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 Betreff des Beitrags: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 15.09.2008, 14:35 
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Hallihallo,

am Samstag hatte ich ein interessantes Erlebnis, das wieder einmal gezeigt hat, dass man Stimmen nicht nur nach dem Stimmklang einordnen kann. Auf einer Geburtstagsfeier eines Freundes sangen Chris und ich u.a. jede eine Soloarie. Nun liegt Chris stimmlich etwas höher als ich und ihr Stimmklang ist auch etwas heller als meiner. Allerdings ging meine Arie bis a2, während ihre bis f2 ging. Doch bedingt duch den helleren Stimmklang, waren die Zuhörer (die übrigens mit klassischem Gesang sonst nicht so "konfrontiert" werden, also recht "unbedarft" waren) davon überzeugt, dass Chris höher gesungen hatte als ich. Ich musste dann auch mehrmals erklären, dass ich kein Alt bin, sondern es auch bei Sopranen eben Stimmen gibt, die hell klingen und solche, die dunkler klingen. Aber irgendwie ist es schon interessant, auch mal die Eindrücke von Menschen zu hören, die sich eben mit klassischem Gesang noch gar nicht beschäftigt haben, ich weiß ja mittlerweile, wo ich stimmlich hingehöre :dafür: und kann die Kommentare ganz gut einordnen. Und wenn ein Mensch, von dem man es gar nicht erwartet hat und der sich mit dem Thema zuvor wahrscheinlich noch gar nicht beschäftigt hat, nach dem Singen auf einen zukommt, einem seinen (zum Glück positiven, hehe) Eindruck schildert, dann finde ich das ein sehr schönes Kompliment.

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 15.09.2008, 16:47 
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Hallo Octaviane,

Deine geschilderte Erfahrung dass hellere Stimmen "höher" gehört werden liegt schlichtweg darin begründet dass die meisten Menschen nicht im Stande sind, Tonhöhen auch nur annähernd zu erkennen.

Dazu fällt mir folgendes Konzerterlebnis ein: Bei einem sogenannten Gesprächskonzert wurden zunächst einzelne Stellen einer Alt-Arie von einem Altus, also einem Mann gesungen. Später, in der Gesamtaufführung, erklang diese Arie von einer Frauenstimme. Nach dem Konzert habe ich von anderen Besuchern Gesprächsfetzen aufgeschnappt, wonach der Mann ja so hoch wie ein Sopran gesungen habe (obwohl er genau die gleichen Töne gesungen hat wie anschließend die Alt-Sängerin, der höchste war es'').

Die Sopran-Klangvarianten betreffend: In den ersten Monaten meines Gesangsunterrichtes hatte ich vor mir eine Sopranistin, von der ich auch erst dachte sie sei ein Mezzo (später erfuhr ich dass sie ursprünglich tatsächlich in dieser Lage gesungen hatte).

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 15.09.2008, 17:32 
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Hallo AK-Kontraalt

Ich fand es einfach interessant, wie der Stimmklang das Ohr "täuschen" kann, was Tonhöhen betrifft und ich will ja auch nicht sagen, dass ich nicht getäuscht würde, wenn man mir zwei Arien, die ich nicht kenne, mit verschiedenen Stimmtypen vorsänge. Ich meine, das Publikum wusste einfach nicht, dass meine Arie in Fachkreisen gemeinhin als Sopranarie deklariert ist. Und in Laienkreisen, also bei Leuten, die sich mit dem Thema nicht so ausgiebig befasst haben, wie wir das hier tun, wird dunkler Stimmklang eben auch oft mit tiefer Stimme gleichgesetzt.

Das ist ja auch ein Problem, das vollere Sopranstimmen (und wohl auch Mezzos) im Kirchenbereich haben. Für die meisten Sopranpartien (besonders Bach, Händel, Mozart) klingen unsere Stimmen den meisten Kantoren nicht hell genug oder sind zu "groß", da würden wir dem Geschmack nach wohl eher für die Altpartien engagiert. Die mir zumindest dann nur einfach zu tief liegen. Aber ich muss auch selbst sagen, dass ich z.B. eine Partie wie die des Gabriels (Schöpfung), mit einer Stimme wie der meinen gar nicht so gerne hören würde, da schwebt mir doch ein hellerer Klang vor.

Aber zum Glück gibt es ja auch für große Sopranstimmen einige schöne Oratorien.

Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 16.09.2008, 13:29 
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Huhu!

Ja, betreffend das wirklich interessante und spannende Erlebnis am Samstag möchte ich auch noch was zum Stimmklang äußern: Ich kenne die Arie, die Octaviane gesungen hat, durchaus auch und weiß, daß der "hohe Pieps" ein a2 ist, weil hier irgendwo die Noten rumfliegen (sollten. Im Moment verstecken sie sich erfolgreich) und das da so drinsteht. Wenn ich aber nur nach Gehör gegangen wäre, wäre ich da im Leben nicht drauf gekommen, weil es durch den Stimmklang - den ich hier einfach mal "wärmer" nennen möchte - kurioserweise tiefer wirkt. Wirklich Töne "raushören" und benennen kann ich aber sowieso nicht.
Vielleicht könnte man mal ein heiteres Töneraten bei Menschen mit verschiedenen Stimmklängen versuchen? :n141:

Irgendwie ist das Ding, das wir da im Hals haben, schon ein ziemliches Phänomen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 16.09.2008, 15:03 
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Da stimme ich Dir zu (aber wir sind uns ja eh oft einig *g*). Man merkt auch, dass Singen beileibe keine exakte Wissenschaft ist. Menschen hören unterschiedlich und ordnen das Gehörte (u.a. je nach Vorkenntnissen und persönlichem Gusto) unterschiedlich ein. Ich habe mich gestern nämlich aufgenommen und hätte meinen Stimmklang nun niemals mit einem Alt verwechselt. Aber gut, ich habe ja auch Dola als Referenz für eine echte Altstimme. :dafür:

Und immerhin wurde ich nicht gefragt, ob ich Bariton singe :n31:

Dezent alberne Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 16.09.2008, 15:27 
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Tja, der Bariton. Davon kann ich auch noch berichten: Irgendwann habe ich mal in irgend einem Chörli ausgeholfen, und am Ende der Probe sagte mein Nebensitzer (Tenor) tatsächlich zu mir: "Sie sind doch ein Bariton!" Naja, morgens bin ich das tatsächlich (Stichwort: "Der Morgenbass"), aber die Probe war abends... Habe mich jedenfalls köstlich darüber amüsiert!

Dass gleiche Töne bei verschiedenen Singstimmen unterschiedlich zu klingen scheinen lässt sich übrigens auch bei den Instrumenten beobachten. Spielt mal auf einer Geige einen Ton und auf einem Cello genau den selben Ton, beispielsweise das kleine a. Wer keine Tonhöhen erkennt wird diesen Ton beim Cello als "tieferen" Ton wahrnehmen.

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 23.09.2008, 13:01 
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Habe soeben eine CD mit einem Duett zweier Tenöre gehört, bei dem man auch meinen könnte es sei ein Tenor-Bariton-Duett - wirklich faszinierend, dieser Klangunterschied! Es handelt sich bei den beiden Sängern um Juan Diego Flórez und Placido Domingo. Domingos scheinbarer "Bariton" ist sicherlich nicht allein dadurch bedingt dass er über 30 Jahre älter ist als Flórez... (Meines Wissens sang Domingo als ganz junger Sänger tatsächlich Bariton.)

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 24.09.2008, 02:30 
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Im Dauereinsatz ist Domingo DER Tenor- ohne Frage.
Der Einstieg als Bartiton ist auch eine Info, die ich kenne.
Ich glaube auch dass ein Stimmtimbre letztendlich die Stimmlage entscheidet.
Dazu kommt noch die Charaktereigenschaft im täglichen Leben.
Dies zusammen liefert das Ergebnis.
Stimtimbre + Charakter im tägl. Leben = Stimmlage
Es ist nicht von ungefähr, das Komponisten, die Impulsiven als Baritone verkörpern , die Kaiser und Könige als Bässe,
die Heißsporne als Tenöre usw.
Über die weiblichen Stimme sollen andere Abschätzungen machen.

LG rugero (Bariton)

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Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 26.09.2008, 12:56 
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Darf ich denn eine Frage in diesem Zusammenhang an die Sangesexperten stellen? -
Könnte es sein, dass wenn ein Mensch mit tiefem Timbre eine - wider seine Natur - hohe Stimmlage singt, er dann aber mit der Intonation Schwierigkeiten bekommt? - Oder ist die Intonation eine Sache allein des Gehörs, nicht der Stimme selbst?

Ich danke für die kompetenten Antworten!

Vox clara :hund


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 26.09.2008, 15:29 
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Moment, moment, ich will doch noch einmal klarstellen, dass es Stimmen mit dunklerem oder "wärmerem" Timbre gibt, die trotzdem eine hohe Stimmveranlagung haben, wie mich zum Beispiel :n99: Dass es zuhauf (echte) Mezzos gibt, deren Timbre noch weitaus dunkler ist als meins bestreite ich dabei gar nicht. Aber allein vom Timbre auf die Stimmlage schließen zu wollen halte ich nach wie vor für überstürzt. Klar spielt es eine Rolle, aber so wie viele andere Faktoren auch.

Nun zur Intonation. Ich denke schon, dass jemand, der wider seine Natur in einer zu hohen oder zu tiefen Lage singt, Probleme mit der Intonation bekommen kann. Singe ich für meine Stimme geeignete Literatur (die man erst mal finden muss, haha :kaffee ), so stelle ich fest, dass ich weitaus seltener sinke als bei "ungeeigneter" Literatur (also tendentiell zu tiefer (oder zu hoher) Literatur). Intonation hat schon was mit dem Gehör zu tun, aber auch mit Körperspannung (merke: auch in der Mittellage und Tiefe stützen :dafür: ). Manchmal ist der Ton ja nicht wirklich gleich deutlich messbar "daneben", sondern es fehlen ihm vielleicht nur (aufgrund mangelnder Spannung) die Obertöne.

Ich meine also, dass die Intonation sowohl eine Sache des Gehörs als auch der Stimme (oder der richtigen Stimmbenutzung) ist. Diese Meinung ist wissenschaftlich jedoch vollkommen unbegründet :lol

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 06.01.2017, 18:05 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Tja, der Bariton. Davon kann ich auch noch berichten: Irgendwann habe ich mal in irgend einem Chörli ausgeholfen, und am Ende der Probe sagte mein Nebensitzer (Tenor) tatsächlich zu mir: "Sie sind doch ein Bariton!" Naja, morgens bin ich das tatsächlich (Stichwort: "Der Morgenbass"), aber die Probe war abends... Habe mich jedenfalls köstlich darüber amüsiert!

Dass gleiche Töne bei verschiedenen Singstimmen unterschiedlich zu klingen scheinen lässt sich übrigens auch bei den Instrumenten beobachten. Spielt mal auf einer Geige einen Ton und auf einem Cello genau den selben Ton, beispielsweise das kleine a. Wer keine Tonhöhen erkennt wird diesen Ton beim Cello als "tieferen" Ton wahrnehmen.

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Du klingst baritonal? Wie tief singst Du als "Morgenbaß" denn? Und normalerweise? Das mit dem Bariton muß ich mir hin und wieder nämlich auch anhören.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 07.01.2017, 01:03 
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Ob ich baritonal klinge, das kann ich nicht selbst beurteilen. Jeder hört etwas anderes. Ein Chorleiter beispielsweise meinte mal, dass jemand von den Bässen etwas eine Oktave tiefer mitgesungen hatte - dabei war ICH das... :mrgreen

Meine zweite Gesangslehrerin hingegen sagte zu Anfang mal, "ich muss Ihnen sagen, Sie haben einen wirklich schönen Alt, um den sollten wir uns auch mal kümmern, nicht nur um den Tenor" - zu jener Zeit wusste sie noch gar nicht dass ich tatsächlich Tenor singe, und als ich sie dann fragte wie sie denn DARAUF komme, ich habe doch noch gar nichts von Tenor gesagt, da lachte sie nur und meinte, das sei doch wohl sonnenklar dass ich Tenor singe.

Bei einem Singalong drehte sich der vor mir sitzende Mitsänger einmal nach mir um und meinte dann, "Sie sind ja wirklich ein echter Tenor!" - das hat mich natürlich diebisch gefreut!!!

Jemand anderes wiederum wollte mich als Mezzosopran einstufen - nee nee nee, das ist aber wirklich definitiv daneben. :n111:

Reichweite des Morgenbasses: Mindestens bis zum F, gelegentlich sogar zum D, aber nur morgens vor dem Aufstehen, wie ich zu sagen pflege. Wirklich verwendbar ist das nicht, es ist "nur" mein ganz privates Vergnügen.

:n26:

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 07.01.2017, 15:47 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Ob ich baritonal klinge, das kann ich nicht selbst beurteilen. Jeder hört etwas anderes. Ein Chorleiter beispielsweise meinte mal, dass jemand von den Bässen etwas eine Oktave tiefer mitgesungen hatte - dabei war ICH das... :mrgreen

Meine zweite Gesangslehrerin hingegen sagte zu Anfang mal, "ich muss Ihnen sagen, Sie haben einen wirklich schönen Alt, um den sollten wir uns auch mal kümmern, nicht nur um den Tenor" - zu jener Zeit wusste sie noch gar nicht dass ich tatsächlich Tenor singe, und als ich sie dann fragte wie sie denn DARAUF komme, ich habe doch noch gar nichts von Tenor gesagt, da lachte sie nur und meinte, das sei doch wohl sonnenklar dass ich Tenor singe.

Bei einem Singalong drehte sich der vor mir sitzende Mitsänger einmal nach mir um und meinte dann, "Sie sind ja wirklich ein echter Tenor!" - das hat mich natürlich diebisch gefreut!!!

Jemand anderes wiederum wollte mich als Mezzosopran einstufen - nee nee nee, das ist aber wirklich definitiv daneben. :n111:

Reichweite des Morgenbasses: Mindestens bis zum F, gelegentlich sogar zum D, aber nur morgens vor dem Aufstehen, wie ich zu sagen pflege. Wirklich verwendbar ist das nicht, es ist "nur" mein ganz privates Vergnügen.

:n26:


Hahaha! Lustige Geschichte!
Meinst Du F bzw. D (goße Oktav) oder f bzw. d (kleine Oktav)?? Oder gemäß
https://en.wikipedia.org/wiki/Scientifi ... tation.png
F2 bzw. D2 (große Oktav) oder F3 bzw. D3 (kleine Oktav)? Die große Oktav ist ja wirklich Baß, die kleine wäre Tenor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 00:06 
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Liebe Contraalta,

wenn ich von der Reichweite des Morgen-Basses schreibe, dann kann ja nicht die kleine Oktave gemeint sein. Wenn sich die Formulierung aus meinem vorherigen Beitrag "Wirklich verwendbar ist das nicht, ..." auf den Tonbereich der kleinen Oktave bezöge, dann sänge ich definitiv in der absolut falschen Stimmgruppe, und dann wäre ich ebenso definitiv auch kein Kontraalt. Auch für einen "normalen" Alt ist zumindest das f noch problemlos erreichbar und einigermaßen klangvoll singbar, gehört also gewiss nicht zur Abteilung "Morgenbass".

Das kleine f ist für uns KA doch wirklich ein Spaziergang, oder? Das kommt in jeder Chorprobe für den Tenor gefühlt tausend Mal vor. Und das kleine d ist auch noch "bequem tief". Nein, wenn ich meinen Morgen-"Bass" beschreibe, dann meine ich exakt das was ich geschrieben habe: Ein F (D) und nicht ein f (d), also wirklich aus dem Tonbereich der großen Oktave.

big_baden

LG AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 15:03 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Liebe Contraalta,

wenn ich von der Reichweite des Morgen-Basses schreibe, dann kann ja nicht die kleine Oktave gemeint sein. Wenn sich die Formulierung aus meinem vorherigen Beitrag "Wirklich verwendbar ist das nicht, ..." auf den Tonbereich der kleinen Oktave bezöge, dann sänge ich definitiv in der absolut falschen Stimmgruppe, und dann wäre ich ebenso definitiv auch kein Kontraalt. Auch für einen "normalen" Alt ist zumindest das f noch problemlos erreichbar und einigermaßen klangvoll singbar, gehört also gewiss nicht zur Abteilung "Morgenbass".

Das kleine f ist für uns KA doch wirklich ein Spaziergang, oder? Das kommt in jeder Chorprobe für den Tenor gefühlt tausend Mal vor. Und das kleine d ist auch noch "bequem tief". Nein, wenn ich meinen Morgen-"Bass" beschreibe, dann meine ich exakt das was ich geschrieben habe: Ein F (D) und nicht ein f (d), also wirklich aus dem Tonbereich der großen Oktave.

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LG AK-Kontraalt


Liebe AK-Kontraalt,

ich war eben so erstaunt wegen des D (große Oktav), daß ich lieber nochmal nachfragte.
D ist aber schon extrem. F klappt bei mir inzwischen immer, aber D ??
Wie machst Du das, zum D zu kommen? Das ist ja schon extremer Kontraalt. Welchen Bereich singst Du sonst als verwendbare Wohlfühllage. ich glaube, Du schriebst das bereits, aber ich finde es gerade nicht mehr. Danke für die Aufklärung. Im Baß gelandet bin ich bisher nicht, Bariton/hoher Baß ist schon OK, aber normaler Chor-Baß, außer es ist hoher Baß, i.d.R. ganz klar zu tief.

Liebe Grüße

contraalta


Zuletzt geändert von contraalta am 08.01.2017, 15:59, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 15:56 
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ich würde euch ja gerne alle mal hören.....wäre sicher interessant und aufschlussreich, wie die Stimmlage wirklich ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 16:03 
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musica hat geschrieben:
ich würde euch ja gerne alle mal hören.....wäre sicher interessant und aufschlussreich, wie die Stimmlage wirklich ist.

big_lala


Aber wer könnte denn wirklich beurteilen, WIE ein Kontraalt zu klingen hat? Sehr, sehr tief- das ist klar.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 22:13 
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Liebe Contraalta,

ich hab' es gefunden, wo ich schon mal meine Wohlfühllage verortet hatte - wie folgt:


"Zitat von Mezzo-Alt: 'Jetzt bin ich ja ein neugieriger Mensch: Wo singt Ihr denn herum, Ihr Kontra- und Ur-Alte? Also: zwischen welchen Tönen ist Eure Sahnelage?
Bin bestimmt nicht so alt wie Ihr...'

Lieber neugieriger Mensch, Deine Frage kann beantwortet werden: :mrgreen

Die meisten tiefen "Alten" singen im Alt, so weit wie sie eben können, und lassen die für sie zu hohen Töne einfach weg. Mir selbst ist der Weg in die Tenorlage gewiesen worden, demzufolge singe ich hauptsächlich im Bereich klein c bis a1 "herum", als "Sahnelage" (Wohlfühllage) würde ich den Tonbereich etwa von klein es bis f1 bezeichnen (plus/minus, je nach Tages- und sonstiger Form). Beim kleinen d beginnt die tiefe Lage, ab g1 ist's für mich hoch. Morgens gelten alle diese Werte um eine Quarte tiefer... :kaffee"


Soviel aus dem "Nähkästchen" des Tiefstimmlers und morgendlichen "Baritons", :n101:


Wie ich das große D "mache", kann ich Dir leider nicht sagen. Wenn es mal da ist, dann ist es eben einfach da, aber, wie schon geschrieben, nur morgens und auch dann nur gelegentlich.

:kaffee

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weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 22:35 
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Nun hab' ich mal das Beispiel einer Männerstimme anzubieten, bei der man spontan von der Stimmfarbe her eine andere Stimmlage vermuten würde.

Bei einem Chorkonzert mit Solisten fiel mir der Bass-Sänger auf, der eine so hell timbrierte Stimme hatte dass ich ihn sofort für einen verkappten Tenor gehalten habe. Im Verlaufe seiner Arie bemerkte ich dann allerdings die kräftige Tiefe einerseits und das für ihn offenkundig doch wirklich hohe e' andererseits.

Und nun fällt mir gerade Christian Gerhaher als weiteres Beispiel ein. Ich habe ein paar CDs von ihm. :92
Er klingt viel heller als z. B. Hermann Prey, der seinen Bariton auch immer als "hoch" bezeichnet hat, bei dem aber meines Wissens immer außer Frage stand dass er KEIN Tenor ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmlage vs Stimmfarbe
BeitragVerfasst: 08.01.2017, 23:40 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Liebe Contraalta,

ich hab' es gefunden, wo ich schon mal meine Wohlfühllage verortet hatte - wie folgt:


"Zitat von Mezzo-Alt: 'Jetzt bin ich ja ein neugieriger Mensch: Wo singt Ihr denn herum, Ihr Kontra- und Ur-Alte? Also: zwischen welchen Tönen ist Eure Sahnelage?
Bin bestimmt nicht so alt wie Ihr...'

Lieber neugieriger Mensch, Deine Frage kann beantwortet werden: :mrgreen

Die meisten tiefen "Alten" singen im Alt, so weit wie sie eben können, und lassen die für sie zu hohen Töne einfach weg. Mir selbst ist der Weg in die Tenorlage gewiesen worden, demzufolge singe ich hauptsächlich im Bereich klein c bis a1 "herum", als "Sahnelage" (Wohlfühllage) würde ich den Tonbereich etwa von klein es bis f1 bezeichnen (plus/minus, je nach Tages- und sonstiger Form). Beim kleinen d beginnt die tiefe Lage, ab g1 ist's für mich hoch. Morgens gelten alle diese Werte um eine Quarte tiefer... :kaffee"


Soviel aus dem "Nähkästchen" des Tiefstimmlers und morgendlichen "Baritons", :n101:


Wie ich das große D "mache", kann ich Dir leider nicht sagen. Wenn es mal da ist, dann ist es eben einfach da, aber, wie schon geschrieben, nur morgens und auch dann nur gelegentlich.

:kaffee




Puuuh! Das ist schon extrem! Danke für die Suche. Ich war so neugierig. Gehst Du dann wirklich ans Klavier, um das zu kontrollieren und dann festzustellen, daß es wirklich ein D in der großen Oktav ist? Das wäre ja sehr witzig! Dann stimmt es mit dem "Morgenbaß" tatsächlich! Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, morgens zu prüfen, wie tief meine übernächtigte Stimme ist, da diese Situation für mich nicht den normalen Umständen entsräche. Wenn man früh direkt nach dem Aufwachen so prima entspannt vom Nachtschlaf ist, kommt man schon wegen der Entspannung super in die Tiefe. ich hatte ab und zu das Pech, Morgenproben zu haben und da waren alle Stimmen im tiefsten Keller und hatten Höhenprobleme- v.a. die Tenöre und Soprane und alle klangen sch....


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