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 Betreff des Beitrags: Re: Stehen zu dem was man singt?
BeitragVerfasst: 03.07.2017, 16:43 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Ein katholischer Chor jedoch würde nie z. B. eine Bach-Kantate singen oder Choräle nach Texten von Martin Luther oder Paul Gerhardt. Ein evangelischer Chor wiederum kann z. B. mit Marienliedern, Stabat mater- und Kreuzweg-Vertonungen oder Gregorianischer Musik nichts anfangen.

Sorry, das ist völliger Unsinn.
DonnaElvira hat ja dazu schon etwas ausgeführt.

Mal davon abgesehen, daß EG und GL im jeweiligen Stammteil mittlerweile 90 (neunzig!) Lieder gemeinsam haben und 35 weitere Lieder des Stammteils zumindest in Teilen identisch sind (von denen auch einige auf Texte Gerhardts sind) und noch einige weitere in den Regionalteilen zu finden sind (alles, was mit "ö" kekennzeichnent ist): Das kirchenmusikalische Kernrepertoire ist schon identisch. Selbstverständlich singen auch katholische Kirchenchöre Bach oder Mendelssohn oder Praetorius et alias, das ist genauso tauglich, wie eine Schubertmesse mit "angepasstem" Credo-text oder eine Mozart- oder Haydn-Brevis mit (eigentlich unliturgischer) Polytextur oder eine beliebige Missa solemnis mit (ebenfalls unliturgischen) Textwiederholungen.
Et vice versa. Stabat Mater am Karfreitag in evangelischer Kirche ist alles andere als ungewöhnlich.

Und wo steht, daß Marienverehrung (sic: Verehrung, nicht Anbetung oder gar "Vergöttlichung") in den lutherischen Kirchen "verboten" oder zumindest "unüblich" wäre? Luther hat selbst das Magnificat vertont. Und selbstverständlich gibt es Lukas 1,26 ff auch bei den Prostestanten, da ist der Bibeltext nicht geschwärzt.. Nichts anderes als dieser Bibeltext ist das "Ave Maria", nur vertont. Genaugenommen soll Luther das dazugehörige Datum im Kirchenkalender (24. März, Verkündigung des Herren) als "eins der fürnehmsten Feste" bezeichnet haben. Insofern: Diejenigen Lutheraner, die sich seinerzeit über die Windsbacher echauffiert haben (wen sie es denn haben), kannten wohl ihre eigenen Quellen nicht.

Zitat:
Wenn ich da den Post von AK-Kontraalt durchlese ürks. Wenn schon intern so ein striktes Regime darüber herrscht, was gesungen werden darf und was nicht... puh.

Sogar wenn es so ein Reglement gäbe (ES GIBT ES NICHT! GANZ OFIZIELL!), dann wäre das jeweilige Repertoire immer noch groß genug, um Jahrzehnte (Jahrhunderte?) lang Musik zu machen, ohne sich zu wiederholen. Und wenn's nicht die Matthäus-Passion ist, dann ist es halt Cherubini-Requiem. SO WHAT!
Dem Chorsänger kann das letztlich eh' egal sein., er muß es nicht vertreten und normalerweise sucht er das Repertoire auch nicht aus. Und ich glaube nicht, das es da irgend einen Kirchenmusiker gibt, der an sowas auch nur einen Gedanken verschwendet. Im Konzert sowieso nicht, und in der Kirche muß es nur inhaltlich und umfänglich zum Anlaß passen - mehr nicht.

ok: OT.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Stehen zu dem was man singt?
BeitragVerfasst: 04.07.2017, 16:51 
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SparklingC hat geschrieben:
Wenn ich da den Post von AK-Kontraalt durchlese ürks. Wenn schon intern so ein striktes Regime darüber herrscht, was gesungen werden darf und was nicht... puh. Scheint da ja recht streng gehandhabt zu werden (evtl. regional-bedingt?)

Den Post kann ich ebenso wenig nachvollziehen wie Donna Elvira und TM Pestoso. Ich habe schon öfter in evangelischen Kirchen bei evangelischen Gottesdiensten mitgesungen, ebenso singen Evangelische bei uns in der katholischen Kirche, auch in Gottesdiensten. Ich war auch schon (auf Konzerten allerdings) in einer Baptisten-Gemeinde. Das scheint eher von der Gemeinde und den Menschen dort abzuhängen.

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Stehen zu dem was man singt?
BeitragVerfasst: 07.07.2017, 23:05 
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Beiträge: 514
Zitat von TM Pestoso: "Sorry, das ist völliger Unsinn."

Nein, nicht Unsinn, sondern eigene jahrzehntelange Kirchenchor-Erfahrung. Genau deshalb hab' ich ja auch geschrieben, dass ich in Chören BEIDER Konfessionen (rk und ev) singe. Aber es könnte tatsächlich sein dass es regional unterschiedlich gehandhabt wird. Das kann ich jedoch mangels eigener Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen. Jedenfalls gibt es bei uns eindeutig und klar erkennbar katholisches und evangelisches Chor-Repertoire. Dass die Gesangbücher für den Gottesdienst sich inhaltlich ein Stück weit angeglichen haben hat nichts damit zu tun.

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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