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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 13:57 
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DasMutzel hat geschrieben:
Ach, Canti, weisst, heut hab ich wieder den Vogel abgeschossen. ICh könnt kotzen, und das schlimmste daran ist, dass ich es nicht schön finde da unten rumzueiern. Das fühlt es sich so an wie Kermit der Frosch, und dann haben meine Gl und ich schon mal Differenzen was es betrifft, schön zu singen oder mit sich schön zu singen. Ja der Ton war perfekt und klang schön, oder gar wunderbar, nur was bringts mir, wenn ich das als sehr unschön empfinde.

Kaum ausgesprochen, bekomm ich wieder zu hören: "Du denkst zuviel!"

Ich hab beschlossen dass es mir nun echt Wurscht ist. :n2:



Kenn ich, ich finde es auch nicht schön in der Tieflage rumzueiern. Wenn ich dann mal wieder kritisch aus der Wäsche schaue, schaut mein GL mit seinen großen blauen Augen zurück und meint, dass ich auch nicht erwarten darf, mit JEDEM Ton zu glänzen. Ich würde die Leute sicher nie mit meiner Tiefe begeistern, aber man kann die Töne ja deswegen nicht aus den Arien streichen. Also versuche ich weiterhin tapfer, die tiefen Töne halbwegs annehmbar zu singen und mit der etwas höheren Lage zu glänzen.
Und zur Ausbildung der Stimme gehört ein wenig rumgeeiere in der Tiefe einfach dazu - punkt.

Was schön bzw. nicht schön angeht - da täuscht uns unser inneres Ohr schonmal - aber ich glaube, da hab ich mich schonmal drüber ausgelassen. Nicht alles, was wir an eigenproduzierten Tönen als unschön empfinden, kommt draußen auch so an - also im Zweifelsfall dem GL vertrauen. Und wenn er dabei etwas flunkert, hat es sicher pädagogische Gründe :pfeif:

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 14:55 
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Liebes Mutzel

Akzeptiere doch einfach die Tatsache: es gibt Musiker, Saenger und Tenoere

Dumm, duemmer, am d.....

Wenn Du also das Denken sein liesest, haettest Du allein deswegen schon gute Chancen auf ein Tenordasein.


Gruss und nie unterkriegen lassen ( auch nicht durch bloede Kommentare von Sopranen wie R. :n3: )

Robin


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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 15:06 
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Allerdings haben es Tenöre nicht immer leicht ...

zumindest war mein GL, bei dem jungen Mann, den ich jüngst hören durfte, ziemlich pingelig. Dabei hat der eigentlich ganz schön gesungen, fand ich...

Octaviane


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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 16:05 
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Robin hat geschrieben:
Liebes Mutzel

Akzeptiere doch einfach die Tatsache: es gibt Musiker, Saenger und Tenoere

Dumm, duemmer, am d.....

Wenn Du also das Denken sein liesest, haettest Du allein deswegen schon gute Chancen auf ein Tenordasein.


Gruss und nie unterkriegen lassen ( auch nicht durch bloede Kommentare von Sopranen wie R. :n3: )

Robin


LOL , HRHR.... ich lach mich tot. HRHR


Was das anfühlen der Stimme oder inneres Ohr angeht, es fühlt sich an wie Kermit der Frosch spricht. So kann das kein Spass machen....


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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 19:41 
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Octaviane hat geschrieben:
Ich versteh dich irgendwie immer besser... mir wird ja auch oft bescheinigt, dass meine Tiefe schön klingt, das ändert aber nichts daran, dass ich mich da unten auf Dauer einfach nicht wohlfühle und stimmlich viel schneller ermüde als beispielsweise in der hohen Mittellage oder (nicht extremen) Höhe.


Octaviane


Geht mir ganz genauso, Problemstelle tiefe Mittellage, Registerbruch ist einfach immer noch Hauptthema bei mir. Trotz dunklen Timbres in der Tiefe strengt es einfach sehr an die Mittelstimme dauernd nach unten zu drücken. Scheint wohl ein Standart-problem schwerer Soprane zu sein ...
Wenigstens bricht mir die Tiefe Mittelstimme nicht mehr dauernd ins Brustregister weg, das war vielleicht nervig, hab mich alle 10 min "verschluckt :lol:


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BeitragVerfasst: 12.03.2007, 20:15 
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Gut bei mir bricht nichts weg, aber es wäre durch aus leichter sich mal auf irgendwas zu einigen. hmmm miste poliste


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BeitragVerfasst: 13.03.2007, 12:06 
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Hallo Carmensita,

ja, das kommt mir auch bekannt vor - anscheinend sind wir stimmlich ähnich gelagert

ich liebe es wirklich, wenn die Arien mal bis zum a oder g runtergehen und da unten "rumzuröhren", aber wehe, sie liegen die ganze Zeit um den unteren Bruch - da schnürt es mir echt in den Hals zu und ich bin froh, wenn es dann wieder nach oben geht

Hallo Mutzel,

und warum erfreust Du Dich nicht erstmal an der Vielfalt dessen, was Dir offensteht. Das sage ich mir nämlich jetzt: Dass ich eben nicht so eingeschränkt bin und mich erst einmal noch ausprobieren kann :n2:

LG

Octaviane


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BeitragVerfasst: 13.03.2007, 17:33 
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Da man sich schlecht an Erfolgen orientieren kann.

Dann singst mal den schönsten Don Giovanni ( ich übertreib nun ein bissel)
dann machst den Sopranen mächtig Konkurrenz, dann machst wieder Murks und singst "Alle meine Entchen". So ergehts mir gerade.....


Zuletzt geändert von DasMutzel am 13.03.2007, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.03.2007, 21:25 
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tja, sowas kommt bei anfängern vor. sollte der zustand länger als 8 jahre anhalten, solltest du dir ernsthat überlegen, dir ein anderes hobby zu suchen. :kaffee :pfeif: :n3:

liebe grüße
kaja


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 10:49 
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Na, wie gut zu wissen dass man in diesem Sinne 8 Jahre lang "Anfänger" sein darf... :mrgreen

Bin auch so ein Leidensgenosse, jeden Tag ist die Stimme anders, von "Bariton" bis Mezzo (?????) ist derzeit alles im Angebot... :n31:

Und das nervige daran ist, selbst wenn ich daheim beim Einsingen ganz eindeutig einen bestimmten "Zustand" feststelle kann es sein dass die Stimme wenige Stunden später im GU wieder ganz anders ist - oder umgekehrt, ich hatte eine "tiefe" Gesangstunde, stehe eine halbe Stunde später auf einer Autobahnbrücke und singe da die zuvor gesungene Arie eine Oktave höher (!!!) :n108: Und wenn ich wieder daheim bin ist wieder bei allerhöchstens a1 Schluss big_haare

An einem Tag liegt mir ein Vaccai-Stück in der für Bariton notierten Tonlage gerade richtig, dann wieder ist mir vom selben Stück sogar die hohe Notenausgabe (Tenor) zu tief, am dritten Tag wiederum muss ich "Vittoria" aus den "Arie Antiche" in C-Dur singen weil ich die "hohe" Tonart D-Dur einfach nicht packe, und wieder einen Tag später, wenn ich in der Abendmesse mal versucht habe die Gemeindelieder in der Frauenlage zu singen (bewegt sich ja meist im Tonbereich c1-c2), dann war ruckzuck und für Stunden die Stimme völlig weg, dann war ich nicht mal mehr zu sprechen im Stande... :n86: :grübel

Gestern stand ich an einem Wasserfall, hatte da wieder so einen übermütigen Moment, sang spontan eine Dreiklang-Übung auf dem Vokal "A" ohne mir vorher eine Tonhöhe zu überlegen, einfach das was "von selbst" kommt, beim Singen hörte ich dann was es ist, nämlich e2-fis2-gis2 (!!!) und retour, unter "normalen" Umständen ein Ding völliger Unmöglichkeit - normalerweise komme ich nicht mal überhaupt in die zweigestrichene Oktave... :n111:

Wem es so geht, was laut vorstehenden Beiträgen ja absolut üblich und völlig normal sei, der kann doch nicht die besagten 8 Jahre lang (war ja nicht ganz ernst gemeint, hab' ich schon richtig verstanden :n3: ) ausschließlich diese doofen Übungen singen bis sich die Stimme mal endgültig irgendwohin eingependelt hat? haushalt__005.gif

Gar nicht zu reden von dem Noten-Arsenal das man sich zulegen müsste weil man jeden Tag (und in jeder Gesangstunde) eine andere Notenausgabe benötigt... :n86:

Oder noch anders gefragt: Wie ist denn irgend etwas sinnvoll zu üben wenn man jeden Tag ein anderes "Instrument" hat? Wer z. B. Bratsche spielen lernt kann das selbe Stück ja auch nicht genau so auf einer Geige oder auf einem Cello spielen, obwohl die Spielweise doch genau die selbe zu sein scheint... :fidel

Fühle mich alles in allem gerade ziemlich "heimatlos" und auch ziemlich ratlos... :n66:

Grüße,
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:08 
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Hallo Kontraalt,

es ist wirklich so, die Stimme richtet sich nach der Psyche des Sängers. Wenn man z.B. zuhause mit dem Staubsauger durch das Zimmer rauscht, ist die Stimme super, warum? Die Nebengeräusche, Lautstärke geben Schutz, es hört niemand und man kann die Stimme laufen lassen. Mach man den Staubsauger aus, verändert sich sofort die Stimme, der Schutz ist weg.
So ist es auch auf der Brücke, von der du berichtet hast. Auch dort sind laute Nebengeräusche und bieten dir Schutz.
Im Gesangsunterricht ist es am Schlimmsten, da muss die Psyche alles preisgeben unter dem gestrengen Ohr der Lehrer. Wenn du dann pychisch nicht gut drauf bist, geht das in die Hose.
Es gibt Tage, da kann nichts erschüttern, man ist gefestigt und die Stimme läuft. Sobald irgend ein negatives "Etwas" da ist, ändert sich auch die Stimme.

Ich weiß noch meine Anfänge vor tausend Jahren. Zuhause sang ich immer super, nach meinem Ohr zu urteilen, sobald ich in der Gesangstunde war, war alles weg.
Damals sagte ich zu meiner Lehrerin, zuhause klappt es immer....sie meinte, dann zeige es mir doch mal....tja... so vergingen Jahre und heute blicke ich zurück auf eine lange Sängerkarriere.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:33 
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Leute, ich seh das Problem nicht: Es sind doch nicht alle Tage gleich, und vor allem: MAN ist und fühlt sich nicht alle Tage gleich.

Geht Euch auch ansonsten immer alles jeden Tag gleich gut von der Hand? Ja? Gratulation!

Läuft jemand von Euch? Wie ist das: Geht das jeden Tag gleicht? Nö! Manchmal fliegt man nur so dahin und es ist überhaupt nicht anstrengend, und manchmal hat man das Gefühl, als wären die Beine mit Blei gefüllt und man hätte ein Stahlband um die Brust, und manchmal ist man nach 100 Metern schon außer Atem und der Puls rast. Dann kehrt man besser um und läßt's bleiben, denn dann kündigt sich eine Krankheit an, auch wenn man noch nichts davon merkt. Manchmal geht es allein schon deswegen nicht, weil man vorher Gurkensalat, Paprika, Reiberdatschi oder Bohnensalat gegessen hat….

Wieso sollte das gerade beim Singen anders sein? (Gerade beim Singen!!!) Ist der Mensch eine Maschine? Woher kommt der Ausdruck, daß jemand "verstimmt" ist? Oder gut gestimmt? Vielleicht sogar in "Hoch"stimmung?

Zitat:
Im Gesangsunterricht ist es am Schlimmsten, da muss die Psyche alles preisgeben unter dem gestrengen Ohr der Lehrer. Wenn du dann pychisch nicht gut drauf bist, geht das in die Hose.


Eben. Und hinterher im Treppenhaus geht es wieder wie aus dem Bilderbuch, denn dann ist der Streß halt weg…

Also: Entspannt Euch!

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:40 
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Aha, Musika, nun weiß ich warum fünf Soprane in der Chorprobe völlig außer Stande sind ein a2 zu singen, während zwanzig Soprane es mühelos schaffen...

Das mit dem Lärm-Schutz, das war mir schon klar. Aber auch daheim ist die Stimme immer wieder anders, deshalb habe ich z. B. vom Vaccai geschrieben, den hab' ich nicht auf der Autobahnbrücke gesungen.

Mit dem Staubsauger zu singen sollte ich mal ausprobieren, gut Idee! :n108:

Schade dass das Schleuderprogramm meiner Waschmaschine nur drei Minuten lang ist, wäre vielleicht noch besser, aber ich kann ja nicht jeden Tag Wäsche waschen, bringe ja gar nicht so viel zusammen... :mrgreen

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:51 
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Im Chor kann man folgendes beobachen. Es gibt die sogenannten Leithammel, die alle anderen Stimmen mitziehen. Wenn sie mitten im Lied aufhören zu singen, schauen die anderen dumm und meinen, sie hätten was falsch gemacht. Läßt der Chorleiter nur einige singen, kommt kaum was dabei raus.

Zuhause bist du noch geschützt von deinen 4 Wänden, wenn du das Fenster öffnest und laut singst, wird die Stimme dir das verübeln, je nachdem wo du wohnst und wer es hören könnte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:54 
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Was man vor 2 Jahren so alles geschrieben hat ...

Ich möchte Musika und T M Pestoso erstmal beipflichten (ist das eigentlich ein rheinisches Wort? *g*), Singen hängt nun mal von der Tagesform ab. Im Auto, wenn ich zur CD singe (ja, ich tue sowas) kann ich auch so tun, als sei ich ein Koloratursopran, zuhause sieht es dann schon wieder etwas anders aus ;-).

Liebe AK-Kontraalt - und erstmal ist es ja per se nichts Schlechtes, über einen großen Stimmumfang zu verfügen (und dass du ein g2 gesungen hast, zeigt ja, dass es zumindest vorhanden ist, wahrscheinlich muss die Stimme einfach noch weiter trainiert werden, ich hätte vor ein paar Jahren auch nie gedacht, dass ich mal die dreigestrichene Oktave erreichen könnte), aber es kann natürlich zu Verwirrungen führen, wo man denn nun hingehört, das hab ich ja selbst durchgemacht.

Letztendlich ist es einfach wichtig, in welcher Lage du dich über einen längeren Zeitraum wohlfühlst. Wenn du also plötzlich die zweigestrichene Oktave erreichst, musst du nicht zwangsläufig zum Mezzo mutieren. Wobei ich von Vornherein auch nichts gänzlich ausschließen würde. Welche Stimmlage man letztendlich hat, ist ja nun schnurzpiepegal - hauptsache es ist die, die die Natur für einen vorgesehen hat.


Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 11:59 
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TM Pestoso, Du "siehst" das Problem vielleicht dann wenn Du Dir das genannte Beispiel mit dem Spiel verschiedener Streichinstrumente vergegenwärtigst. Man könnte es auch so erklären: Jeden Tag braucht man ein anderes Paar Schuhe, manchmal passt die Größe 39, am nächsten Tag braucht man die Größe 42...

Ich hab' schon oft gedacht, eigentlich ist es gar nicht gut dass die Stimme eines Menschen so in ein "Raster" der verschiedenen Stimmlagen eingeordnet wird, insofern fördert das natürlich ein "Maschinen-"Denken. Der geschilderte Zustand ist aber trotzdem nervig, eben weil so gar kein Verlass darauf ist was man denn nun "hat" und was nicht.

TM, trägst Du Schuhe in verschiedenen Größen, oder weißt Du im Schuhgeschäft nicht doch genau welches Regal Du ansteuern musst? :mrgreen

Viele Grüße
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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 12:53 
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Liebe AK-Kontraalt

wenn ich noch mal kurz dürfte. Dieses von außen über die menschliche Stimme gestülpte Raster eines Herrn Kloiber beispielsweise ist mE tatsächlich mit Vorsicht zu genießen, denn die menschliche Stimme ist zu facettenreich, um sie wirklich so eindeutig einteilen zu können und diese Einteilung fördert in der Tat ein in meiner Sicht ungesundes Schubladendenken.

ABER: Es kann nun mal nicht jeder alles singen und sollte dies bitte auch nicht tun. Wäre ja auch unendlich langweilig. Daher macht die Einteilung in Stimmfächer doch wieder Sinn. Man sollte eben trotzdem die eigene Individualität berücksichtigen.

Ich kann dich aber sehr gut verstehen, wenn du das Bedürfnis hast, deine stimmliche Heimat zu finden. Natürlich ist es auf der einen Seite schön, wenn man viele Möglichkeiten hat und evtl. auf ein breit gefächertes Repertoire zurückgreifen kann. Aber irgendwann kann dieses "Was bin ich denn nun eigentlich"-Gefühl doch ganz schön nerven.

Mal von der stimmlichen Komponente abgesehen - in welcher Lage fühlst du dich denn rein psychisch eher zuhause? Oder zu welcher Art von Repertoire fühlst du dich am ehesten hingezogen. Man kann das sicher nicht verallgemeinern, aber bei mir war das so, dass ich mich schon immer eher mit den Sopranrollen identifizieren konnte, die ich mittlerweile nun auch stimmlich bewältigen kann. Damals war meine Stimme eben nur noch nicht genügend für dieses Repertoire trainiert, es mangelte also eher an der Umsetzung als an der tatsächlichen Anlage. mE ist auch die psychologische Komponente bei der Suche nach der stimmlichen Heimat nicht zu vernachlässigen.



Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 13:14 
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Hi, Ak-Kontraalt,

normalerweise weiß ich, wo ich im Schuhgeschäft die mir passenden Schuhe finde. ;-)

Es kann allerdings durchaus sein, daß (und jetzt sind wir wieder beim Singen!) es kalt ist und meine Füße kleiner sind, oder es ist heiß und ich bin schon den ganzen Tag auf den Beinen, und jetzt passen die Schuhe in "meiner" Größe nicht. Das ändert aber an meiner Schuhgröße nichts, nur meine "Tagesform" ist halt eine andere... Wenn ich nun allerdings die Schuhe nach extremer Tagesform kaufen würde, dann hätte ich lauter Schuhe daheim, die mir die meiste Zeit nicht passen... Da wäre es besser, an solchen Tagen eben keine Schuhe zu kaufen.

Ich glaube, Du verinnerlichst das viel zu sehr. Es geht halt nicht alles an allen Tagen. Das ist normal. Sogar beim Schuhkauf... ;-)

Zitat:
Im Chor kann man folgendes beobachen. Es gibt die sogenannten Leithammel, die alle anderen Stimmen mitziehen. Wenn sie mitten im Lied aufhören zu singen, schauen die anderen dumm


LOL! Das wahre Leben! Das ist der berühmte Test, ob man selbst zu den Leithammeln gehört: Man hört einfach mittendrin auf, bzw. setzt an schwieriger Stelle erst gar nicht ein und wartet ab, ob der Rest der Stimme rausfliegt...
:-)))

Das läßt sich bei positivem Ergebnis zu veritabler Erpressung steigern: "entweder du läßt mich das Solo singen, oder ich hör einfach zu singen auf. Wenn dir das lieber ist, daß der Chor rausfliegt ...!"
big_aergern

Zitat:
Läßt der Chorleiter nur einige singen, kommt kaum was dabei raus.


Das ist allerdings eine wunderschöne Übung... 5er-weise singen lassen. Keine Chance, sich zu verstecken: es ist ja oft so, daß manche Stellen nicht klappen, und dann werden sie wiederholt, und dann singen genau die nicht mit, die es nicht können. Dann klappt es natürlich. Und beim nächsten Mal geht das Spiel wieder von vorne los... Das geht in "Kleinbesetzung" nicht...

By the way und ohne jede Diskriminierungsabsicht: Die Männer sind in den üblichen Chören gewohnt, in Besetzungen von 2-6 zu singen, da ist das die normale Chorstärke. Ich glaube, fast jeder männliche Chorsänger ist auch schon irgend wann mal alleine in seiner Stimme gewesen. Nur die Frauen haben Probleme, wenn sie in dieser Stärke singen sollen. Weil sie halt "normalerweise" 10-20 sind.... mit allen Möglichkeiten sich anzuhängen und auf andere zu verlassen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 22:11 
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Zitat Octaviane: "Mal von der stimmlichen Komponente abgesehen - in welcher Lage fühlst du dich denn rein psychisch eher zuhause?"

Ganz klar im Tenor (allenfalls eine Kleinigkeit darüber), nach wie vor!

Weiteres Zitat: "Letztendlich ist es einfach wichtig, in welcher Lage du dich über einen längeren Zeitraum wohlfühlst."

Na bitte, genau so etwas hab' ich doch auch selber mal geschrieben. Und wie vielen Chorleitern und anderen Chorsängern hab' ich genau das gepredigt wenn sie mich gefragt haben ob es denn nicht anstrengend sei als Frau in der Tenorlage zu singen. Jedenfalls war ich nie derjenige dessen Stimme nach einem Konzert mehr oder weniger ramponiert war... :n118:

@TM Pestoso: Du bist einfach klasse!!! big_ok

Zitat: "Wenn ich nun allerdings die Schuhe nach extremer Tagesform kaufen würde, dann hätte ich lauter Schuhe daheim, die mir die meiste Zeit nicht passen..."

Aha, auch das würde also heißen ich singe sehr wohl in der für mich richtigen Lage, und dies wird sie, soweit voraussehbar, wohl auch bleiben, nur der mögliche Aktionsradius erweitert sich. Das ist wohl so wie wenn jemand dem bisher nur ein Fahrrad zur Verfügung stand nun auch ein Auto hat, damit kann er eben weitere Ausflüge machen als bisher - aber seine Wohnung wechselt er deshalb nicht.

Weiteres Zitat: "Das ist der berühmte Test, ob man selbst zu den Leithammeln gehört: Man hört einfach mittendrin auf, bzw. setzt an schwieriger Stelle erst gar nicht ein und wartet ab, ob der Rest der Stimme rausfliegt... :-)))"

Das praktiziere ich selbst auch mit größtem Vergnügen... :mrgreen

Nochmal TM: "...es ist ja oft so, daß manche Stellen nicht klappen, und dann werden sie wiederholt, und dann singen genau die nicht mit, die es nicht können."

Genau deshalb singe ich, wenn nur der Tenor singen soll, nur einmal mit und dann nicht mehr. Dann hört die Chorleiterin sofort ob der Tenor als ganze Stimmgruppe die betreffende Stelle wirklich kann oder ob nur ich sie kann...

"Ich glaube, fast jeder männliche Chorsänger ist auch schon irgend wann mal alleine in seiner Stimme gewesen. Nur die Frauen haben Probleme, wenn sie in dieser Stärke singen sollen..."

Dazu fällt mir eine Chorprobe vor x Jahren ein, da waren nur drei Alt-Sängerinnen anwesend. Am Schluss sagte der Chorleiter, mit drei Altistinnen sei es "ein mühsames Geschäft". Ich habe daraufhin gesagt, "wenn im Tenor mal so viele wären...!" (ich war damals eine Zeitlang der einzige Tenor).

Nochmal zurück zum Ausgangsthema: Ich sehe, mein Schrieb von heute Mittag hat sich gelohnt, jetzt sehe ich schon etwas klarer. Vielen, vielen Dank für Eure Antworten!

Liebe Grüße
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Stimme kokettiert
BeitragVerfasst: 03.06.2009, 22:51 
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Jetzt hab' ich doch noch was vergessen.

Zitat Octaviane: "Ich kann dich aber sehr gut verstehen, wenn du das Bedürfnis hast, deine stimmliche Heimat zu finden. (...) Aber irgendwann kann dieses "Was bin ich denn nun eigentlich"-Gefühl doch ganz schön nerven."

Eine (zumindest vorläufige) "stimmliche Heimat" muss man ja schon allein deshalb finden weil man sonst schlichtweg überhaupt keine Stücke singen kann. Nun kann ich aber eben z. B. ein Stück in einer bestimmten Tonlage mit der ich mich heute pudelwohl fühlte morgen im Extremfall überhaupt nicht singen, und übermorgen kann ich gerade diese Tonlage dann wieder besser gebrauchen, das ist eben dasjenige was mich so verwirrt und nervt. Ebenso der Unterschied in der Höhen-Reichweite von mehr als einer Oktave.

Als ich irgendwann erstmals feststellte dass meine Stimme "ausbüxt", da war ich zugegebenermaßen erst mal ziemlich in Panik. Sie müsste sich in ihrer Tessitur nämlich sehr verändern wenn ich dereinst tatsächlich in der nächst höheren Stimmlage landen sollte, denn der Abstand bis dort hin ist weit! Ich fürchte mich eben davor, eines Tages so zwischen allen Stühlen zu landen dass gar keine Stimmlage mehr zu mir passt, ich somit auch in keinem Chor mehr singen könnte, was wirklich eine Katastrophe für mich wäre! big_cry

Aber vielleicht ist ja wirklich alles nur halb so wild, ich hoffe es jedenfalls sehr!!! big_beten

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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