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 Betreff des Beitrags: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 28.08.2017, 21:46 
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Liebe KollegInnen,

ich spiele mit dem Gedanken, ein ambitioniertes Projekt anzugehen: Sehr gern würde ich im Herbst 2018 einen Marathon laufen und müsste nun bald mit dem Training beginnen, um langsam und stetig die erforderliche Kondition aufzubauen.
Da ich Berufssängerin bin, habe ich allerdings einen ziemlichen Respekt davor, was ein solches Training für die Stimme bedeutet. Ich kann es überhaupt nicht abschätzen. Bisher habe ich in Bezug aufs Singen keinerlei negative Erfahrungen mit Sport (auch in kalter Luft) gemacht. Habe schon vieles ausprobiert, von Kickboxen bis Schwimmen oder eben Laufen. Allerdings ist mein bisheriges Laufpensum ein Witz im Vergleich dazu, was auf mich zukommt, wenn ich wirklich auf einen Marathon hin trainiere. Zu dünn bin ich nicht und werde auch darauf achten, es nicht zu werden - das Bäuchlein darf allerdings schon ein wenig schwinden und die Muskeln etwas wachsen. ;-)

Nun meine Frage: Hat jemand von euch Erfahrung mit wettkampfmäßig betriebenem Ausdauersport, vielleicht sogar mit einem Marathon, und den eventuellen Auswirkungen aufs Singen? Ich bin dankbar für jeden Tipp und Erfahrungsbericht.
Für mich wäre das Projekt in vielerlei Hinsicht ein großer Schritt in meiner Persönlichkeitsentwicklung, und somit auch in meiner Entwicklung als Sängerin. Wenn allerdings die Stimme drunter leidet, werde ich es nicht machen. Natürlich könnte ich es auch einfach ausprobieren, aber ein paar Infos im Vorfeld wären schon sehr hilfreich!

Liebe Grüße von
Blanda


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 Betreff des Beitrags: Re: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 31.08.2017, 01:10 
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Liebe Blanda,

mach Dir keine Sorgen: Marathonlaufen beeinträchtigt Deine Stimme genau so wenig wie überhaupt Laufen/Joggen. Zwar bin ich selbst "nur" Freizeit-Sängerin (und das nicht professionell), aber ich behaupte trotzdem, dass jeglicher Sport, der Dir selbst gut tut, auch Deiner Stimme gut tut.

Das "Problem" ist eher der Zeitaufwand, den Du für das Marathon-Training aufwenden musst. Du schreibst, dass Dein bisheriges Laufpensum ein "Witz" sei im Vergleich dazu, was im Marathon-Training auf Dich zukommt. Du solltest bereits einen Halbmarathon laufen können, bevor Du überhaupt ein Marathon-Training ins Auge fasst. Von dieser Basis aus benötigst Du 12 Wochen mit je nach Trainingsplan drei- bis viermal wöchentlichem Lauftraining unterschiedlicher Dauer. Die längsten Läufe dieser Trainingspläne gehen bis zu drei oder sogar dreieinhalb Stunden, was dann zu einer wöchentlichen Gesamt-Trainingszeit von locker sechs Stunden führen kann. Diese Zeit muss man erstmal übrig haben und eben mit seinen beruflichen und familiären Zeit-Rahmenbedingungen abstimmen können. Ich kenne einen Busfahrer der Marathonläufer ist. Trotz seiner Wechselschicht-Arbeitszeiten schafft er es, einmal jährlich an einem Marathon teilzunehmen und sich darauf vorzubereiten. Es ist nicht einfach und er muss alles sehr genau planen.

Mach' Dir keinen Stress mit dem Marathon. Lauf einfach "nur" mit dem Ziel "Ankommen". Such' Dir aber besser einen Marathon aus, der terminlich so liegt, dass Du einige Tage danach keinerlei Singverpflichtung hast. Auch wenn das M-Training selbst die Stimme nicht beeinträchtigt, aber nach dem Lauf brauchst Du nicht nur körperlich, sondern möglicherweise auch stimmlich ein paar Tage Erholung. Das weiß ich nun aber nicht so genau, weil ich nach einem M-Lauf noch nie auf die Idee kam, zu überprüfen wie gut ich gerade bei Stimme bin.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei Deinem Vorhaben!

Herzliche Läufer-Grüße, big_hello
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 04.09.2017, 09:46 
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Hi, Blanda

Ich bin über fast zwei Jahrzehnte wettkampfmäßig [sehr erfolgreich :-) ] Marathon und Ultra-Bergläufe (und andere lange Strecken >= 10km) gelaufen. Das Laufen und das Training dazu ist für das Singen nicht schädlich, ganz im Gegenteil: Nach einer Trainigseinheit (und wenn's nur eine kurze Runde von 6 km ist) sind alle Atemwege maximal geweitet - das gibt eine super Stimme, wenn man anschließend singen muß - zumindest meine Errfahrung. Am "Tag danach" (und vielleicht auch noch den übernächsten) bist Du körperlich angeschlagen, auf's Singen hat das aber keinen Einfluß - höchstens auf langes Stehen: Das wirst Du nicht mögen... Ich bin allerdings auch schon mal 2 mal 14 km (mit Rucksack) am übernächsten Tag gelaufen - Das ist nur ein Frage der Leidensfähigkeit... (Ich weiß: soll man nicht. War eine Frage der Notwendigkeit. Und eine interessante Erfahrung bezüglich was alles geht.)

Was mir allerdings irgendwann Probleme bereitet hat, war die kalte Luft im Winter. Irgendwann mußte ich feststellen, daß ich nach dem Training stundenlang husten musste. Das hat sich über einen längeren Zeitraum hin entwickelt. Nach der Runde vom Hausarzt über den HNO-Arzt und Allergologen zum Lungenspezialisten war klar, daß das Laufen in kalter Luft tatsächlich ursächlich dafür war, wenn auch bei mir hierfür wohl eine angeborene Disposition vorlag. Die Empfehlung vom Lungenarzt war, das Laufen im Winter bleiben zu lassen, das war dann im Prinzip das Ende der Karriere als Langstreckenläufer...

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 04.09.2017, 17:05 
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Daß körperliche Müdigkeit wenig Einfluß auf die Stimme hat, wage ich zu bezweifeln: Nachdem ich letztes Jahr vor unserem Umzug beim Verlegen des Laminats geholfen habe und dabei rund 1 Tonne Laminat an einem Tag durch die Gegend gewuchtet habe, war ich auch reichlich platt - und schon konnte ich nicht genügend Körperspannung aufbringen, um die hohen Töne (ab b") sauber hinzukriegen. Das mag natürlich anders aussehen, wenn man vernünftig im Training ist und auf solche Hochleistung hinarbeitet.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 05.09.2017, 13:45 
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Schaut öfter vorbei
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Donna Elvira hat geschrieben:
Daß körperliche Müdigkeit wenig Einfluß auf die Stimme hat, wage ich zu bezweifeln:


Natürlich hat die einen Einfluss, aber hier ging es um Aufbautraining im Sport, und damit wird die körperliche Müdigkeit nach einer Trainingseinheit längerfristig eher geringer.

Ich würde nicht gerade ein Konzert am Abend (oder vielleicht zwei Abende nach) einem Marathon ansetzen, aber eine vernünftige Sporteinheit hat bei mir den von T M Pestoso beschriebenen Effekt - auf einsingen kann ich quasi verzichten. Wobei "vernünftig" für den Einzelnen durchaus unterschiedlich ausschauen mag - ein 6-km-Lauf wäre für mich Nicht-Läuferin eher zu viel, eine Stunde Gymnastik und Ballspiel dagegen juckt mich weniger.

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Marathontraining als Sängerin?
BeitragVerfasst: 11.09.2017, 14:44 
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Vielen Dank für eure Antworten!
Mittlerweile habe ich mich ausführlich mit dem Thema befasst und denke, ich werde es erstmal wagen. :-) Die allgemeine körperliche Fitness und Ausdauer zu stärken wird mir in jedem Fall gut tun, und das Training baue ich dann - soweit möglich - eben geschickt um meine sängerischen Aktivitäten herum.
Was die kalte Luft im Winter betrifft: Da bin ich tatsächlich etwas skeptisch. Aber auch das muss ich mal ausprobieren. Ich wohne immerhin nicht in Sibirien. Man kann ja auch Problemen vorbeugen mit Inhalieren etc..
Ich freue mich jedenfalls darauf, mal meine Grenzen auszuloten!! :-)

In diesem Sinne: sportlich-musikalische Grüße von
Blanda


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