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 Betreff des Beitrags: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 05.10.2012, 10:28 
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Hallo,


es geht um die hohen Töne (e'' und höher) und die liebe Seele.

Einige der Chorfreunde meinen, ich müsste eigentlich auch diese Töne schaffen und hätte eine "seelische Blockade".

Was bitte ist das, wie stellt man das fest, und was kann ich dagegen tun ?

Gruß

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 05.10.2012, 11:25 
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e"? Bist Du Sopran?
oder doch e'? Für einen ungeübten Neuling im Bass ist das schon irgendwie an oder knapp jenseits der Grenze...
Ihr seid schon irgendwie ein lustiger Chor... den würd' ich gerne mal hören...

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 05.10.2012, 14:27 
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Hallo Andreas HL,

sorry, aber wenn ich so einen Mist höre, dass Du die Töne nicht schaffst wegen sogenannter "seelischer Blockade", dann könnte ich persönlich das große Ko... kriegen. So eine LariFari-Aussage, gemacht von vielen selbst ernannten Pantoffel-Psychologen, macht mich wütend.

Ich würde mich an Deiner Stelle durch nichts und niemanden beirren lassen und ganz in Ruhe, auch zu Hause, meine Stimm/Singübungen machen. Einen Ton und eine Höhe erzwingen zu wollen, ist m.E. totaler Nonsens; zudem kommt mir das e" auch etwas komisch vor, aber gut.


Sicherlich gibt es Situationen im Leben, wo man, durch privaten oder beruflichen Ärger, stimmlich oder körperlich, nicht die gewohnte Leistung erbringen kann. Dafuer kenne ich Dich und Dein Leben aber zu wenig, um da irgend welche Schlüsse zu ziehen.

Vielleicht hast Du auch einfach nur Bedenken, dass Du den hohen Ton nicht so hinkriegst wie Du das gerne haettest.Vielleicht braucht es eben noch Zeit.

Ich würde Ruhe bewahren, Deinen Sangeskollegen vielleicht auch mal ein bisschen bestimmter und entschlossener entgegen treten und nicht gleich alles auf die Goldwaage legen, was von deren Seite gesagt wird.


LG Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 05.10.2012, 22:51 
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Hallo Andreas! HL!

Du denkst zu viel nach ; das ist nicht nötig big_denken
Versuche es ohne Druck,ohne... Blockaden /?!/ zu singen,es wird schon klappen.
Je mehr Du Dich reinsteigerst, desto mehr negative Gedanken und Versagensängste
werden Dich bremsen.
Dinge ungezwungen, keiner verlangt doch von Dir unmögliche Sachen, tue es langsam,
es wird schon werden...
Du musst selber an Dich glauben , die anderen kochen auch nur mit Wasser...
Ich höre auf mein Verstand, Logik und Bauchinstinkt und das hat mich selten enttäuscht.
Ist Deine Frau auch so ängstlich?
Singen ist natürliche Sache und bedarf keine komplizierte Psychotricks.
Ich wünsche Dir mehr Mut und Glaube an Dich selbst ; Du schaffst das big_lala
Liebe Grüsse
von Mariella :92


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 06.10.2012, 21:22 
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Lieber Andreas,

ich kenne diese Sprüche bezüglich "seelischer Blockade" selbst nur allzu gut und kann Dir da nur sagen: Zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus... haushalt__005.gif

Wenn Dir diese schlauen Menschen nicht sagen können wie Du hohe Töne erreichen kannst, dann sollen sie die Klappe halten und ansonsten diese hohen Töne eben selber singen! big_wut1

Ich glaube es ist irgendwie eine Modeerscheinung geworden, irgend welche Dinge die man nicht kann auf "seelische Blockaden" zurückzuführen, nur weil man etwas nicht kann was andere Leute doch auch können.

Du hast mal geschrieben dass Du eine sehr tiefe Stimme hast, damit ist wohl gemeint dass Du sehr weit hinunter singen kannst und dass auch Deine "Wohlfühllage" tiefer ist als bei anderen Leuten die im Chor Bass singen, warum sollst Du dann so hoch singen können wie andere deren Stimme nicht so weit hinunter reicht? Kann doch schon von der Logik her gar nicht sein.

Von einer "seelischen Blockade" spricht man, wenn jemand z. B. aufgrund einer früheren schlechten Erfahrung sich nicht traut, Dinge zu tun die er eigentlich, nämlich von seinen körperlichen Anlagen her, sehr wohl könnte (Klassisches Beispiel: Einem Kind wurde im Musikunterricht gesagt es könne nicht singen und sei unmusikalisch), oder wenn jemand so "wohlerzogen" ist dass er nicht "aus sich herausgehen" kann, und deshalb nicht im Stande ist Dinge zu tun die er sonst nie tun würde wie eben höher singen, lauter singen oder überhaupt alleine singen.

"Dagegen tun" kann man nur bedingt etwas - sollte es denn wirklich daran liegen - das hängt auch von der Persönlichkeitsstruktur ab. Nicht jede Grenze - ob stimmlich oder mental - muss überschritten werden. Manche Grenzen - ob nun "Blockade" oder nicht - sollte man einfach akzeptieren. Das ist, nach meiner Erfahrung, immer noch die bessere Methode als eine Grenze unbedingt "erweitern" zu wollen. Wenn Du Dich wohlfühlst mit dem was Du tust, dann lösen oder zumindest verringern sich "Blockaden" ganz von selbst, und wenn sie dies nicht tun, dann sind es eben keine "Blockaden", schon gar keine seelischen - darin liegt der Unterschied.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 29.11.2012, 17:46 
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Naja, ein ganz kleines bisschen ist nach meiner Erfahrung aber schon dran, obwohl „seelische Blockade“ wirklich ein bisschen zu krass formuliert ist.
Bei mir als Laiensängerin ohne wirkliche Technik und mit entsprechend kleinem Stimmumfang geht es bis zum f’’ völlig problemlos, and guten Tagen bis zum g’’ und an den wenigen sehr guten an denen alles stimmt bis zum a’’. Danach ist endgültig Schluß. Eigentlich.
Dennoch habe ich neulich in der Stimmbildung ein b’’ gesungen, das für mich ein unerhört hoher Ton ist.Ich wußte nicht, dass es ein b’’ist (ich höre nicht absolut) und habe munter drauflos gekräht (und ja:ein bisschen hat es sich auch danach angehört :pfeif: ). Die Stimmbildnerin hat uns dann erklärt, was mit Körper und Stimmapparat passiert wenn man Angst hat weil man den hohen Ton in den Noten sieht, dass man verkrampft, die Schultern nach oben gehen und überhaupt vieles passiert, was beim singen nicht passieren soll.
Hat man keine Noten vor sich ist kriegt man auch nicht so schnell Angst. Ich komme beim Einsingen IMMER höher als später mit dem Klavierauszug in der Hand, und das IST eine Kopfsache.
Für mich gilt also wirklich: wenn ich Angst habe singe ich schlecht. Ich versuche daher, mir die Angst abzugewöhnen. Es sind nur hohe Töne, und die Welt geht nicht davon unter wenn sie gelegentlich ein bisschen gequält klingen, auch wenn ich mir das natürlich anders wünsche, aber das ist ja der Grund, warum es bei mir immer nur zum Amateurgesang gereicht hat.
Im Konzert habe ich Töne die mir so gar nicht aus der Kehle wollten in Einzelfällen auch schon weggelassen. In der Missa Solemnis von Beethoven muß der Chorsopran das b’’ gefühlte 20.000 mal singen. Einige davon habe ich mir gespart, da sie meiner Stimme auf Dauer nicht gut tun und es genug Sopranistinnen gibt, die diesen Ton haben.
Im Übrigen ist es doch völlig normal, dass auch eine von der Anlage her hohe Stimme ohne wirkliche Technik recht bald an ihre Grenzen kommt.
.

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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 14:44 
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Kann Mina da nur zustimmen und ich glaube, fast jede(r) (ausgenommen die Nachtigallen, für die die Stratosphäre von Anfang an ein Spaziergang war :92) von uns hat doch mal ähnliche Erfahrungen gemacht, oder? Bei den Stimmübungen kam man, sofern man das Klavier nicht gesehen hat), wer weiß wie hoch, sah man dann die Noten vor sich, schaltete sich sofort diese böse kleine Stimme ein "Ohgottohgottistdashochdasschaffichnieundnimmer" und das war's dann. Singen ist eben eng mit der Psyche verbandelt und seien wir mal ehrlich, so ein bisschen sind wir doch alles kleine Sensibelchen (manche mehr, manche weniger...), nicht wahr? :pfeif: Nicht umsonst heißt es ja auch, dass die Angst einem den Hals zuschnürt. Ich zumindest habe für mich festgestellt, dass wirklich die meisten Schwierigkeiten, die im Laufe meiner Gesangsausbildung aufgetreten sind, auf "Kopfdinge" zurückzuführen sind. Der Rest ist Training - denn, wie Mina auch schon sagte, man muss sich auch bewusst sein, dass der Stimmapparat trainiert werden muss. Und entgegen so mancher Aussagen, die man im Netz findet, geht das nicht von heute auf morgen.

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 16:55 
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Ich stimme sowohl Mina als auch Octaviane zu. Bei mir ist singen zu 90% Kopfsache, glaub ich.
Ich sitze zum Beispiel im Chor und bin manchmal nicht fähig ein g'' zu singen - was für mich überhaupt kein Problem ist, selbst uneingesungen. Einfach weil ich immer denke, ich muss im Chor anders singen. Im Unterricht habe ich dieses Problem einfach nie, abr da darf ich ja auch nicht verkrampft auf Noten gucken, sondern muss mich auf andere Sachen konzentrieren.
Ich glaube, Singen ist fast nur Kopfsache (neben einer gewissen stimmlichen Veranlagung natürlich und einem Training!). Wer seinen Kopf austrickst oder unter Kontrolle kriegt, der kann auch singen (lernen)!


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 17:28 
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Hallo Dani,

so sehe ich das auch. Und wenn man mal irgendwelche schwerwiegenden körperlichen Dysfunktionen außen vor lässt, sind glaube ich, viele unserer Probleme auch echt hausgemacht (zumindest ich hab da ein echtes Talent haushalt__005.gif). (Einiges kommt natürlich auch von außen, man wird so oft mit so unterschiedlichen Einschätzungen und Meinungen bombardiert, dass man irgendwann gar nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht - und auch das kann dann mE zu "Blockaden" führen.)

Interessant finde ich auch, was du über deine Schwierigkeiten sagst, manchmal im Chor ein g" zu singen. " Einfach weil ich immer denke, ich muss im Chor anders singen". Ich kann das gut nachvollziehen. Bei mir war es eher so, dass ich immer versucht habe, irgendwelche vermuteten Ideale anderer in Bezug auf den Stimmklang bei verschiedenen Gesangsstilen (Bach vs. Mozart vs. Puccini vs. Wagner z. B.) zu erreichen und mich dabei stellenweise fürchterlich verbogen habe (ich habe Bach immer wie auf rohen Eiern gesungen, natürlich fällt das dann schwer). Seitdem ich versuche in erster Linie mit meiner Stimme und menem Instrument zu singen, ist vieles so viel leichter geworden. Natürlich singe ich eine Bachkantate immer noch anders als eine Wagnerarie, aber das ist ja auch eine Sache des Stils (und vieles ist in der Komposition schon vorgegeben). Aber in erster Linie singe ich jetzt und lasse andere entscheiden, ob sie meine Stimme für ein bestimmtes Genre mögen oder nicht. Vieles ist eh Geschmackssache.

Oder um es mit den Worten unseres lieben ospite zu sagen: "Don't think - sing" big_ok

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 17:52 
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Ohhhja, Octaviane, das mit den Stilen kenne ich auch nur zu gut! Das wird inzwischen bei mir aber auch besser, weil es meine Lehrerin nicht interessiert, was für ein Stil das ist - Hauptsache ich singe richtig :D Und natürlich ist es so, dass das meiste stilistisch sowieso vom Komponisten so komponiert und an unserer Stimme an sich können wir ja nichts ändern.
Aber das muss ich im Chor trotzdem noch lernen. Habe da mit argen Problemen zu kämpfen und weiß jetzt wieder, warum die Chorpause für mich gar nicht so schlecht war. Bin gespannt, wie sich das entwickelt. Ich sing mich im Chor auch immer so "fest" und dann quetsche ich, dann sing ich mich fester, etc. Das ist ein Teufelskreis und ich komm da noch nicht so gut raus.
Da ich aber weiß, dass es im Unterricht ja auch geht, bin ich mir sicher, dass das reine Kopfsache ist und nichts Anderes.

Dieses Gerede von: "Deine Stimme passt aber nicht zu Bach" kann ich aber sowieso nicht mehr hören. Ich wüsste gern, was Bach selbst heute dazu sagen würde :D

big_lala


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 18:51 
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Als junges Mädchen habe ich mich mit einer erschütternden Ahnungslosigkeit durch alles geträllert was ich auf den alten Opernplatten meiner Mutter gehört habe und wäre nie auf den Gedanken gekommen, daß daran irgendetwas schwer sein könnte oder man Angst haben müsste. Ein bisschen von dieser Ahnungslosigkeit hätte ich gerne wieder zurück...
Das mit dem Festsingen im Chor kenne ich leider auch. Zum Glück haben wir im Chor wirklich gute Stimmbildung von einer Berufssängerin die nicht nur das Einsingen macht, sondern uns auch Tips gibt wie man das Festsingen verhindern oder sich helfen kann, wenn es schon passiert ist.
Da ich nie guten Unterricht hatte, und meine wenigen Erfahrungen mit Gesangsunterricht schlecht waren ((Zitat des GL: „Ja, Halsschmerzen können bei schweren Stücken schon mal vorkommen“!!!! big_wut1 ), weiß ich bis heute nicht, welche Stimme ich eigentlich habe. Der Stimmklang ist hell, leicht, „süß“ und spricht wohl für eine hohe, leichte Stimme, aber die wirkliche Höhe fehlt eben. Bin ich nun ein hoher Sopran dem mangels Technik und Mut einfach die Höhe fehlt, oder ein Mezzo mit einer ungewöhnlich hellen Stimmfärbung?
Mir ist schon klar, daß man das per Ferndiagnose nicht rausfinden wird, aber ich wüsste es schon gerne, obwohl das im Choraltag nichts ändern würde da ich eindeutig kein Alt bin.
Zu den Stilen: das ist m.E. bis zu einem gewissen Grad dem Geschmack und Zeitgeist unterworfen. Kein Mensch würde heutzutage z.B. eine Erna Berger als Butterfly oder Violetta besetzen, und doch hat sie zu ihrer Zeit beides gesungen, Violetta sogar auf der Bühne und nicht nur für die Schallplatte.
Auf der anderen Seite wird m.E. heutzutage Belcanto manchmal mit Stimmen besetzt, die nach meinem Geschmack zu schwer dafür sind.
Anna Netrebko z.B. ist für mich keine Lucia, hat aber großen Erfolg damit gehabt.
Natürlich soll man Mozart nicht wie Verdi singen, nicht als international bekannter Solist und auch nicht als Wald- und Wiesensopran im Wald- und Wiesenchor, aber das wird auch hoffentlich niemand tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 20:30 
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Hallo,

Danke für die vielen lieben Beiträge. Eine Frage noch - ich habe ja die CD von unserem AUftritt. Auf dieser CD sind auch normale Kirchenlieder, vom Chor gesungen. Ist es normal, dass sich diese Lieder viel besser anhören als die Stücke aus der Missa brevis ?

Kann ich hier auch Musik hochladen ?

Gruss

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 30.11.2012, 23:00 
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Hallo Andreas,

hm, sagen wir mal so - Wenn der Chor mit den "normalen Kirchenliedern" besser zurecht kam (weil sie einfacher sind oder aus was für Gründen auch immer) finde ich es schon normal, dass sie sich besser anhören. Das ist aber vollkommen ins Blaue gesagt, da ich die Aufnahme ja nicht kenne.

@Mina: Du sprichst mir aus dem Herzen! Ich wünschte auch oft, ich hätte mir ein wenig von meiner Unbedarftheit aus der Zeit vor dem Gesangunterricht (und den Gesangsforen ... :n129: ) erhalten. Als ich noch keine Ahnung von Stimmfächern hatte, habe ich auch alle Opern-CDs rauf und runter gesungen, mit dem Erfolg, dass ich besonders im dramatischen Mezzorepertoire immer noch zahlreiche Arien mehr oder weniger auswendig kenne, von denen ich heute sicher weiß, dass ich sie lieber nicht öffentlich singen sollte :kaffee Denn nur weil man alle Töne einer Arie kriegt, heißt das ja nicht, dass man seine Umwelt unbedingt damit beglücken muss ...
(Im Übrigen empfehle ich das nicht unbedingt zur Nachahmung - ich habe das Glück über eine recht robuste Stimme zu verfügen und habe vielleicht einfach auch instinktiv so gesungen, dass mir all diese Experimente nicht geschadet haben).

Was den Zeitgeist und den Stil angeht, gebe ich dir auch recht, nur bei der Sache Mozart/Verdi muss ich etwas widersprechen. (Wobei man das vielleicht doch auslagern sollte, das wird langsam doch etwas OT)
Immerhin gab es auch mal eine Zeit, in der man nichts dabei fand, dass "substantielle" Stimmen Mozart gleichzeitig mit Verdi oder sogar Wagner sangen. Sicher gibt es Unterschiede in der Kompositionsweise, aber besonders wenn man sich den frühen Verdi ansieht, gibt es mE doch auch einige Parallelen. Auch hier ist Finesse gefragt und Genauigkeit und was schwer ist, darf nicht schwer klingen. Aber es ist sicherlich auch Geschmackssache - ich persönlich mag ja auch bei Mozart ganz gerne mal größere Stimmen. Was nicht bedeutet, dass man alles im Dauerfortissimo durchbrülllen soll - aber das möchte ich bei Wagner ebenso wenig haben.

Das nur ein paar eher ungeordnete Gedanken in den Abendstunden ...

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: seelische Blockade
BeitragVerfasst: 01.12.2012, 18:40 
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Hallo Andreas,

ja, Du kannst Musik hochladen... big_ok

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