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 Betreff des Beitrags: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 14:03 
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Hallo liebes Belcanto-Forum!

Schön, dass ich Euch durch Zufall im Internet gefunden habe. Also will ich mich mal vorstellen:

Von Kinderchorzeiten an begeisterte Sängerin musste ich meinen Studienwunsch begraben wegen der erblich kurzen Sehnen in meinen Händen - das hat man davon, wenn man erst mit knapp 20 Jahren entdeckt, dass man nicht nur gerne sondern auch gut singt... Also ging's mit privatem Unterricht weiter. Samt Wechsel nicht nur der Technik sondern auch quer durch die Stimmfächer vom jugendlich-dramatischen Sopran über halbherzige Mezzoversuche weil ich meine Höhe verloren hatte (psychisch... hatte Schiss) bis zum grottentiefen Alt. (Nebenher habe ich in verschiedenen guten Chören gesungen)

Dann kam die langjährige Kinderpause und vor einigen Jahren der Wiedereinstieg als Chorsängerin.
Dann das Aha-Erlebnis: Ich kann's noch! Und sogar besser - weil lockerer - als früher!
Dann ein weiteres Aha-Erlebnis: Ich nahm Unterricht bei einem Mann... Anfangs voller Zweifel, da mir das die Möglichkeit der Imitaion nahm.
Und genau dadurch lernte ich endlich meine eigene Stimme kennen, Hurra!

Wenn ich ein Beispiel "im Ohr" habe, kann ich immer noch mit heller Einstellung Sopran singen, das muss aber vom Gefühl her passen. Ansonsten bewege ich mich im (tiefen) Mezzo-Bereich und im Alt. Nur hier gebe ich inzwischen eigene Solokonzerte. Auf Hochzeiten o. in Messen auch mal auf besonderen Wunsch gebe auch noch den Sopran, versuche das aber immer mehr zu lassen. Trotzdem würde ich gerne noch an meiner Höhe (aber in der dunkleren Alt-Mezzo-Einstellung) arbeiten - es geht doch nicht an, dass ich ab fis² auf einmal zum hellen Sopran mutiere!
Nach Wegzug meines Lehrer bin ich im Moment allerdings "führerlos".

Liebe Alte und Mezzosoprane: Wie gestaltet Ihr den Registerwechsel? Wenn's Richtung g geht, wechsele ich langsam ab ca. d oder e (je nach musikalischer Gestalung der Arie), bleibe auch in der dunklen Färbung - allerdings verliert meine Stimme dort die von vielen Zuhörern geliebte metallische Brillianz, die Facetten nehmen ab. Prompt schleicht sich etwas Höhenangst ein, der Kehlkopf rutscht etwas nach oben... (Er hängt bei mir ohnehin nie entspannt in der Einatmungsposition herum sondern beteiligt sich (gewollt) immer ganz ganz leicht angehoben am Gesang. So komme ich a) zu meiner deutlichen, natürlichen Aussprache, die jeder versteht, und b) kann ich Vibratos ein und ausschalten und trillern.)
Ich arbeite gerne mit inneren Bildern/Vorstellungen. Wo im Kopf sitzt bei Euch der Ton, wo klingt die Resonanz?

Das war jetzt viel Text, ich weiß...
Vielleicht bekomme ich ja auch viele Ideen und Anregungen zurück, Diskussionen helfen auch weiter.

Liebe Grüße
Mezzo-Alt


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 14:22 
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Hallo Mezzo-Alt,

herzlich willkommen im Forum, hier wirst du sicher Antworten auf deine Fragen bekommen, es gibt einige Mezzi und auch Alt hier. Fühl dich wohl im Forum. big_bye

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 16:15 
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Liebe Mezzo - Alt,

erstmal willkommen im Forum

Ich bin auch ein Alt.


Mezzo-Alt hat geschrieben:
Trotzdem würde ich gerne noch an meiner Höhe (aber in der dunkleren Alt-Mezzo-Einstellung) arbeiten - es geht doch nicht an, dass ich ab fis² auf einmal zum hellen Sopran mutiere!



Hierzu habe ich ein paar alternative Deutungsideen: Meinst du, dass du ab dieser Höhe vielleicht meinst, etwas "spitz" zu klingen oder vielleicht auch klingst, das kann man von hier aus ja nicht ohne hören beurteilen oder hast du einfach irgendwas im Kopf, was du mit deiner früheren Lage in Verbindung bringst?

Das mag sich vielleicht ein wenig verschraubt lesen, aber gesangstechnische Sachverhalte sind schwer im Forum darzustellen und die Nachprüfung solcher Thesenversuche würde ich an deiner Stelle auf jeden Fall einem/r Fachmann/frau überlassen.

Das mit dem "spitzen" Klang habe ich erwähnt, weil das bei tiefen Stimmen gelegentlich vorkommt, wenn man nicht mit ausreichend Bauch - Körper - Stützkraft in die Höhe geht. Mit tiefer Stimme braucht man dazu mehr Kraft als die Soprane, die ja originär in der genannten Lage zwitschern. Wenn man im "Unterbau" zuwenig Spannung gibt, hat man auch den Kehlkopfsitz nicht unter Kontrolle (verkürzt dargestellt). Aber, wie gesagt, das könnte so evtl. sein.

Ich glaube auf jeden Fall, dass man sich Scheren in den Kopf setzt, wenn man herum überlegt, ob irgendwas vielleicht sopranig oder weiß Geier was klingt. Wenn du dir das Gefühl gemerkt hast, das du unter Anleitung im Unterricht empfunden hast im Körper, wenn der Lehrer einen Ton als gut bezeichnet hat, dann ist es sinnvoll, es einfach wieder so zu machen, egal, wie du das hörst, denn die Selbstwahrnehmung differiert ja oft beim Singen zu dem, was andere hören. Mein Tipp: Vergiß es, es klingt, wie es klingt. Außeredem kann man auch beim klassischen Gesang verschiedene Ausdrucksfarben produzieren, muss man sogar, wenn man Opernarien UND Lieder singen will.

Die Fortentwicklung der Höhe lässt sich nur behutsam, aber mit ständigem Training der Stimme erreichen. Mir ging es jedenfalls so, dass es immer weiter ging (jetzt dürfte aber Schluss sein), auch in Beziehung auf die Verfügbarkeit. Es ist mir schon passiert, dass Mitmusikzierende oder Unterrichtende in Workshops (die mich nicht kennen) gemeint haben, ich hätte gewechselt, aber das trifft nicht zu. Ich kann nur kurz oben bleiben und brauche zum Ausgleich ziemlich bald wieder richtig tiefe Töne.

Wir können ggf. ziemlich hohe Spitzentöne erreichen, aber Dauerhaftigkeit bringen wir nicht her. Die führenden Opernkomponisten, auch Verdi, Wagner und Strauß, Rossini und Mozart, die viel von den Stimmen verlangen, kannten die Gegebenheiten und haben unter deren Berücksichtigung geschrieben. Selbst eine so extreme Arie, wie z. B. der völlig überhöhte "Fluch der Ortrud" aus dem Lohengrin ist für Mezzo und Alt machbar (allerdings nicht in frühen Ausbildungsstadien), weil nur eineinhalb Minuten lang.

Ich hoffe, dass einiges von meinem Erguss hier verständlich ist. Wenn nicht, einfach nachhaken.

Viel Spaß in Zukunft hier,
dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 16:52 
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Hallo Mezzo-Alt
Ich heiße dich auch herzlich willkommen und bin schon sehr alt!
Viele Grüße
Joachim


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 09.09.2010, 09:29 
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Liebe Mezzo-Alt,

auch ich heiße Dich hier herzlich willkommen! :welcome:

Der Name "Alt" gibt Anlass zu lustigen Wortspielereien - man kann "Alt" sein oder "alt", eine "Altistin" oder eine "Alte"... :mrgreen

Ich bin für Gesangschülerverhältnisse auch schon ziemlich bis sehr "alt" und ansonsten noch "älter" als Alt, nämlich Kontra-Alt, und eine andere Tieftönerin hier im Forum nennt sich "Uralt". Es ist hier also wirklich ALLES "Alte" vertreten. :n30: :n108:

Eine Frage habe ich an Dich: Wieso musstest Du Deinen Wunsch, Gesang zu studieren, aufgrund der "erblich kurzen Sehnen" in Deinen HÄNDEN aufgeben? Zum SINGEN braucht man doch keine Hände mit einer bestimmten Beschaffenheit??? :grübel

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 09.09.2010, 12:08 
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Erst mal Danke für die Willkommensgrüße!
Liebe Dola, wunderbarer Erguss! Schön, zu lesen, dass andere Alte auch mehr Stütze brauchen, um die Höhen richtig zu erreichen - was mich nicht nur tröstet... nein, es lässt die Vermutung zu, dass ich vielleicht auch einfach nur faul bin, wenn ich auf Sopran "umschalte"... Da muss ich mal in mich gehen. haushalt__005.gif Es ist nämlich keineswegs so, dass mein inneres Ohr mir was vorgaukelt, nein, ich setze diese andere (richtig: von früher bekannte und somit "erfahrene") Lage bewusst ein. Was innerhalb eines Stückes sehr schwer fällt... denn man befindet sich ja beim Singen in einer Rolle; spielt, (schauspielert) die Arie, das Lied etc., ist also in einer bestimmten "Stimmung". Also möchte ich's auch lieber lassen...

Und ganz richtig, schon allein von der Art der Musik her kann eine Stimme verschiedene Färbungen erreichen - sollte sie auch. Diese Färbungsunterschiede setze ich aber auch innerhalb einer solchen "Rolle" ein, angepasst an die zum Ausdruck gebrachte Stimmung der Person, die ich darstelle. Und wenn diese Stimmung wechselt, nuanciert auch die Färbung - bei Bedarf innerhalb eines Stückes (z.B. Marcellina im Mozarts "Figaro" im Duett (ähm: Duell) mit Suzanna).

Aber das ist nicht, was ich mit "Umschalten auf Sopran" meine, ehrlich: Ich kann auch z.B. eine Pamina singen und die hört sich nicht nur für mich anders an, als meine Alt-Lage. (Mein Lehrer hatte auch seinen Spaß dran...)
Ein Zuhörer, in dessen Chor ich in beiden Frauenstimmen schon mal aushelfe, auch solistisch singe, nannte es "zwei Stimmen".
Der dortige neue Chorleiter lernte mich zunächst in meiner Sopranlage kennen, war dann ganz erstaunt, dass ich mir eine Alt-Arie für die Christmette ausgesucht hatte und noch verwunderter, als er danach zu dem Schluss kam, meine Behauptung, kein Sopran zu sein, sei wohl doch vielleicht richtig.

Ich weiß halt nur, dass mein Sopran längst nicht das hergibt, was mein Alt kann. Ein von Dir beschriebenes "Umsteigen" ins Sopranfach käme aus den von Dir so schön beschriebenen Gründen nicht in Frage.

Hihi, lieber Kontraalt, da muss ich Dir Kontra geben: Zum Singen (bzw. den entsprechenden Studiengang) braucht man sehr wohl Hände... Klavier ist schließlich Pflichtfach... und Bestandteil der Aufnahmeprüfung. Und wenn man erst mit knapp 20 anfängt, dieses schöne Instrument zu quälen, wird das nix mehr mit der Dehnung der Sehnen - will heißen: spiele/übe ich was schwereres als zweistimmige "Kinderlieder", bekomme ich regelmäßig Sehnenscheidenentzündung. Nach 3 Jahren Klavier habe ich aufgegeben :abgelehnt.

Jetzt bin ich ja ein neugieriger Mensch: Wo singt Ihr denn herum, Ihr Kontra- und Ur-Alte? Also: zwischen welchen Tönen ist Eure Sahnelage?
Bin bestimmt nicht so alt wie Ihr... aber man ist ja immer so alt, wie man sich fühlt, hihi. Nebenbei: Als gebürtige Düsseldorferin mag ich kein Alt!

Liebe Grüße
Mezzo-Alt (oh gelobte Doppeldeutigkeit, das trifft auch auf mein Lebensalter zu)


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 09.09.2010, 12:52 
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Mezzo-Alt hat geschrieben:
Jetzt bin ich ja ein neugieriger Mensch: Wo singt Ihr denn herum, Ihr Kontra- und Ur-Alte? Also: zwischen welchen Tönen ist Eure Sahnelage?
Bin bestimmt nicht so alt wie Ihr... aber man ist ja immer so alt, wie man sich fühlt, hihi. Nebenbei: Als gebürtige Düsseldorferin mag ich kein Alt!

Liebe Grüße

Ohhh, lass das keinen Düsseldorfer hören haushalt__005.gif ....werde im Oktober dort sein. Doch ehrlich, ich trinke auch lieber Kölsch...
Mezzo-Alt (oh gelobte Doppeldeutigkeit, das trifft auch auf mein Lebensalter zu)


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 10.09.2010, 12:38 
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Zitat von Mezzo-Alt: "Jetzt bin ich ja ein neugieriger Mensch: Wo singt Ihr denn herum, Ihr Kontra- und Ur-Alte? Also: zwischen welchen Tönen ist Eure Sahnelage?
Bin bestimmt nicht so alt wie Ihr..."

Lieber neugieriger Mensch, Deine Frage kann beantwortet werden: :mrgreen

Die meisten tiefen "Alten" singen im Alt, so weit wie sie eben können, und lassen die für sie zu hohen Töne einfach weg. Mir selbst ist der Weg in die Tenorlage gewiesen worden, demzufolge singe ich hauptsächlich im Bereich klein c bis a1 "herum", als "Sahnelage" (Wohlfühllage) würde ich den Tonbereich etwa von klein es bis f1 bezeichnen (plus/minus, je nach Tages- und sonstiger Form). Beim kleinen d beginnt die tiefe Lage, ab g1 ist's für mich hoch. Morgens gelten alle diese Werte um eine Quarte tiefer... :kaffee

Soviel aus dem "Nähkästchen" des Tiefstimmlers und morgendlichen "Baritons", :n101:

AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 10.09.2010, 15:56 
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"Als Sahnelage" (Wohlfühllage) würde ich den Tonbereich etwa von klein es bis f1 bezeichnen"

Oh Gott... Aber so was in der Art war ja zu erwarten, sonst wärst Du ja einfach ein tiefer Alt und nicht gleich Kontra :respekt
Das schränkt Eure Literaturauswahl ja - zumindest, was für Frauen geschrieben Stücke angeht - doch ein wenig ein. Oder Ihr oktaviert einfach und macht somit ein wirklich besonderes Klangerlebnis aus einem "normalen" Stück. Würde ich ja gerne mal hören. Ist bestimmt noch mal ganz anders, als sänge ein echter Tenor oder Bariton.

Neugier gestillt,
noch mehr Neugier geweckt (auf das Klangerlebnis)

Viele Grüße vom mickrigen Durchschnitt
Mezzo-Alt

P.S. Dat wisse die Düsseldorfer, dat isch kein Alt trinke, isch steh zu meinen Fehlern! Und wenn die kölsche och dat Kölsch haben und de Dom und de Zoo, mithalte könne se trotzdem nisch.
Viel Spaß in meiner schönen Geburtsstadt! Zwecks Auftritt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 10.09.2010, 17:41 
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Mezzo-Alt hat geschrieben:
"
P.S. Dat wisse die Düsseldorfer, dat isch kein Alt trinke, isch steh zu meinen Fehlern! Und wenn die kölsche och dat Kölsch haben und de Dom und de Zoo, mithalte könne se trotzdem nisch.
Viel Spaß in meiner schönen Geburtsstadt! Zwecks Auftritt?


Wir haben einen Gesangs workshop in Remscheid mit an schließendem Konzert und ich bin zwischen den beiden Städten geboren......doch jetzt weit weg.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 19.09.2011, 15:49 
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Liebe FreundInnen,


schön, dass ich diesen thread hier entdeckt habe! Ich sage gleich, warum.

Mein Hintergrund: Ich coache gerade eine (nicht allzu) junge Dame, die wieder Chor singen will. Sie hat einige Defizite im Noten-Singen und in der Aussprache, aber eine sehr schöne Stimme! Ihr Umfang ist momentan etwa h/c' bis a'', also nicht so tief wie Deiner, Mezzo-Alt mit den "zwei Stimmen". Sie hat aber auch schon h'' erreicht, ziemlich mühelos und technisch vollkommen richtig, aber noch nur kurz. Sie hatte einen Bruch etwa bei g'/a', der fast weg ist, seitdem sie den Stimmsitz "In der Maske" kapiert hat, mit der entspr. Klangspitze. Bei Übungen von oben (machen wir meistens, auch mit hohem Sprechen) "lüftelt" sie immer noch etwas in der tiefen Lage. Dafür ist ihre tiefe Lage nicht mehr so "erotisch", wie Du ja auch schreibst, Mezzo-Alt, dafür aber sehr ausgeglichen. Ist das symptomatisch... Mir scheint es momentan so ok.

Wir machen im Moment Cosi-Despina (una donna... kommt sehr gut! Liegt ihr prima), Jubals Harfe (danke, Cornettina!). Schubert-Seligkeit, Mozart-Veilchen, alles in hoher Lage. Auch ein bisschen Musical, aber das geht noch nicht so gut. Koloraturen sind schwierig - noch atemtechnisch - schließlich ist sie auch keine Kolorateuse. Aber das muss sie natürlich auch.

Ich wäre an Eurer Meinung interessiert - Tipps. Bin ich auf dem richtigen Weg? Ich hab Verantwortung, wenn es auch "nur" um Chor geht.


Nochwas, Mezzo-Alt, zum Thema "Kehlkopfstellung und Vibrato". Ich musste mich in letzter Zeit damit beschäftigen, wegen "Alte-Musik-Vokalensemble". Ich habe weniger auf den Kehlkopf geachtet (der muss sowieso sehr tief sein, musculus cricothyroideus). Dagegen habe ich den Eindruck, dass eine sehr straffe Stütze zusammen mit leichtem "Anschieben aus dem Bauch heraus" für die Vibratolosigkeit verantwortlich ist. So kommt es gut. Stütze hier auch eher am untersten Rippenbogen, wie es für schnelle Koloraturen sein sollte (nach Emma Kirkby).

Liebe Grüße vom
ruediger aus dem Münchner Westen


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 19.09.2011, 16:15 
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Lieber ruediger,

es ist sehr schwer etwas zu empfehlen, wenn man die Stimme nicht kennt. Du kannst auch mal erst mit leichten Liedern anfangen, da kannst Du schön die Technik korrigieren, oder soll es Oper sein? Jubals Harpe finde ich für den Anfang sehr schwer, da gibt es auch im geistlichen Bereich leichtere Arien. Gerade mit AnfängerInnen sollte man behutsam und vorsichtig arbeiten, egal ob sie Chorsängerin ist oder solistische Ambitionen hat.

big_lala

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue "Alte"
BeitragVerfasst: 06.10.2018, 22:01 
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Mezzo-Alt hat geschrieben:
(...) bis zum grottentiefen Alt. (...)
Dann kam die langjährige Kinderpause und vor einigen Jahren der Wiedereinstieg als Chorsängerin.
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(...)


Liebe Mezzo-Alt, Wie tief ist denn Deine Altstimme, wenn sie "grottentief" ist?

Mezzo-Alt hat geschrieben:
(...)
Liebe Alte und Mezzosoprane: Wie gestaltet Ihr den Registerwechsel? Wenn's Richtung g geht, wechsele ich langsam ab ca. d oder e (je nach musikalischer Gestalung der Arie), bleibe auch in der dunklen Färbung - allerdings verliert meine Stimme dort die von vielen Zuhörern geliebte metallische Brillianz, die Facetten nehmen ab.(...)


Singst Du bei dieser Angabe von oben nach unten?
Ist es das d/e oder nicht eher das d´/e´?
Das d´/e´ wäre ein recht häufiger Registerwechselbereich im Alt. Das d/e wäre schon für eine tiefe Alt der tiefste Ton und für nicht ganz so tiefe Alt unerreichbar.


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