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BeitragVerfasst: 14.05.2010, 09:45 
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Hallo,

ich stelle heute mal eine Frage über die ich als "Männin" schon öfter gestolpert bin.

Bei einstimmigen Stücken wie z. B. Volksliedern oder den Liedern im Gottesdienst singen die Männer ja bekanntlich eine Oktave tiefer als die (meisten) Frauen. Immer wieder stelle ich dabei fest dass Frauen, die in meiner Hörweite sitzen, dann versuchen in der von mir gesungenen Lage (entsprechend der Männerstimme) zu singen, auch wenn das für sie viel zu tief ist und sie gar nicht runter kommen.

Wenn jedoch ein Mann in ihrer Nähe sitzt, dann bleiben sie sehr wohl in ihrer "oberen" Lage und kommen gar nicht auf die Idee, nach unten zu oktavieren und das selbe zu singen wie der Mann.

Wie kommt das? Hören die besagten Frauen meine Töne und diejenigen eines Mannes tatsächlich "anders", obwohl es genau die selben sind? Und warum wechseln Frauen nicht einfach wieder in ihre normale Tonlage eine Oktave höher zurück wenn sie merken dass sie so tief gar nicht singen können?

Witzigerweise sind Männer da standfester. Nur sehr selten versucht jemand, eine Oktave tiefer zu singen als ich. Hören Frauen und Männer anders? :grübel

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 25.12.2017, 01:40 
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Kann diese Frage denn wirklich niemand beantworten? :n97:

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BeitragVerfasst: 25.12.2017, 14:42 
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Ich finde die Frage spannend, beantworten kann ich sie Dir aber leider nicht :o

Ich glaube dass wir anders hören oder singen. Die Dirigenten geben den Männern den selben Ton ja auch in einer anderen Oktave als den Frauen. Nur, sicher bin ich mir da nicht...

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Viele Grüße
Monika


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BeitragVerfasst: 27.12.2017, 14:05 
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Das hat mit den Obertönen zu tun, aus denen sich ein Ton zusammensetzt und deren Zusammensetzung bei jedem Instrument anders ist. Deswegen klingt ein Klavier nach Klavier und eine Stimme nach Stimme, auch wenn sie exakt den gleichen Ton spielen bzw. singen.
Frauen neben dir übernehmen unbewußt deine "Tonzusammensetzung", bei Frau/Mann passiert das nicht. Das ist der selbe Grund, weswegen ungeübte (Chor-)sänger manchmal Schwierigkeiten haben, wenn sie den Ton von einer Dirigentin angegeben bekommen. Oder Tenöre, die einen Ton von einem falsettierenden Bass-Chorleiter abnehmen und damit plötzlich selber ins Falsett rutschen, obwohl von der Tonhöhe gar nicht notwendig. Oder Gesangsschüler, die zwar meinen Ton korrekt abnehmen können, mit dem Klavier als Tongeber jedoch noch Probleme haben.


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BeitragVerfasst: 29.12.2017, 23:37 
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Wegen der unterschieldichen Register natürlich, denke ich.


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BeitragVerfasst: 30.12.2017, 15:04 
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Bisher habe ich den Unterschied zwischen tiefsingenden Frauen und hochsingenden Männern (Alte/Alti) immer so wahrgenommen, dass Frauen wärmer klingen als Männer und hatte dies auch den dominierenden (Brust/Kopf)-Registern zugeschrieben.
Seit vergangenem Mittwoch muss ich dieses Klischee erneut überdenken: Der Prinz Orlofsky in der kölner Fledermaus-Inszenierung, KANGMIN JUSTIN KIM, hat mich eines Besseren belehrt. Er klang für mich wie ein weiblicher Alt und hatte einen sehr hohen Anteil von Brustresonanzen in seiner Tiefe (die ja für ihn eigentlich hoch sein müsste). Mein Freund und ich rätselten anfangs, ist das eine Frau (Hosenrolle) oder ein Mann (Tenor? Altus? Naturkastrat?)? Seiner Vita nach auf Oper.koeln ist er ein Countertenor, seine Sprechstimme war männlich tief, woran man noch am ehesten sein biologisches Geschlecht erraten konnte. Aber ich würde dennoch nicht nach oben oktavieren, wenn ich ihn "Ich lade gern mir Gäste ein" singen hörte, also so, als hörte ich eine Frau in "meiner Lage" singen. Es scheint also auch "männliche Frauenstimmen" zu geben.

Um meine Ausführungen vielleicht klarer zu machen: Der "Frosch" (Jochen Busse) hatte das Publikum zum Mitträllern von "Glücklich ist, wer vergisst..." animiert. Ich habe intuitiv in meiner hohen Lage gesungen, obwohl er es in der originalen Tenorlage vorsang. Hätte jetzt der Prinz Orlofsky uns Zuschauer zum Mitsingen seines Couplets animiert, ich hätte wohl kaum eine Oktave höher als er gesungen, obwohl es doch für ihn ein höheres Register sein müsste, als für mich? Ich finde dieses Phänomen faszinierend... Countertenöre sind toll XD

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BeitragVerfasst: 24.12.2018, 19:24 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Hallo,
ich stelle heute mal eine Frage über die ich als "Männin" schon öfter gestolpert bin.
(...)


Liebe AK-Kontraalt, was ist denn eine "Männin"? Eine Tenorsängerin ist eine tiefe Altistin oder vielleicht Kontraaltistin. Eine Kontraaltistin ist und bleibt dabei aber gänzlich weiblich. Ich singe auch tiefen Alt, bezeichne mich deshalb aber noch lange nicht als "Männin", obwohl ich mindestens die Tenor-2-Tessitur komplett abdecke und bereits in allen Stimmlagen ab Sopran- mit Ausnahme des tiefen Basses- eingesetzt wurde. Das wäre auch gänzlich unpassend, denn Frauen mit tiefer Altstimme klingen im Tenor immer anders als Männer mit Tenorstimme. Kontraalt war mir bis zu dem entsprechenden Thread hier auch kein Begriff, denn, wer tief singen kann, ist eine Alt und wer nicht tief singen kann, ist eben keine Alt.
Da aber meiner Erfahrung nach Tenorinnen Männermangel ausgleichen und zudem oftmals im besten Fall normale Altsängerinnen sind, spielt es keine Rolle, denn es geht diesen Chören in erster Linie darum, überhaupt Singende im Tenor zu haben, egal, ob männlich oder weiblich.

TenorstimmLAGE zu singen ist nicht zwangsläufig identisch mit TenorstimmKLANG. Daher riet ich Dir, leibe AK-Kontraalt, ja schon mehrmals, Deine vorhandene Höhe (g´´) auszubauen. Du schriebst irgendwo, Du wärest auch schon für Mezzosopran gehalten. Kann das vielleicht nicht auch der Fall sein? man kann u.U. auch mehrere Stimmlagen singen. Wer seien vorhandene Höhe aber nicht ausbauen möchte, darf sich nicht wundern, als "Tenorin" bei Chorleitern auf Unverständnis zu stoßen. Da Du aber leider nicht in meiner Stadt wohnst, kann ich Dir meine Lehrkraft auch nicht empfehlen. Bisher konnte jedes Problem behoben werden. Vielleicht paßt es in Deinen Gedanken auch nicht zusammen, als Frau nomale Frauenstimmlagen zu singen. Es muß ja nicht der hohe Sopran sien, aber At list ja auch eine weibliche Stimmlage. Zudem ist Tenor oftmals gar nicht tiefer als 2.Alt, wie ich aus Erfahrung bestätigen kann. Im Tenor, außer im ausdrücklichen 2.Tenor, sind kaum Töne unter g, selten f, zu finden.
Und bezüglich der Konzertkleidung: Wir tragen im Alt auch oft Hosen.
Vielleicht hilft es Dir, Deine Schemata bezüglich Deiner eigenen Stimme zu überdenken und veränderungen zu akzeptieren.
Frohe Weihnachten!


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BeitragVerfasst: 01.01.2019, 00:55 
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Liebe Musicissima,

machmal verstehst Du hier einfach alles komplett falsch. Hast Du eigentlich gesehen dass ich die "Männin" in Anführungszeichen geschrieben habe? Damit drückt man unter anderem aus dass der so geschriebene Begriff nicht absolut wörtlich zu verstehen ist. Gerade weil ich als Frau in einer Männerstimme singe bezeichne ich mich eben als "Männin". Das ist KEIN anatomischer Begriff.

Und, nein, ich bin definitiv kein Mezzosopran! Derjenige der diesen Senf mal abgelassen hat, der hatte überhaupt ein Problem mit tiefen Frauenstimmen. Es war genau derjenige Chorleiter der den Alt angewiesen hat, sie sollten so hell singen "wie die Knäblein". Und der Alt in seinem Kammerchor klingt einfach überhaupt nicht nach Alt sondern nach 2. Sopran - wenn er denn überhaupt zu hören ist.

Auch ein auf einer Autobahnbrücke oder an einem Wasserfall mal erreichtes g2 macht aus mir keinen Alt oder gar Mezzo. Entscheidend ist ohnehin die Tessitur, das weißt Du doch sicherlich! Ein Alt und erst recht ein Mezzo würde sich im Tenor auf Dauer nicht wohlfühlen, selbst wenn die Tiefe vorhanden sein sollte. Und, ja, ich kenne solche Stücke in denen der Tenor nur bis zum g oder f hinunter geht, aber die sind mir von der Gesamtlage (Tessitur) her meist schon zu hoch. Ein g gehört für mich noch zur Mittellage, auch ein f empfinde ich nicht als tief. Ich wiederhole hier nicht nochmal wie ich überhaupt dazu gekommen bin, Tenor zu singen. Du kennst das Forum ja so gut dass Du selbst weißt wo das nachzulesen ist.

Viele Grüße und ein gutes Neues Jahr! :n015

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BeitragVerfasst: 01.01.2019, 17:59 
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Dir und allen hier im Forum ein gutes Neues jahr 2019! :n015


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