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 Betreff des Beitrags: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 14.10.2014, 22:55 
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Hallo zusammen,
muss mal hier ein bischen Frust ablassen! Im Chor sitzt hinter mir eine Dame, die die gesamte Probe hindurch nichts besseres zu tun hat, als jeden falschen Ton, den sie irgendwo hört, oder jedes Absinken der Linie, zu kommentieren. Ehrlich gesagt, geht mir dieses Gemecker nur noch auf den Keks! Ich habe nichts dagegen, dass sie sich meldet und unsere Chorleitung darum bittet, dass sie solche Stellen mit uns noch einmal durchgeht, und zwar so lange, bis die Töne stimmen. Aber es stößt mir äußerst übel auf, wenn hinter mir ständig jemand brabbelt "nein, wir sind zu tief", "oje der Sopran 2 sinkt ab"... Davon wird die Sache mitnichten besser!
Wie ist das bei euch? Kennt ihr solche Meckerziegen auch, und wie weist ihr die in die Schranken?
Ich für meinen Teil habe mich, nachdem ich sie seit Wochen in Gedanken mit Giftpfeilen beschieße, zu ihr umgedreht und habe zurückgemeckert, dass es durch ihr Gemecker aber mit Sicherheit nicht besser wird. Das hat zumindest für heute gewirkt. Ich bezweifle aber, dass der Erfolg lange anhält, zumal sie eh so gestrickt ist, dass sie ohne mit der Wimper zu zucken im Gespräch über die Sangeskünste anderer herzieht. Und auf so etwas reagiere ich erst recht allergisch. Wir sind ein Laienchor. Okay, wir sind ein anspruchsvoller Laienchor. Aber wir sind eben Laien, die sich nach getaner Brötchenarbeit noch für zweieinhalb Stunden (und das bis zu zweimal die Woche plus Probensamstag) aufraffen, um etwa Bruckners e-Moll-Messe reinzupauken. Und jeder von uns ist mit mehr oder weniger Elan dabei, und versucht, sein Bestes zu geben, was uns bisher fast immer gelungen ist. Von daher finde ich es nicht wirklich schlimm, wenn in der Probe auch mal falsche Töne kommen. Dafür sind Proben da, dass man dort all die Fehler macht, die man in der Aufführung dann besser unterlässst. Jeder von uns hat Stellen im Stück, die einem einfach nicht in den Schädel wollen. Die singt man dann halt leiser, damit sie nicht ganz so laut und falsch rausstechen oder blendet kurz aus. Aber in der Probe finde ich es nicht unwichtig, dass solche Stellen raus zu hören sind. Wie will man sie sonst verbessern. Und wenn wir wirklich sooo falsch sängen, würde unsere Chorleitung uns unter Garantie unterbrechen. Nachdem sie das aber bei weitem nicht so oft tut, wie hinten gemotzt wird, kann es nicht so tragisch sein. Ich würde mich liebend gerne wegsetzen, auch gerne weiter hinten, aber ich bin nun so klein geraten, dass ich, wenn alle stehen, hinten nicht einmal mehr die Fingerspitzen unserer Chorleitung sehe. Aber aushalten, finde ich, muss ich das Gemecker auch nicht, auch wenn viele um mich rum es zähneknirschend tun.

Viele Grüße

Rotkehlchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 07:37 
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Es gibt wohl in fast jedem Chor so eine(r). In meiner Erfahrung kann das nur der CL abstellen. Bei uns war es auch mal so, dass ein sehr hörbarer Fehler produziert wurde und die "Meckerziege" sich etwas lauter als sonst darüber lustig machte. Darauf hin schaute der CL sie direkt in die Augen und sagte laut und vernehmlich: " Ich wünsche nicht, dass unser Gesang aus dem Chor heraus kommentiert wird. Das mache ich schon selber." Dann war Ruhe, und zwar für längere Zeit.
Wie jemand schon gesagt hat, gibt es im Chor nur einen Chef und das ist der CL.
Wende dich an Deinen CL und bitte ihn das Kritisieren auf diese Weise abzustellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 08:34 
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Bei uns beschwert sich der Chorleiter regelmäßig über z.B. Blätterrascheln der Noten, Gebrabbel, Getuschel usw., und ich finde, bei euch sollte das auch der Chorleiter machen. Entweder allgemein oder auch mal direkt an die Dame gewandt, wenn es denn nicht anders geht.
Oftmals ist es doch so, dass der Chorleiter eine Passage auch mal durchsingen lassen will. Dass dabei gerade in der Anfangszeit bei neuen Stücken auch mal falsche Töne kommen, ist doch bei einem Laienchor völlig normal, und ich bin auch der Meinung, da sollte sich jeder Laiensänger an die eigene Nase fassen und versuchen, selbst so richtig wie möglich zu singen. Und wenn er/sie es gut kann, dann kann er/sie andere ja auch "mitziehen", denn nicht jeder lernt gleichschnell. Meckern hilft da recht wenig ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 09:44 
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Ist sie denn wenigstens selber gut und treffsicher, die besagte Dame?
Der Chorleiter muß Kommentare coarm publicam nicht notwendigerweise mitbekommen - der hört möglicherweise/wahrscheinlich nur Gebrabbel.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 10:45 
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Das habe ich auch in einem Chor erlebt, aber der Chorleiter hörte das auch, er konnte das auf den Tod nicht ausstehen, er sagte dann "die Hilfschorleiter sollen sich auf ihre eigene Stimme konzentrieren".

Es nervt wirklich, ich kann das gut verstehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 11:26 
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Ich muß gestehen, daß ich mich da manchmal an meine eigene Nase fassen muß... Gestern abend zum Beispiel haben wir Schütz, "Verleih uns Frieden" gesungen. Der CL brach ab, nahm sich den Alt und den Bass vor - vernachlässigte aber, daß der Sopran 2 wieder in denselben Fehler zurückfiel wie damals beim Einstudieren: aus der absteigenden Linie g1 - f1 - e1 - d1 wurde mal wieder g1 - f1 - es1 - d1. Leider konnte ich es mir nicht verkneifen, ihn mit den Worten: "Bevor wir weiter machen: Der Sopran 2 verfällt wieder in den alten Fehler!" darauf hinzuweisen *räusper*. Aber wir kennen unsere Pappenheimer - wenn da einmal ein Fehler drin ist, ist es sauschwer, den wieder auszumerzen. Und mein Gatterich ist meistens auch ganz froh, wenn ich solche Sachen mitbekomme. Allerdings gilt im Vocalensemble in der Hinsicht sowieso: Gleiches Recht für alle! Wer etwas anzumerken hat, darf und soll das auch tun. Wir sind alle sehr erfahrene Chorsänger, und unser "Haufen" ist ja nicht allzu groß - 11 Leute inklusive CL. Beim Kirchenchor ist das anders; da gilt uneingeschränkt das Prinzip, daß ein Chor keine basisdemokratische Veranstaltung ist. Da gibt es allerdings auch eine, die meint, sie könne alles richtig und dürfe die anderen maßregeln. Hat sie bei meiner Mutter probiert. Die hat allerdings dann ein probates Mittel: Sie wendet sich direkt an den CL und bittet darum, die fragliche Stelle noch mal durchzugehen. Wer dann recht hat, zeigt sich ganz schnell. Und manchnmal hilft auch ein Gespräch mit dem CL, in dem man mal so ganz einfach fragt, ob ihm das eigentlich aufgefallen sei und daß das doch ziemlich die Konzentration störe, wenn man sich ständig Kommentare anhören muß. Ob qualifiziert oder nicht, sei mal dahin gestellt. Und dann einfach fragen, wie man das lösen kann. Dann muß der CL reagieren. Ansonsten hilft nur: Ohren zu und durch!

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 12:55 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Ist sie denn wenigstens selber gut und treffsicher, die besagte Dame? .


Auf jeden Fall hat sie die lauteste Stimme von uns allen und ist ein ehemaliger Sopran....

T M Pestoso hat geschrieben:
Der Chorleiter muss Kommentare coaram publicam nicht notwendigerweise mitbekommen - der hört möglicherweise/wahrscheinlich nur Gebrabbel.


Dass der CL auf das "Gebrabbel" nicht eingeht, ist bei uns nicht der Fall. Er ist im richtigen Leben Gymnasiallehrer für Musik und als solcher gewohnt, in einem Haufen von 30+ Mann auch die leisesten "Zwischentöne" herauszuhören und Ungebührliches sofort abzustellen.

Übrigens, am Anfang meiner Zeit im Chor sang ich öfters daneben. Eine hinter mir stehende Dame stieß mir dann jedes Mal in den Rücken, was zwar keine akustische Störung bedeutete, aber mich schon ärgerte. Ich setzte mich dann von ihr weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 13:04 
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Ich singe ja nun schon länger nicht mehr im Chor, aber auch ich habe so etwas schon erlebt. Und ich denke, es ist ein gewaltiger Unterschied, wenn ganz offen darum gebeten wird, eine Stelle/Stimme noch einmal zu proben als wenn so halb öffentliche biestige Kommentare kommen. Ein etwas anderer Fall aus meiner Chorzeit: Ich bin nun recht groß geraten und aus irgendwelchen (optischen?, klanglichen?) Gründen stellte der CL eine ebenfalls große Freundin von mir und mich gerne in die erste Reihe. Woraufhin wir ständig von hinten angemeckert wurden, man würde ja nichts sehen. Was ich ja verstehen kann, dass das doof ist. Aber als wir dann freundlich sagten, dass sie sich unseretwegen auch gern in die erste Reihe und wir uns nach hinten stellen können, wollten sie das auch nicht … big_gruebel Kurz gesagt, es gibt Leute, die finden immer einen Grund zu meckern.

@Hopeful:Äh ja, solche Handgreiflichkeiten hätten mich, gelinde gesagt, auch irritiert. Was denken sich die Leute eigentlich?

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 13:23 
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auch die Stellprobe hatte unser Chorleiter im Griff, er stellte sich vor dem Konzert vor den Chor und sortiere die einzelnen Damen, nicht nur wegen der Größe, sondern auch wegen des Stimmklangs. So hieß es immer am Anfang...wo ist die Frau Sommer.....bitte dahin stellen, ich war das gewohnt und mir war es egal neben wem und wo ich stand. Aber manche Damen konnten nicht singen, wenn sie nicht neben ihrer Nachbarin standen, die sie sonst neben sich hatten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 13:41 
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Ja, das habe ich auch erlebt: "Aber ich habe doch die letzten dreißig Jahre neben Irmgard gesungen - so kann ich nicht arbeiten!" big_lala

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 13:43 
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Octaviane hat geschrieben:
Ja, das habe ich auch erlebt: "Aber ich habe doch die letzten dreißig Jahre neben Irmgard gesungen - so kann ich nicht arbeiten!" big_lala


genau, so war das... big_lala

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 13:49 
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Oh ja, ich mag auch nicht überall stehen, zumindest nicht mehr.
Irgendwie pendelt sich ja doch immer eine Sitzordnung oder so ein, und da saß ich am Anfang immer zwischen zwei sehr netten Damen. Die eine davon hatte mich sozusagen dorthin bugsiert. Und nach einiger Zeit habe ich es auch gemerkt, es fällt mir schwer, neben der einen Dame zu singen, auch wenn sie eine schöne Stimme hat und sehr souverän singt, ich habe das Gefühl, sie wird bei höheren Tönen leicht etwas tiefer, und ich finde meine Töne nicht mehr. Vor ihr habe ich dassselbe Problem. Also sehe ich zu, dass ich möglichst weit von ihr wegsitze. Allerdings passe ich auch nicht gut in die erste Reihe, da dann die hinter mir nichts mehr sehen - ich bin auch groß.
Aber da etwas zu sagen, ist nicht meine Aufgabe. Ich wüßte ja auch gar nicht, was ich sagen sollte, es ist ja nur so, daß mir das Singen neben ihr schwerfällt. Und ob eine Stimmgruppe oder einzelne Säger richtig oder falsch singen, das soll schließlich der Chorleiter entsprechend heraushören und einteilen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 14:11 
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das ist ein schwieriges Thema, denn es ist im Einzelfall zu prüfen, ob es ein berechtigter Hinweis ist, der in konstruktiver Weise vorgebracht wird, um Profilierungssucht oder einfach um unkonstruktives Blöd-Daherreden. Es gibt Leute, die haben ein ehrliches Interesse am Ergebnis, und solche, bei denen u.U. das Bedürfnis, sich besser als andere zu sehen und das nach aussen darzustellen zumindest AUCH eine Rolle spielen kann. Dann ist es die Frage, wie es formuliert wird ("DER SOPRAN hat diesen Ton nicht" vs. "ICH finde diesen Ton nicht" als Beispiel) und ob man das coram publicam macht oder unter vier Augen mit dem CL nach der Probe. Und schließlich wäre noch zu klären, ob erwachsene Menschen für jeden Konflikt einen Sheriff (vulgo Chorleiter) benötigen, der ihn für sie regelt ("Herr Lehrer, ich weiß was....!" - solche kennt Ihr sicher auch noch aus der Schule...). Notorische Verklaghaferl gehören auch zu den unangenehmen Zeitgenossen.
Dann steht auch noch die Frage im Raum, ob Hinweise (berechtigte, in welcher Hinsicht auch immer) überhaupt gewünscht sind. Auch unter Chorleitern soll es solche geben, die ein minimales Ego besitzen und Hinweise auf Dinge, die sie eigentlich selbst hätten bemerken sollen oder können (bzw. das von sich glauben) als Kritik an ihrer Person auffassen... das wiederum wäre schlecht für die Hinweisgeber

Mein Fazit: Da kann man keine allgemeinen Empfehlungen geben....
Hängt vom Einzelfall, den Umständen und den beteiligten Personen ab.

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 14:31 
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hmmm...
zu der Zickerei, wer neben wem steht/sitzt und/oder in die erste Reihe darf...

nach mehreren Jahrzehnten habe ich irgendwie das Gefühl, daß das Frauenstimmen-spezifisch ist. Bei den Männerstimmen hab' ich's jedenfalls noch nicht erlebt - ok, das kann ja Zufall sein.

Daß jeder gerne neben einem sicheren Sänger steht (auch andere sichere), und nicht neben jemand, der immer haarscharf daneben liegt, ist irgendwie ja nachzuvollziehen. Eigentlich sollten die Guten ja aber nach hinten und aussen bzw. zur Nachbarstimme und die weniger sicheren in die Mitte/nach vorne in der jeweiligen Stimme, dann hätte jede(r) etwas davon... Aufstellung nach Ansage, so wie musica das beschrieben hat. Ein guter Sänger kann überall singen.... (vielleicht sollte man das den entsprechenden KandidatInnen einfach mal nahelegen... *bg*)
Ansonsten wäre die Hausaufgabe für alle ohnehin, alleine sicher zu sein, ohne sich irgendwo anhängen zu müssen - ja ok, ich weiß...

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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 18:28 
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Wahrlich eine beeindruckende Sammlung von Zusatztatsachen für mein "Nie wieder zurück" : Kindergarten reloaded n30:

Gut, einiges lag daran, dass meine Stimme zumehmend inkompatibel wurde, aber man kann es auch übertreiben dahingehend, einem das ständig unter die Nase zu reiben. Nur kurz: meine Strategien gegen Gemecker waren eher direkter Natur mit deutlicher Darlegung, wessen Kritik ich akzeptiere (Chorleitung) und wessen nicht (der Rest). Hat funktioniert. Das "Vergnügen", bei vermeintlichen oder echten falschen Tönen eine ins Kreuz zu bekommen, hatte ich zum Glück nicht, sollte keine/r auch nur daran denken....

Der besagte Zickenkrieg ist durchaus ein "Klassiker", ein unterhaltsames Erlebnis mit 2 "Chorherren" allerdings eher ein "Highlight": Im PhilChor gerieten sich zwei wackere Stimmrecken dermßen im rappelvollen Garderobenraum Nase an Nase in die Wolle, dass die Fäuste bereits zum Maßnehmen ausgefahren waren. Wegen Kollateralschadengefahr wurde trotz Enge sehr schnell ein Boxring gebildet, was die Großhirne wohl wieder halbwegs anspringen ließ und es bei Verbalinjurien (bayrische Flüche) blieb.

Scha.. :n129: (es fehlt der sittliche Ernst). Das Bud - Spencer - Kopfkino lief schon, Klavier stand ja bereit.....

Trotzdem: Viel Spass weiterhin (ernst gemeint)

Dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 18:29 
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Jetzt hatte ich einen elendslangen Text geschrieben, wurde dann aber unterbrochen und nun ist er weg. Dafür hatte ich jetzt wenigstens noch die Gelegenheit, eure Posts in Ruhe durchzulesen.
Jetzt also neuer Versuch:
1. Umgang mit falschen Tönen: Ich stimme Oktaviane völlig zu, dass es wesentlich zielführender ist, wenn man den Cl direkt bittet, unsichere/falsche Töne nochmal zu wiederholen. Zumindest unsere greift solche Bitten in der Regel ohne Probleme auf, wenn sie uns nicht ohnehin schon von sich aus zurückgepfiffen hat. Was bei uns zum Glück noch nicht vorgekommen ist, ist, dass "Pseudo-Expertinnen" ihre Mitstreiter bei jedem falschen Ton anrempeln. Würde man das mit mir machen, könnte sich diejenige auch extra warm anziehen. Ich bin ein friedliches Tier, aber ich kann auch anders.
Ich hab auch kein Problem damit, wenn mir jemand, der meine Unfall-Stellen wirklich sicher drauf hat (sind bei uns am ehesten die "echten" Profis, die bei manchen Stücken aushelfen, und die sind bei falschen Tönen sowieso sehr relaxt), anbietet, diese so zu singen, dass ich mich dranhängen kann, um sie ins Ohr zu kriegen. (tut mir Leid für alle Blatt-Sänger, aber ich muss sowas einige Male hören und nachsingen)
2. Tonsicherheit dieser Dame:
Dieser Punkt bietet durchaus Konfliktpotenzial. Sehr viele Mitstreiterinnen sind der gleichen MEinung, dass diese Dame diejenige ist, die eher einen Halbton drunter ist. Ich bin mir, da ich sie nicht oft hinter mir habe, sondern erst jetzt mit dem aktuellen Projekt, da nicht wirklich sicher, zumal ich selber am Töne suchen bin, und deshalb hauptsächlich mit mir beschäftigt bin. Sie hat auf alle Fälle eine sehr kräftige durchdringende Stimme, die eine eher dunkle Klangfärbung hat. Was mir aber bei unserem Probentag aufgefallen ist, war, dass viele der Stellen, an denen sie rummeckert, plötzlich ganz anders und vor allem höher klangen, als ich andere Leute um mich rum hatte.Somit liegt irgendwo der Verdacht nahe, dass sie mit einer 100% Treffsicherheit daneben liegt. Aber da ich viel habe, aber kein absolutes Gehör, lasse ich mich tunlichst nicht dazu hinreißen, mit ihr das durch zu diskutieren. Das sollen diejenigen machen, die das entsprechende Gehör (und im Zweifelsfall ein Klavier) haben - sprich unsere CL.
3. Sitzordnung im Sopran:
Tja, und nun kann ich mir mal wieder nicht verkneifen, besagte Dame als Paradebeispiel von Borniertheit zu bringen. Sie ist anderthalb Köpfe größer als ich und viele andere Damen bei uns und dreimal dürft ihr raten, wo sie bei Konzerten steht: Vorne in der Mitte. Es wurde ihr schon von vielen Leuten gesagt, sie möge sich aufgrund ihrer Größe bitte weiter oben/hinten und weiter an den Rand stellen, weil sonst die nächsten drei Reihen hinter ihr nichts sehen. Tja, und sie schnallts nicht bzw. will es nicht schnallen.
Allerdings ist es wohl tatsächlich ein Frauenproblem, sich neben jemand anderes (und auch mal nach vorne) zu setzen. Zumindest habe ich das auch noch nie bei Männern erlebt. Wir haben immer wieder Stücke, bei denen der Sopran zweigeteilt ist,und jedes Mal wieder ist es ein Kampf, dass der Sopran1 sich am Rand so auf alle Sitzreihen verteilt, dass der Sopran 2 sich erstens nicht gezwungenermaßen ganz nach hinten verzieht oder irgendwer vorne isoliert sitzt. Erst ein klares Machtwort ihrerseits hat gewirkt. Im Zuge dessen bin ich auch endlich wieder vorne gelandet, nachdem ich vorher wegen der Frauenklüngelei immer weiter nach hinten durchgereicht wurde, weil es mir prinzipiell wurscht ist, wer neben mir sitzt, solange er/sie mich in Ruhe singen lässt. Es stört mich auch mittlerweile kaum noch, wenn von nebenan und von hinten "Störgeräusche" aus anderen Stimmen kommen. Mich stört nur, wenn ich nicht sehe, was vorne dirigiert wird. UNd mit diesem Argument habe ich auch die Meckerziege in die zweite Reihe verdrängt.
Was mir allerdings wirklich fehlt, ist eine klare Stehordnung für Auftritte. DAs gibt jedes Mal wieder ein gehaue und Gesteche, wofür ich wenig Verständnis habe, denn wir sind alles erwachsene Leute und keine Kindergartenkinder mehr. Aber anscheinend brauchen manche Leute erst die Erlaubnis vom CL dass sie ihr Hirn einschalten.

4. Das Problem mit den Stimmen der Mitsänger:
Das Problem kenne ich nur am Rande. BEi mir sinds weniger die notorischen Schleifer oder Knapp-daneben-lieger. BEides kann ich inzwischen ganz gut ignorieren, wenn ich mir selbst meiner Töne sicher bin. Ich sing halt dann noch fokussierter (oder versuche es zumindest), um sie mitzuziehen.
Probleme bekomme ich nur, wenn ich neben einer bestimmten Dame aus dem Profielager stehe. Wir sind beides Powerfrauen, die die Tendenz zum "schieben" haben. Noch bevor es mir auffiel, fiel es der anderen auf und hat sich dann weggestellt, damit wir uns nicht mehr gegenseitig anstacheln. Das hat sie mir auch hinterher ganz sachlich erklärt, dass es nichts mit mir als Person zu tun hat, aber dass wir uns eben gesanglich im Augenblick nicht gut tun. Damit kann ich sehr gut leben. Kürzlich hatte ich sie und eine weitere Dame aus dem Profilager hinter mir - beide sehr starke stimmen. Und da fiel es mir selbst auf, dass ich anfange zu powern. Das habe ich bei den beiden ganz offen angesprochen und sie drum gebeten, dass eine der beiden noch zu uns in die Reihe kommt. War überhaupt kein Problem, im Gegenteil: Man war sehr dankbar für den Hinweis. So kanns also laufen, wenn man nicht einfach nur just for fun singt, sondern auch noch Ahnung hat, was man (sich) under Umständen (an)tut. Im Übrigen können unsere Profis über falsche Töne wesentlich besser hinwegsehen als so manche unserer "Wald und Wiesen" Sängerinnen.

So, und jetzt PUNKT!

Vielen DAnk für die rege Diskussion!

LG Rotkehlchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 18:34 
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@dola: Grööööhl!!!! Wie geil ist das denn?! Nein, dafür sind wir hier in der bayerischen Landeshauptstadt viel zu katholisch. Auge um Auge, Zahn um Zahn war früher.

Aber Kindergarten trifft es ziemlich genau. Wobei ich dachte, dass diese Phase erst viel später kommt....


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 15.10.2014, 22:21 
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Volltreffer, Rotkehlchen:-)

Der Philchor mitsamt seiner konfliktfördernder Garderobe ist zielsicher im Münchner Gasteig verortet. Katholizismus und archaische Initiationsriten Spätberufener schließen sich nicht immer aus.....

LG
Dola

(beinahe zwischen den Fronten)


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 16.10.2014, 22:13 
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Oh weh! Das bringt mein Weltbild gehörig ins Wanken... ;)
Oder anders gesagt: Wie langweilig es bei den Katholiken zugehen kann...

Gute Nacht

Rotkehlchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Meckerer im Chor
BeitragVerfasst: 16.10.2014, 22:46 
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Leute,bitte bleibt sachlich..... big_hand

Lg Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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