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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 01:07 
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Liebe belcantisten,
wie geht Ihr mit aktuellen Musikereignissen und Top-Charts um ?
Im Fieber von CrossOver bleibt auch die Klassik (Classic) nicht ohne Auswirkung.
Paul Potts und Appassionante !
Wie wertet Ihr diese "Erscheinungen" und wie seht Ihr den "braven" Akteur, der am Stadttheater den Kalaf super singt, ohne Playback und technischen Firlefangs.
Kommt da Neid auf oder akzeptiert man mittlerweile ein Marketing, dass uns als Konsumenten durch Spots gefügig macht.
Paul Potts hat ein schönes Timbre, aber - damit ist er nicht allein.
Allein ist er aber mit einem Zahnproblem - das läßt sich vermarkten - die Stimme ist wohl nebensächlich (?).
Was ankommt ist Puccini mit seinen Ohrwürmern.
Ich werde traurig bei solchen Entwicklungen.
LG rugero


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 08:24 
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Die Geschichte von Paul Potts ist eine art Moderne "Aschenputtelgeschichte".....

Der pummelige junge Mann der gerne singt, einen Haufen Geld ausgibt für Unterricht, den ein gewisses Talent nachgesagt wird - aber der "Durchbruch" bleibt aus......

Jetzt kommt dieses Talentshow und bietet ihm, der sich mit einen schlecht bezahlten Job als Telefonverkäufer, eine Chance...........
Das show wurde live ausgestrahlt - da steht dieser unscheinbare Figur in sein GBP. 32,99 teuren Anzug, mit schiefe Zähne, und will Opera singen! Die Gesichter der Jury - Mitglieder sprechen Bände.
Als Paul dann eine mehr als passable Leistung bringt hat er die Herzen der Menschen schon erobert - "a dream come true".
Es ist DAS wovon viele träumen: Ein verstecktes Talent zu haben mit dem man sich die eigene "Glück" mache kann, ein gefeiertes wohlhabende "Star" werden.
Paul bekam seine Chance, und er hat sie genutzt. Die Zähne sind gerichtet, er trägt ordentliche Anzüge und die Schulden sind bezahlt. Jetzt kann er das machen was er am liebsten macht; singen!

Paul sagt selber dass ihm noch viel fehlt bis zur absolute Spitze.
Ich sage: Seine Zuhörer sind aber begeistert, und sein Erfolgt lenkt wieder ein bisschen Aufmerksamkeit auf die Klassische Musik. Ist das nicht das wichtigste?


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 08:56 
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Lieber rugero
Ich weiß nicht genau was du mit Crossover und Appassionate meinst. Die Begriffe beschreiben ja beispielsweise, die Verschmelzung zwischen Pop und Klassik. Es geht also um Stilvermischung. Wenn damit sein Werbespot, bei T-come gemeint sein sollte, dann sei es Paul Pott gegönnt. Wer eine solche lukrative Chance erhält, sollte zugreifen.
Lange Zeit wurde er an den Rand der Gesellschaft gedrängt, wie es leider oft der Fall ist, wenn man nur nach dem Aussehen beurteilt wird, und sich die Menschen, vorschnell ein Urteil erlauben. :n110:
Er war auch sehr krank und wurde in der Schule gehänselt, deshalb stimme ich Brasss zu:" es ist für mich auch eine moderne Aschputtelgeschichte."
Seine Zähne konnte er in der Zwischenzeit sanieren lassen, und ich habe den Eindruck, dass seine Stimme, mit den neuen Zähnen nicht mehr so rein klingt wie vorher.
Auf jeden Fall sei es dem Mann gegönnt, wenn er nun im Rampenlicht steht :n110:
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 09:52 
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Hallo

Gegönnt sei Herrn Potts der Erfolg sicher (und für mich wird Paul Potts ja auch niemals Konkurrenz sein oder ich für ihn (?) :verdacht - denn Nessun dorma werde ich wohl nun wirklich niemals singen :n31: :kaffee ). Dass Menschen durch so eine anrührende Geschichte (deren Wahrheitsgehalt allerdings auch in Teilen anzuzweifeln bleibt, so ganz ohne vorhergehende Gesangsausbildung ist er wohl auch nicht "ins Rampenlicht" getreten) mitgerissen werden, ist wohl auch nichts Neues. Das ist eben Marketing, ich merke ja selbst hier im Büro, dass der Schöne Schein oft mehr zählt als wirkliche Qualität. Das Gros des Publikums erfreut sich ja auch in der Klassik eher an Operettenschlagern und den Evergreens der Operngeschichte (die ich auch sehr gerne singe, so eine schöne Operettenarie zu schmettern macht mit sogar immens viel Spaß!), Mahler, Strauss und co. sind dann, so hab ich das Gefühl, eher für ein "ausgewählteres" Publikum, da oft einfach "anstrengender" anzuhören.

Aber als jemand, der sich ernsthaft mit dem klassischen Gesang beschäftigen will, komme ich nicht umher, zu bemerken, dass Herr Potts zwar in der Tat ein angenehmes Timbre hat (wobei er mir etwas zu sehr nach Pavarotti-Imitation klingt, aber Geschmäcker sind eben verschieden), aber ich frage mich, ob er wirkklich als seriöser Opernsänger bestehen könnte - da gibt es in meinen Augen doch zuviel technische Mängel - Die Frage ist aber auch, ob das überhaupt sein Bestreben ist. Immerhin verdient er so ja auch genug Geld und ist bekannt geworden.


Grüße

Octaviane (die auch noch an ihrer Technik feilt :dafür: und zur Not ja auch noch Operettenschlager und Rheinlieder schmettern kann, wenn gutbetuchte ältere Damen und Herren über den Rhein geschippert werden... oder so :verdacht )

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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 10:20 
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Octaviane hat geschrieben:
Dass Menschen durch so eine anrührende Geschichte (deren Wahrheitsgehalt allerdings auch in Teilen anzuzweifeln bleibt, so ganz ohne vorhergehende Gesangsausbildung ist er wohl auch nicht "ins Rampenlicht" getreten) mitgerissen werden, ist wohl auch nichts Neues.
Neee, da macht er auch kein hehl draus - er HAT Gesangsunterricht genommen, und daraus stammte auch ein Teil seines "Schuldenberges". Dass er dazu noch lange Krank war passt ja dann in die Geschichte dazu..........
Aber an sich hast du natürlich Recht - sehr viel "Marketing" - aber das ist ja, so wie so, das Primäre an diese Talentshows; Werbesekunden verkaufen......

Octaviane hat geschrieben:
.....dass der Schöne Schein oft mehr zählt als wirkliche Qualität.
Dieser Erfahrung habe ich auch, Beruflich gesehen, schon öfters gemacht. Ich befürchte dass wir das auch nicht sooo schnell werden ändern können.....

Octaviane hat geschrieben:
ich frage mich, ob er wirklich als seriöser Opernsänger bestehen könnte - da gibt es in meinen Augen doch zuviel technische Mängel - Die Frage ist aber auch, ob das überhaupt sein Bestreben ist.
Paul Potts hat, in mehreren Interviews, selbst zugegeben dass er noch sehr weit von "Perfektion" ist und als Opernsänger nicht würde bestehen können.

Was bleibt ist dass seine Geschichte viele Menschen berührt und die Verkörperung eines Traumes ist.


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 11:05 
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Hallo lieber Bass

dann scheint Herr Potts sich zumindest selbst einigermaßen realistisch einzuschätzen. Hoffen wir, dass er den ganzen Vermarktungsboom um seine Person weiterhin so klug übersteht.

Ich frage mich nur manchmal, ob ich zu anspruchsvoll bin oder einem schwindenden Kreis von Menschen angehöre, der sich auch einmal mit etwas "abseitigerem" Repertoire (also in der Klassik anderen Komponisten als Mozart, Lortzing, den Puccini-"Schlagern", Lehar und co., die ich, wie gesagt, auch gerne singe und deren künstlerische Qualität ich hier gar nicht schmälern will) beschäftigen und diesem dem Publikum nahebringen will. Oder unterschätze ich da das Publikum?

Dabei möchte ich noch betonen, dass auch mir eine Stimme mit (leichten) technischen Mängeln, die mich aber emotional bewegt, generell lieber ist, als eine, die technisch perfekt sind, mich aber kalt lässt.

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 12:00 
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Octaviane hat geschrieben:
unterschätze ich da das Publikum?


Gute Frage! Wer ist denn überhaupt "das Publikum" - ein unbekanntes Wesen ?

Interessant wäre, vielleicht, ein Konzert mit "Unerkannte Perlen aus Oper und Operette -
die jeweiligen Komponisten werden erst NACH dem Konzert bekannt gegeben.....


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 12:25 
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Hallo Bass,


ja, die Frage ist auch - möchte ich ein Massenpublikum ansprechen oder lieber einige wenige Menschen, die wirklich an klassischer Musik interessiert sind. Im ersten Fall verdient man - vorausgesetzt, die Marketingmaschine funktioniert - höchstwahrscheinlich mehr Geld und wird bekannter, im zweiten ist der künstlerische Anspruch wohl meistens höher. Da muss man dann entscheiden, was einem wichtiger ist.


Aber auch bei einem "erlesenen" Publikum aus dem, sagen wir, Bildungsbürgertum, habe ich festgestellt, dass die Menschen gerne einen "Aha-Effekt" haben, also sich freuen, bekannte Melodien zu hören. (Das kann in diesem Fall dann aber auch mal ein gefälliger" Wagner sein).Und mir geht es, wenn ich ehrlich bin, ja auch nicht anders. Ich fände 2 Stunden Mahlerlieder wahrscheinlich genauso anstrengend wie einen Operettenschlager nach dem anderen zu hören.

Daher finde ich die Mischung in unseren Belcanto-Konzerten recht gelungen, da ist doch meistens für jeden was dabei.

Aber es ist nun einmal leider so, dass es immer schwieriger wird, Menschen dazu zu bewegen, sich zum Beispiel einen Liederabend anzuhören (es sei denn, man ist wirklich bekannt) Da ist wohl einfach zu wenig "Show" dabei.

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 13:12 
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Hallo.
Ich dachte, es geht hier um Appassionante und Crossover, also um die Vermischung, unterschiedlicher Musikstile.
Wie soll eigentlich jemand, der noch neu im Gesangsgeschäft ( so will ich das mal ausdrücken), bereits die Technik vollendet beherrschen? Es fällt doch kein ausgebildeter Sänger vom Himmel. :n110:
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 14:38 
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Oh je, ich habe mir erlaubt, ein wenig vom Thema abzuweichen. :verdacht

Meinetwegen können die themenfremden Beiträge auch verschoben werden, wenn sie irgendwen hier stören. *schulterzuck*. Wobei ich den Gedanken, dass auch die Klassik mittlerweile immer mehr zu einem Event "verkommt", gar nicht so themenfremd.

Und ich habe nie behauptet, dass man technisch "vollendet" singen muss, um öffentlich aufzutreten oder "im Gesangsgeschäft einzusteigen". Meine Technik ist ja auch alles andere als "vollendet" , und trotzdem singe ich vor Publikum. (im Übrigen nehmen auch Sänger an Bühnen noch hin und wieder Gesangsunterricht, weil man nämlich auch als Fortgeschrittener immer noch was dazu lernen kann) Sonst würde das ganze Belcanto-Konzept, dass ich übrigens sehr gut finde, ja nicht funktionieren....

Nur sollte man als Sänger so ehrlich sein, zumindest vor sich selbst einzugestehen, dass man eben technisch (noch) nicht "vollendet" singt. Und wie Bass schreibt, tut Herr Potts dies ja anscheinend.

Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 14:49 
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Crossover an sich ist für mich nicht problematisch. Aus diesem Bereich der Stilmischung gehen auch durchaus hochwertige Produktionen hervor, sowohl die Ausführung als auch Komposition und Arrangement betreffend.

Ein gelungenes Beispiel: Die Kooperation zwischen Queen/Freddy Mercury und Montserrat Caballé, die u. a. den Hit "Barcelona" hervorbrachte. Die Komposition ist hochkomplex, die Gesangslinien sowohl in klassischen als auch Popbereich nur mit Spitzenstimmen zu bewältigen, dargeboten von Spitzenkünstlern, die dazu auch vollständig in der Lage sind und trotzdem populär. Soviel ich weiß, war "Barcelona" in den Hitcharts. Tonale Qualität der klassischen Musik verbunden mit den vielfältigen Ausdrucksformen der Popmusik kann durchaus Hochkulturelles entstehen lassen.

Unter Crossover fällt daneben auch einiges, was viele von uns davonlaufen lässt, z. B André Rieu, was aber nicht daran liegt, dass der Herr etwa seine Geige nicht spielen könnte, sondern an der flachen Machart von Musik und Show. Aber hier kommt man sehr nahe an Geschmacksfragen.

Das Phänomen Paul Potts, ich nenne das Gesamte mal so, hat m. E. mit musikalischem Crossover nichts zu tun, sondern allenfalls mit der Darbietung von Opernmusik auf nicht besonders hohem Niveau in einem Kontext, der künstlerisch eher keinen Wert hat, sondern bei dem immer ein Touch von Unseriosität mitschwingt und die Situation Gefahr läuft, dass der betreffende Mensch öffentlich lächerlich gemacht wird oder sich selbst lächerlich macht.

Die Klassikwelt rümpft die Nase, sicher auch mit einem gerüttelt Maß an Arroganz, aber nach den Kriterien, nach denen die Perfektionen an den "Instrumenten" Grundvoraussetzung der Anerkennung ist, logisch nachvollziehbar. Obwohl ich die Arie "Nessun Dorma" von so manchen Schülern, Semiprofis und auch Profis, die ihr Fach falsch angelegt haben, durchaus schon schlechter gehört habe, tritt hier einfach das Unfertig - Amateurhafte so deutlich hervor, dass im Klassikbereich ein solcher Hype einfach nicht gerechtfertigt wäre. Hier ist eine andere Push- und Geldmaschine in Gang gesetzt, die mit künstlerischen Aspekten nichts zu tun hat.

Dass Paul Potts nicht fertig ausgebildet ist, soll ihm nicht vorgeworfen werden. Er wird wohl, wie wir das ja auch kennen, unter beruflichem und finanziellen Druck in der Ausbildung nicht die nötige Stringenz entwickelt haben können und ich meine auch, dass das stimmliche Potential ganz erheblich ist, - wobei der Grad der Mikroverstäkung nicht so recht einschätzbar ist - aber eben nicht ernsthaft berufstauglich ausgebildet. Das hört man deutlich. Auf der üblichen Ochsentour zum Aufbau einer klassischen Gesangskarriere hätte er so unfertig keine Chance.

Es freut mich für ihn, dass er damit finanziell aus der Schattenseite heraustreten konnte, dafür hat sich das auf jeden Fall erst einmal gelohnt. Wir wissen ja nicht, was er weiter vor hat. Vielleicht nutzt er den Geldsegen für eine fundierte Opernausbildung, um sich doch noch ernsthaft zu etablieren. Einiges deutet ja darauf hin.

Wenn er sich allerdings für ein Verbleiben auf der jetzigen Stufe entscheidet oder seinen Standard aufgrund des Hypes anfängt, zu überschätzen, bleibt bei dieser Vermarktungsschiene die Erfahrung der Eintagsfliege nicht aus und es kräht beizeiten kein Hahn mehr danach. Echten sängerischen Ruhm kann man so, denke ich, auch in Zeiten der Stilvermischungen nicht begründen. Auch nicht für Crossover - Produktionen.

LG
:n99:
Dola


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 15:24 
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Liebe Octaviana
ich hatte nicht die Absicht dich zu belehren. Deine Beiträge sind immer sehr stilvoll und fachlich einwandfrei. Ich lese sie sehr gerne. :n110:
Alles klar?
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 15:57 
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Alles bestens :-)

Ansonsten schließe ich mich dolas Ausführungen bezüglich Crossover an. Ein leicht verjazztes Intro von "Stirb Ungeheuer" kann übrigens auch viel Schönes haben. ;-)))

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 17:54 
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Musik ist ja wohl, wie alle anderen Kunstrichtungen, von Anfang an Geschmackssache!
Wenn "Crossover" dazu führen kann dass wer sich noch nie für eine andere Musikrichtung / Stil interessiert hat an selbige Interesse findet - dann ist das doch ein erheblicher Gewinn! Angeblich sollen, seit das "Barcelona - Projekt", viel Freddy Mercury - Fans Stammgäste sein bei Koncerte von Montserrat Caballé.....
:verdacht

Überhaupt: was ist denn "Perfektion"? Verstehen wir nicht alle was anderes? Hört nicht jeder was anderes? Und: wenn wir alle perfekte Stimmen hätten - würden wir dann nicht wie digitale Computerstimmen klingen?
:abgelehnt

Ist es nicht das Individuelle, nie ganz perfekte, was eine Stimme - und die Interpretation - so interessant und spannend macht? So einzigartig?
:dafür:

So, und jetzt werde ich üben gehen - damit ich auch, irgendwann (in etwa 363 Jahren oder so.....) Perfekt bin......
:lol


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BeitragVerfasst: 27.08.2008, 18:10 
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Hallo Bass

den Begriff "perfekt" will ich auch vermeiden, daher setzte ich ja auch "vollendet" in Anführungsstriche. Aber man kann doch als Sänger danach streben, eine optimale Technik (die auch nicht für alle total einheitlich sein muss) zu entwickeln, ohne dass dabei das Individuelle der Stimme verloren geht. Eine gute Technik bringt meiner Meinung gerade die eigene, unverwechselbare Stimme zum Vorschein. Wie ich weiter oben schrieb, darf jedoch bei all dem der emotionale Ausdruck nicht zu kurz kommen.

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 28.08.2008, 08:56 
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Ich glaube, im großen und ganzen, sind wir uns einig.

Obwohl es DAS "perfekte", resp. "Vollendete", an sich nicht gibt / nicht geben kann, strebt wohl jeder danach besser zu werden und, innerhalb seiner Möglichkeiten, das Optimale zu erreichen - ohne das Individuelle und Einzigartige zu verlieren!

Mit "Crossover" an sich habe ich, grundsätzlich, keine Probleme.
Ich selber höre gerne, mal mit mehr - mahl mit weniger, Genuss verschiedene Musikalische Formen / Stilrichtungen. Meine persönliche Grenzen gehen, im etwa, bei Atonale Musik und Techno/House!
Allerdings weiß ich aus mein Umfeld dass viele, vor allem jüngere Menschen, es grundsätzlich ablehnen sich z.B. mit klassischer Musik zu beschäftigen. Wenn "Crossover" mithelfen kann diese Sichtweise zu ändern - was kann denn daran Falsch sein?


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BeitragVerfasst: 28.08.2008, 15:25 
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nicht mehr zu rettender
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Wohnort: Zwischenstop in Westafrika *20.1.
Vorname: I.
Nachname: K.
Heute in einem Stuttgarter Kaufhaus, Medienabteilung ....

Sie 1: Guck mal, der Paul Potts
Sie 2: Ja, davon hab ich gehört, der singt gar nicht so schlecht....
Sie 1: Ja, find ich auch... aber ich hab schon so viele Cds

Die beiden Damen mögen mir verzeihen - und dies nette Gespräch möge man sich mit dem
zugehörigen Dialekt vorstellen.

Schwäbisches Grüssle von Caschda

Noch ein PS.
Ich habe inzwischen entdeckt, dass diese Cd sogar in den "Charts" zu sein scheint. Allerdings, es ist nur ein einziger klassischer Titel - besagtes Nessun Dorma - darauf, ansonsten eher Schätzchen aus dem CrossOver Bereich mit denen bereits Andrea Bocelli ganz gute Umsätze gemacht hat. Neid Neid - vielleicht sollten wir doch mal bei Dieter Bohlen die Teure Halle schmettern ;-) Und sucht nicht ein Sender nur Mädels ? Haben die eine Altersgrenze ?

_________________
La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 02.09.2008, 19:50 
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Hallo,
vielleicht hat jemand von euch gestern in ARTE Turandot gesehen und vor allen Dingen gehört. Als die Arie Nessun Dorma gesungen wurde, habe ich die Augen geschlossen und hätte nicht sagen können, ob es sich um den zweifellos sehr guten Sänger auf der Bühne oder um Paul Potts gehandelt hätte.
Ich jedenfalls konnte keinen Unterschied feststellen.
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 03.09.2008, 01:15 
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Lieber Joachim,
wohl jeder von uns kann Beispiele finden, um sein Schicksal in Szene zu setzen.
Der Marketingleiter oder Manager hat wohl eine goldene Nadel für den Einstieg Paul Potts bei T-Home verdient.
Ich sagte ja bereits, die Stimme hat ein schönes Timbre und wenn du meine Artikel verfolgst, wirst du erkennen, es ist schwer objektive "Richter" für die Stimme eines Sängers zu bekommen.
Ich wehre mich nur gegen Oberflächlichkeit.
Im Zusammenhang mit Casting und Kaufhaus-Hintergrundmusik und Zahnarztberieselung differenziere ich schon noch zwischen dem Livegesang im Opernhaus und einem Castingergebnis im TV.
Ich weiß nicht, ob ich diesem starken Anspruch selbst genüge, das ist aber nicht der Diskussionspunkt.
Entscheidend ist, wir wollen wissen, was ist der Maßstab ?
Wir wandern von Wettbewerb zu Wettbewerb und Aschenputtel räumt ab - rein durch Zahnschiefstand und Ohrwurm.
Doch seien wir mal ehrlich, gesiegt hat in voller Länge, Puccini mit seinem Ohrwurm - nicht Paul Potts - er ist nur Medium fürs aktuelle Marketing.

Musik bleibt Geschmackssache.

Joachim, vergleiche mal Richard Tauber mit Joseph Schmidt.
Differenziert betrachtet würde ich mich für Richard Tauber entscheiden.
Beide waren TOPP und zeitnah tätig - das ist für mich entscheidend.
Jede Zeit hat ihre Vorlieben, dies sollte allgemein in Vergleiche einfließen.

Vergleiche mit Tauber und Wunderlich gab es auch schon aber das sind rein technische Spielereien.

Tauber war technisch versierter und hat als Kompositionsschüler ganz andere Vorgaben gehabt.
Schmidt hat emotional deutlich stark berührt und durch sein Timbre viel gewonnen.

Wo soll da die Differenzierung oder Kritik ansetzen ?

LG rugero


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BeitragVerfasst: 03.09.2008, 08:40 
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Habt Ihrs gestern abend gesehen ?
Paul Potts hat beim Abschiedspiel von Oli Kahn für seinen Sponsor T-com auf dem Rasen "Time to say Good by" besungen. Nicht besser oder schlechter als andere und immer schön mit dem T-com-Banner im Hintergrund. Er könnte evtl mal noch an seiner Körper-Haltung arbeiten, aber das kommt sicher jetzt als nächstes dran.
Grüße
Uralt


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