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BeitragVerfasst: 29.08.2006, 01:36 
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Hallo Freunde des belcanto,

was macht man mit Partnern, die andere Lebens-Schwerpunkte setzen ?
Es geht hier in erster Linien um "nicht-musische" Partner.
Kann man sie in die eigene persönliche Entwicklung integrieren oder ist der Partner, der schwerpunktmäßig andere Interessen verfolgt, ein Ausgleich für die eigenen musikalischen Aktivitäten ?
Soll man eine Partnerschaft auch dann eingehen, wenn die Interessen verschieden sind ?
Was ist, wenn der Partner keinen Draht zur Musik hat, man aber sonst sich
versteht ?

Sorry, rugero hat so viele Gedanken.

P.S.: Betrifft nicht mich selber, ist eine allgemeine Frage - just for fun !


Zuletzt geändert von rugero am 29.08.2006, 07:40, insgesamt 2-mal geändert.

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Verfasst: 29.08.2006, 01:36 


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BeitragVerfasst: 29.08.2006, 04:19 
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Hallo rugero,

für solche Gedanken musst du dich hier bestimmt nicht entschuldigen. Ich nehme an, dass hier die Musik eine entscheidende Rolle für jeden spielt und so beschäftigen sich sicherlich viele mit genau diesem Thema.

Ich finde, deine Fragen sind überhaupt nicht generell zu beantworten. Es kommt auf den einzelnen Menschen, den Partner an. Und da wir Menschen Gott sei Dank sehr verschieden sind, wird es in jedem Einzelfall eine völlig andere Antwort geben.

Es gibt zu deinen Fragen so viele Für und Wider, dass jeder wirklich nur für sich alleine entscheiden kann.

Belkanta


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BeitragVerfasst: 29.08.2006, 08:34 
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Das kommt natuerlich immer auf den Einzelfall an, und ich kann sicherlich nur fuer mich selbst sprechen.

Dass meine Ehe gescheitert ist liegt aber im Wesentlichen an der voelllig unterschiedlichen "kuenstlerischen Ader". Ich sage ganz bewusst nicht "musikalisch", da ich nicht glaube, dass es unbedingt Musik sein muss, wenn es die Sache auch sicherlich erleichtert. Ich glaube aber, dass ganz wesentlich das gegenseitige Verstaendnis ist - das klingt fuer eine Partnerschaft so selbstverstaendlich, nur gerade im kuenstlerischen Bereich ist das leider nicht immer so einfach.

Denn mit gegenseitigem Verstaendnis meine ich nicht nur vorrangig das Interesse an der Musik oder der kuenstlerischen Ausdrucksform des Partners, wenn das sicherlich auch wichtig ist. Ich meine viel eher das Verstaendnis dafuer, wie der Partner tickt. Das ist ja so oft schon schwer genug, aber in einer Kuenstler - Nichtkuenstler-Beziehung ist es nochmals ungleich schwieriger.

Mein Mann hat wirklich versucht, mich zu verstehen, aber ich habe halt immer gemerkt, dass es bei dem Versuch bleibt. Er konnte nichts dafuer, und er hat sich Muehe gegeben, hat auch versucht mich im Rahmen seiner Moeglichkeiten zu unterstuetzen. Ich habe aber gemerkt, dass er im Grunde nie wirklich verstanden hat, wie ich "funktioniere", und ich war auch unfaehig, es ihm zu erklaeren, weil das halt manchmal Dinge sind, die man mit Worten einfach nicht sagen kann. Ich war kreuzungluecklich, und ich glaube er wusste das auch, aber er konnte nichts daran aendern, weil er selbst halt ein komplett anderer Typ ist und ganz andere Dinge fuer ihn wichtig sind. Ich denke aber, er sieht das bis heute anders, und ich habe ja auch ganz lange gedacht, dass es funktioniert. Mir tut es nur Leid, dass ich ihn sehr verletzt habe, als ich gegangen bin, da habe ich bis heute dran zu knacken, denn verdient hat er das ganz sicher nicht, er ist ein toller Mensch, nur halt nicht der Richtige fuer mich.

Jetzt bin ich mit einem Photographen zusammen, und unsere Gehirne funktionieren einfach aehnlich. Wir kennen beide diese, ich nenne es jetzt mal "kuenstlerischen Sinnkrisen", wir wissen beide, wann wir den anderen besser in Ruhe lassen. Wir haben beide ehrliches Interesse an der Arbeit des anderen und das nicht nur, weil es der Partner ist, sondern viel eher, weil wir an Kunst interessiert sind und das Futter fuer Kopf, Herz und Seele ist. Denn obwohl mein Freund selbst keine Musik macht, versteht er ganz vieles Musikalische, ohne dass ich es gross erklaeren muesste. Mir geht es umgekehrt mit seinen Photos uebrigens genauso. Das heisst jetzt nicht, dass ich eine gute Photographin waere und er ein guter Saenger (wobei es mich schon juckt, denn er hat eine sehr gute, sehr saubere Tenorstimme, ich glaube, da ginge einiges ;-) ).

Was aber vor allem wichtig ist: Wir stehen dem Anderen bei seiner kuenstlerischen Entwicklung nicht im Weg sondern foerdern sie. Wir haben nicht den Eindruck, dass die Kunst uns den Anderen wegnimmt (etwas, was mein Mann so empfunden hat, mir leider aber erst sagte, als ich ihn verlassen hatte), sondern viel eher, dass sie unsere Partnerschaft bereichert.
Wir motzen nicht rum, wenn mal wieder ein Wochenende mit Arbeit vollgestopft ist, was wir nicht gemeinsam verbringen koennen, sondern freuen uns ueber den Erfolg des Anderen. Gerade das ist natuerlich auch eine Gefahr, denn ich glaube, dass viele Kuenstlerbeziehungen oft nicht scheitern, weil das gegenseitige Verstaendnis fehlt, sondern eher, weil man nicht genug Zeit miteinander verbringt. Die meisten Kuenstler sind nunmal irgendwie Vagabunden und viel unterwegs. Da muss man sicherlich von Anfang an ein Auge drauf haben ...

Das klingt jetzt alles etwas wirr und unsortiert, ich hoffe aber, es wird klar, was ich meine. Schade, dass Canti im Moment nicht da ist, die koennte dazu sicher auch ganz viel beitragen ;-)


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BeitragVerfasst: 29.08.2006, 12:08 
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Das ist mal wieder ein guter Gedankenanstoß, Rugero !

Ich habe das Glück, einen Mann zu haben, der erstens: selbst soo viel zu tun hat und auch öfter unterwegs ist und zweitens: der absolut tolerant ist und mich mein Ding machen lässt.
Aber er weiß, wenn er mir nicht all meine Freiheiten geben würde, wäre ich von einem auf den anderen Tag verschwunden.

Sicher kann es von Vorteil sein, wenn man einen Partner hat, der auch eine musikalische Ader hat oder eben selbst Künstler ist. Es erleichtert einem sicher einiges.
Aber ich denke, wichtig ist die Grundeinstellung des Partners:
Klammert er ?? Läßt er einem den Raum, sich zu entfalten und dem erlernten Beruf oder Hobby nachzugehen ?? Ist er tolerant und akzeptiert es, wenn man 4 Abende zur Korrepitition unterwegs ist oder an Wochenenden zu Konzerten reist. Kann er damit umgehen, daß man evtl. auch mal jemand anderem um den Hals fällt oder an den Händen fasst. :oops: ??

Das sind für mich Voraussetzungen , die ein Partner mitbringen muß oder "erlernen" muß. Oft entwickelt sich solche Toleranz auch erst im Laufe des Zusammenseins.

Insofern ist es für mich nicht von Bedeutung , ob der zukünftige oder präsente Partner auch aus der "Musikbranche" kommt oder nicht , und ich würde danach nie meine Partnerwahl richten.
Oft ist es sogar von Vorteil, einen Partner zu haben, mit dem man nun nicht auch noch über Musik spricht und der einem mal einen ganz anderen Spiegel vorhalten kann.

Gruß,

Silje


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BeitragVerfasst: 29.08.2006, 20:40 
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Ja, ein schönes Thema... Ich bin ja selber erst sehr spät zum Gesang gekommen und würde mich jetzt nicht als "Künstlerin" bezeichnen. Mein Freund, mit dem ich schon eine halbe Ewigkeit zusammen bin, spielte früher sporadisch klassische Gitarre, hauptsächlich Renaissancemusik (hatte nie Unterricht, ist eher Autodidakt), vor ca. 2 Jahren hat er sich eine Laute gekauft, erstmals nimmt er jetzt auch Unterricht mit wachsender Begeisterung. Und seit neuestem versuchen wir, unsere beiden Neigungen und Interessen zusammenzuführen, indem wir gemeinsam musizieren (bevorzugt spanische und französische Renaissancelieder). Das ist eine ganz neue und sehr schöne Erfahrung - wir agieren ansonsten seit jeher sehr unabhängig voneinander. Die Musik bringt uns jetzt noch mal auf eine andere Weise zusammen. Sie war natürlich immer schon ein gemeinsames Interesse, wir gehend liebend gern in Konzerte und so. Aber selber zusammen Musik zu machen, ist eben doch noch mal etwas ganz anderes.

Mit jemand, der klassische Musik gar nicht mag und kein Verständnis für meine Leidenschaft aufbringt, könnte ich glaube ich nicht zusammen sein.

Liebe Grüße,
Orphenica


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BeitragVerfasst: 02.09.2006, 18:19 
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Rugero !!! Du hast nun diese interessanten Gedanken in die Welt gesetzt und einige von uns haben sich auch dazu geäußert. Aber ...was mich interessieren würde: Wie ist denn Deine Meinung dazu ?? Wie denkst Du über die ganze Sache.? Ich fände es gut, wenn Du, als sozusagener "Gedankenauslöser" uns auch Deine Sichtweisen dazu mitteilen würdest. :dafür:

Liebe Grüße,

Silje :razz:


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BeitragVerfasst: 02.09.2006, 22:21 
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Hallo Silje,
du hast sicherlich Recht.
Ich mach schon mal solche Initialzündungen und dann.... ?

Ich hatte vor über 20 Jahren mal eine Beziehung in der die Partnerin fernab von jeglicher klassischen Musik war. Ich hab zwar meine sängerischen Aktivitäten damals nicht brach liegen lassen, habe sie aber vernachlässigt und weniger daran gearbeitet. Letztendlich muss jeder wissen, wie er für sich solche Beziehungen meistert und erkennen, was wichtiger ist. Dies braucht immer Zeit und vielfach entscheiden auch noch andere Dinge über den Fortbestand dieser Beziehung. Eine Leidenschaft, wie die Musik, für die man einsteht, ist nur schwer wegzustecken. Läßt sich dies nicht integrieren, so platzt man irgendwann. Gibt es die Möglichkeit, dass jeder noch seinen eigenen Freiraum erhält, so sind auch solche Beziehungen denkbar und können auch im Sinne der Ausgeglichenheit gut funktionieren. Manchmal ist es auch gut, wenn man auch noch mit anderen Hobbys teilen kann.

Liebe Grüße rugero


Zuletzt geändert von rugero am 02.09.2006, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 02.09.2006, 22:48 
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Hallo Ihr Lieben ,

zu diesem Thema muss ich mich unbedingt auch noch äußern. Ich habe natürlich das Glück, einen Ehepartner mit gleichen musikalischen Vorlieben zu besitzen. Das kommt aber nicht von ungefähr.

Wenn ich heute zurückblicke, so muss ich sagen, dass niemand ohne musikalischen /sängerischen Hintergrund jemals eine ernsthafte Chance hatte. Rugero sagte mal, singen sei eine Droge, von der man nicht lassen kann - für mich stimmt das ganz bestimmt, obwohl es Zeiten gab, in denen andere Dinge wie Beruf, Hausbau, Kinderkriegen Priorität hatten.

Ich habe ab meinem 16. Lebensjahr 13 Jahre lang in einem großen Oratorienchor gesungen und dort eine ganze Reihe von chorinternen Eheschließungen miterlebt - man kann fast sagen, der Chor war nebenbei ein wahres "Heiratsinstitut". Klar, hier haben sich Leute gefunden, die vom Alter und den Interessen her zusammenpassten.

Liebe Grüße
leonora


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BeitragVerfasst: 03.09.2006, 11:34 
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Habe ein bisschen gezögert, hier zu schreiben, aber jetzt tue ich es doch.

Meine bessere Hälfte singt zwar selbst nicht (obwohl die Stimme schön ist, aber sie traut sich nicht, jedenfalls nicht klassisch), ist aber mit Oper und Klassik aufgewachsen und liebt es ebenso wie ich, wenn auch von der Publikumswarte aus. Sie hat früher regelmäßig Theaterarbeit gemacht und tritt auch bei Festen von Freunden u.dgl. mit irgendwelchen Couplets u. ä. auf. Ihr Schwerpunkt ist allerdings die Malerei.

Der gemeinsame Sensus für Musik, Theater und Kunst ist also da; wir können uns somit dazu austauschen, und schauen, wenn wir Zeit haben, so manche Oper im Fernsehen gemeinsam an u. ä.

Ich gehe davon aus, dass es kompliziert wäre, wenn ein Partner überhaupt kein Interesse daran hätte, auch wenn die Bereitschaft zum Freiraum geben vorhanden wäre. Austausch und Ansprache von Partnerseite brauche ich schon, genauso, wie ich bereit bin, dies auch zu geben für ihre Dinge, die mich ja auch interessieren.

Liebe Grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 03.09.2006, 16:12 
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Himmel - bin ich froh, dass meine Frau weder singt noch überhaupt
musiziert ! Es reicht, wenn einer in der Familie verrückt ist, denn das sind wir ja wohl alle, zumindest ein wenig, hoffentlich sogar mehr als das !
Nachdem ich sie vor nunmehr 38 Jahren in einer Sachsenhäuser Äppelwoi - Kneipe mit " Kalinka " regelrecht " ersungen " hatte ( Hans Sachs lässt grüßen ), merkte sie sehr schnell, welch hohen, unverzichtbaren Stellenwert der Gesang für mich hatte und übte von nun an wohlwollende Toleranz.
Heute kann sie Stimmen optimal einschätzen und ist zudem meine aufrichtigste Kritikerin.
Setze ich zu unkalkulierbarem, spontanem Höhenflug an, holt sie mich freundlich aber bestimmt auf den Boden zurück, was mir bisher stets zum Vorteil gereichte.
Dass sie inzwischen seit vielen Jahren meine Begeisterung für gute Musik teilt, rundet das Ganze glücklich ab. Und auch die Kinder sind froh darüber, dass nur ein Elternteil ( Gesangs - ) drogenabhängig ist..... :d_neinnein:
Ciao. Gioachino


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BeitragVerfasst: 03.09.2006, 20:51 
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Von meinen Lieben werde ich seit langem als Musik-Fanatiker betrachtet.
Sie sind zwar auch musikalisch interessiert, aber eben nicht so wie ich.

Komisch, aber mir kommt das eigentlich gar nicht so vor. Ich singe im begrenzten Umfang, also etwa so eine Stunde am Tag, probe mit zwei Musikschulen je einmal die Woche abends zwei Stunden, habe ein bis drei Veranstaltungen im Monat, an denen ich beteiligt bin - aber ich empfinde das nicht als viel.

Hingegen sitze ich täglich auch zwei bis vier Stunden am Schreibtisch und am PC, beschäftige mich mit Noten, lese in unterschiedlichster Musikliteratur, blättere in musikalischen Foren, höre/sehe direkt oder nebenbei CDs/DVDs mit Oper, Operette, Zarzuela, Lieder aller Art; wenn man das alles zur Musik zählt, na ja, dann ist meine Zeit daheim schon sehr von Musik erfüllt.

Aber ich mache zwischendurch auch meine literarischen Exkursionen, sehe auch oft TV (vorzugsweise Premiere-Geschichte, Dokumentationen aller Art - natürlich auch Classica, Künstlerportraits u. ä.) - und bin immer irgendwie beschäftigt. Sicher gibt es auch Phasen intensiver geschäftlicher Hilfe für meinen Sohn, was aber schon etwas reduziert ist.

Andererseits bin ich so auch viel mit meiner Frau zusammen, ohne daß wir uns ins Gehege oder in die Quere kommen. Ich würde sagen, sie toleriert meinen musikalischen "Spleen" weitestgehend (von gelegentlichen Frustrations-Ausbrüchen darüber mal abgesehen).

Allerdings denke ich auch, daß persönlicher musikalischer Erfolg ohne ein intensives persönliches Engagement nur halbherzig ist; dann laß ich mir doch schon lieber so etwas wie Fanatismus apostrophieren - und freue mich meines (damit erfüllten!) Lebens.

Ciao :bravo: Principe


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BeitragVerfasst: 09.09.2006, 22:17 
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Nachdem du liebe Epo :kuss: mich ja schon so nett aufgefordert hast, kann ich mich des Kommentars nun nicht enthalten..... ;-)
Deinen Ausführungen kann ich mich nur anschliessen: es kommt nicht darauf an, DASSELBE zu tun sondern gemeinsam in dieselbe Richtung zu sehen und dieselben Lebensziele und Werte zu haben. :schlaumeier:
Soeben habe ich in einem Kurs in der Toskana zwei Mit-Sänger erlebt, die von ihren Ehepartnern nicht nur nicht unterstützt sondern sogar beschimpft werden, wenn sie singen..... das war eine sehr traurige Diskussion an besagtem Abend! :sad:
Ich selbst bin so besessen, dass ein Partner, der keine Musik und insbesondere meine Stimme nicht mögen würde ohnehin flüchten würde. Die Alternative stellt sich also ohnehin nicht. :d_neinnein: ;-)
Aber ich bin darüberhinaus mit einem Mann gesegnet, der es sogar liebt, mir zuzuhören, sich oft erbittet, dass ich beim üben die Türen offenlasse und mir all die Unterstützung schenkt, die ich in meiner Spätzünder-Situation unbedingt brauchte. :love:
Da er selbst ein begabter Maler ist, weiss er genau, was das bedeutet, in einem kreativen Prozess zu sein und da kann ich Dolas und Epos Posts ja nur beipflichten!
Wir kritisieren uns beide notfalls auch hart, aber immer in Respekt vor dem Bemûhen des Anderen und seinen Grenzen. Es ist einfach furchtbareinen Partner zu demontieren, indem man seine kreative Arbeit lächerlich macht oder ablehnt-die Tränen einer Mit-Sängerin in Italien, die das erlebt, haben mich sehr berührt!

Fûr mich hat eine gegenseitige "Künstler"-Beziehung(ob Amateur oder Profi ist da ganz egal) auch ein sehr beflûgelndes Element für die Liebe.
Ich finde es toll, Modell eines Malers zu sein, mein Mann findet es toll, seine Frau auf der Bühne zu sehen. Und ganz besonders toll ist es, wenn Andere das auch toll finden..... Ja, schaut mal was er oder sie alles kann.... und das ist MEINE(R)...... :bravo: ;-)
Das Schwierigste an einer Ehe ist doch sehr oft, sie lebendig zu erhalten und vor allem auch in erotischer Hinsicht nach Jahren noch Anziehung zu empfinden.
Meiner Erfahrung nach trägt jede Art von Kunst erheblich dazu bei! :love:
Canti, back in Lille


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BeitragVerfasst: 10.09.2006, 20:48 
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Hallo!
Nun ist dieser Thread schon sooo alt und noch immer fehlt ein Lieschen-Beitrag...
Hier kommt er:

Ich schließe mich den Vorrednern an, dass ein Partner kein Musiker sein muss, um den Lebensweg eines Musikers (im Speziellen eines Sängers) zu begleiten, erfüllend zu unterstützen. Das Interesse am Tun des Anderen ist da viel entscheidender und der Glauben aneinader (oder zumindest die Solidarität...)

Ich muss hier mal sogar aus dem Nähkästchen plaudern und aus der anderen Warte einen NACHteil einer Musiker-Musiker-Beziehung erwähnen:
Wenn die Eingangsfrage gestellt wurde, dann sicherlich auch mit dem Gedanken, dass womöglich mehr oder besseres Verständnis zwischen den Partnern herrsche, wenn beide im selben Beruf sind.
Aber habt Ihr schonmal erlebt, wie bedrückend es sein kann, wenn beide eine Profession - oder auch Obsession - haben, die sie aber vollkommen unterschiedlich betrachten und erleben???!!
Den lieben täglichen Kampf zwischen Sänger und Pianist (typisches Beispiel) kennt fast jeder meiner Bekannten, die in einer solchen Konstellation leben.
Auch die Motivation, die Gründe Musik zu machen oder die Art und Weise Musik zu leben sind für den Einzelnen so essenziell, dass es auf Dauer äußerst belastend und sogar persönlich verletzend sein kann, wenn dort zwei Welten aufeinander prasseln. Da ist es nicht anders als sonst mit Beurteilungen: Je versierter der Beurteilende auf dem Gebiet ist, desto schwerer fällt sein Urteil ins Gewicht; und dann kommt eben noch die emotionale Komponente zwischen zwei Partnern hinzu...

Fazit:
Mitunter halte ich Nichtmusiker für bessere "Sänger-Partner" als Musiker anderer Instrumentengattungen, weil wir Sänger uns ja doch zumindest in der Übepraxis (und m.E. auch in der Herangehensweise an das Musizieren an sich) zwangsläufig von z.B. Pianisten und Streichern unterscheiden... (Welcher Sänger übt schon täglich 8 Stunden und mehr allein zu Hause?!)

Kompliziert, kompliziert... - habt Ihr verstehen können, was ich sagen wollte?!


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BeitragVerfasst: 10.09.2006, 21:41 
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Liebes Lieschen, das gibt mir nun doch zu denken, denn das Einzige, was ich mir noch gewünscht hätte, war, dass mein Mann ein guter Pianist sei.... aber anscheinend hat das nicht nur Vorteile...... :roll:
Das künstlerische Verständnis an sich ist wohl wirklich das Entscheidende, was auch immer es sei.
Aber ich finde dennoch Paare, die zusammen singen kônnen wie z.B. Leonora und Rugero beneidenswert, denn ich stelle mir vor, dass die gemeinsame Szene auf der Bühne auch eine ganz spezielle Art Nähe und tiefes Verstehen schafft. Und wenn man Liebesszenen zusammen spielt, hat das sicher auch seine Wirkung.... :kuss:
Und auch zwischen Sängerin und Pianist empfinde ich die tiefe Bindung oft sehr stark. Bei allen Problemen ist dieses Band doch vielleciht auch für Dich nicht zu unterschätzen! :love:
Lieben Gruss
Cantilene


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BeitragVerfasst: 10.09.2006, 22:23 
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Liebe Cantilene,

bitte nicht falsch verstehen!!! - Ich behaupte nicht, dass prinzipiell kein Zusammenleben verschiendener Musiker möglich sei!!!!!!!!!!!!

Natürlich herrscht zwischen zwei Lebenspartnern eine Vertrautheit, eine Bindung, die sich auch im Musizieren widerspiegelt und sonst wohl kaum anders entsteht bzw. hervorrufbar ist.

Und in einer wundervollen Partnerschaft ist es sicherlich toll, wenn man gemeinsam musizieren kann. - Ich wollte damit nur sagen, dass man bloß nicht auf Deubel-komm-raus nach Musikern suchen sollte und dass es auch da keine Garantie dafür gibt, dass die eigenen musikalischen/vokalen Bedürfnisse Beachtung finden!
Das stelle ich mir aber verletzender vor, wenn dieses Unverständnis von einem Musiker entgegengebracht wird...


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BeitragVerfasst: 11.09.2006, 21:54 
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cantilene hat geschrieben:
Aber ich finde dennoch Paare, die zusammen singen kônnen wie z.B. Leonora und Rugero beneidenswert, denn ich stelle mir vor, dass die gemeinsame Szene auf der Bühne auch eine ganz spezielle Art Nähe und tiefes Verstehen schafft. Und wenn man Liebesszenen zusammen spielt, hat das sicher auch seine Wirkung.... :kuss:


Hallo liebe Cantilene,
das ist super, was Du hier sagst, aber ganz so romantisch darf man sich speziell Liebesduette nicht vorstellen. Rugero und ich haben u.a. im Jahr 2003 in einem Konzert in unserem Dorf "La ci darem la mano" gesungen. Bei der Generalprobe war unser GL anwesend. Er sagte zu rugero, er müsse sich da deutlich mehr um Zerlina bemühen und ein anderer Mitsänger meinte: "das ich schon schwierig bei so einem ausgeleierten Ehepaar!"
Also, manchmal hat "das Fremde" auch seinen Reiz. Ich denke da speziell auch an den Kriftel-Workshop, wo unsere Mädels genau verfolgt haben, was ihr Papa da mit einer anderen Sängerin zu schaffen hatte. Gut, dass wir meistens unsere Mädels als Polizei dabei haben!! :grin:

Liebe Grüße leonora


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BeitragVerfasst: 11.09.2006, 22:14 
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Unsere Kinder , liebe leonora, haben damals genauso reagiert wie Eure !
Immerhin konnte sie meine Frau immer dahingehend beruhigen, dass Liebesszenen zwischen einem Bariton und einer Frau, gleich welcher Stimmlage, eher selten sind.
Schade eigentlich !
Und was die Sängerehen betrifft : Christa Ludwig und Walter Berry haben sich auch getrennt, weil Christa vor Aufführungen verstummte oder höchstens pfiff, Walter hingegen redend und trällernd in die Vorstellung ging !
Beide waren damals - weiß Gott ! - viel beschäftigt.....
Ciao. Gioachino :grin:


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BeitragVerfasst: 12.09.2006, 06:32 
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Liebe Leonora, dass Kinder die besten Tugendwächter sind, habe ich auch erlebt und finde das sehr anrührend.
Ihr Bedürfnis nach einem Nest, in dem die Eltern eine unauflösliche Burg sind und die Angst davor, diese Burg könne von aussen eingenommen werden.
Ich fand es sehr schön, euch singenderweise in Aub zusammen zu erleben und auch jeden einzeln mit anderen Partnern(hatte ja auch selbst die Ehre: Papapa :lol: )
Ich bin überzeugt, dass Beziehungen und vor allem LANGE Beziehungen unbedingt Zündstoff brauchen,um lebendig zu bleiben und ich denke, dass Kunstausübung jeder Art da ein SEHR wirksamer Zündstoff sein kann.
Das muss ja nicht zusammen singen sein, Maler/Photograph und Modell hat z.B.auch sehr grossen Reiz aber es KANN eben auch Musik sein.
Jedenfalls schafft eine gemeinsame Leidenschaft automatisch Nähe und tieferes Verstehen und Situationen, in denen man bei allem Alltagstrott "romantische" Gefühle erlebt.
Mit dem Reiz des Fremden hast Du natürlich völlig Recht. Und gerade auch das hat schon manche Ehe gerettet.
Es gibt Therapeuten, die raten Ehepaaren zum "Seitensprung", um ihre "ausgeleierte"Ehe zu konsolidieren.
Als ich das zum ersten Mal gehört habe, fand ich es völlig absurd!Aber es soll schon etlichen Paaren geholfen haben, den Wert ihrer Ehe neu zu schätzen.Mir erscheint allerdings das Risiko etwas hoch, der Schuss könne nach hinten losgehen........ :roll:
Andererseits aber kann ein Partner, der für andere begehrenswert ist, z.B. auf der Bühne oder in seinem Beruf, wieder einen ungeahnten Reiz ausüben und man ist ja auch stolz auf sie/ihn. :bravo: Das lôst wiederum neue Anziehung aus, die ja leider in sehr lange dauernden Beziehungen leicht verloren geht.
Das sich Sängerpaare trennen, hat sicher viele Gründe. es gibt ja auch sehr neurotische Beziehungen, wo einer dem Andern den Erfolg nciht gÖnnt und krankhaft neidisch und eifersüchtig ist.
Oder einfach der Versuchung des Seitensprungs zu oft erliegt... siehe der Schuss, der nach hinten losgeht...... ;-)
Jedenfalls ist es eine Freude für mich, ein singendes Ehepaar bei Belcanto zu erleben, davon kann man auch eine Menge lernen :love:
Lieben Gruss
Cantilene


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.09.2006, 07:16 
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Hallo Cantilene,

also von singenden Ehepartnern gibt bzw. gab es in unserem Ensemble , im Verhältnis, schon eine große Auswahl.

Da du bisher bei den Elias-Konzerten nicht mitgesungen hast, konntest du Musika und ihren lieben Ehemann noch nicht erleben. Ja und nicht zu vergessen Maria und Martin, ich hoffe ich habe nun kein Päarchen vergessen :grübel .

Ich kann dich aber verstehen, wenn du nun sagst, das diese beiden Päarchen entweder kein Duett oder kein Liebesduett in unserem Ensemble zusammen gesungen haben und das ist ja der Unterschied zu bspw. Leonora und Rugero.

Kann mir aber auch gut vorstellen, daß es nicht immer nur positive Seiten hat, wenn man zusammen mit seinem Partner ein Duett zu singen hat. Die Freude wird aber überwiegen, denn sonst würde man es wohl nicht machen.

Ach ja die lieben Kinder. Für sie wird es wohl besonders schwer sein diese Zusammenhänge von wegen Wirklichkeit und Bühne zu verstehen. So macher Partner hat ja da schon seine liebe Not und wie sehr dann erst die Kinder.....


Viele Grüße
Chero


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.09.2006, 07:33 
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Ein wirklich nicht ganz einfaches Thema!

Aber man liest hier von "langdauernden", "ausgeleierten" Ehen, in den z. B. ein Seitensprung neuen Wind bringen kann.

"Alte" Ehepaare langweilen sich immer dann, wenn sie das "Gemeinsame" verlieren, vor allem die Liebe zueinander. Solange die Paare miteinander "in Liebe verbunden" "Eins" sind, wird sich kaum die Langeweile breit machen.

Vielleicht fehlt es ja manchmal auch am Verständnis von der Ehe. Die Zweckgemeinschaft von Individualisten steht auf sehr dünnem Eis, weil die Gemeinsamkeiten sie nur punktuell verbinden. Hier ist häufiges getrenntes agieren, und sporadisches (punktuelles) Beisammensein besser für die Partnerschaft. Ist man dann aber ständig miteinander, tritt die Langeweile mit Sicherheit irgendwann ein.

Paare, die keine "Zweckgemeinschaft von Individualisten" sind, sondern sich als "Eins" empfinden, haben auch die Fehler, Macken, Spleene und Hobby's der/s Anderen akzeptiert und als Teil des "Gemeinsamen" assimiliert. Diese Paare reißt nichts so schnell auseinander - und Langeweile gibt's höchstens mal (selten) gemeinsam.

Ciao :tanzen Principe


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