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 Betreff des Beitrags: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 24.09.2017, 22:09 
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Hallo,

ich bin ganz neu hier in dem Forum, also bitte verzeiht meine Anfänger-Formatier- und sonstige Fehler. Ich will mich erstmal kurz vorstellen, weil ich das wichtig finde für mein Anliegen:

Ich bin jetzt 20 Jahre alt, habe aber mit dem Singen 2004 angefangen, da war ich grade 7 Jahre alt. Ich habe das große Glück gehabt, 10 Jahre im Knabenchor in Sopran, Alt und nach dem Stimmbruch in Bass gesungen zu haben. Nach meinem Abitur bin ich aus dem Knabenchor und in eine neue Stadt. Dort singe ich nun seit 3 Jahren in zwei klassischen Chören und einem modernen Show-Chor; alle diese Chöre sind auch auf einem sehr hohen Niveau nach meiner Einschätzung. Während meiner Kindheit und Jugend und bis heute habe ich auch immer wieder privaten Stimmunterricht nehmen können. Dies alles ist nicht selbstverstänlich und ein Privilig; ich weiß dies auch sehr zu schätzen.
Ich habe mich in der neuen Stadt nicht für ein musikalisches Studium entschieden, obwohl ich damals schon oft daran gedacht habe, sondern habe an einer technische Universität einen Studiengang begonnen, den ich jetzt auch schon seit 2 Jahren mit mittlerem Erfolg verfolge. Ich bin jedoch seit Beginn am zweifeln, ob ich wirklich noch weiterstudieren soll, oder ob ich das Kapitel beenden soll und probiere, ein Gesangsstudium oder ein Musikpädagogikstudium zu beginnen. Ich habe jedoch sehr viel Selbstzweifel, zum Beispiel:
    - Würde es sich vielleicht auch beim Gesangsstudium wieder so entwickeln, dass ich nach 2 Jahren merke, es ist eigentlich nicht das richtige für mich?
    - Wie erkläre ich meiner Familie, die mich finanziell komplett mein Studium ermöglicht haben, dass ich nun 2 Jahre studieren "wegschmeisse"?
    - Schaffe ich den Schritt vom Chorsingen in's dauerhafte Solo- und Ensemblesingen oder bin ich dafür nicht gut genug?
    - Soll ich nicht doch lieber zwei Jahren warten, mein jetziges Studium abschließen und dann probieren ein Gesangstudiumsplatz zu bekommen?
    - Muss ich überhaupt Gesang studieren, um "innerlich glücklich" mit mir zu werden, oder sollte ich einfach probieren, noch mehr nebenher zu singen?
    - Und, und, und...
Ich zweifle auch deshalb, weil ich so viele gute Sänger in meiner Gesangskarriere kennengelernt habe, die dem Singen in professioneller Weise nicht nachgegangen sind, obwohl sie sicherlich mehr "das Zeug dazu" gehabt hätten, als ich.
Was für Ratschläge, Tipps und Entscheidungshilfen habt ihr für mich? Standet ihr auch schonmal vor so einer Situation und wie seid ihr damit umgegangen? Ich merke beim Durchlesen sofort, dass ich mein Anliegen nicht so richtig gut aufgeschrieben habe, aber ich hoffe, ihr versteht auch das.

Ich freue mich, ab jetzt in diesem Forum zu sein und freue mich auf die Antworten

Grüße,
Timo


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 25.09.2017, 09:27 
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Wenn ich an Deiner Stelle wäre, würde ich folgendes tun:

1. nach den Bewerbungsfristen an den Musikhochschulen schauen
2. nach den Voraussetzungen gucken, die Du erfüllen musst

Singen können reicht für ein Musikstudium nämlich nicht aus; Du musst auch Kenntnisse in Musiktheorie mitbringen, Klavier spielen können etc. pp. Wenn Dir die Studienvorbereitende Ausbildung fehlt, dürfte das nicht so einfach sein. Dann hättest Du zwei Möglichkeiten: Entweder gehst Du direkt in die Aufnahmeprüfung oder Du nutzt die Zeit, die Dir Dein Studium noch lässt, bringst das zu Ende und holst die Dinge nach, die Dir noch fehlen. Oft werden auch Vorbereitungskurse an den Musikhochschulen angeboten, zumindest in Bezug auf die theoretischen Grundlagen.

Ob Du dann das nötige Durchhaltevermögen mitbringst, kann Dir keiner voraussagen.

Ansonsten: Herzlich willkommen hier!

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 25.09.2017, 11:50 
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Hallo Timo,

herzlich willkommen hier.

Das ist eine schwierige Entscheidung, die Dir letztlich niemand abnehmen kann. Ein abgeschlossenes Ingenieursstudium schadet denke ich nichts; es ist notfalls doch leichter, dort einen Job zu bekommen als in der Kunst.

Ich habe vor ein paar Jahren mal kurz überlegt und bin damals zu dem Schluss gekommen, dass Musik so ein wundervolles, ausgleichendes Hobby ist - das wollte ich mir nicht kaputt machen. Ich habe mich dann anders entschieden und einen anderen Beruf ergriffen, der mir äußerst viel Spaß macht (bzw. machen würde) und sich für mich als mein Wunschberuf erwiesen hat. Dass es da dann anders gelaufen ist als erhofft und erwartet, stand denke ich nicht in meiner Macht und Verantwortung.

Allerdings war ich wesentlich älter als Du, das spielt durchaus auch eine Rolle.

Ich denke, der Weg, den Dir Donna Elvira vorschlägt, klingt vernünftig, soweit Dir Dein Ingenieursstudium Zeit lässt. Ich würde mich zumindest mal über die Aufnahmevoraussetzungen informieren und schauen, was ggf. alles fehlt und ob es machbar ist, das ggf. nachzuholen neben dem Studium (je nach Studiengang, in dem Du bist, halt - die können ja auch ganz schön fordernd sein).

Da Du auch Musikpädagogik-Studium erwähnst - könnte u.U. ein Pädagogik-Studium in Deiner Fachrichtung auch etwas sein für Dich? Oder kommt es Dir hier mehr auf die Musik an? Dann würde ich persönlich aber eher auf Gesang gehen, zumindest gründlich überlegen, ob Du mit unterrichten klar kommst. Das solltest Du vorher irgendwo ausprobieren.

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 25.09.2017, 14:39 
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Alternativ gehst Du zur Musikhochschule Deines Wunsches und/oder in Deiner näheren Umgebung und läßt Dich dort eingehend beraten, am besten mit Termin. Dazu sind die Studienberatungen an den Hochschulen ja auch da. Zu finden sind die Kontaktdaten jeweils auf den Hochschulseiten, im Regelfall unter dem Punkt "Studieninteressierte".

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Gruß, Astrid

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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 25.09.2017, 15:07 
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Hallo Timo, willkommen!

Wenn dich dein Studium nicht völlig aufreibt und fertig macht, dann versuche es zu beenden.
Nebenbei kannst du dich eingehend über die Voraussetzungen zur Aufnahmeprüfung informieren oder den unkonventionellen Weg gehen, nämlich "einfach gut sein bzw werden", privaten Unterricht nehmen, Meisterklassen besuchen und dann quasi als "Quereinsteiger" vorsingen gehen. Ich habe mittlerweile einige Kollegen, die erfolgreich (!) diesen Weg gegangen sind ;)

Klar werden solltest du dir auch darüber: Kannst du dir eine (vielleicht sogar ausschließlich) unterrichtende Tätigkeit vorstellen? Mußt du Solist sein oder wäre auch der Opernchor etwas für dich? Hast du die Möglichkeit, am nächstliegenden Opernhaus im E-Chor schonmal tiefer in die Materie hineinzuschnuppern?
Und..... brauchst du für dein Wohlbefinden finanzielle Sicherheit und einen langfristig geregelten Beruf?

Im Grunde muß jeder seinen eigenen Weg finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 25.09.2017, 20:20 
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Hallo an alle,

erstmal danke für die vielen Antworten, für euer Verständnis und für die Denkanstöße!! Ich habe mir alle eure Fragen abgeschrieben und werde mir diese öfter einmal stellen Auf ein paar Sachen will ich aber eingehen:

Wenn ich nämlich so lese, was ihr schreibt, dann denke ich ist es für mich wohl besser, mein Studium ersteinmal abzuschließen. Ich teile wohl diese Meinung mit euch. Was mir bis jetzt nicht so deutlich klar war, dass ich die Freizeit neben dem Studium nutzen sollte und auch muss, um mich musikalisch weiterzubilden. Ich habe zwar grundlegende Kentnisse in vielen Dingen, aber über den Musikleistungskurs im Gymnasium geht das eigentlich nicht hinaus. Danke an dich, Donna Elvira, für diesen Ratschlag, den ich sicher wahrnehmen werde!! Nach meinem Abschluss werde ich mich dann wohl nochmal mit der Frage beschäftigen, wo es hingehen soll.

Auch über das Pädagogikstudium habe ich mir schon Gedanken gemacht, moniaqua. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen zu unterrichten und habe in meiner letzten Zeit im Knabenchor auch ein paar Erfahrungen dementsprechend sammeln können. Wie genau dann der tatsächliche Arbeitsablauf ist und ob dieser dann meinen Vorstellungen entspricht, ist halt einfach schwer zu beurteilen. Aber ich werde mich auf jeden Fall gründlich informieren und nach Erfahrungen suchen, die vielleicht da ein paar Einblicke geben. Auch werde ich die Studienberatung an meiner nahen HS bald besuchen.

Ich denke aber immernoch, dass die Gesangsausbildung in welcher Art auch immer, wohl das richtige für mich ist und eure Antworten habe mich dementsprechend gestärkt.

Nochmal vielen Dank für das Willkommenheißen,

Grüße,
Timo


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 26.09.2017, 09:02 
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Hallo Timo,
Eigentlich wurde schon alles gesagt. Auch ich würde dir raten das Studium fertig zu machen, da kannst du immer drauf zurückgreifen, hast einen Brotberuf der dich ernährt. Wenn du Gesang studieren möchtest, hast du nur eine Chance, wenn du vor Antritt des Studiums schon fast perfekt bist, dazu kommt die Theorie. Auch deine Persönlichkeit spielt eine Rolle.

Wenn du einen Beruf, hast der dir Geld bringt, kannst du nebenbei privaten Unterricht nehmen, da hast du alle Zeit der Welt und wenn du gut bist, gute Verbindungen hast, kannst du vielseitig das Erlernte in die Tat umsetzen, so, wie es hier schon genannt wurde.

Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben ein privates Gesangsstudium absolviert und sind heute gut im Geschäft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 27.09.2017, 17:58 
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Nicht zu vergessen, dass von hundert Hochschulabsolventen etwa zehn ein Engagement ergattern! Der Rest hat zwar ( hoffentlich! ) singen gelernt und viel Theorie, ist jedoch schließlich als " Ungelernte(r)" unterwegs: Viel Spaß bei der Jobsuche! Grundsätzlich sind die Chancen für Männer größer als für Frauen, es sei denn, Du bist lyrischer Bariton. Dann kannst Du mit zahlreichen lyrischen Sopranen auf Arbeitssuche abseits der Musikszene gehen. Ich habe Anfang der siebziger Jahre nach einem Privatstudium an einem mittleren Opernhaus anfangen können, habe mich aber für einen bürgerlichen Beruf und für die Familie entschieden. Quasi nebenbei habe ich zahlreiche Konzerte und Liederabende national und international bestritten. Jetzt betreibe ich seit 25 Jahren ein privates Gesangstudio in der Gewissheit, damals die richtige Entscheidung getroffen zu haben,als ich mich dazu entschloss, den Wirren, Fährnissen und Kabalen des Berufssängerlebens zu entsagen! Das Bedürfnis zu singen ( ich weiß, wovon ich spreche ) kann man auf höchst unterschiedliche Weise stillen,Timo! Kurz: Musica hat Recht!

Ciao. ospite


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 28.09.2017, 12:57 
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Hallo,

danke auch für eure Antworten. Ich denke, ich habe meine Entscheidung gefällt und werde erstmal mein jetziges Studium abschließen, aber ich weiß auch an was ich musikalisch noch arbeiten kann, damit es ja vielleicht in Zukunft doch eine Veränderung gibt. Aber wie man so schön sagt: Von nix kommt nix.

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Grüße,
Timo


Witz des Monats:
Petrus erscheint einem alten Tenor. "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute: Du bist in den Himmlischen Chor aufgenommen. Die Schlechte: Die erste Probe ist morgen, 9 Uhr!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Guter Rat ist teuer
BeitragVerfasst: 28.09.2017, 15:04 
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Und Du kannst das vielleicht auch als ersten Belastungstest verstehen. Wenn Dir neben Deinem Studium die Arbeit mit und an der Musik nicht zu viel wird, sondern Dir eher etwas gibt, könnte das ebenfalls ein Indiz sein, dass die Musik der in dem Sinne richtige Beruf für Dich ist.

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