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 Betreff des Beitrags: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 29.10.2013, 12:34 
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Hallo,

am Sonntag hatten wir (vier Chöre zusammen) unseren Auftritt und gestern den normalen Probenabend. Nun hätte ich mich über eine Rückmeldung unseres Chorleiters gefreut, wie denn unser Gesang aufgenommen worden ist, aber es kam nichts. Erst auf direkt Nachfrage nach der Probe hieß es, wir hätten gut gesungen. Kein weiteres Wort.

Ich hätte da einiges mehr erwartet, egal, ob positive oder negative Kritik. So ist es sehr schade, ich bringe mich doch nicht ein, nur damit dann einfach alles "abgehakt" wird.

Wie läuft das denn so bei anderen Chören ? Kurze Besprechnung, "Manöverkritik" oder Tagesordnung ?

Gruss

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 29.10.2013, 14:04 
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Hallo Andreas,

wir sind zwar kein Chor, direkt nach dem Konzert sage ich auch sehr wenig, vor allen Dingen keine Kritik. Den Auftritt muss man erst einmal sacken lassen, sich freuen über das Konzert, darüber, dass die Zuhörer begeistert waren. Die Kritiken kommen manchmal von den Sängern selber, sie waren mit sich nicht zufrieden, das blocke ich aber ab, was gewesen ist, kann man nicht mehr ändern, damit ist es gut.
Bei uns hier im Forum gibt es für die Mitglieder der Bel-Voce ein eigenes Forum das nennt sich "Nachlese", dort schreibe ich über das Konzert, aber nur den Gesamteindruck und nicht über die einzelnen Sängern. Wenn nötig, schreibe ich sie persönlich an oder telefoniere mit ihnen.

Von meiner Chorzeit kann ich nur berichten, der Chorleiter hat auch nie etwas nach den Konzerten gesagt, wir haben es aber daran gemerkt, dass ein bestimmtes Stück das im Konzert gesungen wurde, nochmal geprobt wurde.

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 29.10.2013, 14:16 
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Hallo Erika,

danke für die Antwort. Ich glaube, meine Sängerseele ist manchmal ein sensibles Pflänzchen.

Unsere Kantorei tritt bisher nur in Kirchen auf, da gibt es dann weniger bis keinen Applaus.

Aber es stimmt schon, die einzelnen Sänger wissen eigentlich, was sie -sich- geleistet haben. Das letzte Stück (Abendlied von Rheinberger) war daneben, aber das wurde auch erst einen Tag vor dem Auftritt in das Programm aufgenommen, wir hatten es zuletzt vor einem Jahr gesungen.

Ich bin dann mal weg, mir 'ne Viertelstunde Schulterklopfen, ich fand mich nämlich gar nicht so schlecht big_applaus :-)

Gruß

Andreas


big_bye


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 29.10.2013, 15:24 
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Manöverkritik ist wichtig, auch und besonders unter Einbeziehung von externen Stimmen - meist gibt es ja vom Publikum, der Presse, anderen beteiligten Musikern etc. auch irgendwelche Meinungen dazu.
Zur Tagesordnung übergehen und so tun, als ob nichts gewesen wäre, entäuscht nicht nur die Erwartungen des Chores, sondern vertut auch einige didaktische Möglichkeiten...

Jetzt könnte es natürlich gewesen sein, daß Ihr so was von grottenschlecht wart, daß er Euch nur schonen wollte, ohne Euch anzulügen...
(ist natürlich nicht ernst gemeint, aber diese Option besteht prinzipiell natürlich auch...)

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 29.10.2013, 22:05 
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Hallo Andreas,

ich kenne beides: es wir so gut wie gar nicht darüber gesprochen oder der Chor und Chorleiter setzen sich zusammen und tauschen sich darüber aus, wie das Konzert erlebt wurde. Auch was an Rückmeldungen aus dem Publikum bekannt ist, wird angesprochen.

Ich persönlich finde es wichtig, darüber zu sprechen. Häufig (eigentlich immer :) ) gibt es Unterschiede in der Wahrnehmung und es ist gut, sich darüber auszutauschen. Auch organisatorische Dinge werden bei der Gelegenheit angesprochen, um sie zu verbessern. Ebenfalls wird über die Stückauswahl gesprochen; nicht immer teilen alle Chormitglieder in den Proben den Geschmack des Chorleiters, lassen sich jedoch auf des Experiment ein. Dann ist es wichtig zurückzuschauen, ob doch mehrere Sänger/innen nun doch mit der Zeit/mit dem Konzert Zugang zu dem Stück gefunden haben usw.

Nun ist jedoch der Zeitabstand Konzert - Probe auch sehr kurz gewesen. Vielleicht ist es ganz gut, mehr als eine Nacht über die Eindrücke zu schlafen und sich dann in der nächsten Probe darüber auszutauschen. Vielleicht ist es möglich, dass Du das vorschlägst?

Viele Grüße

Raupe

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"Musik ist die Kurzschrift des Gefühls."

(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 08:52 
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Hallo,

ich weiß, es ist kein Argument, aber unser Chorleiter "macht das immer so". Sonnabend ist Probe, Sonntag ca. 1 1/2 Stunden Probe, direkt danach Auftritt. Also innerhalb von 24 Stunden dann ca. 3 1/2 Stunden Proben und der Auftritt selbst. Kommt mir doch etwas viel vor.

Im Chor gehöre ich zu den wenigen, die nachfragen, auch mal eine Änderung vorschlagen oder kritisieren. Aber mit Kritik hat es unser Chorleiter nicht so, da ist er sehr empfindlich.

Hinzu kommt, dass die vielen alten Hasen es so gewohnt sind und gar nicht auf den Gedanken kommen, etwas ändern zu wollen oder zu kritisieren.

Aber auch meine Göttergattin reagierte sehr verschnupft, als ich die "Sangesleistungen" von Alt und Sopran beim letzten Stück ("Abendlied" von Rheinberger) ansprach. Vielleicht hätte ich das Wort "Gejaule" in meiner Kritik vermeiden sollen big_psst .

Wobei ich letztens hörte, dass grade das Abendlied eigentlich nur von jungen Damen unter 40 gesungen werden sollte, weil es sonst Katzenmusik wird. Stimmt das ?

Gruss

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 10:16 
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Ich bin über 40 und singe den ersten Sopran beim Abendlied (mittlerweile) gerne und gut - und übrigens alleine, wie immer bei geteiltem Sopran im Vocalensemble. Das sollte also kein Kriterium sein! Wenn es sich nach "Gejaule" anhört, dann liegt es wohl viel mehr an mangelhafter Technik. Das mal so als Nebenbemerkung.

Chorleiter sind unterschiedlich. Und entsprechend unterschiedlich ist es auch, ob und wann sie Rückmeldung geben. Mein Chorleiter bedankt sich üblicherweise in der Probe nach dem Konzert oder Gottesdienst und gibt eine kurze Rückmeldung, wie wir uns geschlagen haben. Ein anderer mir bekannter Chorleiter wiederum bedankt sich sofort nach dem Ende des Konzerts / des Gottesdienstes und deutet mit Gesten an, ob er es gut fand. Ein ehemaliger Chorleiter von mir hat nie was gesagt. Aber üblicherweise merkt man es doch auch an den Reaktionen der Zuhörer, ob man gut war oder nicht. Bei unserem Mozart-Programm am 20. Oktober konnte man in der Kirche eine Stecknadel fallen hören, während wir gesungen haben. Also muß es gut gewesen sein. Außerdem kam hinterher von vielen Zuhörern die Rückmeldung, sie hätten so richtig Gänsehaut gehabt, weil es so schön war. Mehr kann man doch gar nicht wollen!

Vielleicht ist es bei Deinem Chorleiter einfach so, daß er nach einem Konzert die ganze Sache sofort komplett abgeschlossen hat und gar nicht auf die Idee gekommen ist, daß andere das vielleicht anders sehen. Wenn man also eine Rückmeldung haben will, muß man das aussprechen. Allerdings frage ich mich mittlerweile, ob Du in dem Chor am richtigen Platz bist, wenn Dich so viele Dinge stören. Aber da mußt Du selber abwägen, was überwiegt.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 10:30 
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AndreasHL hat geschrieben:
ich weiß, es ist kein Argument, aber unser Chorleiter "macht das immer so".

nein, das ist kein Argument - weder für Chorleiter noch für Chorsänger

AndreasHL hat geschrieben:
Sonnabend ist Probe, Sonntag ca. 1 1/2 Stunden Probe, direkt danach Auftritt. Also innerhalb von 24 Stunden dann ca. 3 1/2 Stunden Proben und der Auftritt selbst. Kommt mir doch etwas viel vor.

wird bei manchen Laienchören gerne so gehalten. Komplette Probe vor dem Auftritt: nun ja. Manche brauchen's vorher nochmal komplett (für das Kurzzeitgedächtnis, weil sie's seit der letzten Probe schon wieder vergessen haben und Notizen in den Noten haben sie natürlich nicht nötig), bei andern ist dann nach der Probe schon mal die Stimme weg, weil sie sich die in der Probe schon aus dem Hals geschrieen haben...
Kann aber auch daran liegen, daß man (wenn man eines braucht) das Orchester nur für einen Termin bekommt, und irgend eine Verständigungsprobe mit allen sollte man schon machen...

AndreasHL hat geschrieben:
Im Chor gehöre ich zu den wenigen, die nachfragen, auch mal eine Änderung vorschlagen oder kritisieren.

...a priori erst mal gut...

AndreasHL hat geschrieben:
Aber mit Kritik hat es unser Chorleiter nicht so, da ist er sehr empfindlich.

...und da ist eine Ferndiagnose schlicht unmöglich. Das kann sowohl daran liegen, daß er prinzipiell kritikunfähig ist, aber (für einen Aussenstehenden) mit der gleichen wahrscheinlichkeit auch daran, daß die Kritik in Form und/oder dem Inhalt unangemessen ist. Was man allerdings ganz klar feststellen kann: für die Interpretation gilt ausschließlich die Ansage des Dirigenten, da gibt es keine "Änderungswünsche" oder "Kritik". Chor (oder Orchester) ist keine basisdemokratische Veranstaltung...
Wer es in dieser Hinsicht besser zu können glaubt, muß sein eigenes Ensemble gründen

AndreasHL hat geschrieben:
Hinzu kommt, dass die vielen alten Hasen es so gewohnt sind und gar nicht auf den Gedanken kommen, etwas ändern zu wollen oder zu kritisieren.

Kritik ist kein Selbstzweck. Vielleicht "passt" das ja auch alles für sie und sie sind hochzufrieden.

AndreasHL hat geschrieben:
Aber auch meine Göttergattin reagierte sehr verschnupft, als ich die "Sangesleistungen" von Alt und Sopran beim letzten Stück ("Abendlied" von Rheinberger) ansprach. Vielleicht hätte ich das Wort "Gejaule" in meiner Kritik vermeiden sollen big_psst .

Wie war das mit Form und Inhalt? Es ist nie DER Sopran, Alt, Tenor, Bass - es sind immer Einzelne!

AndreasHL hat geschrieben:
Wobei ich letztens hörte, dass grade das Abendlied eigentlich nur von jungen Damen unter 40 gesungen werden sollte, weil es sonst Katzenmusik wird. Stimmt das ?

Was issn das für eine Aussage!? Wie gut und "frisch" jemand singt, hängt m.E. nicht von einem bestimmten cut off im Alter ab. Auch 20-jährige können Katzenmusik produzieren, während andersherum auch SängerInnen jenseits der 40 anhörbar klingen sollen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 11:39 
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AndreasHL hat geschrieben:
Aber mit Kritik hat es unser Chorleiter nicht so, da ist er sehr empfindlich.

Nachtrag:
Ich weiß nicht welchen Beruf Du hast. Kommst Du aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich? Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied in der Diskussion mit Naturwissenschaftlern (ich nehme diesen Begriff mal stellvertretend auch für die Techniker) und Menschen mit Ausbildung in den "Humanities" (ich mag den Begriff "Geisteswissenschaften" nicht), speziell solche mit künstlerischer Ausbildung. Die ersteren haben im Laufe ihrer Ausbildung gelernt, das Objekt ihrer Tätigkeit auch als solches, also "objektiv" zu sehen - anders wäre eine Kommunikation untereinander nicht möglich. Die können (idealerweise) also völlig leidenschaftslos über die selbe Sache zu völlig unterschiedlichen Schlüssen und Lösungen kommen und sich trotzdem darüber austauschen. Bei letzteren ist aber grundsätzlich eine persönliche, subjektive Komponente wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit. Genauso, wie die Objektivität gegenüber dem Objekt der Tätigkeit bei den Naturwissenschalern zwingend ist (ok: sein sollte), ist diese Subjektivität zwingende Voraussetzung bei künstlerischen Tätigkeiten, es gibt dort kein obejkiv "richtig" oder "falsch", kein "besser" oder "schlechter". Kritik daran bedeutet also immer auch Kritik an der Person. Das hat mit "Empfindlichkeit" nur sehr bedingt zu tun.
Das ist cum grano salis so wie mit der Kommunikation bei Hunden und Katzen. Mir ist klar, daß das zwei sehr konträre Pole sind, und daß das wahre Leben sich irgendwo dazwischen abspielt. Sich diesen Unterschied zu vergegenwärtigen, hilft aber manchmal im gegenseitigen Umgang.

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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 14:20 
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Halllo,

als Verwaltungsangesteller bin ich natürlich etwas anders gepolt als unser Chorleiter, der im Hauptberuf Gymnasillehrer ist. Da gehört das Bestimmen und Beherrschen zum Berufsbild, und das setzt sich im Chor fort. Was ich per se nicht für negativ halte.

Dass ich mich immer wieder über die Auswahl der Gesangsstücke aufrege, liegt wohl in meiner Persönlichkeit. Aber warum muss z. B. statt des deutschlandweit bekannten Stückes "Hört der Engel helle Lieder" eine Variation mühsam eingeübt werden, die kein Mensch kennt und die sich auch nicht so schön anhört ? Damit habe immer noch erhebliche Probleme.

Gruß

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 19:01 
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AndreasHL hat geschrieben:
Dass ich mich immer wieder über die Auswahl der Gesangsstücke aufrege, liegt wohl in meiner Persönlichkeit. Aber warum muss z. B. statt des deutschlandweit bekannten Stückes "Hört der Engel helle Lieder" eine Variation mühsam eingeübt werden, die kein Mensch kennt und die sich auch nicht so schön anhört ? Damit habe immer noch erhebliche Probleme.

Wenn das ein grundsätzliches Problem sein sollte, dann solltest Du vielleicht wirklich darüber nachdenken, den Chor zu wechseln. Es soll ja schließlich (auch) Spaß machen.

Auf der anderen Seite: Alles was einen fordert, fördert einen auch, und das nicht nur, weil das der selbe Wortstamm ist. Ich kenne natürlich Deine Motive nicht, im Chor zu singen, aber wenn Du in dieser Hinsicht besser werden möchtest, wird es Dich nicht weiterbringen, bei dem zu beharren, was Du ohnehin schon kannst. Insofern gebe ich zu bedenken, daß unbekanntes Repertoire, das mühsam eingeübt werden muß, auch eine Chance darstellt. Ich habe (bei mir und bei anderen) immer wieder die Erfahrung gemacht, daß sich vieles, was anfänglich überhaupt nicht auf der eigenen Wellenlänge lag, sich mit der Arbeit daran erschlossen hat, auch "schönheitsmäßig" - vorausgesetzt natürlich man bleibt offen dafür und verschließt sich nicht schon von vorneherein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 21:57 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Ich habe (bei mir und bei anderen) immer wieder die Erfahrung gemacht, daß sich vieles, was anfänglich überhaupt nicht auf der eigenen Wellenlänge lag, sich mit der Arbeit daran erschlossen hat, auch "schönheitsmäßig" - vorausgesetzt natürlich man bleibt offen dafür und verschließt sich nicht schon von vorneherein.


Das habe ich ebenso erlebt.

Sicher macht es Freude, bekannte Werke aufzuführen und zu singen. Und besonders am Anfang fand ich es toll, das ich nun auch solche Werke singen durfte. Im Gesangsunterricht und auch in späteren Chören wurden dann aber auch andere Werke gesungen. Im Unterricht, weil es dazugehört eben nicht nur "schöne" barocke, geistliche Werke zu können und im Chor, u. a. weil unser Chor sich durch das Repertoire von anderen Chören abheben wollte. Gerade das macht doch auch Auftritte interessant: das man eben nicht das bereits bekannte hört. Wenn ich die Wahl habe, zum zehnten Mal das Weihnachtsoratorium zu hören oder etwas anderes, wähle ich doch gerne auch mal die Alternative.

Nicht immer bin ich mit den Stücken, die wir geprobt haben, richtig "warm geworden". Jedoch empfand bzw. empfinde ich es als Bereicherung, das ich "gezwungen" werde, mich mit Musikstücken, Stilrichtungen und dem (geschichtlichen) Hintergrund zu beschäftigen, die mir fremd sind. Und ich "bewundere" die Komponisten, die die Fähigkeiten haben/hatten, beachtliche Werke zu schreiben.

Wenn ich mich jedoch so gar nicht mit den Stücken anfreunden kann, die geprobt werden, dann würde ich mir auch was anderes suchen. Ich singe ja aus Freunde - nicht aus Langeweile. ;)

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(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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 Betreff des Beitrags: Re: Rückmeldungen nach Auftritt
BeitragVerfasst: 30.10.2013, 22:49 
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Registriert: 24.12.2009, 21:47
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Vorname: Hilde
Nachname: Maurer
In den 21 jahren wo ich schon singe hatte ich jedes Jahr mindestens zweimal einen Gesangsabend- wo jeder Sänger solo singt. Die Rückmeldungen der diversen (ca 7) Gesangslehrer waren bis auf eine Ausnahme immer positiv.Die Ausnahme war meine vorherige GL.sie stürmte nach dem Konzert zu mir voller Zorn und zählte mir die Fehler auf.Sie werde ab sofort (nachdem ich schon 20 Jahre gesungen hatte) alle Lieder bestimmen die ich singen dürfe.Das Lied das ich singen sollte, ging nur bis a2 und ich sagte das ich das erst mit 80 singen werde und jetzt weiter schwierige Koloraturarien.Wir t trennten uns dann.jetzt habe ich eine liebe GL. die mit mir die schwiergen Arien erarbeitet., und hoffentlich auch einen Gesangsabend macht.
Hilde45


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