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 Betreff des Beitrags: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 06.04.2017, 21:20 
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Hat jemand eine Quelle der Stimmverteilung in Prozent?
Ich hörte irgendwann (sortiert von der häufigsten zur seltensten Stimmlage):

Frauen:
Mezzosopran
Sopran
Alt
Kontraalt

Männer:
Bariton (inkl. trainierter Countertenöre im Alt und sogar Sopran, die meisten Baritone- wie z.B. Andreas Scholl- siehe YT und Internet) seien sollen)
Baß
Tenor
Countertenorlage

Wieso gibt es so wenige Altistinnen? Dann haben Countertenöre natürlich einiges zu tun. Wenn es mehr Altistinnen gäbe, dann bräuchte man doch an sich keine Countertenöre?


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 07.04.2017, 20:37 
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contraalta hat geschrieben:
Hat jemand eine Quelle der Stimmverteilung in Prozent?

Zuerst einmal: nein, ich hab da nichts.

contraalta hat geschrieben:
Wieso gibt es so wenige Altistinnen? Dann haben Countertenöre natürlich einiges zu tun. Wenn es mehr Altistinnen gäbe, dann bräuchte man doch an sich keine Countertenöre?

Ich habe bisher gehört, dass die meisten Männer von der Stimmlage her Tenor seien, vermutlich aber, wenn man nur Baß und Tenor heranzieht und auch die Nichtsänger miteinbezieht.
Und ich denke mir, die meisten Countertenöre singen Countertenor, weil sie Countertenor singen wollen... mit 'brauchen' oder 'nicht brauchen' hat das nichts zu tun.
Kann schon sein, dass es wenig 'echte Altistinnen' gibt - aber: fehlen die irgendwo?
In dem Chor, bei dem ich bisher mitgesungen habe, ist der Alt die stärkste Stimmgruppe im Sinne von, im Alt singen mehr Personen als in den anderen Stimmgruppen. Ich habe bisher keinen Mangel an Altistinnen wahrgenommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 07.04.2017, 22:39 
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Silvieann hat geschrieben:
Kann schon sein, dass es wenig 'echte Altistinnen' gibt - aber: fehlen die irgendwo?
In dem Chor, bei dem ich bisher mitgesungen habe, ist der Alt die stärkste Stimmgruppe im Sinne von, im Alt singen mehr Personen als in den anderen Stimmgruppen. Ich habe bisher keinen Mangel an Altistinnen wahrgenommen.

Ein Chor ist vielleicht ein bisschen wenig für eine gültige Aussage ;) Ich kenne das eher so, dass Sopran die stärkere Frauenstimmgruppe ist, der Alt schwächer besetzt. Bass geht so und Tenöre sind Mangelware. Das bisher in fast jedem Chor, in dem ich war. Und ja, die Alt fehlen schon. Mir jedenfalls.

Der eine Chor, in dem ich derzeit singe, ist die Ausnahme, da sind tatsächlich mehr im Alt als im Sopran. Was aber nicht heißt, dass jeder "Alt" auch ein Alt ist und jeder "Sopran" ein Sopran...

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 08.04.2017, 13:24 
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moniaqua hat geschrieben:
Silvieann hat geschrieben:
Kann schon sein, dass es wenig 'echte Altistinnen' gibt - aber: fehlen die irgendwo?
In dem Chor, bei dem ich bisher mitgesungen habe, ist der Alt die stärkste Stimmgruppe im Sinne von, im Alt singen mehr Personen als in den anderen Stimmgruppen. Ich habe bisher keinen Mangel an Altistinnen wahrgenommen.

Ein Chor ist vielleicht ein bisschen wenig für eine gültige Aussage ;) Ich kenne das eher so, dass Sopran die stärkere Frauenstimmgruppe ist, der Alt schwächer besetzt. Bass geht so und Tenöre sind Mangelware. Das bisher in fast jedem Chor, in dem ich war. Und ja, die Alt fehlen schon. [...]
Der eine Chor, in dem ich derzeit singe, ist die Ausnahme, da sind tatsächlich mehr im Alt als im Sopran. Was aber nicht heißt, dass jeder "Alt" auch ein Alt ist und jeder "Sopran" ein Sopran...

Ich kann halt nur für das sprechen, was ich hier kenne, und da gibt es genügend Damen im Alt.
Natürlich mag es sein, dass einige Damen aus dem Alt besser im Sopran aufgehoben wären und einige aus dem Sopran besser im Alt, aber als Mitsängerin ist das nicht mein ToDo.
Genausowenig, wie es stimmen muss, dass es wenig Tenöre gäbe, nur weil im Chor wenig Männer im Tenor mitsingen. Ich glaube, das hatten wir alles schon einmal ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 08.04.2017, 14:43 
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Ich gehe davon aus, daß es für diesen Bereich keine adäquaten Statistiken geben kann. Man kann sie nicht repräsentativ gestalten, denn nicht jeder singt, und erst recht kennt nicht jeder seine Stimmlage. Nimmt man nur die, die singen, ist es wiederum fraglich, auf welcher Basis man die Daten erhebt. Befragt man Chöre? Nun ja, viele Menschen singen in mehreren Chören; manche dann sogar in unterschiedlichen Stimmlagen. Befragt man Musikschulen und Musikhochschulen? Da ist wiederum weder Altersquerschnitt noch sozialer Querschnitt gewährleistet; außerdem sind auch dort nur Freiwillige vertreten. Also muß man sich auf Erfahrungswissen zurückziehen, und das ist alles andere als zuverlässig. Mal beispielhaft:

1. Bei uns im Vocalensemble ist es so: Zwei Sopräne im Sopran, ein fauler Sopran und ein abkommandierter Sopran im Alt, eine Frau und zwei hohe Baritone im Tenor, vier Bässe.

2. Im Kirchenchor finden sich fünf Sopräne (darunter die beiden, die im Vocalensemble Alt singen), sechs Altistinnen (keine echte Altistin dabei), zwei Tenöre und drei Bässe.

3. Im GU findet sich genau ein echter Tenor, dazu ein paar Baritone und Bässe. Eine echte Altistin wüßte ich jetzt nicht, Mezzosoprane sind ebenfalls ein paar dabei. Aber der Löwenanteil sind hohe Sopräne.

Und was schließe ich jetzt daraus? Gute Frage, nächste Frage. Das Ergebnis ist so dehnbar, da kann man alles und nicht herauslesen. Gibt es nun besonders viele Sopräne? Oder engagieren Sopräne sich überproportional in Chören / beim Gesangunterricht, während die Männer zu Hause bleiben? Leben hier in NRW mehr Sopräne als Altistinnen und mehr Bässe als Tenöre?

Ich sehe nicht, wie man eine valide Statistik erstellen könnte. Von daher dürfte Deine Frage unbeantwortet bleiben.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 08.04.2017, 16:06 
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Hier ein paar Fragen zu Deinem Text:

Donna Elvira hat geschrieben:
1. Bei uns im Vocalensemble ist es so: Zwei Sopräne im Sopran, ein fauler Sopran und ein abkommandierter Sopran im Alt, eine Frau und zwei hohe Baritone im Tenor, vier Bässe.


Wieso eine Frau im Tenor? Kann sie wirklich bis c mit Klang und Volumen singen? Vielleicht ein Kontraalt?

Donna Elvira hat geschrieben:
2. Im Kirchenchor finden sich fünf Sopräne (darunter die beiden, die im Vocalensemble Alt singen), sechs Altistinnen (keine echte Altistin dabei), zwei Tenöre und drei Bässe.


Was ist eine "echte" Altistin? Diesen Ausdruck höre ich bisweilen. Was sind dann "unechte" Altistinnen? Worin unterscheiden sich "echte" Altistinnen?
Sind die "unechten" Altistinnen, die, die Alt singen, aber bei g und a schon grunzen? Und kommen "echte" Altistinnen nicht doch noch etwas tiefer, also durchaus bis d?


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 08.04.2017, 17:22 
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Volumen lassen wir mal außen vor, da außer mir und der zweiten Sopranistin keine/r Unterricht nimmt. Ich höre aber ziemlich deutlich, daß sie im Tenor gut aufgehoben ist, weil alles sehr natürlich klingt. Und wenn ich das richtig höre, liegt ihr hoher Registerbruch bei etwa g ' - also ziemlich normale Tenorlage. Ob sie jetzt deshalb als Kontraalt firmiert, lasse ich mal dahingestellt.

In vielen Chören, aber auch als Solistinnen werden häufig Mezzi als Alt eingesetzt. Und die unterscheiden sich doch deutlich in ihrer Wohlfühllage voneinander. Wir hatten eine echte Altistin im Vocalensemble und im Kirchenchor, da konnte man sehr deutlich merken, daß sie sich im Bereich von f bis f ' super wohl fühlte. Außerdem klang das bei ihr unangestrengt, während die anderen "Altistinnen" (aka Mezzosopranistinnen) sich doch wesentlich höher wohler fühlten und auch (wohlgemerkt: alle unausgebildet!) in der Chor-Alt-Tiefe wesentlich weniger Konstanz aufwiesen. Außerdem unterscheiden sich die Timbrierungen für meine Ohren deutlich.

Wir haben uns übrigens einen Spaß daraus gemacht, wenn wir Kanons gesungen haben: Sie spielte dann ihre Stärke in der Tiefe aus, während ich meine Stärke in der Höhe ausspielte. Leider mußte sie aufhören.

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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 19.04.2017, 15:26 
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Silvieann hat geschrieben:
contraalta hat geschrieben:
Wieso gibt es so wenige Altistinnen? Dann haben Countertenöre natürlich einiges zu tun. Wenn es mehr Altistinnen gäbe, dann bräuchte man doch an sich keine Countertenöre?

Und ich denke mir, die meisten Countertenöre singen Countertenor, weil sie Countertenor singen wollen... mit 'brauchen' oder 'nicht brauchen' hat das nichts zu tun.

Jenausoisset! Es ist auch eine Technik, keine Stimmlage. Mit Vollstimme sind das ganz normale Bässe, Baritone oder Tenöre.
Und wer eine Partie mit Counter besetzt, besetzt die mit Counter, weil er sie mit Counter besetzen will, und nicht weil er dafür keine Altistin bekommt. Das hat ganz andere Gründe. Der erste ist eine HIP-Überlegung: Das gesamte geistliche Repertoore bis etwa 1800 (zumindest das katholische) sieht für die hohen Stimmen Knaben, Kastraten oder eben Falsettisten (=Counter) vor, Frauen durften (ausser in Nonenklöstern) in der Kirche nämlich nicht singen! Genaugenommen durften sie das offiziell sogar bis zum 2. Vatikanischen Konzil nicht! Es hat sich nur niemand mehr daran gehalten. Ludovico Grosso da Viadana schreibt an der Wende vom 16. zum 17. Jh. im Vorwort zu seinen "100 Kirchenkonzerten" (diese Sammlung wurde lange Zeit für das früheste Beispiel für die Anwendung dess basso continuo gehalten), daß die Falsettisten zu bevorzugen wären, da (gute) Kastraten schwer zu bekommen (und teuer!) wären, und die Knaben "nachlässig" singen würden. Zum anderen gab es in der Barockoper eine klare Assoziation zwischen Stimmhöhe und Alter. Der Jugendliche Held war ganz klar Altus, wenn nicht gar Sopran, die etwas "männlicheren" Männer waren Tenöre und die Könige, Ratgeber, Priester, Generäle und anderen reiferen Herren Bass. Nichtsdestoweniger waren auch die jugendlichen Liebhaber Männer und keine Frauen und wurden daher mit Kastraten oder Counter besetzt. Warum hätte man sie mit einer Altistin besetzen sollen? Die Erfindung der Hosenrolle vom späten 18 Jh. bis Britten war nur dem Umstand geschuldet, daß es in dieser Zeit weder Kastraten noch (ausserhalb Englands) Counter gab.

Donna Elvira hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, daß es für diesen Bereich keine adäquaten Statistiken geben kann. Man kann sie nicht repräsentativ gestalten, denn nicht jeder singt, und erst recht kennt nicht jeder seine Stimmlage. Nimmt man nur die, die singen, ist es wiederum fraglich, auf welcher Basis man die Daten erhebt. Befragt man Chöre? Nun ja, viele Menschen singen in mehreren Chören; manche dann sogar in unterschiedlichen Stimmlagen. Befragt man Musikschulen und Musikhochschulen? Da ist wiederum weder Altersquerschnitt noch sozialer Querschnitt gewährleistet; außerdem sind auch dort nur Freiwillige vertreten. Also muß man sich auf Erfahrungswissen zurückziehen, und das ist alles andere als zuverlässig.
[...]
Ich sehe nicht, wie man eine valide Statistik erstellen könnte. Von daher dürfte Deine Frage unbeantwortet bleiben.

Natürlich könnte man die erstellen. Dazu muß man allerdings die Frage tatsächlich präziser formulieren. Will man die Verteilung in der Allgemeinbevölkerung wissen, kann man das über die mittlere Frequenz der normalen Sprechstimme eruieren, die eine Korrelation zur Lage der Singstimme aufweist (gibt's eine Studie dazu, ist allerdings auf Russisch und nicht online verfügbar, nur der Abstract ist Englisch; Interessanterweise unterscheiden sich dabei Baritone und Bässe im Gegensatz zu den anderen Stimmen nicht signifikant). Ob es so eine Statistik gibt, weiß ich nicht, eine rasche Suche in der einschlägigen Literatur ist jedenfalls ergebnislos geblieben. Man kann jedenfalls nicht a priori davon ausgehen, daß der Modalwert (der häuftigste Wert - so wie Schugröße 42 bei Männern) der jeweiligen Verteilung bei Frauen und Männern auch in eine "mittlere" Stimmlage ("Mezzo", "Bariton") fällt. Das kann auch nach oben oder unten verschoben sein. Es ist allerdings die Frage, ob es wirklich von Interesse ist, wie hoch der Antei der Soprane, Altistinnen, Tenöre etc. in der nichtsingenden Bevölkerung ist. Das wäre eine rein hypothetische Fragestellung ohne Relevanz.

Bei den professionals läßt sich so eine Statistik aus den Studentenzahlen im Fach Gesang an den Musikhochschulen erstellen, sofern die die Stimmlage miterfassen. Das wäre vermutlich ein Thema für eine einschlägige Semesterarbeit, so etwas abzufragen. Ich glaube mich allerdings zu erinnern, daß hier annähernde Gleichverteilung besteht. Allgeneine Defizite ("...es gibt zu wenige Altistinnen...") im professionellen Bereich liessen sich theoretisch auch aus eventuellen (!) Stellenausschreibungen ableiten. Ohne mich damit näher befasst zu haben, wage ich allerdings die Behauptung, daß da (wenn überhaupt) immer nur punktuell und ohne signifikante Häufung einelner Stimmen gesucht wird - es werden an deutschen Musikhochschulen sehr viel mehr Leute ausgebildet, als es hinterher Stellen gibt. Offene Stellen bleiben daher nicht länger unbesetzt.

Und was die nicht-professionellen Chöre betrifft: Neben der erwähnten potentiellen Verfälschung der Statistik durch Sänger, die in mehreren Ensembles aktiv sind, läßt sich aus der Gesamtzahl der Sänger je Stimmlage ohnehin überhaupt nichts ableiten, da es in (vermutlich) jedem Chor eine ganze Anzahl von Leuten gibt, die - aus welchen Gründen auch immer - in der falschen Stimme singen und sich darin gegebenenfalls auch als durchaus beratungsresistent erweisen.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 20.04.2017, 00:16 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Silvieann hat geschrieben:
contraalta hat geschrieben:
Wieso gibt es so wenige Altistinnen? Dann haben Countertenöre natürlich einiges zu tun. Wenn es mehr Altistinnen gäbe, dann bräuchte man doch an sich keine Countertenöre?

Und ich denke mir, die meisten Countertenöre singen Countertenor, weil sie Countertenor singen wollen... mit 'brauchen' oder 'nicht brauchen' hat das nichts zu tun.

Jenausoisset! Es ist auch eine Technik, keine Stimmlage. Mit Vollstimme sind das ganz normale Bässe, Baritone oder Tenöre.
Und wer eine Partie mit Counter besetzt, besetzt die mit Counter, weil er sie mit Counter besetzen will, und nicht weil er dafür keine Altistin bekommt. Das hat ganz andere Gründe. Der erste ist eine HIP-Überlegung: Das gesamte geistliche Repertoore bis etwa 1800 (zumindest das katholische) sieht für die hohen Stimmen Knaben, Kastraten oder eben Falsettisten (=Counter) vor, Frauen durften (ausser in Nonenklöstern) in der Kirche nämlich nicht singen! Genaugenommen durften sie das offiziell sogar bis zum 2. Vatikanischen Konzil nicht! Es hat sich nur niemand mehr daran gehalten. Ludovico Grosso da Viadana schreibt an der Wende vom 16. zum 17. Jh. im Vorwort zu seinen "100 Kirchenkonzerten" (diese Sammlung wurde lange Zeit für das früheste Beispiel für die Anwendung dess basso continuo gehalten), daß die Falsettisten zu bevorzugen wären, da (gute) Kastraten schwer zu bekommen (und teuer!) wären, und die Knaben "nachlässig" singen würden. Zum anderen gab es in der Barockoper eine klare Assoziation zwischen Stimmhöhe und Alter. Der Jugendliche Held war ganz klar Altus, wenn nicht gar Sopran, die etwas "männlicheren" Männer waren Tenöre und die Könige, Ratgeber, Priester, Generäle und anderen reiferen Herren Bass. Nichtsdestoweniger waren auch die jugendlichen Liebhaber Männer und keine Frauen und wurden daher mit Kastraten oder Counter besetzt. Warum hätte man sie mit einer Altistin besetzen sollen? Die Erfindung der Hosenrolle vom späten 18 Jh. bis Britten war nur dem Umstand geschuldet, daß es in dieser Zeit weder Kastraten noch (ausserhalb Englands) Counter gab.

Donna Elvira hat geschrieben:
Ich gehe davon aus, daß es für diesen Bereich keine adäquaten Statistiken geben kann. Man kann sie nicht repräsentativ gestalten, denn nicht jeder singt, und erst recht kennt nicht jeder seine Stimmlage. Nimmt man nur die, die singen, ist es wiederum fraglich, auf welcher Basis man die Daten erhebt. Befragt man Chöre? Nun ja, viele Menschen singen in mehreren Chören; manche dann sogar in unterschiedlichen Stimmlagen. Befragt man Musikschulen und Musikhochschulen? Da ist wiederum weder Altersquerschnitt noch sozialer Querschnitt gewährleistet; außerdem sind auch dort nur Freiwillige vertreten. Also muß man sich auf Erfahrungswissen zurückziehen, und das ist alles andere als zuverlässig.
[...]
Ich sehe nicht, wie man eine valide Statistik erstellen könnte. Von daher dürfte Deine Frage unbeantwortet bleiben.

Natürlich könnte man die erstellen. Dazu muß man allerdings die Frage tatsächlich präziser formulieren. Will man die Verteilung in der Allgemeinbevölkerung wissen, kann man das über die mittlere Frequenz der normalen Sprechstimme eruieren, die eine Korrelation zur Lage der Singstimme aufweist (gibt's eine Studie dazu, ist allerdings auf Russisch und nicht online verfügbar, nur der Abstract ist Englisch; Interessanterweise unterscheiden sich dabei Baritone und Bässe im Gegensatz zu den anderen Stimmen nicht signifikant). Ob es so eine Statistik gibt, weiß ich nicht, eine rasche Suche in der einschlägigen Literatur ist jedenfalls ergebnislos geblieben. Man kann jedenfalls nicht a priori davon ausgehen, daß der Modalwert (der häuftigste Wert - so wie Schugröße 42 bei Männern) der jeweiligen Verteilung bei Frauen und Männern auch in eine "mittlere" Stimmlage ("Mezzo", "Bariton") fällt. Das kann auch nach oben oder unten verschoben sein. Es ist allerdings die Frage, ob es wirklich von Interesse ist, wie hoch der Antei der Soprane, Altistinnen, Tenöre etc. in der nichtsingenden Bevölkerung ist. Das wäre eine rein hypothetische Fragestellung ohne Relevanz.

Bei den professionals läßt sich so eine Statistik aus den Studentenzahlen im Fach Gesang an den Musikhochschulen erstellen, sofern die die Stimmlage miterfassen. Das wäre vermutlich ein Thema für eine einschlägige Semesterarbeit, so etwas abzufragen. Ich glaube mich allerdings zu erinnern, daß hier annähernde Gleichverteilung besteht. Allgeneine Defizite ("...es gibt zu wenige Altistinnen...") im professionellen Bereich liessen sich theoretisch auch aus eventuellen (!) Stellenausschreibungen ableiten. Ohne mich damit näher befasst zu haben, wage ich allerdings die Behauptung, daß da (wenn überhaupt) immer nur punktuell und ohne signifikante Häufung einelner Stimmen gesucht wird - es werden an deutschen Musikhochschulen sehr viel mehr Leute ausgebildet, als es hinterher Stellen gibt. Offene Stellen bleiben daher nicht länger unbesetzt.

Und was die nicht-professionellen Chöre betrifft: Neben der erwähnten potentiellen Verfälschung der Statistik durch Sänger, die in mehreren Ensembles aktiv sind, läßt sich aus der Gesamtzahl der Sänger je Stimmlage ohnehin überhaupt nichts ableiten, da es in (vermutlich) jedem Chor eine ganze Anzahl von Leuten gibt, die - aus welchen Gründen auch immer - in der falschen Stimme singen und sich darin gegebenenfalls auch als durchaus beratungsresistent erweisen.




Hui! Danke für die Erläuterung? Bist Du Profisänger?


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 20.04.2017, 00:17 
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Könnte man bei offiziellen Prüfungen der Musikhochschule eigentlich als Kontraaltistin Tenor oder Bariton singen oder muß man Alt singen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 21.04.2017, 09:02 
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Liebe Contraalta,

wenn Du in einer Prüfung in einer anderen Lage singst, als wie eigentlich Deine Stimmlage ist, dann hast Du garantiert keine Chance, diese Prüfung überhaupt zu bestehen. Wie hoch die Alt-Lage ist, das weißt Du ja. Die untere Hälfte der zweigestrichenen Oktave MUSS singbar sein, ansonsten brauchst Du gar nicht erst an eine Prüfung zu DENKEN. Wie gut Deine Tiefe ist, und ob Du gar noch in die große Oktave hinein kommst, das interessiert dann niemanden mehr. Wer sich als weiblicher Tenor oder gar Bariton anmeldet, der wird wohl erst gar nicht zu solch einer Prüfung zugelassen. Die Musikhochschulen bilden für den "Markt" aus und nicht für das persönliche Hobby. Leider kann man Zarah Leander nicht mehr fragen, wie sie zu ihrer "Nische" gekommen ist.

Zu Deiner Ausgangsfrage: Ich habe irgendwo mal gelesen, dass der Anteil der Kontraalt-Stimmen bei etwa 5 % liege. Wie man das ermittelt hat, das stand leider nicht dabei.

Zur Frage der "wenigen" Altistinnen: Da gibt es unterschiedliche Auffassungen was mit diesem Begriff überhaupt gemeint ist - eine Sängerin die Alt singt oder eine solche die eine Altstimme hat? Ersteres ist alles andere als selten, letzteres hingegen sehr wohl. Kürzlich wollte der "Alt" in einem meiner Chöre eine Stelle anders singen, weil ihm eine Note davon "zu tief" war - es handelte sich bei besagter Note um das kleine g! Eine echte Altistin würde sich doch freuen über solch einen Ton, oder?

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 21.04.2017, 19:22 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Kürzlich wollte der "Alt" in einem meiner Chöre eine Stelle anders singen, weil ihm eine Note davon "zu tief" war - es handelte sich bei besagter Note um das kleine g! Eine echte Altistin würde sich doch freuen über solch einen Ton, oder?

Oh. Ja, ein g ist ein schöner Ton :) Und das sag ich, wo es nicht einmal sicher ist, ob ich nun Alt oder nicht vielleicht doch Mezzo bin.

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 24.04.2017, 10:51 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Leider kann man Zarah Leander nicht mehr fragen, wie sie zu ihrer "Nische" gekommen ist.

In allem, was ich bisher gehört habe, hat Zarah Leander gar nicht so tief gesungen.
Nur so by the way ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 24.04.2017, 11:03 
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@ Silvieann Eine echte Altistin hast Du schon auf Mallorca gehört und du hörst sie dieses Jahr wieder im Workshop. big_lala big_super

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 25.04.2017, 18:10 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Liebe Contraalta,

wenn Du in einer Prüfung in einer anderen Lage singst, als wie eigentlich Deine Stimmlage ist, dann hast Du garantiert keine Chance, diese Prüfung überhaupt zu bestehen. Wie hoch die Alt-Lage ist, das weißt Du ja. Die untere Hälfte der zweigestrichenen Oktave MUSS singbar sein, ansonsten brauchst Du gar nicht erst an eine Prüfung zu DENKEN. Wie gut Deine Tiefe ist, und ob Du gar noch in die große Oktave hinein kommst, das interessiert dann niemanden mehr. Wer sich als weiblicher Tenor oder gar Bariton anmeldet, der wird wohl erst gar nicht zu solch einer Prüfung zugelassen. Die Musikhochschulen bilden für den "Markt" aus und nicht für das persönliche Hobby. Leider kann man Zarah Leander nicht mehr fragen, wie sie zu ihrer "Nische" gekommen ist.

Zu Deiner Ausgangsfrage: Ich habe irgendwo mal gelesen, dass der Anteil der Kontraalt-Stimmen bei etwa 5 % liege. Wie man das ermittelt hat, das stand leider nicht dabei.

Zur Frage der "wenigen" Altistinnen: Da gibt es unterschiedliche Auffassungen was mit diesem Begriff überhaupt gemeint ist - eine Sängerin die Alt singt oder eine solche die eine Altstimme hat? Ersteres ist alles andere als selten, letzteres hingegen sehr wohl. Kürzlich wollte der "Alt" in einem meiner Chöre eine Stelle anders singen, weil ihm eine Note davon "zu tief" war - es handelte sich bei besagter Note um das kleine g! Eine echte Altistin würde sich doch freuen über solch einen Ton, oder?


Liebe AK-Kontraalt,

Ich las, daß 5% Alt, also italienisch "contralto" , seien, nicht Kontraalt, was italienisch meines Wissens "contralto profondo" wäre. Zudem seien die meisten Altsängerinnen in nicht-professionellen Chören tiefe Mezzosoprane. Es könnte ja auch sein, daß in diesem Forum diejenigen, die bis d singen, einfach normale "echte Alte" sind und nicht gleich Kontraalte. 5% Kontraalt kann ich mir nicht denken, eher 5% niormaler Alt, also italienisch "contralto". Vielleicht erhält man diese 5% auch nur, wenn man Kontraalt miteinbezieht.
Manche Musikhochschulen bilden Countertenöre/Altisten/Sopranisten aus. Um Kontraaltistinnen kümmert sich jedoch niemand. MAN MUß EBEN INS SYSTEN PASSEN UND SICH NOTFALLS IN ES HINEINZWÄNGEN!!!
Das d zu erreichen und dann Tenor, der bis c geht, zu singen, ist mir aber auch scheleierhaft und bei manchen ist das ja hier im Forum der Fall. daher schrieb ich ja schon einmal, daß ich nur tenor singen durfte, wenn ich nach oben und nach unten noch bißchen reserve habe, damit c und a´nicht wie aus dem letzten Loch klingen. Also: A und c´´zu erreichen galt als Voraussetzung. Auch wenn ich in die zweigestrichene Oktav komme, kann ich dort oben nicht länger singen und schon der hohe Tenor ist dauerhaft bei einer Messe oder einem Oratorium von ca. 2 Stunden Dauer zu hoch.

Hier las ich, daß normaler Alt bis d und tiefer Alt bis B geht. Oktavistinnen bis E.

http://www.contraltocorner.com/blog/fem ... oktavistka

https://www.youtube.com/watch?v=2JPkCfv ... e=youtu.be

Viele Grüße

contraalta


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 27.04.2017, 10:54 
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contraalta hat geschrieben:
Zudem seien die meisten Altsängerinnen in nicht-professionellen Chören tiefe Mezzosoprane.

klärt mich doch mal auf: Worin unterscheidet sich (im Chor) ein normaler Mezzo von einem tiefen Mezzo und ein tiefer Mezzo vom Alt? (und ein hoher vom Sopran?)

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 27.04.2017, 12:55 
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In dieser wirklich äußerst wichtigen Angelegenheit, wird aber wohl m E niemand etwas ändern können, möchte ich die Stimmforscherin, Frau Cordula Weinzierl, zitieren, die da meint, dass gewöhnlich, bei Mädchen und Knaben (so ca. mit 14 Jahren) von "oben" ein Stimmbruch vorgesehen wurde. Dabei wachsen die Stimmlippen um etwa 1 cm Länge bei Knaben (ungefähr 1 Oktave tiefere Stimme) und nur 1 bis 3 mm Länge bei Mädchen (Terz bis Quart tiefer). Sie werden auch dicker. Die ursprüngliche Stimmlippenlänge bei Knaben von 12 bis 13 mm vermehrt sich dann auf ca. 22 bis 24 mm, bei Mädchen entsprechend weniger. Außerdem wächst der Kehlkopf und verlagert sich tiefer in den Hals, in die Nähe des Brustkorbs, was durch den nunmehr vergrößerten Resonanzraum einen männlicheren (tieferen) Klang bewirkt. Im Lebensalter zwischen 25 und 30 Jahren ist die Stimme ausgewachsen. Scheinbar gottgewollt "entstehen" etwa 2/3 der männlichen Stimmen als Bässe und Baritone und 1/3 als Tenöre. Meiner eigenen Meinung nach ist es bei Frauenstimmen umgekehrt, hohe Stimmen 2/3 usw. Dass sich natürlich nach dem Stimmbruch von Mädchen das eine oder andere Mal auch längere Stimmlippen ausbilden können ist für mich nicht ungewöhnlich. Ich höre profund tiefe Frauenstimmen sehr gern, allemal sind sie mir lieber als die (unnatürlichen) Falsettstimmen.
Hoffe, das Thema nicht verfehlt zu haben und grüße alle aus dem völlig verregneten Süden.
alfredo :n101:

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...du holde Kunst, ich danke dir.


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 27.04.2017, 22:16 
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T M Pestoso hat geschrieben:
contraalta hat geschrieben:
Zudem seien die meisten Altsängerinnen in nicht-professionellen Chören tiefe Mezzosoprane.

klärt mich doch mal auf: Worin unterscheidet sich (im Chor) ein normaler Mezzo von einem tiefen Mezzo und ein tiefer Mezzo vom Alt? (und ein hoher vom Sopran?)



Das weiß ich nicht, da ich kein Profi bin. Ich hörte es aber von den Lehrkräften, die ich ausprobierte, die aber mit meiner Kontraaltsimme nicht umgehen konnten und mich in den Alt drängten, weshalb ich den Unterricht beendete. Daher schrieb ich auch konjunktiv ("seien"). Alt soll intiensivere und "knackigere" Brustimme singen als tiefer Mezzo, aber es gibt ja auch immer fließende Übergänge.


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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 29.04.2017, 23:21 
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Liebe Contraalta,

nein, die 5 % Häufigkeit bezogen sich tatsächlich auf "Kontraalt" und nicht auf "Contralto". Für Altstimmen wurden "ca. 15 %" angegeben. Somit kämen Alt und Kontraalt auf zusammen 20 %, und das könnte durchaus hinkommen.

Die eingelinkten Aufnahmen von Bally Prell und den drei Damen, die ein Terzett von Vivaldi singen das wohl für drei Männerstimmen gedacht war, haben mir wirklich gut gefallen! Wo hast Du die gefunden? :92

Und, man höre und staune: Bally Prell singt "Una furtiva lagrima" eine kleine Terz tiefer, nämlich in g-moll statt wie notiert in b-moll! Auf DIE Idee bin ich damals nicht gekommen als ich im GU mal genau diese Arie zu singen hatte (als Anfänger nach etwa einem Vierteljahr GU, worüber ich heute noch den Kopf schüttele :n111: )

Mit dem englischsprachigen Text im ersten Link kann ich leider kaum etwas anfangen. Es würde mich schon sehr interessieren was denn da steht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Häufigkeit der Stimmlagen
BeitragVerfasst: 29.04.2017, 23:39 
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Registriert: 04.06.2008, 17:25
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Zitat von Contraalta: "Also: A und c´´zu erreichen galt als Voraussetzung."

Wenn eine Voraussetzung dafür, im Chor Tenor zu singen, das Erreichen von c'' ist, dann wäre Tenor generell eine Frauenstimmlage! :mrgreen

Ich jedenfalls kenne so manche Alt-Sängerin, für die das c'' bereits das Ende der (tatsächlich singbaren) Fahnenstange ist, und ich kenne KEINEN Tenor-Sänger (auf Laien-Niveau), der diesen Ton wirklich SINGEN könnte. Das große A schafft jeder, obwohl es nur alle Jubeljahre einmal vorkommt und demnach durchaus entbehrlich ist, aber c''??? Welcher Chor hätte denn dann überhaupt noch Tenöre? Diese Stimmgruppe ist doch ohnehin schon so schwer zu besetzen.

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