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 Betreff des Beitrags: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 20.09.2019, 13:45 
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Da Bewegung nicht nur überhaupt, sondern auch für die Stimme gut ist, habe ich diesen Beitrag nicht unter der Rubrik A-Z, sondern eben unter der Rubrik Gesundheit eingeordnet.

Vor kurzem schrieb jemand, er werde sein Fahrrad verkaufen, da er alles mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen könne und deshalb das Fahrrad gar nicht benutze.

Hierzu zweierlei:

1. Habe ich kürzlich an einer Haltestelle einen Aufkleber gesehen, darauf stand

Auto
verbrennt Geld - macht fett

Fahrrad
verbrennt Fett - spart Geld

2. Gibt es ein witziges Fahrrad-Lied:

https://www.youtube.com/watch?v=9CC95URls5Y

Augenzwinkernde Grüße
von einem Fußgänger, Öffi-, Rad- und auch Autofahrer :mrgreen

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 21.09.2019, 20:16 
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Ja, das hatte ich geschrieben. Du solltest jedoch beachten, daß Fahrrad zu fahren, wenn es nicht durchgängig Fahrradwege gibt, ab einer gewissen Ortsgröße gefährlich ist. Ich wohne nicht in einem Dorf, bei weitem nicht.

"Auto
verbrennt Geld - macht fett

Fahrrad
verbrennt Fett - spart Geld"

stimmt auch nur bedingt, denn man kann bei weitem nicht immer direkt vor der Berufsstelle parken, sondern muß doch noch 15 Minuten laufen.
Wenn ich mit dem Öffentlichen unterwegs bin, ist die Haltestelle ach noch 15 Minuten von der Berufsstelle entfernt, ich verbrenne also Fett.
Mit dem Fahrrad von zu hause zu fahren ist wegen der langen Strecke zu gefährlich, mit dem Auto oder Öffentlichen gut erreichbar.
Auto und Öffentliche Verkehrmittel sind insgesamt sicherer als das Fahrrad.
Ich kann das Fahrrad auch verschenken...

Man wird auch nicht fett, weil man früh und abends auf dem Berufsweg das Auto nimmt, sondern, weil man zu viele udn zu dichte Kalorien ißt und zu wenig verbrennt. Vielleicht sollte man sich insgesamt mehr bewegen. Das tue ich aber so wie so andauernd, denn ich schleppe im Haus tagtäglich Wäschekörbe und anderes schweres treppauf und treppab... bei diesem täglichen "Zwangssport" kann es manchem wirklich vergehen, noch in den Sportverein zu gehen. Ich bin aber im Verein, weil mir genau dieser- und kein anderer- Sport viel Freude bereitet. Dazu bewege ich mich im Beruf auch ziemlich viel, denn ich habe keinen Schreibtischberuf.

Daß das Fahrrad Geld spart, stimmt, aber eine ernste Verletzung aufgrund des Fahrradfahrens langer Strecken, hat nicht selten ernste gesundheitliche Folgen.
Zudem atmet man die Abgase der Autos ein, neben denen man mit dem Rad fahren muß.

Ich wohne nicht in einem Dorf, in dem mein Weg 1x täglich von einer Kuh gekreuzt wird. Daher spricht für mich wirklich nichts für das Fahrradfahren. Dazu noch einen Rucksack im Beruf mit dem wichtigetsen Utensilien und in der Freizeit einen Rucksack/Tasche und für Proben/Musikunterricht auch noch ein Musikinstrument, das weit größer ist als eine Flöte, und dicke Noten (z.B. für den Chor)... nicht mit dem Rad! Wenn ich vor Freizeitaktivitäten sehr wenig zei habe, um nicht zu spät zu kommen, ist die Fahrt mit dem Auto fast immer angenehmer und schneller. Zudem kann ich einiges "Gepäck", das ich früh mitnehmen muß, drinlassen, wenn ich abends Freizeit habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 22.09.2019, 23:50 
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Ja, natürlich ist das Fahrrad nicht immer das optimale Fortbewegungsmittel. Ich wohne selbst in einer hügeligen bis bergigen Gegend, und bei uns fahren als öffentliche Verkehrsmittel nur Busse die keine Fahrräder mitnehmen. Trotzdem bin ich im Sommerhalbjahr, wann immer es möglich war, mit dem Fahrrad zur Arbeitsstelle gefahren, pro Weg immerhin auch fast anderthalb Stunden.

Mit dem Auto zu fahren ist immer bequemer, selbst wenn man im Stau steht, denn man ist zumindest wind- und regengeschützt - und Heizung gibt's auch nach Belieben. Streng genommen gibt es keinen einzigen "vernünftigen" Grund um mit dem Fahrrad zu fahren. Es ist aber oft ein guter Kompromiss zwischen Gehen und Autofahren - ich selbst würde jedenfalls auf gar keinen Fall auf ein Fahrrad verzichten wollen, und wenn mich mal wieder ein Fersensporn plagt, mit dem längeres Gehen, gar Wandern sehr schmerzhaft bis unmöglich ist, dann bin ich sehr froh um mein Fahrrad.

Ich kenne einige Leute die nur im Urlaub mit dem Fahrrad fahren, dazu suchen sie sich natürlich auch das landschaftlich geeignete Urlaubsziel aus. Manchmal packe ich auch mein Fahrrad ins Auto (ja, in das Auto) und fahre ca. 150 km bis zur nächsten radeltauglichen Landschaft, nur um mal einen Tag lang richtig genüsslich radeln zu können, ohne - wie es bei uns eben unvermeidlich ist - immer wieder das Velo schieben zu müssen.

Bei meinem ersten Gesanglehrer gab es einen Schüler, der fuhr hin und zurück ca. 80 km von seinem Wohnort zur Gesangstunde mit dem Fahrrad - bis auf wenige Ausnahmen tatsächlich jede Woche! Auch er war nicht auf Wegen unterwegs die nur einmal am Tag von einer Kuh gekreuzt werden... big_ok

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 23.09.2019, 08:15 
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Ich kenne Leute, die fahren ausschließlich Fahrrad und legen so im Jahr zwischen 10 und 15000 km zurück. Und das gerne auch in Großstädten wie Berlin, Bremen, Hamburg, etc. Man muss sich nur mal in den entsprechenden Foren herumtreiben, da wird man schnell fündig. Da gibt es sogar so Verrückte, die sogenannte Brevets fahren - da reichen die Strecken von 100 km am Tag bis zu 1200 km in 80-90 Stunden. Und vor ein paar Jahren haben wir mal unterwegs einen kennengelernt, der an der North Cape 4000 teilgenommen hat. (Mindestens) 4000 km durch Europa bis zum Nordkap, Strecke zwischen den einzelnen Kontrollpunkten frei wählbar, aber die Fähren z.B. waren vorgeschrieben.

Objektiv betrachtet gibt es natürlich eine Gefährdung. Aber man kann das Verletzungsrisiko durch sein eigenes Verhalten durchaus kleiner machen. Heißt: helle, auffallende Kleidung (gerne auch in Neonfarben und reflektierend, wie z.B. eine Sicherheitsweste) tragen, einen adäquaten Helm tragen, sich verkehrsgerecht verhalten (auf der richtigen Seite fahren, keine Ablenkung durch Handynutzung, etc.) und lieber einmal mehr zurückstecken als auf seiner Vorfahrt beharren. Dazu genügend Abstand von der Straßenkante behalten, dass man notfalls nach rechts ausweichen kann, wenn Autofahrer mal wieder nicht an die vorgeschriebenen 1,5 m Seitenabstand denken. Bei LKW mache ich häufig die Erfahrung, dass sie lieber mehr Abstand halten - keiner will schließlich einen Radfahrer unter seinem Trailer haben. Entsprechend habe ich noch keine Radunfall gehabt, auch wenn ich jetzt nicht ganz so viel fahre (bis zu 1500 km im Jahr). Aber ich fahre auch innerhalb von Duisburg, und das ist nicht gerade eine fahrradfreundliche Stadt. Besonders der OB-Lehr-Brückenzug am Hafen ist eine ganz gefährliche Ecke - und da muss ich immer drüber, wenn ich Richtung Musikschule oder Bahnhof will. Inzwischen hat man als Präventivmaßnahme Verkehrsspiegel aufgehängt, damit die abbiegenden LKW auf den Radweg sehen können. Damit hat man versucht, den toten Winkel zu entschärfen, was zu fruchten scheint.

Aber AK-Kontraalt wollte bestimmt nicht eine Diskussion über das Gefährdungspotenzial beim Radfahren lostreten, sondern einfach mal was Nettes, nämlich das Lied von Max Raabe, teilen. Danke dafür! Ich wusste, dass es das gibt und wollte das schon lange hören (und sehen). Ich habe mich köstlich amüsiert!

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Gruß, Astrid

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 23.09.2019, 11:28 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Streng genommen gibt es keinen einzigen "vernünftigen" Grund um mit dem Fahrrad zu fahren.

Wirklich nicht?
Mir fallen da gleich mehrere ein.
Wenn mein innerer Schweinehund danach sucht, findet er allerdings auch immer einen Grund, jetzt gerade nicht damit zu fahren: zu kalt, zu heiß, zu viel Ozon, zu nass, zu dunkel, zu viele Autos, zu weit, zu windig, zu wenig Radweg, zu steil, zu langsam, zu wenig Transportkapazität... [t.b.c.]

(Also, solange es z.B. in den Bayerischen Alpen und in Tirol an jedem schönen Wochenende und an jedem schönen Feiertag zum totalen KFZ-Verkehrskollaps kommt, so daß zum Teil noch nicht mal mehr die Rettungsdienste durchkommen und jeder Quadratmeter zugeparkt ist, oder die kleinste Störung auf dem Mittleren Ring in München oder auch auf dem Autobahnring schlagartig zu stehendem Verkehr führt, solange nehme ich Fridays for Future nicht ernst. Das ist Nölen aus dem warmen Lehnstuhl: Die Politik soll's richten! Wie wär's, wenn jeder erst mal bei sich selber anfängt und statt der hierzulande im Mittel drei Erden nur zwei verbraucht..??)

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 23.09.2019, 12:04 
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Stimme hat geschrieben:
Du solltest jedoch beachten, daß Fahrrad zu fahren, wenn es nicht durchgängig Fahrradwege gibt, ab einer gewissen Ortsgröße gefährlich ist. Ich wohne nicht in einem Dorf, bei weitem nicht.
Nu well. München ist nun grad nicht klein, ich habe das früher (da war auch schon viel Verkehr) auch überlebt und meine Schwägerin schafft das immer noch. Auch Autofahren ist gefährlich. Dieses Argument finde ich nicht so zugkräftig. Übrigens passieren im Haushalt die meisten Unfälle, afaik.

T M Pestoso hat geschrieben:
Mir fallen da gleich mehrere ein.
Wenn mein innerer Schweinehund danach sucht, findet er allerdings auch immer einen Grund, jetzt gerade nicht damit zu fahren: zu kalt, zu heiß, zu viel Ozon, zu nass, zu dunkel, zu viele Autos, zu weit, zu windig, zu wenig Radweg, zu steil, zu langsam, zu wenig Transportkapazität... [t.b.c.]

Ja,der ist echt kreativ :)

T M Pestoso hat geschrieben:
(Also, solange es z.B. in den Bayerischen Alpen und in Tirol an jedem schönen Wochenende und an jedem schönen Feiertag zum totalen KFZ-Verkehrskollaps kommt, so daß zum Teil noch nicht mal mehr die Rettungsdienste durchkommen und jeder Quadratmeter zugeparkt ist, oder die kleinste Störung auf dem Mittleren Ring in München oder auch auf dem Autobahnring schlagartig zu stehendem Verkehr führt, solange nehme ich Fridays for Future nicht ernst. Das ist Nölen aus dem warmen Lehnstuhl: Die Politik soll's richten! Wie wär's, wenn jeder erst mal bei sich selber anfängt und statt der hierzulande im Mittel drei Erden nur zwei verbraucht..??)

Da sagst was. Letztens war eine Messe am Tegernsee zu singen... Mein Puffer von einer halben Stunde war sofort verpufft. Nur diese Strecke ging leider nicht mit Zug. Sonst lasse ich mich ja ganz gerne fahren, ist trotz aller Nervereien der Bahn doch angenehmer.

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 24.09.2019, 13:47 
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moniaqua hat geschrieben:
München ist nun grad nicht klein, ich habe das früher (da war auch schon viel Verkehr) auch überlebt

Du weißt doch: München ist ein (Millionen-)Dorf... :-)

dem kann ich nur zustimmen. Ich musste 10 km in die Innenstadt, die Hälfte davon auf stark befahrenen Straßen. Das war etwa 30% schneller als mit Auto oder S- und U-Bahn und nicht wirklich stressig. Manchmal bin ich bei schönem Wetter am Abend sogar nochmal mit meiner kleinen Tochter zur Friedenheimer-/Donnersberger-/Hackerbrücke gefahren, um von dort den Zügen zuzusehen. Das nervigste waren/sind die Fußgänger auf geteilten Rad-/Fußwegen (also die mit Strich in der Mitte mit den Radlern links). Die haben den Strich nicht wirklich beachtet. Also immer schon weit genug weg mit besagter Laufglocke geklingelt...

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 24.09.2019, 23:21 
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Die jetzigen Fridays-for-Future-Demonstranten sind meines Wissens nicht diejenigen die in den Bayerischen Alpen und in Tirol jeden Quadratmeter mit dem Auto zuparken - oder ist mir da etwas entgangen? :grübel

@Donna Elvira: Das Lied hab' ich mal im Radio gehört, daher kenne ich es.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 24.09.2019, 23:57 
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Und noch mehr Fahrrad-Lieder:

https://www.youtube.com/watch?v=Dg5y6Q2crXw

https://www.youtube.com/watch?v=APtd7i9xCb0

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 26.09.2019, 07:43 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Du weißt doch: München ist ein (Millionen-)Dorf... :-)
Eben ;) Mit entsprechender Straßenführung - wobei, es geht viel schlimmer, habe ich inzwischen gelernt.

Damals bin ich mit dem Rad in 15 min gefahren, wofür ich mit den Öffentlichen 45 min brauchte. Raus nach Garching war etwa gleich lang...

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Die jetzigen Fridays-for-Future-Demonstranten sind meines Wissens nicht diejenigen die in den Bayerischen Alpen und in Tirol jeden Quadratmeter mit dem Auto zuparken - oder ist mir da etwas entgangen?


Wo kommen denn die Fridays-for-Future her?! Ist da mir etwas entgangen?

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 26.09.2019, 15:12 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Die jetzigen Fridays-for-Future-Demonstranten sind meines Wissens nicht diejenigen die in den Bayerischen Alpen und in Tirol jeden Quadratmeter mit dem Auto zuparken

Nun ja: wenn wir das, was sie erreichen wollen (und was ich nachhaltig unterstütze!) auch tatsächlich erreichen wollen, dann wird das ohne deutliche Veränderung im Lebensstil jedes Einzelnen nicht gehen. Wenn aber am 20.9 1,4 Mio demonstriert haben (1,6% der Gesamtbevölkerung), andererseits aber in diesem Jahr allein in Frankfurt, München und Düsseldorf 18 Mio in die Ferien geflogen sind (und bei einer einschlägigen Umfrage nur jeder 4. in Erwägung gezogen hat, in Zukunft mal über sein Flugverhalten nachzudenken), mittlerweile mehr als jede 4. Neuzulassung in Deutschland ein SUV ist und der ICT-Bereich (dazu gehört auch und vor allem Streaming, social media und andere Internetanwendungen...) mittlerweile weltweit den Flugverkehr in der CO2-Bilanz überholt hat (notabene: jedes dabei benutzte Gerät hat seinen eigenen CO2-Rucksack), dann tue ich mich schwer damit zu glauben, daß es da keine Schnittmenge gibt - zumal ich den Lebensstil einiger der Demonstranten selber kenne. Ob die alle (bzw. diejenigen, die ich nicht kenne) auf Streaming verzichten, keinen 70-Zoll-Monitor an der Wand hängen haben, nicht mit dem Auto zum e-Biken fahren, wenigstens in der Großstadt auf ein eigenes Auto zugunsten car-sharing verzichten, nicht immer das neueste Smartphone, das neueste Skimodell, Surfbrett etc. haben müssen oder was sonst gerade angesagt ist und mit Zug oder Bus (oder gar nicht) in den Urlaub fahren und mit ÖPNV oder Fahrrad in die Arbeit weiß ich natürlich nicht...
Fakt ist nur, daß momentan alles, was technisch an Energie eingespart wird und aus regenerierbaren Energiequellen neu erschlossen wird, durch einen wachsenden Energieverbrauch überkompensiert wird. Irgend jemand muß das ja verbrauchen. Aber das sind vermutlich die "Anderen". Wir sind die Guten, WIR kaufen Ökostrom...
Und 10 Euro Steuer auf die Tonne CO2 ist ein Witz - das sind je nach Bereich und Energieträger gerade mal 2-4% der Kosten des jeweiligen Energieträgers. Da sind die täglichen Schwankungen an der Tankstelle größer. Notabene führt auch die von vielen als Allheilmittel angesehene Elektromobilität zu CO2-Belastung. Soviel Ökostrom, daß es für alle auch noch zum Autofahren reicht, können wir in Europa gar nicht herstellen: z.Z. kommen etwa 40% des Stroms in Deutschland aus fossilen Quellen, 13 % aus Kernenergie. Wenn Deutschland aus der Verstromung fossiller Träger aussteigt, kauft's die Elektrizitätswirschaft halt zu - irgendwo muß es ja herkommen (Wie gesagt: 13% Kernenergie. Wir erzeugen die nicht selber...). Und der Akku im Auto hat seinen eigenen CO2-Rucksack aus der Herstellung, sodaß die CO2-Bilanz eines e-Mobils gegenüber einem Benziner erst nach ca. 100000 km positiv wird, gegenüber einem Diesel sogar erst nach etwa 150000 km. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
big_denken

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 26.09.2019, 22:23 
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Ich weiß nicht wer in München an den FFF-Demos teilnimmt - in unserer nächsten ernst zu nehmenden Großstadt sind das, den Zeitungsberichten zufolge, so gut wie ausschließlich Schüler. Der ersichtlich größte Teil von ihnen hat (noch) keinen Führerschein. Daher meine Vermutung, dass sie ganz gewiss nicht diejenigen sind die in den Bayerischen Alpen und in Tirol jeden Quadratmeter zuparken. Außerdem fanden auch am Flughafen der besagten Großstadt FFF-Demos mit beachtlichen Teilnehmerzahlen statt, und zwar genau an den Hauptreisetagen zu Beginn der letzten Sommerferien. Die Teilnehmer dieser Demos konnten somit unmöglich unter den Flugreisenden sein.

Welchen "CO2-Rucksack" hat eigentlich das Fahrrad und welchen haben z. B. Wanderschuhe? Letztere halten bei mir maximal zwei Jahre, reparieren kann man die heutigen Schuhe schon gar nicht mehr - in der Anschaffung kosten sie trotzdem ein Schweinegeld :n66:

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 27.09.2019, 08:48 
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Dass das auf einzelne Produkte bezogen errechnet wird, wüsste ich jetzt nicht. Aber man kann seinen persönlichen CO2-Fußabdruck berechnen, z.B. hier.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fahrrad fahren
BeitragVerfasst: 27.09.2019, 11:14 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Ich weiß nicht wer in München an den FFF-Demos teilnimmt - in unserer nächsten ernst zu nehmenden Großstadt sind das, den Zeitungsberichten zufolge, so gut wie ausschließlich Schüler. Der ersichtlich größte Teil von ihnen hat (noch) keinen Führerschein. Daher meine Vermutung, dass sie ganz gewiss nicht diejenigen sind die in den Bayerischen Alpen und in Tirol jeden Quadratmeter zuparken. Außerdem fanden auch am Flughafen der besagten Großstadt FFF-Demos mit beachtlichen Teilnehmerzahlen statt, und zwar genau an den Hauptreisetagen zu Beginn der letzten Sommerferien. Die Teilnehmer dieser Demos konnten somit unmöglich unter den Flugreisenden sein.

Kann es sein, daß Du in einem Land lebst, wo die Jugend ein anderes Lifestyle- und Freizeitverhalten hat, als in meinem? Wer sagt denn, daß die alle am selben Tag und der selben Uhrzeit der Demo geflogen sind..? Ich (ok: ich!) kann heute demonstrieren und morgen fliegen. Oder auch schon 5 Stunden später... Aber die sind vermutlich alle daheim geblieben als die Eltern in Urlaub geflogen sind und mit dem Fahrrad zum nächsten Baggersee geradelt. Wenn Erwachsene ohne Anhang in Urlaub fliegen, machen die das in der Regel nicht bevorzugt zur Schulferienzeit, wenn alles voll ist und deutlich mehr kostet - wenn sie denn in dieser Zeit überhaupt Urlaub bekommen... Also, wer ist dann überhaupt geflogen? Menschen zwischen sagen wir mal 12 und 20 sehe ich bei uns in den Bergen auch keine, auch nicht beim Baden oder Surfen in einschlägigen Seen. Sind alles nur Alte. Oder täuscht das? Die fahren auch nicht (wie noch die Generation der heute 30-40-Jährigen) in die Disco in die nächste Großstadt, weil die um die Ecke so uncool ist - im Austausch mit der Großstadjugend, die dazu aufs Land fährt.
Intensive ITC-Nutzung betreibt die Jugend auch nicht, haben ja auch kein Smartphone oder Tablet... Der wesentliche Stromverbrauch fällt dort nicht auf dem Endgerät an, die paar (m)Wh fallen tatsächlich nicht ins Gewicht. Wenn aber die Elektrizitätswirtschaft damit Reklame macht, daß man mit Streamen gegenüber traditionellem Fernsehen, Musikhören oder DVD-Nutzung seine Stromrechnung senken kann, dann liegt die Vermutung sehr nahe, daß damit ein Markt geschaffen wird, der woanders zwangsläufig zu einer deutlichen Mehrnachfrage an Strom führt, nämlich bei den Server- und Netzbetreibern. Die lebt schließlich davon, Strom zu verkaufen, nicht davon, weniger abzusetzen und dafür auch noch Geld für Werbung und einschlägige Studien auszugeben.

Klar: FFF-Demos sind hip, man kann sich toll fühlen, weil man was bewegt und die gesellschaftliche und politische Resonanz ist positiv. Das ist ja auch alles voll in Ordnung. Ich unterstütze das auch. Aber ich persönlich würde neben dem Ruf nach der Ordnungsmacht gerne mehr persönliches Engagement in der breiten Masse sehen, auch (und gerade!) bei denen, die das jetzt ganz toll finden. Also: Mehr Awareness für den eigenen Lebensstil und entsprechende Konsequenzen bei sich selber und in der eigenen Familie. Es mindestens billigend in Kauf zu nehmen, mit dem Mama-Panzer zum Sport gebracht zu werden und dann gegen CO2-Emission zu demonstrieren, passt für mich irgendwie nicht, auch nicht, wenn die Mama ihren Panzer zum Semmeln holen rausholt und der Papa spätestes alle vier Jahre das neueste Automodell braucht.

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