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 Betreff des Beitrags: Händel: Giulio Cesare
BeitragVerfasst: 25.05.2007, 07:44 
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Ich kam gestern in den Hochgenuss einer phantastischen Aufführung von Händels Julius Caesar und muss euch diese Oper unbedingt ans Herz legen. :n2:
Sie dauert zwar fast vier Stunden, aber es reiht sich eine wunderschöne Arie an die Andere und man kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Insbesondere für Mezzi und Altistinnen(mit oder ohne Koloratur!)ist ddas eine himmlische Fundgrube. Es gibt eine Koloratur-Alt-Rolle (Cesare) und iene Nicht-Koloratur-ALT Rolle(Cornelia). Letztere schwelgt die ganze Oper durch in Trauer und Verzweiflung und entsprechend herzzerreissend sind die Arien. Habe sofort an unsere Belcantistinnen gedacht. Auch Sesto, die Mezzo-Rolle hat eine Traumarie ohne Koloratur "Cara speme" die absolute Tränendrüsenqualität hat. Nur wärmstens an alles, was sich Mezzo nennt, zu empfehlen :love: :dafür:
Die anderen Arien von Sesto sind auch toll, aber dann sehr bewegt. Ein Duett Mezzo/Alt von erster Klasse gibt es auch. Mutter und Sohn beklagen da ihren ermordeten Vater/Gatten und das ist Händel at his best. :bravo:
Dann gibt es zwei Bassrollen, zwei Counter mit sehr virtuosen und komischen Einlagen und natürlcih Cleopatra als Sopran, die abwechselnd koloratiert und getragen singt.
Die Cleopatra gestern war ein PHänomen: Anna Christy (Liebe Casta, sie hat in Paris im Candide die Cunigonde gemacht, du müsstest sie also kennen und Dein Eindruck würde mich interessieren!). Eine junge, sehr attraktive Sängerin, die erstmal sehr nach "normaler"Soubrette klingt, aber sich als ein absolutes Allround-Genie entpuppte. Sie hat in der Inszenierung getanzt und gespielt, wie ich das in dieser professionellen Form nur von echten Tänzerinnen kenne-einfach sagenhaft, wie sie dabei gleichzeitig ihre Koloraturen sang!
Und als Cleopatra die Verführung schlechthin mit oreintalischen Schleiertänzen und allem drum und dran.
Auch die anderen Sängern haben viel auf Höchstem Niveau tanzen und sogar Akrobatik machen müssen und ich kam aus den Staunen nicht raus. Das war eine so lebendige, begeisternde Version einer Barockoper, wie ich sie nur einmal unter Renée Jacobs in Köln mit der Poppea erlebt habe und hat mir die Musik ganz neu erschlossen.
Es gab dauernd Szenen applaus und der Saal tobte!

Ach so: Oper Lille
Concert D'Astrée unter Emmanuelle Haim
Inszenierung David McVicar (Zusammenarbeit mit Opera Chicago und Glyndebourne Festival)
Besonders hervorzuheben ist noch die Altistin Sonia Prina, die den Caesar sang und die ich schon in Paris in Rossinis "Pietra del Paragone" bewundern durfte. Ein echter KoloraturALT, die hier iene Partie sang, dei Händel für den weltberühmten Kastraten Senesino schrieb und die wirklich ALLE Klippen sciher umschiffte.
Und das Timbre der jungen norwegischen Mezzo Tuva Semmingsen, die mich als Sesto fast zu Tränen rührte.

:bravo: :bravo: :bravo:


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 08:30 
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Liebe Cantilene
Ich muss Dich enttaeuschen. Die schoenste Inszenierung von Giulio Cesare in Egitto ueberhaupt habe ich nun mehrmals in Muenchen in der Staatsoper gesehen, einmal mit Ann Murray als Cesare, beim naechsten Male war sie krank und der Counter, der eine andere Partie eigentlich sang, sang den Cesare, damit waren vier Couter auf der Buehne.
Die Inszenierung, die Qualitaet der Musiker - es war gigantisch. Leider steht sie seit laengerem nicht mehr auf dem Spielplan.

Egal wo gespielt, Giulio Cesare in Egitto ist eine wunderbare Oper. Es muss nicht immer Traviata & Co sein. Es gibt so viel herrliche Musik, die es verdient haette, mehr gehoert zu werden und nicht immer nur die "Reisser", "The Best of", die Stuecke, die sogar meine Omma kennt - aus der Werbung.......

Haendel - vier Stunden? Jederzeit

Geniesse es :bravo:

Robin


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 10:23 
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Liebe Robin, voll d'accord und das hätte auch 5 Stunden dauern können, waeerend ich bei Wagner meist schon nach 1 Stunde k.o. und fluchtreif bin. :kaffee
Aber es hing eben von der so lebendigen und farbenreichen Inszenierung und den phantastischen Darstellern ab, denn bei langweiliger Inszenierung und mässigen Sängern kann eine Da-Capo Arie nach der Anderen für manche Zeitgenossen eine arge Zumutung sein. Mein Mann hat z.B. im Tamerlano sehr gelitten! Das war eine minimalistische sprich absolut öde Aufführung. :ruhe:
Hier aber war barocke Lebens-und Sinnenfreude at his best und Komisches und Tragisches, Seria und Buffa aufs schönste vereint. Wir haben das Glück dass unsere Barockspezialistin und Hausdirigentin Emmanuelle Haïm nächste Saison mit Lully und Purcell weitermacht :bravo: :bravo: :bravo:
Und: ich wollte natürlcih nciht den bayrischen Nationalstolz in Frage stellen und habe die Münchner Version leider nciht gesehen, aber von dem was ICH bisher sehen konnte, war das absolut herausragend. Auch wenn "nur" zwei Counter auf der Bühne waren und Cesare und Sesto gottseidank weiblcih besetzt wurden........ :lol:
barocke Grüsse
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 10:46 
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Robin hat geschrieben:
Haendel - vier Stunden? Jederzeit
Robin


Ach ja, wenn das nur mehr Menschen so sehen könnten ....

"Unsere" Susanna ( in der örtlichen und überregionalen Presse hochgelobt) hatte bei der letzten Vorstellung nichtmal ein halbvolles Haus, die nächste wird dann auch die allerletzte sein.

Und da Purcells King Arthur auch nicht sehr gut angenommen wurde, setzt man jetzt auf die Publikumsmagneten : Carmen, Bohéme, Lucia di Lammermoor. Ist zwar auch nett, aber wird sicher noch lange dauern, bis wieder eine Barockoper auf dem Plan steht. Seufz ...

Liebe Grüße
Uralt

P.S. @cantilene
Das Duett habe ich auch schonmal probiert, leider noch nicht
öffentlich, da keine "barockmusikliebende" Mezzo oder Altistin gefunden.


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 11:19 
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Oh ich liebe Barockmusuik durchaus und auch wenn meine Stimme vielleicht nicht dem "barocken" Klangideal entspricht, so werde ich doch weiterhin mich auf die Suche nach schönen Arien, ob Hosenrolle oder nicht, machen, und wenn ich sie nur im stillen Kämmerlein singe... Schaden kann es ja nicht ...

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 13:31 
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Liebe Uralt, das ist wirklich SEHR schade und da ich selbst gerne ab und zu in Koblenz in die Oper gehe und da auch schon sehr nette Sachen gesehen habe, umso schader! :d_neinnein:
Und ich habe gerade eben im Theater angerufen, um wenigstens meinen Mann morgen abend noch in Giulio Cesare unterzubringen(er wollte ja wegen dem langweiligen Tamerlano gestern nicht mit!) aber es ist restlos ausverkauft! Ich glaube insgesamt, dass hier in Nordfrankreich an der Grenze zu Alte Musik Lândern wie Belgien und England die Akzeptanz für Barockoper viel höher ist. Und wenn es dann noch so toll gemacht ist erst Recht. :bravo: Unsere Emmauelle Haïm ist ja Eine der führenden Barockdirigenten geworden und hat mit WilliamChristie gelernt und nun ist sie fest hier in Lille an der Oper angestellt. Da hab ich einfach Riesenglück. :n2:
Nâchste Saison gibts zwar auch Rigoletto und Rossinis "Italienerin in Algier" aber eben auch zwei Barockopern und zwei zeitgenössische Sachen. Ganz gerecht, alt, traditionell und neu. Dafür fehlen dann aber hochdramatische sachen wie Wagner, Strauss u.A. Mir macht das gar ncihts, aber man muss dafür dann entweder nach Paris oder Brüssel wenn man Fan ist.
Da es hier insgesamt viel weniger Produktionen gibt als in Deutschland sind die Vorstellungen fast immer voll und das bei nciht gerade ungesalzenen Preisen.
Wir sind inzwischen abonniert um sichere Plätze und 20% Rabatt zu haben. Mir fällt vor allem im Vergleich zu Deutschland auf, dass die Intendanten viel mehr Mut zum Risiko haben, die Inszenierungen oft sehr ausgefallen und gut sind, junge und oft auch viel leichtere Stimmen als in Deutschalnd eine Chance bekommen, ganz viel Wert auf gutes Schauspiel und Tanz gelegt wird und ein begeistertes Publikum vorhanden ist. Ganz besonders erstaunlich ist immer wieder, dass hier in Lille die Jugend in die Oper strömt als sei es ein Pop-Konzert. Ganze Schulklassen, Massen von Teenies und auch kleine Kinder und dass das in Deutschland fehlt, finde ich SEHR traurig. Wenn ich das hier erzähle, glauben sie es mir nciht, da alle denken, Deutschland sei DIE Opernnation. :roll:
In Wirklichkeit erlebe ich hier eine weit grössere Popularität und viel viel mehr Publikum nciht nur bei Oper sondern auch klassischen Konzerten verschiednsterArt, wovon ich auch selbst profitiere. Woran das liegt, weiss ich absolut nciht und rätsele darüber schon lange.

Liebe Octaviane, vielleicht bist du gerade die passende Partnerin für Uralts Duett??? Es ist wirklich ein Traum! Wie schon der andere Sesto dürfte auch dieser hier von der Tessitur zu Dir passen. Und wenn beide Stimmen etw gleich "schwer" sind kann man das privat doch problemlos machen.
Liebe Uralt, kennst du die italienischen Duette von Händel für Alt und Sopran?
Die sind auch himmlisch und vielleciht findet sich dafür leichter eine Partnerin?
nochmal barockende Grüsse
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 14:22 
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Liebe canti,

ich glaube, ich werde mich mal wirklich auf die Suche nach barocken Arien mit Mezzotessitura machen, vielleicht ist da ja das ein oder andere dabei. Und immerhin hab ich ja schon Arien aus dieser Epoche aus schon öffentlich gesungen, ohne dass sich die Leute beschwert hätten.

Auf jeden Fall ist diese Literatur dann doch noch etwas weniger anstrengend zu singen als Puccini, Verdi oder Wagner.

Aber ich bin gerade eh wieder auf dem Hosenrollen-Trip und werde mir demnächst mal (nicht Barock ;-) ) Bellinis Romeo zu Gemüte führen.

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 15:38 
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cantilene hat geschrieben:

Mir fällt vor allem im Vergleich zu Deutschland auf, dass die Intendanten viel mehr Mut zum Risiko haben, die Inszenierungen oft sehr ausgefallen und gut sind, junge und oft auch viel leichtere Stimmen als in Deutschalnd eine Chance bekommen, ganz viel Wert auf gutes Schauspiel und Tanz gelegt wird und ein begeistertes Publikum vorhanden ist. Ganz besonders erstaunlich ist immer wieder, dass hier in Lille die Jugend in die Oper strömt als sei es ein Pop-Konzert. Ganze Schulklassen, Massen von Teenies und auch kleine Kinder und dass das in Deutschland fehlt, finde ich SEHR traurig. Wenn ich das hier erzähle, glauben sie es mir nciht, da alle denken, Deutschland sei DIE Opernnation. :roll:

Canti :hearts:


Ich bin so neidisch und würde am liebsten direkt zu dir ziehen, wenn ich sowas höre! Hier in meiner Gegend will NIEMAND mit mir in die Oper gehen ob alt oder jung, da ist überhaupt kein Interesse da.

Julius Caesar läuft nämlich auch grade in Wiesbaden und ich wollte es mir unbedingt mal anschauen, weil Barock ja eigentlich so überhaupt nicht mein Ding ist und ich mich damit noch nicht genügend beschäftigt habe.
Aber alleine trau ich mich nicht und leider ist wie gesagt die Jugend an anderen Sachen mehr interessiert. Wenige gehen ab zu mal ins Theater aber Oper ist anscheinend ganz furchtbar.
Der einzige Freund von mir in die Oper gehen würde macht grade Urlaub in Chile und verspricht mir seit einem Jahr mich in die Oper einzuladen. So ist das eben mit den Männern, sie halten nie das ein,
was sie versprechen roll:

Was du mit den leichteren Stimmen sagst finde ich auch sehr richtig! Hier in Deutschland werden wirklich Rollen für sehr lechte Soprane/Koloratur oder Soubretten mit so schweren besetzt, dass ist lächerlich und auch nicht mehr schön, da wundert es mich nicht warum die Leichten alle arbeitslos sind.

@Oktaviane : Mich wundert es, dass du anscheinend beides so mühelos singen kannst die Mezzo- und Sopranliteratur. Sind dir die Mezzosachen nicht von der gesamt Tessitura zu tief? Natürlich gibt es auch hohe Mezzo Sachen die sich überschneiden mit der schweren Sopranliteratur aber wenn ich da an die Althosenrollen denke - wäre undenkbar für mich. Nicht weil ich die Töne nicht hätte, sondern eher weil meine Stimme total abrutschen würde wenn ich die ganze Zeit unter meiner ideal Tessitura singe und in der Mittellage rumröhre. (Ist mir nämlich grade passiert).
Wenn dein Passagio soprantypisch ist glaubst du nicht dass dir das auf Dauer schadet?

LG Leila


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 15:57 
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Dass in Deutschland keine Jugend in die Oper geht, kann ich für Berlin überhaupt nicht bestätigen. Die Staatsoper bietet Familienvorstellungen an, und das sind nicht nur die "kindertauglichen" Opern (meist mit vorneweg geschaltetem Workshop).
Gerade die nicht allzu bekannten Stücke werden fast überwiegend von jüngerem Publikum besucht. Lediglich die Komische Oper hat ein eher älteres Publikum, das liegt wohl an den ausschließlich deutschsprachigen Aufführungen.

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 16:18 
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Liebe Mezzo, das freut mich umsomehr!
In der rheinischen "Provinz", wo ich in die Oper gehen kann, ist der Altersdurchschnitt im Vergleich zu Lille leider sehr hoch......
Kinderoper gibts hier übrigens auch extra.

Liebe Leila, ich würde dich glatt als "Opernkind" adoptieren: so ein wissbegieriges, singbegeistertes, und süsses kleines Monster wie Du fehlt noch in meiner Sammlung! :kuss:
Liebe Octaviane wir hatten ja hier die Dikskussion Barock und schwere/leichte Stimme schon oft und die Geschmâcker sind da SEHR verschieden, auch die der Dirigenten.
Mir ganz persönlcih gefällt kein ausladendes Vibrato im Barock, (aber auch keine erzwungen vibratolose Stimme :schlaumeier: ) Genausowenig wie einem Wagnerianer eine Soubrette als Brünnhilde gefallen würde, auch wenn sie alle Töne singen kann.
Aber das ist GESCHMACKS Sache und das sieht jeder anders.
Jeder kann und soll ja singen, was er will und seinen persönlcihen Weg finden und ausprobieren. Das gilt ja auch für die manchmal sehr "einengenden" Stimmfächer, um Leilas Anfrage anzustreifen....... :lol:
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 16:34 
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LaCarmensitaRubia hat geschrieben:

@Oktaviane : Mich wundert es, dass du anscheinend beides so mühelos singen kannst die Mezzo- und Sopranliteratur. Sind dir die Mezzosachen nicht von der gesamt Tessitura zu tief? Natürlich gibt es auch hohe Mezzo Sachen die sich überschneiden mit der schweren Sopranliteratur aber wenn ich da an die Althosenrollen denke - wäre undenkbar für mich. Nicht weil ich die Töne nicht hätte, sondern eher weil meine Stimme total abrutschen würde wenn ich die ganze Zeit unter meiner ideal Tessitura singe und in der Mittellage rumröhre. (Ist mir nämlich grade passiert).
Wenn dein Passagio soprantypisch ist glaubst du nicht dass dir das auf Dauer schadet?

LG Leila


Wer spricht hier denn von mühelos?

Scherz beiseite, Fakt ist einfach, dass ich noch immer nicht weiß, wo ich wirklich zuhause bin. Allerdings hatte ich jetzt auch nicht an die tiefen Altpartien gedacht (das überlasse ich gerne anderen - *zu dola wink*), sondern eben an solche für hohe Mezzi und tiefe Soprane. Bin da vielleicht etwas zu sehr von Mozart ausgegangen, da sind die meisten Mezzorollen ja eh verkappte Soprane. Denn von der Tessitur liegt mir zum Beispiel eine Gräfin genauso gut wie ein Sesto.


Und wenn ich ganz ehrlich mit mir bin, dann finde ich zur Zeit vieles in der Sopranliteratur eben doch noch zu anstrengend (einiges im Mezzofach allerdings auch, wenn ich da an die Eboli denke). Als ich bei meinem einen GL angefangen habe, war ich irgendwie so beschwingt, dass vieles scheinbar mühelos klappte , aber jetzt , da einige Monate ins Land gegangen sind, sehe ich die Dinge doch kritischer. Und möchte, ich wiederhole mich, mich ungern festlegen lassen.

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 25.05.2007, 16:38 
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cantilene hat geschrieben:
Liebe Octaviane wir hatten ja hier die Dikskussion Barock und schwere/leichte Stimme schon oft und die Geschmâcker sind da SEHR verschieden, auch die der Dirigenten.
Mir ganz persönlcih gefällt kein ausladendes Vibrato im Barock, (aber auch keine erzwungen vibratolose Stimme :schlaumeier: ) Genausowenig wie einem Wagnerianer eine Soubrette als Brünnhilde gefallen würde, auch wenn sie alle Töne singen kann.
Aber das ist GESCHMACKS Sache und das sieht jeder anders.
Jeder kann und soll ja singen, was er will und seinen persönlcihen Weg finden und ausprobieren. Das gilt ja auch für die manchmal sehr "einengenden" Stimmfächer, um Leilas Anfrage anzustreifen....... :lol:
Canti :hearts:


Liebe canti, genau so ist es, die Geschmäcker sind eben verschieden und das ist ja auch irgendwo gut so. Kommt letztendlich wohl auch drauf an, in welchem Rahmen man singt und mit wem. Ich will diese Art von Musik vor allen Dingen auch nicht vernachlässigen, um die Beweglichkeit meiner Stimme zu trainieren und sie eben nicht zu schwer werden zu lassen.

:hearts:

LG

Octaviane

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ich bin auch grade am schwelgen in händels giulio caesare, vor allem sarah connollys cäsar hat es mir angetan:
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