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BeitragVerfasst: 14.02.2011, 14:58 
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Hi allerseits,

jetzt wo ich endlich mal wieder ans Singen komme (allerdings leider ohne Unterricht zZt), würde ich gern mal in den Bereich "Lied" reinschnuppern. Sängerische Anfängerin bin ich nicht, habe 15 Jahre Chor-Erfahrung, aber eben nur 1,5 Jahre Unterricht gehabt und bin technisch nicht besonders weit. Im Unterricht hab ich ein bisschen an Arie Antiche herumgestümpert, ansonsten hab ich repertoiremäßig wenig Erfahrungen.

Man liest ja so oft "musikalisch/stimmlich sind die meisten Lieder nicht so schwer, die Interpretation ist die Herausforderung".
Nachdem ich mal ganz unbedarft ein bisschen stöbern gegangen bin, kann ich das überhaupt nicht unterschreiben. Viele Lieder sind für mich stimmlich absolut unmöglich machbar - sei es nun weil sie zu schnell sind, der Text viel zu schwer auszusprechen ist (mein Horror: Als Luise... von Mozart).

Andere kommen mir recht einfach zu erlernen vor (wobei ich als Solo-Anfängerin natürlich noch nicht so sehr an der Interpretation feile) und ich habe den Verdacht, dass ich mich einfach verschätzen könnte - so wie man zB als Chorsängerin auch gern mal die Arie XY aus dem aktuellen Oratorium mitträllert und nicht feststellt, dass das ganze technisch immens anspruchsvoll ist. Entsprechend klingts dann auch...

Deswegen bräuchte ich mal ein paar Tipps, wo ich denn mal "wildern" gehen kann. Technisch komme ich am besten mit Liedern zurecht, die nicht zu schnell und textmäßig (aussprachetechnisch) nicht so schwierig sind - sonst häng ich an den Konsonanten fest *schäm* Die Melodie darf aber ruhig etwas komplizierter sein. Und ich tendiere eher zu Stücken, die keine "Alltagsschlager" sind (das ist aber kein Ausschlusskriterium).

Was mir zB ganz gut gefällt:
- Fear no more the heat o'the sun (Quilter)
- Gute Nacht (Schubert, Winterreise) -> steinigt mich, ich habs im Unterricht gesungen und habs geliebt!
- Automne (Fauré)
- En prière (Fauré)
- Der Tod und das Mädchen (Schubert)
- Der König in Thule (Schubert) -> sicher zu schwer?
- Sorrow stay (Dowland)
- Now oh now I needs must part (Dowland) -> okay das find ich wirklich leicht ;)

Ich würde mich also freuen, ein paar Anregungen für interessante, vielleicht nicht tausendmal "durchgenudelte", aber trotzdem einfach zu singende Lieder zu bekommen.

Lohnt sich eine Anschaffung wie zB die "Unterrichtslieder" aus der Edition Peters? Nur dass ein Lied zum Unterrichtslied deklariert ist, weiß ich ja immer noch nicht wie schwer es ist.

Und: Wie schätzt ihr die obigen Lieder ein? Kann, darf man die als Anfänger singen? Oder schlagt ihr die Hände überm Kopf zusammen "oh nein viiiiel zu schwer!"

Woran entscheidet man (bevor man sich durch jedes Lied gequält hat ;)), was "einfach" oder "schwierig" ist?


Zuletzt geändert von Lux am 14.02.2011, 21:00, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.02.2011, 15:55 
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Liebe Lux,

wenn Du die Lieder wie im Chor singen willst, kannst du praktisch jedes Lied singen. Wenn du es aber als Sololied mit deiner bisher erlernten Technik singen willst, musst du Abstriche machen und kleiner anfangen, lieber einfach, dafür ordentlich. Lied zu singen, ist sehr schwer, es muss alles stimmen, Sprache, Ausdruck, Technik.

Das Lied im Unterricht bietet eine Vielzahl von Liedern, die in einzelnen Gruppen unterteilt sind:

Lieder im Umfange einer Oktave
Parlando und leichte Tongebung
Legato Lieder
Piano Lieder
Ernste Lieder
Heitere Lieder

sie sind nach stimmbildnerischen Gesichtspunkten gruppiert und innerhalb der Gruppen fortschreitend geordnet.

Andere Alben:
Band I Ausgewählte Lieder aus zwei Jahrunderten (hoch)
Band II Volklieder und volkstümliche Meisterweisen (mittel)
Band III Geistliche Lieder

doch ich bin nicht sicher, ob es das Buch noch gibt.

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BeitragVerfasst: 14.02.2011, 16:11 
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Ich will ja eben nicht einfach so vor mich hinträllern und "nur" die Töne treffen, das ist mir schon zuwenig und deshalb frage ich ja.

"Das Lied im Unterricht" habe ich mir gerade mal online angesehen, das klingt ganz interessant und gut durchmischt. Auch wenn ich "das Veilchen" nicht als leicht einordnen würde (oder vielleicht bin ich auch SEHR am Anfang?!).

Und wohlgemerkt: ich möchte mit den Stücken (noch) nicht an die Öffentlichkeit, mir geht es darum was ich als Anfänger singen kann ohne mich zu überanstrengen, aber so dass ich trotzdem Spaß dran habe ;) deswegen ist für mich Interpretation momentan auch noch kein Thema, zumal ich derzeit ja keinen Unterricht habe und alleine ist diese Aufgabe wohl kaum zu bewältigen.


Zuletzt geändert von Lux am 14.02.2011, 16:41, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.02.2011, 16:22 
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Hallo Lux,

ohne Deine Stimme genau zu kennen, ist es natürlich etwas schwierig, Literaturtipps abzugeben. Und die Wahrnehmung, was schwer oder leicht ist, kann von Sängerin zu Sängerin ja auch extrem schwanken. Ich z. B. finde das "Veilchen" auch nicht leicht, einfach, weil es nicht auf meine Stimme passt. Die "Luise" habe ich dagegen von Anfang an gern gesungen.

"Das Lied im Unterricht" habe ich auch (damals noch für mittlere Stimme angeschafft), viel habe ich daraus allerdings nicht gemacht - ich denke aber ,es kann zumindest nicht schaden, da mal reinzuschauen.

Liebe Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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BeitragVerfasst: 14.02.2011, 17:23 
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Liebe Lux,
sind zwar keine Lieder, aber gefielen und taten mir gut: die Arietten von Vaccai. Zugleich verlangte meine Lehrerin die Übungen von Concone, letztere fand ich nicht so lehrreich. Lieder sollten dem Schüler gefallen und im Tonumfang leicht singbar sein. (Liebe und tue was du willst).
Liebe Grüße
von alfredo

_________________
...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 18.02.2011, 16:22 
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Hallo Lux,

du hast ja schon einige Tipps bekommen, die ich nur unterstreichen kann.
Ob jemand etwas schwer oder leicht empfindet hängt immer von ihm selbst ab.

So wie es sich anhört könnten für dich zum Anfang hauptsächlich legato Lieder passen.
Lieder die wenig Text haben und sich von Vokal zu Vokal hangeln.

Ich denke da z.B. an:

F.Schubert "Seufzer"
F.F. Finke "Die Troika"
J. Brahms "Komm bald"
J. Golle "Liebeslied"
R.Stolz "Blumen schenken"

falls du die Noten nicht finden kannst kann ich sie dir gern per mail schicken. Einfach kurze PN an mich.


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BeitragVerfasst: 18.02.2011, 19:42 
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Ergänzend dazu, liebe Lux:

Wichtig ist auch dass die ausgewählten Lieder keine allzu großen Tonsprünge haben.

Als ich bei meiner jetzigen Lehrerin angefangen habe waren die ersten beiden Stücke folgende:

"In stiller Nacht" von Brahms
"Sandmännchen", ebenfalls von Brahms.

Der von Dir genannte Notenband "Das Lied im Unterricht" (Peters-Verlag) enthält einiges Brauchbare, aber nicht alles davon ist anfängertauglich. Es gibt übrigens auch ein gleichnamiges Liederbuch noch von einem anderen Verlag, welcher das ist weiß ich jetzt aber nicht.

Dann gibt es noch "Klassiker des deutschen Liedes" sowie "Unterrichtslieder" von Franz Schubert, letzteres wiederum aus dem Peters-Verlag und auch in einer Ausgabe mit Begleit-CD erhältlich. Die könntest Du vielleicht auch mal ausprobieren.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 18.02.2011, 22:56 
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In meinen Anfängen ließ mich mein GL ab September Weihnachtslieder (die bekannten schönen Alten) richtig einstudieren und zwischendurch Schuberts "Über allen Gipfeln ist Ruh'" und Brahms "Therese" zur Perfektion zu bringen.
Erst dann kamen weitere kleine Schubert- und Schumann-Lieder ins Repertoire. So ging's dann Schritt für Schritt weiter.

MIt den "kleinen Liedern" erwirbt man sich Technik, Routine, und eine gewisse Perfektion. Dann kann mit "größerem" weitermachen.

Herzliche Grüße aus Wien -

Erich, der Operngernhörer


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BeitragVerfasst: 22.02.2011, 18:04 
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ihr seid super, danke für die Ideen! Ich bin schon fleißig am sichten :)


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BeitragVerfasst: 13.07.2012, 10:02 
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Inzwischen bin ich auch unterrichtsmäßig zumindest ein kleines bisschen weiter und möchte die Liste hier etwas ergänzen.

Derzeit arbeite ich an "An Chloe" von Mozart, was ich grundsätzlich nicht allzu schwierig finde. (Der Teufel steckt da eher in der Interpretation). Die Gefahr des Festsingens besteht da für mich eher nicht.

In Richtung Romantik habe ich gerade neu "Warum sind denn die Rosen so blass?" dazugenommen. Vom Tonumfang und Text her würde ich es auch als anfängertauglich einstufen. Allerdings sehr getragen und entsprechend stimmlich für mich etwas anstrengender.


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BeitragVerfasst: 19.12.2013, 20:06 
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Zitat:
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Der von Dir genannte Notenband "Das Lied im Unterricht" (Peters-Verlag) enthält einiges Brauchbare, aber nicht alles davon ist anfängertauglich. Es gibt übrigens auch ein gleichnamiges Liederbuch noch von einem anderen Verlag, welcher das ist weiß ich jetzt aber nicht.
Zitat:


Letztes Jahr kaufte ich das "andere" Liederbuch "Das Lied im Unterricht". Es hat die Nummer ED 2908 (mittlere Stimmlage) und ist von Edition Schott. Mein Exemplar ist antiquarisch und ich weiß nicht von welchem Jahr es stammt, möglicherweise ist die Erstausgabe schon von 1942, weil dieses Jahr auf der Titelseite steht.
Als Untertitel heißt es "61 Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung ausgewählt und bezeichnet von Paul Lohmann"

Folgende Lieder daraus sang ich schon in meinem bisher zwei Jahre dauernden GU :
Volksliedchen (Schumann); Die Sommernacht (Gluck); An die Laute (Schubert); Erntelied (Schubert).
Offensichtlich fand meine GL, dass sie einfach genug für mich waren. xmas_surprised Allerdings möchte ich kein Lied lernen, dessen Inhalt überhaupt nicht zu mir passt (z.B. furchtbar süssliche Wiegenlieder oder Lieder, die ein 16-jährige eigentlich singen müsste), mit solchen fangen meine GL und ich überhaupt gar nicht erst an. Deswegen weiß ich nicht, wie viele der 61 Lieder ich jemals lernen werde.

Ich finde, wenn man wochenlang an einem Lied arbeitet, bis man es wirklich "drauf" hat, sollte der Inhalt auch zu einem passen, so dass, gesetzt den Fall, man darf es irgendwann irgendwo vortragen, die Interpretation glaubwürdig ist. Dafür nehme ich im Kauf, dass das Lied am Anfang wirklich zu schwer für mich ist und ich es auch mal zwischen durch liegen lassen muss.
Zum Beispiel begann ich vor einem Jahr im Herbst ein englisches Weihnachtslied einzustudieren. Erst dieses Jahr im Dezember war es einigermaßen vortragsreif, aber das machte mir nichts aus, weil ich mich mit dem Inhalt voll identifizieren konnte.

Liedsammlungen für den Unterricht mögen vom Schwierigkeitsgrad her nur geeignete Literatur enthalten, aber der persönliche Geschmack hat auch ein Wörtchen mitzureden.
Sollte das Lied eigentlich nur gesungen werden, um irgend etwas Gesangstechnisches zu lernen, dann finde ich metodo practico von Vaccai auch sehr gut geeignet.


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