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 Betreff des Beitrags: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 05.11.2018, 16:23 
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Hallo,

in der Kirchengemeinde wurde ein neuer Singkreis gegründet, ich bin als einziger Mann dabei. Es ist ein kleiner Kreis, es kommen so 6-7 Frauen dazu. Zwei Sängerinnen für Alt, die anderen singen Sopran. Tenor gibt es nicht.

Wir hatten schon zwei Auftritte im Gottesdienst, war schön.

Jetzt der dritte Auftritt zum Reformationstag. Ich war ganz stolz, dass alles klappte, bis ich die Handy-Aufnahmen hörte. Es gibt Aufnahmen von drei verschiedenen Gottesdienstbesuchern, technische Fehler also ausgeschlossen.

Grrr..., was habe ich mich geärgert. Ich bin überhaupt nicht zu hören ! Obwohl die Handys maximal zwei Meter entfernt waren !

Natürlich, des Rätsels Lösung ist ganz einfach. Wie soll ich einsamer Bass gegen die Damen ankommen ? Und hohe, helle Stimmen tragen weiter als tiefe mit niedriger Frequenz.

Nur, unsere Chorleiterin versicherte bei den Proben immer wieder, wie gut sich auch meine Stimme anhört, und dass ich unverzichtbar bin. Ich will ihr zugute halten, dass ich in unserem kleinen Probenraum natürlich viel deutlicher zu vernehmen bin, als in der Kirche.

Irgendwie habe ich aber die Vermutung, sie will mich im Singkreis halten, da mit mir ja auch meine Frau und meine Schwester kommen. Ohne uns wäre das wirklich ein sehr kleiner Kreis.

Leider ist die nächste Probe erst in einer Woche, da werde ich das mal ansprechen. Aber ich habe doch keine Lust, meine Zeit mit Proben und Auftritten zu verbringen, und dann steh ich da, und niemand hört mich. Ist doch albern.

Eigentlich hätte die Chorleiterin so ehrlich sein müssen und mich darauf aufmerksam machen, ich hätte dann zumindest versucht, lauter zu singen. Oder bin ich zu sensibel?

Viele Grüße

Andreas
big_bye


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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 05.11.2018, 18:25 
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Wenn du richtig singst hört man dich, auch wenn du leise singst. Der Harmonie entgeht keine richtige Tongebung. Wenn alles klappt und die Aufführungen erfolgreich sind, kommen weitere Sänger bald dazu. Aufgeben gibt´s nicht. Du singst ja nicht nur für die Zuhörer sondern auch für dich selbst!
Glück auf,
alfredo big_ok

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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 05.11.2018, 19:21 
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Hörbar, d.h. tragfähig zu singen, kann man lernen. Das hat aber nichts mit lautem Singen zu tun, sondern mit dem Oberklangspektrum.


Zuletzt geändert von musicissima am 05.11.2018, 19:43, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 05.11.2018, 19:24 
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Erstens: Was nun ist denn "richtiges Singen"?

Zweitens:

AndreasHL hat geschrieben:
(...) Wie soll ich einsamer Bass gegen die Damen ankommen ? Und hohe, helle Stimmen tragen weiter als tiefe mit niedriger Frequenz.(...)


Nimm Gesangsunterricht und lasse Dir die das Singen mit Sängerformant beibringen, denn dieser trägt über ein Orchester, sowohl in der hohen als auch tiefen Lage. Wie könnte sich sonst ein Baß/Tenor/Alt/Sopran gegenüber einem ff-spielenden Orchester klanglich durchsetzen? Das Singen mit Sängerformat kann aber mit der Zeit dazu führen, daß man Dich im Amateurchor sehr stark heraushört, was auch nicht jeder Leiter eines Amateurchores will, weil man dann zu gut hörbar wird. Mich hören meine Chorleiter aus der letzten Reihe
(= fünften oder sogar sechsten Reihe, da die Stimmgruppen in Tortenstückform platziert sind) in einem Chor von 80 Sänger/innen, unabhängig davon, ob ich eine hohe oder tiefe Stimmlage singe.

Ich lernte das Singen der hohen Frequenzen im tiefen Register im Gesangsunterricht und könnte Dir meinen Lehrer empfehlen (=> PN ?). Vorher kommt nämlich noch einige Arbeit am Ansatzrohr dazu und weiteres. Das geht ohne Lehrkraft aber nicht so recht, behaupte ich, und dauert seine Zeit.

Laut singen ist etwas anderes als tragfähig singen. Man kann auch leise tragfähig singen. Allerdings kann man auch laut singen, ohne daß man wirklich gehört wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 06.11.2018, 17:49 
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Mit "richtig singen" meinte ich nur: musikalisch richtig, die Tonhöhen genau treffend. Wenn du der einzige Mann bist, wird es wohl nur selten vorkommen, dass du mit Sopran- und Altstimme unisono zu singen hast und dieser Ton durch Überlagerung dann quasi unhörbar wird. Dass Stimmbildung zu größerem Volumen und entsprechend besserer Hörbarkeit führt ist zu erwarten.
Wie gehabt: Kein Zaudern, singen.
alfredo
yodaxmas0

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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 08.11.2018, 07:56 
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AndreasHL hat geschrieben:
Oder bin ich zu sensibel?

Vorbehaltlich, ohne die Aufnahme zu kennen - ja. Ich habe Aufnahme, da hört man mich teils ganz deutlich aus dem Solistenensemble heraus, teils verschmelzen unsere Stimmen. Dto mit den anderen Stimmen. Auch wenn Du nicht herausstichst, nimm doch mal das selbe Stück einmal mit Bass und einmal ohne auf, wenn möglich. Es müsste bei der ohne etwas fehlen, auch, wenn man nicht direkt sagen kann, was. Die Unterschiede können subtil sein.

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 08.11.2018, 12:55 
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1. hohe Stimme tragen grundsätzlich besser als tiefe. Ist so, auch im Orchester. Man hört die Violinen oder die Piccoloflöte, immer auch das Cembalo ganz leise über dem Orchester (wegen seiner vielen Obertöne!), aber nicht den Kontrabass. Man tät's aber hören, wenn er nicht dabei wäre - dann fehlt nämlich was. Es gibt eine hübsche Karrikatur von Tiki Küstenmacher (in: Das himmlische Trallala) mit der Charakterisierung vom Bass: "Ich singe doch nicht falsch. Ich sing' nur so tief, daß es niemand hört". Kommentar überflüssig, oder?

2. Es ist im Chorgesang - anders als in der Oper - meistens unerwünscht, wenn man einzelne Stimmen identifizieren kann, vulgo: heraushört (ausser beim Solo...). Bei den Kings Singers (alle Profis!) besteht ein Kriterium beim Wechsel von Ensemblemitgliedern darin, daß sich die Stimme des "Neuen" mit den anderen fünf mischt. Große Opernstimme ist da ein Ausschlußkriterium.

3. Handy-Aufnahmen sind keine Studioaufnahmen. Deren Qualität hat vermutlich schon einige zwei Wochen darüber nachdenken lassen, ob sie überhaupt jemals wieder singen in ihrem Leben. Und auch bei profesionellem Equipment hängt's davon ab, ob die Mikrophone richtig plaziert sind. Da hab ich auch schon ganz wilde Sachen erlebt - aber eher in die Richtung, daß jemand herausgestochen hat, der das nicht sollte...

Zitat:
Oder bin ich zu sensibel?

Ja. Daß Du der einzige Bass bist, ist nach dem oben gesagten nicht gleichbedeutend damit, dass Du Solist bist... ;-)

Hättest Du eine professionelle Stimme, und die Damen sind alles Gelegenheitssängerinnen, UND du hättest mit VOLLER Stimme gesungen, wäre das ein Bass-Solo mit weiblichem Begleitchor gewesen. Schwapp-schwabidubidu... Sowas ist entweder beabsichtigt, oder man macht's gar ned, da hält sich auch der Profi zurück...

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Nun bin ich sauer....
BeitragVerfasst: 09.11.2018, 09:36 
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Nachtrag:
"lauter singen" ist m.E. nicht die Lösung, sondern "mehr Volumen". Nur lauter singen führt bei unausgebildeter Stimme ziemlich schnell zu Heiserkeit oder gar Stimmversagen. Daß das Ergebnis in diesem Fall dann auch noch wenig befriedigend ist und eher mit "Schreien" assoziiert werden kann, kommt on top noch dazu.
Also: wenn Du Ambitionen hast, "herausgehört" zu werden, dann wirst Du um eine adäquate Ausbildung nicht herum kommen. Ob das dann dem Chorklang gut tut oder nicht, ist eine andere Frage, aber die müssen gegebenenfalls deine Chorleiter/innen beantworten. Es kann dann aber durchaus sein, daß Du eben nicht mehr als Tutti-Chorist singen kannst - auch nicht in einem Ensemble, in dem alle entsprechend ausgebildet sind, wenn Du eigene Dominanz über den Chorklang setzt. Chorsingen ist eine Teamleistung und etwas anderes als eine Handvoll Solisten.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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