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 Betreff des Beitrags: Alte Literatur aufwärmen
BeitragVerfasst: 26.09.2006, 19:23 
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Hallo,

welche Erfahrungen habt ihr denn so gemacht, wenn ihr bspw. die Literatur welche ihr vor einigen Jahren irgendwann einstudiert habt,( evt. erarbeitet mit ehemaligem G.lehrer/in, noch aus "Anfängerzeit", einstudiert mit noch wenig oder anderer Technik) wieder rauskramt.

Man hat ja Fortschritte gemacht und fügen sich diese Fortschritte direkt dann in diese "alte" Literatur ein ohne das ihr daran arbeitet oder ist es eher so, daß das Unterbewußtsein sich an das alte erinnert?

Viele Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 19:55 
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Hallo chero,

finde ich immer ganz schwierig. Manchmal ist es so, dass ich denke: "Klingt ja richtig gut jetzt, was war daran frueher so schwierig?"

Oft genug ist es aber so, dass ich auch merke, wie sich alte Fehler doch wieder einschleichen. es gibt einfach so Angststuecke, und selbst wenn die Technik vielleicht Fortschritte gemacht hat, spielt das Unterbewusstsein einem dann doch einen Streich, und man verfaellt wieder in alte Muster. Meist sind die nicht mehr so ausgepraegt wie frueher, aber man muss schon aufpassen.

Es gibt daher Stuecke, an die habe ich so schlechte Erinnerungen, dass ich mich einfach noch nicht in der Lage sehe, wieder ernsthaft an ihnen zu arbeiten, weil ich weiss, dass ich nicht stabil genug bin und es eher Schaden anrichten wuerde ...


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 21:08 
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Bei mir ist das sehr verschieden. Es gibt Stücke, die entwickeln sich ohne mein Bewusstsein einfach weiter, weil die Gesamttechnik besser wird.
Wenn ich sie dann nach langer Zeit wieder mal singe, wundere ich mich selbst, wie plötzlich manches anders geworden ist.
Dann gibt es Stücke, die konnte ich zuerst nicht singen und jetzt laufen sie so gut, dass ich sie auch aufführen kann. Das ist eine tolle Erfahrung, weil man daran wirkliche Fortschritte merkt. :bravo:
Aber es gibt auch Stücke, an denen beisse ich mir seit jeher die Zähne aus und es ändert sich nichts.Obschon sie eigentlcih in mein Fach gehören, wollen sie sich nicht erschliessen und ob sich das je ändert, ist noch die Frage.... oder ob es einfach persönliche Anti-Stûcke gibt????
Dann gibt es aber auch sogar Stücke, die konnte ich früher besser singen als heute-nicht zu fassen, aber wahr!
Das ist dann entweder eine Rückwärtsentwicklung(hoffentlich nicht!!!! :sad: ) oder einfach ein Weg in Richtung anderes Stimmfach-dieses Frage habe ich bisher nicht geklärt. :?:
Also keine klare Antwort, liebe Chero auf Deine interessante Frage.
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 26.09.2006, 22:28 
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hallo,

meistens gehen solche Stücke einfacher wie noch beim letzten Mal, aber es kann durchaus vorkommen, dass ich sie erst nach ein-/zweimal Durchsingen wieder in die Kehle bekomme. Beim Gounod - Ave Maria ging es mir neulich so, aber es war schon sehr lange her.

Spitzentöne (nach oben und unten) gehen aber meistens besser. Aus musikalischer Sicht kann es aber sein, dass alte Fehler wieder auftauchen. Leider.

gruß,
dola


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 08:21 
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Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es ganz unterschiedlich sein kann. Wobei - bei mir kommt es darauf an, wie intensiv ich an einem Stück früher gearbeitet habe. Wenn ich mir daran "die Zähne ausgebissen" habe, falle ich auch heute in die alten Fehler. Habe ich das Stück frühzeitig weggelegt, bin ich heute flexibler.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 08:28 
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Ich habe ausnahmslos die Erfahrung gemacht, dass Stücke, die ich längere Zeit nicht gesungen habe, "gewachsen" waren. Sie laufen sehr viel selbstverständlicher. Ich denke, dass liegt zum ersten an der stabilisierten Technik (d.h. man muss sich nicht bei jedem Ton überlegen, was man macht) und zum zweiten am gewachsenen musikalischen Verständnis. Für mich ist das Hervorkramen alter Stücke immer ein positives Aha-Erlebnis.

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 09:57 
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Uralt hat geschrieben:
Wobei - bei mir kommt es darauf an, wie intensiv ich an einem Stück früher gearbeitet habe. Wenn ich mir daran "die Zähne ausgebissen" habe, falle ich auch heute in die alten Fehler.


Hallo,

genau diese Erfahrung habe ich vor einer Woche auch gemacht und ich war schon beim singen zuerst geschockt, dann habe ich mich innerlich zerfleischt und dann war ich wütend, daß sich mein Unterbewußtsein noch an all den Mist von früher erinnert. In meinem Fall hat es aber vor allem mit Stimmfachwechsel zu tun und ich meine nicht die "kleinen" Macken die bei anderen Stücken wohl auch immer wieder auftauchen.

Für mich steht fest, daß ich dieses Stück nicht mehr in die Hand nehme. Es wurde daran, mit alter "Technik" viel zuviel und vor allem viel zu früh daran gearbeitet. Ich hänge gott sei Dank nicht an dem Stück, obwohl das Stück begleitet mich schon über Jahre immer und immer wieder. Durch dieses Stück habe ich bspw. den Weg vom puren Musicalgesang zur Klassik gefunden, die entgültige Entscheidung getroffen von meiner damaligen G.lehrerin mich zu trennen, ja sogar mein Nickname hat was mit dem Stück zu tun und somit auch mein "Spitzname". Ist für mich schon komisch, aber die momentan letzte Erfahrung war sehr heftig für mich und es hat längere Zeit gedauert bis ich es verstanden und vor allem verkraftet hatte.

Darum auch nun die Frage hier im Forum, ob es anderen auch so geht und ich merke "Ja, es geht anderen auch so!", wenn evt. auch nicht so heftig wie bei mir, aber die Empfindungen sind ja bei jedem anders.


Viele Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 10:48 
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Hi chero,

ich krame gern die "alten" Stücke hervor um zu sehen: was hat sich verändert; wie gehe ich jetzt mit dem Stück um; kann ich es jetzt besser?

Und vor allem, sind es meist Stücke, welche ich sehr gerne mag und immer schon mal singen wollte und es sind Stücke, bei denen meine GL sagte: OK, aber die legen wir jetzt noch ein wenig zur Seite.

Da ich ja auch einen Stimmfachwechsel durchmache, ist es eh noch nicht soviel Literatur, wie bei anderen Kollegen.

:hearts: Rolando

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Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart)


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 11:26 
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Hallo ihr,

eigentlich kann ich da auch nicht mehr viel zu schreiben, was nicht auch schon gesagt wurde. Ich finde es sehr spannend, alte Stücke vorzukramen und festzustellen, dass sie entweder immer noch nicht klappen (weil sie mit diversen Ängsten behaftet sind oder ich technisch immer noch nicht so weit bin) oder dass sie viel besser laufen als früher.

Wobei das wohl auch mit meinem Stimmfachwechsel zu tun hat, ich schrieb dazu ja schon wieder was in einem anderen Thread.

LG

Vitellia


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BeitragVerfasst: 27.09.2006, 21:36 
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Hallo,
ich möchte immer gerne neue Sache erarbeiten, ertappe mich aber dabei, dass die die alten Sücke halt bequemer sind, weil man sie ja mal gelernt(?) hat. Doch halt ! Alte Fehler und Eigenarten tauchen auf.
Ich habe mir aber auch mal nach Jahren ein Angsstück herausgesucht, die Arie des Grafen Luna aus dem Troubadour. Über dieses Stück habe ich gelernt, die Angst vor der Höhe abzubauen und letztendlich zu verlieren. Auch dies können alte Stücke bewirken und ich bin heute sehr dankbar für den eigenen Mut.

Liebe Grüße rugero

_________________
Die Stimme, das für mich vollkommenste Instrument.


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BeitragVerfasst: 28.09.2006, 23:01 
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hallo,

weil man beim singen nicht nur text und töne speichert, sondern auch die stimmtechnik, die dabei angewendet wird, ist die gefahr groß, daß man sich da einiges verdirbt und bei auftritten, bei denen man streß hat (und das sind am anfang ja so einige) die "alte" version wieder durchkommt, auch wenn man schon längst besser singen kann.

ich hatte in meiner ausbildung sofort mit meinen lieblingsliedern und -arien angefangen und konnte sie dann ewig lang nicht bei auftritten singen, außer bei auftritten, bei denen ich absolut keinen streß hatte und das waren damals nur wenige. und da ich in den ersten jahren sehr viele stücke auswendig gelernt und jeden tag etliche stunden geübt habe, waren fast alle lieder und arien, die ich gern gesungen habe, davon betroffen und ich konnte nur "kleinkram" öffentlich machen (hochzeiten oder 2-3 lieder bei wohltätigkeitskonzerten o.ä.) und hab mich erst ca. 2 jahre nach abschluß meiner ausbildung an ein solo-konzert herangewagt.

meinen schülern rate ich daher, erst mal nicht ihre lieblingslieder zu singen und ganz am anfang gibt es eh übungslieder, die sie sowieso nicht vor publikum singen. und da sie während der ausbildung durch die (halböffentlichen) klassensingen schon lernen, vor publikum zu singen, haben sie auch bei den ersten auftritten schon sehr wenig streß.

liebe grüße
kaja


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BeitragVerfasst: 29.09.2006, 07:35 
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kaja hat geschrieben:
hallo,

weil man beim singen nicht nur text und töne speichert, sondern auch die stimmtechnik, ..... die "alte" version wieder durchkommt, auch wenn man schon längst besser singen kann.


Hallo Kaja,

genau das meinte ich, was mir wiederfahren ist. Nicht die evt. damaligen Fehler die sich eingeschlichen hatten, war das Problem mit dem ich fertig werden mußte, nein es war der Stimmklang. Hätte niemals gedacht, daß mein Unterbewußtsein sich noch daran erinnert und glatt diesen Klang, wieder produziert. Dabei hat mein Ohr und Gefühl mir gesagt, ohh Gott was ist denn das, was soll das. Beim singen konnte ich jedoch nicht diesen Klang berichtigen, ging irgendwie nicht....... Hmm und das Gefühlschaos war perfekt.

Es ist schon ein beruhigendes Gewissen, daß es anderen auch so geht bzw. von Lehrern bestätigt wird, daß nicht nur mein Unterbewußtsein so reagiert. Bin froh diese Frage hier gestellt zu haben und das ihr so fleißig geantwortet habt.

Vielleicht schreiben ja noch einige andere etwas zu dem Thema, mal abwarten. Ich finde es jedenfalls interessant.


Viele Grüße
Chero


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