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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 06.06.2018, 16:57 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Endokrinologischer Kastrat bedeutet, daß sein Körper keine männlichen Hormone bildet. Dadurch kam er nie in den Stimmbruch und die Pubertät und hat sich so im Endeffekt die Knabenstimme.


Also die Pubertät hatte der "Kastrat", den ich mal kennengelernt habe, schon durchlaufen, er hatte aber einen so niedrigen Testosteron-Spiegel, dass sein Kehlkopf verhältnismäßig klein blieb und er dadurch eine Altstimme hatte. Ob man den nun auch als Endokrinologischen Kastraten bezeichnet, weiß ich nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 06.06.2018, 17:05 
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Nachdem ich mir auf youtube Radu Marian mal angesehen habe, muß ich die Aussage revidieren: Die Pubertät hat er offensichtlich auch durchgemacht, aber eben nicht den Stimmbruch. Also könnte man den Rückschluß ziehen, daß jener Kastrat auch in die Kategorie einzuordnen ist. Ich will mich aber nicht festlegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 06.06.2018, 17:16 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Liebe Donna Elvira und Olympia,

dank Eurer Beispiele habe ich in youtube noch weitere Sopranisten ausfindig machen können - teilweise sind regelrechte Leckerbissen darunter.

Nachdem ich Männer-Alt bis auf ganz wenige Ausnahmen überhaupt nicht mag, hätte ich wirklich nicht gedacht dass Männer-Sopran so SCHÖN sein kann - gerade der von Olympia genannte Robert Crowe, den ich in nachfolgender Aufreihung an die erste Stelle gesetzt habe, er ist wirklich allererste Sahne! big_ok

[...]

So wird aus dem Schreck und totalem Entsetzen, den der ursprüngliche Link einer absolut grässlich singenden "Krähe" verursacht hat (siehe unter meinem Start-Beitrag in diesem "Thread"), doch noch ein "Schatzkästchen"-Erlebnis... :92

Vielen Dank Euch beiden! big_applaus


gern geschehen!

Bild big_hand big_herz

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 10.06.2018, 23:49 
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Zitat von Donna Elvira: "Radu Marian ist für mich eigentlich der einzige, der einen Eindruck davon vermitteln kann, wie die Kastraten mal geklungen haben."

Ja, das ist völlig klar: Radu Marian kann diesen Klang mit seiner Naturstimme erzeugen, eben weil er keinen Stimmwechsel ("Stimmbruch") hatte und somit kein Falsett anwenden muss, um in dieser Tonlage singen zu können.

Falsettisten, die Sopran singen, gibt es sicherlich nicht viele. Aber ein Mann, der seine Knaben-Stimmlage behalten hat, das dürfte wirklich sehr, sehr selten sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 13.06.2018, 10:06 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:

Falsettisten, die Sopran singen, gibt es sicherlich nicht viele. Aber ein Mann, der seine Knaben-Stimmlage behalten hat, das dürfte wirklich sehr, sehr selten sein.


Aber bedeutete es nicht genau das, wenn kein Stimmbruch erfolgte?

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 28.06.2018, 11:02 
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musica hat geschrieben:
Das ist eindeutig ein Castrat, so wie hier Farinelli:

https://www.youtube.com/watch?v=hD2t9h5X5DI

aber nicht alles, was als Farinelli bekannt ist, ist auch seine Stimme, wie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=MmwlQkAQAgM

Farinelli il Castrato, Ewa Malas-Godlewska voice of Farinelli

Nein, das ist natürlich kein Kastrat, das ist der Türke Timur Okutman. Der kann auch Bass, wenn er will. Ganz normaler Counter/Falsettist.

Und der Farinelli im Filmtrack ist naürlich auch kein Kastrat und kein Counter und auch nicht (nur) die Ewa Malas-Godlewska, sondern technisches Kunstprodukt: das ist eine elektronische Synthesestimme aus den Zutaten Ewa Malas-Godlewska (Sopran) UND Derek Lee Ragin (Counter ).

aus den Aufnahmen von Alessandro Moreschi würd' ich jetzt nicht allzuviel herauslesen wollen. Er war halt der letzte seines Faches, was die Aufnahmen rechtfertigt. Er muß ja nicht gut gewesen sein. In der Zeit, in der die Aufnahmen entstanden sind, war die Technik allerdings noch so miserabel, daß auch ansonsten hochberühmte Sänger zun Davonlaufen klingen.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 28.06.2018, 15:18 
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Olympia hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:

Falsettisten, die Sopran singen, gibt es sicherlich nicht viele. Aber ein Mann, der seine Knaben-Stimmlage behalten hat, das dürfte wirklich sehr, sehr selten sein.


Aber bedeutete es nicht genau das, wenn kein Stimmbruch erfolgte?


entweder hat er Stimmbruch gehabt und falsettiert (= Counter) oder er hat keinen gehabt und singt (Knaben-)Vollstimme... oder? Das wäre dann aber die Folge einer massiven Hormonstörung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 05.07.2018, 23:14 
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Zitat von TM Pestoso:

"Aus den Aufnahmen von Alessandro Moreschi würd' ich jetzt nicht allzuviel herauslesen wollen. Er war halt der letzte seines Faches, was die Aufnahmen rechtfertigt. Er muß ja nicht gut gewesen sein. In der Zeit, in der die Aufnahmen entstanden sind, war die Technik allerdings noch so miserabel, daß auch ansonsten hochberühmte Sänger zun Davonlaufen klingen."

Die miserable Aufnahmetechnik dürfte sich aber nicht dahingehend ausgewirkt haben, dass auf der Aufnahme Intonations-Unreinheiten zu hören sind, obwohl der Sänger "in natura" völlig sauber intoniert hat. :n66:

Vielleicht kannst Du, lieber TM, noch näheres dazu schreiben, wie diese Aufnahmen technisch zu Stande kamen? Tonbänder und Kassetten hatten ja z. B. die leidige Eigenschaft, beim Abspielen keine gleichmäßige Geschwindigkeit zu halten, so dass klanglich mitunter ein gewisses "Jaulen" entstanden ist. Aber diese Aufnahme-Methoden gab es zu Moreschis Zeiten noch nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 06.07.2018, 10:18 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Vielleicht kannst Du, lieber TM, noch näheres dazu schreiben, wie diese Aufnahmen technisch zu Stande kamen?

Vermutlich mit einem Grammophon, das war das damals übliche Aufzeichnungsgerät. Die Sänger sangen in den Trichter und über die Nadel, mit der später auch abgespielt wurde, wurden die Schwingungen auf Wachsplatten/-rollen übertragen. Von diesem Wachsmuster konnte dann eine Masterplatte gemacht werden, mit deren Hilfe die Schallplatten (damals vermutlich Schellack) gepresst wurden.
Wenn man am Plattenspieler die Geschwindigkeit ändert, eiert das ziemlich und da die Grammophone m.W. noch von Hand betrieben wurden, würde ich erwarten, dass die Qualität eher gelitten hat. Da können denke ich schon auch Töne falsch geworden sein.

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Männliche Sopran-Sänger
BeitragVerfasst: 12.07.2018, 17:40 
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moniaqua hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Vielleicht kannst Du, lieber TM, noch näheres dazu schreiben, wie diese Aufnahmen technisch zu Stande kamen?

Vermutlich mit einem Grammophon, das war das damals übliche Aufzeichnungsgerät. Die Sänger sangen in den Trichter und über die Nadel, mit der später auch abgespielt wurde, wurden die Schwingungen auf Wachsplatten/-rollen übertragen. Von diesem Wachsmuster konnte dann eine Masterplatte gemacht werden, mit deren Hilfe die Schallplatten (damals vermutlich Schellack) gepresst wurden.
Wenn man am Plattenspieler die Geschwindigkeit ändert, eiert das ziemlich und da die Grammophone m.W. noch von Hand betrieben wurden, würde ich erwarten, dass die Qualität eher gelitten hat. Da können denke ich schon auch Töne falsch geworden sein.

seh' ich auch so!

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