Aktuelle Zeit: 20.06.2018, 22:56

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 19 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 03.03.2017, 16:10 
Offline

Registriert: 28.01.2014, 00:48
Beiträge: 5
Vorname: xxxxxxxxx
Nachname: xxxxxxxxx
Hallo!
Ich hoffe, das hier ist das richtige Forum für diese Frage.
Ich werde in einer Woche 22 und singe mittlerweile seit 5 Jahren. Seit ich 16 bin wollte ich immer Opernsängerin werden, habe aber immer mit einem Gesangsstudium nicht angefangen, weil ich bei meiner alten Lehrerin sehr große Stimmprobleme hatte. Nach einem Lehrerwechsel vor einem Jahr haben sich diese endlich gelegt (yay!) und mein neuer Lehrer und ich planen nun seit einigen Monaten die Aufnahmeprüfung.
Und.....auf einmal bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das machen will. Also.......klar möchte ich gerne Sängerin sein und singen, ich finde auch einfach nichts anderes vergleichbar gut; es gibt höchstens einige andere Berufe, die ich interessant finde. Jedoch wird mir von Sängern, die bereits einige Jahre im Beruf sind, oft davon abgeraten. Man verdiene manchmal extrem wenig Geld, die Konkurrenz sei riesig, man sei viel unterwegs oder habe eben gar keine Engagements, man brauche ein dickes Fell, weil ein rauer Ton herrsche, man müsse unglaublich viel Arbeit investieren für manchmal minimalen Erfolg, Familiengründung und -erhaltung sei schwierig.......
All das habe ich früher immer abgetan und gedacht: "Jaja, ich schaffe schon, dass das nicht so sein wird, ich will es schließlich und kann mir nichts anderes vorstellen als zu singen, Kinder will ich eh keine, alles wird super werden."
Mittlerweile habe ich aber gemerkt, dass ich später doch gerne Kinder hätte. Gern glücklich verheiratet wäre. Ich mache mir Sorgen, dass das im Beruf als Sängerin nicht oder nur schwerlich möglich sein wird. Oder dass der Partner und die Kinder später darunter leiden werden, dass man u.U. selten zuhause ist. Dass eine Partnerschaft schnell an sowas zerbricht. Ich meine.....klar, eine Garantie, dass man später eine glückliche Beziehung mit Kindern hat, hat man nie, in gar keinem Beruf und vielleicht ist es auch nicht sinnvoll, sein Leben danach zu planen, dass man später glücklich verheiratet ist und Kinder hat. Aber.......ist es bei solistischen Musikern nicht eventuell wahrscheinlicher als in anderen Berufen, dass Beziehungen und Familie unter dem Beruf leiden und kaputt gehen?
Und was hat man für Aternativen? Ich kann mir nämlich auf der anderen Seite irgendwie auch nicht so recht vorstellen, einen Job zu haben, bei dem man jeden Abend um 18 Uhr aus dem Büro kommt und jeder Tag irgendwie gleich abläuft.
Könnte man eventuell einen Bachelor in Gesang machen und einen Master in etwas anderem, was mit Musik zu tun hat?
Ist der Beruf, wenn einmal ergriffen, tatsächlich so hart, familien- und beziehungstötend und wenig Geld abwerfend wie immer alle sagen?
Klar könnte ich sagen, dass ich erstmal ein bisschen Gesang studiere, schaue, ob es mir gefällt (das setzt ja aber auch wieder Berufserfahrung schon während des Studiums voraus, oder?) und dann, falls es mir nicht gefällt, etwas anderes mache. Aber ich bin auch schon 22, habe noch keine abgeschlossene Berufsausbildung und irgendwann muss es ja damit auch mal was werden, oder? Klar kann ich auch erstmal versuchen als Solistin zu arbeiten und dann, wenn die Familienplanung mal akut wird, alles ändern, aber was hat man dann für Alternativen und Möglichkeiten, dass man trotzdem Geld verdient?
Wie macht ihr das? Lebt ihr als Solist (mit Familie und falls ja, wie kriegt ihr das unter einen Hut? Kann das funktionieren?), unterrichtet ihr privat, an Musikschulen, Schulen, Unis, Hochschulen, habt ihr umgeschult, singt ihr in professionellen Chören, arbeitet ihr anderswo in der Musikwelt o.Ä.? Wie habt ihr euch euer Leben so vorgestellt und wie ist es tatsächlich gekommen und seid ihr zufrieden damit, inwiefern konntet und habt ihr das alles beeinflusst?
Wie habt ihr solche Probleme und Fragen gehandhabt oder wie handhabt ihr sie noch?
Ich bin ein bisschen verwirrt und unsicher in letzter Zeit, ob sich mein Wunsch nach glücklicher Familie und mein Wunsch nach dem Singen später vereinbaren lassen. Kann jemand Erfahrungen schildern?
Alles Liebe und danke im Voraus,
MiraBelle


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 03.03.2017, 18:06 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 5595
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Hallo Mirabelle,

Willkommen im Forum.

Was dir Sänger über den Beruf erzählt haben, ist leider Tatsache. Es gibt heutzutage so viele Sänger, die kein Engagement bekommen, da musst du schon außergewöhnlich sein. Schau die die besetzungslisten in den Häusern an, es gibt kaum einen deutschen Namen darunter.

Wenn du es tatsächlich an ein Haus geschafft hast, brauchst du gute Nerven, Ellenbogen, Mut und ein dickes Fell. Der Verdienst hält sich in Grenzen, wenn du keinen "Namen" hast, du musst das nehmen an rollen, eas man dir gibt.
Eine Möglichkeit ist der Opernchor, verdienst schlecht....oder die machst eine pädagogische Ausbildung und unterrichtest. Als freie Sängerin brauchst du einen Agenten, der Dich vermittelt für Konzerte usw., aber auch da ist es sehr schwer schon einen guten Agenten zu bekommen.

Wenn du einen Brotberuf hast, kannst du, wie wir alle hier im Forum, eine Familie gründen und auch singen, dann eben nebenbei. Das heißt aber, du musst nebenbei für dein singen noch investieren und gehst auch nicht immer mit Gage heim.

Ein beispiel, in unserem solistenensemble sind alle ausgebildet, haben ihre Familie und Kinder und singen viele Konzerte überall und werden selten dafür bezahlt. Aber die Gelegenheiten zum Singen sind da und werden gerne genutzt. Ob innerhalb Deutschland oder im Ausland, so wie im Moment auf Mallorca, es sind schöne Konzerte und jeder freut sich schon auf das was noch kommt.

Versuche eine Aufnahmeprüfung zu machen, ist heute auch nicht mehr so leicht, dann wirst du schon merken ob der Beruf für dich Zukunft hat. Singen kannst du auch mit einer privaten Ausbildung.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 10:49 
Offline
Ratgeber
Ratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 28.02.2011, 18:25
Beiträge: 583
Vorname: Dietmar
Nachname: Vollmert
Ich möchte musica in allen Punkten beipflichten. Es gibt sogar auf der Opernbühne genügend Sänger/innen, die nie eine Uni von innen gesehen haben, weil sie ein erfolgreiches Privatstudium absolviert haben. Das geht zwar ins Geld, hat jedoch den Vorteil, dass man einem bürgerlichen Brotjob nachgehen kann und auf Familie und Kinder nicht verzichten muss. Ich bin 35 Jahre hauptberuflich Fluglotse gewesen und habe, dabei unterstützt von meiner Frau,eine zusätzliche private Ausbildung genossen, die mir in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Einstieg in den Beruf des Opernsängers ( Staatstheater Mainz ) ermöglicht hätte. Damals habe ich mich - Gott sei Dank! - für die nebenberufliche Tätigkeit des Konzertsängers entschieden, was mir schließlich eine beglückende, nahezu vierzigjährige Konzertvita bescherte! Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert gebe ich mein Wissen an meine Gesangschülerinnen und -schüler weiter, veranstalte Workshops und bilde mich seit Jahrzehnten gezielt weiter. Heute, als Endsiebziger, darf ich sagen: Ich habe damals die richtige Entscheidung getroffen, als ich mein berufliches Leben nicht von der Befindlichkeit meines Kehlkopfes abhängig machen wollte, ganz abgesehen von den Fährnissen und sonstigen extremen Risiken dieses eigentlich so wunderschönen Berufs!

Ciao. ospite


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 13:58 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 15.08.2012, 10:40
Beiträge: 158
Vorname: D.
Nachname: L.
Liebe MiraBelle, liebe alle,

das ist ein hochinteressantes Thema.

Was dir die Sänger zum Beruf gesagt habe, ist wohl überwiegend Fakt, aber die Entscheidung ist trotzdem, egal wie, mit emotionalen Vor- und Nachteilen verbunden, weil eben eine Art "innere Berufung" im Spiel ist. Die Entscheidung steht bei dir auch altersmäßig mE. gerade richtig an.

Die Tücken des Berufes sind hier schon gesagt und hinzuzufügen wäre vielleicht noch, dass die Partner, die Familie hinter dem Vorhaben stehen sollten. Aber ist das nicht für alle Berufe wichtig? Und, es ist auch wichtig, wenn man die andere Variante wählt, einen "bürgerlichen Beruf" und v. a. solistisches Singen nebenher.

Emotional sieht es wohl so aus:

Wer den Beruf wählt, muss mit genau den Dingen rechnen, die schon ausgeführt wurden: Miese Bezahlung, extrem anstrengende oder gar keine Engagements, wirtschaftliche Unsicherheit. Es wird damit gerechnet, dass das Brennen für die Sache und nicht materielle Erwägungen der Treiber für die Betrufswahl ist. Schon sich nur dauerhaft zu etablieren auf einem existenziellen Mindestlevel dürfte viel Mühe kosten und du bist ständig gehalten dich fit zu halten , auf dich zu achten, dass die Stimme mitmacht. Wie Profisportler. Irgendwann düfte der Wunsch nach einem regelmäßig eingegehenden Gehalt manchmal übermächtig sein. Für viele ist es notwendig, auch phasenweise auf andere Erwerbetätigkeiten umzusteigen und wenn man dann keine andere Ausbildung hat, ist das nicht wirklich ersprießlich.

Positiv ist dann mE. das Gefühl, ständig das tun zu dürfen, was dein Ding ist. Das verschafft sicher eine Grundbefriedigung.

Wenn du es nicht machst, sondern nebenher, dann zieht sich die sängerische Entwicklung länger hin und es geht ins Geld. Dranbleiben ist unbedingt notwenig, weil, vorausgesetzt, du findest Auftrittsgelegenheiten, deine Fähigkeiten professionelles Niveau haben müssen, um wieder engagiert zu werden. Das Publikum will im klassischen Gesang nicht die Entwicklung des Stimmaufbaus, sondern das fertige Produkt hören.

Manchmal kommt sicher das Gefühl auf, was versäumt zu haben, wenn man macht und macht und nix passiert. Den Absprung in den Sängerberuf versäumt zu haben, macht gelegentlich Frust. Du rennst in deine Arbeit, wo alles andere als eine künstlerische Atmosphäre herrscht und denkst dir, über Jahre eine falsche Tätigkeit ausüben zu müssen.

Ich würde daher, wenn man den Drang zum Singen hat, den Kontakt zu dieser Tätigkeit immer halten, sie trotz Beruf etc. zu betreiben, auch wenn die Doppel- und Mehrgleisigkeit Energie kostet. Das braucht die Seele.

Ich selbst bin 55 jahre alt und Beamtin in einer Leitungsfunktion. Das ist alles andere als eintönig oder gar langweilig. Und man kann mentale Fähigkeiten, die die Gesangsausbildung trainieren lässt, super nutzen. das gilt auch umgelehrt. Strukturierung der stimmlichen Hintergrundarbeit hilft.
Und, ein weiterer künstlerischer Vorteil: Die Chance, sich die persönlichen Rosinen, sprich Lieblingsrepertoire, herauszusuchen, ist wahrscheinlich beim Singen ohne Broterwerb besser. Ich selbst mit der jetzigen Situation zufrieden, war es aber keineswegs immer.

Ich meine, die Entscheidung sollte so bewusst und abgewogen wie irgend möglich getroffen werden, um die Spätfolgen einschätzen zu können. Es ist, wenn man gut gearbeitet hat, kein Angriff auf die sängerische Qualität, wenn ein Engagement nicht realisiert wurde oder eine Ausnahmeprüfung erfolglos war. Die Entscheidungskriterien sind manchmal nicht nachvollziehbar oder orientieren sich sachfremd bzw. an Dingen, die man nicht ändern kann wie Aussehen oder Alter. Ärgerlich, aber abzuhaken. In bürgerlichen Berufen ist das auch nicht völlig abwegig.

An deiner Stelle würde ich die Aufnahmeprüfung auf jeden Fall antreten. Wie immer das ausgeht, es erweitert deine Erfahrungen und du kannst Eindrücke sammeln, die dir wichtige Informationen für deinen Entscheidungsprozess liefern.

Vielleicht noch ein Aspekt gesellschaftlicher Natur: Hier in Deutschland ist der neoliberale Stress besonders hoch. Dass der Staat Wert auf sorgsam gepflegten Aufbau von künstlerischem und kulturell tätigem Personal größeren Wert legt, ist leider Vergangenheit. Wahrscheinlich finden sich aus diesem Grund hauptsächlich ausländische Namen an der Spitze. Neid gegenüber diesen Kollegen wäre unangebracht, dafür einzutreten, dass sich hierzulande der Fokus auf Kunst und Kultur zu Besserem wendet, wäre wohl ein sinnvoller Weg.

LG
Dola

EDIT: Ich wusste gar nicht, lieber ospite, dass du Fluglotse warst. Respekt!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 15:26 
Offline
Ratgeber
Ratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 28.02.2011, 18:25
Beiträge: 583
Vorname: Dietmar
Nachname: Vollmert
....und das, liebe Dola, auch noch in Frankfurt, dem größten Flughafen Deutschlands, wo man am Radarschirm zum Staffelungsjongleur wurde! Das Vorteilhafte war natürlich der offizielle Ruhestand mit 55 und die Tatsache, dass man nie Arbeit mit nach Hause nehmen konnte! Nachteilig hingegen war der Schichtdienst, weil man für Konzerte, die Opernschule usw. ständig Tauschpartner suchen musste! Da ich jedoch schon im Gymnasium chronisch für den Gesang brannte, nein: loderte, fand sich immer ein Weg, sogar mit Ehefrau und Kindern. Dass ich noch heute meine Mitmenschen für das klassische Singen zu begeistern vermag, verdanke ich der Tatsache, dass ich meinen Traum eben nicht zum Hauptberuf gemacht habe, sondern seit nunmehr 24 Jahren, aller finanziellen Sorgen ledig, diesen meinen Traum (aus)leben darf, auch wenn ich mit 70 die aktive Sängerlaufbahn bewusst beendet habe, um mich ganz dem Unterrichten zu widmen. Seit acht Jahren lasse ich singen. Wie schön!

Ciao. ospite big_hand


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 17:31 
Offline

Registriert: 28.01.2014, 00:48
Beiträge: 5
Vorname: xxxxxxxxx
Nachname: xxxxxxxxx
Hallo ihr Lieben,
danke für die Antworten! Das, was du gemacht hast, ospite, klingt ja schon gut finde ich! Also sich nebenbei weiter in Gesang ausbilden lassen und aber noch einen Beruf haben, in dem man arbeiten kann. Privat ausbilden lassen würde ich, selbst wenn ich Gesang studiere, mich nebenbei auch weiterhin, weil ich mit der Technik meines Lehrers so gute Ergebnisse erzielt habe und weiter bei ihm singen möchte. Das ist echt eine gute Idee! Kann man ernsthaft ohne Gesangsstudium Stellen bekommen, solange man gut singt? Und warst du bei einer Agentur unter Vertrag oder wie bist du an die Jobs gekommen?
Neben dem finanziellen Aspekt des Sängerlebens geht es mir auch einfach um den familiären. Ich hab ein bisschen die Befürchtung, dass Partnerschaften am Sängerberuf sehr leicht zerbrechen (evtl. vieles Reisen, wenig Zeit füreinander) und es schwierig ist, Kinder z.B. überhaupt großzuziehen, wenn man so einen fordernden Beruf hat. Dass es später entweder so aussieht, dass man erfolgreich als Sänger arbeitet, aber eigenes Sozialleben, Familie und Partner zu kurz kommen, oder dass man Familie, Freunde und Partnerschaft pflegt, dann aber eben nüscht verdient, weil dann der Job zu kurz kommt.
Aber wie musica gesagt hat, muss es auch da wahrscheinlich einfach mit dem Partner passen, damit der gewillt ist, darauf Rücksicht zu nehmen, oder?
Die Aufnahmeprüfung werd ich machen. Habe letztes Jahr bereits einen Probelauf gemacht und sogar bestanden, wollte aber noch nicht studieren.
Ach, das ist so eine schwierige Entscheidung. Ich könnte ohne singen und auftreten in meinem Leben auch nicht klarkommen, aber die Schattenseiten dieses Berufs sind auch schon nicht klein wie es aussieht.
Vielleicht tatsächlich das, was du vorgeschlagen hast, ospite. Nebenbei Konzerte geben und hauptberuflich etwas anderes.
Ich glaube, ich muss das aber immerhin ausprobieren. Wenigstens Aufnahmeprüfung, vielleicht ein paar Semester Studium. Sonst würde ich wahrscheinlich immer bereuen, es nicht wenigstens versucht zu haben.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.03.2017, 19:12 
Offline
Ratgeber
Ratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 28.02.2011, 18:25
Beiträge: 583
Vorname: Dietmar
Nachname: Vollmert
Nur zu, MiraBelle! Good luck!
Was allerdings für Dich als Frau erschwerend hinzu kommt: Auf der Opernbühne seid Ihr, was die Rollen betrifft, in der Minderheit, was bedeutet, dass Männer, besonders Tenöre und Bassisten, die größeren Chancen auf ein Engagement haben, zumal an der Hochschulen wiederum die Männer in der Minderheit sind! Und die Belastungen für Euch, besonders sobald Ihr Mütter seid, sind leider nach wie vor größer als die der Männer als Väter. big_wut1 Und zum Schluss: Für den lyrischen Sopran z. B. tendieren die Optionen zusätzlich gegen Null, weil da die Konkurrenz übergroß ist! Altistinnen wie Dola hingegen sind rar.
Damals, zu meiner Zeit, brauchte man keine Agenten. Wir, die Deutschen, waren quasi unter uns. Opern wurden ausschließlich in deutsch gesungen. In die wenigen, nicht im Krieg zerstörten Opernhäuser, strebten damals noch keine Ausländer. Die Gagen waren mickrig, was mir die Ablehnung eines Engagements erleichterte. Also galt es, durch Klinkenputzen zu Konzerten zu kommen, ein mühsames, verstörendes Geschäft, in dem man schließlich durch sängerische Qualität überzeugte. Mit Unterstützung eines begnadeten Pianisten ( Norbert, der noch heute meine Gesangsklasse begleitet und auch musicas Gruppe bei ihren Konzerten ) machte ich mir einen Namen. Wir haben allein Schuberts Winterreise im In- und Ausland 25 Mal öffentlich aufgeführt. Hinzu kamen zahlreiche Liederabende mit unterschiedlichen Programmen, Mitwirkung in freien Opernproduktionen, sowie solstische Aufgaben im Bereich der sakralen Musik. Allerdings kann man von all diesen Aktivitäten nicht leben, es sei denn, man hieße Fischer-Dieskau oder Gerhaher! Insofern war es überaus nützlich und hilfreich, einen Hauptberuf zu haben, der die Familie ernährte.

Ciao. ospite big_ok


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2017, 00:05 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 15.08.2012, 10:40
Beiträge: 158
Vorname: D.
Nachname: L.
ospite hat geschrieben:
Altistinnen wie Dola hingegen sind rar.


Reicht aber leider nicht. Es hat sich gezeigt, dass wir nicht wichtig genug sind für den Opernbetrieb. Anders als die Tenöre. Das macht der "Hausmezzo" mit. Auch wenn ich hundertmal mehr nach Erda z. B. klinge: Das hat viel zu lange gedauert. Davor war nix, also wird das auch mit dem raren Stimmfach nix mehr.

ospite hat geschrieben:
Damals, zu meiner Zeit, brauchte man keine Agenten. Wir, die Deutschen, waren quasi unter uns. Opern wurden ausschließlich in deutsch gesungen. In die wenigen, nicht im Krieg zerstörten Opernhäuser, strebten damals noch keine Ausländer.


Ich persönlich bin eher ein Originalsprachenfan. Die Übersetzungen sind oft grauslig. In der Regel passt auch die Sprachmelodie etwa des Italienischen einfach punktgenau zu Verdis Musik und kann sich jemand Wagner echt anders als deutsch vorstellen? Ich habe mich damit bis ins Russische begeben, was ziemlich mühsam zu merken war, aber für das Stück wäre mir alles andere falsch vorgekommen.

Die Frage der Sprache, in welcher man eine Partie drauf hat, kann allerdings auch essentiell für internationale Engagements sein. Schon das Umlernen einer Arie geht nicht so schnell, dass man z. B. innerhalb von 10 Minauten einspringen kann.

Das Thema der Sprache ist sicher nicht der Grund dafür, dass viele Osteuropäer/innen und Koreaner/innen vor Ort sind. Ich habe jedenfalls noch nie Koreanisch singen gehört. Die Arbeit dahinter, länge Passagen in einer Sprache zu singen, die man auch nicht nur ansatzweise gelernt hat, ist immens. Die Betreffenden machen das. Die Gründe habe ich vorher schon erwähnt. Es gibt halt Länder, denen ihre Künstler wichtiger sind und die finden hier in Deutschland dann die entsprechende Infrastruktur zum Karrieremachen.

LG
Dola


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2017, 01:01 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 5595
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
So, von unserer Konzertreise Mallorca soeben zurück, lässt es sich besser schreiben als im Hotelzimmer.

Dieses Thema ist unerschöpflich und wird immer wieder gerne hervorgeholt. Gerade jetzt habe ich wieder mal gesehen, dass Hochschule für eine Gesangsausbildung nicht zwingend ist, um gut singen zu können. Alle unsere Sänger, die jetzt auf der Reise dabei waren und gesungen haben, sind Profis. Ihr Erfolg in allen Bereichen der Musik hat es wieder mal gezeigt. Der einzige Nachteil ist eben, sie haben nichts verdient und haben ihre Reisekosten, so auch Hotel, selber gezahlt. Sie alle haben einen Brotjob und singen nebenbei ihre Konzerte und sind aktiv im Workshop dabei, sei es bei ospite oder bei Bel-Voce. Wichtig ist, sie haben Freude am Singen und das Publikum ebenso.

Wenn man eine sichere Existenz hat, nimmt man das eben gerne hin, anstatt als Sänger auf der Straße zu stehen, ohne einen Job des tätlichen Lebens.

So wie ospite, habe ich 24 Jahre an einer Bühne gesungen ohne einen Hochschulabschluss und unterrichte seit fast 40 Jahren, davon einige Jahre in einem Mädchen Internat. Mir selber war der Gesang, ob Bühne oder die vielen Konzerte (bei denen ich natürlich auch verdient habe) immer wichtiger als Geld und ich hatte keinen Stress.

Allerdings sollte man schon einen Partner haben, der das alles mitträgt und großzügig ist. Ich habe zwei Kinder groß gezogen und trotzdem Karriere gemacht, das eben nur, weil mein Partner das von vorneherein mitgetragen hat.

Es geht alles, man muss nur wissen was man will, was für ein Ziel man möchte.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2017, 01:07 
Offline
Ratgeber
Ratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 28.02.2011, 18:25
Beiträge: 583
Vorname: Dietmar
Nachname: Vollmert
Wie wahr, liebe Dola! Aber damals wurde tatsächlich nur deutsch gesungen, was ja heute auch noch an der Komischen Oper in Berlin praktiziert wird. Und dort müssen die Protagonisten aus dem Ausland halt den deutschen Text verinnerlichen big_lala ! " Schuld " daran war Walter Felsenstein, dessen Vermächtnis dort noch immer gepflegt wird. Wie Du, als Teilnehmerin an meinen Workshops, weißt, bin ich - wie Du - für die jeweilige Originaltextversion. Aber das kam erst in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts auf. In England und Frankreich sieht man das ohnehin lockerer. Wagner in englichem Idiom oder Tannhäuser auf französisch sind dort keine Seltenheit. E strano!

Ciao. ospite :n26:


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2017, 01:17 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 5595
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Ja....das waren noch Zeiten....alle Opern in deutscher Sprache...ich konnte mich schwer umgewöhnen, aber ...wie sagte schon Kaiser Franz Josef....es ist nun mal im Leben so..aus der Operette "Im weißen Rössl" von Benatzky

S’ist einmal im Leben so,
andern geht es ebenso
was man möcht’ so gern,
liegt so fern!

Wenn man alles haben könnt’,
wenn man ohne Mühe fänd’,
was man nie erreicht,
dann wär’s leicht.

Doch man sieht allmählich ein,
man muss hübsch bescheiden sein.
Schweige und begnüge dich,
lächle und füge dich,
s’ist einmal im Leben so,
allen geht es ebenso:
g’rad der allerschönste Traum
bleibt nur Schaum!“

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 08.03.2017, 23:11 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender
Benutzeravatar

Registriert: 02.09.2014, 08:03
Beiträge: 352
Vorname: S
Nachname: S
Ich denke, dass jede(r), die (der) singen möchte und es nicht wenigstens versucht hat, später bereut - und sei es nur eine kurze Zeit.
Der Vorteil eines 'offiziellen' Gesangsstudiums ist doch, dass man den Unterricht in Deutschland (fast) umsonst bekommt. Warum also Gesangsstunden zahlen, wenn man die Aufnahmeprüfung besteht? Das erschließt sich mir nicht.
Wie finanzierst Du denn im Moment Dein Leben und die Gesangsstunden?
Wenn das auch für die Zukunft gesichert ist, brauchst Du Dir ja keine Sorgen zu machen: Dann studier einfach Gesang! Basta!

Ich für meinen Teil habe damals mit 18 Abitur gemacht, die meisten allerdings mit 19. Danach habe ich eine Ausbildung gemacht, die ich mit 20 abgeschlossen habe.
Allerdings konnte man früher mit der entsprechenden Prüfung auch ohne Abitur Musik studieren. Mit 16 hatte ich das überlegt, aber meine Eltern hätten da nicht mitgemacht, die wollten, dass ich erst Abitur mache, was ich ja dann auch getan hab.

Zu Musik gehört m.E. ein enormer Ehrgeiz, etwas bestimmtes erreichen zu wollen, und sehr, sehr viel Übung.

Musikalische Partner wirst Du am ehesten an einer Musikhochschule finden, denn dort kann man viele musikbegeisterte Menschen treffen. Wenn Du darauf keinen Wert legst und eher einen finanziell gesicherten Partner suchst, dann findest Du den vielleicht woanders ... Mäzene gibt es vielleicht noch, da hab ich keine Ahnung ...

Viele können von ihrer Singerei nicht leben, deshalb müssen sie dann einen anderen Beruf ausüben. Fluglotse oder Pilot sollen immer noch sehr einträgliche Jobs sein. Das ist dann auf jeden Fall besser, als bei der benachbarten Bäckerei hinter der Theke zu stehen und auf 450 Euro-Basis Brötchen zu verkaufen, was kaum für die Miete reicht ...


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.03.2017, 09:23 
Offline
hat sich schon eingelebt
hat sich schon eingelebt

Registriert: 02.01.2013, 19:02
Beiträge: 281
Vorname: Monika
Nachname: C
Silvieann hat geschrieben:
Viele können von ihrer Singerei nicht leben, deshalb müssen sie dann einen anderen Beruf ausüben. Fluglotse oder Pilot sollen immer noch sehr einträgliche Jobs sein. Das ist dann auf jeden Fall besser, als bei der benachbarten Bäckerei hinter der Theke zu stehen und auf 450 Euro-Basis Brötchen zu verkaufen, was kaum für die Miete reicht ...


Kaum?! Wo wohnst Du? Für 450 € bekommt man z.B. in München nicht einmal ein Abstellkammerl.

Fluglotse und Pilot sind sehr einträglich, aber auch äußerst stressig. Da gibt es andere Berufe, die vielleicht als reiner Broterwerb besser geeignet sind. Wenn man die Arbeit gerne machen mag, dann ok. Aber nur für die Grundversorgung?

(BBCode muss ausgeschaltet sein, dann klappts auch mit einem alten PC, habe ich hier gemacht)

_________________
Viele Grüße
Monika


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.03.2017, 10:03 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender
Benutzeravatar

Registriert: 02.09.2014, 08:03
Beiträge: 352
Vorname: S
Nachname: S
moniaqua hat geschrieben:
Kaum?! Wo wohnst Du? Für 450 € bekommt man z.B. in München nicht einmal ein Abstellkammerl.
Nun, es gibt Gegenden auch in Deutschland, da bekommt man dafür eine Wohnung. Ich wohne auch nicht in München, und im Moment zieht mich auch nichts nach München.

moniaqua hat geschrieben:
Fluglotse und Pilot sind sehr einträglich, aber auch äußerst stressig. Da gibt es andere Berufe, die vielleicht als reiner Broterwerb besser geeignet sind. Wenn man die Arbeit gerne machen mag, dann ok. Aber nur für die Grundversorgung?
Nun, es ist auch gar nicht so einfach, Fluglotse oder Pilot zu werden. Da gibt es meines Wissens nach auch Altersgrenzen und viele weitere Anforderungen allein für die Bewerbung, sonst kann man das gleich haken. Und die Altersgrenzen, bei denen man in diesen Berufen in Ruhestand gehen darf, wurden meines Wissens nach auch - wie bei vielen anderen - nach oben geschoben. Das diente ja nur als Beispiel, ich kenne einen Fluglotsen und einen Piloten, und beide sind sehr zufrieden mit ihrem Job und haben auch wohl noch Zeit für Hobbies.
Wenn ich jünger wäre, hätte ich es vielleicht versucht, in einen dieser beiden Jobs zu kommen, aber nun ist es für mich zu spät.
Nichtsdestotrotz gibt es auch eine Reihe anderer guter Jobs. Es ist wichtig, das es einem Spaß macht - und für die meisten ist es auch wichtig, dass die Bezahlung stimmt. Und zweiteres ist eben für manche beim Gesang schwierig.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.03.2017, 10:45 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 5595
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Das ist doch völlig egal in welchen Berufen man arbeitet der einen ernährt, alle unsere Sänger im Ensemble haben ihren (stressigen) Beruf und singen nebenbei, haben Familie und Kinder bekommen, gerade die Sängerinnen.

Wer reiche Eltern hat, kann sicher studieren, aber wenn nicht, müssen die Studenten einen Nebenjob haben, wovon sollen sie sonst leben?

Es gibt eine Reihe von Weltsängern, die nie eine Hochschule besucht haben und trotzdem alles erreicht haben, wovon andere träumen.

Wenn man es wirklich zur Bühne geschafft hat, wird es nicht leichter. Die Konkurrenz schläft auch dort nicht, man braucht viel Ellenbogen, Geduld und waren...warten.... um auch die richtige Rolle irgendwann zu bekommen, man kann sich die Partner nicht aussuchen und viel Glück vielleicht mal als Einspringerin das große Los zu ziehen.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 09.03.2017, 14:56 
Offline
hat sich schon eingelebt
hat sich schon eingelebt

Registriert: 02.01.2013, 19:02
Beiträge: 281
Vorname: Monika
Nachname: C
Silvieann hat geschrieben:
Zitat:
Nun, es gibt Gegenden auch in Deutschland, da
bekommt man dafür eine Wohnung. Ich wohne auch nicht in München, und im Moment zieht
mich auch nichts nach München.

Nun :D, hoffentlich gibt es da dann auch Stellen. Ich kenne auch Gegenden, sogar in Bayern, wo man weniger Miete zahlen muss. Allerdings, 450 €, dafür bekommt man auch dort nicht so arg viel. Für einen alleine, vielleicht, aber sobald Familie ins Spiel kommt, braucht man mehr als ein Zimmer/Appartement. Und leben muss man auch noch von irgend etwas...
Zitat:
Nun,
es ist auch gar nicht so einfach, Fluglotse oder Pilot zu werden. Da gibt es meines
Wissens nach auch Altersgrenzen und viele weitere Anforderungen allein für die Bewerbung,
sonst kann man das gleich haken. Und die Altersgrenzen, bei denen man in diesen
Berufen in Ruhestand gehen darf, wurden meines Wissens nach auch - wie bei vielen
anderen - nach oben geschoben.

Richtig. Deswegen bin ich der Meinung, wenn man einen Beruf nur zum Broterwerb sucht, damit man singen kann, ist Fluglotse oder Pilot vielleicht nicht geeignet. Das macht man, weil man es machen mag, weil man diesen Beruf gerne ausübt.
Zitat:
Nichtsdestotrotz gibt es auch eine Reihe anderer guter Jobs. Es ist wichtig, das
es einem Spaß macht - und für die meisten ist es auch wichtig, dass die Bezahlung
stimmt. Und zweiteres ist eben für manche beim Gesang schwierig.

Eben.
Danke für's Reparieren, musica. Ich kann beim einzelnen Beitrag BBCode nicht ausschalten; nur im Kontrollzentrum allgemein und dann kommt das heraus, das oben ist. Was mich vor allem etwas irritiert ist, dass es bisher eigentlich (mit dem selben Browser) klaglos ging.

_________________
Viele Grüße
Monika


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.03.2017, 15:28 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1738
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Noch kurz was zum Opernchor. Mein Mann singt ja nun hauptberuflich in einem, so dass ich da auch den einen oder anderen Einblick erhalte. Und da bei Kollegen durchaus sehe, dass es möglich ist, den Beruf und die Familie unter einen Hut zu bekommen. Es kommt immer ein wenig auf die Konstellation an, aber das ist bei anderen Berufen ja auch nicht anders. Ich hätte es mir z. B. auch überlegt, ob ich mich als Übersetzerin selbständig mache, wenn ich keinen Mann gehabt hätte, der ein geregeltes Einkommen hat, wie es im Opernchor (Staatstheater) der Fall ist. Ob der Verdienst nun gut ist, ist wohl Ansichtssache, aber es gibt Jobs, die weitaus schlechter bezahlt sind und im Fall meines Mannes hat er seinen Traumjob gefunden und das macht die Tatsache, nicht zu den Topverdienern des Landes zu gehören, mE mehr als wett.

Der Opernchor ist also mE eine durchaus valide Option, wenn man das Singen professionell ausüben möchte, gern auf der Bühne steht und dabei ein sicheres Auskommen haben möchte. Allerdings gilt auch hier, dass die Konkurrenz (insbesondere beim Sopran) riesig ist.

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2018, 18:25 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 17.05.2015, 23:10
Beiträge: 129
Vorname: K.
Nachname: F.
MiraBelle hat geschrieben:
(...)Ich werde in einer Woche 22 und singe mittlerweile seit 5 Jahren. Seit ich 16 bin wollte ich immer Opernsängerin werden, habe aber immer mit einem Gesangsstudium nicht angefangen, weil ich bei meiner alten Lehrerin sehr große Stimmprobleme hatte. Nach einem Lehrerwechsel vor einem Jahr haben sich diese endlich gelegt (yay!) und mein neuer Lehrer und ich planen nun seit einigen Monaten die Aufnahmeprüfung.


Du sangst also mit Stimmproblemen, die, wie Du sagst, sogar sehr groß waren, ca. vier Jahre lang ohne Lehrerwechsel??? Worin bestanden die Stimmprobleme denn?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.03.2018, 20:32 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 13.11.2005, 19:26
Beiträge: 1871
Wohnort: Starnberg/London *21.12.
Vorname: A
Nachname: N
Liebe MiraBelle,

nun will ich mich auch kurz zu Wort melden.

Ich kann mich vielem dem zuvor geschriebenen zu 100% anschließen. Nur noch eins: Du schreibst, dass Du befürchtest, dass evtl. Deine Beziehung oder Ehe an dem Beruf der gestressten und reisenden Sängerin zerbrechen könne. Glaub mir, es gibt so viele Gründe, dass eine Beziehung in die Brüche gehen kann oder auch nicht. Mit dem Beruf hat das oft wenig zu tun. Es liegt einzig und allein an den beiden Helden, die mutig eine Beziehung eingehen und sie zusammen gestalten. Es gibt immer Möglichkeiten, alles unter einen Hut zu bekommen. Ich würde mir im Vorfeld nie und nimmer so viele Gedanken machen. Oft fügt es sich alles wie von selbst, manchmal muß man auch für etwas kämpfen und hartnäckig sein. Aber versuche, eine positive Grundeinstellung allem gegenüber zu haben. Du bist noch so jung und die Welt steht Dir offen. Das ist doch eine grandiose Ausgangssituation !!

Du schreibst Du bist 22 Jahre und die Zeit würde davon rennen und dass Du dich ja nun so langsam auch mal für einen Beruf entscheiden müsstest.. Ich habe einen Sohn in genau Deinem Alter. Er hat ein G8-er Abi gemacht und wurde mit 6 eingeschult und durfte nach dem Abi erst mal ein bisschen hier und da schnuppern, was ihm gefallen könnte und wo er seine Talente sieht.. So langsam hat er sich entschieden und es ist sicher, dass er auch noch einige Zeit bis zu seinem Abschluß braucht. Er hat auch mit Profimusik angefangen, hat sich dann aber für einen anderen Studiengang entschieden und spielt nun, neben seinem Studium der Mathematik, erfolgreich bei vielen Jazzbands mit.. hat also auch seine Leidenschaft und sein Talent zu einem sehr hoch entwickelten Hobby gemacht.
Heutzutage ist es für Junge Erwachsene überhaupt nicht leicht oder extrem kompliziert, den Beruf seines Lebens zu finden. Ok, die Welt steht einem offen, viel mehr als es dies noch vor 30 Jahren der Fall war.., aber gerade dies macht es einem auch schwer, sich zu entscheiden und die richtige Wahl zu treffen. Damit will ich sagen: Wage doch erst einmal den Sprung ins sozusagen kalte Wasser. Mach die Aufnahmeprüfungen, sieh wie dir das alles gefällt und ob es "dein Ding" ist.. Wenn es für dich finanziell möglich ist, gönne dir diesen Luxus, dich ausprobieren zu dürfen.. Und setz Dich bloß nicht zu sehr unter Druck. Es wird sich alles finden, glaube mir.

Liebe Grüße,

Silje

_________________
...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
--------------------------- -----------------------------

www.angelikasopran.de


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 19 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

Sopran-Solo für Hochzeit (für fortgeschrittene Anfänger ;-))
Forum: Literatur
Autor: Anonymous
Antworten: 12
BlackOut beim Solo
Forum: Sängerseele
Autor: Mama2009
Antworten: 8
Ersten Solo-Auftritt absolviert
Forum: Sängerseele
Autor: Rotkehlchen
Antworten: 10
Partnerschaft / Ehe / Freundschaft + Musik
Forum: Sängerseele
Autor: rugero
Antworten: 21

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron




Hosted by iphpbb3.com

Impressum | Datenschutz