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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 04.01.2016, 20:42 
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Kathleen Ferrier ist damit einfach unschlagbar, woah!!! Das ist wirklich Kunst. Ich bin bereits ziemlich bald noch als Anfängerin auf die Sängerin und das Stück gestoßen und konnte mir für eine Altstimme den 12 - Ton - Sprung vom as auf f" überhaupt nicht vorstellen. Da war noch viel Arbeit nötig.

Zu der Frage, was sich tief anfühlt: Das ist sicher schwerer zu beantworten als die Frage danach, was sich hoch anfühlt. Ich habe mir ziemlich hohe Töne antrainiert und dadurch mir reizvolle Opernarien erschlossen, aber besonders lieben tue ich dies immer noch nicht. Dazu gehört so ziemlich alles schon, was "zweigestrichen" ist. Die von Octaviane angesprochenen Töne e"/f" empfinde ich durchaus immer noch als hoch, auch wenn ich noch drüber komme. Auch das c" nähert sich der oberen Passagio - Lage (die erheblich unter der der meisten Soprane liegt, ein Indiz für die Stimmlage) und da geht es nicht so recht flüssig dahin.

Was ich nach unten hin nicht haben muss, sind Töne der "großen Oktave", also Basstöne, wie As oder darunter, obwohl die durchaus kommen können, wenn auch nicht immer. Unter c1 (das meint ihr wohl zum Thema Mezzi und tief) geht es mir recht gut. Da ich im Kirchenchor nun als Tenöse mitmache, muss das auch sein. So ein as (klein) kann ich gut ab z. B. Und wenn ich nicht völlig verschleimt im Hals oder verspannt bin, geht das recht gut runter bis zum unteren c. E (klein) und d kommen in der Liedliteratur auch als Option vor (wer gut drauf ist, macht es).

Es kommt dabei auch noch darauf an, wie eine Linie geschrieben ist, wie Octaviane sagt. Im ersten Tenor im Männerchor entfallen die oft unangenehmen Sprünge, sodass man in tiefe Töne hineingleiten kann, während die Funktion der dritten Stimme im gemischten Chor oft recht ruppig für mich daherkommt. Der zweite Alt im Frauenchor liegt kaum höher, jedoch kann man geschmeidiger singen.

Wichtig finde ich bei alldem ein bewusstes "technisches" Singen, also die Mischung "Kopf/Brust". Ich versuche zB., in tiefer Lage vorzustellen, dass ich hoch singe und umgekehrt (ist eine Variante). Ist beim Chortenor manchmal recht schwierig.

LG

Dola


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: 04.01.2016, 20:42 


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 00:16 
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Bei diesen Hörbeispielen denkt man ja wunder was, wie wahnsinnig tief dieser eine Ton (as) denn wohl sei, als ob es mindestens ein f wäre. Ich jedenfalls kann in diesen Ton keine Bruststimme hinein mischen, dafür ist er einfach nicht tief genug.

Das Sopran-as-Klangbeispiel betreffend:

Schade dass gerade an dieser Stelle ein Blasinstrument mit einsetzt, so kann man das as dieser Sopranistin leider gar nicht richtig hören. Der klangliche Vergleich zu den Mezzo- und Alt-Aufnahmen wäre gewiss interessant gewesen. Die Sängerin, Rosemary Hardy, ist laut Wikipedia 1949 geboren und die Aufnahme sei von 2012. Demnach war die Dame zum Zeitpunkt dieser Aufnahme schon deutlich über 60 Jahre alt. Und "alte" Sopranistinnen haben mehr Sound in der tiefen Lage als junge, was auch in Mozarts Großer Messe c-moll (KV 427) immer wieder festgestellt werden kann. Da muss die Sopran 1-Solistin im "Christe eleison" auch bis zum as hinunter. Ich habe CD-Aufnahmen bei denen dieses as überhaupt nicht zu hören ist, obwohl das Orchester so leise spielt wie es nur kann.

@Dola: Ein Sprung von as bis f''? Habe leider die Noten gerade nicht zur Hand, aber ganz so groß ist der Sprung nicht. Derartige Akrobatik ist - mal wieder - den Sopranen vorbehalten: Bei eben genannter c-moll-Messe in genau diesem Solo-Stück von b zu g'' oder in der Lauretanischen Litanei (KV 195) im "Agnus Dei" von a zu fis''.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 00:51 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Bei diesen Hörbeispielen denkt man ja wunder was, wie wahnsinnig tief dieser eine Ton (as) denn wohl sei, als ob es mindestens ein f wäre. Ich jedenfalls kann in diesen Ton keine Bruststimme hinein mischen, dafür ist er einfach nicht tief genug.


Man hört schon einen Takt vorher "schlagen die Sträuche ZUSAMMEN", wie sie in die Bruststimme geht. Dann würde ich ja das gerne mal in natura von dir hören, wenn du in dieser tiefen Lagen nicht in die Brust gehst.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 00:58 
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Dola hat, wie so oft, den Nagel auf den Kopf getroffen : Tief singen / hoch denken und vice versa! Das Ziel jedes GU kan nur sein, die Lernenden darauf einzuschwören, mit e i n e r Stimme zu singen, was bedeutet, dass selbst in der Extremtiefe das Kopfige anteilig vorhanden sein muss, in der Extremhöhe die Brustresonanz! Setzt man sich über diese Prämissen hinweg, zerfällt die Stimme in deren zwei oder gar drei, wofür es leider prominente Beispiele gibt, ganz besonders im Mezzofach ( Beispiel: Agnes B. ). Das irreführende Wort " Register " habe ich bewusst vermieden, wobei mir die Bezeichnung " Einregister "
für die Harmonisierung von Spannung ( hoch ) und Masse ( tief ) noch am sympathischsten ist.

Ciao. Ospite big_ok


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 01:06 
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Das ist ein sehr gutes Beispiel von der bekannten Sängerin A.B., sehr unschön. Der Übergang in die Brustresonanz ist immer hörbar, sollte aber fließend sein und nicht wie in dem o.g. Beispiel der Sängerin.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 01:21 
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musica hat geschrieben:
Hier kannst du es hören bei 3:28


Das ist schon das kleine as, auch nach den Noten :) Danke für die Hörbeispiele. Ich wusste gar nicht, dass Christa Ludwig so tief singt/klingen kann.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
@Dola: Ein Sprung von as bis f''? Habe leider die Noten gerade nicht zur Hand, aber ganz so groß ist der Sprung nicht.


Es gibt einen Sprung von h bis f'' und einen von ais bis e''. Reicht auch, finde ich :)

Dola hat geschrieben:
Wichtig finde ich bei alldem ein bewusstes "technisches" Singen, also die Mischung "Kopf/Brust". Ich versuche zB., in tiefer Lage vorzustellen, dass ich hoch singe und umgekehrt (ist eine Variante).


Darauf triezt mich mein GL auch ständig :) Bzw fordert er unten Kopfklang, oben dafür Brustklang, reingemischt natürlich oder halt von der Vorstellung her.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 10:47 
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moniaqua hat geschrieben:
Darauf triezt mich mein GL auch ständig :) Bzw fordert er unten Kopfklang, oben dafür Brustklang, reingemischt natürlich oder halt von der Vorstellung her.


verstehe ich das richtig, mit Kopftönen in der Tiefe?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 11:52 
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Wenn ich wüsste, was Du mit "Kopftönen" meinst, könnte ich darauf antworten :) Ich vermute, Du verstehst das verkehrt - die Idee ist soweit ich das verstehe, ähnlich wie bei Yin-Yang immer eine Prise(!) des Gegenstückes drin zu haben, gegenzusteuern. Also schon normal singen, aber so weit in die andere Richtung denken, dass die Einstellung dann passt. Sonst kommt man u.U. zu extrem aus. ospite hat es doch eh wunderschön beschrieben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 15:33 
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moniaqua hat geschrieben:
Das ist schon das kleine as, auch nach den Noten :) Danke für die Hörbeispiele. Ich wusste gar nicht, dass Christa Ludwig so tief singt/klingen kann.


Oh doch. Ich habe hier eine CD-Aufnahme von Verdis Maskenball mit Christa Ludwig als Ulrica. Und bekomme noch immer eine Gänsehaut, wenn sie den tiefen Ton (g? gis?) am Ende ihrer Arie "Re dell'abisso" singt.

Deinen Yin und Yang-Vergleich finde ich übrigens sehr schön und einleuchtend. :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.01.2016, 21:57 
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Die Metapher "Prise des Gegenstücks" trifft die Sache mE. recht gut. Je mehr man sich in die Höhe begribt, desto kleiner wird die "Brustprise" und je tiefer man kommt, desto kleiner wird die "Kopfprise". Das funktioniert allerdings nicht durch kognitive Steuerung wie das Lernen von Schulstoff, sondern durch Training des "Körpergedächtnisses". Sportler denken auch nicht darüber nach, welche einzelnen Muskeln sich koordinieren müssen, um loslaufen zu können. Sie koordinieren sich von selbst, wenn der Mensch seinen Willen, zu laufen, umsetzt. Je mehr er trainiert, umso besser koordiniert sich das.

Beim Singen ist es das gleiche. Die Lehrer müssen mE. auch nicht unbedingt wissen, wie sich die Relationen der Körperspannungen und Stützfunktionen immer genau verhalten. Die Schüler müssen sich körperlich merken können, wie es sich physisch anfühlt, wenn ein Ton/eine Linie optimal gesungen ist, um das wieder abzurufen. Das dauert. Ein Merkmal von Gesangsausbildungen ist die lange Zeit, die man meist dafür aufwenden muss und es gehört zu den länsten Studiengängen.

Alt - Rhapsodie: Deine Angaben, liebe Monika, sind richtig, ich habe in die Noten geschaut. Es handelt sich jedoch tatsächlich um 12 Töne. Durchaus sportlich, finde ich auch.

Re dell´abisso: Ist eine meiner "Kernpartien", jedoch auch mit ziemlich biestigen Höhen (Spitze as" zwei Mal, hat Wagners Erda - Partie auch - einmal-, fast nicht zu glauben) und lange g". Wer meint, das tiefe Schluß - g nicht ernst nehmen zu müssen, kann ziemlich böse reinfallen. Der Absturz aus der as"/g" - Lage geht rasend schnell. Wenn man oben einen Fehler macht und sich dadurch festsingt, dem kann es passieren, dass das g einfach nicht kommt und das Ganze schlichtweg mit einem ganz schalen Gefühl endet.

LG

Dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 00:11 
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Zitat von Musica: "Dann würde ich ja das gerne mal in natura von dir hören, wenn du in dieser tiefen Lage nicht in die Brust gehst."

Liebe Musica, für mich IST das eben keine tiefe Lage, absolut nicht!

Habe jetzt gerade getestet: Sowohl auf- als ab abwärts singend halbtonweise auf einer A-Vokalise ist das kleine fis der höchste Ton bei dem ich im Brustkorb Vibrationen spüren kann wenn eine Hand darauf liegt. So ein ruppiges "Umschalten" gibt es da aber trotzdem nicht, das Brust-Vibrieren wird eben von Halbton zu Halbton etwas mehr bzw. weniger. Das "Umschalten" ist nur im Unterricht aufgetreten (gerade da!!!), als lehrerseitig versucht wurde, den Brust-Anteil weiter hinauf zu führen, was sich für mich aber einfach nur gewalttätig angefühlt hat. Auf diese Weise bin ich bei so mancher Einsing-Übung am Ende der kleinen Oktave "hängen geblieben" und kam einfach nicht weiter hinauf.

Von einer womöglich "verbrusteten" Stimme, die nur deshalb nicht weit nach oben singen kann weil sie eben das Brust-"Register" zu weit nach oben führt, kann hier also gewiss keine Rede sein. Und gerade deshalb, weil bereits ab dem kleinen g aufwärts keine fühlbare Bruststimme mehr dabei ist (ab diesem Ton beginnt für mich demnach die Mittellage), "behaupte" ich ja immer dass es im Alt (insbesondere in der Chorstimme Alt) gar keine tiefen Töne gibt.

Nochmals von Musika zitiert: "Man hört schon einen Takt vorher 'schlagen die Sträuche ZUSAMMEN', wie sie in die Bruststimme geht."

Ja, liebe Musika, das habe ich auch gehört, aber es ging mir ja um das nachfolgende kleine as, das sich selbst bei einer Altistin so abgrundtief anhört, obwohl es für sie doch eigentlich gar nicht sooooo tief sein kann - deshalb auch meine anderweitige Frage wo für eine Altstimme die tiefe Lage beginnt - und wie sich das bei einer Sopranistin anhört, wenn es denn bei ihr zu hören ist und nicht, wie leider in besagtem Hörbeispiel, von einem klanglich dominanteren Orchester-Instrument übertönt wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 00:27 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Von einer womöglich "verbrusteten" Stimme, die nur deshalb nicht weit nach oben singen kann weil sie eben das Brust-"Register" zu weit nach oben führt, kann hier also gewiss keine Rede sein. Und gerade deshalb, weil bereits ab dem kleinen g aufwärts keine fühlbare Bruststimme mehr dabei ist (ab diesem Ton beginnt für mich demnach die Mittellage), "behaupte" ich ja immer dass es im Alt (insbesondere in der Chorstimme Alt) gar keine tiefen Töne gibt.


Dich würde ich echt mal gerne hören. Das mit den nicht tiefen Chorstimmen sehen die Choralts ziemlich anders, aber das sind ja auch oft verkappte Soprane big_engel

AK-Kontraalt hat geschrieben:
und wie sich das bei einer Sopranistin anhört, wenn es denn bei ihr zu hören ist und nicht, wie leider in besagtem Hörbeispiel, von einem Orchester-Instrument übertönt wird.


Naja, ziemlich flach und substanzlos meistens, deswegen wurde die Dame doch vom Orchester übertönt. Ich kenne eine Sopranistin, die wohl eine echte ist, bei der man ein a noch sauber hört. Deren GL ist ziemlich stur :) Dann kenne ich eine Altistin, die auch Sopran singt (vielleicht ist sie auch Mezzo). Bei der hört man die tiefen Töne auch. Die jubelt mal eben rauf bis zum c'''', locker-flockig. Sonst wird es bei Sopranistinnen meinen Ohren nach gerne schon mal ab dem g' a bisserl dünne, außer eben, sie freunden sich mit ihrer Bruststimme an (was längst nicht alle wollen, irgendwie).

Dola & Octaviane, danke :) Ja, die Höhen müssen passen, sonst ist es recht schnell Essig mit den Tiefen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 00:48 
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moniaqua hat geschrieben:

Dola & Octaviane, danke :) Ja, die Höhen müssen passen, sonst ist es recht schnell Essig mit den Tiefen.


Nicht die Höhe ist für die Tiefe wichtig, sondern die gute Mittellage, auf die können Höhe und Tiefe aufgebaut werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 00:57 
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moniaqua hat geschrieben:
Naja, ziemlich flach und substanzlos meistens, deswegen wurde die Dame doch vom Orchester übertönt. Ich kenne eine Sopranistin, die wohl eine echte ist, bei der man ein a noch sauber hört. Deren GL ist ziemlich stur :) Dann kenne ich eine Altistin, die auch Sopran singt (vielleicht ist sie auch Mezzo). Bei der hört man die tiefen Töne auch. Die jubelt mal eben rauf bis zum c'''', locker-flockig. Sonst wird es bei Sopranistinnen meinen Ohren nach gerne schon mal ab dem g' a bisserl dünne, außer eben, sie freunden sich mit ihrer Bruststimme an (was längst nicht alle wollen, irgendwie).

Dola & Octaviane, danke :) Ja, die Höhen müssen passen, sonst ist es recht schnell Essig mit den Tiefen.


Und dabei kommen in der Sopranliteratur durchaus auch Töne unterhalb des c1 vor. Und das nicht nur für "schwere" Soprane. Ich erinnere nur an die Rosenarie der Susanna. Und die gute Vitellia aus Mozarts Titus muss in ihrer 2. Arie auch ein gehaltenes tiefes g oder zumindest gis singen (hab die Noten gerade nicht parat). Auch wenn die Rolle zugegebenermaßen mitunter auch mit Mezzos besetzt wird (die dann in einem Terzett evtl. schummeln müssen, wo in den Noten ein, wenn auch nur kurzes d3 steht). Natürlich singen wir Hochtöner nicht ständig da unten rum, aber man raubt sich mE doch einiges, wenn man seine Bruststimme komplett außer acht lässt.

@AK-Kontraalt: Mich würde deine Stimme auch mal interessieren :) Hast du dich eigentlich schon mal im Bereich Chanson oder 20er- 40er Jahre umgesehen? Oder ist das eher nichts für dich? Denn ich kann mir schon vorstellen, dass du im klassischen Repertoire Schwierigkeiten hast, geeignete Literatur zu finden, wenn du tatsächlich so eine tiefe Stimme hast. Meine GL in Köln hatte mal eine Schülerin, die auch unheimlich tief sang. Die hat dann aber keine klassisch Musik gesungen, sondern eher Hollaender, Weill u. ä.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 10:39 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Ja, liebe Musika, das habe ich auch gehört, aber es ging mir ja um das nachfolgende kleine as, das sich selbst bei einer Altistin so abgrundtief anhört, obwohl es für sie doch eigentlich gar nicht sooooo tief sein kann - deshalb auch meine anderweitige Frage wo für eine Altstimme die tiefe Lage beginnt - und wie sich das bei einer Sopranistin anhört, wenn es denn bei ihr zu hören ist und nicht, wie leider in besagtem Hörbeispiel, von einem klanglich dominanteren Orchester-Instrument übertönt wird.


Ich glaube, darin liegt eben der Denkfehler.
Die meisten 'sind' nicht Alt oder Sopran oder Mezzosopran, sondern können Altstimmen, Mezzosopranstimmen oder Sopranstimmen singen ;) Es bleiben eben alles Menschen mit sehr individuellem Stimmumfang. So könnte Oktaviane im Chor vermutlich sowohl Sopran als auch Alt als auch Tenor singen. Ich käme für Sopran nicht leise hoch genug, meine Gesangslehrerin meinte aber, dass ich, wenn ich im Alt zu laut sei, ruhig im Chor Tenor singen könne. Bei uns im Chor sitzen mittlerweile auch zwei Frauen im Tenor, die beide wirklich richtig tief singen können. Allerdings merke ich das ihrer Sprechstimme nicht an, die klingt ganz normal.

Ich hab aber auch schonmal eine Männerstimme gehört, der dachte, er sei vom Stimmumfang her Alt oder Sopran, er hat sich aber einfach um eine Oktave vertan :D, das passiert also auch schonmal.

Je nach Singweise hören sich auch relativ hohe Töne schon recht tief an, das kommt einfach von dem Abdunkeln, was ja in der klassischen Singweise üblich ist. Dunkler hört sich immer tiefer an.
Auch können viele Altistinnen oder Mezzosopranistinnen recht hoch singen, schau dir nur Cecilia Bartoli an.

Grundsätzlich anatomisch sind wohl eher die tiefsten Töne vorgegeben. Höher geht bei vielen einiges, wenn sie es denn wollen und entsprechend trainieren. Und ob sich das in aller Ohren schön anhört, ist noch eine ganz andere Frage. Aber meist haben da die Gesangslehrer auch ein Klangideal (ich sag nur 'offen' oder 'eng'), welches sie bei ihren Schülern hören wollen, und wenn der Schüler diesem nicht mehr entsprechen kann, dann ist da halt Schluß.
Aber stell doch gerne mal eine Hörprobe ein, einfach eine Tonleiter oder so, ich würde deine Stimme auch sehr gerne mal hören!

LG Silvieann


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 12:26 
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Silvieann hat geschrieben:

[…] So könnte Oktaviane im Chor vermutlich sowohl Sopran als auch Alt als auch Tenor singen.[….]


Danke für die Blumen :), aber da möchte ich doch widersprechen. Mag sein, dass ich die Töne noch ganz passabel bekommen würde (wobei ich mir da bei den unteren Tenorlagen schon nicht mehr sicher bin, da müsste ich im Normalfall wohl doch einige Töne weglassen *g*), aber nicht für sonderlich lange. Schon bei meinen gelegentlichen Ausflügen in die Altlage muss ich extrem "technisch" singen, d.h. genau darauf achten ,wie ich meine Stimme zu führen habe, damit ich nicht zu viel Druck ausübe und die Stimme fühlt sich relativ schnell "angestrengt" an, während ich in meiner angestammten Lage (Sopran) nach einer angemessenen Einsingphase gefühlt stundenlang ohne Probleme singen kann.

LG

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 15:03 
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Octaviane hat geschrieben:
Silvieann hat geschrieben:
[…] So könnte Oktaviane im Chor vermutlich sowohl Sopran als auch Alt als auch Tenor singen.[….]

Schon bei meinen gelegentlichen Ausflügen in die Altlage muss ich extrem "technisch" singen, d.h. genau darauf achten ,wie ich meine Stimme zu führen habe, damit ich nicht zu viel Druck ausübe und die Stimme fühlt sich relativ schnell "angestrengt" an

Ich hab ja nicht davon gesprochen, dass es dir Spaß machen würde :D
Wenn es nach dem Spaßfaktor ginge, würde ich vermutlich auch am liebsten Sopran im Chor singen big_lala


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 15:41 
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Silvieann hat geschrieben:

Ich hab ja nicht davon gesprochen, dass es dir Spaß machen würde :D
Wenn es nach dem Spaßfaktor ginge, würde ich vermutlich auch am liebsten Sopran im Chor singen big_lala


Spaß ist die eine Sache - ich bin aber auch nach wie vor der Meinung, dass es nicht förderlich ist, wenn man über längere Zeit in einer ungeeigneten Stimmlage singt. Egal, ob man die Töne bekommt. Hat auch was mit Balance zu tun - als ich z. B. noch vornehmlich Mezzo gesungen habe, hat das das Gleichgewicht meiner Stimme doch gestört, etwa weil ich an der falschen Stelle ins Passagio gegangen bin etc.

Das alles bedeutet ja nicht, dass man nicht auch zum Spaß mal in anderen Stimmfächern wildern kann, aber das sollte mE mit Augenmaß und sehr bewusst geschehen. big_lala Und wir größeren Stimmen haben eben auch das Problem, dass es oft etwas länger dauert, bis wir unsere stimmliche Heimat wirklich gefunden haben Und vielleicht bin ich in dieser Hinsicht aufgrund meiner Erfahrungen auch ein wenig streng. :92

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 06.01.2016, 21:13 
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Nachdem, was ich so mitbekomme und höre, können wohl fast alle ausgebildeten Stimmen im Chor mehrere Lagen abdecken, weil der Stimmumfang einfach größer ist als bei Stimmen ohne GU und, was man nicht ganz außer Acht lassen sollte, die Beschäftigung mit der Sololiteratur und Korrepetition, auch das musikalische Lernen anderer Stimmen erleichtert.

Jedoch, gesund für die Stimme ist das nicht immer. Wenn ich nur den Chortenor singen würde, würde meine Stimme allmählich streiken, weil sie "Auslauf" braucht, also auch mal hoch will. Die Opernarien meines Faches bieten das. Allerdings halte ich es besser aus, als wenn ich, was ich auch hinbekäme, im Sopran helfen sollte. Das lehne ich in der Regel ab, weil ich mich damit gar nicht wohl fühle. Chor ist, obwohl das früher anders war, schon lange nicht mehr mein Hauptgebiet, weil ich in der normalen Altlage eh nur stören würde.

Es trifft auch zu, dass der Umgang mit den Passagi verändert wird. Außerdem manipuliere ich technisch im Männerchor, damit meine auch dort tragfähige Stimme sich nicht zu sehr von den Männerstimmen unterscheidet. Das richtet in diesem Fall keinen Schaden an, aber ausschließlich so zu singen, würde mir keinen Spass machen.

LG

Dola


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BeitragVerfasst: 06.01.2016, 21:51 
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moniaqua hat geschrieben:

Dola & Octaviane, danke :) Ja, die Höhen müssen passen, sonst ist es recht schnell Essig mit den Tiefen.


Nicht die Höhe ist für die Tiefe wichtig,


Das habe ich auch nicht so gemeint, wie Du es scheinbar verstanden hast.

Zitat:
sondern die gute Mittellage, auf die können Höhe und Tiefe aufgebaut werden.


Die sowieso, das ist das erste und wichtigste, das beackert wird. Aber: Wenn ich eine Zeitlang die Höhen nicht technisch sauber singe, kann die Mittellage noch so schön ausgebaut sein - die Tiefen hauen dann (erst einmal) nicht mehr hin. Ganz egal wie gut der Ausbildungsstand ist, wer sich oben festsingt, produziert dann unten u.U. nur noch heiße Luft in einer Lage, in der normal satte Töne kämen.

Octaviane hat geschrieben:
Spaß ist die eine Sache - ich bin aber auch nach wie vor der Meinung, dass es nicht förderlich ist, wenn man über längere Zeit in einer ungeeigneten Stimmlage singt.


Wenn man in der falschen Stimmlage ausgebildet wird, was wohl ziemlich oft vorkommt, bestimmt nicht. Vor allem scheint es ja GL zu geben, die nicht den gesamten Stimmumfang durcharbeiten, sondern sich auf ein Fach festlegen und da dann ein bestimmtes Klangideal verfolgen. Das kann für eine Stimme, die halt anders gelagert ist, als sie sich erst einmal anhört, schon zum Desaster werden schätze ich.

Ich sehe auch einen Unterschied darin, ob man Soli in ungeeigneter Stimmlage singt oder im Chor. Im Chor kann ich leichter einen Gang zurückfahren oder vielleicht sogar in die passendere Stimme wechseln, wenn ich merke, dass mir die andere Lage nicht gut tut. Und ich bin mehr in der Kirchenmusik zuhause - Opern scheinen fordernder zu sein, was den Stimmumfang angeht.
Octaviane hat geschrieben:
Und vielleicht bin ich in dieser Hinsicht aufgrund meiner Erfahrungen auch ein wenig streng.

Das wäre ja auch kein Wunder, nach dem, was ich so am Rande hier mitbekommen habe. Ich hatte, nur ganz kurz, einmal einen Gesangslehrer, der hätte mich als Sopran bearbeitet. Nachdem ich im einen Chor inzwischen im Sopran sitze, glaube ich nicht, dass mir das wirklich gut getan hätte. Die normalen Messen gehen, die sind nicht so hoch. Aber wenn ich als Sopran geschult worden wäre... Ne, das ist nicht meine Welt :)

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Viele Grüße
Monika


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