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 Betreff des Beitrags: An die Tieftönerinnen: Hilfe ;-(
BeitragVerfasst: 04.06.2008, 09:07 
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Hallo zusammen,

jetzt sollte man meinen, dass ich als Alt keine Probleme mit der Tiefe habe :n111: ...aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Ich habe in der Tiefe - vielleicht auch deshalb, weil ich vorher Pop gesungen habe - eine sehr laute, kräftige Stimme. Und irgendwie bekomme ich den Dreh nicht raus, wie ich damit umgehen soll. Wenn ich versuche, die Tiefe leichter zu nehmen, habe ich keinen Bruch und komme wunderbar in die Höhe. Aber ich habe das Gefühl, dass es mir an Kraft und Basis fehlt...
Wenn ich in der Tiefe ein schönes, angenehmes Singgefühl habe, ist der Bruch wieder da.

Könnt Ihr mir einen Rat geben? Muss ich wirklich die Tiefe, in der ich mich so wohlfühle, zurückschrauben oder gibt es noch einen anderen Weg "nach oben"?

Grüße von der verwirrten Mariko :n27:


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BeitragVerfasst: 05.06.2008, 12:57 
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Hallo, Mariko,

ich wollte schon gestern antworten, aber ich kam nicht ins Netz.

Dein Problem kenne ich. Die Hauptschwierigkeit unseres Faches scheint die Einmischung Brust/Kopf in der unteren Mittellage zu sein, meist weniger das Volumen. Man singt ja auch zu oft in dieser Lage herum.

Du singst unten wahrscheinlich noch zu oft "isoliertes" Brustregister, was im Unterricht bearbeitet werden muss. Schwierig wird das Passagio aber immer bleiben. Wie deine Lehrkraft das macht, ist ihr Vorgehen, ich rede nur von den Effekten auf dich.

Dass die "neuen" Töne dir ungewohnt sind und so vorkommen, als sei die Kernigkeit weg, ist normal. Daran hatte ich auch ziemlich zu knacken. ich würde empfehlen, jetzt viele Aufnahmen vom GU zu machen, dann merkst du, wie die "bearbeiteten" Brusttöne wirklich außen klingen.

LG

dola


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BeitragVerfasst: 05.06.2008, 13:20 
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Hallo dola,

vielen Dank für Deine Antwort! Ich dachte schon, ich stünde allein da mit meinem Problem :n99:

Zitat:
Du singst unten wahrscheinlich noch zu oft "isoliertes" Brustregister, was im Unterricht bearbeitet werden muss.
Da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade wenn ich in meine Wohlfühllage komme...

Zitat:
Dass die "neuen" Töne dir ungewohnt sind und so vorkommen, als sei die Kernigkeit weg, ist normal. Daran hatte ich auch ziemlich zu knacken. ich würde empfehlen, jetzt viele Aufnahmen vom GU zu machen, dann merkst du, wie die "bearbeiteten" Brusttöne wirklich außen klingen.

Der Klang ist gar nicht das Problem - eher mein Körperempfinden. Ich habe das Gefühl ohne Netz und doppelten Boden zu singen...fühle mich unsicher. Ein passendes Bild wäre das Schlittschuhlaufen. Ich komme wunderbar durch Höhen und Tiefen, aber ich habe das Gefühl, ich könnte stürzen...

Wie empfindest Du es denn jetzt, wenn Du in der tiefen Lage singst?

Liebe Grüße,
Mariko


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BeitragVerfasst: 06.06.2008, 10:38 
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Ratgeber
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Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 593
Zitat von Mariko: Ich habe das Gefühl ohne Netz und doppelten Boden zu singen...fühle mich unsicher... habe das Gefühl, ich könnte stürzen...

Genau das hätten auch meine Worte sein können. Ich erinnere mich noch genau daran wie mich mein GL die untere Übergangslage "anders" versuchen ließ - und plötzlich kam ab c' gar nichts mehr, es ließ sich einfach kein Ton mehr bilden. Seine Frage nach meinem Empfinden beantwortete ich damals so: "Es ist wie wenn man Bauklötzchen aufeinander stapelt, und zwar unten die kleinen und nach oben hin die größeren. Da stimmt die ganze Statik nicht, und irgendwann kracht das ganze Gebilde in sich zusammen."

Nun, es "krachte" noch unzählige Male. Und dieses "Krachen" zunächst zu akzeptieren fiel mir immens schwer! Schwerer jedenfalls als den Lagenausgleich (einigermaßen) zu lernen. Der hat sich mittlerweile aber schon deutlich verbessert, und zwar in meinem Falle nicht durch spezielle technische Übungen sondern durch bestimmte unterstützende Bewegungen.

Bei "Come il candore" aus dem Vaccai beispielsweise sollte ich damals die Arme wie zu einem liegenden O abwechselnd öffnen und schließen, das hat mir für die in diesem Stück vorkommenden Tonleiter-Läufe a-h-cis'-d'-e' (und umgekehrt) enorm geholfen.

Mariko, Du bist nicht allein damit! Nur ist's halt nicht so einfach schriftlich konkrete Ratschläge zu geben - und das "Glätten" von Übergangslagen ist wirklich sauschwer!

Auf weitere Übergangslagen-Erfolgserlebnisse! :sauf:

Liebe Grüße
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 06.06.2008, 11:26 
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Hallo AK-Kontraalt!
Danke für Deinen Beitrag. Es tut echt gut zu wissen, dass man nicht allein ist. Das scheint echt ein Problem von schweren Stimmen zu sein.
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Nun, es "krachte" noch unzählige Male. Und dieses "Krachen" zunächst zu akzeptieren fiel mir immens schwer!

Das kenne ich zu gut. Ich könnte da immer im Boden versinken... :oops:

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Gestern hatte ich ein tolles Erlebnis. Mein GL hat mir mal geraten, dass ich - wenn ich in einer Sackgasse stehe - einfach mal das Gegenteil von dem machen soll, von dem ich annehme, dass es richtig ist.

Sonst versuche ich immer, über das Passagio in mf hinweg zu kommen...ganz bewusst und ganz vorsichtig. Gestern habe ich es in fff versucht...und siehe da: es ging! Und zwar richtig gut! :n109:
Bisher dachte ich immer: Wenn ich mehr Gas gebe, fange ich an zu schreien und zu schieben, aber das stimmt gar nicht mehr. Das war vielleicht zu Beginn meiner Ausbildung der Fall, aber es scheinen sich schon viele gute Mechanismen automatisiert zu haben. Jetzt muss ich Gas geben, um in Schwung zu kommen. Ich hab auch gemerkt, dass ich dadurch automatisch viel mehr stütze. Bin sonst eher stützfaul.

Das war wirklich ein interessantes Erlebnis und ich hoffe, dass ich daran anknüpfen kann.

Liebe Grüße,
Mariko


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BeitragVerfasst: 06.06.2008, 11:32 
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...achja! Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass es danach auch piano ging. :n171:


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