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 Betreff des Beitrags: Artikel: Stimmforschung in Freiburg
BeitragVerfasst: 18.03.2015, 17:44 
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Mir ist ein Link über die Stimmforschung mit Bezug auf die Singstimme ins Haus geflattert: http://www.nzz.ch/wissenschaft/medizin/ ... 1.18449716 . Hochinteressanter Artikel, finde ich.

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Gruß, Astrid

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BeitragVerfasst: 18.03.2015, 19:22 
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BeitragVerfasst: 18.03.2015, 19:45 
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BeitragVerfasst: 19.03.2015, 13:36 
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Lesenswert?
Weiß nicht. Wenn's um den Unterhaltungsfaktor geht: ja. Aber Informationsgehalt? Seid's mir nicht böse, das ich sehe ich da eher anders. Das ist doch ein Erlebnisaufsatz. Klein Helgas Ausflug in das Forscherlabor:

«Pa-ah – pi-ih – pä-äh – pu-uh», singt Behle und lässt den Ton jeweils in das fistelige Kopfregister wegbrechen.
«Wunderbar, ganz wunderbar», ruft Echternach ins Mikrofon, «wie haben Sie das eben gemacht?»
Frau Behle schnieft ein bisschen und reibt sich die Nasenflügel.


Ok, zugegeben: die Sätze sind neu zusammengestellt, aber verwertbare Information ist trotzdem homöopatisch dünn. "Making of", aber keine Inhalte. Ja, die tollen Forscher, was die doch alles machen und können. Eine Million Bilder pro Sekunde - toll! Beeindruckend!

Und erst die großen Magnete und die engen Röhren! Da bleibt Helga einfach vor Staunen der Mund offen. Der Professor setzt sich an das große Kontrollpult und tippt ein paar Befehle in die Tastatur. Ein paar Lämpchen leuchten auf und in den großen Magneten fängt es an zu rappeln und zu rumpeln. Frau Behle bekommt ein bisschen Angst. Aber nur ein ganz klein wenig. Schließlich will sie sich ja vor Helga nicht blamieren.

Und was sind nun die Erkenntnisse daraus? Ah, so, das braucht noch ein paar Monate.

Vielleicht meint der Professor aber auch, daß Helga das alles noch nicht versteht. Aber eines weiß Helga jetzt schon: Wenn sie mal groß ist, will sie auch Forscher werden. So wie Herr Echternach. Oder vielleicht auch eine berühmte Opernsängerin wie Frau Behle.

Sorry für die Galle. Man sollte Journalisten nach Relevanz der Meldung bezahlen und nicht nach Zeilen. Und Helga Rietz könnte das besser. Sie ist schließlich promovierte Physikerin. Es liegt also nicht daran, daß sie es nicht verstünde. Also ist es wohl Absicht und Rietz will ihren Lesern gar nicht mehr zumuten? Infotainment? Immerhin ist es ja unterhaltsam geschrieben, das muß man unumwunden zugeben.

Wenn ihr wirklich wissen wollt, was bei dieser Forschung rauskommt:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed?term=(Echternach%20M%5BAuthor%5D)%20OR%20Echternach%2C%20Matthias%5BAuthor%5D

Einige Artikel sind frei zugänglich, mindestens aber der Abstract. Es ist wirklich interessant. Aber nicht das, was die NZZ daraus gemacht hat.

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BeitragVerfasst: 19.03.2015, 13:57 
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Die tatsächlichen Ergebnisse sind wirklich interessant, aber: Nicht jeder ist in der Lage, einen englischen wissenschaftlichen Text mal eben so zu lesen. Damit habe sogar ich als studierte Anglistin teilweise meine Probleme, wenn es in die (in diesem Fall medizinischen) Fachbegriffe geht. Außerdem bin ich der Meinung, daß man durchaus auch einen solchen Artikel schreiben darf und kann, denn so kann man auch Menschen ohne großen wissenschaftlichen und sängerischen Hintergrund zumindest an die Thematik heranführen. Und daß die Autorin bewußt diesen Ansatz gewählt hat, wird wohl an der Leserschaft dieser Zeitung liegen. Im Übrigen spricht das in meinen Augen eher für die Autorin, wenn sie als Physikerin nicht so abgehoben schreibt, daß ihr keiner mehr folgen kann (und vielleicht auch mag).

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BeitragVerfasst: 19.03.2015, 18:18 
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Im Prinzip gebe ich Dir da durchaus recht, nur: wo führt dieser (zugegeben gut lesbare ) Artikel an die (welche?) Problematik heran? Das sind ein paar isolierte Infohäppchen - und Forschung findet immer dort statt wo die Phänomene "noch nicht ganz verstanden" sind. Vergleichsweise ist der Artikel so abgefasst, als ob jemand beschreibt, wie Gallilei Kugeln über schiefe Ebeben rollen läßt (Toll, damit wird das Phänomen des Falls langsamer, quasi mit Zeitlupe betrachtbar, das hatten wir so noch nicht). Das führt aber in dieser Form nicht an das Phänomen "Gravitation" heran ("Die Auswertung wird noch Wochen und Monate dauern"). Impressionen aus dem Labor, nichts weiter und als solche durchaus unterhaltsam.

Die Autorin kann das tatsächlich besser: verständlich aufbereitete Sachinformation liefern. Nur um die geht's hier anscheinend gar nicht, sondern wie gesagt offensichtlich nur um Impressionen aus der Forschung, garniert mit irgendwelchen Dingen, die der Lebenswelt der meisten Leser fremd sind. Ist jedenfalls mein Eindruck.

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BeitragVerfasst: 19.03.2015, 18:44 
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Nun, dann lese ich wohl anders als Du. Denn mir erschließen sich durchaus die typischen Informationen, die ich in Berichten über Forschung erwarte: nämlich über das Studiendesign wie Teilnehmer (Opernsänger) und ihre Auswahl, Versuchsaufbau (Erschließung der Arbeit des Vokaltraktes durch bildliche Wiedergabe der Tätigkeiten beim Singen), Hilfsmittel (MRI, Hochgeschwindigkeitsendoskop, Nachbildungen der Vokaltrakte bei der Arbeit), ursprüngliches Ziel der Forschung (grundlegende Funktionsweise des Vokaltraktes in den unterschiedlichen Registern) und Nebenbenfunde (z.B. anderes Verhalten des Gaumensegels als gedacht; etwaige Erkenntnisse für die Gesangspädagogik). Klar, die endgültigen Ergebnisse fehlen, aber das läßt mich annehmen, daß die Studie noch nicht abgeschlossen bzw. endgültig ausgewertet ist - also work in progress.

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BeitragVerfasst: 20.03.2015, 13:56 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Nun, dann lese ich wohl anders als Du.

das wird's wohl sein... :-)
...und daß der Text gut lesbar ist, bestreite ich ja gar nicht...
Wenn es denn in dem besagten Artikel tatsächlich darum gehen sollte, über Forschungsinhalte zu berichten und nicht "über Forschung", was ich ehrlich gesasgt eher glaube.

ok, ich dampf's mal ein:

Am Institut für Musikerforschung der Universität Freiburg wird die Vokalisation einer professionellen Opernsängerin in Echtzeit durch zeitlich hochauflösende bildgebende Verfahren untersucht, wobei speziell Kernspintomographie und Endoskopie in Kombination mit Elektroglottographie zum Einsatz kommen. Mit den gewonnenen NMR-Daten kann man nicht nur die Vorgänge im Vokaltrakt in ihrem Ablauf verfolgen, sondern man kann ihn auch anschließend mittels 3D-Druck nachbilden. Bei der Elektroglottographie wird der Widerstand des Kehlkopfes gemessen: Da geschlossene Stimmlippen den Strom besser leiten als offene, lassen sich dadurch Rückschlüsse auf die Funktion der Stimmbänder ableiten. Man erwartet mit dieser Arbeit neue Aufschlüsse über die Funktionsweise der Stimmgebung. Mit diesen Erkenntnissen erhofft man sich eine verbesserte medizinische Betreuung von Sängern sowie Auswirkungen auf die Gesangspädagogik.

Der vorletzte Satz ist eigentlich redundant, denn natürlich erhofft man sich von jeder Forschung irgendwelche neuen Erkenntnisse und der letzte Satz steht in vergleichbarer Art in fast jedem Forschungsdossier auf dem Gebiet der Life Sciences, das ist schon fast so wie "Gesundheit!" nach dem Niesen: Für erhoffte "verbesserte medizinische Betreuung" kommt man leichter an Forschungsmittel...

Mehr steht im Wesentlichen zum Thema nicht drin, der Rest sind Trivia und Unterhaltung. Ich finde das (wenn es als Sachtext konzipiert sein sollte) schon ein bisschen dünn. Hab ich was vergessen? Ahja: das Gaumensegel. Das war aber nicht "Nebenbefund", schon gar kein neuer, sondern blanke anatomische Unkenntnis der Dame. Wenn's gesenkt wird, schließt es den Nasenraum vom Rachen ab. Ist nicht unbedingt das, was ausgebildeter Sänger bei hohen Tönen macht. ("Echternach lacht [auch]" *bg*) Das, glaub, ich, zählt nicht...

So wär's eine kleine, wenn auch zugegebenermaßen ziemlich trockene Meldung. Wäre die dann immer noch interessant? Also wird eine Geschichte darum herum erzählt, um sie "aufzumotzen"... Damit kommt aber keine neue Sachinformation dazu. Andersherum betrachtet: Auch in jedem noch so fiktionalen Text ist irgend etwas zu finden, was man als Sachinformation werten kann.

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 22:13 
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T M Pestoso hat geschrieben:
... wo führt dieser (... ) Artikel an die Problematik heran? Das sind ein paar isolierte Infohäppchen - und Forschung findet immer dort statt wo die Phänomene "noch nicht ganz verstanden" sind.


Ja, und das ist u.a. beim Phänomen Pfeifregister: periodische Schwingungen - ja/nein - zumindest bis vor kurzem noch der Fall gewesen. Ich erinnere mich da an Grundsatzdebatten kriegerischem Ausmaßes in einem anderen Gesangsforum vor einigen Jahren, wo sich bezüglich der beiden Positionen Fronten gebildet haben.

Wenn man bedenkt, dass dieses Forschungsprojekt noch in den Anfängen ist, finde ich nicht, dass man jetzt schon zu viele fertige Ergebnisse erwarten sollte. Ich bin jedenfalls gespannt, was daraus noch für Erkenntnisse hervorgehen könnten und ob diese dann wirklich die Praxis unterstützen können.

Wenn ich es recht in Erinnerung habe, fand bei der Produktion hoher Töne bei der Probantin exakt das Gegenteil statt, als sie es sich vorgestellt und wahrgenommen hat. Das könnte natürlich auch kontraproduktiv für die Gesangspädagogik sein, wenn aus der neuen Erkenntnis über das senken des Gaumensegels, gesetzt den Fall, es stellte sich als grundsätzliches Phänomen heraus, als Lehrmeinung in die Gesangspädagogik einzug erhielt und daraufhin die SchülerInnen verwirrte, weil sie es genau anders herum wahrnehmen (müssen), als es real abläuft.

Ansonsten fänd ich es persönlich spannend, endlich den Unterschied in der Produktion des Pfeifregisters zwischen Staccato und gehaltenem Ton bzw den angenommenen Unterschied zwischen hohen und tiefen Frauenstimmen in diesem Frequenzbereich durch die neuste Technologie herauszufinden.

Und last but not least natürlich die Vermeidung von Stimmbandknötchen durch neue Kenntnisse über die genauen technischen Unterschiede zwischen"gesunder" und "schädigender" Gesangstechnik.

Vielleicht erwarte ich wiederum zu viel von dem guten Mann, aber man wird ja noch träumen dürfen... big_engel

Lg, Olympia

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