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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 02.05.2017, 23:34 
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Wie reagierte denn Euer enges soziales Umfeld (Familie, Freunde, Partner...) auf die tiefe (Alt) bzw. sehr tiefe (Kontraalt) Frauenstimme?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 14.05.2017, 23:27 
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Hier könnt ihr Sara Mingardo, Contraalt in einem Salve Regina von Vivaldi hören:

https://www.youtube.com/watch?v=anjwJ4Yo26Q

https://www.youtube.com/watch?v=Lp-io9L3ZZE

hier das Salve Regina von Pergolesi, ein wunderschönes Stück, habe es sehr gerne gesungen.
https://www.youtube.com/watch?v=EGSvjxwE4Nk


und hier wieder ganz anders:

https://www.youtube.com/watch?v=La7s3ROHVOA

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 26.05.2017, 22:58 
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Zitat von Contraalta: "Wie reagierte denn Euer enges soziales Umfeld (Familie, Freunde, Partner...) auf die tiefe (Alt) bzw. sehr tiefe (Kontraalt) Frauenstimme?"

Nun, das engere soziale Umfeld reagierte darauf schlichtweg überhaupt nicht, weil es das ja immer schon kannte. Schwierig wurde es allenfalls mit Leuten außerhalb dieses engeren Umfeldes. Da gibt es z. B. Leute, in deren Ohren sich eine tiefe Frauen-Sprechstimme grundsätzlich "unfreundlich" anhört. Manche Leute sind auch total verblüfft, wenn sie sich aufgrund von Körpergröße (knapp 1,60 m) und Gestalt (eher zierlich mit weiblichen Rundungen) wohl eher eine höhere und helle Sprechstimme vorgestellt haben. Umgekehrt genauso: Nie werde ich das Gesicht eines Kollegen vergessen, mit dem ich des öfteren telefonisch zu tun hatte. Als er mal bei uns aufgetaucht ist, da sagte er dann völlig verdattert: "Waaaas, Sie sind die Frau AK?????" Er hatte sich von der Stimme her (die ja am Telefon noch dunkler klingt) offenbar eine völlig andere Gestalt vorgestellt. :n118:

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.05.2017, 18:36 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Nun, das engere soziale Umfeld reagierte darauf schlichtweg überhaupt nicht, weil es das ja immer schon kannte.


Du sangst ja erstmals mit 13 Jahren Tenor, also tiefer als Alt, las ich; ich auch in diesem Alter im Musikunterricht der Schule.
Ich hatte schon immer eine, verglichen mit anderen Mädchen, tiefe Stimme, auch schon als Kind, und dann in der Jugend sowieso. Aber dieser Unterscheid fiel meiner Familie und engen Verwandten damals schon im Vergleich zu anderen 13-Jährigen Mödchen auf und das wurde mir auch mitgeteilt. Daher fragte ich, wie Dein Umfeld reagierte.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Schwierig wurde es allenfalls mit Leuten außerhalb dieses engeren Umfeldes. Da gibt es z. B. Leute, in deren Ohren sich eine tiefe Frauen-Sprechstimme grundsätzlich "unfreundlich" anhört. Manche Leute sind auch total verblüfft, wenn sie sich aufgrund von Körpergröße (knapp 1,60 m) und Gestalt (eher zierlich mit weiblichen Rundungen) wohl eher eine höhere und helle Sprechstimme vorgestellt haben. Umgekehrt genauso: Nie werde ich das Gesicht eines Kollegen vergessen, mit dem ich des öfteren telefonisch zu tun hatte. Als er mal bei uns aufgetaucht ist, da sagte er dann völlig verdattert: "Waaaas, Sie sind die Frau AK?????" Er hatte sich von der Stimme her (die ja am Telefon noch dunkler klingt) offenbar eine völlig andere Gestalt vorgestellt. :n118:


Auch Verwandte/Familie- das wurde mir auf indirektem Wege mitgeteilt- meinen, eine so tiefe Frauenstimme kläge wie eine Männerstimme und das kann ja nicht der Fall sein- allein aufgrund der unterschiedlichen Anatomie. Bereits normaler Alt gilt oftmals nicht als schöne Stimmlage, nur Sopran und Mezzosopran. Ich kenne diese Einschätzung von vielen Frauen. Die wenigen echten Altstimmen, die es gibt, haben ja angeblich keine schöne Stimme... das kann ich auch nicht verstehen. In kenne mehrere Fälle aus meinen Chören: Eine Mezzosopranstimme wollte um´s Verrecken Tenor singen, obwohl die Tiefe nicht einmal für normalen Alt reichte. Da fauchte die Tiefe nur. Sie ließ dann alle tiefen Töne weg. Und eine eher tiefe Mezzosopranstimme quälte sich im hohen Sopran, obwohl sie am ehesten tiefer Mezzo war; auf alle Fälle weder Alt noch hoher Sopran. Das klang einfach nur grausig und ihre Gesangslehrerin trimmte sie auch noch in Richtung Sopran. Es war ihre eigene Traumstimmlage.

Wieso stoßen Altstimmen oder Kontraaltstimmen immer auf solch eine Abneigung? Selbst normaler Alt klingt in den Ohren vieler Chorkonzertbesucher nicht so schön wie Sopran oder gar hoher Sopran. Wenn ih mit Familie/Freunden in Choraufführungen gehe, ergibt sich danach schon manchmal ein kleiner Kommentar dieser Art. Spran gilt als super, Mezzo auch, Alt schon längst nicht mehr und Kontraalt (Frauentnoe/Frauenbaß) erst recht nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 15.07.2017, 21:46 
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Was unterscheidet einen Alt denn vom Kontraalt? Ausschließlich die Tiefe? Es gibt Soprane, die bis d in der kleinen Oktav singen- wenn auch mit erheblich weniger Kraft als im hohen Register- also tiefer als der normale Choralt, der bis g oder f geht.
Wären die Sängerinnen, die bis d in der kleinen Oktav singen, nicht eher normale tiefe Altsängerinnen?
Mir ist leider immer noch nicht klar, was Kontraalt eigentlich von tiefem Alt unterscheidet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 16.07.2017, 23:17 
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Liebe Contraalta,

ich glaube, diese Frage kann Dir niemand wirklich beantworten. Letztlich entscheiden Tessitur und Klangfarbe über die Stimmgattung. Der Stimmumfang allein ist nicht so aussagekräftig, wie Du es ja selbst mit dem Beispiel eines Soprans mit Reichweite bis zum kleinen d andeutest. Wir müssen uns damit abfinden, dass es in der Natur eben Dinge gibt, die sich nicht genau einem Raster zuordnen lassen. So lange wenigstens WIR wissen wo wir hingehören ist doch alles gut! :mrgreen

Da es im Bereich der Klassischen Musik keine Gesangsstücke für eine Frauenstimme unterhalb von "Alt" gibt, existiert natürlich auch kein "Katalog", aus dem man Unterscheidungskriterien für Alt, tiefen Alt, Kontraalt, tiefen Kontraalt ... (gibt's darunter noch etwas??? :grübel ) herauslesen könnte. Diese Stimmen sind halt jeweils noch a Stückerl tiefer gelagert. Es ist ein bisschen so wie bei den Wolken. Da gibt es zwar grobe Klassifizierungen - aber was man am Himmel sieht, sind oft genug Mischformen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 22.07.2017, 21:05 
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Liebe contraalta,

ich glaube, du machst dir da zu viele Gedanken!
Es ist so, wie es ist, du hast deine Stimme, ich hab meine Stimme, AK-Kontraalt hat ihre Stimme.
Ob nun hoch oder tief, mal entspannt, mal verstellt.
Ich kenne es eigentlich nur so, dass tiefe Frauenstimmen als erotischer empfunden werden und zu hohe oft als schrill und unangenehm. Aus diesem Grund: ist doch alles gut, wenn du eine tiefe Frauenstimme hast, oder?
Nimm's einfach so, wie es ist, und mach was draus! :)

Ich persönlich stelle mir unter Kontraalt tatsächlich eher einen tiefen Alt vor, also eine Altstimme mit ausreichend Tiefe. Bis d komme ich regelmäßig auch, und manchmal mag ich es einfach, tief zu singen. Meine Sprechstimme ist allerdings in der Regel wohl nicht ganz so tief, obwohl ich auch nach einem kurzen 'Hallo' schon als Altstimme einklassizifiziert wurde. Also vielleicht doch eine tiefe Sprechstimme. Meine Gesangslehrerin meint manchmal auch, dass ich höher spreche, wenn ich aufgeregt oder einfach nicht entspannt bin. Aber wichtig ist doch einfach, dass die Stimme zur Person paßt und man sich mit seiner Stimme anfreundet, so wie sie ist. Und ich finde einfach, meine Stimme paßt zu mir ;)

Und manchmal, wenn ich Lust habe, etwas zu singen, freue ich mich, wenn ich auch die richtigen Töne bekomme. Wenn nicht: manches kann man ja transponieren!

In dem Sinne:
Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 26.07.2017, 10:29 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Naja: ein as ist immer ein as, egal wer's wie singt, ob das der Samuel Ramey, die Natalie Stutzmann oder Herr oder Frau Hempel vom Seniorengesangsverein Graswachshöring ist. Ob sich das höher oder tiefer anhört, hängt jetzt erst mal nicht vom Ton als solchen ab, sondern von den Obertönen. Und die hängen wiederum nicht nur von der Technik ab, sondern werden physikalisch durch die Form und Größe der zur Verfügung stehenden Resonanzräume determiniert. Ein g auf der Violine klingt anders als auf einem Cello. Ob die Stimme über dem Orchester vernehmbar ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Obertöne im Bereich von ca. 2600-3400 Hz (irgendwo in der viergestrichenen Oktave) sind - unabhängig von der Stimmlage, das ist der sog. Sänger Formant


Ich frage mich, ob die Frauen der Stimmlage Kontraalt beispielsweise genügend Obertöne in der tiefen Lage haben, um über ein großes Orchester zu kommen? Kann es nicht auch sein, dass man z.B. in Kirchen oder in anderen Räumen mit Mikrophon (Zara Leander) die Tiefe viel besser hört und daher Töne in einem deutlich tieferen Frequenzbereich beim Publikum ankommen, als es beispielsweise in der Oper (und ohne Mikrophonverstärkung) möglich wäre?

Wie kann man diese Sängerformanten eigentlich ermitteln?

Ein Beispiel, wie ich auf die Frage komme:
Ich kann z.B. die Arie der Olympia auch mal aus Übungszwecken eine Oktave tiefer singen (bis es [klein]), aber auf der Bühne sind schon teilweise Töne in der tieferen Mittellage (unter f`) kaum hörbar, da ich eine leichte Sopranstimme habe. Ich würde aber möglicherweise mit Mikrophon meine tiefsten Töne auch hörbar singen können. Zwar wäre das dann eindeutig immernoch zu hell für einen Mezzosopran oder gar einen Alt, aber die Töne wären lauter.

Da größere bzw. schwerere Stimmen ja ohnehin oft eine kräftigere Mittellage und Tiefe haben, kann es dann nicht auch sein, dass z.B. ein Opern-Mezzosopran im Chanson-Bereich Kontraalt singen könnte, aber mit Operntechnik (Stichwort "Sängerformanten") eben deutlich höher läge?

Ich hoffe, dass diese Frage von keiner der Tieftönerinnen hier als Affront aufgefasst wird... ich wundere mich nur, dass es in der Opernliteratur das Fach "Alt" schon selten und "Kontraalt" überhaupt nicht zu geben scheint (zumindest nach meinem Kenntnisstand), und daher frage ich mich, ob es etwas mit der Tragfähigkeit der tiefen Lage zutun haben könnte...

In diesem Sinne...

zwitschernde Grüße von der Nachtigall

Olympia

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.07.2017, 15:56 
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Olympia hat geschrieben:
T M Pestoso hat geschrieben:
Naja: ein as ist immer ein as, egal wer's wie singt, ob das der Samuel Ramey, die Natalie Stutzmann oder Herr oder Frau Hempel vom Seniorengesangsverein Graswachshöring ist. Ob sich das höher oder tiefer anhört, hängt jetzt erst mal nicht vom Ton als solchen ab, sondern von den Obertönen. Und die hängen wiederum nicht nur von der Technik ab, sondern werden physikalisch durch die Form und Größe der zur Verfügung stehenden Resonanzräume determiniert. Ein g auf der Violine klingt anders als auf einem Cello. Ob die Stimme über dem Orchester vernehmbar ist, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Obertöne im Bereich von ca. 2600-3400 Hz (irgendwo in der viergestrichenen Oktave) sind - unabhängig von der Stimmlage, das ist der sog. Sänger Formant


Ich frage mich, ob die Frauen der Stimmlage Kontraalt beispielsweise genügend Obertöne in der tiefen Lage haben, um über ein großes Orchester zu kommen? Kann es nicht auch sein, dass man z.B. in Kirchen oder in anderen Räumen mit Mikrophon (Zara Leander) die Tiefe viel besser hört und daher Töne in einem deutlich tieferen Frequenzbereich beim Publikum ankommen, als es beispielsweise in der Oper (und ohne Mikrophonverstärkung) möglich wäre?

Wie kann man diese Sängerformanten eigentlich ermitteln?

Ein Beispiel, wie ich auf die Frage komme:
Ich kann z.B. die Arie der Olympia auch mal aus Übungszwecken eine Oktave tiefer singen (bis es [klein]), aber auf der Bühne sind schon teilweise Töne in der tieferen Mittellage (unter f`) kaum hörbar, da ich eine leichte Sopranstimme habe. Ich würde aber möglicherweise mit Mikrophon meine tiefsten Töne auch hörbar singen können. Zwar wäre das dann eindeutig immernoch zu hell für einen Mezzosopran oder gar einen Alt, aber die Töne wären lauter.

Da größere bzw. schwerere Stimmen ja ohnehin oft eine kräftigere Mittellage und Tiefe haben, kann es dann nicht auch sein, dass z.B. ein Opern-Mezzosopran im Chanson-Bereich Kontraalt singen könnte, aber mit Operntechnik (Stichwort "Sängerformanten") eben deutlich höher läge?

Ich hoffe, dass diese Frage von keiner der Tieftönerinnen hier als Affront aufgefasst wird... ich wundere mich nur, dass es in der Opernliteratur das Fach "Alt" schon selten und "Kontraalt" überhaupt nicht zu geben scheint (zumindest nach meinem Kenntnisstand), und daher frage ich mich, ob es etwas mit der Tragfähigkeit der tiefen Lage zutun haben könnte...

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Ja, das hat nach Aussage einer meiner Lehrkräfte mit den Obertönen zu tun. Diese muß ein Bass ja auch erreichen, um tragfähig über ein Orchester zu singen. Weshalb sich Altistinnen damit aber anscheinend schwerer tun, ist mir unklar. Das könnte nämlich der Grund für die Seltenheit echter Altistinnen sein. In manchen Amateurchören dürfen Frauen gar nicht Bruststimme singen, dann hört man unter c´nichts mehr. In Chören, in denen es erlaubt ist, hört man vom Alt auch wirklich bis g oder f auch noch gut. Ich spreche aber hier von meinen Erfahrungen im Amateurbereich. Wenn man Frauen im Unterricht die Bruststimme näher brächte, gäbe es vielleicht mehr tiefe Stimmen. Es gibt auch Mezzosoprane, die im Unterricht angeleitet werden, bis in die untere Hälfte der kleinen Oktav zu singen, auch wenn sie es gemäß der Literatur nicht benötigen. Und mit dem Vordersitz des Klanges hat es anscheinend auch zu tun. In manchen Gegenden Deutschland spricht man ja eher rückverlagert statt vorne. Ich hörte, daß in gutem Gesangsunterricht immer alle Register trainiert weren sollen und auf Vordersitz der Stimme Wert gelegt werden soll. Mit der Resonanz hat Durchschlagkraft auch zu tun.
Es gibt sogar Lehrkräfte und Chorleiter, die es nicht erlauben, als Frau Bruststimme zu singen- natürlich nicht isolierte oder hochgezogene, solange man Klassik singt. Soprane singen im tiefen Bereich doch eigentlich auch Bruststimme, da solo-Sopran auch bis a (kleine Oktav) gehen kann. Ich sang neulich ein Werk, in dem der Solo-Sopran bis a geht und man hörte dieses a, wiel sie eine Gesangsstudentin einer Musikhochschule war, die als Gast geholt wurde, um das Solo zu singen.


Zuletzt geändert von contraalta am 30.07.2017, 16:05, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.07.2017, 15:59 
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Sang Zarah Leander mit Mikrophon? Woher weißt Du das denn? Mit Mikrophon kann man ja auch Stimmen studiotechnisch tiefer legen. Daher "singen" Popsängerinenn häufiger tief als Klasssiksängerinnen.
Technisch ist ja fast alles möglich. Moderatorenstimmen werden ja auch technisch "aufgepeppt".


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 30.07.2017, 16:20 
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contraalta hat geschrieben:
Ich sang neulich ein Werk, in dem der Solo-Sopran bis a geht und man hörte dieses a, wiel sie eine Gesangsstudentin einer Musikhochschule war, die als Gast geholt wurde, um das Solo zu singen.

Ich glaube eher, man hörte dieses a, weil sie die Bruststimme nutzte (durchaus gemischt, mit Kopfstimme dabei). Wie es einem eigentlich imho jede/r vernünftige GL beibringen sollte. Ohne diese hat man nämlich, wie Du schon geschrieben hast, keine Chance bei den tiefen Tönen.
Ich sehe hier die Begriffe "Bruststimme" und "Kopfstimme" allerdings als reichlich unscharf an. Die reduzieren meiner Meinung nach ein mehrdimensionales Gebilde auf eine Dimension.

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 04.08.2017, 18:47 
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Olympia hat geschrieben:
Da größere bzw. schwerere Stimmen ja ohnehin oft eine kräftigere Mittellage und Tiefe haben, kann es dann nicht auch sein, dass z.B. ein Opern-Mezzosopran im Chanson-Bereich Kontraalt singen könnte, aber mit Operntechnik (Stichwort "Sängerformanten") eben deutlich höher läge?

Ja, denke ich auch!
Allerdings ist meine Meinung dazu ja sowieso: Man ist nicht 'eine Stimmlage', sondern, 'man kann eine Stimmlage singen'. Und manche können vielleicht auch mehrere Stimmlagen oder Fächer singen. Da ist z.B. diese eine Sängerin - ich glaube aus Bergisch-Gladbach - mit angeblich vier Oktaven Stimmumfang, Kontraalt bis Sopran! Ich komme gerade nicht auf den Namen, aber sie kann meines Erachtens tiefer singen, als Zarah Leander es konnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 04.08.2017, 22:00 
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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 05.08.2017, 09:42 
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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 09.08.2017, 13:41 
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contraalta hat geschrieben:

Olympia hat geschrieben:
Ein Beispiel, wie ich auf die Frage komme:
Ich kann z.B. die Arie der Olympia auch mal aus Übungszwecken eine Oktave tiefer singen (bis es [klein]), aber auf der Bühne sind schon teilweise Töne in der tieferen Mittellage (unter f`) kaum hörbar, da ich eine leichte Sopranstimme habe. Ich würde aber möglicherweise mit Mikrophon meine tiefsten Töne auch hörbar singen können. Zwar wäre das dann eindeutig immernoch zu hell für einen Mezzosopran oder gar einen Alt, aber die Töne wären



Ja, das hat nach Aussage einer meiner Lehrkräfte mit den Obertönen zu tun. Diese muß ein Bass ja auch erreichen, um tragfähig über ein Orchester zu singen. Weshalb sich Altistinnen damit aber anscheinend schwerer tun, ist mir unklar. Das könnte nämlich der Grund für die Seltenheit echter Altistinnen sein. In manchen Amateurchören dürfen Frauen gar nicht Bruststimme singen, dann hört man unter c´nichts mehr. In Chören, in denen es erlaubt ist, hört man vom Alt auch wirklich bis g oder f auch noch gut. Ich spreche aber hier von meinen Erfahrungen im Amateurbereich. Wenn man Frauen im Unterricht die Bruststimme näher brächte, gäbe es vielleicht mehr tiefe Stimmen. Es gibt auch Mezzosoprane, die im Unterricht angeleitet werden, bis in die untere Hälfte der kleinen Oktav zu singen, auch wenn sie es gemäß der Literatur nicht benötigen. [...]
Es gibt sogar Lehrkräfte und Chorleiter, die es nicht erlauben, als Frau Bruststimme zu singen- natürlich nicht isolierte oder hochgezogene, solange man Klassik singt. Soprane singen im tiefen Bereich doch eigentlich auch Bruststimme, da solo-Sopran auch bis a (kleine Oktav) gehen kann. Ich sang neulich ein



Also wenn ich in der kleinen Oktave singe, benutze ich selbstverständlich meine Bruststimme. Erst durch das Training meiner Bruststimme wurde meine Stimme auch in der Höhe offener. Ich bin dadurch aber nicht zu einem Alt oder gar Kontraalt mutiert...

LG,
Olympia

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 09.08.2017, 22:13 
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Nein, natürlich mutierst Du nicht zu einer anderen Stimmlage hin, nur weil sich ein Teilbereich Deiner Stimme "geöffnet" hat. Anders wäre es nur, wenn sich der tonale Schwerpunkt Deiner Stimme nach unten verschoben hätte. Aber so weit ich weiß, verändert sich dieser Schwerpunkt durch eine Erweiterung des Stimmumfangs und/oder durch eine qualitative Verbesserung eines Teilbereiches davon nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Nein, natürlich mutierst Du nicht zu einer anderen Stimmlage hin, nur weil sich ein Teilbereich Deiner Stimme "geöffnet" hat. Anders wäre es nur, wenn sich der tonale Schwerpunkt Deiner Stimme nach unten verschoben hätte. Aber so weit ich weiß, verändert sich dieser Schwerpunkt durch eine Erweiterung des Stimmumfangs und/oder durch eine qualitative Verbesserung eines Teilbereiches davon nicht.


Was ist denn ein "tonaler Schwerpunkt"? Die Lage, in der es sich am leichtesten und besten singt, also das, was ich "Sahnelage" nenne? Oder die Mittellage, auf der, laut allgemeiner Gesangspädagogik, die Tiefe und Höhe "aufgebaut" werden soll? (Bei mir kann von "Aufbau" nicht die Rede sein, da ich tiefe und mittlere Lage immer gerne singe, Höhe geht zwar, mag ich aber nicht so gerne, auch, wenn ich gut in die zweigestrichene Oktav komme.) Ich freue mich, daß ich das f´´immer noch habe. Es hat anscheinend doch irgendwie "click" gemacht bei mir. Diese Höhe würde im Prinzip für den normalen Alt ausreichen. Ich singe jetzt auch hin und wieder Altarien, aber ganze Messen oder Oratorien im Alt zu singen ist mir auf Dauer immer noch zu hoch. Ich bevozuge aber trotzdem die Tiefe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 31.08.2017, 01:23 
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"Was ist denn ein 'tonaler Schwerpunkt'? Die Lage, in der es sich am leichtesten und besten singt, also das, was ich "Sahnelage" nenne?"

Ja, genau das!

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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
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Wo befinden sich bei Euch ungefähr die Registerübergänge im Alt und tiefen Alt/Kontraalt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Kontraalt/Contralto
BeitragVerfasst: 15.01.2018, 00:53 
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Das ist schwer zu sagen. Bei Tonleitern aufwärts sind sie an anderer Stelle als bei Tonleitern abwärts, und in einem Lied von, sagen wir mal Brahms oder Schubert sind sie an anderer Stelle als in einem Lied aus dem Kirchengesangbuch. Und leise gesungen sind sie viel weiter unten als lauter gesungen. Zudem spielt auch eine Rolle, an welcher Stelle innerhalb einer Phrase ich atme. Und morgens ist sowieso nochmal alles anders...

Daher zumindest eine Grobangabe: 1. klein es, 2. klein b, 3. f1, an guten Tagen auch noch 4. etwa bei b1. Der unter 2. genannte Übergang ist derjenige bei dem ich aller"spätestens" jeglichen Bruststimm-Anteil verlassen haben muss, weil ich sonst nicht weiter hinauf komme. Normalerweise schafft eine übliche Frauenstimme das noch mindestens eine Quarte weiter hinauf. Der eigentliche "tiefe" Übergang ist jedoch der unter 1. genannte.

Wo ein "normaler" Alt seine Übergangslagen verortet, das weiß ich leider nicht. Sicher ist allerdings, dass bei ihm die tiefe Lage nicht erst beim kleinen es anfängt.

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