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BeitragVerfasst: 16.12.2010, 01:19 
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Hallo zusammen,

hier überschlagen sich fast die Ereignisse. Also fang ich mal vorne an:
Wie schon kurz unter Notensuche beschrieben, wurde ich auf dem St. Martinszug gefragt, ob ich nicht am 4.Advent ein klassisches deutsches Adventslied singen könne. 1,5 Wochen später hat sich mein Gesangsleher dann für „Maria durch ein Dornwald ging“ entschieden. Zumindest könnte ich zu dem Zeitpunkt Melodie und Text sicher auswendig. Anderenfalls wäre die Zeit auch echt knapp geworden. Wir mussten uns ab diesem Zeitpunkt also nur um das WIE des Gesangs kümmern.

Vor 2 Wochen fand mein Gesangsleher zufällig einen Sitzball im Unterrichtsraum. Schon während der Schwangerschaft hab ich diese Bälle nicht wirklich gemocht. Und nun durfte ich quasi die gesamte Stunde auf diesem komischen Sitzball rumwippen. Ich hab mit Sicherheit 10 Minuten gebraucht um überhaupt erstmal Atmung und Bewegung zu koordinieren… Dazu kamen dann natürlich die üblichen lustigen Silben und Töne.
Da saß also mein Gesangsleher mit dem Rücken zum Fenster auf dem Klavierhocker, ich vor ihm auf dem Ball mit Blickrichtung zum Fenster….was die Leute wohl gedacht haben, die zufällig durch das Fenster in den Probenraum geschaut haben?
Am Ende der Stunde hab ich meinen Gesangsleher und mich dann geschockt: was waren das denn auf einmal für Töne, die ich da produziert habe. Nach wochenlangem Kampf hab ich zum ersten Mal wirklich mehrere geerdete Töne in einer sauberen Linie ohne großen Krafteinsatz gesungen.
Ausgehend von dem was ich in den ersten 2 Stunden an sogenanntem Gesang produziert habe, was das um Welten besser. Zugegeben, viel schlechter als ganz am Anfang wäre auch kaum möglich gewesen. Das ist halt der Vorteil, wenn man ganz vorne anfangen darf. Die Qualitätssteigerungen sind zu dem Zeitpunkt ja fast exponentiell.

Letzte Woche dann der große Rückschlag.
Ich hatte irgendwie verlernt zu singen. Nix ging mehr. Und je mehr ich wollte, umso verkrampfter wurde es dann. Am liebsten hätte ich mitten im Unterricht angefangen zu schreien und zu heulen. So hilflos hatte ich meinen zugegeben mit 25 Jahren noch jungen Gesangsleher noch nicht erlebt. *ring ring* Hatte er doch tatsächlich vergessen, sein Handy auszustellen. Und dennoch waren wir in dem Moment beide froh darüber, dass ein relativ kurzes banales Gespräch die Situation deutlich entschärfte.
Und dann eine coole Reaktion meines Gesangslehers: Methodenwechsel aus heiterem Himmel. Da aus irgendwelchen Gründen ich nicht in der Lage war an der Melodieführung zu arbeiten wechselten wir mal eben zur Sprachebene. Das funktionierte dann sogar recht gut.
Im Nachgang ist mir klar geworden, dass ich nur die Probe an dem Lied bei mir schon Lampenfieber ausgelöst hat.

Am nächsten Tag kaufte ich mir Rescue-Tropfen. Und da ich aus der Erfahrung ja schlau werde, nahm ich die auch am Tag drauf VOR dem Unterricht. Mein Gesangsleher meinte dann auch ganz am Anfang, ich dürfe ja gerne in einer Stunde wieder Lampenfieber haben, aber jetzt solle ich mal meine Bedanken beiseite schieben und einfach nur Unterricht machen.
Und siehe da…es lief auf einmal wieder. Ob nun wegen den Tropfen oder wegen sonst was ist mir dabei egal. Mein Gesangsleher hatte ich für diesen Tag jedenfalls vorgenommen mir beizubringen, dem Kehlkopf ein wenig mehr Raum zu geben…nach gefühlten 25 Versuchen, den ton wirklich mal klingen zu lassen, klappte es dann auf einmal. Huch! Ich muss genauso erschrocken geschaut haben wie er. Sein Kommentar dazu: „Manchmal kommt mal sich als Lehrer verarscht vor.“ Als ob ich ihn absichtlich den Mund fusselig reden lassen würde….Trotzdem helfen diese Zufallstreffer (mehr war es an dem Tag nämlich nicht) die Hoffnung zu bewahren, dass bei mir doch noch nicht Hopfen und Malz verloren ist.

Mittlerweile hatte sich dann auch ein Klavierspieler für die Gemeindeweihnachtsfeier gefunden, der mich begleiten wird. Ich muss also doch nicht wie zunächst angenommen acapella singen. Wie schön.

Gestern dann nun der vorerst letzte Akt dieser Abhandlung: die Bonbons.

Es begann allerdings deutlich ernüchternder. Warum ich mir eigentlich immer so zuhören würde, wollte mein Gesangsleher wissen? Er steht vom Klavier auf: „Ich muss dir gar nicht zuhören. Wenn ich deinen skeptischen Gesichtsausdruck beim letzten Ton einer Einsingübung sehe, weiß ich schon, wie du gesungen hast!“ WUMMS. Der hat gesessen. „Du singst zwar richtig, aber immer hinter so einer Mauer. Sei doch mal präsent!“ Ahhh, ich will ja, wenn ich nur wüsste, wie? Mein Gesangsleher setzt sich wieder. Dabei fällt ihm doch fast seine TicTac-Packung aus der Tasche. Und dann kam so ein Gesichtsausdruck, den jede Mutter von ihren Kindern kennt, wenn sie gerade was aushecken. Und es kam wie es kommen musste: Drückte er mir ein TicTac in die Hand mit der Anweisung, es möglichst weit nach hinten auf die Zunge zu legen und dort beim singen auch liegen zu lassen. My Fair Lady lässt grüßen.
Nach 30 Sekunden haben wir dann auf Salbeibonbons gewechselt. Die TicTacs sind einfach viel zu klein. Und ich hatte mal wieder einen meiner 5-Minuten-Momente.
Auf einmal klappte wieder alles. Das Atmen, die Melodieführung und die Sprache (nachdem das Bonbon wieder draußen war und das Gefühl blieb). Wenn ich das am Sonntag bei meinem Solo auch so hinbekomme, bin ich die glücklichste Frau im ganzen Saal!

Ich werde berichten….

Fazit der letzten 2 Wochen:
Am Besten lerne ich, wenn ich Sachen wirklich erspüren kann. Sei es der Ball oder das Bonbon. Mal sehen, was sich mein Gesangsleher so im nächsten Jahr einfallen lässt.

_________________
Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 16.12.2010, 14:07 
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Hallo Mama2009,

danke für Deinen interessanten Bericht. Irgendwie kommt mir da vieles bekannt vor ;-)

Mit dem Sitzball habe ich auch gute Erfahrungen gemacht, mittlerweile fliegt (bzw. rollt, die Dinger haben im aufgeblasenen Zustand definitiv ein Eigenleben *g*) auch einer bei mir zuhause herum, ich finde, man bekommt ein ganz gutes Gefühl für die untere Stützmuskulatur. Inzwischen setze ich ihn nicht mehr so häufig ein, aber eine zeitlang war das echt hilfreich für ein besseres Körpergefühl.

Das mit den Rückschlägen ist vollkommen normal, die Dinge brauchen ja auch Zeit, um sich zu setzen. Und mir geht es oft so, dass ich zwar kurz nach dem Unterricht, wenn alles noch frisch ist, die Dinge auch zuhause gut umsetzen kann, es aber sein kann, dass es drei Tage später oder in der nächsten Stunde schon wieder nicht so gut läuft. Im Unterricht spielt sicher auch Lampenfieber eine gewisse Rolle, man will alles besonders gut machen, das Thema hatten wir ja schon. Zuhause kann es helfen, auch mal die gesamte Situation zu beleuchten, mir ist dann aufgefallen, dass ich an dem einen Tag, wo es gut lief, nachmittags gesungen habe, als ich total ausgeruht war und am anderen morgens, wo ich noch etwas müde war und auch das Frühstück noch nicht ganz verarbeitet hatte (da hat sich der Käse dann doch bemerkbar gemacht.) Singen ist halt sehr tagesformabhängig, mit der Zeit lernt man aber, sich davon nicht mehr zu sehr beeinflussen zu lassen.

Was ich sehr gut finde ist, dass Dein Lehrer dann sofort reagiert hat und es auf einem anderen Weg versucht hat. Es gibt auch solche, die dann auf einer Methode beharren, was letztlich nur zu Frust bei Lehrer und Schüler führt.

Erfahrungen mit Bonbons beim Singen habe ich noch nicht gemacht, es sei denn, ich hatte zufällig noch eins im Mund. ;-) Auch der berühmt-berüchtigte Korken ist an mir vorbeigegangen. Aber wenn es für Dich funktioniert - prima :-) Ich denke, man muss auch immer sehen, welche Art von Unterricht am besten zu einem passt. Keine Methode passt m. . E. zu 100% auf jeden Schüler. Mein GL macht jetzt z. b. mit mir die Hälfte des Unterrichts intensiv Technik (die er für mich sehr verständlich und nicht zu kompliziert erklärt, so dass ich fast immer sofort verstehe, was er will, wobei ich inzwischen natürlich auch mehr (Hintergrund-)Wissen habe) und dann arbeiten wir noch gezielt an einem Stück. Für mich ist diese Mischung gerade ideal und ich habe das Gefühl viel schneller vorwärts zu kommen, als wenn ich eine Arie nach der anderen nur durchsinge. (Ich tendiere nämlich leider sehr dazu, wenn ich erstmal "in Fahrt" bin, genau das zu tun, da tut mir ein wenig sängerische Disziplin mal ganz gut *bg*)

Zitat:
[…] Warum ich mir eigentlich immer so zuhören würde, wollte mein Gesangsleher wissen? Er steht vom Klavier auf: „Ich muss dir gar nicht zuhören. Wenn ich deinen skeptischen Gesichtsausdruck beim letzten Ton einer Einsingübung sehe, weiß ich schon, wie du gesungen hast!“ WUMMS. Der hat gesessen. „Du singst zwar richtig, aber immer hinter so einer Mauer. Sei doch mal präsent!“ Ahhh, ich will ja, wenn ich nur wüsste, wie? […]


Diese Passage hat mich übrigens extrem an mich selbst erinnert. Eins der schwierigsten Sachen beim Gesang ist ja, nicht mehr versuchen, zu hören wie man singt, sondern zu fühlen, wie man singt. So langsam glaube ich, hinter das Geheimnis zu kommen ... Und ja die Sache mit der Mauer ... eine meiner früheren GL ist glaube ich fast verzweifelt, weil ich auch immer nur für mich gesungen habe und die Stimme nicht nach draußen ging. Damals wusste ich aber auch nicht, wie ich das erreichen sollte. Heute bin ich da schlauer.

Bei den meisten Dingen habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass irgendwann der Knoten platzt (bezeichnenderweise dann ,wenn man nicht zu verbissen an die Sache heran geht). Und dann ist Singen plötzlich (wieder) total einfach und man fragt sich, warum man mit gewissen Dingen früher solche Probleme hatte...

Ich wünsche Dir weiterhin viele Sternstunden und Aha-Erlebnisse bei Deinem Unterricht. :-)

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
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BeitragVerfasst: 16.12.2010, 16:24 
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Vielen Dank für die Wünsche.

Ich dachte mir, dass dass sich der eine oder andere sicher an sich selbst erinnert fühlt.
Ich hab ja auch wirklich sämtliche Anfängerprobleme drin gehabt in den letzten 2 Wochen :-(

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 16.12.2010, 21:53 
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Hallo,

also ich gehöre zu der Gruppe die den Sitzball einfach nur lieben. Lange bevor ich im G.unterricht meine Erfahrungen gesammelt hatte, da war der Sitzball schon lange Bestandteil in meiner Wohnung. Einzug hielt der nach einer Kur hmm ich glaube so 1996, damals nutze ich ihn für Krankengymnastikübungen bzw. als Sitzmöglichkeit wenn ich bügelte. Klar dabei blieb es nicht und ich hampelte schnell drauf rum, gut nicht immer konnte ich der Erdanziehungskraft entgegen wirken big_hihi aber egal....

Als ich im Frühjahr nach einer OP wieder zum Gesangsunterricht ging, da konnte ich noch nicht lange bzw. überhaupt nicht mein Gewicht auf beiden Beinen verteilen. Sprich ich hatte die blöde Variante Stand- und Spielbein gewählt. Da zum einen ich mir nicht auch noch diese Macke aneignen wollte und durch die Belastung auf dem einen Bein dieses mir recht schnell weh tat, da wählten wir den Gymnstikball. Gut den hatten wir schon desöfteren mit einbezogen (den Atem spürt man eindeutig super) also nichts neues und mir war geholfen.

Dann der nächste Tag!!!! Mein operiertes Bein schmerzte und da ich eh zur Kontrolle beim Arzt war hatte ich das natürlich erwähnt. Er meinte ich soll genau erzählen was ich gemacht hätte, denn so schmerzempfindlich wäre ich nicht mal nach der OP gewesen. G.unterricht wohl erwähnt aber er konnte sich alles nicht erklären.... Irgendwie erwähnte ich den Gymnastikball und da war alles klar!!! Durch die gesangliche Atmung und somit "Druckausübung" auf den Ball hat dies eine massierende Wirkung ausgelöst. Klar hat mein Hämatom darauf reagiert und Muskelkater erzeugt.......... An so etwas hätte ich niemals gedacht!!

Ach ja und der berühmte Korken kam, wie bei Oktaviana, auch bei mir nicht im G.unterricht vor. Gesangsunterricht ist immer eine Tagesformsache, da spielen bei mir viele viele Faktoren eine Rolle und darum ist mal einer total schlecht mit Depri und Zweifel und ein anderer Himmelhochjauchzend. Natürlich auch mal einer neutral !!! Finde es gut, dass dein G.lehrer von sich aus einen anderen Weg gewählt hat und nicht auf seinen geplanten gepocht hat. Manchmal sind es einfach andere Worte, Übungen oder oder und schon rutscht der Groschen. Na ja und manchmal ist man so in sich gefangen, dann funktioniert gar nichts mehr dann kann man nicht mal mehr seinen Namen buchstabieren :n66: Ist so und bei allen anderen ist es auch mal so und darum finde ich den Erfahrungaustausch hier so gut, denn wann unterhält man sich mal mit anderen Gesangsschülern des Lehrers. Man brütet dann seine Probleme selbst aus und schürt sie noch höher, so liest man von anderen und merkt man ist nicht alleine mit den Situationen.

Liebe Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 17.12.2010, 11:35 
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Chero hat geschrieben:
Ist so und bei allen anderen ist es auch mal so und darum finde ich den Erfahrungaustausch hier so gut, denn wann unterhält man sich mal mit anderen Gesangsschülern des Lehrers. Man brütet dann seine Probleme selbst aus und schürt sie noch höher, so liest man von anderen und merkt man ist nicht alleine mit den Situationen.


Genau! Und manchmal stellt man dann auch fest, dass die eigenen Probleme gar nicht so was Besonderes sind, sondern man sie mit vielen anderen Gesangsschülern teilt.

Man muss sicher nur aufpassen, sich nicht von den ganzen Tipps etc., die einem im Forum begegnen, verwirren zu lassen. Die letzte Instanz sollte dann immer noch der Gesangslehrer sein - um so wichtiger, dass man da in guten Händen ist und ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihm oder ihr hat.

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 17.12.2010, 12:55 
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Hallo Octaviane,

ja das sehe ich GENAU so wie Du !!!!!!!!! big_applaus

An der Stimme kann man nur live arbeiten, denn der Punkt warum man gerade das Problem hat kann ganz unterschiedliche und manchmal Ursachen haben an welche man selbst gar nicht denkt oder noch nie was davon gehört hat. Probleme hier im Forum zu beschreiben ist schwer und wie oft liegt das Problem im Detail oder ist ein Zusammenspiel von vielen Faktoren.

Ich habe es bisher immer so gehalten, und bin damit super bisher gefahren, dass ich die "Tipps" hier aus dem Forum als Gedankenanstöße genommen habe. Wohl auch mal ausprobiert aber immer mit meinem Gesangslehrer/in darüber gesprochen habe. Manches kann contraproduktiv zur Ausbildung sein und man baut sich selbst Stolperstellen.

Noch prikärer finde ich Tipps aufgrund Hörproben oder Auftritte zu geben ohne die Stimme vorher mal gehört zu haben. Aufnahmen können verfälschen und die Livequaltität nicht hergeben, ich kenne von unserem Ensemble viele Aufnahmen die sich entweder auf CD viel besser oder nicht so toll anhören wie live. Selbst wenn man die Stimme schon lange kennt und ein Urteil nach einem Konzert/Seminar abgibt und Tipps gibt, so kann dies fatal sein. Im Gesangsunterricht kann man gerade an einer "Baustelle" arbeiten und eine andere wird minimal vernachlässigt und wenn genau diese dann hart getroffen und kritisiert wird dann kann man als Solist schon mal in ein Zweifelloch fallen und da wieder rauszukommen ist nicht einfach. Es kommt aber immer auf den jeweiligen selbst an, jeder ist anders!!!

Tipps sich anhören, mal selbst ausprobiern, als Gedankenanstoß speichern und mit G.lehrer besprechen, das ist meine Devise. Mir ging es letztens so dass ich ein "Bild" für ein Problem während eines Seminars bekommen habe, ausprobiert für gut befunden und abgespeichert. Mit G.lehrerin über das "Bild" gesprochen und sie fand es nicht so toll und hätte es mir selbst nicht vorgeschlagen, dann gemeinsam ausprobiert und sie meinte das wäre ein gutes "Bild" für mich und sie hätte gedacht ich würde dieses anders umsetzen. Nun benutzt sie es hin und wieder, also so kann es auch gehen. Andersrum hatten wir es aber viel häufiger, da habe ich den Tipp versucht aber es löste etwas anderes bei mir aus.....also immer schön offen aber vorsichtig sein.

Liebe Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 20.12.2010, 12:56 
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Hallo Mama2009,

Dein Bericht ist sehr interessant und wirklich spannend! big_book

Eine Frage zum Verständnis: Sitzt Du auf dem Ball WÄHREND Du singst? Oder sitzt Du erst auf dem Ball, machst ein paar Gymnastikübungen darauf (oder was auch immer) und singst DANN?

Solch ein Ball ist während einer Gesangstunde noch nie zum Einsatz gekommen. Aber mein erster Lehrer hatte mal probiert, mich WÄHREND des Singens auf einem Balancekreisel stehen zu lassen, zwecks höherer Körperspannung wahrscheinlich. Das ging aber total in die Hose. Ich hab' mich auf diesem wackeligen Kreisel so verspannt dass ich Kreuzschmerzen bekommen habe.

Mein schon zuvor mal gehegtes Privatvorhaben, mir einen solchen Kreisel zuzulegen, habe ich daraufhin begraben, weil ich nach dieser Erfahrung dachte das ist das absolute Gift für mich.

Nun, vor ein paar Wochen gab es einen solchen Kreisel im Angebot, das "Risiko" eines solchen Kaufes war also nicht allzu hoch - und nun wippe ich auf diesem Ding lustig hin und her, aber dabei auch noch SINGEN wäre unmöglich. Aber als VORBEREITUNG zum Singen ist der Kreisel super (und der Gymnastikball sicherlich auch, das hab' ich aber noch nicht ausprobiert). Meine Lehrerin hat jedenfalls sofort gemerkt dass "etwas" mit mir und meiner Stimme passiert ist, und meine private These ist dass die paar Wochen Balanceübungen auf dem Kreisel mehr gebracht haben als all' die blöden Drei- und Fünfton- "lalala"- und sonstigen Stimmübungen haushalt__005.gif die ich einfach nur als Quälerei empfinde.

Was Du von Deinem Lehrer so schreibst: Hut ab! Solch ein Wissen und ein Gefühl für menschliche Befindlichkeiten schon mit 25 Jahren, das ist wirklich enorm!!! big_ok

Allerdings, eine Äußerung wie das von Dir zitierte "Manchmal kommt man sich als Lehrer verarscht vor" finde ich schon sehr grenzwertig. Ich durfte das ebenfalls erleben, dass meine Lehrer mir sagten ich könne mehr als was ich zeige, aber das habe ich mir bei meiner jetzigen Lehrerin ausdrücklich verbeten.

Zum "Singen hinter einer Mauer": Dazu kann ich nur sagen: Je kleiner der Unterrichtsraum, desto näher in der Tat die Mauern des Raumes, dementsprechend singt man auch, ist doch eigentlich logisch! Seit einigen Monaten fand mein Unterricht im Gemeindesaal einer Kirche statt, das Singgefühl dort war ein völlig anderes als im zuvorigen Unterrichtsraum. Mittlerweile habe ich meinen Unterricht direkt in der Kirche. Dort ist VIIIIIIIIEL Raum und keinerlei zufälliges Publikum.

Wenn sich Dein Lehrer mal wieder wundert warum Du Dir beim Singen selber zuhörst: Du singst doch auch im Chor, das weiß er doch sicherlich, und eines jeden Chorleiters erste und häufigste Anweisung lautet, aufeinander zu hören. Also...?

Liebe Mama2009, ich wünsche Dir weiterhin viele interessante Erlebnisse in den Gesangstunden und, bei allem Zwischendurch-Frust, doch auch viel Freude daran! Gestern war ja Dein Auftritt, wie ist es gelaufen?

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 20.12.2010, 14:40 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:

Solch ein Ball ist während einer Gesangstunde noch nie zum Einsatz gekommen. Aber mein erster Lehrer hatte mal probiert, mich WÄHREND des Singens auf einem Balancekreisel stehen zu lassen, zwecks höherer Körperspannung wahrscheinlich. Das ging aber total in die Hose. Ich hab' mich auf diesem wackeligen Kreisel so verspannt dass ich Kreuzschmerzen bekommen habe.


Hallo AK-Kontraalt,

das kann ich sehr gut nachvollziehen! Beim Gymnastikball und dem Balancekreisel ist wahrscheinlich wirklich die verbesserte Körperspannung das Ziel, viele solcher Übungen zielen ja aber auch darauf ab, den Schüler vom Singen abzulenken, so dass er sich nicht zu sehr darauf konzentriert. So Sachen wir rückwärts durch den Raum gehen (hat bei mir nie funktioniert, ich hatte immer tierische Angst, irgendwo gegen zu laufen und konnte dann gar nicht mehr vernünftig singen), Achten malen etc. Da muss man als Lehrer halt auch sehen, was für den betreffenden Schüler gut ist.
Bei mir war es zumindest so, dass ich gleichzeitig auf dem Ball gesessen und dabei gesungen habe, auf einem Balancekreisel hätte ich das aber wahrscheinlich auch nicht hinbekommen.

Zitat:
Nun, vor ein paar Wochen gab es einen solchen Kreisel im Angebot, das "Risiko" eines solchen Kaufes war also nicht allzu hoch - und nun wippe ich auf diesem Ding lustig hin und her, aber dabei auch noch SINGEN wäre unmöglich. Aber als VORBEREITUNG zum Singen ist der Kreisel super (und der Gymnastikball sicherlich auch, das hab' ich aber noch nicht ausprobiert). Meine Lehrerin hat jedenfalls sofort gemerkt dass "etwas" mit mir und meiner Stimme passiert ist, und meine private These ist dass die paar Wochen Balanceübungen auf dem Kreisel mehr gebracht haben als all' die blöden Drei- und Fünfton- "lalala"- und sonstigen Stimmübungen haushalt__005.gif die ich einfach nur als Quälerei empfinde.


Ja, ich denke auch, dass Körperübungen eine Menge für den Gesang tun können. Mein Mann und ich haben uns letztes Jahr das Wii Balance Board gegönnt und ich mache da hin und wieder (gerade nicht so viel, sollte ich mal wieder intensivieren haushalt__005.gif ) Gymnastik und leichte Yogaübungen. Und die haben mir für meine Haltung (und somit für die Stimme) in ein paar Wochen mehr gebracht als die jahrelangen (durchaus berechtigten) Ermahnungen im Unterricht, ich möge mich doch gerader halten.
Stimmübungen sind für mich dann sinnvoll und machen mir sogar Spaß, wenn ich genau weiß, wofür sie da sind und was ich mit ihnen üben kann.


Zitat:
Wenn sich Dein Lehrer mal wieder wundert warum Du Dir beim Singen selber zuhörst: Du singst doch auch im Chor, das weiß er doch sicherlich, und eines jeden Chorleiters erste und häufigste Anweisung lautet, aufeinander zu hören. Also...?


Ich denke, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Einmal geht es ja um das gemeinsame Singen/Musizieren mehrerer Menschen und da sollte man im Dienste der Musikalität natürlich aufeinander hören. Wenn man aber alleine singt und sich nur über das Hören kontrollieren will, besteht die Gefahr, da man sich selbst ganz anders hört als die Außenwelt, sich falsche Klangmuster einzuprägen. Was sich für einen selbst gut anhört, muss das nichts zwangsweise auch für das Publikum tun. Deswegen sind ja mE auch Aufnahmen so wichtig.

Ich versuche immer mehr, den richtigen Klang über das Gefühl herzustellen, also darüber, wie sich das Singen für mich anfühlt (habe ich ein freies Gefühl oder blockiert irgendwo was, verpanne ich mich unnötig, ist das Singen gar unangenehm?). Das erreicht man sicher nicht von heute auf morgen (ich hab trotz allen theoretischen Wissens auch lange dafür gebraucht), ich merke aber, dass es dem Singen noch einmal eine unbeschwertere Komponente gibt. Da ich mich früher zu sehr auf den Klang konzentriert habe, habe ich z. B. oft gar nicht so recht registriert, wenn sich etwas nicht gut angefühlt hat (sowas muss sich ja nicht immer gleich in Heiserkeit äußern), jetzt bemerke ich viel eher , wenn mir z. B. ein Ton "in den Hals" rutscht.

Zitat:
Liebe Mama2009, ich wünsche Dir weiterhin viele interessante Erlebnisse in den Gesangstunden und, bei allem Zwischendurch-Frust, doch auch viel Freude daran! Gestern war ja Dein Auftritt, wie ist es gelaufen?


Genau, wie war es denn? :-)

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 21.12.2010, 02:07 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:

Eine Frage zum Verständnis: Sitzt Du auf dem Ball WÄHREND Du singst? Oder sitzt Du erst auf dem Ball, machst ein paar Gymnastikübungen darauf (oder was auch immer) und singst DANN?

Wenn sich Dein Lehrer mal wieder wundert warum Du Dir beim Singen selber zuhörst: Du singst doch auch im Chor, das weiß er doch sicherlich, und eines jeden Chorleiters erste und häufigste Anweisung lautet, aufeinander zu hören. Also...?

Was Du von Deinem Lehrer so schreibst: Hut ab! Solch ein Wissen und ein Gefühl für menschliche Befindlichkeiten schon mit 25 Jahren, das ist wirklich enorm!!! big_ok
Allerdings, eine Äußerung wie das von Dir zitierte "Manchmal kommt man sich als Lehrer verarscht vor" finde ich schon sehr grenzwertig.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt



Hallo!

Auf dem Ball saß ich bisher nur einmal. Und da ging es im Wesentlichen um die "Gegenbewegung" und das "Erden der Töne". So saß ich z.B. auf dem Ball, hab Dreiklänge gesungen und musste Atmung, Gesang und Bewegung so koordinieren, dass ich beim höchsten Ton am tiefsten im Ball drin saß.
Und noch ein paar andere lustige Übungen aus dem Bereich Gesangstechnik...
Vom Ball dann auf den festen Stuhl umgezogen (aber bitte mit dem gleichen lockeren Gefühl wie auf dem Ball) und die eine oder andere Übung wiederholt, dann die gleichen Übungen im Stehen und gaaanz zum Schluss hab ich dann auch noch mal mein Lied gesungen. Und siehe da...die Sache mit dem Erden der Töne war zumindest kein Mysterium mehr und hat auch in der Anwendung an das Lied an der einen oder anderen Stelle funktioniert.

Das Problem beim Selbst-Zuhören ist vor allem, dass ich meine Töne dann auch nur für mich singe. Und oft traue ich mich noch nicht so recht, wirklich expressiv mal die Töne rauszulassen. Dann müsste ich ja nen Stück meiner kognitiven Kontrolle aufgeben und mich darauf verlassen, dass meine vorher durchgeführten Einstellungen schon die richtigen sind um die Töne zu treffen. Und was vielleicht noch schlimmer ist: Wenn ich auch nur ahne, dass ein Ton in einer Reihe von 5-8 Tönen nicht wirklich perfekt gewesen sein könnte, schludere ich die anderen auch nur noch so hintendran. Und am Ende hab ich fast ne selbsterfüllende Prophezeihung: "War doch eh klar, dass ich die Töne nicht sauber singe und schludere....". Nicht das ich das will, aber es passiert halt. Und genau das sieht man auch in meiner Körperspannung.

In einer Stunde ist meinem Gesangsleher ja fast die Hutschnur hoch gegangen. Er baute sich mit seinen gefühlen 1,65m (immerhin 5 cm mehr als ich) vor mir auf, wahrte gerade noch so die Höflichkeitsettikette als er mir quasi befahl, mich richtig hinzustellen und diese Position erst wieder zu verlassen, wenn der letzte Ton verklungen sei. Ich, völlig geschockt von seiner Dominanz, tat, wie mir gesagt wurde und *ach nee, wer hätte es gedacht* ging es auf einmal. Die Töne waren genau dort, wo sie hinsollten. Und mein Gesangsleher bekam das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. in dem Moment verstand ich, dass er mit seinem Befehlsgehabe ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver gestartet hatte und ich zumindest für diesen Augenblick nicht über "ohje, ohje, was mach ich nur, wenn ich den Ton nicht treffe" nachgedacht habe sondern einfach mal meinen Job tat. Manchmal muss man mich halt zu meinem Glück zwingen....

Beim Alter meines Lehrer hab ich mich doch glatt um 2 Jahre verrechnet. Er ist erst 23.
Und die Aussage, dass er sich "verarscht" vorkommt, kann glaub ich jeder, der im Bereich Pädagogik tätig ist nachvollziehen. Auch ich kenn das Gefühl durch meinen Nachhilfeschüler. Aber niemals hätte ich diesen Satz laut ausgesprochen, schon zweimal nicht vor einem Schüler.
Ich glaub, mein Leher hat sich aber selbst ein wenig erschrocken, als er sich diesen Satz laut sagen hörte. In solchen Situationen merkt man, dass er wirklich erst 23 ist.

_________________
Gruß
Mama2009


Zuletzt geändert von Mama2009 am 21.12.2010, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 21.12.2010, 02:31 
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Octaviane hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:

Zitat:
Liebe Mama2009, ich wünsche Dir weiterhin viele interessante Erlebnisse in den Gesangstunden und, bei allem Zwischendurch-Frust, doch auch viel Freude daran! Gestern war ja Dein Auftritt, wie ist es gelaufen?


Genau, wie war es denn? :-)

Liebe Grüße

Octaviane



Der Auftritt war insgesamt gut.
Im Detail:

Ich muss dringend lernen mich vernünftig selbst einzusingen....das ist die erste Erkenntnis des gestrigen Tages gewesen. Hab ich im Chor ja bisher nie gebraucht weil immer jemand die Anweisungen gegeben hat...aber ich hab mir zu dem Thema auch noch nie Gedanken gemacht...

Begrüßungen sind etwas schreckliches. Da sitze ich also bestimmt 10 Minuten auf glühenden Kohlen am Rand der Bühne...*zitter*...aber nicht zu ändern. So hatte ich wenigstens Zeit genug, mein Salbeibonbon aufzulutschen. Und tatsächlich bekam ich das Gefühl hin, dass ich auch in der letzten Unterrichtsstunde hatte.
Bis hierher hatte ich zwar noch keinen Ton gesungen, aber zumindest diesen persönlichen Erfolg konnte mir keiner mehr nehmen.

Nach der vom Organisator durchgeführen Ansage, wer ich war, was ich singe und wer mich begleitet (ich hätte in dem moment vermutlich für meinen eigenen Namen einen Spickzettel gebraucht) ging ich also nach vorne. Mein Korrepetitor verlor auch keine Zeit und legte los.

Die erste Strophe lief ganz gut...und sogar einen WOW-Moment (Salbeibonbon sei dank) hatte ich dazwischen, wo der Ton wirklich den ganzen Saal mit Klang erfüllte. Ein cooles Gefühl. Nachspiel zur ersten Strophe.

Ich setzte mit der zweiten Strophe ein...mist, da sollte doch eigentlich nochmal das Vorgeplänkel kommen. Egal, cool bleiben...kurz zum Klavier geschaut, er solle einfach weiter spielen. Ich hielt meinen Ton einfach nen Takt länger, ein Takt Pause rein. Nächste Phrase war alles wieder normal. (mein Mann, der das Lied wirklich gut kennt, erzählte mir nachher, er war der festen Überzeugung, der Pianist hätte ich verspielt. JAAA!!! ein größeres Kompliment hätte mein Mann mir eigentlich nicht machen können. Wenn selbst er nicht erkannt hat, dass ich den Fehler gemacht habe, dann hat es das Publikum erst recht nicht gemerkt....)

Bei der dritten Strophe hab ich wieder brav aufgepasst, richtig eingesetzt und sogar noch den einen oder anderen WOW-Ton dazwischen gehabt. Nur die Sprache war vermutlich nicht sehr deutlich...naja, man kann nicht alles haben.

nur was dann kam, wunderte mich ein wenig... * big_applaus * und runter von der Bühne.
Und das soll es nun gewesen sein? Auf diesen Moment hatte ich mich 20 Jahre lang gefreut....
Tja, vielleicht hätte ich mir mal vorher überlegen sollen, was ich eigentlich vom Publikum an Reaktion bei dem Lied hätte erwarten können.

Unterm Strich hab ich vermutlich so um die 85-90% meines derzeitigen Leistungsstands abrufen können. Unter der Nervosität und den Rahmenbedingungen eine gute Leistung. Ich glaub, ich darf im nächsten Jahr wieder kommen.

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Mama2009


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BeitragVerfasst: 27.12.2010, 14:38 
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23 Jahre ist Dein GL erst? Stimmt das wirklich??? Wie ist das denn überhaupt möglich? :grübel Wahrscheinlicher wäre wohl eher 33, denn irgendwann muss der Mann ja erst einmal selbst mit seinem Gesangsunterricht begonnen haben, und das hat er doch sicherlich nicht schon mit ca. 15 Jahren? Und dann noch das dazu lernen was man als GL (heutzutage Gesangspädagoge genannt, also GP) braucht? Schier unglaublich so etwas, ich komm' aus dem Staunen echt nicht mehr raus!

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 28.12.2010, 00:17 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
23 Jahre ist Dein GL erst? Stimmt das wirklich??? Wie ist das denn überhaupt möglich? :grübel Wahrscheinlicher wäre wohl eher 33, denn irgendwann muss der Mann ja erst einmal selbst mit seinem Gesangsunterricht begonnen haben, und das hat er doch sicherlich nicht schon mit ca. 15 Jahren? Und dann noch das dazu lernen was man als GL (heutzutage Gesangspädagoge genannt, also GP) braucht? Schier unglaublich so etwas, ich komm' aus dem Staunen echt nicht mehr raus!

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BeitragVerfasst: 18.01.2011, 23:07 
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Hallo zusammen!
Hier nun der Versuch die letzten beiden GU-Stunden zu kommentieren.
Letzte Woche war bemerkenswert unspektakulär. Zumindest für unsere Verhältnisse.
Aber dennoch nicht unwichtig für das, was diese Woche passierte.

Vor einer Woche also versuchte mein Gesangsleher mir die Sache mit der Erdnung noch mal näher zu bringen. Das Bild des Magneten erwies sich hierbei als durchaus brauchbar. Zumindest hat es in dieser Stunde auch ohne Sitzball mit der Erdung geklappt. Das lässt doch hoffen.

Darüber hinaus durfte ich feststellen, dass mich meine Zeit auf einem humanistischen Gymnasium offensichtlich doch sehr geprägt hat.
Ich bekam von meinem Gesangsleher am Abend vor dem GU (so kurz vor Mitternacht) Noten mit der Ansage, dass wir mit dem Stück morgen, also 16 Stunden später, mal anfangen.
SELBSTVERSTÄNDLICH (oder vielleicht doch nicht?) hab ich mich also am nächsten Morgen dran gesetzt und zumindest schon mal den Text der 1. Strophe auswendig gelernt und mich auch schon mal mit den Noten beschäftigt.
Irgendwie scheint das aber nicht allzu normal zu sein. Meinen GL hab ich damit zumindest schwer beeindruckt. Obwohl er mich doch nun eigentlich lang genug kennt.

In dieser Woche hat mein Gesangsleher mal wieder gaaaanz tief in die Methodikkiste gegriffen. Und irgendwie hatte ich schon den ganzen Tag geahnt, dass es im GU wohl eher Kampf statt Kunst werden würde.
Dabei begann alles noch relativ ruhig. Er knüpfte an die letzte Stunde an und versuchte mich wieder dahin zu bringen, meine Atmung wirklich zu erden. Warum auch immer aber mit weniger Erfolg als noch vor einer Woche.

Also wieder den Sitzball geschnappt (bin seit ein paar Tagen Besitzer eines eigenen *ggg*).
Der erste Versuch, mich unter zur Hilfenahme des Ball zu erden, ging daneben. Egal, einfach noch mal. Der zweite war aber auch nicht wirklich besser. Versuch drei und vier haben auch nix gebracht und jetzt wurde ich nervös. Warum hat es denn letzte Woche geklappt (sogar ohne Ball) und jetzt nicht mehr??? Egal was mein GL mir sagte, es fühlte sich genau so falsch an, wie sich der Ton, der rauskommen sollte, auch anhörte. Und während ich die aufkommende Panik in meinem Bauch spürte (was man mir wohl deutlich anmerkte) passierte das, wofür ich meinen GL bewundere: METHODIKWECHSEL. Nur was dann kam, darauf war ich nicht vorbereitet: Wir tauschten die Rollen!
Und damit meine ich nicht, dass er mir mal kurz vormachte, wie die Übung mit dem Ball den nun richtig ging…ich meine damit, dass er sich da hinstellte und mir sagte, ich soll ihn jetzt so führen, dass man Ende dir richtige Ausführung rauskommt.
Während ich also noch völlig verdattert da stand, bot er mir also eine Version der Übung mal an.
Die nächste halbe Stunde verbrachten wir also damit, das ich mir erstmal selbst über die verschiedenen Stellschrauben bei dieser Übung Gedanken machte musste, dann einen Ist-Soll-Vergleich anstellen bei meinem GL (der bei der einen oder anderen Sache offensiv übertrieb um mich auf die richtige Spur zu bringen) und mir dann auch noch die entsprechenden Korrekturhinweise bzw. Bilder einfallen lassen musste. Nachdem ich dann (endlich!!!) meine gewohnte Rolle als Schüler wieder einnehmen durfte, dauerte es keine 3 Minuten, bis ich die Übung dann quasi vollständig korrekt ausführen konnte. Klar, hatte sie mir ja unterm Strich selbst erklärt und gleichzeitig nun das Handwerkszeug mitbekommen, mich beim Üben zu Hause besser zu kontrollieren und zu korrigieren.
(zur Erläuterung: ich studiere selbst Wirtschafts-Pädagogik, aber Rechnungswesen zu Lehren ist doch um einiges einfacher als Gesang. Ich kann wenigstens ein klares RICHTIG oder FALSCH an die Buchungssätze schreiben. Mir sind zumindest die theoretischen Abläufe des Lernens nicht unbekannt. Anderenfalls wäre so ein Rollentausch vermutlich aus pädagogischer Sicht kaum sinnvoll gewesen.)

Die Stunde war schon fast vorbei, als wir uns dann nun dem aktuellen Lied widmeten.
Und wieder mal kam die Frage meines GL, ob ich denn keine Noten bräuchte und das Lied auswendig könne. (Irgendwann hau ich ihm meine nicht vorhandenen Noten noch mal um die Ohren. NATÜRLICH kann ich den Text eines dreistrophigen Liedes auswendig, wenn ich eine ganze Woche Zeit hab, ihn zu lernen. Und die paar Töne dazu erst recht.) Ich beschränkte mich aber auf ein JA, ich bin ja eine wohlerzogene Göre…

Und in den letzten paar Minuten konnte er mir ja auch nicht mehr so viel anstellen, dachte ich. Falsch gedacht.
Die ersten paar Minuten sollten mich nur in Sicherheit wiegen. Hier und da eine kleine Korrektur, noch mal singen, alles recht entspannt.
Wie sollte ich ahnen, dass er meine Hemmschwelle alleine mit der Ansage „sing mal die Vokale der ersten paar Takte auf „eu“ wie bei dem Lied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ punktgenau trifft. Wir haben die Gesangsstunde weder aufgezeichnet noch sonst was damit gemacht. Und dennoch war es mir hochnot peinlich, einen Goethetext so zu verunstalten. Mein GL machte ich in sofern auch gleich mit zum Vollhorst, als dass er es mir erst vorsang und dann sogar mit mir mitgesungen hat. So hab ich dann im vierten Anlauf auch zur nötigen Contenance zurückgefunden.
Und das ganze war ja auch nicht zur Selbstbelustigung gedacht. Er wollte mir nur klarmachen, dass ich die i-Vokale nicht so spitz singen soll und insgesamt mal ne ruhigere Melodieführung ohne die Kickser hinbekomme. Jetzt muss ich mir noch überlegen, ob ich ihm wirklich glaube, dass sich die Vokale bei weitem nicht so sehr verfälscht anhören, wie ich denke.

Dafür hab ich aber ne Woche Zeit. Denn meine Hausaufgabe ist es das ganze Lied auf „eu“ zu üben. Natürlich aus tiefster Überzeugung mit dem ganzen Drumherum von richtig stehen bis vernünftig atmen. Nur gut, dass meine Nachbarn sehr geduldige Menschen sind.

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Gruß
Mama2009


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