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 Betreff des Beitrags: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 11:11 
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Ich würde gerne mal den Komplex Stimmentwicklung - Stimmfächer zur Diskussion stellen.

Wie empfindet Ihr das - ist Euch diese Stimmfacheinteilung eher hilfreich beim Singen oder eher hinderlich, etwa, wenn die Stimme sich weiterentwickelt und man in das Repertoire eines neuen Stimmfaches hineinwächst?

Mir waren Stimmfächer und Stimmfachzugehörigkeit immer wichtig, weil es mir eine gewisse stimmliche Identität gegeben hat. Ob einem die nun rundum behagt oder nicht, steht auf einem anderen Blatt, aber man ist doch irgendwie repertoire-mäßig aufgeräumt und versorgt.

Ein lieber Freund wandte ein, dass die Einteilung ja in der Kirchenmusik und im Lied nicht greife. Ganz zustimmen konnte ich nicht, weil es durchaus Lieder gibt, die ich mit meiner Stimme nicht singen würde, die Schhubert'sche Krähe zum Beispiel. An der hab ich viel gelernt, nur öffentlich singen würde ich sie nicht. Eine Altistin oder ein schwerer Sopran könnte das aber schon glaubhaft präsentieren, wie ich finde. Oder seht Ihr das ganz anders?

Gespannte Grüße
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 11:53 
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Mein Lieblingsthema *bg*

Liebes Olympchen,

ich sehe das eigentlich ganz ähnlich wie Du. Und kann ja auf eine lange Suche nach dem richtigen Stimmfach zurückblicken.

Auf die Frage, ob die Stimmfacheinteilung für mich (beim Singen) hilfreich oder hinderlich ist antworte ich mal : Ja ;-)

Denn einerseits ist es auch für mich sehr wichtig zu wissen, wo ich stimmlich hingehöre, da mir das Sicherheit gibt. (Und es ist wohl auch eine Sache der persönlichen Identifikationsfindung)

Andererseits tendiere ich vielleicht dazu, mit mir selbst zu hart ins Gericht zu gehen, was das Repertoire angeht, das ich meiner Meinung nach singen "darf" (das also (vermeintlich) zu meiner Stimme passt). Dabei vergesse ich nämlich gern, dass dabei der individuelle Geschmack (des Zuhörers) eine große Rolle spielt und man es eben nicht allen recht machen kann.

Da ist eine zu strenge Stimmfacheinteilung also wieder eher hinderlich. Und natürlich geht die Suche wieder ein wenig los, wenn man in ein neues Stimmfach hineinwächst - ich befinde mich ja gerade im Stadium "groß-lyrischer Sopran aufwärts" , da befindet man sich manchmal schon noch in der Schwebe - die einen Sachen sind schon zu lyrisch, die anderen noch zu dramatisch. Aber vielleicht ist das dann gerade besser, sich nicht zu sehr festzulegen, sondern sich in die eine oder andere Richtung auszuprobieren. Solange man sich nicht vollkommen verzettelt - aber zum Glück gibt es ja auch viel passendes Repertoire für diese Art der "Zwischenfach"-Stimme.

Beim Lied bin ich übrigens auch Deiner Meinung - es gibt einfach Lieder, für die ist diese Stimme passender und andere, für die ist jene Stimme passender. Und irgendwo trifft das auch auf die Kirchenmusik zu. Allerdings sind die Grenzen hier nicht so streng wie beim Stimmfachsystem nach Herrn Kloiber (was immer man davon halten mag) und natürlich spielt hier der persönliche Geschmack auch eine (vielleicht noch entscheidendere) Rolle als im Operngesang. (Da kann es manchmal sehr interessant sein, die Klangvorstellungen/- vorlieben von Laien zu erfahren. Die sehen die Sache nämlich manchmal ganz anders als so genannte "Leute vom Fach").

Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 19:58 
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Oha, da schneidest Du ein Thema an, andem ich mir seid letztem Jahr schon die Zähne ausbeiße.
Nach meinem Stimmzusammenbruch vor 3 Jahren begann ich mit dem GU.
Einschätzung meiner GL war damals "tiefer Alt". Änderte sich mit der Zeit in Mezzo.
Mein Chorleiter schätzte mich vor dem Zusammenbruch als Mezzo/dramatischer Sopran ein.
Letztes Jahr zog meine GL weg, ich probierte eine hier in der Gegend aus.
Die war wieder der Meinung ich sei ein reiner, dramatischer Sopran.
Da war sie von überzeugt nachdem ich "Panis Angelicus" für Mezzo gesungen hatte.
Ich war davon nicht überzeugt. Kam allgemein nicht mit ihr zurecht und bin deshalb nicht mehr hin.

Da diese Wechselei (inklusive komplettem Methodenwechsel) kurz vor nem Konzert war,
war ich extremst verunsichert.
Hab dort "Ombra mai fu" gesungen, was kläglich in die Hose gegangen ist.
Technik etc. war wie weggeblasen.
Nachdem ich wieder mit meiner alten GL über Skype Unterricht hatte, saß die Unsicherheit so tief, dass selbst "Dank sei dir Herr" (Alt) zu hoch für mich war.

Ich war ehrlich gesagt drauf und dran alles hinzuschmeißen.

Nun häng ich wieder in der Schwebe und wir experimentieren mit allem rum was singbar ist für mich.
Mein Stimmumfang ist halt sehr groß und irgendwie kann man mich noch nirgends so richtig hinstecken. Ich komm halt sehr weit in die Tiefe und könnte fast den Rebrov geben und hoch gehts bis zum C3...hmpf..irgendwo ein Fluch.
Das macht die Stückauswahl nicht einfacher. In einigen Stücken machen mir bestimmte Höhen kein Problem und in anderen renn ich da gegen ne Wand- selbst wenn das Stück nenn Tacken tiefer ist und vom Aufbau her einfacher.
Aber ich glaub, das hat auch viel damit zu tun wie gut mir ein Stück gefällt.
Der Kopf halt mal wieder...neeneenee...abschrauben das Ding.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 20:23 
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ohhhhja, liebe VitaminC, das klingt nach einem veritablen Grundlagenproblem.
Der Reihe nach, was mir spontan einfällt:
1) Der Stimmumfang hat (fast) nichts mit dem Fach zu tun, auf die Wohlfühllage kommt's an und auf die Stimmfarbe. Du wärst nicht der erste Alt, der ein c3 hat.
2) Internet-Unterricht über Skype? Ernsthaft? Das kann ich mir nun überhaupt nicht vorstellen. Kein Rechner kann gut genug sein, um unterrichtsfähige Töne zu übertragen big_pc Das Konzept ist etwas fragwürdig, um es schonend zu formulieren.
3) Ohne Hören und Nochmalshören kann kein Mensch Dir sagen, in welche Richtung es gehen könnte (sowas ändert sich außerdem), aber Verlust der Höhe ist nie ein gutes Zeichen.
4) Renate Faltin schrieb in einem schlauen Buch mal, dass meist die eigene Neigung schon ein guter Hinweis ist dafür, in welches Stimmfach man sich hineinentwickelt. Was liegt Dir denn (nicht nur stimmlich, jetzt im Moment), sondern was liegt Dir am Herzen? Welche Stimmen sprechen Dich an, welche Musik bewegt Dich, was will die Stimme, wenn Du ihr mal (ohne Kopf wenn möglich) freien Lauf lässt? Neben dem Finden eines guten Lehrers, zu dem Du auch Vertrauen fassen kannst – vielleicht kannst Du über dieses Experimentieren auch Deine "innere Stimme" aktivieren, die Dir ein Sängerleben lang erhalten bleiben wird...

So genug der Fünfpfennigstücke, ich hoffe, es war ein hilfreiches dabei.

Grüßle
Olympchen


P.S.: Mein eigenes Geplauder bringt mich auf die nächste Frage - wie ist es Eurer Erfahrung nach: Habt Ihr eine Neigung zu dem, was Ihr singt? Oder schielt Ihr sehnsuchtsvoll in andere Stimmfächer?

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 20:31 
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Olympchen hat geschrieben:

P.S.: Mein eigenes Geplauder bringt mich auf die nächste Frage - wie ist es Eurer Erfahrung nach: Habt Ihr eine Neigung zu dem, was Ihr singt? Oder schielt Ihr sehnsuchtsvoll in andere Stimmfächer?



Und wie ich schiele...das ist schon ein richtig rübersehen.
Ich wäre ja schon gerne nen Sopran....

aber nur wer hat der kann...und ich hab die Höhen nicht.
Abgesehen davon, dass ich ja sowieso Höhenangst bekomme...aktuell beim e'' ( :n66: ).
Wobei ich eigentlich auch ein a'' noch bekomme...aber eben nur, wenn ich 110% sicher bin bei den Stücken.

_________________
Gruß
Mama2009


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 20:58 
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Liebe MisSkorbut,

Deine Odyssee stellt meine ja noch bei weitem in den Schatten :n118: (Ein schlauer Mensch meinte übrigens mal, ich wäre eine Königin der Nacht, nachdem ich "Gretchen am Spinnrad" vorgesungen hatte ... nun ja ....)

Aber ein wenig kenne ich das Problem "was passt denn nun zu mir" ja auch, auch wenn mein Stimmumfang (zumindest zur Tiefe hin) wohl nicht ganz so ausgeprägt ist. Ich habe mir nun aber vorgenommen, nicht mehr darüber zu lamentieren, sondern im Gegenteil froh zu dein, dass mich die Natur mit so einem vielfältig einsetzbaren Stimmmaterial gesegnet hat :kaffee


Ich sehe die Sache mit den Stimmfächern mittlerweile also schon was lockerer, achte aber schon darauf, dass das, was ich singe, in einer mir genehmen Lage liegt und mich in irgendeiner Form (sei es sängerisch oder auch darstellerisch) weiterbringt. Aber der Spaß muss immer an erster Stelle stehen!

Ich denke, der Hinweis auf die Neigung ist gar nicht so verkehrt. Ich habe mich z. B, nie wirklich als Mezzo gefühlt, auch wenn ich viel Mezzo-Sachen gesungen habe und dafür auch durchaus Lob und Anerkennung erhielt. Aber innerlich hat es irgendwie nicht gestimmt. So was ist nur ganz schwer jemandem klar zu machen, der es nicht selbst erlebt hat. Ich war dann wirklich erleichtert, als ich an einen Lehrer geriet, der mir sagen konnte, wo ich hingehöre und das auch noch plausibel begründen konnte. Er fragte mich übrigens auch als erstes, als was ich mich denn eher fühle - und das stimmte dann auch mit seiner Einschätzung überein.

Trotzdem muss ich zugeben, dass ich hin und wieder auch sehnsüchtig auf andere Stimmfächer schiele und manchmal so ein ganz klein wenig gern ein hoher Koloratursopran (oder ein Kavalierbariton *bg*) wäre. Aber wenn ich es mir dann recht bedenke, bin ich mit meiner Stimme schon ganz zufrieden. Und ich glaube, das ist auch ein wesentlicher Aspekt bei der sängerischen Enwicklung: Die eigene Stimme mit all ihren Eigenheiten (durchaus positiv gemeint!) anzunehmen.


Liebe Mama2009, dass Du die Höhe (noch) nicht hast, ist aber kein unbedingter Hinweis darauf, dass du kein Sopran bist. Ich hatte früher ja auch Höhenprobleme, für mich war alles ab e'' fürchterlich hoch, heute weiß ich, dass ich in der Literatur fast eine Oktave (bei Übungen auch mehr) höher komme (auch wenn ich diese extremen Töne in meinem Fach eher selten singen muss). Natürlich kann es immer noch sein, dass du kein Sopran bist, ich möchte dir nur vielleicht etwas Mut machen, dass sich die Höhe durchaus noch entwickeln kann. So ein Stimmfach macht sich nun einmal an mehr fest als an dem höchsten (oder tiefsten) Ton, den man erreicht.


LG

Octaviane

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Zuletzt geändert von Octaviane am 10.11.2010, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 21:53 
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Ich bin hoher leichter Koloratursopran. Bevor ich GU erhielt also in jungen Jahren gefielen mir nur Altstimmen und ich sang auch fleissig mit /zB Hildegard Knef) hat aber nicht geschadet.Hohe Stimmen konnte ich nicht ausstehen- wußte nichteinmal meineStimmlage. Jetzt suche ich mir Arien aus die ganz hoch gehen- tiefere kann ich ev. später singen. Manchmal denke ich Mezzos haben es gut da gibt es sicher mehr Literatur als für ganz hohe Stimmen. Es ist schon gut wenn man seine Stimmlage kennt auch mit Hilfe derGL such mansich das Passende aus. Meine GL sagt mir wenn die Arie für dramatischen Sopran ist, daß sie nicht geeignet ist- und so bleibt mirdie Enttäuschung erspart.
Hilde45


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 22:48 
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Octaviane hat geschrieben:
Ein schlauer Mensch meinte übrigens mal, ich wäre eine Königin der Nacht, nachdem ich "Gretchen am Spinnrad" vorgesungen hatte ... nun ja ....


Dem Menschen kann man guten Gewissens Talent zur Komik bescheinigen. Andererseits - für eine solche sternflammende Elsa würden viele sehr weit fahren, mich eingeschlossen!

Hoch alberne Grüße zur guten Nacht big_good night
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 10.11.2010, 22:52 
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Hilde, jetzt bin ich etwas irritiert - Du musst doch nicht, nur weil Du die Reichweite bis in den dreigestrichenen Bereich hast, ständig nur das singen! Es gibt unendlich viel Repertoire für einen leichten Sopran. So viel, dass man gar nicht alles singen kann in einem Leben. Und wie ist es mit dem Ausbau der Stimme? Entwickelt sich Deine Stimme nicht weiter? Sie kriegt doch im Lauf der Zeit sicher auch mehr Kraft und mehr Farben. Da kann man doch auch im lyrischen Bereich ein bisschen wildern...

@Octaviane, bitte entschuldige die spontane Albernheit. Zu allen Ausführungen von Dir kann ich sonst nur zustimmend nicken.

Grüßli
O.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 10:47 
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OT zur Königin:

Och, liebes Olympchen, ein bisschen Albernheit schadet ja auch in der so genannten ernsten Musik nicht :92 Und mal ganz verwegen gedacht - in einem Konzert mit ernsthaften Anspruch würde ich die Königin nicht singen, weil ich einfach weiß, dass echte Kolorateusen das besser können. Aber so in Hinblick auf mein Klassik-Comedy-Quartett sopran-o-drama - wo wir zwar bestrebt sind, schönen Belcanto zu singen und sehr viel Respekt vor der Musik haben, die Texte aber .. nun... behutsam modernisieren, sieht die Sache (irgendwann) vielleicht schon anders aus (allerdings auch erst, wenn ich es so weit kann, dass ich keine Angst haben muss, mich vollkommen zu blamieren - also vielleicht doch nie *g*). Ich überlege schon, wie man es umdichten kann... und mir kommt da ein wunderschönes, aber sündhaft teures Kleid in den Sinn, das man unbedingt haben möchte: "Ja, ja, ja, i-ich muss mein Konto plühühühndern ..." big_lala ) Oder ich lege die Arie unserem 1. Sopran ans Herz und überlege mir noch einen anderen Text für die Senta.

Davon mal abgesehen, gibt es ja durchaus große Stimmen (die auch Wagner singen konnten/ können), die auch eine passable Königin der Nacht gesungen haben, z. B. Edda Moser. Das schließt sich also keineswegs aus, allerdings sind solche echten dramatischen Koloratursoprane wohl auch eher eine Ausnahmerscheinung. Meine Stimme sehe ich dann doch einen anderen Weg beschreiten, aber zu Trainingszwecken oder einfach nur zum Spaß (und solange man sich mit einer Arie nicht kaputt singt), spricht ja nichts dagegen, sich mal auszuprobieren ... und manchmal auch ein wenig nach den Sternen zu greifen (man muss nur rechtzeitig wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfinden)

Leicht philosophische Grüße von

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 11:02 
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Olympchen hat geschrieben:
schielt Ihr sehnsuchtsvoll in andere Stimmfächer?


Aaach, ich wäre SO gerne Koloratur - Sopran........... big_lala

Aber wahrscheinlich nutzt es mir weit mehr wenn ich realistisch bleibe
- und mein Bass weiter entwickle....... big_gruebel

big_bye

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Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit!
- Es grüsst der liebe Basss!


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 12:25 
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Hihi, ja, nachdem ich den Beitrag abgeschickt hatte, ist mir auch Edda eingefallen. Herrlich! Also, wenn Du je auf diese Weise Dein Konto (bitte, bitte nicht Dein Stimmkonto!!!) plühühühühühühündern gehst, bitte dringend rechtzeitig Bescheid sagen, damit ich mich auch dran freuen kann!

Liebe Grüße
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 13:19 
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Zum "Fach-Hopping": Eben ein Zufallsfund auf youtube – Elisabeth Schwarzkopf als Elsa!

Mir gefällt's sehr gut. Aber meint Ihr, würde heute eine Stimme wie Schwarzkopf wirklich noch in dem Fach anerkannt?

Grüße
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 14:34 
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Ich weiß es nicht. Habe aber den Eindruck, dass das Schubladendenken heute bisweilen ausgeprägter ist. Wenn man mal auf youtube stöbert, kann man erstaunt sein, wie fachübergreifend viele Sänger früher gesungen haben - und oft gar nicht schlecht.

Eine Stimmfacheinteilung ist für mich so lange hilfreich, wie sie mir einen Leitfaden an die Hand gibt, an dem ich mich orientieren kann und durch den ich mich vor Fehlgriffen schütze. Allerdings darf sie mich nicht einschränken. Genau das geschieht mE aber, wenn eine Einteilung zu schnell vorgenommen wird.

Stimmen sind also vielseitiger einsetzbar, als mitunter angenommen (und sie sind einfach zu individuell, um in ein starres System von Fächern gepresst zu werden, wie es beispielsweise der Kloiber vorgibt). Dennoch muss man wohl unterscheiden zwischen dem, was prinzipiell machbar ist und dem, was der Mehrheit des Publikumsgeschmacks entspricht. Ich kann theoretisch auch ein Ännchen singen und von der Lage liegt mir das auch gut – aber man stellt sich stimmlich da doch was anderes vor (ich übrigens auch).

Aber da wäre eine interessante Frage vielleicht, wie sich so ein Publikumsgeschmack entwickelt. Wer entscheidet, welche stimmlichen Merkmale eine Brünhilde, ein Papageno, ein Max haben müssen oder anders gefragt: Wie lyrisch darf/muss eine Senta sein?

Eine andere Frage ist natürlich, wie breit gefächert bzw. spezialisiert man sein Repertoire anlegen will. Ersteres bedeutet zwar eine gewisse Vielseitigkeit, kann aber auch die Gefahr bergen, allein aufgrund der Masse an Repertoire alles recht gut, aber nichts wirklich gut zu können.

So und nun hör ich auf, sonst komm ich vom Hundertsten ins Tausendste... :pfeif:

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 11.11.2010, 18:07 
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@ Olympchen

Meine Vorlieben liegen doch eher im Mezzo, wenn ich jemd. speziellen nennen müßte fällt mir spontan Elina Garanca ein. Mir persönlich gefällt sie sehr gut.
Auch wenn ich einfach nur vor mich hinsinge, oder eigene Stücke entwickle ist es doch eher der Mezzo.
Für den Chor wünscht ich mir aber ich wär ein Sopran- über die unglaublich abwechslungsreichen Parts der Altistinnen haben wir ja schon in nem anderem Thread diskutiert :n117:
Im nicht klassischem Bereich sind es Björk (eher Sopran) und Roisin Murphy von Moloko (eher Alt). Ich singe beide sehr gerne.

Unterricht über Skype geht tatsächlich, aber es müßen natürlich ein paar technische Bedingungen erfüllt sein.
Es steht und fällt alles mit der Verbindung. Inzwichen wissen wir, das Sonntags morgens um 11Uhr die beste Verbindung ist.
Ist die Verbindung nicht gut genug lassen wirs auch sein und probieren es zu einer anderen Zeit oder einem anderem Tag.
Ich bin dazu noch technisch sehr gut ausgerüstet. Da mein Mann und ich selber Musik machen, hab ich ein gutes AKG Studio- Monitoringmikro, welches meine Stimme exakt so wieder gibt, wie sie auch ist. Dieses Mikro nutze ich über eine externe Soundkarte, die für Studiozwecke gemacht ist und entsprechend Leistung hat.
Ohne das würde ich es auch als fraglich ansehen. Aber meine GL hört mich so gut, das sie jede Kleinigkeit hört. Sie hat mal eine Aufnahme über Skype vom Unterricht gemacht und mir geschickt- der Klang ist tatsächlich sehr gut.
Außerdem krieg ich von ihr regelmäßig Einladungen zum Wochenendworkshop nach Heidelberg (sie wohnt dort).
Problem bei Skype ist nur, dass wenn ich singe, ich das Klavier nicht mehr höre. Da überlagern sich einfach Sachen.
Neue Stücke einzuüben ist da etwas mühsam. Sie spielts vor, ich merk mir die Melodie und sing es nach.
Allerdings hab ich ein sehr gutes Gedächtnis für Melodien und höre mir die Sachen vorher mit Noten in der Hand ein paar mal an, bis ichs theoretisch singen kann, dann feilen wir an der Technik, Ausdruck etc.
Und wir würden es auch sein lassen, wenn ich nicht weiter käme. Aber ich lerne sehr viel, meine Stimme hat inzwichen eine Stabilität wie ich sie in den letzten 3 Jahren nicht hatte. Und das merke ich auch im Beruf, wo ich viel und teilw. auch sehr laut sprechen muß. Ich kann mich gar nicht mehr dran erinnern wann ich den letzten Anflug von Heiserkeit hatte (außer bei Erkältungen, aber da wird eh nicht geträllert :n129: ).
Bevor ich mit dem GU anfing blieben Vokale komplett stumm, ich konnte keine 10min sprechen ohne heiser zu werden.
Wie schon oben geschrieben, experimentieren wir sehr viel rum. Beide schleppen wir Stücke an und dann wird geschaut obs funktioniert oder nicht- egal ob Alt oder tiefere Sopranlage.
Ich wünsch mir halt irgendwie nur stimmlich mal "anzukommen". Allerdings macht die Experimentiererei auch viel Spaß.

Nojo. Schaun wir mal. Nächsten Monat gehts wieder nach Heidelberg. Und da meine Katzen beim Skype-GU immer für Unterhaltung sorgen, wollen wir dann das Katzenduett probieren. :92

Liebe Grüße
Igitt-bääääh---VitaminC


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 12.11.2010, 07:26 
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Olympchen hat geschrieben:
Also, wenn Du je auf diese Weise Dein Konto (bitte, bitte nicht Dein Stimmkonto!!!) plühühühühühühündern gehst, bitte dringend rechtzeitig Bescheid sagen, damit ich mich auch dran freuen kann!

Liebe Grüße
Olympchen


- ist DAS nun ein Kompliment oder........ (???) big_denken

big_lala

big_herz

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Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit!
- Es grüsst der liebe Basss!


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 12.11.2010, 07:54 
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Na aber uneingeschränkt! Darauf lege ich Wert.

Grüße
O.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 12.11.2010, 19:46 
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Tja… ich weiß nicht ob und wie wichtig es mir ist…. big_denken

Ich hatte als Teenie eine Freundin die schon Gesangsunterricht nahm und ich wollte immer so eine Stimme haben wie sie (ich nenn dass Prinzessinnen-Sopran – süß, lieb, hell, aber auch nen leicht souligen Touch in den tieferen Tönen).
Ich wusste dass sie Sopran war und als ich das erste Mal Unterricht hatte und es hieß ich sei auch Sopran war ich verwirrt, weil ich mich doch soooo anders anhörte *g*
Noch heute weiß ich nicht, wo man mich richtig einteilt – ich bin auf jeden Fall Sopran, doch welcher keine Ahnung, ich habe wenn ich nicht klassisch singe einen sehr warmen - souligen Klang, kann ziemlich lautes, starkes Belting und wenn ich klassisch singe …mag ich das gar nicht *lol* - klassisch höre ich mich halt so an wie so ne strenge, aggressive, böse Hexe?! *umschreib*
Versteht das wer *gg*? Hab leider keine Aufnahmen von mir, kommt aber noch ;)….

Allerdings sing ich auch so meine Disneyprinzessinnen big_hihi

Und am ähnlichsten komm ich von der Stimme hin wie die Arielle aus dem Broadway-Musical (Original-Cast Sierra Boggess) – bei Tanz der Vampire wäre ich z.b. eher Magda (Tot zu sein ist komisch), auch wenn ich Sarah die unschuldige Rolle auch singen könnte… na bitte, da soll sich einer auskennen... bei klassischem kann ich euch jetzt gar kein Beispiel geben, weil ich da kaum was kenne und auch selten singe...

Und somit weiß ich nicht so richtig wo ich hin gehöre, welche Lieder zu mir passen… ich suche immer, aber selbst mit der richtigen Einteilung finde ich so schwer Lieder die so richtig passen... big_gruebel

Lg Lily


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimmentwicklung - Stimmfächer
BeitragVerfasst: 13.11.2010, 09:05 
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@Vitamin C (ich weigere mich, jemanden mit dem Namen einer Krankheit anzusprechen!)
Dankeschön für die Erklärungen in Sachen Tontechnik. Klingt irgendwie sehr futuristisch. Hätt ich nicht gedacht, dass das geht!

@Lilythia, die Stimmfacheinteilung ist ein streng klassisches Steckenpferd, das zu diskutieren nicht ganz einfach, aber bei der Rollen- und Partie-Auswahl so eine Art Korsett (geworden) ist. Dass muss Dich gar nicht kümmern, wenn Du wenig klassisch singst.

Grüße
Olympchen

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In the absence of measurement there is no reality. Niels Bohr


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