kostet gerade mal 15 Euro pro Semester und ist wirklich gut, da sehr individuell. man lernt zu improvisieren, eine wichtige Voraussetzung um mit unvorhersehbaren Ereignissen gut zurecht zu kommen, und auch um sich schnell in eine Produktion einzufädeln, so denke ich zumindest.
Das Fächten ersetze ich durch Katori Shinto Ryu, eine japanische Samurai-Kunst, die wahrscheinlich ähnlich gut geeignet sein dürfte.
Das teuerste ist noch der Gesangsunterricht aber dafür fühle ich mich wohl bei der Lehrerin und das ist finde ich unbezahlbar.

Ob ich es so schaffen werde, weiß ich nicht. Ich bin nicht mehr so darauf fixiert, unbedingt vom Gesang leben zu wollen, das wäre wohl auch etwas naiv als Sopran :-) Aber ich schließe diese Tür auch nicht eigenhändig und wer weiß was noch kommt :-)

Lg, Olympia

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