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 Betreff des Beitrags: Starke Stücke
BeitragVerfasst: 11.04.2009, 09:27 
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Bericht auf Bayern 4 unter dem Titel "Starke Stücke"
Stabat Mater, G.B. Pergolesi


Das "Stabat Mater" wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert verfasst. Viele bedeutende Komponisten haben es vertont, von Josquin Desprez und Giovanni Pierluigi da Palestrina bis hin zu Krzystof Penderecki und Arvo Pärt. Aber die wohl berühmteste Fassung stammt aus den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts.

Als Giovanni Battista Pergolesi 1736 in einem Franziskanerkloster in der Nähe von Neapel starb, war er gerade einmal 26 Jahre alt. Bis dahin hatte er eine steile Karriere als Komponist erlebt, vor allem seine Opern waren beim Publikum beliebt, im Inland wie im Ausland. Seine "Magd als Herrin - La Serva Padrona" etwa war ein riesiger Erfolg an der Pariser Opéra comique. Nach dem frühen Tode Pergolesis war es jedoch das "Stabat Mater", das seinen Namen unsterblich machte, und das bis heute zu den am häufigsten aufgeführten Werken geistlicher Kompositionen zählt.

Mischung aus Oper und Frömmigkeit
Robert King, Gründer des nach ihm benannten "King’s Consort", hat Pergolesis "Stabat Mater" mehrfach aufgeführt: "Womit wir es hier zu tun haben, ist eine ungewöhnliche Haltung zu einem sehr bekannten Text – viele Komponisten hatten bereits ein "Stabat Mater" vertont, aber Pergolesi kommt direkt aus dem Opernhaus – und gleichzeitig ist seine Musik sehr andächtig. Es ist diese seltsame Mischung aus Oper und intensiver Frömmigkeit. Dieser Komponist steht kurz vor seinem Tod und ist ein begeisterter Christ."

Bald nach Pergolesis Tod rankten sich Legenden um diese Komposition. Einer Überlieferung zufolge soll das "Stabat Mater" sein letztes Werk gewesen sein, vollendet auf dem Sterbebett – eine Behauptung, die wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standgehalten hat, und die doch hartnäckig die Jahrhunderte überdauerte. Robert King: "Es hat etwas zu tun mit der Magie, die Pergolesi umgab. Natürlich kommt es immer wieder vor, dass das Publikum eine Vorliebe für talentierte Komponisten entwickelt, die sehr früh starben – Pergolesi wurde nur 26! Und so wurde er wahnsinnig zur Mode, fast eine Kultfigur – und: es war einfach das richtige Werk zur richtigen Zeit."

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BeitragVerfasst: 11.04.2009, 09:32 
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Krönungsmesse von W.A. Mozart

"Krönungs-Messe" das klingt einprägsam, das kann man sich merken. Vielleicht war es nicht zuletzt dieser zugkräftige Beiname, der Mozarts C-Dur-Messe KV 317 zu einer seiner beliebtesten Mess-Vertonung gemacht hat. Was es mit dem Stück auf sich hat, berichtet Bernhard Neuhoff.

"Sie wissen, bester Freund, wie mir Salzburg verhasst ist! Salzburg ist kein Ort für mein Talent." Mit Händen und Füßen sträubt sich Mozart – doch es hilft nichts. Nachdem die große Reise nach Mannheim und Paris gescheitert ist, bleibt ihm nur eins: die Rückkehr nach Salzburg in den verhassten Dienst beim Fürst-Erzbischof Colloredo. "Ich schwöre Ihnen bey meiner Ehre, dass ich Salzburg und die Einwohner nicht leiden kann; mir ist ihre Sprache, ihre Lebensart ganz unerträglich!"
Erstklassiges Werk nur reine Pflichterfüllung?

Erst recht der Erzbischof selbst – pardon: der Erzlümmel, wie Mozart ihn nennt. Der zahlt seinem aufsässigen Hoforganisten 450 Gulden im Monat – und bekommt dafür frische Kompositionen. Im Februar 1779 bewirbt sich Mozart um diesen zweitklassigen Posten in einer zweitklassigen Residenzstadt. Einen Monat später liefert er pflichtgemäß eine neue Messe – eine erstklassige, versteht sich.
Kirchenmusik im Schatten seiner Opern

Keine Spur von mangelnder Motivation also – und das, obwohl Mozart weder mit seinem Posten noch mit dem Auftraggeber glücklich war. Dass seine Kirchenmusik im Schatten der Opern und Klavierkonzerte steht, bedeutet eben keineswegs, dass er keine Lust darauf gehabt hätte. Nur hatte er später kaum noch Gelegenheit, für den Gottesdienst zu komponieren. Doch war Mozart, der Freimaurer, der notorische Spötter und Spaßmacher, überhaupt gläubig?

Wiederverwertung musikalischer Einfälle
Vielleicht ist es kein Zufall, dass sich Mozart 6 Jahre später, als er den Figaro schrieb, an seine C-Dur-Messe erinnerte. Die Arie der Gräfin aus dem dritten Akt ist ein klarer Fall von Selbstplagiat. Musikalisches Recycling war nichts Ungewöhnliches zu dieser Zeit. Vielleicht fand Mozart, dass sein Einfall viel zu schade war, um ihn nur einmal zu verwenden – schließlich konnte er nicht ahnen, dass die Krönungsmesse viele hundert Jahre später eine der beliebtesten Messvertonungen überhaupt sein würde. Für den Dirigenten Ton Koopmann ist das Agnus Dei ganz einfach ein schlagender Beweis für Mozarts Genie.

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 Betreff des Beitrags: Re: Starke Stücke
BeitragVerfasst: 12.04.2009, 14:52 
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wer mehr wissen will:

http://freenet-homepage.de/kirchenmusik ... index.html

dort weiter mit "Musikhistorische Notizen - Mozart"...

bei den anderen Messen steht noch mehr über Mozarts Kirchenmusik, und unter "Geschichte der katholischen Kirchenmusik" steht u.a. warum Mozart später (abgesehen vom Requiem und dem unvollendeten Fragment der c-moll-Messe) keine Kirchenmusik mehr geschrieben hat....

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