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BeitragVerfasst: 28.11.2006, 23:04 
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Ich habe die Frage schon eben auf gesang.de gestellt, môchte das gerne auch hier diskutieren.
Wie empfindet ihr als Lehrer oder Schüler fachfremde Literatur zu Unterichtszwecken?
Ist das eher frustrierend, weil man es eh nciht aufführen kann, anstrengend, weil es an die eigenen Grenzen bringt oder bringt es wirklcih weiter?
Ich bin im Moment von meiner Lehrerin voll auf dem Puccini-Trip eingedrillt und habe heute erfahren, dass ich nun als Nächstes die Mimi-Arien machen soll.
Einerseits dahinschmelz und riesigfreu, gerade Sachen, die man sich nciht träumen lâsst, sind ja auch Sehnsuchtsobjekte, andererseits denke ich mir, was soll das? Habe ich denn ncith genug Anderes zu tun, das ich für Konzerte brauche? Muss ich da Sachen lerne, die ich frühestens in etlichen Jahren aufführen kann?
Sie meint, meine Stimme entwickelt sich nur mit richtiger lyrischer Literatur im Moment weiter und die anstehene Konzettliteratur könne ich von ihrer Seite sowieso schon und solle daran mit dem Korrep arbeiten.
Was habt ihr da für Erfahrungen?
:hearts: Canti


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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 09:44 
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Hach - dann hätte ich ja nie Butterfly, Sour Angelica, Norina, usw. machen dürfen (und mich mit tiefem Bach und HÄndel rumquälen :sad: )....Da hätte ich doch was verpasst! (by the way: Ich bin natürlich eine grottenschlechte Norina - habe aber riesigen Spaß dabei ;-) )

Mein GL hält es
1) überhaupt nicht für notwendig, sich frühzeitig auf ein Fach festzulegen
2) für absolut notwendig, zur Entwicklung und Kräftigung der Stimme auf Literatur zurückzugreifen, die man eher nicht in der Öffentlichkeit präsentieren würde.

Er meint, das könnte man natürlich alles mit Übungen auch erreichen, aber dann wäre es ja wesentlich langweiliger. :n117:
Sein Wahlspruch ist: Ohne Verdi und Puccini kann die Stimme nicht wachsen. Auch wenn der/die Schüler/in nie eine "Verdi-Stimme" werden wird, muss er/sie das trotzdem im Unterricht machen.

Dass diese "Grenzbeanspruchung" erst mal anstrengend ist, kann ich absolut nachvollziehen. Aber auch Sportler müssen sich anstrengen, um besser zu werden, oder? Und ein guter GL sollte erkennen, ob man mit der Übungsliteratur gefordert oder überfordert ist.

Also - liebe Canti - sieh das Ganze nicht unter dem Aspekt "Kann ich das irgendwann mal aufführen", sondern als Training. Wenn es dann mal konzertreif wird, umso besser.

LG
mezzo :hearts:
(die mir dieser Unterrichtsmethode nur gute Erfahrungen gemacht hat)


Zuletzt geändert von mezzo am 29.11.2006, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 10:38 
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nicht mehr zu rettender
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Liebe Canti,

Mezzo spricht mir aus dem Herzen und ich habe das glaube ich an anderer Stelle schon mal gesagt:

Für mich gibt es immer 2 Sorten Literatur - die Sachen, die man arbeitet, um technisch Fortschritte zu machen - und die Sachen, die man präsentiert.

Geniesse die beiden Arien der Mimi, sie sind wunderschön.

Liebe Grüsse von Casta

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 11:08 
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Liebe Cantilene,
zu Übungszwecken lerne ich gerade "Wir haben beide" von Hugo Wolf. Ich werde diesen zarten "Engelsgesang" nie aufführen dürfen mit meiner schweren Stimme, aber "Engelsgesang" üben fand meine GL absolut notwendig. Erst wollte ich das auch nicht, aber jetzt merke ich, dass es nicht schadet. :oops:

Und nur so zur Lockerung gab sie mir vor einiger Zeit einen Tango aus den 20er Jahren ( so "frivoles" Zeug hatte ich bisher noch nie gesungen :lol: )
Auch da dachte ich : sowas kann ich sowieso nie öffentlich singen. Und siehe da : es war um vieles besser als ich dachte und im privaten Kreis kann ich mir eine Aufführung vielleicht sogar vorstellen.

Also probier es aus, legs weg, bevor du dich festsingst und hols wieder raus, wenn es dich ruft.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 18:28 
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Liebe Cantilene,

ich sehe das hier wie alle anderen vor mir. An Stücken, die ein bisschen über dem eigenen Stimmfach liegen, kann man, bei richtiger Anleitung, nur wachsen.
Konkret zu deinem Beispiel fällt mir noch ein, dass ich persönlich die 1. Mimi Arie leichter zu singen fand als die Liu. Weniger anstrengend vor allem deshalb , weil die Höhepunkte nicht erst am Schluss sondern über das Stück verteilt liegen.
Die 2. Mimi ist allerdings doch etwas schwieriger, fand zumindest ich immer, aber wie gesagt, dass sind nur persönliche Eindrücke.

Liebe Grüße

pamina


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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 18:57 
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Danke für all die Antworten bisher; sie sind sehr beruhigend.
Ich habe oft gehört/gelesen, dass es schädlcih sei, im "falschen" Fach zu singen, aber ich denke nun auch, solange mich keiner als Aida oder Salome antreten läst, wird es im Untericht schon ok sein. Ich wüsste mal gerne auch, wie die hiesigen Lehrer das so halten und sehen.
Liebe Pamina, ich habe heute beim üben auch gemerkt, dass Mimi leichter fällt als "Tu che di gel". "Signore ascolta" ist gegen diese zweite Liu ebenfalls sehr viel angenehmer. Es ist die hohe, gezogenen Dramatik am Ende, die leichtere stimmen wie mcih sehr fordert und dagegen ist Mimi eher wie du sagst, immer mal wieder etwas dramatischer, aber man kann wieder "ausruhen". Und so richtig schwelgen natürlich... irgendwie brauchte ich kaum noch Noten lernen, es sang sich einfach so aus dem Hörgedächtnis-sehr angenehm! Nur der viele Text am Ende nervt etwas, erinnerte mcih an den "Sprechgesang" vor dem Schluss von Rusalka, gottseidank nicht so tief !
Na ja, ich werde dazwischen nun auch fleissig Händel und Bach singen, um nicht ganz in den lyrischen Sümpfen unterzugehen...... :kaffee
Liebe Uralt: wieso ist Tango frivol???? die Texte die ich kenne, sind alles andere als das sondern im Gegenteil ausserordentlich "dornenreich" , da nur von Abschied, Trennung, Sehnsucht und Exil die Rede ist.
Fûrmcih ist das eine ganz und gar schwermütige,melancholische Musik und auch der Tanz ist gar nciht frivol, sondern ein hochkompliziertes Ritual.
Ich habe zwei Geschwister, die passionierte Tango*-Tänzer sind und bin total fasziniert. :bravo: :tanzen
Leider muss ich mich selbst dessen enthalten :sad: und singe seit kurzem aber ien bisschen Tangolieder. Gefällt dir das auch so gut?
Canti :hearts:
Liebe Mezzo , wir kônnen ja mal aus Spass die Rollen tauschen: du machst iene grottenschlechte Norina und ich eine grottenschlechte Dalilah......nur zur Entspannung :lol:


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BeitragVerfasst: 29.11.2006, 22:34 
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Zu Übungszwecken mal "Una voce poco fa" im stillen Kämmerlein zu sägen oder mich in wilde Sopran - Partien zu verirren, kann durchaus vorkommen.

Aber für den Rest der Welt hätte das Grauen dann einen Namen....

LG
dola


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