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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 00:51 
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gioachino hat geschrieben:
Ich teile diese Ansicht des bedeutenden Pädagogen Rudolf Piernay, der zudem feststellt, dass die ablehnende Haltung mancher deutscher Pädagogen gegenüber der weiblichen Bruststimme sich auch darauf zurückführen lässt, dass das deutsche ästhetische Gesangsideal sehr viel mit dem Lied- und Oratorienrepertoire zu tun hat, das aufgrund des sprachlichen Zugangs für deutsche Sänger das nächstliegende Studienmaterial darstellt.:


Diese Ablehnung ist leider keine Sache älterer Zeiten, sondern wohl immer noch recht präsent und mir zum Teil noch recht deutlich begegnet und ich habe es weder kapiert noch akzeptiert. Ich fand es sehr unangenehm, wenn es hieß, ich solle in der Tiefe nicht so brusten. Manchmal war es sicher berechtigt, einfach mehr "Kopf" hineinzumischen, denn der Zugang zum Brustregister war halt von Anfang an der bessere. Aber ich lasse da immer noch nur sehr ungern jemanden dran.


gioachino hat geschrieben:
Wegen seiner grundlegenden Intimität will es zu der agressiveren Emotionalität des weiblichen Bruststimmklanges nicht recht passen.


Lieber gioachino, meinst du das wirklich?? Wie sollte jetzt ich z. B. denn Winterreisestücke ohne ordentliches Brustregister singen mit viel g und f dabei? Nichts für ungut, aber Uralt und ich haben damit wahrscheinlich nicht wenig Erfahrung und können wohl beide bestätigen, dass es in dieser Lage eben gerade möglich ist, entspannt und fein zu singen und gerade nicht aggressiv. Dass passiert doch eher dann, wenn man für ein Lied eine zu hohe Lage nimmt.


gioachino hat geschrieben:
Ein dem deutschen vergleichbar großes kammermusikalisches Repertoire existiert z. B. für den italienischen Sänger in seiner Muttersprache nicht..

Schade!!

gioachino hat geschrieben:
Es kann nicht bestritten werden, dass dynamische Stärkegrade über mezzopiano in der unteren Mittellage und Tiefe grundsätzlich unmöglich sind, ohne die Bruststimmfunktion mit einzubeziehen...


Das ist allerdings wirklich wahr. Für tiefen Mezzo und Alt eine Kathastrohe. Auf einem tiefen Ton verhungern ist vielleicht noch ekliger als bei der Königin das f´´´nicht kriegen.

Liebe Grüße, dola


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 01:13 
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Liebe dola,

die agressivere Emotionalität bezieht sich eben nicht auf das Kunstlied, sondern auf den Operngesang z. B. bei Verdi und auf die Komponisten des Verismo ! Das hast du missverstanden:
Die " Wasserflut " ist nicht " Stride la vampa ".

Ciao. Gioachino :d_neinnein:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 01:35 
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gioachino hat geschrieben:
Die " Wasserflut " ist nicht " Stride la vampa ".:



Lieber Gioachino,

genau darum gehts ja. Ich kenne dieses, wie hier schon angesprochen, Wegtrainieren der Bruststimme bzw. die Absicht dessen meistens eben für Lieder und Kirchenmusik, ähnlich wie den falschen Mythos, dass man Bach emotionslos singen soll. Und bei Stücken wie der Wasserflut meine ich, dass durch Zulassen des Brustregisteranteils die tiefen Töne eher verfeinert werden und ohne selbiges nur Gequetschtes und Mageres herauskäme.

Dürfte passen, oder??

LG und gute nacht, dola


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 01:51 
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@ dola und gioachino (und mezzo):

Danke, endlich mal jemand, der das einsieht :bravo:

Mir haben sie damals (zu Sopranzeiten) auch das Gegenteil weismachen wollen - an den Folgen darf ich heute noch hin und wieder knabbern (man glaubt gar nicht, wie sehr sich einmal Angelerntes ins Unterbewusstsein eingraebt ... :roll: )

Diese Panik vor dem (natuerlich dosierten!) Bruststimmeinsatz habe ich noch nie verstanden. Ich mag Emma Kirkby ja hin und wieder auch, aber sinnlich finde ich das nicht, das ist asexuell und daher fuer Kirchenmusik ja (vielleicht, vielleicht auch nicht?) auch passend. Mehr sage ich dazu jetzt lieber auch nicht ...

Und eben wie dola finde ich auch: Man sollte sich mal von diesem "Bruststimme = ordinaer" verabschieden. Natuerlich KANN man sie ordinaer einsetzen (beabsichtigt und natuerlich auch unbeabsichtigt), aber der gekonnte Einsatz ist m.E. alles andere als ordinaer, sondern sehr bereichernd.

Es kann allerdings sein, dass man sie, so denn "verschuett gegangen", erstmal wieder mit ordinaerem Bellen oder sonstigen haarstraeubenden Geraeuschen wecken muss :lol: :lol: :lol:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 09:18 
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Wie sollte denn die Wasserflut bei den Männers gesungen werden?
Also ich schmeiss nu mal bestimmt nicht mit fachlichen Begriffen um mich, das geht sicher in die Hose, aber bei den Männers ist das was ihr da schildert doch bestimmt dann vom Gegenteil behaftet?

Also wenn wir in den Tiefen síngen und dann in die Höhen gehen, aufzupassen ( von Lage des Liedes abhängig ) nicht ins falsett zu geraten?
Ich frage deswegen, weil ich wohl eben gestern bei "Nessun Dorma" an den Höchsten Stellen falsett beigemischt habe. Gut ich hab das nicht bemerkt, aber meine Gl meinte, dass ich, nachdem ich das einmal verpatzt hatte,
" NE, bleib so, misch wieder ein wenig Falsett mit ein, wie eben! Was war das eben, was hast da gemacht? etcetc...Ja genau so, bleib so, Mach es!!
Sollte dann nicht, gehen wir mal davon aus, dass ich hier keinen Blödsinn von mir gebe, wenn Männer bei den dramatischen Opernarien das Falsett mit einmischen, den Frauen erlaubt sein, ihre Bruststimme mit einzubeziehen, was die Tiefe angeht? Gut das eine ist Oper, das andere Lied, aber ich hab ja auch die " Wasserflut " in sehr tief gesungen, da frage ich mich dann wie es den Frauen gelingen sollte, wenn sie nicht mit Brust singen. :schlaumeier: :lol:

Hhmm, SO, jetzt hab ich mal versucht, aber :" Zreisst mi bloß net deswege!!!. :n2: :n8: :sauf:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 09:25 
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Liebe dola,

wie du meinen bisherigen Einlassungen entnehmen kannst, rennst du, was den kontrollierten Einsatz der Bruststimme bei Sängerinnen betrifft, bei mir offene Türen ein.
Ich meine jedoch, dass Schubert und Verdi unterschiedliche Herangehensweisen benötigen. Eine Winterreise im Stil einer Azucena würde dem Zyklus bestimmt nicht gerecht, zumal es sich hier um eine Klavier - und keine Orchesterbegleitung handelt.
Bei einer Eboli oder Santuzza ist m. E. sogar der isolierte Einsatz des Brustregisters als Ausdruck einer gesteigerten Emotionalität vertretbar, bei Schubert hingegen nicht, oder ?
Bei Bach bin ich sowieso deiner / Eurer Meinung. Die frühen Leonhard / Harnoncourt - Einspielungen der Kantaten mit Knabensopran und - alt sind mir, ob ihrer Blutleere, ein Gräuel. Als müsse bei geistlicher Musik die Sinnlichkeit außen vor bleiben......

Ciao. Gioachino


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 09:38 
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Tja, lieber Mutzel,

unsere Stimmen sind grundsätzlich bruststimmlastig, das heißt, wir müssen darauf achten, dass der Kopfstimmanteil über die gesamte Skala optimal verteilt wird, auch und besonders in der Tiefe und in der Mittellage, sonst bleibt uns die Höhe verschlossen.
Aber auch hier gilt das eben von mir Gesagte :
Die Winterreise darf nicht mit der agressiven Emotionalität eines Holländers, Scarpias oder Wotans gesungen werden.Das würde den intimen Charakter des Kunstlieds zerstören, was jedoch nicht heißt, dass es keine emotionalen Ausbrüche gäbe, die allerdings in den Kontext des Liedes gehören, das ja der eher dezenten Begleitung durch das Klavier bedarf.

Ciao. Gioachino :dafür:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 10:47 
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Eponine hat geschrieben:

Und eben wie dola finde ich auch: Man sollte sich mal von diesem "Bruststimme = ordinaer" verabschieden. Natuerlich KANN man sie ordinaer einsetzen (beabsichtigt und natuerlich auch unbeabsichtigt), aber der gekonnte Einsatz ist m.E. alles andere als ordinaer, sondern sehr bereichernd.
Es kann allerdings sein, dass man sie, so denn "verschuett gegangen", erstmal wieder mit ordinaerem Bellen oder sonstigen haarstraeubenden Geraeuschen wecken muss :lol: :lol: :lol:


Ich "durfte" früher das Brustregister nicht einsetzen und bin froh, dass ich jetzt Hilfe habe, das vorhandene in der Tiefe zu kultivieren und in der Mittellage bei bestimmter Literatur einzusetzen. Das hat mir wieder Passagio-Probleme eingebracht und ich muß auch noch das "Gerumpel" glätten, aber dafür klingen viele Passagen in der Mittelstimme nicht mehr so metallisch. Gerade im Lied-Bereich finde ich es - wie soll ich sagen - richtig erholsam. Da ist z.B. der zweite Teil von "Der Tod und das Mädchen" eine gute Übung.

Mein nächstes größeres Projekt wird "Ode on the death of Mr Henry Purcell" von John Blow sein ( für 2 Altistinnen, 2 Alt-Blockflöten und BC)
und sollte mir die 2. Stimme zudacht werden, komme ich ohne das Brustregister nicht aus. Koloraturen unterhalb des Notensystems sollen ja schließlich auch fein klingen und nicht wie ein Mofa. :oops:

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 10:50 
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Barockmusik, insbesondere Bach, ihrer Sinnlichkeit zu entleeren, spricht nicht nur der Epoche Hohn sondern vor allem auch den Texten.
Wer die Texte, die Bach in seinen Oratorien und Kantaten einsetzte, richtig liest und versteht, kommt aus dem Stauenen nicht mehr raus.
da ist sogar die Beziehung zu Gott, und die zwischen Jesus und der Seele des Menschen eine ganz und gar sinnliche Beziehung, greifbar und keineswegs körperlos.
Barockgemälde, Gedichte und Bauwerke sprudeln geradezu über vor Sinnlichkeit, warum soll da der Gesang aussen vor bleiben??????
Aber nicht nur Bruststimmeneinsatz kann das ausdrücken!
Ich finde Stimmen àla Kirkby auf iene ganz andere Weise berührend und richtig in diesem Repertoire. :d_neinnein:
Als leichte Sopranstimme hat man einfach einen ganz anderen Zugang zum Brustregister und muss es in ganz anderer Weise in die Stimme integrieren lernen als ein Mezzo, Alt oder Bariton. Das was bei euch organisch klingt, weil es automatisch in der Mischung schon ein Stück angelegt ist, ist bei mir das unterste Ende der Fahnenstange und kann überhaupt nur in ienem Bruchteil der Literatur zum Einsatz kommen. Das ist so wie das Pfeiregister bei Dola...... :pfeif:
Dass die Mittellage von der Tiefe profitiert, ist ganz klar, aber ich kann da nur sehr langsam und mit Vorsicht ans echte Brustregister ran, denn sonst gibt es Registerbruch und das ist für mich in meinem Fach ein Graus.
In diesem Prozess stecke ich noch voll drin und Liedgesang ist da sehr hilfreich, da überwiegend in der Mittelllage.

Was Lied und Oper angeht, kann ich Gioachino nur beipflichten. Das Lied verliert leicht seinen intimen Kammer-Musik-Charakter, wenn es mit vollem Opernstimm-Einsatz präsentiert wird.
Es gibt nicht sehr viele richtig dramatische Opern-Sänger, die Beides authentisch können.
Wir hatten gerade bei gesang.de Gwyneth Jones, eine Hochdramatische, die mit Liedern wohl ganz schrecklcih gewesen sein muss, weil sie offenbar keinen Gang zurückschalten konnte.
Bei Bryn Terfel Z.B. finde ich, dass es ihm trotz sehr grosser Stimme gut gelingt. Es klingt natürlich anders als bei FI-DI aber auf seine Weise dennoch überzeugend.
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 12:32 
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cantilene hat geschrieben:
Aber nicht nur Bruststimmeneinsatz kann das ausdrücken!


Natuerlich nicht, zumal wir, gerade in der Kirchenmusik, ja nicht von rohem Bruststimmeinsatz reden, das ist auch wieder missverstaendlich.

Es geht ja um die Einmischung selbiger, und das klingt, richtig gemacht, ueberhaupt nicht roh, sondern gibt der Stimme mehr Farbe. Und da kann m.E. JEDE Stimme was von gebrauchen.

Ich finde Emma Kirkby auch anruehrend, aber nicht sinnlich, sondern aetherisch. Die ist fuer mich koerperlos, was manchmal ja durchaus passend ist.
Es macht mir dann aber schon Probleme, wenn ich eine doch mittlerweile Dame fortgeschritteneren Alters SEHE und eine Maedchenstimme HOERE. Fuer mich passt da was nicht zusammen, und ausser in Kirchenmusik (und da auch nicht in jeder) haette ich mit der Frau auch echte Probleme. Gsd kennt sie ja ihre Grenzen und hat sich eigentlich auch meist dran gehalten :n3:


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 20:37 
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@uralt:
könnt mich kaputtlachen über das "Gerumpel" und die Mofa -Auspuff - sprötzenden Kolloraturen :lach :totlach (stellt euch wirklich vor, wie das tut, zum Schreien!!!), aber so läuft das dann, wie du es geschildert hast. Vor allem die neuen Passagio - Probleme dürften was tendeziell Belastendes haben, aber es erscheint mir logisch, dass diese "Rück - Korrektur" solche probleme zunächst aufwirft.

@canti: Was weißt du denn über mein Pfeifregister?? Das wird sicher und zum Besten aller lieber mein Geheimnis bleiben. Es kommt allerdings durchaus vor, dass ich mal aus dem letzten Loch pfeife :pfeif: :pfeif: :lol: :totlach

Aber, wie schon mal erwähnt, Soprane würde ich auf jeden Fall zunächst mit Lust und missionarischem Eifer mit dem Brustregister quälen :n55:

Grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 21:13 
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Eponine hat geschrieben:
Wenn ich mich als Sopran entscheiden muesste zwischen einer sicheren Hoehe und einer sicheren Tiefe, wuerde ich auch ZUERST die Hoehe angehen.




also mein GL meint, dass die höhe quasi in der tiefe liegt, also das die kraft, die man braucht, egal wo, in der tiefe liegt, und dass man nur dann wirklich mit dem ganzen körper singt und nicht säuselt, weil man sich damit auch was kaputt machen kann...
dich verstehe ich jetzt so, dass man als sorpran ruhig auf die tiefe verzichten könnte, so nach dem motto " die werden für die höhe bezahlt, nicht für die tiefe" aber was, wenn man das funderment, das ja wohl jede stimme braucht, nämlich die tiefe, ganz vernachlässigt, dann müsste dass doch für eine schlechte grundvorraussetzung sprechen, oder?
also ich merk bei mir, dass ich immer leichter und entspannter in die höhe komme, wenn ich mich auch etwas in die tiefe eingesungen habe! ich kann nicht mich nur hoch einsingen, ohne zu verkrampfen mit der zeit!

vllt bin ich ja etwas komisch... aber ich glaub ich bin da nicht die einzige, und mir haben schon viele GL s und profs gesagt, dass es schlecht ist, nur an die höhe zu denken als sopran, und dass die quasi von selbst kommt, wenn man die tiefe erarbeitet hat!

lg, califonia


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BeitragVerfasst: 16.01.2007, 21:29 
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Liebe califonia, dass gerade ich eben NICHT zu den Vertretern der vernachlaessigten Tiefe gehoere, duerfte ja eigentlich klar geworden sein.

Wohl aber ist es so, dass ein Sopran es sich natuerlich eher leisten kann, in der absoluten Tiefe Defizite zu haben denn in der Hoehe, denn, da hast Du Recht: "Deshalb ist es ein Sopran und kein Alt." :lol:
Wenn man Schwaechen in Bereichen hat, in denen man 99 Prozent der Faelle nicht singt, macht das ja erstmal nichts (koennte aber natuerlich sein, dass die an sich schon gute Hoehe NOCH besser wird, wenn das gesame Instrument aufgeschlossen ist, dass weiss man erst hinterher).

Die Optimalloesung ist immer ein in allen Lagen ausgeglichenes Instrument - nur findet man das leider selten. Entweder, es scheppert in der Hoehe oder in der Tiefe (bei mir ist es halt eher ersteres, bei anderen letzteres).

Ich wollte aber keinesfalls gesagt haben, dass man die Hoehe vernachlaessigen soll, ich sprach lediglich von Prioritaeten. Wie man die erarbeitet, ist individuell sehr verschieden, das kann man nicht verallgemeinern.
Cantilene z.B. fuehlt sich bei der Arbeit in der Tiefe noch nicht sicher und geht da noch sehr vorsichtig ran, und im Vertrauen auf die Faehigkeiten ihrer Gesangslehrerin und auch ihrer Selbsteinschaetzung glaube und hoffe ich dann auch, dass das momentan das Richtige sein wird.

Andere Stimmen sind anders gebaut - wenn ich z.B. vornehmlich an Hoehe (und v.a.) Mittellage arbeite und die Tiefe vernachlaessige, geht bei mir ganz schnell gar nichts mehr. Bei mir ist die tiefe Lage tatsaechlich das Fundament fuer alles andere.

Vor der pauschalen Aussage: "Die Hoehe kommt schon von selbst, wenn man an der Tiefe arbeitet", kann ich allerdings auch nur warnen, denn gerade die abolute Hoehe braucht schon auch Training - von nix kommt nix :n2:


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 12:56 
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So, nun noch ein Selbsterfahrungsbericht...

es ist wohl immer wichtig, dass man beide Anteile (also kopfig und brustig) in die verschiedenen Register mischt)

Sowohl "Non piu di fiori" oder "Come Scoglio" als auch bei "Bring on the men" (Ja, ich weiß, dass man die nicht sooo gut vergleichen kann, da völlig verschiedene Genres) habe ich bei den extrem tiefen Tönen nicht so große Probleme, da die Arien/ der Song ja auch häufiger mal in der Mittellage oder (im Falle Mozarts) der Höhe rumturnen....

Gestern habe ich dann aber versucht, "Fever" zu singen, dass irgendwie ständig in der Tiefe rumeiert (und auch in meiner unteren Passaggio-Lage, was ich ja ganz gruselig finde) und au weiah .... da hatte ich ja meine liebe Not und ich fand nicht, dass das gut klang ... vielleicht weil ich da mit isolierter Brustsimme gesungen habe? :n32: :oops:

Oder es ist mir einfach zu tief *g*

LG

Octaviane


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 13:28 
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Ich wüsste mal zu gerne, ob die tiefen Stimmen(Mezzo oder Alt) genauso fleissig am Flötenregister arbeiten, dass sie ja so gut wie nie brauchen, wie es von uns hohen Sopran im Brustregister erwartet wird??????
Gioachino und Richard Miller fordern DAS nämlich genauso...... :kaffee

Liebe Epo, Danke, da fühle ich mich doch gleich verstanden :hearts:
Bei mir baut sich die Stime wirklich von oben nach unten auf. Die Höhe war schon ohne jeden Untericht da und seit ich ordentlichen Untericht habe, kommt Mittellage und hoffentlich auch Tiefe mehr und mehr dazu.
Solche wie mich gibt es eben auch, und immerhin kann ich damit doch bereits jetzt schon Einiges an Literatur singen, die im Sopranfach gebraucht wird und die auch nciht Jeder mal so eben aus dem Ärmel schûttelt.
Dass das nciht die optimale Lösung ist, weiss ich selbst, aber als Lernender hat man die eben noch nciht und arbeitet dran :schlaumeier:
Besser man kann überhaupt schon halbwegs ansprechend etwas auf die Bretter bringen, als sich mit "unheilbaren" Stimm-Brüchen jahrelang rumschlagen, weil man nach irgendwelchen funktionalen Methoden als leichter Sopran Bruststimmtraining bis zum Abwinken machen musste.
Solche Opfer gab es schon öfter in gesang.de.........
Und wer die dreigestrichene Oktave nciht regelmässig trainiert, dem rostet sie ein: das sagen sogar sehr erfahrene Koloratur-Opernsängerinnen.
Man muss eben auch Prioritäten setzen, da kann ich Epo nur beipflichten. :schlaumeier:
Canti ,mit wenig Brust und auf der Suche nach passendem (Stimm-)Silkon...... :pfeif:


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 13:29 
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Schon wieder gedoppelt :oops:


Zuletzt geändert von cantilene am 17.01.2007, 16:04, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 14:06 
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Ich übe nie das Pfeifregister (falls das dasselbe wie das Flötenregister ist), weil ich noch nicht rausgekriegt habe, wie das funktioniert :mrgreen
Nein, im Ernst, ich singe schändlicherweise fast nur in dem Bereich, den ich für unser Ensemblerepertoire brauche, und das geht nur selten über g2.
Wenn ich dann ENDLICH GU nehme (hierher, liebe Sponsoren :mrgreen ), wird sich das hoffentlich ändern :roll:


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BeitragVerfasst: 17.01.2007, 14:28 
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Liebe cantilene, liebe Epo,

es ist sehr interessant zu lesen, wo die individuellen Probleme einer Stimme liegen und ein guter Gesangslehrer sollte den Unterricht ja genau daurauf abstimmen können.

Bei mir war nun die Mittellage das geringste Problem und von da aus musste ich die Höhe und die Tiefe entwickeln. Was beides nicht immer einfach war und ist :pfeif:

Zum Pfeifregister: Bis vor ca. vier Monaten habe ich das auch kaum eingesetzt - tat bei der Literatur, die ich sang, ja auch nicht Not. Schließe ich von mir auf andere, dann wird es von vielen Mezzi / Altistinnen wohl in der Tat vernachlässigt.


Dann aber hat mein neuer GL angefangen, es mit mir ganz systematisch auszubauen und zu trainieren. Zu Anfang war das zwar noch anstrengend, aber ich stelle durchaus Fortschritte fest. Aber ich muss es definitiv üben, sonst rostet es wieder ein...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.01.2007, 15:24 
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ich hab's ja nicht so mit den Fachbegriffen....deswegen kann ich auch nicht genau sagen, ob ich Pfeifregister übe :oops:

Nach oben geht mein GL mit mir allerhöchstens bis dis''' - und das auch nur in Übungen. c''' ist immer drin. Keine Ahnung, ob ich dann schon "pfeife" :pfeif:.....

Ist vielleicht gar nicht verkehrt, sich nicht von Fachausdrücken verwirren zu lassen....

LG
mezzo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.01.2007, 15:39 
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Fachausdruecke hin oder her, ist wirlich wurscht, aber den Unterschied muesstest Du merken, liebe mezzo.

Wenn Du das c3 oder dis3 noch mit richtiger Schwinung hinkriegst, den Ton auch an- und abschwellen kannst, ist es in aller Regel noch Kopfstimme. Ein tendenziell eher flacherer, vibratoloser und nicht mehr grosser Dynamik zugaenglicher Ton ist eher Pfeifregister.

Ich fuer meinen Teil kann nur sagen: Ja, ich trainiere das schon, brauchen tu ich's aber eigentlich wirklich nicht. Es gibt mir nur mehr Sicherheit fuer die Hoehe (So nach dem Motto: "Und wenn alle Stricke reissen - kommen tut der schon irgendwie, und wenn's gepfiffen ist!") Ich weiss, das tut man nicht, aber wann singt ein Mezzo auch schon ein d3 oder e3? Da waeren bei mir schon gar nicht die Spitzentoene, sondern das, was dem vorangeht, das Problem (fuer solche Arien muss man naemlich auch sonst in einer fuer mich sehr unbequemen Lage rumeeiern, da geb' ich schon vorher auf :lol: )

Meine Kopfstimme geht bis h2, an "Ausnahmetagen" auch mal bis c3 - muesste ich allerdings Prozente angeben, wuerde ich sagen, dass ich das c3 in 80 Prozent der Faelle schon pfeife. Es kommt aber noch ziemlich sicher.

Anders mit den Toenen drueber, die kommen zwar in Vokalisen und wenn ich eben pfeifen uebe (alles oberhalb c3 ist bei mir aber wirklich und definitiv gepfiffen) - in Literatur ist das aber schon eher heikel, da halte ich mich lieber fern davon :pfeif:
Auf Vokalise kann ich bis e3 pfeifen, drueber ist bei mir aber definitiv Schicht im Schacht - egal, ob gepfiffen, gebeltet, geschrien oder schoen gesungen :lol: :lol: :lol:


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