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 Betreff des Beitrags: HÖRPROBEN ?
BeitragVerfasst: 24.10.2006, 03:09 
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HÖRPROBEN
Welchen Wert haben Hörproben ?

Ich sehe sie als lockeren Feedback, um Kontakte aufzunehmen.
Kontakt zu knüpfen zu einem Gegenüber, der sich für die Hörprobe interessiert oder halt nur neugierig ist.
Derjenige, der sie reinstellt hat weniger davon als diejenigen die sie hören.
Das Feetback ist meist gering.
Die Beobachtung und Analyse einer Stimme bedarf mehr als nur einer flüchtigen Bekanntschaft.

Eine persönliche Gegenüberstellung ist unverzichtbar !

Wie seht ihr diese Fragestellung ?

Liebe Grüße rugero.


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BeitragVerfasst: 24.10.2006, 14:31 
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Hallo Rugero!

Wie wir ja gestern (oder eigentlich heute, war ja schon recht spät ;-) )schon im Chat besprochen haben, finde ich Hörproben durchaus sinnvoll. Du hast recht, das Feedback ist meist gering, aber einen kleinen Eindruck bekommt man dennoch. Und mir z.B. bedeutet das sehr viel, denn ich habe fast nur mit Gesangslaien zu tun. Und wenn die mich toll finden, freut mich das zwar, es sagt aber nur herzlich wenig über mein Können aus. Daher ist es für mich persönlich wichtig, auch Rückmeldungen von Leuten zu bekommen, die Ahnung haben. Und manchmal kommt durchaus was dabei raus - Beate hat meine Aufnahme gestern z.B. genau analysiert und mir wertvolle Tipps gegeben. Natürlich ersetzt sowas keinen GU (mit dem ich ja eh im Nov. anfangen werde :) ), aber es ist ganz einfach ein Anhaltspunkt, wo man gerade steht. Selbsteinschätzung ist ja nicht unbedingt immer realistisch.
Die Gefahr bei solchen Hörproben ist natürlich, dass man keine ehrlichen Meinungen bekommt, weil die Höflichkeit gewahrt wird - oder dass sich manche Leute prinzipiell nicht zu Hörproben äußern, aus welchen Gründen auch immer. Trotzdem sind es Rückmeldungen zur Stimme, und ich als Anfänger ohne Lehrer brauche das (noch?).


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BeitragVerfasst: 24.10.2006, 15:40 
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Ich finde Hörpoben sehr zwiespältig und würde auch niemals eine solche öffentlich ins Internet stellen, sondern nur persönlich an die Leute geben, deren Urteil mir wichtig ist und denen ich Ehrlichkeit zutraue.
Eine Hörprobe ist ausserdem immer eine Verfälschung, denn auch wenn die Aufnahmetechnik gut ist, sind bei Amateurrecordern nie wirklich alle Klanganteile auf dem Band und vor allem: man sieht die Person nciht, die da singt und hat keinerlei Eindruck, was ausserhalb der reinen Stimme vermittelt wird und was nicht.
Zwei ganz persönliche Erfahrungen, die zeigen, was bei Hörproben rauskommen kann:
vor 2 1/2 Jahren musste ich zur Teilnehmerauswahl in einem Meisterkurs eine Cassette schicken und habe darauf eine Koloraturarie von Mozart eingespielt, mit der ich gerade sehr gute Erfahrungen gemacht hatte bei einem Wettbewerb.
Die Professorin, die mich überhaupt nciht kannte, rief mich dann auch an, und sagte mir, dass sie mich nehmen würde, weil ich ja noch so sehr jung sei und eine schöne Stimme mit vielen Möglichkeiten habe, die sie interessieren würden. Es gäbe aber iene Menge zu arbeiten, vor allem an der Atemtechnik. Sehr nett und schmeichelhaft, aber als ich ihr dann gesagt habe, wie alt ich wirklich bin, hat sie es kaum glauben wollen, weil diese Hörprobe anscheind den Eindruck einer höchstens 20 jährigen vermittelt hat. :roll:
Gottseidank durfte ich trotzdem kommen und bin dann auch später ein Jahr bei ihr als Schülerin geblieben, aber DAS war der erste Eindruck einer blinden Hörprobe!
Dann vor ganz kurzer Zeit habe ich eine Hörprobe von Mezzo(natürlich mit Erlaubnis! ;-) ) einem Pianisten vorgespielt und zwar ihre tolle Cherubino-Arie"Non so piu" in der Version von Aub. Er fand das auch ganz super :bravo: und wollte sofort mit ihr arbeiten, aber er war der festen Überzeugung, sie sei ohne Zweifel ein Sopran. Ich habe ihn dann zwar theoretisch vom Gegenteil überzeugt, aber die Aufnahme meiner MD hatte einfach nciht die gesamten Klanganteile parat, die man hört, wenn Mezzo life vor uns steht und eindeutig ein Mezzo ist! :d_neinnein:
Ich vertraue Hörproben nur als ganz oberflächliche erste Informationsquelle und um mich selbst irgendwo damit zu präentieren wäre ich SEHR vorsichtig. Da sind DVD schon besser, denn da sieht man wenigstens auch den Menschen und wie er sich gibt, bewegt und ausdrückt beim Singen.
Undd life-Mitschnitte finde ich besonders kritisch und nur zum privaten Gebrauch geeignet, denn da ist nunmal Alles(auch eben jeder Patzer, der sonst vielleciht nie vorkam) als Momentaufnahme drauf und das kann auch manchmal ins Auge gehen, wenn man damit zu grosszügig und ungeschützt umgeht.

Cantilene


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BeitragVerfasst: 24.10.2006, 15:56 
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Zitat:
Ich finde Hörpoben sehr zwiespältig und würde [...] eine solche [...] nur persönlich an die Leute geben, deren Urteil mir wichtig ist

Ich denke, genau das ist der Unterschied: Mir ist noch jedes Urteil wichtig, da ich mich einfach noch nicht einschätzen kann. Du dagegen hast weit mehr Erfahrung und daher auch eine bessere Selbsteinschätzung, bist weniger auf Rückmeldungen von außen angewiesen. Zumindest wäre das meine Interpretation. Wahrscheinlich macht es auch sehr viel aus, ob man einen GL hat oder nicht, denn wenn ja, hat man ja schon mal eine qualifizierte Ansprechperson.


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BeitragVerfasst: 24.10.2006, 22:37 
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nicht mehr zu rettender
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Liebe Fliu,

ich hatte zunächst die Fragestellung nicht verstanden. Verstehe ich richtig, Du möchtest, dass jemand eine Hörprobe (von dir) anhört und dann ein Urteil abgibt ?

Ähnlich wie Cantilene sehe ich das sehr zwiespältig.

Ich frage mich, wozu ? Welche technische Qualität haben per Mail versendete oder irgendwo online gestellte Hörproben ? Welche Antworten möchtest Du hören - wie gehst Du damit um ?

Ich bin zum Teil sehr befremdet über die Freizügigkeit, mit der der eine oder die andere ihre (noch) technischen Unzulänglichkeiten "veröffentlicht". Aber das würde ich demjenigen nicht schreiben, denn ich möchte ihm ja nicht wehtun. Aber ich stelle mir viele Fragen.

Sucht derjenige vielleicht eine Ermutigung - ja, Du hast eine schöne Stimme, nimm Unterricht, es lohnt sich - oder Du bist auf dem richtigen Weg, mach weiter so.

oder ist er eh von sich selbst überzeugt, müsste man ihm eher sagen, Mensch, hör mal genau selber hin, höre, ob die Stimme platziert ist, achte auf Vokalausgleich - oder ähnelt dein Auftritt eher Florence Foster-Jenkins, über die wir uns alle amüsieren.

Wenn Du, liebe Fliu, Unterricht nehmen möchtest, dann tu es ! Tu es für Dich selbst, nicht weil Dir jemand gesagt hat, Du hättest eine schöne Stimme. Sei ganz egoistisch und geniesse die Entdeckungsreise, die mit dem "Singen lernen" einher geht. Du wirst entdecken, dass man beim Singen lernen nichts "erzwingen" kann, dass Du dies nicht mit dem Willen, wohl aber mit Arbeit an Dir selbst, bezwingen kannst. Und höre auf Dich - lerne, Deinen eigenen Ohren und Deinen eigenen Wahrnehmungen zu trauen. Dann brauchst Du keine Beurteilungen von aussen.

Ich habe selbst über 10 Jahre gebraucht, um mit dem, was auf dem Mitschnitt drauf ist, im grossen und ganzen zufrieden zu sein, um zu sagen, ich habe mit meiner Stimme Freundschaft geschlossen. Am Anfang hatte mein Mitschnitt wenig mit dem zu tun, was mein "inneres Ohr" mir vermittelt hatte - mit zunehmender Technik passen Emission und Vorstellung immer besser zusammen.

Trau Dich !

Ermunternde Grüsse von Casta

_________________
La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 25.10.2006, 00:21 
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LaCastafiore hat geschrieben:
Liebe Fliu,

ich hatte zunächst die Fragestellung nicht verstanden. Verstehe ich richtig, Du möchtest, dass jemand eine Hörprobe (von dir) anhört und dann ein Urteil abgibt ?

Genau. Einige tun das auch, was mich sehr freut.
Zitat:
Welche Antworten möchtest Du hören

Ehrliche.
Zitat:
Wenn Du, liebe Fliu, Unterricht nehmen möchtest, dann tu es ! Tu es für Dich selbst, nicht weil Dir jemand gesagt hat, Du hättest eine schöne Stimme.

Tu ich auch :grin: Ich überlege schon seit Jahren, GU zu nehmen, habe im Juli endlich eine geeignete GL kennengelernt und werde voraussichtlich im November bei ihr anfangen.
Zitat:
Am Anfang hatte mein Mitschnitt wenig mit dem zu tun, was mein "inneres Ohr" mir vermittelt hatte

Und genau deswegen finde ich Meinungen von außen manchmal ganz hilfreich. Natürlich hat jeder eine Vorstellung von seiner Stimme. Aber die Frage ist, ob sie auch realistisch ist. Und wahrscheinlich bekommt auch jeder mal Feedback zu seiner Stimme - aber bei mir ist es so, dass das bisher nur von Verwandten, Freunden oder Laien kam. Und - sind wir mal ehrlich - das sagt nicht wirklich was aus ;-) Freunde und Verwandte wollen einen nicht verletzen bzw. finden einen sowieso aus Prinzip toll, und Laien sind leicht zu begeistern. Merke ich auch immer wieder bei Auftritten mit meinem Vokalensemble, wo wir selbst mit unserer Leistung evtl. gar nicht so zufrieden waren und sich das Publikum trotzdem vor lauter Begeisterung um Kopf und Kragen applaudiert.
Ich wollte also einfach mal ein bisschen Feedback von Leuten, die sich damit auskennen. Ich habe das auch nicht als so große Sache empfunden, wie du anscheinend gedacht hast - denn mein Entschluss, GU zu nehmen, steht ja längst ;-)
Und der Hauptgrund dafür, dass ich diese Aufnahme hier reingestellt habe, war eigentlich folgender: Als mir hier im Forum die Arie antiche empfohlen wurden, hieß es, man hoffe auf einen Verlaufsbericht. Daher das Hörbeispiel! Auch Canteva, die mir netterweise die Noten geschickt hat ( :love: ), schien sich dafür zu interessieren, wie es dann klingt.


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BeitragVerfasst: 25.10.2006, 08:05 
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Liebe Fliu, ich kann Dein Bedürfnis sehr gut verstehen und nimm dir das , was Du brauchst, egal wo. :hearts:
Aber ich will dir in dem Punkt widersprechen, dass das Urteil von Verwandten und engen Freunden nicht zählt.
Im Gegenteil! Neben Deinen Gesangslehrern/Korreps , die du für ihre klare Stellungnahme ja auch bezahlst sind das gerade diejenigen Menschen, die es sich LEISTEN können, wirklich offen zu sein, denn sie kennen Dich seit Jahren und können Dich nciht mehr "verlieren".
Würdest Du einem User hier schreiben, dazu noch öffentlcih, dass Du seine Stimme nicht magst, seine Technik grässlich findest und er lieber aufhören soll zu singen??????
Würdest du dasselbe, wenn gefragt, nicht viel eher Deiner Schwester, Tochter oder engsten Freundin mehr oder weniger schonend beizubringen versuchen?????
Unter relativ oberflächlichen Bekannten wie hier(meistens jedenfalls ;Ausnahmen gibt es natürlcih gerade im Belcanto-Ensemble, wo Viele enger befreundet sind) hält man sich an die Regeln der Höflichkeit und des menschlichen Umgangs. Ausnahmen werden eher "geächtet" und sind selten. Wie kann ich denn die Reaktionen mir kaum oder gar nciht bekannter Personen einschätzen, wenn ich mit vernichtenden oder verletzenden Urteilen um mich werfe, auch wenn ich sie "ehrlich" so empfinde? Wer lädt eine solche Verantwortung auf sich , wenn er es ncith von Berufs wegen muss oder es sich eben um sehr nahestehende Menschen handelt? Mit einer netten Schmeichelei ist man doch immer auf der sicheren Seite, das kostet ncihts, macht Anderen Freude und Dich selbst beliebt. Also herrscht da entsprechende Freizügigkeit.
Das heisst nun absolut nciht, dass die Komplimente, die Du bekommen hast, ncihts wert sind, bitte verstehe das nciht so! Die Leute können ja auch schweigen und Deine Ermutigungen sind wichtig und gut.
Nur will ich sagen: schätze bitte das Urteil Dir sehr naher Menschen nicht gering. :d_neinnein:
Fûr mich sind das Diejenigen, die mir am klarsten meine Entwicklung spiegeln und kein Blatt vor den Mund nehmen, weil sie wissen, dass ich sie trotzdem (oder gerade deshalb) weiter liebe.
Wenn es sich um eine gesunde Familie bzw.enge Freundschaft ohne neurotische Neid-Rivalität oder Destruktions Probleme handelt, dann gibt es einfach kein besseres Nest, in dem WOHLWOLLENDE KRITIK, die auch Hârte verträgt und trotzdem ein Grund-Angenommensein vermittelt, gedeihen kann.
Dass da nciht Alle immer viel von Gesangstechnik verstehen, ist natürlich klar, aber auch sogenannte Laien bzw gerade die, spiegeln Dir, die Meinung des normalen Publikums wider, bei dem es eben nciht darauf ankommt nach Lehrbuch den Stimmsitz, Resonanzraum etc zu haben, sondern etwas als Sânger-Persönlichkeit rüberzubringen und ein Medium der Musik zu werden.
In Deinem speziellen Fall ist natürlich noch Anderes wichtig, das weiss ich ja und will auch nichts von alledem in Frage stellen. Ich will Dir aber zu bedenken geben, dass Deine engsten Menschen viel wertvoller sein können als "Gesangskritiker" und Begleiter über Jahre einer künstlerischen Entwicklung ,als Du vielleicht annimmst.
Viel Erfolg beim Gesangsuntericht, das ist ein grosser Schritt! :bravo:
Cantilene :hearts:


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BeitragVerfasst: 25.10.2006, 23:35 
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Danke, Cantilene :grin:
Zitat:
Dass da nciht Alle immer viel von Gesangstechnik verstehen, ist nat?rlich klar, aber auch sogenannte Laien bzw gerade die, spiegeln Dir, die Meinung des normalen Publikums wider

Stimmt. Aber das normale Publikum ist sehr leicht zu begeistern ;-) Ich habe von Zuh?rern noch nie was Negatives geh?rt. Das ist zwar sch?n, aber da ich wei?, dass ich noch sehr viel zu lernen habe, bringt mich das nicht weiter.
Wahrscheinlich erledigt sich die Sache eh, wenn ich dann meine GL habe, die mir qualifizierte R?ckmeldungen gibt. Aber bis dahin suche ich halt nach Kritik und nicht nach S?tzen wie "Boah, war das toll - du hast aber sicher eine Gesangsausbildung, oder?" ;-)
Ich ?berlege auch, ob ich nicht vielleicht nach meinem jetzigen Studium (bin im vorletzten Semester) evtl. Gesang studieren will. Und da werden mir meine Verwandten und Freunde nicht sagen k?nnen, ob ich bei der Aufnahmepr?fung Chancen habe. Also, sie werden es schon sagen, aus vollster ?berzeugung, aber nur, weil sie mich halt f?r perfekt halten, was ich logischerweise nicht bin ;-)
Nur, damit das nicht falsch r?berkommt: Ich freue mich nat?rlich sehr, dass sie mich so toll finden. Aber das ist halt sehr subjektiv und ohne Fachwissen im Hintergrund. Deshalb brauche ich auch andere Meinungen.
Aber wahrscheinlich sollte ich einfach Geduld haben und auf den GU warten :grin:


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BeitragVerfasst: 26.10.2006, 09:40 
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Hallo Fliu,
ich habe auch ein sehr gespaltenes Verhältnis zu Hörproben. Sie geben nie den wirklichen Klang der Stimme wieder. Ich antworte auch konsequent nicht auf Fragen wie "Wie findet ihr meine Stimme" oder "habe ich Talent" :roll: Dazu bin ich zu ehrlich und vor allem hängt die Antwort auf solche Fragen von vielen Faktoren ab.

Ich halte es mit der Regel:
Ich muss mit mir zufrieden sein - in jeder Phase der Ausbildung. Und glaube mir, man wird sich selbst gegenüber im Laufe der Zeit sehr viel kritischer. Mein GL hat mich anfangs nie gelobt, sondern nach Konzerten immer nur gefragt, ob ich mich wohl gefühlt hätte. Ich gebe zu, es fiel mir anfangs schwer, damit umzugehen, weil ja im Grund genommen jeder Mensch nach Anerkennung strebt. (Mittlerweile kritisiert er auch, wenn ihm was gar nicht gefällt - aber nach vielen Jahren der Zusammenarbeit weiß er auch, dass mich das nicht niederhaut)
Ansonsten gebe ich canti recht - enge Freunde geben einem immer ein ehrliches und meist konstruktives Feedback. Und die überschwänglichen Reaktionen sonstiger Zuhörer nimmt man einfach als Balsam für die Seele ;-)

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 27.10.2006, 13:08 
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Zitat:
enge Freunde geben einem immer ein ehrliches und meist konstruktives Feedback

Eben nicht. Jedenfalls nicht, wenn sie Laien sind. Und wenn man nirgendwo sonst konstruktives Feedback kriegt, warum dann nicht in einem Gesangsforum fragen?
Natürlich hört man am Computer nicht, wie die Stimme "live und in Farbe" klingt. Aber einen Eindruck bekommt man dennoch, und den kann man ja durchaus relativieren: "...wobei ich sagen muss, dass man natürlich übers Internet nur eine begrenzte Aussage liefern kann" oder so ähnlich. Ich glaube nicht, dass irgendjemand eine detaillierte, 100%ig richtige Expertenanalyse seiner Stimme erwartet, wenn er im Internet nach Meinungen fragt. Ich zumindest nicht ;-)
Aber wenn jemand seine Meinung nicht schreiben will, ist das natürlich auch okay.


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BeitragVerfasst: 27.10.2006, 21:49 
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hi ihr!

ich finde, fliu hat recht, ich habe z.b. auch ein paar hörproben an leute geschickt, die interesse daran hatten, und auch ein paar sehr brauchbare (und NICHT beschönigte :d_neinnein: ) meinungen dazu gehört!
natürlich hieß es da auch das der gesamteindruck fehlt, aber die leute konnten mir sagen, ob meine stimme ausbau fähig ist oder nicht, und ob ich mich so anhören würde, als ob ich mir gerade mit der falschen technik die stimme ruiniere oder nicht!
natürlich singe ich zusätzlich auch sängern und professoren "live" vor ,aber ein paar mehr meinungen können ja auch nicht schaden, und die leute die man hier im forum kennen lernt, kann man ja auch nicht unbedingt mal eben besuchen kommen, schon wegen der entfernung!

zu cantilene und mezzo:
wenn euch jemand um eure EHRLCHE meinung bittet, dann wird der jenige nicht beleigt sein, wenn die nicht so rosig ausfallen wird im gegenteil, ich wäre eher dankbar, dass mir jemand hilft fehler zu beseitigen, die ich sonst vllt garnicht bemerkt hätte!
ich kann hier natürlich nicht für alle sprechen, aber wer damit nicht klar kommt, der sollte auch niemanden nach seiner echten meinung fragen, oder ;-) ?

liebe grüße, califonia


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BeitragVerfasst: 27.10.2006, 23:48 
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Ich sehe Hörproben auch nicht so negativ; es gibt durchaus Dinge, die man da hören kann wie Intonation, Legato, Vokalausgleich, Registerausgleich, usw.... Genau dafür nutze ich ja auch die Aufnahmen aus dem Unterricht oder bei der Korrepetition. Den Live-Stimmklang kann eine Hörprobe nicht ersetzen, das hat ja auch niemand behauptet.

Hörproben in Foren: da hat man tatsächlich das Problem, was man öffentlich sagen will/soll. Völlig anonym geht das eher, sobald man jemanden forumsmässig "kennt", habe ich sofort Hemmungen. Umgekehrt hätte ich auch Zweifel, ob andere MIR eine Beurteilung geben würden, die unbelastet von dem Bild ist, das man sich aufgrund von Forumsdiskussionen gemacht hat.... Man kann natürlich auf PN ausweichen, aber das ist dann nicht der Sinn öffentlich gestellter Hörproben. Ich kenne Sites für Hörproben, wo dann nur noch unglaubwürdiges Gesülze kommt, sobald jemand was klassisches singt - da habe ich das entsetzlichste Meckervibrato gehört, das mir je untergekommen ist, Bild und dazu hingerissene Kommentare. Ich selber habe auch mal eine Hörprobe völlig anonym in ein Forum gestellt, wo das häufig gemacht wird - das war recht interessant, das Feedback.

Was Freunde und Verwandte betrifft: dazu singe ich noch zu wenig lange öffentlich, da habe ich bisher nur wohlmeinendes Lob, aber keine konstruktive Kritik erfahren - da geht es mir eher wie Fliu.


Gruss
lucicare :Sonne


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BeitragVerfasst: 29.10.2006, 22:10 
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genau so denk ich das auch, es kann in jedemfall informativ sein, meinungen über seine aufnahme zu erhalten, auch wenn sie nicht den gesamteindruck bringt!

@cantilene: dass nahe verwandte die "schlimmsten" kritiker sein können, weiß ich sehr gut, meine mutter hat eigentlich immer was an mir auszusetzen, sogar wenn mir selber nichts aufgefallen ist!
umso froher bin ich, wenn sie mich dann mal lobt, weil ich dann davon ausgehen kann, dass es wirklich ernstgemeint ist!
heute habe ich z.b. mit einer freundin meiner mutter zusammen musiziert, sie hat mich auf dem klavier begleitet (sie ist klavierlehrerin) und ich habe solveigs lied, alma di core und ave maria gesungen, danach habe ich mich dann an das "alleluja" aus "exultate,jubilate" ran gewagt und sie meinte hinterher, das habe ihr am besten gefallen, weil ich bei den anderen immer so "verkrampft" wäre!
ich hätte das glaub ich nie geglaubt, wenn ich nicht wüsste, das ihre kritik immer ernstgemeint ist und sie auch ein sehr empfinliches gehör hat (kommt wohl davon, dass sie in einem orchester in der geschäftstelle arbeitet, und da immer genau mitkriegt wie etwas zu klingen hat...)

nichts desto trotz ist es doch interessant von vielen verschiedenen leuten meinungen über die eigene stimme zu hören, weil ja nicht alle die gleiche meinungen haben, und man ja auch mal jemandem vertraun kann, der eigentlich garnicht so die ahnung hat!

liebe grüße, califonia


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BeitragVerfasst: 08.11.2006, 18:36 
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Von Verwandten und Freunden wurde ich noch NIE kritisiert. Immer nur gelobt, egal, ob ich selber das Gefühl hatte, dass es schlecht war oder gut. Nachdem "meine" Leute eben keinen sängerischen oder musikalischen Background haben, finden sie einfach alles toll, was unser Ensemble singt. Wenn ich dann zB einwende: "Ich weiß nicht, die Intonation war heute nicht so toll, und im Rhythmus waren sich Sopran und Alt gar nicht einig.", dann kommt regelmäßig: "Ach was, das bemerkt doch keiner außer euch selbst! Ihr wart super!"
Das Lob freut mich zwar, aber konstruktive Kritik wäre auch ganz nützlich.


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BeitragVerfasst: 08.11.2006, 20:22 
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Hoerproben auf der Homepage bzw. im Internet sind auch so eine Sache. Neben den hier schon angesprochenen Dingen gilt u.U. auch wieder: GEMA und Leistungsschutzrecht. Letzteres fuer die Playbackersteller, so auf eines gesungen wird, und auch fuer einen selbst (mit letzterem hat man natuerlich selbst keine Probleme ;-) ). GEMA, wenn der Komponist noch keine 70 jahre tot ist, wie gehabt.

Wenn ich auf ein Playback singe (oder auch mit einem anderen Musiker zusammen musiziere), muss ich normalerweise die daran Beteiligten fragen, ob sie einverstanden sind - bei professionellen Playbacks muss man u.U. teure Lizenzen erwerben. Bei moderner Literatur kommt dann ausserdem noch GEMA hinzu. Dabei ist es voellig egal, ob man nur eine Minute oder das ganze Stueck einstellt. Ist auch egal, ob es die eigene oder eine fremde Homepage ist (dazu zaehlen auch Foren). Ist auch wurscht, ob man damit Profit macht oder nicht (ausser der Tatsache, dass es bei gewerblicher Nutzung u.U. noch teurer wird).

Von mir wollte die GEMA damals 200 Euronen pro Jahr fuer eine einminuetige Hoerprobe haben. Ich haette den Titel zwei- oder dreimal wechseln duerfen (weiss ich nicht mehr genau, muesste ich nochmal nachsehen).

Aus dem Grund habe ich es dann gelassen ;-)

Wer 'ne Hoerprobe will, kann mich anmailen, fertig ...


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BeitragVerfasst: 08.11.2006, 23:16 
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Hallo Epo,

soweit hätte ich wirklich nicht gedacht. Ist schon Wahnsinn an was man alles denken sollte bzw. muß.

Ist mal wieder alles ein Paragraphendschungel und durch den muß man sich erst mal wühlen, da bist du schon etliche Schritte weiter. Danke für den Hinweis und die Denkanstöße


Viele Grüße
Chero


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.11.2006, 12:17 
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aaalso, ich glaube, schumann ist schon etwas länger als 70 jahre tot.... :grübel
und das gleiche dürfte auch für mendelsohn gelten, also probleme mit der GEMA dürft ich keine bekommmen!
ausserdem war das ja unsere eigene aufnahme also gibts auch kein tonstudio was sich beschweren könnte!

liebe grüße, califonia


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