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 Betreff des Beitrags: Die empfindsame Seele
BeitragVerfasst: 09.11.2006, 13:01 
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Hallo ihr,

vielleicht hätte ich dieses Thema auch bewusst in das neue A-Z- Forum stellen können, aber da ich auch Bezug auf den Gesang nehmen werde, habe ich mich für dieses Forum entschieden.

Ich habe lange überlegt, ob ich das ,was mich bewegt, hier öffentlich machen soll. Normalerweise halte ich nicht viel davon, in aller Öffentlichkeit seine "Probleme" breitzutreten, aber da ich hier einige doch schon persönlich kenne und auch im Allgemeinen die Atmosphäre hier mir zusagt, wage ich es dennoch. Außerdem hilft es manchmal einfach, sich Dinge von der Seele zu schreiben.

Ich hatte es in einem anderen Thread schon angedeutet - mit einem Vollzeit-Job, der mir recht viel Verantwortung abverlangt, der Vorbereitung auf zwei Konzerte (von denen ich einen Liederabend ganz alleine bestereite) und des allgemeinen Vorantreiben-Wollens meiner gesanglichen Laufbahn habe ich derzeit meine Belastungsgrenze erreicht und eigentlich schon überschritten - das heißt, ich breche grundlos in Tränen aus, war deswegen auch schon krank geschrieben und jede Art von Druck (ob nun im Beruf oder Privat) lässt mich in Panik geraten und blockieren.

Dass ich dazu noch unglücklich verliebt bin, hilft der Sache auch nicht gerade weiter.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Einzige, was mich "oben" hält, zur Zeit der Gesang ist. (Wobei ich auch sagen muss, dass ich zum Gück eine Familie habe, die mich liebt und unterstützt)

Ich merke, wie ich beim Singen Emotionen verarbeiten kann, in gewisser Weise auch zu mir selbst finde und definitiv ausgeglichener werde (mal davon abgesehen, wenn ich mich darüber ärgere, dass diese eine Stelle mal wieder nicht so klappte, wie ich wollte :roll: , aber selbst dann regt mich das nicht so auf, wie Dinge in anderen Bereichen.

Ich möchte nun keine tiefenpsychologischen Ratschläge von Euch, sondern einfach den Austausch darüber, ob ihr vielleiicht ähnliche Erfahrungen gemacht habt.


Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 14:03 
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Liebe Octaviane,
ich kenne dieses Gefühl sehr gut, allen und jedem gerecht werden zu wollen und ich weiß , wie dünnhäutig man wird, wenn man überlastet ist. Du solltest bald !! die Notbremse ziehen, denn sonst kannst Du im Konzert nicht die volle Leistung bringen und im Job auch nicht , und das ist es ja sicher , was Du gerne möchtest, oder ?
Als ich in so einer Situation war, habe ich konsequent von einem auf den anderen Tag die Notbremse gezogen. Keine endlosen Telefonate mit zig Freunden, Verkleinerung des Freundeskreises auf eine Handvoll wirklich guter Freunde, mehr Zeit für mich, die ich mir einfach nehme, egal was andere dann von mir denken. Was auch wichtig ist: Denke von Tag zu Tag und nicht schon Wochen im voraus. Mache Dir morgens klar, was Du an diesem Tag schaffen mußt, was Du schaffen möchtest und suche , wenn möglich den Kompromiss. Schau, Du bist noch relativ jung und hast noch Zeit, Deine Musikkarriere weiter auszubauen. Alles auf ein Mal und von heut auf Morgen geht sowieso nicht.
Atme durch und mache Dich nicht verrückt mit Planungen und Vorhaben, die die nächsten Wochen und Monate betreffen . Versuche, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden; Schotte Dich und Deine Seele mehr ab und lass Dir nicht die Energie entziehen. Suche Momente, in denen Du auftanken kannst, sei es ein Spaziergang, Musik hören ,wildes Shopping oder einfach mal auf dem Bett liegen und die Decke anstarren. Auch Entspannungstechniken helfen dabei(Autogens Training, Yoga, Chi-Gong..)

Ich wünsche Dir , daß Du bald wieder aus diesem Tief herauskommst . Du wirst das schaffen !!

Liebe Grüße,

Silje


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 14:34 
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Liebe Octaviane, wie schön, dass Du soviel Vertrauen zu uns hast-Danke! :kuss:
Ich kann Silje in den praktischen Ratschlägen voll zustimmen, aber du fragst ja auhc nach Erfahrungsaustausch.
Ja, das habe ich auch einmal sehr intensiv erlebt und kann dich sehr gut verstehen.Bei mir bestand die Gefahr, manisch-despressiv zu reagieren, dass heisst, einerseits wild und hysterisch um mich schlagen , "auszuflippen" andererseits das nächste Mauseloch zu suchen, um darin zu verschwinden, dauernd zu weinen und ncihts mehr hören und sehen.
Als alleinerziehende Mutter mit pubertierendem Energiebündel, im Krankenschwestern-Schicht und Nachtdienst auf einer Station, wo dauernd Patienten starben und mich mit all meiner Energie brauchten, und dann noch ein aufreibendes Beziehungsdrama daneben-das war genauso zuviel wie bei Dir jetzt.
Ich habe es ziemlich lange auf Kosten vieler Dinge, u.A. meiner Gesundheit durchgehalten und nicht von selbst die Notbremse gezogen: das hat mein Körper dann übernommen und mit chronischer Krankheit, die sich auch als Abwehr gegen die krankmachende Beziehung manifestierte, reagiert.
Heute würde mir das nciht mehr passieren, wenn ich solche Signale entdecke, aber damals wusste ich nciht, was tun, ähnlcih wie Du vielleicht heute.
Wenn man es irgendwie in der Hand hat, ist es also wirklih besser, selbst den Zug zu stoppen und soviel Ballast wie eben möglich über Bord zu werfen.
Ich habe z.B. meine Arbeit im Krankenhaus auf 65% reduziert und finanzielle Engpässe dafür hingenommen, auch den Umzug in eine billige Wohnung und den Protest meiner Tochter.
Den betreffenden Mann habe ich "in die Wüste geschickt" und sehr daran gelitten, anders wäre ich in dieser ungesunden Konstellation wahnsinnig geworden.
Ich habe mir immer vorgestellt, dass nach den legendären "sieben mageren Jahren" der Bibel auch für mich endlich mal die sieben fetten Jahre kommen müssen und genau das ist dann auch passiert! Um von diesem ganzen Drama Abstand zu bekommen bin ich ein paar Tage ganz allein nach Venedig gefahren, fast ohne einen Pfennig Geld, und da hat mein Leben eine wirklich schicksalhafte Wendung genommen-so unwahrscheinlich das klingt.
Man setzt selbst etwas mit schweren Geburtswehen in Bewegung, weil man auf siene tiefste innere Stimme hört und dann bewegt sich die Vorsehung (oder wie Du es auch nennen magst )plötzlich mit und zeigt Dir die goldenen Äpfel im Garten, die Du eines Tages pflûcken wirst.
Du bist eine so talentierte Person mit ienem herrlichen Geschenk, Deiner Stimme, vom Himmel bedacht. Und ich bin ganz sicher, dass Dein Instinkt, der ja offenbar schon mehr weiss als Du, Dich da in die richtige Richtung leitet.Hab also Vertrauen in Deine Zukunft!Dei sieben fetten Jahre stehen vielleciht schon in den Startlöchern.
Vielleciht hast auch Du die Chance, Deinen Job etwas zu reduzieren. Zu meiner Zeit gab es ein Recht auf Teilzeit und ich habe meinen Arbeitgeber fast gezwungen, mich auf 2/3 zu setzen. Das war eine grosse Erleichterung und mehr wert als das fehlende Geld.
Was den Liebeskummer angeht: Du hast ja schon mehrfach davon erzählt und es ist so traurig zu lesen, dass das immer noch andauert.
Ich weiss nciht, was ich da trösten kann, denn unerwiderte Liebe ist und bleibt die Hölle. Dein Gesang kann vielleciht allein da eine Erleichterung sein. Vor allem wird dein Ausdruck bereichert, da bin ich ganz sicher und Deine Liebeslieder werden an Tiefe gewinnen. Wir hatten doch hier auch Zuckerle(wüsste gerne, was aus ihrer Geschichte wurde...) und da habe ich schon ähnliches geschrieben in bezug auf starke Gefühle und Bereicherung des Gesangs.
Ich lese und schreibe in solchen Fällen auch Gedichte, das nimmt viel Last von der Seele.
Ausserdem: Männer kommen und gehen im Leben und wenn sie zu dumm sind, Dich zu wollen, sollen sie doch enden wie Eugen Onegin!
Deine Lieder aber bleiben und wachsen.
Sei von Herzen umarmt! :love:
Cantilene


Zuletzt geändert von cantilene am 09.11.2006, 14:44, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 14:35 
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Hallo Octaviane,

nachdem ich nun deinen und auch Siljes Beitrag gelesen habe, da muß ich schon sagen, daß ich deinen Beitrag restlos verstehen kann. Ich komme auch oft an meine Grenzen, setze falsche oder unsinnige Prioritäten und und und. Der Beitrag von dir, hätte fast von mir stammen können ...........

Ich denke mir in Siljes Beitrag ist sehr viel Wahrheit drin und ich habe vor noch ganz kurzer Zeit auch mit ihr über gleiche Dinge gesprochen. Sie hat total recht, wenn nur die Umsetzung einfacher wäre. Wie gut kenn ich es anderen gerecht werden zu wollen und mich dabei zu vergessen. Ein ewiger Lernprozess aber ich denke mir dieser lohnt sich, denn wenn man schon merkt, daß man so nicht mehr weitermachen will oder kann dann sollte man alleine über diese Erkenntnis dankbar sein und daran arbeiten.

Ich bin jedenfalls froh, daß du dieses Thema so offen geschrieben hast, denn nun wissen wir, daß es einem nicht alleine so geht.

Liebe Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 16:04 
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Liebe Octaviane,

meine Geschichte kennst Du ja nun auch aus "privaten" Erzaehlungen, von daher rennst Du bei mir sowieso offene Tueren ein ;-)

Ich habe jahrelang gelitten wie ein Tier, weil ich hin- und hergerissen war zwischen privaten und beruflichen Verpflichtungen, toduengluecklich im Job, gleichzeitig aber zu wenig selbstbewusst, um den endgueltigen Schritt zu machen etc.pp.

Das ging auch nicht lange gut (allerdings wiederum auch laenger, als erwartet - irgendwann knallt's dann aber doch), ich war auch mehr als einmal krankgeschrieben wegen Nervenzusammenbruechen, das sage ich hier ganz offen, und ich schaeme mich auch nicht dafuer. Man vergiftet einfach seine Seele, wenn man sich nicht selbst einen Ausweg schafft aus dieser ungesunden Situation.

Aber irgendwann merkt man einfach, wenn es nicht mehr geht, und dann muss man den Mut haben, auch unschoene, unorthodoxe oder schwere Entscheidungen zu treffen. Und cantilene hat da was ganz Wichtiges gesagt:
Wenn man selbst den ersten Schritt macht, oeffnen sich Tueren oft ganz automatisch, von denen man nicht mal ahnte, dass es sie ueberhaupt gibt.

Ungleucklich verliebt zu sein bzw. nicht-erwiderte Liebe ist was ganz Furchtbares, ich kenne selbst beide Seiten, also sowohl das Gefuehl, die Abgewiesene zu sein wie auch selbst abweisen zu muessen. Keine Seite ist schoen, aber es sind wichtige Erfahrungen, die einen formen und einen letzten Endes zu dem machen, was man ist. Ich wuerde auch die schmerzhaften Erfahrungen in meinem Leben rueckblickend nicht missen wollen, denn sie machen das Leben trotzdem reicher, und gerade kuenstlerisch gesehen sind das auesserst produktive Phasen (wenn ich auch in selbigen nie singen konnte - dafuer habe ich Geschichten geschrieben und Songs komponiert).

Das hilft alles nicht konkret, und guter Rat ist immer teuer, nur sei Dir gewiss: Du bist nicht die Erste und Einzige, der es so geht und ging, und Du wirst auch nicht die Letzte sein. Ich glaube, gerade Kuenstlerseelen sind extrem duennhaeutig, und unsere Lebenswege sind nie leicht.

Aber mal ganz ehrlich: Wuerden wir das wirklich wollen ;-)

Da ich Dich persoenlich kenne, habe ich ueberhaupt keinen Zweifel daran, dass sich Dein Weg ganz von allein ebnen wird, wenn Du nur den Mut hast, auf Deine innere Stimme zu hoeren. Bis dahin sei geduldig mit Dir selbst, nimm Dir die Auszeiten und habe kein schlechtes Gewissen dabei - Du selbst und Deine seelische Gesundheit sind das Allerwichtigste, es ist voellig wurscht, was andere denken.

In diesem Fall sag' ich mal nicht "Kopf hoch", sondern: Wenn Dir nach heulen ist, lass' es zu, und geh' nicht zu hart mit Dir ins Gericht ....

:kuss:


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 18:17 
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Liebe Octaviane,

ich hatte mich still und heimlich schon mal gewundert wie du das wohl alles schaffst: 40-Stundenjob, Gesangsunterricht, Konzerte, Workshops... habe dann gedacht, na, manche Leute sind eben härter im Nehmen als ich selber. Das stimmt sicherlich auch, denn ich weiß von mir, dass ich nicht sehr stressresistent bin und versuche daher soweit wie möglich, solche Situationen zu vermeiden. Ich fühle mich mit 32-Stunden-Woche, Gesang, anspruchsvoller Chor auch gut ausgelastet, aber eben nicht überlastet.

Mit anderen Worten: ich kann dich gut verstehen und schließe mich den Tipps meiner Vorredner an, dass du versuchen solltest, kürzer zu treten, wo immer das möglich ist. Dein Job ist vermutlich auch nicht so ganz ohne, sicher immer mit enormem Zeitdruck verbunden (meiner nämlich auch), und sowas hält man einfach nicht 40 Stunden durch, wenn man "nebenbei" noch mal eben eine Zweitausbildung macht und an seiner künstlerischen Entwicklung arbeitet.

Ich drücke dir die Daumen, dass sich der Knoten bald auflöst und du wieder klar siehst, wo du die Prioritäten setzen möchtest und kannst.

Je t'embrasse :kuss:

Deine Orphenica

:hearts:


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 19:00 
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Ihr Lieben!
Wir sind Musiker, Künstler, Sänger.
Und deshalb treten wir nicht (haben wir nie und werden wir nie) kürzer. Das ist zwar fatal, aber es muss ja sein.
Wenn man nun auf zwei Beinen steht, ist die eine Seite Beruf und Geld verdienen, und die andere Singen. Das eine MUSS sein, das andere auch. Also kann, will und wird man nicht irgendetwas absagen, weniger machen, unengagierter machen.
Sänger sind stressresistenter als andere Menschen, weil sie es gewöhnt sind, über ihre Grenzen hinaus (eigentlich doch in jedem Konzert, das wir singen, oder?!) zu gehen.
Die Zeiten, die hier beschrieben werden, hat jeder Sänger (meist nicht nur einmal) erlebt. Es ist grauenvoll, aber weniger machen hilft letztendlich auch nicht. Die Kraft, die man (noch) hat, strategischer einsetzen ist wohl das Einzige, was man in dieser Situation machen kann. Sich an der Musik wieder hochziehen und WISSEN, dass die Zeiten auch wieder anders werden ... von ganz alleine!
Gruß und Kuss, der daumendrückende musencus


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BeitragVerfasst: 09.11.2006, 19:48 
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Liebe Octaviane,

ich habe im Job durchaus mal Gelegenheit, kurz im Forum querzulesen, aber keinesfalls zu schreiben, obwohl mir bei ersten Lesen dieses Threads sehr danach war.

Deine Arbeitssituation dürfte der meinen ziemlich ähnlich sein - Vollzeit = 42 Stunden, fachliche und organisatorische Leitung eines Bereichs - und eben daneben der Aufbau einer permanenten gesangssolistischen Beschäftigung, die ja schon allein deswegen notwendig ist, um ständig in "Übung" bei Auftritten zu bleiben.

Die Gefahr, sich zu überlasten, liegt sofort auf der Hand, zumal es mir dabei geht, wie musencus beschrieben hat: Der Bereich Gesang erlaubt kein Kürzertreten, sobald ich irgendwo gesungen habe, bekomme ich gerade jetzt vor Weihnachten weitere Anfragen und nehme die auch an, sodass manches plötzlich aufgefrischt und dazwischengeschoben wird. Das bedeutet Nacht- und Wochenendarbeit.

Ich versuche, es unter der Philosophie zu managen, dass ich aus beiden Tätigkeitsbereichen sog. Synergieeffekte herauszuziehen bemüht bin. So lässt sich der Bürostress schon ganz anders mit den Aufbauen der "sängerischen Körperhaltung" von innen heraus (klingt seltsam, ich weiß, kann das aber nicht anders umschreiben) angehen. Man vermittelt irgendwie bessere Laune und wird seltener angegriffen, so meine Erfahrung. (Gelingt aber nicht immer, klar). Es hilft auch, dass ich zuweilen mittags in den nahe liegenden und sehr schönen Übungsraum gehe und an meinen Stücken probe. Ich kehre meist viel besser gestimmt wieder an den Arbeitsplatz zurück.

Das Stichwort Prioritäten setzen ist schon gefallen. Ich nehme an, oberste Priorität hat der Gesang und das Aufrechterhalten der Fähigkeit dazu. Wenn die Triebfeder so läuft, kann man eine Menge.

Was die unglückliche Verliebtheit betrifft, kann ich mir auch vorstellen, dass du irgendwann darüber nachdenken wirst, ob das deine schöpferische Kraft behindert. Wenn ja, sollte eine klare Lösung her, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Als Sängerin mit Ambition, die du sein dürftest, brauchst du eine klare Struktur im Gefühlsleben, sonst schwächst du dich.

Versuche zu entrümpeln in deinem Leben, was dich runterzieht und auslaugt.

Liebe Grüße und alles Gute dabei. Freue mich, dich spätestens in Malle persönlich kennenzulernen.

dola


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BeitragVerfasst: 10.11.2006, 11:02 
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Hallo ihr Lieben,

vielen Dank erst einmal für eure lieben und ermunternden Beiträge. Es hat mir schon sehr geholfen, zu sehen, dass es anderen ähnlich geht.

Irgendwie will ich nun auch versuchen, diese Ratschläge zu beherzigen, auch wenn die Umsetzung nicht immer einfach sein wird.

Kürzertreten im Beruf geht derzeit leider nicht (meine Chefin lebt nach dem Motto "ganz oder gar nicht" - und ist dazu unendlich launisch und divenhaft, was den Stresspegel auch nicht gerade reduziert), aber auf längere Sicht möchte ich die Büroarbeit natürlich einschränken, um mich mehr und mehr dem Gesang widmen kann.

Da ich aber nun auch schon ein paar kleinere Nervenzusammenbrüche hatte, habe ich nun auch professionelle Hilfe angenommen, um einfach ein bisschen mehr Gelassenheit zu lernen und nicht immer alles perfekt machen zu wollen.

Was mein Liebesleben betrifft, so bin ich da auch sehr im Zwiespalt und muss erst einmal eruieren, was ich eigentlich wirklich will. Einerseits ist da diese seltsame Beziehung - halb Freundschaft, halb Affaire zu "ihm", andererseits weiß ich auch nicht, ob ich eine feste Beziehung möchte - denn wenn einer meiner (anderen) männlichen Bekannten nderzeit auch nur den geringsten Anschein erweckt, er könne mehr wollen, als nur eine Freundschaft, gerate ich in Panik ...

Nun ja, wahrscheinlich muss ich erst einmal zu mir selbst finden.

Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 10.11.2006, 11:55 
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Liebe Octaviane, das klingt sehr gesund und ich mache mir nun schon viel weniger Sorgen! :bravo:
Es gibt auch Zeiten im Leben, da hat man für Beziehungs-Chaos und anstrengende Männer einfach keine Kapazitäten frei und in iener gesanglichen Entwicklung wie der Deinen wird bereits soviel Emotion gebündelt, dass vielleicht wirklich im Moment andere Prioritäten oben stehen. Da gebe ich Dola ganz Recht.
Ich bin zwar eher ein "mit Haut und Haar- Typ", aber in Zeiten grosser anderer Anspannungen, fand ich es auch schon vollkommen legitim und ausreichend, mir ab und an ein nettes zweisames Wochenende zu gönnen und ansonsten meine Energien auf Wichtigeres als Männer zu verwenden. :kaffee
Alles zu seiner Zeit ,und tu Dir vor allem Gutes und nimm Dir nur das, was Dir Kraft und Quelle sein kann, nciht das, was dir noch zusätzlich Energien abzieht.
Die Batterien müssen aufgeladen werden und da kannst du wirklich auch ganz egoistisch sein.
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 10.11.2006, 15:36 
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Liebe Octaviane,
ich möchte deinen Geschlechtsgenossinnen, die sich in so mitfühlender, einfühlsamer Weise bereits geäußert haben, von Herzen in allen Einzelheiten zustimmen!
Du musst und wirst Prioritäten setzen, zu denen ganz gewiss das Singen gehört, denn es befreit, hält jung und ist ein Schatz, den dir niemand rauben kann. Und : Wer dich und deine Stimme nicht zu schätzen weiß, ist deiner nicht würdig. Diesem Menschen fehlte eine Antenne für das, was dich einmalig macht.
@ cantilene : Wenn es etwas Wichtigeres gibt als die Männer, so sind es die Frauen ! :dafür:
Alles, was uns widerfährt, liebe Octaviane, hat einen Sinn, der sich dem Betroffenen meist erst viel später erschließt. Dies jedenfalls ist die Erfahrung deines deutlich älteren Mitmenschen
Gioachino :kuss:


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BeitragVerfasst: 11.11.2006, 08:18 
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gioachino hat geschrieben:
Alles, was uns widerfährt, liebe Octaviane, hat einen Sinn, der sich dem Betroffenen meist erst viel später erschließt. Dies jedenfalls ist die Erfahrung deines deutlich älteren Mitmenschen
Gioachino :kuss:


Danke für dieses weise Wort.
In Situationen, in denen so viele Dinge gleichzeitig zu bewältigen sind, hat man das schnell aus den Augen verloren.
Und ohne näher darauf eingehen zu wollen, hat mir genau dieser Satz heute morgen einen sehr positiven Tagesanfang geschenkt.
Danke :kuss:

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 11.11.2006, 11:45 
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Ich bin zwar noch lange nciht so weise und abgeklärt ;-) wie unser lieber Gioachino , kann das aber trotzdem aus eigener Lebenserfahrung nur bestätigen und setze es in direkten Zusammenhang zu dem, was Epo und ich oben gesagt haben:
Das was uns geschieht, hat nicht nur einen verborgenen Sinn sondern es kann von uns selbst auch auf scheinbar verborgenen Wegen gelenkt werden-wenn man wirklich in authentischer Verbindung zu der eigenen Seele steht.
"Der Mensch ist aufgerufen, sich selbst zu dem zu machen, was er werden soll, um sein Schicksal zu erfüllen."
Allen (und besonders Uralt) weiter ienen schönen Samstag, der hier in Frankreich ein unsäglicher Feiertag ist: Sieg über die Deutschen 14/18.
Wollte es im ersten Jahr auch nicht glauben, ist aber wahr! :roll: :n86:
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 11.11.2006, 12:00 
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Hallo Octaviane,

ich bin zwar noch nicht lange hier dabei (und singe auch noch nicht lange), aber ich kenne dieses Gefühl, daß einem alles zuviel wird. Bis zu einem gewissen Punkt kann man weitermachen; aber irgendwann hilft wirklich nur noch die Notbremse....

Professionelle Hilfe habe ich auch; schon seit Jahren (und für ein paar Monate teilstationär). Und ich weiß nicht, was sonst geworden wäre.... klar wünsche ich mir manchmal, ich könnte alleine klarkommen; aber es geht nicht immer.
In der Klinik war das auch ein wichtiges Thema - auf sich selbst achten und sich selbst gut behandeln. Bzw. das zu lernen.

Ich wünsche Dir, daß es bald wieder aufwärts geht!

Liebe Grüße
Sista Valsen


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.11.2006, 22:48 
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:love: Meine liebste oktaviane,

Geht es Dir immer noch so schlecht?

Wir haben beim Workshop noch darüber geredet. Ich dachte, mittlerweile geht es Dir besser und dieser Mann ist aus deinem Leben. Nun erfahre ich, das es nicht so ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft, das Du von ihm wegkommst. Mir erging es mal ähnlich, wie Du weisst. :oops:
Wenn Dir mal die Decke auf den Kopf fällt oder du mal eine Nacht durchreden möchtest, dann komm zu mir :welcome: und wir unternehmen dann etwas tolles oder reden und weinen gemeinsam. :n114:
Liebste Grüsse aus dem Taunus Deine zerlina :n138:


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BeitragVerfasst: 13.11.2006, 13:37 
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Registriert: 26.01.2006, 23:14
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Wohnort: Wiesbaden *31.01.
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Liebe zerlina,

ich habe Dir dazu eine pn geschrieben ;-)

LG

Octaviane


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