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BeitragVerfasst: 30.10.2014, 15:55 
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Liebe Forum-Mitglieder!

Ich brauche sehr Euren Rat und Unterstützung...
Bin ziemlich verzweifelt.

Weiß nicht so genau, wie ich beginnen soll, um meine Situation zu schildern. Ich fange einmal einfach an, und erzähle meine Geschichte. Dabei versuche ich mich so kurz zu fassen, wie es nur möglich ist.

Ich bin 26 Jahre alt und Mezzosopran in professioneller Ausbildung mit Absichten, beruflich Opernsängerin zu werden.

Ich war seit meiner Kindheit sehr begeisterte "Bühnensau" und hatte nie Lampenfieber. Es bereitete mir schon immer große Freude, auf der Bühne zu stehen und mich mitzuteilen. Es war für mich eigentlich eine richtige Lebenserfüllung. Allerdings war mein Lebensweg wie auch Gesangsweg sehr schwer. Ich hatte mit sehr vielem zu kämpfen.
Mit 19 bin ich in ein fremdes Land gegangen, um dort Gesang zu studieren. Von zu Hause aus meiner Familie hat niemand an mich geglaubt und mein Wunsch, Sängerin zu werden, wurde nur belächelt. Ich habe beim ersten versuch die Aufnahmeprüfung nicht geschafft und bin bei einer privaten Lehrerin gelandet. Diese Lehrerin hatte eine psychische Störung (Schizophrenie) , die sie ganz auf mich abgeladen hat. Ich habe sehr unter dieser Frau gelitten u das hat 2 Jahre gedauert. Ich habe dabei viel abgenommen, hab Zysten und Knoten auf der Schilddrüse bekommen(die dann nach Jahren auch weggegangen sind, als dieser Druck weniger wurde).
Das lösen von dieser Lehrerin war schwierig, aber ich habe es geschafft.
Habe dann die Aufnahmeprüfung an einer renommierten Musikhochschule bestanden und bin wieder bei einer schwierigen Lehrerin gelandet. 1,5 Jahre war ich bei ihr. Sie hat ihre Studenten oft angeschrien , sie ist oft aus dem nichts heraus ausgerastet u hat Noten zerrissen und Klavierauszüge auf den Boden geworfen. Fast jede Stunde endete bei ihr für fast jede Studentin in Tränen und Verzweiflung. Abgesehen von schlechter Technik.

Nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass ich leider nicht mehr auf der Bühne gut auftreten kann. Auf einmal hatte ich panische Angst , habe nur noch gezittert bei einem Auftritt ... Was sonst, wenn man klein gemacht wird, angeschrien und nach jedem auftritt bloßgestellt und erniedrigt. leider habe ich solchen Umgang als Routine empfunden u bin erst nach 1,5 Jahren von dieser Lehrerin weggegangen.

Jetzt habe ich seit einem Jahr endlich eine sehr gute Lehrerin, die mich positiv führt und mich ermutigt und mir auch richtige Technik beibringt. Langsam macht mir das Singen auch Freude. Aber leider nur im Unterricht oder beim üben. Jedesmal , wenn ich auftreten muss, habe ich überhaupt keine Freude am Singen.

Und genau ist das so: vor dem Auftritt bin ich ruhig , weil ich weiß, dass ich etwas kann und mich auch auf den Auftritt freue. Aber sobald ich auf der Bühne stehe und zum Singen anfange, geht alles, was ich kann und was ich empfinde, weg. Es bleibt nichfs, außer Wunsch, dass das bitte vorbei gehen soll und wann da Lied oder Arie endlich ein Ende hat. Es bleibt mir nichts, als aufzupassen, dass man nicht sieht, wie sehr ich zittere. Emotional bin ich beim Auftritt nicht mehr bei mir . Das macht mir keine Freude und ich habe einfach sehr sehr starken Lampenfieber. Und das während dem Auftritt, nicht davor!

Bevor ich diese schlechten Erfahrungen mit Musikhochschule und Unprofessionellen hysterischen Lehrerinnen gemacht habe, war ich ganz anders. Ich war aufgeregt und nervös vor dem Auftritt, aber sobald ich auf der Bühne war, war ich ganz in dieser wunderschönen Arbeit drinnen und habe es genossen. Jetzt gehe ich ruhig hin, auf der Bühne aber empfinde ich nur Angst, eigene Kälte und den Wunsch, mich zurückzuziehen.

Meine Lehrerin meint, dass das ist, weil sie mich in der Hochschule klein gemacht haben. Und dass das vorbei geht.

Aber jetzt heute habe ich schon wieder so eine unangenehme Erfahrung gemacht , wo ich auf der Bühne auf einmal nichts konnte und ich weiß weder ein noch aus...


Was kann ich tun, um die Freude auf der Bühne wieder zu finden und um wieder sicher zu sein?

Ich bin selbstbewusst, ich kann einiges, aber sobald ich auf der Bühne stehe, kann ich nichts mehr:(

Liebe Grüße!


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BeitragVerfasst: 30.10.2014, 17:29 
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Registriert: 10.11.2005, 00:00
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Hallo, herzlich Willkommen, ich hoffe, wir können dir helfen, du bist nicht alleine in dieser Situation.

Ich habe ein wenig gegoogelt und auch einiges von dir gefunden, du schreibst:

Ich bin 26 Jahre alt und Mezzosopran in professioneller Ausbildung mit Absichten, beruflich Opernsängerin zu werden.

Das ist ja schon mal eine Aussage die sehr wichtig ist, du hast also ein Ziel.
Obwohl du keine Unterstützung vom Elternhaus hattest, bist du deinen Weg gegangen, hast deinen Elternhaus den Rücken gekehrt und dich auf eigene Füße gestellt, bravo. Bist durch viele negative, steinige Wege gegangen und hast letztendlich doch das erreicht, was du wolltest.
Nun vergessen wir mal das was war und schauen nach vorne. Was kannst du tun um das alles zu vergessen und nicht mit auf die Bühne zu nehmen. Du bist selbstsicher, weist was du kannst und hast eigentlich Freude am Singen. Das sind gute Voraussetzungen und wenn du dein Ziel auf die Opernbühne nicht verlieren willst, musst du kämpfen, so wie du es mit den Lehrerinnen schon gemacht hast.

Du hast eine neue Lehrerin und du hast wieder Freude am Singen, aber Angst vor einem Auftritt, verständlich nach dem, was du erlebt hast. Doch die Freude muss überwiegen, du musst „brennen“ und es wollen. Nur im stillen Kämmerlein zu singen, ist nicht dein Ziel. Ich denke, du fühlst dich alleine und keiner ist in dem Moment da der dir Händchen hält, im weitesten Sinne. Vielleicht hast du die Möglichkeit zunächst mit einigen anderen Sängerinnen, also in einem Ensemble aufzutreten, das gibt dir Sicherheit und stärkt das Selbstbewusstsein und du bist in der Gruppe geschützt. Wenn du das hinkriegst, machst du den nächsten Schritt, vielleicht ein Duett und so machst du weiter, bis du wieder vollkommen sicher bist und deine Angst überwunden hast.

Ich denke, deine Lehrerin macht auch Schülerkonzerte, in denen du auch im geschützten Raum bist, eigenes Publikum hast und von deiner Lehrerin getragen wirst.
Was ich gehört habe auf youtube, du hast eine sehr schöne Stimme, bist eine hübsche Frau, hast schon viele Konzerte gesungen, also keinen Grund um Angst zu haben.

Versuche mit Autogenem Training dein Lampenfieber in den Griff zu bekommen, hat schon vielen Sängern geholfen, mir übrigens auch.

Ich muss mich immer wieder wundern, was so manche Gesangslehrer anrichten können, es ist unglaublich.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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BeitragVerfasst: 30.10.2014, 23:07 
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Oh, meine Liebe,

die mangelnde Unterstützung von Zuhause kann was mit späteren Versagenängsten zu tun. Möglicherweise glaubst deswegen auch selber nicht so richtig an Dich und empfindest es als irgendwie unangemessen, Erfolg zu haben. Dan noch die vielen schlechten Erfahrungen.
Ich würde nicht kleckern sondern Klotzen; Gleich zum Verhaltenstherapeuten. Ich selbst habe eine Ausbildung in lösungsorientierter Hypnose gemacht: wenn Du da einen guten Spezialisten findest, kann sich auch sehr kurzfristig eine positive Lösung finden.
Dein Problem ist ernst und Du solltest Dir helfen lassen.

Liebe Grüße
lela


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