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 Betreff des Beitrags: Französischer Belcanto
BeitragVerfasst: 03.06.2007, 16:08 
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Hallo,

Habe ein paar kleine Fragen an euch.....
Welche französischen Komponisten werden dem Belcanto zugeordnet und welche Opern dieser Komponisten werden heute noch gespielt bzw. aus welchen Opern gibt es Literatur die man vorsingen kann.
Bin lyrischer Sopran mit guter Koloraturveranlagung und habe schon fast alles was der italienische Belcanto hergibt gearbeitet, deshalb möchte ich mich jetzt dem französichen widmen kenne mich aber so gut wie gar nicht damit aus :oops:

Vielen Dank für eure Antworten im voraus.

Liebe Grüße

pamina


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BeitragVerfasst: 03.06.2007, 16:56 
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Liebe Pamina,

ich habe ein bißchen Schwierigkeiten, Deine Frage zu verstehen.

Wenn ich an Belcanto-Opern denke, denke ich an Bellini, Donizetti - sprich an italienische Oper.

Die französische Oper ist etwas anderes. Zunächst gab es die Oper am Hofe von Ludwig XIV, Lully ist der Vertreter der tragedie lyrique. Besonders wichtig war das Ballett in diesen Opern. Rameau, Marc-Antoine Charpentier und Campra entwickelten das Erbe von Lully weiter.

Ausführlicher wird das bei Wikipedia erklärt
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sische_Oper

http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Willibald_Gluck hier findest Du Informationen zum Thema Buffonistenstreit.

Im 19. Jahrhundert entwickelt sich in Frankreich le grand opera, grosse aufwendige Werke, die grosse Effekte, Ballett und Musik verbanden.
Spontini und Cherubini, Auber bis hin zu Meyerbeer sind die Hauptvertreter dieser Gattung.

Weiter ging es dann mit Gounod und seinen Werken (Faust, Mireille), schliesslich in die Moderne mit Massenet (Manon, Werther, Thais) hin zu der Mignon von Ambroise Thomas, Lakme von Leo Delibes, Samson und Dalila von Camille Saint-Saens bis hin zu Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach.

1900 schrieb Gustave Charpentier eine "veristische Oper", Louise (1900), die vom Leben der kleinen Leute erzählte. Schliesslich wurde die französische Oper von Claude Debussy mit Pelléas et Mélisande (1902) weiterentwickelt.

Der grösste internationale Erfolg einer französischen Oper ist Carmen de Bizet (1875) - im Sinne der französischen Oper eine Opera comique, da die Texte gesprochen werden, während in der grand opera (Oper ist im französischen maskulin) durchkomponiert wurde.

Dies beantwortet zwar nicht Deine Frage, gibt aber einen Abriss über die Entwicklung der Oper in Frankreich.

Ein interessante Diskussion des Themas habe ich noch im folgenden Link gefunden.
http://www.tamino-klassikforum.at/threa ... eadid=1953

Es grüsst LaCastafiore

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BeitragVerfasst: 03.06.2007, 17:40 
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Liebe LaCastafiore,

ersteinmal vielen Dank für deine Mühen. ..
Wie schon oben erwähnt kenne ich mich mit der französischen Oper nicht sehr gut aus, weil ich ausschließlich die Italiener gearbeitet habe. Meine Lehrerin meinte nun neulich zu mir, ich solle mich auch mal mit dem französichen Belcanto beschäftigen. Ich habe da auch erst mal gestutzt, weil ich Belcanto auch eher mit der italienischen Oper verbinde...Bin auch auf meiner Suche im Internet nicht wirklich fündig geworden, wenn ich französischen Belcanto eingegeben habe...Dachte deshalb ich versuche es mal hier....
Es gibt also demnach keinen französischen Belcanto.... deppenalarm ???
Mh dann muss ich meine Lehrerin nochmal fragen, was genau sie damit meinte...
Deinen Abriss über die Geschichte der Franzöischen Oper fand ich trotzdem sehr hilfreich, dann werde ich eben bei diesen Komponisten stöbern gehen... :dafür: Danke!!!

Liebe Grüße

pamina


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BeitragVerfasst: 03.06.2007, 17:46 
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Liebe Pamina,

von Rossinis Oper "Wilhelm Tell" gibt es eine italienische und eine französische Fassung.

Daraus könntest Du beispielsweise "sombre foret" (oder selve opaca) in italienisch und französisch arbeiten. Das ist die Sopran-Arie der Mathilde.

Vielleicht dachte Deine Lehrerin in diese Richtung.

Es grüsst LaCastafiore

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BeitragVerfasst: 03.06.2007, 18:14 
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Hallo LaCastafiore,

ja das könnte sein, die Marie aus "La fille du regiment" von Donizetti haben wir auch schon gemacht..das wäre ja dieselbe Schiene.

Liebe Grüße

pamina


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 Betreff des Beitrags: Signatur
BeitragVerfasst: 03.06.2007, 20:21 
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Liebe Casta!
Wollte dich schon öfter bitten, die Worte deiner Signatur zu übersetzen, bin nie dazu gekommen.
Ein dem Französischen Ferner :n1:

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BeitragVerfasst: 03.06.2007, 23:09 
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Lieber Alfredo,

meine Signatur hat nur bedingt mit dem "französischen Belcanto" zu tun - aber immerhin stammt sie von Hector Berlioz, dem grossen französischen Romantiker. Er soll gesagt haben:

Das Glück, Talent zu haben, genügt nicht,
man braucht auch das Talent, Glück zu haben

Schön, nicht wahr ?

Liebe Grüsse von der francophilen Casta und dem blinkenden Eiffelturm :n87:

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 Betreff des Beitrags: Französisches Belcanto?
BeitragVerfasst: 04.06.2007, 11:06 
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Liebe Alle!
Bin leider gar nicht mit der Materie vertraut, möchte aber trotzdem eine Frage stellen. Belcanto heißt übersetzt Schöngesang. Kommt es daher nicht auf die Art des Singens an und nicht auf die des Komponierens? Glaube nicht, dass z. B. Pavarotti, den ich ob seiner tadellosen Belcanto - Technik sehr verehre, den Faust, Rigoletto oder auch Mozart mit verschiedener Technik gesungen hat, jedenfalls merkte ich nichts davon. Daher ist zu hinterfragen, was mit " französischen Komponisten des Belcanto" gemeint ist.
Mit der Bitte um Belehrung
verbleibt euer
zwar dem Französischen nicht abgeneigter aber mit dieser Sprache hoffnungslos überforderter
alfredo
Dabei würde ich so gern "O paradis" singen.
Liebe Casta, danke für die Übersetzung. Ein schöner Spruch, leider zu wahr.[url][/url]

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04.06.2007, 12:05 
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Lieber Alfredo,

wenn ich jetzt gemein bin, sag ich mal ganz trocken... man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen - ausser man kocht Kompott daraus. Und deshalb fragte ich ja auch in meinem 1. Beitrag, wie es gemeint sei.

Du schreibst selbst... Belcanto-Technik. Das ist eine Gesangstechnik. Viele verschiedene Schulen berufen sich darauf - es ist immer die Suche nach dem schönen Gesang. Es geht also um die Art und Weise des Singens.

Wenn aber nach Komponisten gesucht wird - dann geht es ja um den Stil der Musik, um die Art und Weise, wie ein Werk geschrieben ist.

Und selbst auf der Suche nach dem schönen Gesang wird ein jeder doch die Stimme ein bißchen anders "führen", ob er denn Mozart, Bellini, Verdi, Puccini, Wagner, Debussy oder Poulenc singt. Nicht umsonst hatte sich in Frankreich eine eigene Gesangsschule entwickelt, die besonderen Wert auf die Prosodie der eigenen Sprache legte (und unseren Ohren heute ein wenig nasal klingt).

Natürlich wird die Basis für jeden klass. Sänger zunächst mal ein gutes Legato und die Suche nach dem "schönen Gesang" sein - doch um dem Stil des Komponisten gerecht zu werden, muss man um die Eigenheiten der Sprache wissen und wohl auch den Komponisten in den musikgeschichtlichen Kontext einordnen.

Liebe Grüsse sendet Casta

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