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BeitragVerfasst: 19.11.2010, 15:22 
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Ich eröffne mal ein weites Feld, obwohl ich justamente Null Zeit zum Schreiben habe....

Aber an anderer Stelle brach eine ähnliche Diskussion auf, vielleicht sind jetzt alle warmgeschrieben und können hier weitertexten :kaffee


Meine drei Spontan-Stichworte zu den drei Bereichen:

Oper - großes Gefühl, große Strecke zum Publikum überwinden (auch oder gerade wegen der Kostüme!!!)
Lied - intim, ich werde zum Erzähler (manchmal zum Ich-Erzähler), kleine Strecke zum Publikum, kleinerer Rahmen, daher Kontraste dezenter
Oratorium/Kirchenmusik - maßvoller und vor allem würdevoller Umgang mit Emotionen

Das ist die emotionale Schiene, wichtig erscheint mir aber noch mehr das Stil- und Epochenempfinden. Also welche Art des Vortrags passt zu welcher Musik. Wäre spannend, zu diskutieren, woran genau man den Gesangsstil jeweils festmacht...

Grüße
Olympchen

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BeitragVerfasst: 19.11.2010, 17:56 
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Hallo Olympchen,

Rein zufällig :pfeif: beschäftige ich mich ja auch gerade irgendwo mit dem Thema. Mich interessiert hier auch die Frage, wie ihr selbst an unterschiedliche Stile herangeht (auf die so genannte ernste Musik bezogen). Seid ihr da sehr puristisch oder seht ihr das nicht so eng und singt erst einmal alles, was prinzipiell für euch singbar ist?

Woran aber mache ich nun den jeweiligen Gesangsstil fest? Sehr gute Frage, über die ich so detailliert noch gar nicht nachgedacht habe. (Oder früher zu viel?) :oops:

Ich beobachte allerdings in letzter Zeit verstärkt, dass sich meine Stimme automatisch an die verschiedenen Stile anzupassen scheint. Wenn ich also z. B. Bach oder Händel singe, ist der Stimmklang "gerader" und ich singe kleinmassiger (ohne vibratolos zu sein, ich bin keine "Alte-Musik-Sängerin"), bei einem Schubertlied ist er schon etwas voller und bei der Oper wird er noch voluminöser - eben opernhafter, wobei es da zwischen Mozart und z. B. einem Catalani natürlich auch noch einmal Unterschiede gibt. Natürlich passt das eine dann grundsätzlich immer noch besser zu meiner Stimme als das andere, aber ich habe generell nicht das Gefühl, sie stark verbiegen zu müssen. Und plötzlich singt sich alles viel leichter. big_baden
Allerdings musste ich natürlich auch technisch erst einmal soweit sein, das Selbstbewusstsein zu haben, die Sachen auf meine Art zu singen und nicht bestimmte Singarten imitieren zu wollen (ich bin ja generell ein Mensch, der sich meist zu viel Gedanken macht und hab mir immer einen fürchterlichen Kopf darum gemacht, ob mein Stimmklang nun auch zu dem Stück, dass ich gerade singe, passt – wodurch ich oft übervorsichtig wurde und das Gegenteil von dem erreicht habe, was ich erreichen wollte)

Was ich auf der technischen Seite dabei sehr spannend finde ist, dass auch die Stütze je nach Anforderung des Stückes automatisch und ganz organisch mal mehr und mal weniger aktiviert wird, bei einer Verismo-Arie also weitaus stärker als bei der Kirchenmusik (obwohl es der auch gut tut, wenn ich körperlich nicht zu faul an sie herangehe haushalt__005.gif )

Ich stelle also fest, dass vieles, was den jeweiligen Stil ausmacht, bereits in der Musik vorhanden ist und man sich gar keine so großen Gedanken um das wie zu machen braucht.

Anders sieht es allerdings aus, wenn es um die Art geht, wie beispielsweise Verzierungen in verschiedenen Epochen/Stilen gesungen werden. Da lasse ich mich dann durchaus gern belehren (allerdings kamen in der Musik, die ich bisher schwerpunktmäßig gesungen habe, wenig Verzierungen vor) .

Oder wie mein GL in der letzen Stunde meinte, als wir an "Ich folge dir gleichfalls" (Bach - Johannespassion) arbeiteten: "Jetzt versuchen Sie die Stelle stilistisch mal ein wenig wie Alte Musik zu singen, aber bitte ohne den Klang" :mrgreen

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 19.11.2010, 19:09 
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Bin auch in Zeitnot, deshalb erst mal knapp: Bei Kirchenmusik singe ich möglichst gerade oder soviel Vibrato, wie man dem Stück noch "zumuten" kann und ich spiele sehr, sehr gerne mit der Raumakustik.

Lied: hier benutze ich wohl sehr viel von meiner "Naturstimme" und lass oft dieses ganze Geträllere und übermäßiges Vibrato usw. weg. Kommt aber aufs Lied an. Gestik nur minimal, wobei ich schon Sänger gesehen habe, die bei Lied wild gestikulieren; nicht mein GEschmack.

Oper: Hier versuche ich, "groß" zu werden, soweit das meine Stimme zulässt, viel Vibrato, viel "Schmalz" und was halt angemessen ist. Eine Szene drumherum finde ich sehr hilfreich und da lass ich dann auch meine Stimme "laufen", weil ich mich mehr aufs Spiel konzentriere..

Und es ist so, wie Octaviane sagt. Die Stimme erahnt den Stil des jeweiligen Stückes und passt sich an.

Lg Silje

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BeitragVerfasst: 22.11.2010, 00:22 
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Gerade bei Kirchenmusik würde mich interessieren, ob ihr auch GLAUBT, was ihr singt?

Ich persönlich bilde mir immer ein zu hören, ob die Leute wirklich dahinterstehen oder nicht.

Das Halleluja von Händel in der katholischen Osternacht ist einfach gigantisch...
oder so ganz einfache Melodien wie "bleibt hier und wachet mit mir" sind in der Nachtwache von Gründonnerstag zu Karfreitag sehr ergreifend.

In vielen Weihnachtsoratoien gibt es auch total super Stücke...
und meiner Meinung nach viel zu viele Sänger, die augenscheinlich nicht daran glauben, dass sie vom Wunder der unbefleckten Empfängis und von Gottes Kind singen...

Wie sind eure Erfahrungen?

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 23.11.2010, 17:35 
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Hallo zusammen,

hier meldet noch eine vorweihnachtlich gestresste Sängerin zu Wort... keine Zeit aber trotzdem ein paar Zeilen. Das muss sein!

Stimme mit Euch überein, die Stimme passt sich den Gegebenheiten an. Der Musik, dem Stil, der Akkustik. Und der Begleitung! Wenn ich mit Klavierbegleitung singe - gleich, ob Lied oder Opernarie - bleibt die Stimme immer kleiner, als wenn ich mit großer Orgel in einer großen Kirche singe oder gar mit ganzem Orchester. Aber auch ich liebe das Spiel mit der Akkustik - kann das aber auch nur wirklich, wenn die Gegebenheiten stimmen, d.h. ich eben nicht durch äußere Umstände gezwungen bin, die ganze Zeit ordentlich Volumen zu produzieren. Dann kann ich viel besser mit der Musik umgehen und den Inhalt "rüberbringen".

Ich muss das nicht wirklich selbst glauben, was ich singe; ich muss mich aber in die "Rolle" hineinversetzen, die ich "darstelle".
Wenn ich im Oratorium oder auch nur in einzelnen Arien oder Liedern (z.B. zu Weihnachten in der Christmette) das verkörpere, was ich singe, dann kann ich das auch so empfinden und damit auch glaubhaft zu Gehör bringen.
Das Hineinversetzen in die Musik und den Text ist mir ganz ganz wichtig. Wenn ich das nicht verstehe (also z.B. mir nicht vorstellen kann, wie jemand empfinden muss, der diese Gedanken hat oder diese Aussage trifft), dann kommt auch nichts dabei herum. Dann stimmen Text und Melodie, aber ich bilde mir ein, man hört dann, dass ich der halt einfach "runtersinge". Also arbeite ich so lange daran, dieser Mensch zu werden, der diesen Text und diese Musik wirklich singt, bis es klappt.
Das Aha-Erlebnis hatte ich vor vielen Jahren, als mich in meiner ersten Aufführung der Johannespassion von Bach im Chor das "Kreuzige ihn" dermaßen mitgerissen hat, dass ich mir tatsächlich vorstellen konnte, in dieser Masse von Menschen vor Pilatus zu stehen und Jesu Tod zu fordern. Es war eine grausame Erkenntnis, sich so mitreißen lassen zu können - und kurz darauf im "Ruhet wohl, ihr seligen Gebeine" unendlich zu trauern.
Ich denke, es lag vor allem an Bach, der die Empfindungen so wunderbar vertont hat. Aber dieser Abend war sehr lehrreich für mich. Hat mir geholfen, einiges in der Menschheitsgeschichte besser zu akzeptieren (seither behaupte ich nicht mal mehr standhaft, ich hätte niiiiiiiiie begeistert bei den Jugendgruppen der Nazis mitgemacht) und er hat vor allem geholfen, mich eben in die Musik zu versetzen und eine Rolle zu übernehmen.
Die Fähigkeit dazu ist aber auch ein bisschen vom Stil der Musik abhängig. Oper ist wirklich anders als Oratorium... oder Lied. Alte Musik (die mir am meisten liegt) ist anders als Klassik... oder Musical.
Das stimmt, da wird's wirklich unabhängig von der Begleitung.

Zu dem Thema könnte ich noch seitenweise schreiben, aber die nächste Probe wartet... (Oper - mit Inbrunst).

Stressige Grüße
Mezzo-Alt


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BeitragVerfasst: 23.11.2010, 18:49 
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Also, ich finde das ist ein heikles Thema:" Glaubt ihr an das, was ihr singt.".. ?? Eine ähnliche Diskussion hatten wir schon mal in puncto Identifizierung mit der Rolle in der Oper o.ä.
Ich denke, es wäre zu viel verlangt, dass nur der, der fest an den Inhalt der Arie glaubt, ihn auch authentisch rüberbringen kann.
Gut wäre es, so wie es MezzoAlt auch schreibt und wie wir es in dem "Identifizierungs-Thread" geschrieben haben, dass man sich intellektuell und emotional total in den Text und die Aussage hineinversetzen sollte, um ihn mit strahlender Überzeugungskraft zu singen. Und ich bin der Auffassung, dass auch der strikteste Atheist in der Musik oder dem Text z.Bsp. einer Bach-Arie, erahnen und erfassen kann, was es bedeutet kann, überzeugter Christ zu sein..
Ich für meinen Teil glaube an die Sachen, die ich singe, wobei es bei der unbefleckten Empfängnis schon etwas schwierig wird.. big_gruebel Trotz allem kann ich völlig überzeugt von "der Jungfrau Maria" singen, da ich mich schon Jahrzehnte meines mehr oder weniger katholischen Lebens mit all diesen Glaubensfragen auseinandergesetzt habe und für mich weiß, wie ich die Dinge zu sehen habe..

Lg Silje

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BeitragVerfasst: 23.11.2010, 21:07 
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Silje hat geschrieben:
wobei es bei der unbefleckten Empfängnis schon etwas schwierig wird.. big_gruebel Trotz allem kann ich völlig überzeugt von "der Jungfrau Maria" singen, da ich mich schon Jahrzehnte meines mehr oder weniger katholischen Lebens mit all diesen Glaubensfragen auseinandergesetzt habe und für mich weiß, wie ich die Dinge zu sehen habe..

Lg Silje


Ein großes Missverständnis: Sicher wird in der katholischen Kirche auch die Jungfräulichkeit Marias gepredigt, was aber durch irgendeine Bibelstelle im Evangelium belegt wird, wo steht, dass Maria noch keinen Mann "empfangen hatte". Die unbefleckte Empfängnis meint aber mehr den Umstand, dass Maria der erste Mensch seit Adam und Eva war, die frei war von der Erbsünde. Denn nur so konnte man dogmatisch begründen, dass ein Mensch Gottes Sohn zur Welt bringen konnte.

Sorry für OT


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BeitragVerfasst: 23.11.2010, 23:03 
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So ein kleiner theologischer Exkurs schadet sicher bei der Auseinandersetzung mit der Kirchenmusik nichts. Schönen Dank auch!

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BeitragVerfasst: 23.11.2010, 23:50 
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WotanCB hat geschrieben:
Silje hat geschrieben:
wobei es bei der unbefleckten Empfängnis schon etwas schwierig wird.. big_gruebel Trotz allem kann ich völlig überzeugt von "der Jungfrau Maria" singen, da ich mich schon Jahrzehnte meines mehr oder weniger katholischen Lebens mit all diesen Glaubensfragen auseinandergesetzt habe und für mich weiß, wie ich die Dinge zu sehen habe..

Lg Silje


Ein großes Missverständnis: Sicher wird in der katholischen Kirche auch die Jungfräulichkeit Marias gepredigt, was aber durch irgendeine Bibelstelle im Evangelium belegt wird, wo steht, dass Maria noch keinen Mann "empfangen hatte". Die unbefleckte Empfängnis meint aber mehr den Umstand, dass Maria der erste Mensch seit Adam und Eva war, die frei war von der Erbsünde. Denn nur so konnte man dogmatisch begründen, dass ein Mensch Gottes Sohn zur Welt bringen konnte.

Sorry für OT



Als Katholik glaub ich sehr wohl an die unbefleckte Empfängnis.
Und es heißt in der Bibel "...und er (Joseph) erkannte sie nicht." Eine übliche Formulierung für "kein Sex" in der Zeit der Übersetzung.
Die katholische Kirche lehrt sogar, dass Maria NACH der Geburt immer noch Jungfrau war.

und nun genug OT

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 24.11.2010, 00:10 
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Lieber Wotan, liebe Mama,

es ist ein unerschöpfliches Thema und wie ihr seht, haben wir drei auch unterschiedliche Meinungen. Wotan, "deine" Interpretation kenne ich natürlich, aber sie ist nicht für jeden Christen oder gar Katholiken maßgebend und entscheidend. Für meinen Glauben ist es nicht wirklich wichtig, ob Jesus auf "natürlichem" oder "anderem" Weg empfangen wurde... aber wie gesagt: ein sehr sensibles Thema, das sehr viel Toleranz verlangt und hier im Grunde OT ist.

Lg Silje

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BeitragVerfasst: 25.11.2010, 18:46 
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"Glaube" ich an das was ich singe?
Ja und nein! Ich glaube - ja! Ich glaube - weil ich mir meine Gedanken gemacht habe und daraus die für mich richtige Schlüsse gezogen habe, nicht weil mir jemand erzählt habe WAS und WIE ich zu glauben habe. Religion ist öffentlich, glaube privat.
Wenn jemand mein man muss die Bibel beim Wort nehmen muss ich fragen: welcher Version, resp. welcher Übersetzung?
Für mich ist der Sinn maßgebend. Wenn ich davon ausgehe dass die jeweilige Komponisten mit ihre Werke ihre jeweilige persönliche Glaube Ausdruck verleihen wollten - dann habe ich kein Problem damit diese Texte zu singen; der Sinn ist mir am wichtigsten, nicht die Wörter....


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BeitragVerfasst: 26.11.2010, 13:57 
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Liebe Katholiken, :n99:

auch "OTs" haben hier ihren Platz, meine ich. Die "vorgelagerte" Frage war ja, ob man das glaubt wovon man singt, ob (und wie weit) man das für sich selbst akzeptieren kann. Je nachdem wovon man zu singen hat stellen sich dann eben auch "sensible" Fragen die man für sich selbst irgendwie beantworten muss. Bei religiösen Stücken, beispielsweise, ist das geradezu zwangsläufig der Fall. Ich habe mir z. B. oft die Frage gestellt, wie die Sänger in der DDR oder in anderen ehemals sozialistischen Staaten eigentlich damit zurecht gekommen sind. Und ich stelle mir auch die Frage, wie ein Sänger evangelischen Glaubens mit dem Singen spezifisch katholischer Texte klar kommt. Aber egal ob Kirchenmusik oder irgend welche andere Musik, letztlich muss man ja verstehen wovon man singt, denn sonst kann man, wie ich kürzlich gelesen habe, ebenso gut eine Seite aus einem Telefonbuch absingen. :mrgreen

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 26.11.2010, 14:12 
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Hmm, ich habe als Protestantin keinerlei Problem damit, ein "Ave Maria" zu singen und meine auch, dass ich nicht erst konvertieren muss, um es authentisch und berührend zu singen. Meines Erachtens reicht es, sich in die Stimmung des Liedes oder der Arie hineinzuversetzen und zu versuchen, diese zu transportieren.

(Allerdings tut es uns Protestanten auch mal ganz gut, etwas "katholischer" an den Gesang heranzugehen big_engel )




Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 26.11.2010, 15:34 
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Das ginge meiner Meinung nach viel zu weit, wenn jetzt Protestanten kein Marienlied singen würden. Sie streiten ja nicht ab, dass es Maria gab, sehen nur ihre Funktion und Person etwas anders als die Katholiken.
Im grunde dürfte man dann auch auf Asienreise keinen buddhistischen Tempel oder eine Moschee besichtigen, da man ja evtl. mit den Glaubensgrundsätzen der jeweiligen Religion nicht einverstanden sein könnte..
Extreme Glaubenseinstellungen gab und gibt es immer und überall unter Menschen; mir ist das allerdings fremd, und ich würde auch protestantische, hinduistische oder jüdische Texte ohne weiteres singen können.

Und ob ich nun jedes Wort einer geistlichen Arie glaube, spielt für mich erst mal keine Rolle. Hauptsache ist, dass ich weiß wo ich mit meinem Glauben stehe und begreife, um was es in den jeweiligen Arien geht.

LG Silje

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