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BeitragVerfasst: 10.09.2010, 10:38 
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Was erwartet ihr von einem Korrepetitor und Begleiter, was ich wichtig.

Ich denke, da wird Gerald wohl einiges aus der Sicht des Korrepetitors und Begleiters, aus seinen Erfahrungen schreiben können.

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BeitragVerfasst: 10.09.2010, 15:54 
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Verehrte Sangesfreunde, bisher habe ich mich hier zurückgehalten: müssen sich die Pianisten auch noch in Stimmfragen einmischen? Jetzt aber bin ich angesprochen. Wünsche aus meiner Sicht gibt es zuhauf, ich bin aber auch auf die andere Seite gespannt, man möchte sich verbessern, und nicht immer ist Zeit und Raum für eine kritische Nachlese.
Mein Kernwunsch (ganz gleich ob Lied, Oratorium, Oper oder Musical): finde heraus, was Dir gemäß ist. das klingt leichter, als es ist: wie oft ist die Anfangsentscheidung für ein bestimmtes Stück unglücklich, und man kann auch mit guter Arbeit nicht alles retten. Jeder kennt das: man (frau) hört ein Stück, findet es fesselnd und ruft: "das mach ich auch". was auf dem Podium so leicht wirkt, ist oft die Frucht monatelanger Arbeit. Eine vorsichtige Nachfrage beim GL (muss ja nicht beim Pianisten sein) ist zu empfehlen.
Ebenso wünschenswert: gut lesbare und blätterbare Noten, keine fliegenden Blätter, die sich mit der Lüftung ins Publikum verabschieden. Das reicht fürs erste, ich behalte mir Fortsetzung vor und bin erst einmal auf Rückmeldungen gespannt,
viel Glück mit dem jeweiligen Tastenlöwen wünscht
Gerald


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BeitragVerfasst: 10.09.2010, 17:23 
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Ich spreche jetzt von der Sängerinnenseite... In den letzten 10 Jahren hab ich mit Dutzenden von Pianisten zu tun gehabt und gearbeitet.. Dabei sind mir verschiedene Gattungen begegnet:

Erstens: Der Pianist, der alles besser weiß: Mit dieser Gattung von Pianisten tu ich mich schwer. Sie wissen alles in jeder Hinsicht besser, egal, ob es die zu begleitenden Stücke oder die Gesangstechnik, die Interpretation oder sonstiges betrifft. Selbst die rosa Seidenstola passt dann nicht zu Schumann oder Grieg oder wem auch immer...

Zweitens: Der Pianist, der gelangweilt alles nur runterspielt: Diese Gattung ist an Interpretation und Absprache völlig desinteressiert. Er spielt sein Zeug so, wie er es schon 100 Jahre gespielt hat und lässt sich nicht von irgendeiner dämlichen Sopraneuse reinreden.. Dieser Gattung sehr ähnlich ist auch der "Konzertpianist": Er spielt, um sich selbst darzustellen und sonst nichts. Dass da irgendwo rechts vom Flügel noch jemand steht und auch noch Töne produziert , ist ihm gerade mal total egal...


Drittens: Der esoterische Pianist: Dieser sieht in jedem Ton etwas ganz besonderes und erwartet, dass man jeden Ton schwingen lässt und ins Universum schickt... Er ergießt sich in Interpretationen des Textes und der Melodieführung etc.. und sieht in jedem ppp noch ein Gebet an Gott/Allah/Krishna/Shiva..

Viertens: Der perfekte Pianist: Dieser ist derjenige, der mit mir/ dem Sänger einatmet, der mir bei schwierigen Passagen mit feinen kleinen Überbetonungen in der Melodie weiterhilft. Der auf mich wartet, falls ich zu lahm bin, der springt, falls ich zu schnell bin.. Der unbeirrt und mit einem motivierenden Lächeln auch bei Patzern, Aussetzern, Sprüngen, Texthängern fröhlich weiterspielt ....
Kurz und gut: Wenn die Chemie zwischen Sänger und Pianist stimmt, dann kommt man dem Ideal ziemlich nahe.
Ich habe in meiner ganzen "Karriere" nur einen Pianisten gehabt, mit dem ich aber auch sehr gut befreundet bin, wo es einfach 100% gepasst hat. Das war dann so etwas wie Seelengleichklang.. Es ist wunderbar, das erleben zu können. Leider musiziere ich viel zu selten mit ihm.

Einen Unterschied macht es natürlich auch, ob man einen Pianisten für 1 oder 2 Proben trifft und dann konzertiert oder ob man über Monate mit ihm arbeitet oder er sogar auch der Korrepetitor ist.
Von einen Korrepetitor lasse ich mir natürlich schon einiges mehr sagen , als von einem Pianisten, den ich nur für ein Konzert treffe. Ein Korre kennt ja die Schwächen und Stärken des Sängers und kann dann sicherlich oft hilfreiche Tips geben.



Ich bitte all meine obigen Erläuterungen mit der nötigen Prise Humor und einem Zwinkern zu betrachten.

Interessant wäre es hierbei auch (Gerhard fühle dich angesprochen), mal zu hören/lesen, mit was für Sänger- Allüren sich der Pianist immer rumschlagen muß. Wo nervt ihn die Diva/der Divo ??

Liebe Grüße,

silje

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BeitragVerfasst: 10.09.2010, 22:47 
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Dieses Thema war schon mal in einem anderen Forum sehr aktiv und man hat mir fast den Kopf abgerissen als ich schrieb: Ich muss mich voll auf den Begleiter verlassen können, er trägt mich und gleicht evtl. Patzer aus, indem er springt, je nach Patzer, mir wieder auf die Sprünge hilft.

Ein guter Begleiter atmet mit dem Sänger, hat immer Blickkontakt.

Von einem Korrepetitor kann ich erwarten, dass er mit mir die Literatur musikalisch erarbeitet, auf mich eingeht, viel Geduld aufbringt und ein guter Begleiter ist.

Ganz gespannt wäre ich ich auf eine Antwort von Gerhad auf Siljes letzten Satz:

Zitat:
Interessant wäre es hierbei auch (Gerhard fühle dich angesprochen), mal zu hören/lesen, mit was für Sänger- Allüren sich der Pianist immer rumschlagen muß. Wo nervt ihn die Diva/der Divo ??


oder gibt es so etwas nicht? big_denken

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BeitragVerfasst: 11.09.2010, 09:39 
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Köstlich, diese Auflistung der Pianisten! Herzhaft gela big_applaus cht

Ich hätte noch einen Typus hinzuzufügen. Der, der es extra gut meint und ganz eifrig dabei ist und einen dann, wenn's drauf ankommt, vor lauter guter Absicht temposchleppend aushungert - boah, ich dachte, ich ersticke!

Ich glaube, es gibt den perfekten Begleiter durchaus, aber das muss nicht der eine sein, der für alle passt, sondern Sänger und Pianist müssen sich eben gesucht und gefunden haben. Beim letzten Konzert durfte ich eine japanische Pianistin kennenlernen, die war wie eine eiserne Lunge für mich da! Und ihre gefühlvolle Interpretation (wunderbares musikalisches Gespür!) hat mich emotional so berührt, dass ich dabei die technische Hürden vergessen habe und nur noch die Musik da war. Das Ergebnis war, ich sang besser.

Ich nehme aber an, dass mit der Erfahrung auch ein Begleiter immer besser wird. Korrepetitoren vom Theater sind sicher schonmal geeicht auf bestimmte DInge.

Mich würde die Sicht des Begleiters übrigens auch dringend interessieren! Und noch etwas: Gibt es denn etwas, was ich als Sänger dem Pianisten hilfreiches mitteilen könnte? Abgesehen davon, dass man sich durchs Musizieren einpeilt aufeinander, kann man verbal Dinge vorab klären, die hilfreich wären?

Grüße
Olympchen

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BeitragVerfasst: 11.09.2010, 16:24 
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Ich habe noch eine Anforderung anzumelden :
Er soll sich an Absprachen halten, z.B. an der Stelle hätte ich das Tempo gerne soundso, hier mache ich eine längere Pause, hier brauche ich Zeit für "Pantomime" und nicht zuletzt bei Klezmer-Musik den erarbeiteten Ablauf von Gesang und Musik. Wenn diese Dinge nicht klappen, sieht es für die ZuschauerInnen immer so aus, als ob die Sängerin/der Sänger nicht weiß wie es läuft, der Pianist hat ja Noten, der muß es ja wissen ... big_wut1
Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 11.09.2010, 17:17 
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Hallo Uralt,

natürlich ist das wichtig und gut, dass du es genannt hast. :92

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BeitragVerfasst: 11.09.2010, 19:50 
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Liebe Sänger, zunächst: als das Thema aufkam, hielt ich es nicht für möglich, dass auf Forum-Ebene so vie Sinnvolles zusammenkommt; ein Zeichen überdurchschnittlichen Vertrauens. Die Typenlehre ist brillant, jeder Korr/Liedbegleiter sollte sie kennenlernen und sich prüfen, wo er sich einordnet (vielleicht gibt es auch Mischtypen). Jedenfalls kommt es immer auf den Gegenüber an (wie bei einer Freund- oder Partnerschaft). Deshalb muss ich vor vorschnellen Verallgemeinerungen warnen. Bei "Allüren" stocke ich, vielleicht hatte ich in 55 Jahren so viel Glück, dass ich jede Eigenheit ertragen habe, ohne auszuflippen. Das ist ja auch der Reiz der Aufgabe: mit jedem Partner erscheint das gleiche Stück in neuem Licht, ein wenig weiter weg von der Intention des Autors oder näher, der arme Solist ist stets allein mit seinem Stück!
Ich begreife Korr und Begl als Partnerschaft, nicht als Einbahnstraße und wünsche mir stets sachliche Kommentare: war das Tempo dem möglichen Atembogen gerecht, passt die Lautstärke: scheinbar äußere Kriterien für die Bewältigung eines Stücks. Glücklich ist der Wechsel von Üben und Aufführen, auf dem Podium erschließt sich manches selbstverständlich, was vorher verschlossen war. Ein Letztes heute: der Pianist sollte Erfahrung im Umgang mit der Stimme haben, und sei sie noch so begrenzt (wie etwa in einem Schulmusikstudium). Neulich fragte ich keck einen Kritikerpapst der Vokalmusik, ob er selbst je gesungen habe. Er musste verneinen! Kritiker oder Korr. hier liegt alles auf einer Ebene Gerald


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BeitragVerfasst: 12.05.2011, 19:46 
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Da ich jetzt in einem neuen Kurs (Korrepetion) einer privaten Musikschule bin möchte ich meine Erfahrung bekanntgeben.Bisher hatte ich mit Begleiter ----(erst 3 in 20 Jahren) im Gegensatz zu den GLs keinerlei Schwierigkeiten-ich ging immer lieber in Korrepetiton als zu den div GLs. Was ich aber jetzt erlebt habe kann ich noch immer nicht begreifen,.Nämlich daß die Korrepetorin so gut wie eine studierte Sängerin singt(Super Stimme und Technik) und sogar meine techn. Fehler hört.Sie arbeitet viel mit Profisänger in einem Opernhaus. Fast glaube ich daßsie für mich als Amateurin zu überqualifiziert ist.Sie ist auch überaus genau.Da ich in dem Schlußkonzert der Musikschule mitmache und sie begleitet kannich auch nicht gut sagen daß ich als Amateurin nicht so genau singen muß Hatte erst eine Stunde bei ihr - ev. könnte ich mir wenn ich längere Zeit dort bin ev.den Gesangsunterricht bei meinerGL ersparen.Meine Erwartungen wurden im größtem Ausmaß übertroffen .
Hilde45


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BeitragVerfasst: 12.05.2011, 21:18 
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Liebe Hilde,

grundsätzlich hat ein Korrepetitor die Aufgabe, mit Dir die jeweiligen Arien einzustudieren. Da geht es um Rhythmus, Takt, evtl. Aussprache, Ausdruck usw. Korrekturen an Deiner Gesangs- oder Atemtechnik haben hier m.E. nichts zu suchen. Ich würde mir so etwas verbitten. Dafür ist mein GL zuständig. Natürlich sage ich nichts, wenn ich den Korrepetitor schon länger kenne, wenn er mir evtl. mal einen guten Tip hinsichtlich meines Gesanges gibt, aber das nur wirklich als große Ausnahme.
Wenn Du aber damit gut zurecht kommst, dass diese Korrepetitorin auch gesanglich top ist, dann kannst Du natürlich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Für mich wäre es nichts... Für mich sind es 2 verschiedene Paar Schuh, das Training mit dem GL oder eben die Korre. Und, ob diese Korrepetitorin nun mit Opernsänger zusammenarbeitet oder nicht...., da würde ich mir keine Gedanken machen, dass Du evtl. nicht "gut genug" seist. Es ist für einen Amateursänger immer lohnend, mit einem echten Profi zusammenzuarbeiten.


LG Silje

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BeitragVerfasst: 13.05.2011, 01:44 
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Hallo Hilde,

wenn ich Deinen Beitrag so lese, kommt in mir spontan Freude auf. Freude nämlich darüber, dass Du Glück hast. Du musst das nur beim Schopfe packen - gerade wir Amateure sollten so viel wie möglich von Profis mitnehmen - und ich meine, dass Du da eine echte Bereicherung hast....trotzdem würde ich aber auch weiterhin bei meiner GL bleiben, es sei denn, dass Du dich nicht mehr wohl fühlst.

Alles Gute und viel Spass!


Zuletzt geändert von manne am 17.05.2011, 21:06, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 15.05.2011, 19:57 
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Ich gehe seit Kurzem auch zu einer Korrepetitorin, die 20 Jahre an der Oper war und definitv Ahnung vom Business und von Stimmen hat. Und bis jetzt bin ich sehr angetan - sie ist sehr genau, dabei aber immer konstruktiv und es werden einem noch einmal ganz andere Dinge klar.
Interessant fand ich die Aussage, dass so genannte "Naturstimmen" eigentlich mehr (technisch) arbeiten müssen, da sie oft Gefahr laufen, dass Zuhörer erst einmal nur die "Schönheit" der Stimme hören und darüber etwaige technische Mängel etwas aus dem Blickwinkel verlieren. Weil diese Stimmen technisch einiges falsch machen können und es immer noch irgendwie "gut" klingt.
Trotzdem möchte ich meinen Gesangslehrer auch nicht missen, beide legen den Schwerpunkt ihrer Arbeit mit mir ja ganz unterschiedlich, ergänzen sich aber prima. Zumindest fühle ich mich sängerisch gerade quasi "rundum-versorgt" big_baden

Aber zurück zur eigentlichen Fragestellung - ich erwarte von einem/r Korrepetitor/in, dass er/sie kritisch mit mir ist und mich wirklich auf meine Fehler hinweist. Da darf er/sie gerne auch mal ein bisschen penibel sein, solange das gane auf respektvolle Weise geschieht. Auch hier macht der Ton die Musik.


Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 17.05.2011, 21:12 
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...aber bitteschön?!? ist das nicht Vorraussetung ...sonst ist doch ein Miteinander gar nicht möglich...oder bin ich wieder mal naiv? big_gruebel

ich würde mich niemals in irgend einer Weise von irgend wem anpflaumen lassen...das erste mal, wäre das letzte mal von keinem GL oder Kor. oder Chorleiter big_denken


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BeitragVerfasst: 18.05.2011, 09:41 
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Lieber manne,

natürlich sollte das Voraussetzung sein. Aber manche Menschen scheinen das eben nicht zu begreifen. Wobei ich das Glück hatte, in den allermeisten Fällen an respektvolle, konstruktive Lehrer/Korreps/Chorleiter zu geraten - aber ich habe auch schon anderes erlebt bzw. bei anderen mitbekommen. Das ging so weit, dass Tränen flossen ... und das muss doch nun wirklich nicht sein.

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 19.05.2011, 13:54 
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Hallo ,

ja das glaube ich schon und finde es einfach nur furchtbar.

Wie gesagt, für mich wäre so ein Typ von Mensch nichts. Einmal und nie wieder!

Es ist villeicht so wie bei den Ärzten, die einem heute auch mehr als Kunde und Geschäftspartner sehen sollten. Die Überheblichkeit hat in beiden Berufssparten keinen Platz....wohl dem der seinen Begleiter oder Korrep. wechseln kann, wenn es nicht funktioniert.

Ich wünsche Euch allen die richtigen Leute an der Seite!
big_herz


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BeitragVerfasst: 21.05.2011, 19:50 
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Er muss natürlich Klavier spielen können und auch Augen und Ohren dafür haben, dass es außer ihm noch andere Menschen gibt.

Benefit obendrauf: Einen Satz gute Allgemeinbildung. Wenn mein Klavierbegleiter mir in meiner französischen Arie mein Stichwort nicht zurufen könnte, wenn ich es vergessen habe, weil er sich für seine Aussprache schämt, oder mich bei Mozarts Susanna fragt, ob ich Latein gesungen habe, frage ich mich wirklich im Stillen, wo er gerade ist... obwohl er Anfänger ist, Zweitsemester, und ich wirklich Rücksicht darauf nehme.

Was auch gar nicht geht: Keine Rücksicht auf sich selbst als Pianist nehmen. Ich mag Leute, die fit und ausgeruht sind. Keine Menschen mit ansteckenden Krankheiten, zu wenig Schlaf und überlastetem Dasein. Korrepetitorenkrankheit, weiß ich auch. Aber trotzdem, man muss ein wenig auf sich und seine Grenzen achten können als Begleiter. Das gilt natürlich ebenso umgekehrt, wenn man ein Tempo für ein Stück wählt, bei dem der Sänger dann irgendwann atemtechnisch verhungert... oder nicht begreift, wann eine Stimme müde wird und dass alles mehr an Proben nur noch schadet.

Ich hab auch Glück, im Moment.

:92

sopranora


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BeitragVerfasst: 23.05.2011, 13:00 
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Für mich ist das wichtigste an einem Korrepetitor das ich mich auf ihn/sie verlassen kann. Und das in allen Richtungen.
Es gibt nichts schlimmeres wenn getroffene Absprachen nicht eingehalten werden und man das ganze Konzert das Gefühl hat man würde
nur improvisieren. Am schönsten ist eine Zusammenarbeit mit einer Korre die selbst die kleinste Unsicherheit bemerkt und dann den Wackelton
wie zufällig erklingen lässt!

Allerdings weiß ich auch wie dankbar ein Pianist sein kann wenn er sich auf den Sänger verlassen kann und er trotz falscher Begleitung einfach
stur weiter singt. So stärkt man sich gegenseitig! big_seepferd


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BeitragVerfasst: 26.05.2011, 16:01 
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Ich denke, etwas vereinfacht gesagt: ein Korrepetitor sollte möglichst eine gute Technik haben und vor allem Fingerspitzengefühl gegenüber dem Sänger/in. Der Komponist sollte ihm/ihr möglichst vertraut sein.

LG Michael big_kiss


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BeitragVerfasst: 26.05.2011, 22:33 
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Hilfestellender
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Wohnort: grüne mark
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Mitatmen muss er können und gut Klavier spielen und viel Geduld haben und Niederlagen ertragen.
Das aber schwer.
G. alfredo

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...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 02.06.2011, 13:46 
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nicht mehr zu rettender
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Beiträge: 922
Wohnort: Zwischenstop in Westafrika *20.1.
Vorname: I.
Nachname: K.
Für mich sind das 2 verschiedene Jobs - der Korrepititor arbeitet mit mir zunächst am reinen Notentext und an der Aussprache - der Begleiter bereitet mit mir dann musikalisch ein Konzert vor.

Auch zu meinem Begleiter komme ich, wie zu meinem Lehrer, fertig einstudiert. Und das Einstudieren, das macht der Korrepetitor (liegt ja schon in der Natur des Ausdruckes, repetitor - Wiederholer). Ich habe das Glück, mit einem älteren Herrn im Ruhestand zu arbeiten, der jahrelang an der Prager Oper Korrep war - er kennt das Repertoire, die Traditionen etc. Und er ist geduldig, doppelt mich zunächst, hilft mir, bei schwierigen Einsätzen den Ton zu finden etc. Wir arbeiten jede Woche, 2 Stunden lang, ca. 30 Minuten Blattsingen (Ausprobieren) von potentiellem neuem Repertoire, dann 1 Stunde lang neues Repertoire, dann 30 Minuten auswendiges wiederholen von Sachen im Repertoire....
Aber - im Konzert begleiten, das macht er nicht. Er ist der Meinung, dass das nicht sein Beruf ist.

Wenn ich auf technische Probleme stosse, kommt ein Abstecher zu meinem Lehrer hinzu, doch das ist ein anderes Thema.

Und zur Vorbereitung eines Konzertes treffe ich dann auf den Pianisten - und wir arbeiten musikalisch an den Sachen, einigen uns bezüglich der Tempi. Im Konzert ist für mich dann auch wichtig, dass der Begleiter sich an die Vereinbarungen aus der Probe hält - und mich gegebenenfalls auffängt, wenn ich Fehler mache. Aber da habe ich bisher überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Und ab uns zu kommt es dann zu den Sternstunden, in denen "es" aus uns und miteinander musiziert und das ist einfach schön.

Liebe Grüße von Casta

P.S. da fällt mir eine ganz putzige Situation von vor vielen Jahren ein. Meine damalige Lehrerin schlug einen Debussy vor - und der Begleiterin der Klasse war das zu schwierig. Flugs wurde die Direktorin des Conservatoires, eine sehr renommierte Pianistin gebeten, mich zu begleiten. Sie spielte auch alle Töne sehr virtuos - heraus kam aber keine Melodie Francaise sondern ein Concerto für Piano solo mit Begleitung einer kleinen Stimme.....
Ich glaube, das war das erste und letzte Mal, dass sie eine Gesangsschülerin begleitet hat :)

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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