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 Betreff des Beitrags: Bruststimme geht flöten (?)
BeitragVerfasst: 19.03.2011, 21:59 
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Hallo!

Ich muss sagen, dass ich jetzt auch schon einige Zeit nicht mehr viel singe. Gesangsunterricht auch nicht gehabt. Was mich irritiert ist, dass mir nach kurzem Singen (so ein oder zwei Lieder) die Bruststimme scheinbar flöten geht und ich mich nur noch anhöre wie Andrea Jürgens (falls das jemandem was sagt). Also die Bruststimme und der absolut natürliche Klang (weiß nicht wie ich das jetzt erklären soll) geht mir dann irgendwie flöten und ich singe dann scheinbar nur noch in Kopfstimme. Das klingt mir insgesamt dann zu klassisch. Ich möchte ja grad das Natürliche irgendwie bewahren.

Eine Schlagersängerin war immer ein großes Vorbild für mich. Manchmal denke ich, es wäre vielleicht gar nicht so schlecht gewesen, sich klassich zu orientieren. Dann hätte ich zwar nichts Natürliches mehr aber ich könnte durch gute Gesangskunst punkten und müsste vielleicht auch weniger Angst davor haben, dass ich eine schlechte Technik habe bei Auftritten. Oft habe ich Probleme, weil ich zu leise bin.

Ich bin generell ziemlich hin- und hergerissen, wie ich denn überhaupt klingen möchte / sollte.

Die Bruststimme finde ich untenrum sehr erstrebenswert. Ist das reine Trainingssache? Denn nach einer kurzen Weile habe ich das Gefühl ins Klassische hineinzurutschen, weil ich eben versuche, die Mundstellung möglichst locker hinzukriegen und überhaupt. Ich schätze, dass die klassische Gesangstechnik dem irgendwie entgegensteht, was ich entwickeln möchte?

Ich hoffe, ich konnte mich irgendwie verständlich machen...

LG


Stimmchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Bruststimme geht flöten (?)
BeitragVerfasst: 20.03.2011, 09:42 
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Liebes Stimmchen,

eine klassische Grundlage schadet mE auch nicht, wenn man sich dem „Contemporary Singing“ zuwenden will. Allerdings sollte man sich dann trotzdem in kompetente Hände begeben und zu einem/r GL gehen, der/die einem den gewünschten Stil stimmschonend beibringt.

Was nun die Bruststimme angeht, kann ich nur für klassisch ausgebildete (Frauen-)Stimmen sprechen. Auch diese werden (müssen) in der Tiefe irgendwann in die Bruststimme wechseln bzw. Bruststimmenanteil hinzunehmen, da sonst die Töne zu dünn werden. Die Ausprägung des Brustregisters ist bei den einzelnen Stimmgattungen dabei unterschiedlich gewichtet,
Altistinnen haben in der Regel ein ausgeprägteres Brustregister als Soprane und innerhalb der Sopranfamilie haben dramatische Soprane ein stärkeres Brustregister als z. B. lyrische Koloratursoprane bzw. nutzen dieses stärker. (Zu jeder Regel gibt es beim Gesang allerdings auch sehr viele Ausnahmen).

Nun sagt man, dass ein (durchschnittlicher) Sopran - im klassischen Gesang – die (reine) Bruststimme nie höher als es1/e1 ziehen sollte. Wie das im Pop-/Schlagergesang aussieht, weiß ich nicht, da können andere sicher mehr zu sagen.

Ehrlich gesagt würde ich wie oben gesagt mir eine(n) gute(n) GL suchen, der/die weiß, wie man den „modernen“ Gesangsstil vermittelt und eine Stimme behutsam aufbaut. Tipps übers Internet sind immer heikel, weil wir Deine Stimme ja nicht kennen.

Im Übrigen finde ich, dass auch klassischer Gesang „natürlich“ klingen sollte, aber wahrscheinlich in einem anderen Sinne als Du es meinst.

Liebe Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Bruststimme geht flöten (?)
BeitragVerfasst: 20.03.2011, 11:17 
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Wie wahr !
Wenn Du häufiger im isolierten Brustregister singst, ohne die überlebenswichtige Beimischung des Kopfregisters, darfst Du Dich nicht wundern, Stimmchen, falls Du scheiterst ! Übrigens : Eine gut ausgebildete Stimme wird letztlich meist natürlicher klingen ( Beispiel : Fritz Wunderlich ! ) als die eines bemüht trällernden Schlagersternchens, womit du nicht gemeint sein kannst, weil ich Deine sängerischen Fähigkeiten überhaupt nicht kenne !

Ciao. Ospite


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 Betreff des Beitrags: Re: Bruststimme geht flöten (?)
BeitragVerfasst: 03.04.2011, 13:26 
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Hallo ihr Lieben!

Danke für eure Beiträge. Ich habe durch Zufall jetzt ein paar Beispiele gefunden, wo ich sagen kann...

...so möchte ich es nicht:

http://www.youtube.com/watch?v=sdNfEfh2PkE

Insbesondere bei diesem Titel kommt es ziemlich deutlich, was ich meine, finde ich:
http://www.youtube.com/watch?v=-uB3gg-J ... re=related

Und so finde ich es echt schön, so unten rum mehr, voller halt, das was ich auch will, so in der Art!!! Könnte aber noch mehr voll sein, noch mehr Brust unten rum. Auch vom Ausdruck her finde ich es viel erstrebenswerter.
http://www.youtube.com/watch?v=kLm79lOI ... re=related

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eine klassische Grundlage schadet mE auch nicht, wenn man sich dem „Contemporary Singing“ zuwenden will. Allerdings sollte man sich dann trotzdem in kompetente Hände begeben und zu einem/r GL gehen, der/die einem den gewünschten Stil stimmschonend beibringt.

Mh, naja, okay. Wie oft und wieviel übt ihr denn immer so? Solange ich ja dazu nicht wirklich in der Lage bin usw. bringt das ja nun auch nicht viel. Ist das egal, wie die Akustik im dem Raum ist, in dem ich übe? Wie lange muss ich mich einsingen, um überhaupt erstmal ans Üben zu gelangen?

Ich hatte mal ein paar Stunden GL. War eigentlich nicht sooo übel. Aber das dauert, bis ich das abtrainiert habe. Ich bin sehr verkrampft, muss lockerer werden. Mund weit auf, locker. Muss ich auch mal üben. Und die Übungen, dass ich eben das gesamte Spektrum trainieren soll. Unten, in der Mitte und obenrum. Leider schäme ich wohl ein bisschen zuviel damit. Wir haben über uns Leute wohnen :kaffee. Naja...

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Was nun die Bruststimme angeht, kann ich nur für klassisch ausgebildete (Frauen-)Stimmen sprechen. Auch diese werden (müssen) in der Tiefe irgendwann in die Bruststimme wechseln bzw. Bruststimmenanteil hinzunehmen, da sonst die Töne zu dünn werden. Die Ausprägung des Brustregisters ist bei den einzelnen Stimmgattungen dabei unterschiedlich gewichtet,
Altistinnen haben in der Regel ein ausgeprägteres Brustregister als Soprane und innerhalb der Sopranfamilie haben dramatische Soprane ein stärkeres Brustregister als z. B. lyrische Koloratursoprane bzw. nutzen dieses stärker. (Zu jeder Regel gibt es beim Gesang allerdings auch sehr viele Ausnahmen).

Verstehe. Also ich hätte es halt gerne eine schöne volle Stimme. Selber würde ich mich so im Mezzosopranbereich ansiedeln. Ich finde es halt schön, wenn beim Popgesang z. B. alles soweit normal klingt, man aber auch tief in den Keller kommt und auch das obenrum Opernhafte hinkriegt sowie in den höheren Tönen auch quasi aus dem Vollen schöpfen kann.

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Nun sagt man, dass ein (durchschnittlicher) Sopran - im klassischen Gesang – die (reine) Bruststimme nie höher als es1/e1 ziehen sollte. Wie das im Pop-/Schlagergesang aussieht, weiß ich nicht, da können andere sicher mehr zu sagen.

Ehrlich gesagt würde ich wie oben gesagt mir eine(n) gute(n) GL suchen, der/die weiß, wie man den „modernen“ Gesangsstil vermittelt und eine Stimme behutsam aufbaut. Tipps übers Internet sind immer heikel, weil wir Deine Stimme ja nicht kennen.

Nun im Grunde ist das wohl das Beste. Mich hat halt man nur interessiert wie es z. B. zu solchen Unterschieden kommt wie z. B. in den angefügten Beispielen. Die erstere Dame hat wohl im unteren Stimmbereich so gut wie gar nix aufgebaut, wenn ich das so beurteilen kann. Sonst würde es sich wohl ingesamt auch weniger "nasal" und voller anhören. Kann man das so sagen?


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Wie wahr !
Wenn Du häufiger im isolierten Brustregister singst, ohne die überlebenswichtige Beimischung des Kopfregisters, darfst Du Dich nicht wundern, Stimmchen, falls Du scheiterst ! Übrigens : Eine gut ausgebildete Stimme wird letztlich meist natürlicher klingen ( Beispiel : Fritz Wunderlich ! ) als die eines bemüht trällernden Schlagersternchens, womit du nicht gemeint sein kannst, weil ich Deine sängerischen Fähigkeiten überhaupt nicht kenne !

Wie genau stelle ich mir das nun vor? Brauche ich unten rum nun auch ein bisschen Kopfregister? Oder meinst du den Aufbau der Stimme rundum? Also könnte man das bei der ersteren Dame im Beispiel oben so sehen, dass sie das Kopfregister isoliert bedient. Daher hat sie im Brustregister kaum was zu bieten, nebenbei könnte die Kopfstimme auch besser klingen, was wiederum daran liegen könnte, dass sie das Brustregister vernachlässigt hat. Habe ich das so richtig verstanden?

LG


Stimmchen


PS: Ich bin es nicht, die da in den Beispielen singt. Ich habe mir nur zum Üben ein paar Playbacks gesucht und bin da über die beiden Beispiele gestolpert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bruststimme geht flöten (?)
BeitragVerfasst: 03.04.2011, 13:43 
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Liebes Stimmchen,

ich habe mir mal Deine youtube Beispiele angehört und bin sehr, sehr froh, dass Du nicht so wie die Dame im ersten Beispiel singen willst. Die singt nämlich komplett ohne Technik und "in die Nase rein" Sie hat einfach eine schöne Stimme und singt ein Lied, fertig.Sie mischt noch ein bisschen Vibrato dazu, weil sich es halt so schön anhört (meint sie wohl..) Zudem singt sie auch noch unsauber. Die Dame im zweiten Beispiel benutzt auch keinen Belt, singt auch teilweise unsauber und mischt auch noch viel zu viel Kopfstimme rein, was ja ok ist... ist halt Geschmackssache. Aber dadurch geht ihr die Power etwas verloren.

Am Besten ist noch das dritte Beispiel, wobei da so viel Hall dazu gemischt ist, dass man die Technik der Stimme gar nicht richtig raushören kann. Sie hört sich aber ziemlich professionell an, Stimmsitz ist gut und Mischung (Kopf/Brust..) ist gut. Man kann das, wenn man die Technik und das Belten beherrscht, auch alles noch ganz anders singen. Aber der Stil des Liedes verlangt hier m.E. nach, dass man einen "Hauch" drauflegt und Kopfstimme zum Teil mehr benutzt als notwendig wäre.

Was ich damit auch sagen will: Die Kunst ist es, die richtige Mischung von Kopf- und Bruststimme zu finden. Dafür muß man aber auch beide Register beherrschen und lernen, sie behutsam einzusetzen, bzw. zu mischen. Insofern ist es richtig, dass man auch im Brustregister Kopfstimme mit reinmischen kann/soll..wenn es das Lied, der Stil , die Interpretation verlangt. Dies gilt aber nur für "contemporary singing", also alles aus dem Pop/Rock/Musicalbereich.. In der Klassik sieht das m.E. nach entscheidend anders aus.

Lg Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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