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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 16:42 
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Oberratgeber
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Registriert: 17.10.2008, 16:24
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Hallo zusammen!

Es gibt ja – wie jeder weiß (oder zumindest zu wissen glaubt) – ein paar Nahrungsmitel, auf die man vor dem Singen verzichten sollte. Für den kommenden Heiligen Abend und dem Auftritt in der Christmette bedeutet das: kein Punsch oder Glühwein, keine Nüsse, noch nicht einmal Lebkuchen oder Mandelstollen oder gar Orangen und noch ein paar andere herbe Einschränkungen, bis man sich dann irgendwann nach Mitternacht entspannen kann.

Die Liste der zu vermeidenden Dinge ist ralativ lang: kein Alkohol, keine Nüsse oder Dinge, die Nüsse enthalten, keine Milch oder Milchprodukte, keine schweren Speisen; sogar Kaffee, Schwarz- oder Grüntee, scharf Gewürztes, Fishermen’s Friends, Schokolade, Fruchtsäfte oder CO2-haltiges Mineralwasser steht bei einigen auf dem Index.

Wie haltet Ihr das damit? Wie sind Eure Erfahrungen? Bei einigen der verpönten Speisen und Getränke ist deren negative Wirkung ja durchaus offenkundig, wenn z.B. jemand auf kohlensäurehaltige Getränke zum Rülpsen neigt, oder wenn Nussbrösel, die sich in den Zahnzwischenräumen festgesetzt haben, sich beim tiefen Einatmen lösen und Hustenanfälle verursachen. Auch reichhaltiges und schweres Essen ist erkennbar kontraindiziert, wegen Druck auf das Zwerchfell, und die Verdauung benötigt doch relativ viel Energie, die man woanders nötiger hätte.

Aber wie ist es mit dem Rest? Was ist da dran, jenseits subjektiver Befindlichkeit und der ständigen Wiederholung, daß das „eben so ist“? Ist das irgendwann mal systematisch untersucht worden?


Viele Grüße
TM Pestoso

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 18:43 
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nicht mehr zu rettender
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Spannende Frage....

Ich sag mal so ganz ketzerisch.... wem's hilft....
solange man damit nicht eine mangelnde oder mangelhafte Technik zu kaschieren sucht, muss halt jeder für sich rausfinden, was er verträgt und was nicht.

Aber es ist natürlich praktisch, wenn man Probleme, Schwierigkeiten etc. auf unverträgliche Lebensmittel schieben kann, das ist vielleicht eine ganz sinnvolle Lösung.

Ich hatte mal mit einer Kollegin zu tun, die konnte nur singen, wenn sie einen selbstgebrauten Zaubertrank mit frischgeriebenem Ingwer dabei hatte. Aber vielleicht dienen solche Rituale auch der Konzentration ...

Solch eine Phase hatte ich ganz zu Beginn meiner Gesangsausbildung auch mal, da musste der Pfefferminztee mit Honig dabeisein - ohne konnte ich leider nicht singen. Mit sicherer Technik liess sich diese Phase aber dann doch überwinden. Am Flughafen hab ich auch immer erst dann Durst, wenn ich an der Sicherheitskontrolle mein Fläschchen abgeben musste... bis dahin....

Allerdings - gegen Haselnüsse bin ich tatsächlich allergisch - aber ich denke, das ist was anderes... ;-)

Ich kenne Chöre, da hilft ein winziger Schluck aus dem Champagner-Glas, in Stimmung zu kommen. Allerdings ist das wahrscheinlich nur in homöopathischer Dosierung zu empfehlen.

Letztlich denke ich, die Menschen sind verschieden, ihre Vorlieben auch - und jeder muss selbst herausfinden, was ihm bekommt und was nicht. Wem es gut tut, auf manche Dinge zu verzichten, der möge das tun. Wer ebendiese Dinge geniessen möchte und sie verträgt, möge dies mit gutem Gewissen tun.

Geniessende Grüsse sendet Casta

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 18:55 
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Normalerweise verhilft ein Gläschen Rotwein der Stimme zu belcantistischem Glanz und schadet auch vor der Kirche nicht. Wer jedoch Konzentrationsschwächen befürchtet, kann sich auch mit einem Apfel behelfen.

:005


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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 19:07 
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Hallo LaCastafiore,

das mit dem Champagner ist 'ne gute Idee. Sollte man mal ausprobieren... :n110:


Zitat:
Ich sag mal so ganz ketzerisch.... wem's hilft....



Das seh' ich ähnlich. Echte Lebensmittelunverträglichkeit oder -Allergie mal ausgenommen. Ich habe nämlich den Verdacht, daß diese "Liste" tatsächlich so zustandegekommen ist, daß der/die eine oder andere irgendwann tatsächlich irgend etwas nicht vertragen hat, und das verallgemeinert wurde. Und auf diese Weise wird die Liste immer länger...


viele Grüße
TMPestoso

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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 20:44 
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Jeder Mensch reagiert ja auch anders auf Getränke, Essen und sonstiges. Ich habe am Tag eines Konzertes nie viel gegessen, dafür hinterher um so mehr. Manchmal hatte ich Tee dabei, doch sonst nichts. Äpfel essen ist gut für die Stimme, doch sie bleiben mir im Hals stecken, kann sie nicht gut essen.

Meine erste Mozartmesse die ich gesungen habe, noch unter der Obhut meiner Lehrerin die mir sagte, ich solle ein Haferschleimsüppchen an dem Konzerttag essen, damit der Magen nicht belastet wird, einmal und nie wieder, es war so ekelig.

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 21:00 
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Wie Casta schon schreibt: "Jeder hat da so seine Rituale, die ihm helfen", aber im Grunde ist das ja eher magisches Denken. Man meint, dass dieser Tee oder diese Bonbons oder das Vermeiden von Milch usw.. hilft, bzw. schadet, aber letzten Endes ist das sicherlich ungenügend wissenschaftlich belegt. Und von 100 Sängern wirds auch 2 geben, die Milch vorm Singen ganz toll finden. Ich für meinen Teil trinke Mineralwasser und lutsche irgendein Bonbon. Manchmal wäre mir nach einem Glas Bier vorm Konzert; das macht so schön "locker". :sauf: ,aber gewagt habe ich es doch noch nie...

Lg Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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www.angelikasopran.de


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BeitragVerfasst: 09.12.2008, 22:31 
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Während des Singens verspürt man oft ein trockenes Gefühl im Mund.

Ich glaube, es ist sinnvoll, auf den Tag verteilt, viel zu trinken, viel Flüssigeitszufuhr zu haben, um die Durchblutung zu stärken und einer Trockenheit vorzubeugen.

Weniger Essen vor einem Auftritt ist sicherlich auch gut nachvollziehbar.
"Ein voller Bauch studiert nicht gern."

Im übrigen glaube ich Casta's Überlegungen haben es schon sehr treffend auf den Punkt gebracht.

LG rugero


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BeitragVerfasst: 10.12.2008, 11:02 
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Ich erlaube mich das was mich zum wohlfühlen verhilft!

- aber vielleicht ist auch DAS, auf eine Art- und Weiße, ja ein Ritual..... :verdacht

:n015 g_xmas02


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BeitragVerfasst: 25.12.2008, 19:17 
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Ratgeber
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Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 593
Meine eigenen Erfahrungen bezüglich sing-hinderlicher Lebensmittel gehen dahingehend dass es nicht vom jeweiligen Lebensmittel abhängt sondern (neben dem bereits genannten Glauben an die Auswirkungen bestimmter Lebensmittel) ausschließlich von der eigenen "Bauart". Demzufolge lassen sich auch keine Untersuchungen darüber anstellen welche Lebensmittel sich objektiv nachweisbar negativ auf die sängerische Leistungsfähigkeit auswirken.

Orangen, Nüsse, Milch, Schokolade vor dem Singen? Für mich überhaupt kein Problem, ich merke absolut keinen Unterschied. Es könnte aber auch von der Qualität der Stimme selbst abhängen ob und wie sehr ihr bestimmte Lebensmittel etwas anhaben können. Denn: Wo nichts vorhanden ist was überhaupt kaputt gehen könnte, da geht eben auch nichts kaputt. Insofern sind Laien wenigstens DA einmal im Vorteil. :n110:

Wichtig auf jeden Fall: Viel trinken, und zwar zimmerwarmes Mineralwasser (mit wenig oder ohne Kohlensäure) und warmen Tee, bevorzugt Früchte- und Kräuterteemischungen. Ausreichend befeuchtete und angewärmte Schleimhäute nivellieren eventuelle Lebensmittel-Auswirkungen weitgehend (sofern es sich nicht um echte Allergien handelt).

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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