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 Betreff des Beitrags: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 26.05.2013, 13:18 
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Aus dem Faden heraus, der sich hier ergeben hat, fange ich mal damit an, Barockmusik zu sammeln und vorzustellen. Vielleicht bekommt ja jemand Lust, sich auch mal in diesem Bereich auszuprobieren.

Passend zur Jahreszeit, wenn auch nicht zum Wetter...
Georg Philipp Telemann: Alles redet itzt und singet
Kantate für Sopran, Bariton, 2 Blockflöten, 2 Oboen, 2 Violinen, Viola, Fagott und Basso continuo
BA 767 (1955, vergriffen)
Text: Barthold Hinrich Brockes
In dieser elfsätzigen Kantate wird das Erwachen der Natur im Frühling beschrieben.
Umfang Sopran: d1 bis a2
Umfang Bariton: H bis e1
koloraturlastig in den Arien, um Vögel und andere Tiere zu imitieren
je leichter die Stimme, desto besser für den Klang und den Effekt, den die Musik haben soll (für schwerere Stimmen also leider nur bedingt empfehlenswert)

Die Bärenreiter-Ausgabe ist allerdings sehr kritisch zu betrachten: Der Herausgeber hat teilweise massiv in die Komposition eingegriffen, und eine Reihe Druckfehler haben sich ebenfalls eingeschlichen.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 27.05.2013, 08:57 
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Noch zwei Hinweise zur obigen Kantate: Der Sopran tummelt sich in den Arien häufig in der zweigestrichenen Oktave. Und manchmal sind die Sequenzen elendig lang! Ein wenig kann man sich aber den Zugriff erleichtern, wenn man in alter Stimmung (a'=415 Hz), also einen Halbton tiefer singt. Das Ganze bekommt dadurch auch wesentlich mehr Glanz, weil dadurch (fast) ausschließlich nach heutiger Hörgewohnheit Kreuztonarten klingen (H-Dur, E-Dur, gis-Moll, etc.).

Etwas älteres:
Dietrich Buxtehude: Singet dem Herrn ein neues Lied BuxWV 98
Kantate für Sopran, Violine und Basso continuo
Carus 36.012 (2004)
Text: Psalm 98, 1-4
Umfang Sopran: c1 bis g2
Dauer: 9 Minuten (Verlagsangabe)

Diese Kantate ist komplett durchkomponiert; einzelne Teile werden durch Takt- und Tempowechsel voneinander abgegrenzt. Die Stimme wird abwechslungsreich geführt, alle Lagen sind in etwa gleichwertig behandelt. Keine besondere Koloraturfähigkeit gefordert. Ein ziemlich bequemes Stück, das durch die Einfachheit der Besetzung besticht und vielseitig in der Kirche einsetzbar ist. Auch für größere Stimmen durchaus gut geeignet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 28.05.2013, 16:59 
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Und weiter geht's mit den Barockempfehlungen. Übrigens: Die Bewertungen sind logischerweise rein subjektiv...

Georg Philipp Telemann: Harmonischer Gottesdienst
72 Kantaten in insgesamt 6 Bänden
sortiert nach Weihnachtsfestkreis (derzeit vergriffen), Osterfestkreis und Trinitatiszeit
je Festkreis jeweils ein Band für hohe und ein Band für mittlere Stimme
Verlag: Bärenreiter (2006/2007, Urtextausgaben)
Texte: nach diversen Bibeltexten

Besetzung: Soloinstrument (Violine, Oboe, Traversflöte oder Altblockflöte), Singstimme und Basso continuo
Aufbau: meist Da-capo-Arie - Rezitativ - Da-capo-Arie
Umfang der Stimmen: unterschiedlich

Auch diese Kantaten bestechen durch die Einfachheit der Besetzung. Mit wenigen Mitteln hat Telemann wunderschöne Musik geschaffen, die gesanglich nicht besonders schwierig ist, aber im Zusammenklang eine sehr schöne Wirkung entfaltet. Allerdings sind manche Rezitative nicht optimal gelungen, und die eine oder andere Arie wirkt ein wenig oberflächlich komponiert. Dennoch wird hier jede Stimme fündig, egal, ob leichter oder schwerer. Die Möglichkeiten der Soloinstrumente sind durchaus ausgereizt. Sie sind eng verzahnt mit der Gesangsstimme. Die stilistischen Mittel, die er dazu benutzt hat, sind Imitation, Parallelführung in Terzen und in seltenen Fällen ein Unisono. Besonders gut wirken diese kleinen Kantaten, wenn man sie im Gottesdienst singt und entsprechend aufteilt, vor allem, wenn die Inhalte der jeweiligen Kantate auch in den Schrifttexten aufgegriffen werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.06.2013, 16:36 
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Eine meiner Lieblingskantaten und wahrscheinlich allzu gut bekannt:

Johann Sebastian Bach: Jauchzet Gott in allen Landen BWV 51
Kantate zum 15. Sonntag nach Trinitatis
BA 10 051a (Klavierauszug, 2009)
Besetzung: Sopran, Trompete, Violine 1 und 2, Viola, Basso continuo
Umfang Sopran: c1 bis c3
Tonartenfolge: C-Dur - a-Moll - a-Moll - C-Dur

Die viersätzige Kantate ist für mich eine der schönsten, aber auch anstrengendsten Kantaten. Zum einen hat Bach die Stimme im ersten Satz und im Alleluja (2. Teil des 4. Satzes) sehr instrumental geführt. Das macht sich besonders in der Koloratur in den Takten 205-209 des vierten Satzes bemerkbar - nette, nicht unbedingt eingängige Sprünge. Der erste Satz und der zweite Teil des vierten Satzes erfordern durch die Koloraturen und den Marsch durch zwei Oktaven viel Kondition. Teilweise sind die Sequenzen lang. Etwas gemütlicher sind der zweite und dritte Satz. Der zweite Satz ist ein Recitativo accompagnato mit einem Umfang von e1 bis a2. Anfänglich schöne, gehende Achtel, dann im zweiten Teil auch ausgezierte Linien mit 32tel Noten. Die folgende Arie steht im 12/8-Takt und hat ebenfalls einen Umfang von e1 bis a2. Die Melodieführung ist eher eingängig, aber es gibt auch hier eine ewig lange Sequenz mit 16teln zu Anfang des B-Teils. Am bequemsten ist der erste Teil des vierten Satzes - typischer Bachchoral! Manche kennen vielleicht die vierstimmige Motette "Sei Lob und Preis mit Ehren" - hier wurde derselbe Text verwendet und die Melodie in einer leicht veränderten Form übernommen (von 4/4- zu 3/4-Takt und minimal angepaßt). Der Umfang ist g1 bis g2, also nochmal richtiges Ausruhen, bevor es in Takt 118 einen Taktwechsel zu 2/4 gibt, um das Alleluja mit Drive obendrauf zu setzen.
Insgesamt eine sehr vielseitige Kantate, die vom schönsten Cantabile bis zu Koloraturen alles bietet, was das Herz begehrt. Auch wegen der Trompete ist es für größere Stimmen kein Problem, sich diese Kantate anzueignen, wenn die entsprechende Koloraturfähigkeit vorhanden ist. Die Instrumentalisten sollten sehr versiert und sein und exakt spielen, um die typisch Bachischen Verschachtelungen adäquat durchhörbar machen zu können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.06.2013, 20:19 
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Liebe Donna Elvira,

auch wenn ich aktiv nicht wirklich was beitragen kann, möchte ich Dir doch für die interessanten Einblicke danken, die du hier in die Barockmusik gibst. Das macht definitiv Lust, sich einmal mehr mit dieser Art von Literatur zu befassen - auch als größere Stimme. Habe dank deines letzten Beitrages nach Ewigkeiten mich mal wieder an "Jauchzet Gott..." versucht und siehe da - plötzlich funktioniert's :)

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 03.06.2013, 08:41 
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Liebe Octaviane,

dann habe ich ja schon einmal mein Ziel erreicht. Klasse, daß Du Dir die Bachkantate gleich mal vorgenommen hast - und sie dann auch tatsächlich funktioniert hat! Das sollte auch anderen Mut machen, denn die Barockliteratur hat so viele Perlen zu bieten. Da mache ich dann auch gleich mal mit einem kleinen Stück weiter.

Christian Ludwig Boxberg: Herr, tue meine Lippen auf
Besetzung: Sopran, Violine 1 und 2, Fagott, Basso continuo
Umfang Sopran: e1 bis f2
Tonart: a-Moll
kostenlos erhältlich hier
Text: Herr, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkündige. 1. Ich bin stumm: was soll ich beten und zu Gott in Andacht treten, da ist kein Verlangen da, wo nicht Gott spricht: hephata. 2. Ich bin stumm: Soll ich bekennen und mich einen Sünder nennen, es ist kein Bekenntnis da, wa nciht Gott spricht hephata.

Eine Mini-Kantate zum Lobe Gottes, sehr praktisch eingerichtet (man kann bei Bedarf z.B. die Violinen auch durch Blockflöten ersetzen). Der erste Teil steht im 4/4-Takt, der zweite Teil (Aria) im 3/2-Takt. Keine sonderlichen Höchstschwierigkeiten, sehr schön geschriebene Linien, keine Koloraturen. Eigentlich für alle Stimmen machbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 05.03.2015, 14:45 
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Ups, schon ziemlich lange nichts Neues geschrieben hier, aber es gab im Unterricht eben andere Schwerpunkte. Jetzt habe ich aber wieder mal Barockes zwischen. Also...

Johann Sebastian Bach: Kantate Ich bin vergnügt mit meinem Glücke BWV 84
Besetzung: Sopran solo, 4stg. gem. Chor, Violine solo, Violine I, Violiine II, Viola, Cello / Kontrabaß, Oboe, Continuo
Umfang Sopran: d1 bis a2
Aufbau: Arie (e-Moll) - Rezitativ - Arie (G-Dur) - Rezitativ - Choral (h-Moll mit Ende in H-Dur)

Diese Kantate, die 1727 entstanden ist, ist eine Herausforderung. Der Tonumfang ist zwar nicht so groß wie z.B. in der BWV 51. Aber die Führung der Sopranstimme ist sehr instrumental angelegt, sodaß Sängerinnen ohne Erfahrung auf einem Melodieinstrument durchaus Probleme bekommen können, die Stimmführung zu verstehen. Dazu ist insbesondere in der ersten Arie ein genaues Timing wichtig, da Bach das Ganze durchaus gegen den Strich gebürstet hat: Textverteilung gegen unsere Gewohnheiten, viele übergebundene Noten und Synkopen. Die Anforderungen an die Koloraturfähigkeit sind mittel bis mäßig hoch, auch wenn die einzelnen Abschnitte nicht so groß sind (wiederum wegen der instrumental gedachten Stimmführung). Bei den Wendungen muß man auf einige Überraschungen gefaßt sein, insbesondere in den Rezitativen, die sich nicht unbedingt sofort erschließen. Eine gewisse Sicherheit im Intervallsingen ist also ebenfalls von Vorteil. Der Schlußchoral wiederum überrascht durch seine Einfachheit und Bekanntheit - da hat Bach "Wer nur den lieben Gott läßt walten" (wieder mal) verarbeitet. Insgesamt aber ein durchaus lohnendes Werk, das scheinbar eher selten zum Repertoire gehört. Mir macht es Spaß!

Kleiner Tip am Rande: Die Breitkopf-Ausgabe des Klavierauszugs finde ich sehr unübersichtlich, und ich habe die Rückmeldung bekommen, daß der teilweise nicht spielbar ist. Ich habe mir bei Carus den Klavierauszug bestellt, der noch aus den Hänssler-Beständen stammt. Fazit: Wesentlich übersichtlicher und komplett gut spielbar, da auf jeden Fall von einem Praktiker eingerichtet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 11:34 
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Nachdem ich sehr viel anderes gemacht habe - u.a. die Pink Floyd-Geschichte und gaaaaanz viel Klassik wie Mozart und de Martines - habe ich endlich mal wieder einen schönen, fordernden Händel zwischen.

HWV 242 - Motette "Silete venti"

Besetzung: Sopran solo - 2 Oboen, 2 Violinen, Viola, Basso continuo

Tonart: B-Dur / g-Moll und Es-Dur

Tonumfang: d1-as2

Aufbau:
1. Satz Symphonia: 10 Takte Largo wie eine französische Ouvertüre, dann folgt ein Allegro, das wiederum in ein Larghetto und damit Recitativo accompagnato mündet.
2. Satz Andante ma larghetto: Typische Da-capo-Arie, der erste Teil in g-Moll, der zweite Teil in B-Dur. Keine besonderen Überraschungen, gut singbar.
3. Satz Recitativo accompagnato: Kurz und bündig 9 Takte, erinnert ebenfalls leicht an eine französische Ouvertüre.
4. Satz Andante: Tonartwechsel zu Es-Dur, Da-capo-Arie. Erster Teil als 4/4-Takt und zweiter Teil als Allegro im 3/8-Takt - so richtig Händel at his best! Ein paar durchaus überraschende Koloraturwendungen drin, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließen, aber im Zusammenhang absolut folgerichtig sind. Der Satz macht bisher am meisten Spaß, denn endlich mal wieder ein wenig Übepotential...
5. Satz Presto: Zurück zu B-Dur, schneller 12/8-Takt, kein Da capo. Vorsicht: Ungewöhnliche Textverteilung des "Alleluja" - da kann man ganz schnell stolpern! Bin mal gespannt, wie es sich singen läßt.

Eine Verlagsausgabe habe ich nicht gefunden, aber man bekommt die Partitur wie üblich bei den Digitalen Sammlungen der BSB. Eine Live-Aufnahme von Les Arts Florissants mit Emanuelle Negri findet sich bei youtube. Die gefällt mir besser als die dort ebenfalls vertretene Aufnahme mit Sylvia McNair.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 11:57 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Nachdem ich sehr viel anderes gemacht habe - u.a. die Pink Floyd-Geschichte und gaaaaanz viel Klassik wie Mozart und de Martines - habe ich endlich mal wieder einen schönen, fordernden Händel zwischen.

HWV 242 - Motette "Silete venti"

Besetzung: Sopran solo - 2 Oboen, 2 Violinen, Viola, Basso continuo

Tonart: B-Dur / g-Moll und Es-Dur

Tonumfang: d1-as2

Aufbau:
1. Satz Symphonia: 10 Takte Largo wie eine französische Ouvertüre, dann folgt ein Allegro, das wiederum in ein Larghetto und damit Recitativo accompagnato mündet.
2. Satz Andante ma larghetto: Typische Da-capo-Arie, der erste Teil in g-Moll, der zweite Teil in B-Dur. Keine besonderen Überraschungen, gut singbar.
3. Satz Recitativo accompagnato: Kurz und bündig 9 Takte, erinnert ebenfalls leicht an eine französische Ouvertüre.
4. Satz Andante: Tonartwechsel zu Es-Dur, Da-capo-Arie. Erster Teil als 4/4-Takt und zweiter Teil als Allegro im 3/8-Takt - so richtig Händel at his best! Ein paar durchaus überraschende Koloraturwendungen drin, die sich nicht unbedingt auf den ersten Blick erschließen, aber im Zusammenhang absolut folgerichtig sind. Der Satz macht bisher am meisten Spaß, denn endlich mal wieder ein wenig Übepotential...
5. Satz Presto: Zurück zu B-Dur, schneller 12/8-Takt, kein Da capo. Vorsicht: Ungewöhnliche Textverteilung des "Alleluja" - da kann man ganz schnell stolpern! Bin mal gespannt, wie es sich singen läßt.

Eine Verlagsausgabe habe ich nicht gefunden, aber man bekommt die Partitur wie üblich bei den Digitalen Sammlungen der BSB. Eine Live-Aufnahme von Les Arts Florissants mit Emanuelle Negri findet sich bei youtube. Die gefällt mir besser als die dort ebenfalls vertretene Aufnahme mit Sylvia McNair.


sehr anspruchsvoll, wenn Du das singen möchtest, super


big_super

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 12:18 
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Bin ja schon dabei *lach* - und es fällt mir auch nicht wirklich schwer, weil ich ja einen intensiven Bezug zur Barockmusik habe. Die Tempi in dem Allegroteil des 4. Satzes und das Presto werde ich wahrscheinlich nicht ganz so hoch ansetzen, aber mal sehen, was wird.

Übrigens: Das Thema des 4. Satzes weist eine hohe Ähnlichkeit mit der "Meine Seele hört im Sehen" aus den Deutschen Arien auf...

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 13:54 
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Wir singen in meinem einen Ensemble (Instrumente + 2-3 Sängerinnen) gerne Du Mont, das ist Frühbarock. Beispielsweise "Quare tristis es" (Gespräch eines Alt mit seiner Seele, einem Sopran) oder "O aeterna (misericors dei)", das ist ca. Mezzolage, wobei es glaub von dem Text her besser ist, wenn man ein dunkleres Timbre hätte.
Aber sonst gibts auch ganz viele andere tolle Sachen, zB. sing ich auch grad Bach "Esurientes" :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 15:58 
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Vorstellen! Insbesondere barocke Sololiteratur ist hier immer willkommen! Das ist ja schließlich der Sinn dieses Threads, und ich bin froh, wenn mal aus anderen Stimmlagen Beiträge kommen. Ich kann ja "nur" aus der Perspektive des hohen Soprans berichten...

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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 01.02.2018, 16:50 
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Dann mal so:

Henry Du Mont (1610-1684): Quare tristis es
2 Stimmen (Contratenor oder Superius und Tenor oder Cantus, wichtig ist nur, dass e szwei mal in derselben Oktave ist) und BC. f-f und cis bis d, also je ca. eine Oktave Ambitus, aber trotzdem sehr wirkungsvoll, da die Musik ausdrucksvoll und sehr nahe am Text ist!
Insgesamt ca. 80 Takte, Tempo steht keins dabei, aber auf keinen Fall zu schnell.
Takte 1-15: Untere Stimme
16-27: Obere Stimme,
27-41: Untere Stimme
Ab dann bis Ende: Beide zusammen
Es geht quasi darum, dass der Mensch (tiefere Stimme) die Seele fragt, was los ist, diese Angst aufgrund ihrer Sünden bekundet und vom Menschen getröstet wird, dass sie nur an Gott glauben möge und dann alles gut werde.


Und das zweite Stück:
Henry Du Mont (1610-1684): O aeterne misericors Deus:
Eine Stimme (Cantus oder Tenor, d-f, also etwas über eine Oktave Ambitus) und BC
Insgesamt ca. 160 Takte
Es gibt hier schon Unterschiede (eigentlich ist das Stück eher sehr fließend, es gibt dann aber einen quasi-Rezitativo-Teil), aber an sich entwickelt sich das Stück immer weiter, sodass ichs grad nicht durch eine einfache Form beschreiben kann.

Ist das genug oder hab ich was vergessen?
Alles Liebe,
Altus duriusculus


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 Betreff des Beitrags: Re: Barockmusik-Sammelthread
BeitragVerfasst: 02.02.2018, 14:06 
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Super, danke :)

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Viele Grüße
Monika


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