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 Betreff des Beitrags: Leidenschaft oder nur Hobby ?
BeitragVerfasst: 13.04.2007, 23:30 
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Hallo,
welchen Stellenwert hat bei Euch die eigene gesangliche Tätigkeit und die Beschäftigung mit dieser Thematik? Hat sich Euer Interesse mit den Jahren gewandelt ?
Nur einige hier im Forum/im Ensemble sind als Profis aktiv und singen täglich im Engagement.
Diejenigen, die ihrem sogenannten bügerlichen Beruf nachgehen, bleibt nicht viel Zeit, sich dieser Passion zu widmen. Kinder und Familie brauchen ihre Zeit. Andere Interessen, wie z.B. Gartenarbeit, Haushalt, Urlaubsplanung, Renovierung, allg. Besorgungen, Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen, Steuer/Schreibkram, Wandern, Ausflüge, Besichtigungen, Spieleabende, Sport wollen/müssen/müßten erledigt werden. Immer zwitschernd durch die Wohnung zu wandeln, mit einem lockeren Liedchen auf den Lippen, um den Sängerstatus zu unterstreichen, ist wohl auch nicht der Standard und Chat und Forum können nicht der Nabel der Welt sein - oder doch ?
Und, wie sieht die Familie und das direkte Umfeld diese Nabelschau ?

Ich glaube, ich habe in den letzten Jahren meinen Fokus auf die Musik zu sehr fixiert.
Es ist ja nicht mein Beruf und auch keine finanzielle Einnahmequelle, nur kostenlastiges Hobby. Warum dann ?
Ist es allein der Kick, sich zu produzieren, darzustellen ?
Ich habe schon viele Hobbys erprobt aber ich kam immer wieder zum Gesang zurück denn alle anderen Hobbys waren nur Ablenkungsmanöver.
Habt ihr auch schon Ausbrüche aus dieser Zwangsehe gehabt, aus einer Leidenschaft, von der man nicht mehr wegkommt ?

Ich könnte noch weiter fabulieren, dieses nur mal als Denkanstoß.

LG rugero


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.04.2007, 05:08 
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Lieber Rugero, das ist ein interessantes Thema!
Ein paar frühmorgendlcihe Gedanken dazu:
Musik und Gesang ist eine Leidenschaft geworden, die sich bei mir in kurzer Zeit ihren Weg ganz nach oben gebahnt hat.
Ich habe das weder erwartet noch von Beginn an so gewollt und dass es sich dann doch so entwickelt hat, hat eine Menge mit Lebensgeschcihte zu tun.
Ich wusste bereits als Kind, dass ich nur singen und schreiben wollte. 20 Jahre lang habe ich mich sehr auf Ersteres konzentriert, das auch zum Studieninhalt gemacht und Letzteres total ad acta gelegt. Das war ebenfalls eine umfassendne Leidenschaft wie es heute der Gesang ist.
Daneben gab es immer den anstrengenden Brotberuf, um mich und meine Tochter zu versorgen.
Aber eine künstlerische Tätigkeit egal welcher Art kann ich mir gar nicht anders als als echte Leidenschaft vorstellen.
Das als Hobby neben vielen Anderen(mit einem Liedchen trällernd durch die Wohnung, wie du schreibst) auszuführen, halte ich schon in der Natur der Sache für schwierig. Mich nimmt das innerlich viel zu sehr in Beschlag, um da noch allzuviel Anderem Raum geben zu können.
Ich komme immer weider auf ienen Satz meiner ersten Lehrerin zurück: "Singen Sie Tag und Nacht"
Irgendwo komme ich immer mehr zu der Erkenntnis, dass sie vollkommen Recht hatte, obschon ich es zunächst absurd fand. :roll:

Trotzdem bleibt Gesang eine Leidenschaft, NEBEN der auch all die anderen Dinge, die Du oben beschreibst,ihren Raum und ihre Zeit brauchen. Im Moment gehen sie alle irgendwie mit in der Musik auf. Vielleicht muss das aber auch so sein, wenn man so spät mit einer Sache doch noch beginnt, die immer schon da war und unterdrückt wurde???????
Mein Umfeld hat grosses Verständnis und trägt mich in jeder Hinsciht mit. Dazu bracuht es aber Menschen, die ebenfalls Leidenschaften erlebt haben und erleben, die ein Leben sehr formen und fordern können und das also nachempfinden können.
Von Kindern kann man das per se nciht erwarten und die werden berechtigterweise eher protestieren, wenn sie sich zu kurz gekommen fühlen. :ruhe: Bei Ehepartnern/Freunden hängt es halt von deren eigenen Erfahrungen und Horizonten ab.
Im Notfall ist man dann gezwungen, klare Prioritäten zu setzen.

Was das kostenanfällige Hobby angeht, von dem du schreibst:
was ich so um mich herum beobachte, gibt es Hobbies, die noch VIEL teurer sind als der Gesang und die niemals auch nur einen Cent Gage als "Rekompensation" einbringen werden.
Was manche "Freaks" für irgednwelche technischen Ausrüstungen so ausgeben, vom Auto angefangen bis zu elektrischen Eisenbahnen und Sportausrüstungen...... :n2:
Da der Gesang auch eine grosse therapeutische Funktion für die Seele hat und ja auch eine Option zum Nebenverdienst bietet, sehe ich dieses Probelm im Vergleich zu anderen Leidenschaften als nciht so relevant an und die Ausgaben für Unterrciht etc als gut angelegtes Geld.
Schwierig empfinde ich es eher, Zeit und Aufmerksamkeit, also Lebensenergie, noch gerecht auf andere notwendige Dinge HINREICHEND zu verwenden.
Das sprichst du ja oben auch so an.
Da das angemessene Mass zu finden, ist für mcih auch ein grosses Thema....... :n66:

Canti :hearts:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.04.2007, 11:10 
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Auch, wenn ich den Gesang mittlerweile zum Beruf gemacht habe, von mir ein paar Worte:

"Haushalt, Renovierung, allg. Besorgungen, Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen, Steuer/Schreibkram (das sogar in besonderem Masse :roll: ), Ausflüge, Sport" spielen bei mir eine genauso grosse Rolle wie bei jedem anderen (habe die Liste jetzt mal nach meinen Interessen modifiziert) - plus noch einiges andere.

Dafuer haengen bei mir natuerlich Beruf und Leidenschaft eng zusammen, was sehr schoen ist, je nach Typus aber sicherlich auch belastend sein kann. Bei mir z.B. war das sehr lange so.
Musik war schon immer die absolute No. 1 in meinem Leben, eigentlich, so lange ich denken kann. Ich habe als Kind schon Farben gesehen, wenn ich Musik hoerte. :oops:
Ich habe nach dem Gymnasium schon ueberlegt, Musik zu studieren (damals war es allerdings noch die Violine), war aber zu feige. Habe dann ein eigentlich eher ungeliebtes Studium angefangen und auch durchgezogen, daneben in Choeren gesungen. Irgendwann war mir aber klar, dass das nicht reicht. Also Gesangsausbildung angefangen, wieder aus ganz vielen verschiedenen Gruenden gezweifelt, alles geschmissen (allerdings erst nach einer ganzen Weile). Soviel zu den Ausbruechen aus der Zwangsehe :lol: Wobei ich sagen muss, dass auch diese "gesangsfreien" Zeiten aus psychologischen Gruenden durchaus ihren Sinn und ihre Berechtigung hatten - gerade um eben festzustellen, das etwas Essentielles fehlt und wohin der Weg irgendwann gehen MUSS.

Immer denkwuerdig dabei war, dass ich niemanden in meinem Umfeld hatte, der diese Leidenschaft (oder eine aehnliche kuenstlerische) teilte. Von daher fuehlte ich mich eigentlich permanent unverstanden und belaechelt, was nicht gerade hilft. Heute weiss ich aber, dass man sowas eben auch nicht erzwingen kann, die Menschen sind, wie sie sind. Wenn der Partner oder die Familie da aber nicht mitziehen, ist es schon schwer. Umso dankbarer kann man Gott sein, wenn man jemanden findet, der genauso tickt wie man selbst. Wie wichtig das ist, merkt man aber erst, wenn man den Unterschied kennt :hearts:

Heute weiss ich, dass es nicht anders geht: Was auch immer ich versuche, ich komme immer zum Gesang zurueck (meine Geige hingegen habe ich schon seit 10 Jahren nicht mehr angeruehrt, ungefaehr seit mein Interesse fuer den Gesang richtig ernsthaft wurde). Mir reicht es nicht als Hobby, obwohl ich das lange versucht habe und es mir von meinem Umfeld aus lauter Nichtmusikern auch immer so gesagt wurde: "Kann man ja als Hobby machen, das ist ja toll!" Nee, geht nicht. Der Kopf sagt: "Ja, mach' doch, ist auch viel sicherer!", aber Herz und Seele sagen: "Nein nein nein! Wir wollen das immer, den ganzen Tag und mit voller Konzentration!" Die Zeiten, in denen ich mich dagegen gewehrt habe, waren rueckblickend die schlimmsten, aber auch wichtigsten in meinem Leben, denn sie haben mir gezeigt, wie sehr die Seele und der ganze Mensch leidet, wenn man versucht, Leidenschaften zu unterdruecken. Man wird buchstaeblich krank, ich war das beste Beispiel: Depressionen, Gewichtsverlust, dass die Klamotten nur so schlabberten.
Heute bin ich mindestens 5 Kilo schwerer als zu meinen schlimmsten Zeiten :n3: :kaffee

Konfuses Geschreibsel, egal :kaffee


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BeitragVerfasst: 15.04.2007, 02:00 
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hat sich schon eingelebt
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Hallo rugero,

welche interessante Gedanken du doch hast! Ich fühle mich so sehr angesprochen, dass ich nunmehr dir meine Gedanken offenlegen muss.

Meinem sogenannten bürgerlichen Beruf nachzugehen (Kauffrau im Groß- und Außenhandel) war mir in meinem "ersten Leben" Zwang und gab mir nicht die Zeit, mich so dieser Passion zu widmen, wie ich es gern wollte. Du hast richtig gefolgert: Kinder und Familie brauchen ihre Zeit.

Andere Interessen, wie z.B. Gartenarbeit und Haushalt (Kochen, Putzen, Waschen, Einkaufen, allg. Besorgungen) waren meine Erdung. Wenn Renovierung anstand, ebenfalls. Steuer wurde vom Steuerbüro oder Steuerberater, privater Schreibkram von mir selbst erledigt. Spieleabende waren absolut nebensächlich und Sport (Ballett), nachdem ich, bedingt durch den Umzug aufs Land, zeitlich nicht mehr machbar .

Immer zwitschernd durch die Wohnung zu wandeln, mit einem lockeren Liedchen auf den Lippen, um den Sängerstatus zu unterstreichen, war auch für mich nicht der Standard. Wir wohnten zuerst in einem Apartment in der Stadt. Nach der Arbeit war abends die erste Möglichkeit, zu üben. Leider war dieses nicht ausführbar, da nebenan das Kind ins Bett kam. Also war großes Schweigen angesagt. Nebenbei belächelte mein Ex-Mann meine Passion und meinte immer, ich sei weg zum La-La machen. Schmerzhaft. Chat und Forum waren damals nicht der Nabel der Welt - da nicht vorhanden!

Meine Eltern haben meine Passion nicht unterstützt. Ich wollte Gesang studieren. Singen ist halt eine brotlose Kunst. Man lebt nur vom Applaus. Also: erstmal eine kaufmännische Lehre. Diese Lehre kommt mir heute zugute.

Ich habe persönlich in den letzen Jahren stimmlich einen riesen Sprung nach vorne gemacht. Meine Stimme hat sich verändert, ist noch lebendiger geworden. Emotionaler. Leidenschaftlicher. Ausdrucksvoller! Dadurch überzeugender!

Eponine, ich kann dich absolut verstehen und deine Entwicklung nachempfinden. Bedingt durch deine Trennung. Und ich durch meiner.

Ich lebe nun meine Arien. Ich lebe nun die Duette, die Ensembles. Es ist keiner mehr da, der matt belächelnd meinen Gesang zum La-La degradiert. Der oberflächlich meinem Gesang zuhört, die Arme abwehrend ineinander geschränkt, um mir dann zu sagen, dass ihm das Konzert nicht angesprochen hätte. Eigenartig war nur, dass alle anderen Zuhörer anderer Meinung waren.

Canti, auch du hast recht. Singen bedeutet Lebensenergie. Ohne mein Singen wäre ich in meinem Leben kläglich untergegangen. Singen ist meine Lebensleidenschaft, ohne dem ich nicht leben kann. Es geht dir nicht anders, auch Eponine nicht.

Auch dir, Rugero, geht es nicht anders. Auch wenn dein "Alltag" komplett einem anderen Beruf gewidmet ist, ist dein Zweitleben dem Gesang komplett gewidmet.

Natürlich müssen wir uns gewissen "Lapalien" widmen, alltägliche Dinge, die überhaupt nichts mit dem Gesang zu tun haben, und dennoch uns die benötigte Erdung geben, die wir brauchen, um im Gesang nicht komplett abzuheben. Die Wurzel bzw. Erdung im Alltag brauchen wir, um weiterhin lebendig sein zu können. "Eine geerdete Stimme klingt schöner und voller als eine abgehobene, die kernlos, schwirrig und/oder luftig ist... !"

Lieber Rugero, dein Denkanstoß ist klasse... Danke. :dafür: :n2:

Liebe Grüße! :love:

_________________
cornettina


Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.

Khalil Gibran, libanesischer Dichter, Philosoph und Maler (1883-1931)


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BeitragVerfasst: 15.04.2007, 07:18 
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Liebe Cornettina,
da Du meines Wissens noch nie ienen so ausführlichen und dazu noch so persönlcihen Beitrag geschrieben hast, freue ich mich ganz besonders, diesen hier gelesen zu haben! :bravo:
Ich hatte geglaubt, für dich sei Gesang von Beginn an ein Beruf gewesen und es ist gut zu wissen, dass auch professionelle Sänger Wege gehen, die Alles Andere als gradlinig oder "auf Rosen gebettet" sind.
Das ist iene Ermutigung für alle Anderen, die vielleciht dann besser verstehn, welche Durststrecken zu ienem Sängerleben gehören und es trotzdem weiterwagen.
Die umfassende Leidenschaft "Musik/Gesang" duldet wirklich nicht viele andere Götter neben sich.
Aber sie dankt es auch mit absoluten Sternstunden. :n2:
Ich habe gestern wieder einen solchen Sternstundentag erlebt, der von Gesang erfüllt war und Glücksgefühle ausgelöst hat, die sonst nur die Liebe geben kann.
Das hat nichts damit zu tun, ob der Gesang "Hobby" oder Beruf ist und ob man ihn zum alleinigen Lebensinhalt machen kann/will oder nicth.

Vielleicht ist es sogar manchen Menschen-Typen förderlicher, den ganzen mit einem Sängerberuf verbundenen Stress von innen und von aussen(Konkurrenzdruck, Geldnot, Ellbogenkampf etc) NICHT zu haben, um frei und unbeschwert diese Leidenschaft leben zu können.

Dass bei konsequenter Aussübung ein anderer Beruf eher stÖrend und zeit-RAUBEND empfunden wird, verstehe ich zwar persönlich voll und ganz, aber es gibt immer wieder Beispiele, die es schaffen Beides unter eienn Hut zu bringen und damit glücklich und zufrieden leben und trotzdem wunderbar singen .
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 15.04.2007, 10:02 
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Hallo rugero,
das ist eine interessante Frage, die ich mir nie gestellt habe.
Leidenschaft als Hobby, das tun können, was Freude macht, auch mal nein zu sagen wenn es mir nicht passt, kann man im "normalen" Beruf nicht. Singen ist, eine ganze Menge von sich selber nach außen zu tragen, Seele offen zu legen, auch dass ist in einem anderen Beruf nicht möglich oder sogar nicht erwünscht.

Gesungen habe ich schon von Kind an, doch den Schritt auf die Bühne war von zuhause aus religiösen Gründen nicht gerne gesehen, obwohl mein Mutter auch ausgebildete Sängerin war, (wohl in einem nicht religiösen Leben). Das Gefühl und der Drang singen zu wollen, an die Bühne zu gehen, war stärker und zog mich magisch an. Im Opernstudio Aachen und ein Vorsingen am Opernhaus Aachen, hätten mich voll in den Beruf hineingezogen, doch das hätte meinen Haushalt mit den Kindern schwer belastet, so sagte ich in Aachen ab, habe es aber nie bereut.

Am Theater lernte ich meinen Mann kennen, der auch privaten Unterricht erhielt, für das Schauspielen aber kein Talent hatte.

Zwei Kinder kamen zur Welt und mein Mann ließ mir den Vortritt, da er merkte dass ich ohne Singen ein "Nichts" war. Meinen eigentlichen Beruf hing ich an den Nagel, als ich 26 Jahre war, nach dem zweiten Kind.
Mein Mann kümmerte sich um die Kinder wenn ich weg war und es lief wunderbar. Doch arbeitete ich immer nebenher für halbe Tage um auch die Ausbildung als Sängerin zu finanzieren.

So ist es noch heute, er ist sehr tolerant und weiß aber auch, dass ich mir das Singen oder die Arbeit mit den Schülern und dem Ensemble nicht nehmen lassen würde.

Um ganz ehrlich zu sein, hört sich jetzt ein wenig theatralisch an, wenn ich meine "Leidenschaft das Singen" (auch ohne selber zu singen) aufgeben müsste, würde ich in tiefe Depressionen fallen und ganz schnell altern, ich würde mich selber aufgeben. Das Singen lindert meine Schmerzen, es hält mich aufrecht, jetzt für andere da zu sein und es mit zu erleben, zu unterrichten und zu sehen wie Stimmen wachsen, ist jetzt mein Leben.

Liebe Grüsse

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Zuletzt geändert von musica am 15.04.2007, 10:55, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.04.2007, 10:48 
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Wenn ich`s recht überlege : Ich " brenne " seit nunmehr fünfzig Jahren !
Das fing mit dem Sarastro bei der Abi - Abschlussfeier an und lodert noch heute mit gleicher Intensität. Während meiner Ausbildung zum Fluglotsen nahm ich regelmäßig Gesangsstunden, wurde Mitglied des Opernstudios am Mainzer Staatstheater und bestand die drei Prüfungen bei der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen.
Damit standen mir damals alle Türen offen für eine Bühnenlaufbahn, zumal es die Konkurrenz aus dem Ausland noch nicht gab. An den wieder aufgebauten Opernhäusern wurde ausschließlich deutsch gesungen. Christa Ludwig schildert das in ihren Erinnerungen sehr anschaulich.
Allerdings konnte man von den Gagen schwerlich eine Familie ernähren.
Also blieb ich im Tower und brannte nebenher für den Gesang. Der berufsbedingte Ruhestand mit 55 Jahren eröffnete mir die Möglichkeit, mich meiner Leidenschaft von nun an ganz zu widmen, besonders der Fortbildung und der so lange erträumten Unterrichtstätigkeit.
Im Rückblick bin ich schon stolz darauf, Familie, Schichtdienst in einem nervenzehrenden Job, Konzerte und Weiterbildung unter einen Hut bekommen zu haben!
Ich bin heute froh, diesen Weg gegangen zu sein : Das Singen brauchte ich nie aufzugeben. Die Ruhestandsbezüge erlauben mir ein finanziell sorgenfreies Leben. Ich musste und muss nicht von dem existieren, was Unterricht und Konzerte einbringen, kann - was die Auswahl der SchülerInnen angeht - selektiv vorgehen.
Opernsänger bin ich zwar nicht geworden, habe aber stets das Feuer in mir nähren können. Und dafür bin ich unendlich dankbar !

Ciao. Gioachino :dafür:


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BeitragVerfasst: 16.04.2007, 09:01 
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Gio hat es ganz treffen gesagt: "Man muss für den Gesang brennen" (ist übrigens auch einer der Lieblingssprüche meines GL).

Ich brenne (mit wechselnder Intensität) seit über 30 Jahren - seit ich mit 6 Jahren tapfer alleine in die 1. Probe des Kinderchores gegangen bin.

Singen als Beruf kam mir nie in den Sinn, weil mein Elternhaus mit Musik im allgemeinen und Klassik im Besonderen überhaupt nichts anfangen konnte und ich nach dem Abitur auch schnell weg und eigenes Geld verdienen wollte.

Der Beruf und damit die finanzielle Selbständigkeit hat es mir ermöglich, mit Mitte 20 endlich GU zu nehmen. Und seither brenne ich lichterloh :n30:
Als ich dann endlich soweit war, dass man mich "auf die Öffentlichkeit loslassen konnte", war ich allerdings zu alt, um ernsthaft an eine Bühnenkarriere zu denken (und vermutlich auch zu bequem, meine sicherer Existenz aufzugeben).

Ich kann nicht behaupten, neben dem Singen noch ein Hobby zu haben. Auch wenn ich nur ab und zu Konzert-Engagements habe - das will alles vorbereitet sein und "daneben" habe ich ja auch noch einen zeitaufwändigen Beruf.....und die sonstigen "Alltagsverrichtungen" (ich würde Bügeln, Waschen, Putzen, Steuer usw nicht als "Interessen" bezeichnen) zu bewältigen.

Zur Frage der Motivation:
Ja, ich genieße es auf der Bühne zu stehen und die Ohren und Blicke der Zuhörer auf mich zu ziehen. Da ist für mich eine Art von Bestätigung, die für mich persönlich sehr wichtig ist und die meine persönliche Entwicklung sehr beeinflusst hat. Mein Schlüsselerlebnis war das Covern der Altpartie in einer Generalprobe - spätestens ab diesem Zeitpunkt habe ich alles daran gesetzt, irgendwann vor dem Orchester zu singen, und nicht mehr dahinter in der großen Masse des Chores.

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 16.04.2007, 10:28 
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Ihr Lieben,

mein Beitrag wird wahrscheinlich auch nicht gerade strukturiert, aber dieses Thema spricht mich auch auf eine sehr emotionale Weise an.

Liebe Epo, ich glaube, ich kann Deinen Weg zu einem gewissen Grad nachvollziehen, denn ich erkenne mich in vielen wieder, was Du schreibst. Noch geht es mir nicht so extrem, ich arbeite eigentlich recht gerne in meinem Job und bin froh über die (relative) finanzielle Sicherheit.

Aber dennoch ist da im Hinterkopf immer die Frage, ob mir das reicht. Denn das ich "brenne" ist für mich unbestritten. Sogar so sehr, dass ich die "Handbemse" ziehen muss, um meiner Stimme nicht zu viel zuzumuten.


Aber da sind dann eben diese Abwägungen - Will ich meinen festen Job aufgeben, kann ich mir das überhaupt leisten, bin ich gut genug, um "da draußen" zu bestehen. Zwar bekomme ich viel positives Feedback, dass ich es schaffen könnte, aber sicher kann man sich eben nie sein. Und wenn, dann muss ich mich so langsam auch ranhalten ...

Ich bin aber froh, dass wir uns hier mit Gleichgesinnten über solche Themen austauschen können :hearts:

Singen ist also definitiv mehr als ein Hobby für mich, auch wenn es manchmal schwer ist, das meinem (nicht-singenden) Umfeld kalr zu machen. Mein derzeitiger Job ist eben genau das - ein Job, den ich durchaus auch gerne machen ,aber auch nicht mehr .... ich hab da eauch keine sonderlichen Karriereambitionen... Beim Gesang dagegen habe ich diesen Ehrgeiz "mehr" erreichen zu wollen ...

Alles nicht so einfach ...

Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 08:31 
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Für mich sind Leidenschaft und Hobby kein Widerspruch.

Betreibt man sein Hobby denn ohne Leidenschaft?
Ist eine Leidenschaft nicht eigentlich auch immer so etwas wie Hobby?

Hobby ist etwas, was man gern mag, will und macht.
Zur Leidenschaft wird man innerlich gedrängt, man will und macht auch, wozu einen die Leidenschaft drängt.

Ist die Musik Hobby, und man betreibt sie ohne Leidenschaft, wird das Hobby (Musik zu machen) bald fad und lustlos und endet irgendwann.

Ist die Musik Leidenschaft (quasi Trieb-gesteuert), dann fordert sie für sich dauernde Beschäftigung, eben als Hobby, solange die Leidenschaft nicht erkaltet.

Im Gegensatz zu Profis: Die müssen mit der Musik Geld verdienen und sind zum Erfolg verpflichtet. Die Stars können ihren Beruf auch wegen der relativen materiellen "Sicherheit" mitunter auch als Hobby betrachten, was ideal wäre. So wie ein Schifahrer gern auch Schilehrer wäre oder ein Münzsammler vielleicht auch Münzhändler. So kann man mit dem Hobby-Beruf dann auch gut seinen Lebensunterhalt bestreiten.


Gruß
MARIO


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 10:29 
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Lieber Mario,

natuerlich sind Leidenschaft und Hobby an sich erst mal kein Widerspruch. Ich schreibe z.B., das auch leidenschaftlich, das ist aber mein Hobby, und ich habe nie darueber nachgedacht, das zum Beruf zu machen.

Beim Gesang war die innere Einstellung aber immer schon anders. Ich weiss jetzt gerade nicht, wie ich es beschreiben soll. Aber als ich noch einem "Brotjob" nachgegangen bin, hat der mich so gefordert, dass ich fuer den Gesang nur noch eingeschraenkte Zeit hatte. Und die freie Zeit, die ich dann noch hatte, war so vollgepackt mit Gesang und Musik, dass es zur koerperlichen Belastung wurde - der Koerper will halt irgendwann auch mal ausruhen, ganz egal, wie sehr man "brennt".
Meine Energie ging irgendwann auch floeten, obwohl ich singen wollte. Das war einfach zu viel. Resultat: Man kommt auch im Gesang nicht mehr so voran, wie man sich das wuenscht und wird unzufrieden.

Eine meiner Gesangslehrerinnen hat vor einiger Zeit mal gesagt: "Wenn Du ueberhaupt darueber nachdenken musst, ob Du den Sprung wagen sollst, vom Gesang zu leben: Lass' es! Wer soweit ist, denkt nicht drueber nach, sondern tut es, ganz egal, wie die finanziellen Perspektiven sind. Wer Zweifel hat, ist in dem Beruf falsch!"
Damals war das ein Schlag ins Gesicht fuer mich. Heute weiss ich, dass sie Recht hatte und ich einfach noch nicht so weit war. Denn heute machen mir die bescheidenen finanziellen Perspektiven nichts mehr aus, damals schon (obwohl es damals das geringere Problem gewesen waere, da ich in meiner Ehe finanziell abgesichert gewesen waere, was ich in meiner heutigen Beziehung nicht bin).
Mit "Zweifeln" meinte sie uebrigens nicht die kuenstlerischen Sinnkrisen, damit diese Diskussion erst gar nicht aufkommt. Mit Zweifeln meinte sie wirklich die Tatsache, dass einem finanzielle Absicherung ueber den Gesang geht.

Natuerlich muss man von irgendwas leben, ich bin auch kein Traumtaenzer und weiss schon sehr genau (und spuere es ja auch jeden Tag), was fuer ein Risiko das sein kann. Es geht aber. Man braucht relativ wenig, und mein Leben ist heute trotzdem (oder gerade deshalb) wesentlich erfuellter. Natuerlich gibt es die Phasen, wo man denkt: "Schade, ich wuerde auch gerne mal in Urlaub fahren oder mir dies und jenes kaufen." Das geht dann leider nicht immer. Aber wirklich tauschen will man trotzdem nicht, weil man immer noch weiss, wie mies es einem trotz genug Geld ging. Dahin will man einfach nciht zurueck ...

Aber: Ich kann auch jeden verstehen, dem finanzielle Absicherung wichtig ist und der trotzdem Leidenschaft fuer den Gesang hat, dem es reicht, es als Hobby zu betreiben, weil er dann "unbelasteter" damit umgehen kann.
Ich denke aber, dass das Mentalitaetssache ist. Manche verlieren vielleicht den Spass am Gesang, wenn er zum Ueberlebenskampf wird. Die sollten das dann besser auch nicht tun, da sie vermutlich ebenso ungluecklich damit werden.
Es gibt aber auch die anderen, die ungluecklich werden, wenn sie sich nicht 100 Prozent dem Gesang widmen koennen. Ich konnte das mit einem 40-Stunden-Job nicht und war wirklich kreuzungluecklich ...


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 10:46 
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Das sind sehr interessante Fragen, die hier aufgeworfen werden. :bravo:

Ich finde neben der Angst vor finanzieller Bauchlandung, die von Mensch zu Mensch verschieden ist, aber auch den anderen Punkt ganz wichtig:
Ist man überhaupt sängerisch und als Künstlerpersönlichkleit GUT GENUG, sich dieser Leidenschaft professionell hinzugeben und hat man die nötige Persönlichkeitsstruktur, das harte Konkurrenzleben im Sängermetier durchzustehen???????
Auch wenn man bereit ist, à la bohème zu leben , ist damit nur EIN Zweifel ausgeräumt. So man kein festes Engagement hat und sich nicht zu grossen Teilen aufs Unterrcihen verlassen will, muss man ein unumstösslcihes Bewusstsein seiner eigenen künstlerischen Qualität und Konkurrenzfähgikeit mitbringen und das ist nicht jedem gegeben.

Da hat es ein sogenannter Amateur oder "Hobby"-Sänger doch viel leichter. Er kann sich ohne diesen massiven Druck von verschiedenen inneren und äusseren Seiten seiner Leidenschaft hingeben. Muss dafür aber in Kauf nehmen, dass es viel langsamer voran geht, weil nicht genug Energie und Zeit da ist, neben einer wie auch immer gearteten anderen Tätigkeit.
Ein guter Kompromiss ist z.B. Teilzeitarbeit plus singen. Oder eben hauptsächlich unterrichten und daneben singen, ohne den Riesenexistenzdruck, immer und überall auf der Höhe sein zu müssen, weil an der nächsten Ecke schon die Konkurrenten nur darauf warten, das man "versagt".
Unter diesem Druck kann man die Freude und die Leidenschaft leider schnell verlieren. Dazu muss man einfach die passende Persönlichkeitsstruktur haben, um das auf Dauer unbeschadet durchziehen zu können.
:hearts: Canti


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.04.2007, 11:12 
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Liebe canti,

Du hast voellig Recht. Da kommt es ja auch sehr darauf an, fuer welchen Bereich des Gesangs man sich entscheidet:

Will man an die Buehne (Oper, Musical, Pop, was immer), also ein "Performer" sein? Will man Konzerte singen? Ist vielleicht der Bereich Functions und/oder Residencies interessant fuer einen? Will man Unterrichten? Reichen einem Auftritte in der Kirche und auf Hochzeiten (auch da gibt es genug Leute, die davon zu einem grossen Teil leben)?

Da gibt es ja 1001 Moeglichkeit, und die Chancen auf Erfolg sind in den einzelnen Bereichen, auch abhaengig von der eigenen Persoenlichkeit, sehr unterschiedlich. Das muss man sich natuerlich schon ueberlegen ...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.04.2007, 14:56 
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Hallo ihr Lieben!
Genau über dieses Thema zerbreche ich mir seit Monaten den Kopf. Ich werde im Herbst mit meinem Studium (Pferdewissenschaften) fertig und überlege ernsthaft, danach ein Gesangsstudium zu beginnen (Sologesang an der Konservatorium Wien Privatuniversität). Da ich aber dieses Jahr wohl noch nicht gut genug bin, bin ich bei den Zulassungsprüfungen im Juni nur als Zuhörerin dabei. Ich werde also wahrscheinlich ein Jahr lang Teilzeit arbeiten und GU nehmen und es dann evtl. im nächsten Jahr versuchen. Mein Vater ist völlig entsetzt ("Nicht schon wieder sowas Brotloses!"), meine Mutter unterstützt mich schon eher. Aber ich bin mir selbst alles andere als sicher. Aber gut, ich habe ja jetzt ein Jahr lang Zeit zum Überlegen :pfeif:
cantilene hat geschrieben:
Ein guter Kompromiss ist z.B. Teilzeitarbeit plus singen. Oder eben hauptsächlich unterrichten und daneben singen, ohne den Riesenexistenzdruck, immer und überall auf der Höhe sein zu müssen, weil an der nächsten Ecke schon die Konkurrenten nur darauf warten, das man "versagt".

Genau, das denke ich auch. So hat man einfach eher eine gewisse Sicherheit. Ich werde mich dieses Jahr wohl auch zusätzlich weiter im reiterlichen Bereich fortbilden, um dann auch Reitunterricht geben zu können (ebenso brotlos :roll: ). Zwei Standbeine empfinde ich schon als hilfreich, auch wenn in meinem Fall keins davon was "Ordentliches" wäre, wie mein Vater zu sagen pflegt :n3: Er würde es halt am liebsten sehen, wenn ich Jura oder BWL studieren würde. Aber die Vorstellung, später einen solchen Beruf zu haben, ödet mich an. Er meint, dann hätte ich ein sicheres Einkommen und könne dann halt einfach Reiten und Singen als Hobby betreiben. Er hat es genauso gemacht - trotz fehlenden Interesses (das kam dann laut seiner Aussage ca. nach einem Jahr Studium :n3: )Jura studiert und einen guten Job bekommen. Dabei übersieht er leider, dass er sein halbes Leben im Büro verbringt und so gut wie keine Zeit für irgendwelche Hobbies hat. Ist also kein so erstrebenswertes Ziel für mich... :roll: Man lebt schließlich nur einmal!


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 15:10 
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Liebe Fliu,

ich kann nur sagen, wenn Dich BWL oder Jura anödet, dann hast du evtl. auch Schwierigkeiten, das Studium durchzuziehen, also mach lieber etwas, mit dem Du Dich zumindest einigermaßen identifizieren kann. Hat ja nun überhaupt keinen Zweck, einen Job auszuüben, der einem gar kenen Spaß macht.

Ich habe mit dem Beruf der Übersetzerin ja immerhin etwas gefunden, dass mir ebenfalls Spaß macht, auch wenn der Gesang, wie ich oben schrieb, definitiv Vorrang hat. Aber immerhin muss ich mich auch nicht jeden Tag zu meinem Job quälen und das ist schon viel wert!

Mein Plan ist es ja auch, meinen Vollzeitjob nach und nach auf einen Teilzeitjob zu reduzieren (leider bin ich hier eine Art Leibeigenschaft eingegangen, meine Chefin startet bestimmt einen fiesen Rachefeldzug, wenn ich kündige :kaffee ) oder mich als Übersetzerin selbständig zu machen und nebenbei zu unterrichten...

Dann muss ich nur noch den netten, reichen Mann mit einer Villa mit integriertem Konzertsaal guten Verbindungen in die große Welt des Musiktheaters finden und schwupps ....


Träumende Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 15:23 
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Octaviane hat geschrieben:
Dann muss ich nur noch den netten, reichen Mann mit einer Villa mit integriertem Konzertsaal guten Verbindungen in die große Welt des Musiktheaters finden und schwupps ....

Octaviane


die Idee ist super...
Ich hoffe, Du kennst uns dann noch... wir gründen dann den Fanclub !

Herzlich grüsst LaCastafiore

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 17:59 
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Liebe Octaviane, falls du Hilfe bei der Jagd brauchst, kannst du mich als Assistentin buchen..... :n2:
Ein erster Tipp: Nicht nach den Sternen greifen! Manchmal entpuppt sich der, in den man sowieso verliebt ist, ganz unerwartet als das Beste, was einem passieren konnte.
Aus einem Wohnzimmer in einem normalen Haus kann man dann einen Konzertsaal machen, den Flügel bekommt man vielleciht zur Hochzeit geschenkt und die fehlenden Verbindungen zu Musikwelt werden durch liebevolles Engagement und Mittragen wettgemacht.


Ansosnten finde ich Deine Ideen ideal. Fûr mcih war vor Jahren als noch Schreiben statt Singen die grosse Leidenschaft war, DAS die Lôsung. Brot-Arbeit radikal reduzieren und mehr Zeit fürs Wesentliche haben. Auch wenn ich wenn ich mit weniger Geld und mehr Unsicherheit leben musste. Ich bin sogar in eine kleinere Wohnung gezogen und habe die Proteste meiner Tochter hingenommen.
Aber es ging mir deutlich besser! Bin da ien serh ähnlicher Fall wie Epo.

Also: bon courage!!!!!
:hearts:


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 18:38 
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Stichwort Kinder/Familie:

Wenn man eine Familie ernaehren muss, liegt der Fall auch noch mal anders.
Wir koennen uns momentan natuerlich auch leisten, "a la Bohemienne" (bitte accents denken!) zu leben, da wir nur fuer uns selbst verantwortlich sind.
Da wir aber auch Kinder wollen und zumindest bei mir das Ticken der biologischen Uhr deutlich vernehmbar ist (mit fast 33 sollte man dann auch nicht mehr ewig warten), macht man sich ueber diesen Aspekt natuerlich schon Gedanken, und da muss man schon halbwegs abgesichert sein.

Wobei ich da eine meiner Ex-Gesangslehrerinnen als Vorbild habe, die ganze 8 Wochen nach der Geburt schon wieder mit dem Unterrichten anfing, zwar zunaescht nur reduziert mit ihren "Lieblingsschuelern" und relativ geschickt um die "Fuetterungszeiten" gelegt, aber das klappte ziemlich gut. So viel Flexibilitaet waere ja bei einem Angestelltenverhaeltnis kaum moeglich.

Auch da ziehe ich meinen Hut vor denjenigen, die es neben Broterwerb fuer die Familie noch schaffen, sich dem Gesang zu widmen, ohne dass irgendwas (und v.a. nicht die Familie) dabei zu kurz kommt ...


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 19:32 
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Liebe Epo, ja mit Kindern sieht die Welt GANZ anders aus, aber letztlich sind sie ein ganz natürlciher Bestazndteil des Lebens und ich finde es furchtbar, wie sehr das heutzutage oft zum Luxusgut degeneriert ist.
Ein Kind zu haben= Einschränkung des Lebensstandards-so denken leider viele.(DU nciht, das weiss ich ja genau! :love:) Früher liefen Kinder einfach mit und fertig und keiner machte sichGedanken, ob man sich dann dann noch das Zweitauto oder was auch immer noch leisten konnten. Es war normal, Kinder zu haben und basta.Ivch habe meine Tochter auch allein und mit wengi Geld grossbekommen und sie ist ein wunderbares, sehr starkes Mädchen geworrden, dass seinen Weg selbständig und eigenverantwortlich geht. Kein verwöhntes Luxuspüppchen, dem immer Alles in den Schoss geworfen wurde.
Mir haben entbeghrungsreiche Jahre auch nur gut getan, denn ohne die wüsste ich heute absolut nciht zu würdigen , wei gut es mir im Moment geht.
Man muss mit wenig und mit viel Geld man selbst bleiben und zufrieden leben kônnen. Erst dann ist man meiner Meinung nach wirklcih frei und man selbst.
(Ich spreche hier WOHLBEMERKT nciht von Menschen , die UNTER europäischem Existenzminimum leben müssen, also keine Missverständnisse bitte)


Und nun teile ich noch offiziell mit, dass ich heute die jûngste Grossmutter(Stiefoma) aller Belcanto-Zeiten geworden bin:
wir haben einen kleinen Julien geschenkt bekommen und mein Mann ist total aus dem Haüschen. :tanzen :bravo: Und wenn er gleich nach Hause kommt, werden wir eine Flasche Champagner köpfen und auf unseren ersten Enkelsohn trinken, dem hoffentlcih noch viele Weitere folgen werden. Bei vier Töchtern steht das ja zu erwarten!

Cantilene :n1: :love: :bravo:

Bitte Glückwünsche im gesonderten Forum

musika


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BeitragVerfasst: 17.04.2007, 20:48 
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... was hier rein gehoert, aber drinlassen :lol:

Zum Rest kann ich nur sagen: Sehe ich genauso, wobei natuerlich schon ein gewisser Mindeststandard gesichert sein muss. Aber da gilt auch: Wo Zwei satt werden, werden das in aller Regel auch Drei. Fehlt nur die Wohnung, wo man das Kind nicht unter die Decke stapeln muss (das ist ja leider alles Eigentum hier, mieten ist total unueblich). Aber auch das wird sich im Fall der Faelle finden - ziehen wir halt einen zweiten Boden ein :lol: :lol: :lol:
Den Gesang wieder zum Hobby "degradieren" wuerde ich vermutlich trotzdem nicht mehr. Aber wie schon an anderer Stelle anklingend, ist das ja auch wirklich sehr von den einzelnen Umstaenden abhaengig und auch Mentalitaetssache. Es gibt halt im Leben kein Schwarz-Weiss.

Das Zweitauto und die 10 Kurztrips (plus 2 grosse Urlaube) habe ich so schon nicht, dann werden sie mir auch mit Kind nicht fehlen :pfeif: :lol:
Dafuer hab' ich Loch Lomond vor der Tuer, da fahren andere fuer viel Geld in Urlaub hin, ich hab's umsonst :n2:
TA-DAH: http://maps.google.com/maps?q=55.9500+-4.5667
(Empfiehlt sich, auf Satellite oder Hybrid umzuschalten. Loch Lomond ist uebrigens das Gewaesser im Norden, das andere ist die Clydemuendung).


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