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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 27.01.2017, 18:40 
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Dola hat geschrieben:
"Schwache" Altistinnen bringen gar nix im tenor, weil man sie dann erst recht nicht hört.

Nicht tiefe Töne sind für Frauenstimmen das Problem, sondern einerseits der völlig unterschiedliche Stimmklang der Alt- und Tenorstimmen und andererseits, dass die Sätze der 3. Stimme im gemischten Chor nicht allzu "geführig" für Frauenstimmen geschrieben sind.

Wilde Sprünge in die bruststimmenbetonte Lage und wieder raus fühlen sich nicht so toll an. Der 2. Alt im Frauenchor ist bei etwa gleicher Lage in der Regel "melodiöser" geschrieben, es wird eher der Fundamentklang des Bass angestrebt, der den tiefen Frauenstimmen natürlich ist. Die Männertenöre klingen hell. Das ist ein ganz anderes Spektrum. Die Männerstimmen haben meist einen metallischen Einschlag und sind da sehr stark und übertönen den weichen "bassigen" Klang der Frauen, denn man singt ja auf der gleichen Lage.

Als bewusste Anwenderin gesangstechnischer Gegebenheiten kann ich mich der Klangfarbe partiell annähern, aber auf Dauer ist das doch recht anstrengend, nicht als Stimmführung, sondern wegen der Konzentration darauf. Im Männerchor als 1. Tenöse funktioniert das ganz gut, zumal ja auch die Melodie gesungen wird. Allerdings mache ich es halt nur 1 Mal pro Monat, während ich viel häufiger mit Sologesang beschäftigt bin.

Was mir allerdings immer wieder passiert, ist, dass ich bei der Gottesdienstgestaltung alleine dastehe oder die stärkste Stimme bin. Beim letzten Mal war ich allein. Das suche ich mir wahrlich nicht aus und der Dirigent muss dann damit leben, dass es ein sehr tiefes Altsolo mit Männerchor wird, weil ich mich einfach durchsetzen muss. Es fehlt dabei aber doch was. Dass er trotz dieser Situation (die kam ein paar Tage vorher mit Ansage) singen lässt, zeigt, dass er mir zutraut, das zu bewältigen, aber, es fühlt sich seltsam an.

Dass sich Altistinnen (in mehr als marginaler Anzahl?) aus Emanzipationsgründen um den Tenor reißen, kann ich mir echt kaum vorstellen. Wie schräg ist das denn?:-) Ich kenne eher die geordnete "Rückflucht", weil es meist Zwangsverdonnerte sind und es den meisten auf die Stimme geht. Der Effekt, von den Männern doch übertönt zu werden, begegnen sie dann mit Druck auf der Stimme und merken bald, dass dies schädlich ist.

Fluchtgedanken ambitionierter Sängerinnen vor der Masse gibt es sicher, aber die gehen meiner Erfahrung nach eher in Richtung Sopran Der Choralt ist oft recht undankbar ist. Manchmal musikalisch verdreht und stimmlich stinklangweilig. Das nervt auch auf Dauer. Und auch die Tendenz, zu "kurz (gewordene") Sopraneausgelagert zu bekommen.

LG
Dola



Es mag Altstimmen geben, die sich um das Singen im Tenor reißen, um dem Alt zu eintfleiehn, aber es gibt auch solche, die sich in der Höhe des Alt nicht wohlfühlen, also Kontraalte, die dann besser im tenor oder Baß aufgehoben sind.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 27.01.2017, 18:47 
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Wie bereits gesagt zum Thema "schwache Altstimmen" als "Tenösen":

Als Kontraalt, der ab G in der großen Oktav singt, kenne ich das Tenor-Dasein gut. Leider liegen meine Register alle tiefer als im normalen Alt und ich könnte in g in der kleinen Oktav (tiefster Ton im Alt) keine Bruststimme singen, da das tiefe Altregister nicht ausreichend tief ist.
So viel zu Kontraalt/Tenorinnen und "schwachen Altstimmen". Aus diesem Grunde bevorzuge ich ja auch den hohen Baß, da dann die Register besser liegen.

Wenn man sich, da man Kontraalt ist, in der Höhe des Alt nicht wohlfühlt, wäre man besser im Tenor oder Baß aufgehoben.

Für mich als Kontraalt ist normale Tiefe im Alt zu hoch. da bekomme ich kaum Bruststimme hinein. daher würde normaler Alt bei mir auch mager klingen, da er nicht tief genug ist.
Dann heißt es immer, es gäbe keine normalen Altstimmen. Aber, wenn man nicht Bruststimme singen darf, wie kommt denn Klang in die Tiefe des (normalen) Alt?
Keine Bruststimme, aber hörbar soll es shcon noch bleiben.
Also gut, reine Bruststimme ist ja so eine Sache, aber gemischte mit etwas Randschwingung drin klingt edler.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 30.01.2017, 18:34 
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Kürzlich besuchte ich eine Aufführung eines großen, langen Werkes mit Orchester, Solisten und mit einem kurzen Chorteil am Schluß. Es waren geschätzt 150 Sänger/innen, darunter auch- sichtbar- EINE Tenorin. Ich denke nicht, daß man das hörte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 12.02.2017, 16:03 
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Frauen können auch im Baßbereich singen. Ich erarbeite gerade Baßliteratur, da ich maximal bei E (große Oktav) bis f´´ angekommen bin. Vielleicht sollte man eine Bassösen-Rubrik "Frauen im Baß" erstellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 16.02.2017, 16:04 
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Dann wirst Du, liebe Contraalta, aber so ziemlich die einzige sein die dazu überhaupt etwas schreiben kann. :lach062

LG AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 26.02.2017, 21:29 
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Könnte man bei offiziellen Prüfungen der Musikhochschule eigentlich als Kontraaltistin Tenor oder Bariton singen oder muß man Alt singen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 04.01.2018, 02:35 
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Diese Frage hattest Du, liebe Contraalta, auch an anderer Stelle schon gestellt, dort hatte ich auch eine Antwort dazu geschrieben.

-----

Aktuell: In der Adventszeit fand, wie jedes Jahr hier üblich, ein Singalong mit Bachs Weihnachtsoratorium statt. Da haben im Tenor außer mir selbst noch zwei weitere Frauen im Tenor mitgesungen. Die beiden singen laut ihrer eigenen Aussage normalerweise Alt, aber bei Bach müssen sie Tenor singen, da ist ihnen der Alt zu hoch. Meines Wissens hat Johann Sebastian Bach ohnehin nur für Knaben- und (junge) Männerstimmen, aber nicht für Frauenstimmen komponiert. Jedenfalls waren in diesem Singalong-Chor über 30 Tenor singende Personen anwesend, da sind wir 3 Damen mit unserem rechnerischen Anteil von nicht einmal 10 % ganz gewiss nicht aufgefallen. :n30:

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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 13.03.2019, 16:55 
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Ich fand gerade diesen interessaanten Artikel, in desssen viertem Absatz (= zweiter Absatz unter der Infobox) es um Tenösen geht:

https://rp-online.de/kultur/musik/bald- ... d-35531081


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 13.03.2019, 17:08 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Diese Frage hattest Du, liebe Contraalta, auch an anderer Stelle schon gestellt, dort hatte ich auch eine Antwort dazu geschrieben.

-----

Aktuell: In der Adventszeit fand, wie jedes Jahr hier üblich, ein Singalong mit Bachs Weihnachtsoratorium statt. Da haben im Tenor außer mir selbst noch zwei weitere Frauen im Tenor mitgesungen. Die beiden singen laut ihrer eigenen Aussage normalerweise Alt, aber bei Bach müssen sie Tenor singen, da ist ihnen der Alt zu hoch. Meines Wissens hat Johann Sebastian Bach ohnehin nur für Knaben- und (junge) Männerstimmen, aber nicht für Frauenstimmen komponiert. Jedenfalls waren in diesem Singalong-Chor über 30 Tenor singende Personen anwesend, da sind wir 3 Damen mit unserem rechnerischen Anteil von nicht einmal 10 % ganz gewiss nicht aufgefallen. :n30:



Wahnsinn! Mehr als 30 Tenorsingende, davon 3 Frauen: Das fällt nicht auf, ist ja unter zehn Prozent. Wie groß war der Chor denn insgesamt, wenn er 30 Singende im Tenor hat?


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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 14.03.2019, 23:14 
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Das konnte ich nicht zählen. Das Ganze fand in einer Kirche statt, und die war rappelvoll. Angesichts dieser Zahl irgendwo im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich sind 30 Tenorsänger kein Wahnsinn sondern sehr, sehr wenig - ebenfalls unter 10 Prozent...

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 Betreff des Beitrags: Re: Frauenstimmen im Tenor
BeitragVerfasst: 15.03.2019, 20:59 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Das konnte ich nicht zählen. Das Ganze fand in einer Kirche statt, und die war rappelvoll. Angesichts dieser Zahl irgendwo im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich sind 30 Tenorsänger kein Wahnsinn sondern sehr, sehr wenig - ebenfalls unter 10 Prozent...


Es kommt darauf an, was Du als Wahnsinn definierst! Ich wollte mit diesem vieldeutigen Wort sagen "Uiuiui!"; was Du Dir darunter nun schon wieder vorstellen magst :-)


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