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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 15.01.2018, 20:57 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Das ist schwer zu sagen. Bei Tonleitern aufwärts sind sie an anderer Stelle als bei Tonleitern abwärts, und in einem Lied von, sagen wir mal Brahms oder Schubert sind sie an anderer Stelle als in einem Lied aus dem Kirchengesangbuch. Und leise gesungen sind sie viel weiter unten als lauter gesungen. Zudem spielt auch eine Rolle, an welcher Stelle innerhalb einer Phrase ich atme. Und morgens ist sowieso nochmal alles anders...

Daher zumindest eine Grobangabe: 1. klein es, 2. klein b, 3. f1, an guten Tagen auch noch 4. etwa bei b1. Der unter 2. genannte Übergang ist derjenige bei dem ich aller"spätestens" jeglichen Bruststimm-Anteil verlassen haben muss, weil ich sonst nicht weiter hinauf komme. Normalerweise schafft eine übliche Frauenstimme das noch mindestens eine Quarte weiter hinauf. Der eigentliche "tiefe" Übergang ist jedoch der unter 1. genannte.

Wo ein "normaler" Alt seine Übergangslagen verortet, das weiß ich leider nicht. Sicher ist allerdings, dass bei ihm die tiefe Lage nicht erst beim kleinen es anfängt.



Liebe AK-Kontraalt,
Du hast aber viele Registerübergänge!
Welcher ist der von Brust- zu Mittelstimmregister und welcher derjenige von Mittel- zu Kopfstimnmregister?
Wo beim Aufwärtssingen und wo beim Abwärtssingen?
"Bruststimmanteil"? Meinst Du dann das bruststimmig gemischte Mittelstimmregister?
Wo endet unten denn die tiefe Lage und wo beginnt oben die hohe Lage für Dich?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 15.01.2018, 23:14 
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Wieso, meinst Du, sind das viele Registerübergänge? Ein Sopran, der außer Brust-, Mittel- und Kopfregister auch noch dasjenige der Pfeifstimme zur Verfügung hat, bringt es auch schon auf drei Übergänge, bei mir ist es gerade mal einer mehr, na und? Wenn das richtige "Brüche" wären, nun, dann wäre es wirklich schwierig damit zu singen. Das ist es aber nicht. Weil aber bei meiner Stimme sowieso alles "anders" ist, mache ich mir keine nennenswerten Gedanken darüber, welcher Tonbereich welchem Registernamen zuzuordnen ist.

"Wo endet unten denn die tiefe Lage und wo beginnt oben die hohe Lage für Dich?"

Ich nehme mal an, dass es heißen müsste wo "unten" die mittlere Lage endet? Das wäre Übergang 1 ungefähr bei klein es. Beginn der hohen Lage wäre Übergang 3 etwa bei f1. "Spätestens" beim g1 hören es auch Gesanglehrer- und Chorleiter-Ohren dass es für mich hoch ist - glauben kann es mancher dennoch nicht... :n95:

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(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 22:48 
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Liebe AK-Kontraalt,

mich interessiert folgendes (mit zusätzlichen Ergänzungen zum vorigen):

-Tiefster produzierbarer Ton
-tiefster klingender, gesangstauglicher Ton
-höchter Ton im Bruststimmregister
-höchster Ton im Mittelstimmregister
-höchster Ton im Kopfstimmregister
-Deine weiteren Register (???)
-Dein Lieblingsbereich des Gesamtstimmumfanges
- gefühllt hohe Lage/ Gefühl der Höhe
- gefühlt tiefe Lage/ Gefühl der Tiefe


Alles bezogen auf die normale Stimme, nicht die erkältete oder frühmorgendliche. Da komme ich nicht einmal in die eingestrichene Oktav hinein.

Vielen Dank,

musicissima


Zuletzt geändert von musicissima am 16.01.2018, 23:02, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 22:58 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
...
"Wo endet unten denn die tiefe Lage und wo beginnt oben die hohe Lage für Dich?"
Ich nehme mal an, dass es heißen müsste wo "unten" die mittlere Lage endet? Das wäre Übergang 1 ungefähr bei klein es. Beginn der hohen Lage wäre Übergang 3 etwa bei f1. "Spätestens" beim g1 hören es auch Gesanglehrer- und Chorleiter-Ohren dass es für mich hoch ist - glauben kann es mancher dennoch nicht... :n95:


Also Bruststimme bis d und Mittelstimme ab es aufwärts bis f´ und Kopfstimme dann über f´?
Dann fühlt sich also Dein gesamtes Kopfstimmregister hoch an?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 23:03 
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musicissima hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Das ist schwer zu sagen. Bei Tonleitern aufwärts sind sie an anderer Stelle als bei Tonleitern abwärts, und in einem Lied von, sagen wir mal Brahms oder Schubert sind sie an anderer Stelle als in einem Lied aus dem Kirchengesangbuch. Und leise gesungen sind sie viel weiter unten als lauter gesungen. Zudem spielt auch eine Rolle, an welcher Stelle innerhalb einer Phrase ich atme. Und morgens ist sowieso nochmal alles anders...

Daher zumindest eine Grobangabe: 1. klein es, 2. klein b, 3. f1, an guten Tagen auch noch 4. etwa bei b1. Der unter 2. genannte Übergang ist derjenige bei dem ich aller"spätestens" jeglichen Bruststimm-Anteil verlassen haben muss, weil ich sonst nicht weiter hinauf komme. Normalerweise schafft eine übliche Frauenstimme das noch mindestens eine Quarte weiter hinauf. Der eigentliche "tiefe" Übergang ist jedoch der unter 1. genannte.

Wo ein "normaler" Alt seine Übergangslagen verortet, das weiß ich leider nicht. Sicher ist allerdings, dass bei ihm die tiefe Lage nicht erst beim kleinen es anfängt.



Liebe AK-Kontraalt,
Du hast aber viele Registerübergänge!
Welcher ist der von Brust- zu Mittelstimmregister und welcher derjenige von Mittel- zu Kopfstimnmregister?
Wo beim Aufwärtssingen und wo beim Abwärtssingen?
"Bruststimmanteil"? Meinst Du dann das bruststimmig gemischte Mittelstimmregister?
Wo endet unten denn die tiefe Lage und wo beginnt oben die hohe Lage für Dich?




Mit "Lage" meinte ich das Gefühl der Höhe/Tiefe und mit "Register" meine ich wirklich das Stimmregister.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 23:45 
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Ich kann nicht alle diese Fragen beantworten, und die meisten die ich beantworten kann habe ich bereits vorherstehend beantwortet. Absolut-Angaben wie z. B. auf die Frage nach dem tiefsten produzierbaren Ton oder auf diejenige nach dem tiefsten klingenden, gesangstauglichen Ton kann ich beim besten Willen nicht abgeben. So ein festes Raster hat meine Stimme einfach nicht.

Im entspannten Zustand (nicht "Morgenstimme") kann ohne Weiteres das große G erreichbar und das große B oder sogar A gesangstauglich sein, aber wenn ich eine Weile mit einem Stück zu tun habe, bei dem sich der Tenorpart überwiegend in der eingestrichenen Oktave bewegt und der tiefste Ton gerade mal das kleine g oder maximal f ist - das kommt bei Werken von J. S. Bach gerne mal vor - dann kann es vorkommen dass schon beim kleinen d Schluss ist, dann ist die Tiefe einfach komplett weg. Singe ich aber ein Stück das von der Tessitur her tiefer gelagert ist, dann bleibt die genannte Tiefe auch nach längerem Singen erhalten. Neulich haben wir im Chor etwas gesungen wo der Tenorpart bis zum großen H hinunter ging - das war für mich überhaupt kein Problem. big_baden

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.01.2018, 21:10 
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Hui, ich erlebte soeben in den letzten paar Wochen bei der Vorbereitung der Osterkonzerte in einem guten Projektchor wieder, daß Chorleiter keine Ahnung von der Stimme haben. Sie können vielleicht Chöre leiten, aber sie haben keine Ahnung von der menschlichen Stimme. Kirchenmusiker leiten Chöre i.d.R. schlechter als reine Chorleiter, die ausschließlich Chorleitung studierten. Im Kirchenmusikstudium ist Chorleitung nur ein kleiner Anteil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.01.2018, 22:32 
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contraalta hat geschrieben:
Hui, ich erlebte soeben in den letzten paar Wochen bei der Vorbereitung der Osterkonzerte in einem guten Projektchor wieder, daß Chorleiter keine Ahnung von der Stimme haben.

Das möchte ich so nicht stehen lassen. Die weitaus meisten meiner ChorleiterInnen haben sehr wohl Ahnung von der Stimme, schon rein deswegen, weil sie selber singen.

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Viele Grüße
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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 31.01.2018, 09:13 
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Eben! Ein Kirchenmusiker hat in der Studienvorbereitung und während des gesamten Studiums Einzelunterricht im Gesang, dazu im Regelfall auch Ensemblegesang. Je nach Schwerpunkt der Hochschule sind das dann die gemischten Chöre gemeinsam mit den Gesangsstudierenden und den (im Regelfall ebenfalls dazu verpflichteten) Instrumentalstudierenden, oft aber auch (zusätzlich in katholischer Kirchenmusik) die Choralschola. Da also zu behaupten, daß die keine Ahnung von Stimmen haben, finde ich reichlich vermessen. Sie sind nur keine Stimmbildner, was aber reine Chorleiter ebenfalls nicht sind. Und daß Sänger gute Chorleiter sind, muß auch nicht der Fall sein. Da habe ich auch schon so meine Erfahrungen...

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Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 21:34 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Eben! Ein Kirchenmusiker hat in der Studienvorbereitung und während des gesamten Studiums Einzelunterricht im Gesang, dazu im Regelfall auch Ensemblegesang. Je nach Schwerpunkt der Hochschule sind das dann die gemischten Chöre gemeinsam mit den Gesangsstudierenden und den (im Regelfall ebenfalls dazu verpflichteten) Instrumentalstudierenden, oft aber auch (zusätzlich in katholischer Kirchenmusik) die Choralschola. Da also zu behaupten, daß die keine Ahnung von Stimmen haben, finde ich reichlich vermessen. Sie sind nur keine Stimmbildner, was aber reine Chorleiter ebenfalls nicht sind. Und daß Sänger gute Chorleiter sind, muß auch nicht der Fall sein. Da habe ich auch schon so meine Erfahrungen...



Vergleiche doch einmal die Studienpläne BA Gesang, Dirigieren und Kirchenmusik. Wer hat am meisten Unterricht im Gesang UND in der STIMMKUNDE?? Besondes STIMMKUNDE ist doch wichtig. Hier die Musikhochschule Hamburg:

https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... Gesang.pdf
https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... gieren.pdf
https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... nmusik.pdf


Zuletzt geändert von contraalta am 01.02.2018, 21:37, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 21:36 
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moniaqua hat geschrieben:
contraalta hat geschrieben:
Hui, ich erlebte soeben in den letzten paar Wochen bei der Vorbereitung der Osterkonzerte in einem guten Projektchor wieder, daß Chorleiter keine Ahnung von der Stimme haben.

Das möchte ich so nicht stehen lassen. Die weitaus meisten meiner ChorleiterInnen haben sehr wohl Ahnung von der Stimme, schon rein deswegen, weil sie selber singen.


Das bedeutet nicht, daß man sich mit der Stimme auskennt. ich singe auch, kenne mich aber mit der Stimme nicht aus, so daß ich Gesangsunterricht geben könnte. das kann ich natürlich nicht, nur, weil ich selbst singe.
Vergleiche doch einmal die Studienpläne BA Gesang, Dirigieren und Kirchenmusik. Wer hat am meisten Unterricht im Gesang UND in der STIMMKUNDE?? Besondes STIMMKUNDE ist doch wichtig. Hier die Musikhochschule Hamburg:

https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... Gesang.pdf
https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... gieren.pdf
https://www.hfmt-hamburg.de/fileadmin/u ... nmusik.pdf


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 21:44 
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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 02.02.2018, 14:04 
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contraalta hat geschrieben:
Das bedeutet nicht, daß man sich mit der Stimme auskennt. ich singe auch, kenne mich aber mit der Stimme nicht aus, so daß ich Gesangsunterricht geben könnte. das kann ich natürlich nicht, nur, weil ich selbst singe.

Hast Du auch Gesangspädagogik studiert? Das haben die ChorleiterInnen, von denen ich sprach, nämlich afaik.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 02.02.2018, 15:17 
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Ich glaube, es wird Zeit, ein bisschen zu differenziern.

Pauschalaussagen, sowohl in die eine ("Chorleiter [haben] keine Ahnung von der Stimme"), als auch in die andere Richtung ("haben sehr wohl Ahnung von der Stimme") treffen wohl kaum die Realität.

First: daß jemand etwas kann (hier Singen, aber auch "Ahnung von der Stimme" haben), bedeutet nicht, daß er es auch vermitteln kann und es bedeutet auch nicht, daß er theoretisches Wissen notwendigerweise praktisch umsetzen kann. Umgekehrt übrigens auch: ein guter Lehrer muß nicht selbst auch Meister in seinem Fach sein! Und gerade bei der Leitung von Amateurensebles sind auch pädagogische und didaktische Fähigkeiten nicht ganz unwichtig.

Zweitens: daß jemand irgendwann einen Schein in wasauchimmer erworben hat, sagt nur, daß er einen Schein erworben hat. Ob er dabei exzellent oder gerade so abgeschnitten hat ist eine andere Sache. Der Durchschnitt ist halt genau das: Durchschnitt. Zwangsläufig ist dabei die Hälfte derer, die den selben Schein erworben haben unterdurchschnittlich und am unteren Ende sind sind ein paar, die sind richtig schlecht, da läßt sich nichts daran drehen. Die andere Hälfte ist überdurchschnittlich und am oberen Ende findet man natürlich diejenigen, die supergut sind. Statistische Binsenweisheit. Wieviele Semesterwochenstunden jemand damit verbracht hat, ist für das Ergebnis allenfalls mittelbar von Bedeutung (Kennt jeder wohl eigene Beispiele aus der Schule....)

Fazit: Es gibt exzellente Chorleiter und lausige. Solche, bei denen die Sänger stimmlich gewinnen, und solche, bei denen die Stimmen potenziell in Gefahr sind, wenigstens bei einigen Mitsängern. Pars pro Toto funktioniert hier überhaupt nicht; wenn jemand schlechte Erfahrungen gemacht hat, dann sind weder alle anderen Chorleiter auch unfähig, noch ändert es etwas an dieser Erfahrung, daß es auch bessere Chorleiter gibt.

Ich persönlich kenne übrigens Beispiele aus beiden Kategorien.

PS (aber das wirklich nur noch GANZ nebenbei): Ein (Kirchen-) Chorleiter muß nicht notwendigerweise ein einschlägiges Studium absolviert haben. Da reicht auch schon die Teilbereichsqualifikation Chorleitung-C beim zuständigen Diözesan-Amt für Kirchenmusik für ehrenamtliche Amateure (katholisch, evangelisch weiß ich nicht). Zwei Jahre ein Samstag im Monat und noch das eine oder andere Zusatzseminar. Lehrinhalt: Liturgik, Liturgiegesang, Chorleitung, elementaren Tonsatz, Gehörbildung, chorpraktisches Instrumentalspiel und Musikgeschichte. Voraussetzungen: bildungsfähiges Gehör und Singstimme und elementare Kenntnisse am (Tasten-)Instrument und der allgemeinen Musiklehre, Empfehlung des Ortspfarrers.
(Nachtrag 16:47: und es gibt auch da hervorragende Chorleiter!)
Also: backt mal etwas kleinere Brötchen beim Versuch, Recht zu behalten...
Es könnte nämlich sein, daß eine Münze zwei Seiten hat, und beide irgendwie "teilrecht" haben.
big_bye

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 02.02.2018, 16:59 
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@T M Pestoso: Ich bin voll bei Dir, habe mich auch nur gegen diese Pauschalaussage gewehrt, daß Kirchenmusiker generell kein Ahnung von Stimmen haben. Pauschalaussagen sind mir nämlich ein absolutes Greuel. Und daß ich bei Vorurteilen gegen Kirchenmusiker sofort in die Bresche springe, liegt das ja eh in der Natur der Sache *grins*...

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 02.02.2018, 17:46 
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Donna Elvira hat geschrieben:
@T M Pestoso: Ich bin voll bei Dir, habe mich auch nur gegen diese Pauschalaussage gewehrt, daß Kirchenmusiker generell kein Ahnung von Stimmen haben..

Ich unterschreibe das mal einfach.

Ich schrieb ja ganz bewusst
moniaqua hat geschrieben:
Die weitaus meisten meiner ChorleiterInnen ...

Ob das nun daran liegt, dass sie Gesangspädagigik studiert haben oder dass sie singen, keine Ahnung, ist mir auch egal. Ob es für alle gilt, weiß ich weder, noch interessiert es mich sonderlich - mir reicht es, wenn meine Chorleiter tauglich sind. Und selbst wenn - sie können nicht immer alles hören und es kann trotzdem für einzelne Chormitglieder zu Problemen mit der Stimme kommen u.U. Das muss dann aber noch lange nicht am Chorleiter liegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 14.03.2018, 21:36 
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Welcher Stimmbereich/Register ist es denn, wenn eine tiefe weibliche Altstimme sehr hoch singt? Wie ist es im Falle eines Mannes, z.B. Baritons, der sehr hoch singt? Ist beides mit Countertenor vergleichbar? Was davon ist Kopfstimmregister, was Falsett? Gibt es Falsett bei Frauenstimmen? Manchen Chormitsängerinnen meinen, ich seie eher Sopran als Alt...Kann man es mit hohen Lagen auf dem Kontrabaß vergleichen? Man kann ja auf dem Kontrabaß so hoch wie eine Geige spielen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 21.06.2018, 21:52 
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Wie vor einigen Tagen angekündigt, antworte ich an dieser Stelle auf Aussagen von Musicissima, die sie unter einem anderen Thema geschrieben hat, die aber besser hierher passen.

1.
"Ich glaube daher, diejenigen, die sich hier als "Kontraalt" ausgeben, sind schlicht und einfach echte (!!!) Altsängerinnen. Meines Wissens gibt es den Begriff "Kontraalt" eigentlich nicht, sondern Zarah Leander erfand ihn, um sich zu vermarkten."

Ob Zarah Leander diesen Begriff "Kontraalt" sozusagen erfunden hat, das weiß ich nicht. Da der Begriff "Alt" aber rein sprachlich "hoch" bedeutet (vom sachlichen Ursprung her nämlich höher als Tenor, siehe mein Start-Beitrag zu diesem Thema) musste eben ein Begriff her, der eindeutig aussagt dass es sich um eine TIEFE Stimme handelt. Somit entstand "Gegenteil-von-hoch", nämlich "Kontra-Alt".

Dass dieser Begriff in der Klassischen Musik nicht existiert, ebenso wenig wie es überhaupt Gesangsstücke für diese Stimmlage gibt, das liegt zum einen an der Seltenheit dieser Stimmlage (ich habe irgendwo mal etwas von ca. 5 % gelesen) und daraus resultierend aus der simplen Tatsache, dass doch jeder Komponist daran interessiert war (und ist), dass seine Stücke auch aufgeführt werden. Wenn so ein Komponist nun etwas für eine Kontraalt-Stimme komponiert, dann "rechnet" sich das einfach nicht. (Es sei denn, er hat zufällig eine öffentlichkeitstaugliche Zarah Leander zur Hand.) Einer Kontra-Altistin bleibt somit nur die Möglichkeit, Stücke für Alt so weit hinunter zu transponieren dass es für sie singbar wird.

Zum anderen ist da eben auch die Tatsache, dass eine sehr tiefe Stimmlage bei Frauen einfach nicht akzeptiert wird. Das klingt irgendwie "unweiblich", und so etwas "darf" nicht sein. Eine Frauenstimme soll "hell" klingen, und das tut sie mindestens ab dem kleinen g eben nicht, wenn der Ton noch wirklich zu hören sein und "Saft" haben soll. Ich ärgere mich immer sehr darüber, dass eine Frauenstimme nur einen "Hauch" von Bruststimme enthalten soll. Da diese zumindest in der unteren Hälfte der kleinen Oktave aber wirklich sein MUSS, deshalb wird eben nichts komponiert was sich bis zu dieser Tonlage hinunter bewegt. So einfach ist das.

2.
"Wenn es eine Frauenstimmlage unter Alt geben sollte, müsste es ja auch eine Männerstimmlage unter Baß geben. Gibt es dafür einen Begriff?"

Nein, eine Männerstimmlage tiefer als Bass ist mir bisher nicht bekannt. Aber irgendwo hat Musica mal von ihrem Mann geschrieben, der tiefer Bass sei und dem der "normale" Chor-Bass auch oft zu hoch sei.

Da im Bass, ganz im Gegenteil zum Alt, sehr wohl immer mal wieder richtig tiefe Töne vorkommen - im Chor-Bass wie auch im Solo-Bass bis zum E, gelegentlich gar bis zum D hinunter - gibt es hier auch nicht wirklich die Notwendigkeit, einen "Kontra-Bass" zu kreieren. Wer das nicht glaubt, der möge mal von irgend einem Chorstück die Altstimme singen und in der gleichen Oktav-Lage die Bass-Stimme. Der Bass liegt im Mittel immer tiefer als der Alt. Von manchem Chor-Stück kann ich die Bass-Stimme eine Oktave höher, also in Altlage singen, während mir die Altstimme in ihrer Gesamt-Lage praktisch immer zu hoch ist.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 21.06.2018, 22:11 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Ob Zarah Leander diesen Begriff "Kontraalt" sozusagen erfunden hat, das weiß ich nicht. Da der Begriff "Alt" aber rein sprachlich "hoch" bedeutet (vom sachlichen Ursprung her nämlich höher als Tenor, siehe mein Start-Beitrag zu diesem Thema) musste eben ein Begriff her, der eindeutig aussagt dass es sich um eine TIEFE Stimme handelt. Somit entstand "Gegenteil-von-hoch", nämlich "Kontra-Alt".


Irgendwie ist unsere Sprache unlogisch. Dann müsste der Kontra-Bass bei den Streichern eigentlich wieder höher sein, ist er aber nicht.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Wenn so ein Komponist nun etwas für eine Kontraalt-Stimme komponiert, dann "rechnet" sich das einfach nicht. (Es sei denn, er hat zufällig eine öffentlichkeitstaugliche Zarah Leander zur Hand.) Einer Kontra-Altistin bleibt somit nur die Möglichkeit, Stücke für Alt so weit hinunter zu transponieren dass es für sie singbar wird.


Es scheint sich ja auch für einen normalen Alt schon kaum zu rechnen, da gibt es zwar mehr, aber doch lange nicht so viele Partien wie für Sopran.

Übrigens denke ich schon, dass es einen Unterschied zwischen Alt und Kontra-Alt gibt. Ich glaube, ich kenne eine Kontra-Alt, die hört sich tiefer an als die Alt, die sonst zu hören sind. Und ich glaube nicht, dass das einfach "richtige" Alti sind, so eine habe ich nämlich auch schon gehört, sondern das ist wirklich tiefer.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Zum anderen ist da eben auch die Tatsache, dass eine sehr tiefe Stimmlage bei Frauen einfach nicht akzeptiert wird. Das klingt irgendwie "unweiblich", und so etwas "darf" nicht sein. Eine Frauenstimme soll "hell" klingen, und das tut sie mindestens ab dem kleinen g eben nicht, wenn der Ton noch wirklich zu hören sein und "Saft" haben soll. Ich ärgere mich immer sehr darüber, dass eine Frauenstimme nur einen "Hauch" von Bruststimme enthalten soll. Da diese zumindest in der unteren Hälfte der kleinen Oktave aber wirklich sein MUSS, deshalb wird eben nichts komponiert was sich bis zu dieser Tonlage hinunter bewegt. So einfach ist das.


Da scheint es unterschiedliche Schulen zugeben.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Da im Bass, ganz im Gegenteil zum Alt, sehr wohl immer mal wieder richtig tiefe Töne vorkommen - im Chor-Bass wie auch im Solo-Bass bis zum E, gelegentlich gar bis zum D hinunter - gibt es hier auch nicht wirklich die Notwendigkeit, einen "Kontra-Bass" zu kreieren. Wer das nicht glaubt, der möge mal von irgend einem Chorstück die Altstimme singen und in der gleichen Oktav-Lage die Bass-Stimme. Der Bass liegt im Mittel immer tiefer als der Alt. Von manchem Chor-Stück kann ich die Bass-Stimme eine Oktave höher, also in Altlage singen, während mir die Altstimme praktisch immer zu hoch ist.


Du meinst, die Bassstimme eine Oktave höher singen als notiert?
Das muss ich mal beobachten. In Originallage kann ich den Bass sicher nicht singen :) Oktaviert ging schon das eine oder andere Stück.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 21.06.2018, 22:24 
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Ja, ich meine die Bass-Stimme eine Oktave höher singen als notiert.

Für einen Mann hieße das, die Bass-Stimme so singen wie notiert und die Altstimme eine Oktave tiefer als notiert (was er ja sowieso automatisch macht).

Würden beide Stimmen von ein und demselben Menschen in ihrer Original-Tonlage gesungen, dann wäre der genannte Vergleich ja gar nicht möglich.

Zitate: "Somit entstand "Gegenteil-von-hoch", nämlich "Kontra-Alt". - "Irgendwie ist unsere Sprache unlogisch. Dann müsste der Kontra-Bass bei den Streichern eigentlich wieder höher sein, ist er aber nicht."

Ja, Kontra-Alt heißt eben nicht nur "Gegenteil-von-hoch", sondern auch "noch-tiefer-als-Gegenteil-von-hoch", also "tiefer als Alt". Somit bekommt auch die Bezeichnung "Kontra-Bass" einen Sinn, nämlich "tiefer als Bass".

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Autor: contraalta
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